Volcán de Fuego, Guatemala

Der Volcán de Fuego in Guatemala brach gestern erneut aus. Eigentlich ist dieser Vulkan schon sehr lange aktiv. Heftige Ausbrüche werden mindestens seit 2002 registriert.

Der aktuelle Ausbruch vom 03.Juni 2018 kostete (soweit mir bekannt) mindestens 62 Menschenleben. Ich vermute aber, es werden noch mehr sein. Während des Ausbruches sind mehrere pyroklastische Ströme zu Tal gegangen. Die rund 3000 Menschen, die in der Nachbarschaft des Vulkans leben, wurden weitgehend evakuiert.

 

Die pyroklastischen Ströme gehören mit zu den tödlichsten Erscheinungen, mit denen ein Vulkan aufwarten kann. Extrem heiß (in diesem Fall vermutlich irgendwo bei 500°C) und sehr schnell können sie so ziemlich alles vom Gebäude bis hin zu Bäumen oder Menschen veraschen. Diese pyroklastischen Ströme waren es auch, welche (ziemlich genau am 27 Jahrestag des Todes von Katja und Maurice Krafft) die meisten Todesopfer forderten. Einige sehr mutige leichtsinnige Menschen haben es sogar geschafft, die Ereignisse zu filmen. Die Filmdokumente sind beängstigend und beeindruckend, was die Gewalt und Zerstörungskraft eines pyroklastischen Stromes angeht. Dabei hatten die Filmenden noch mehr Glück als Verstand, dass den Strömen rechtzeitig die Puste ausgegangen ist. Andernfalls, nun, ja. Die Toten von Herculaneum sprechen eine deutliche Sprache.

Das erste Video zeigt einen schönen pyroklastischen Strom noch aus größerer Entfernung. Weiterhin kann man auch gut sehen, welche Probleme die feine Asche in einer bergigen Gegend für Autofahrer mit sich bringen kann. Dies dürfte für eine rasche Evakuierung/Flucht durchaus relevant sein.

Mit einer Drone wurde das folgende Video gedreht. Es zeigt aber, anders als in der Besxchreibung bei Youtube, nicht einen Lavastrom, sondern den Pfad eines pyroklasstichen Stromes. Hier vermutlich aber nur noch eine Aschenwolke, denn die Bäume sehen noch relativ unbeschädigt aus. Bei einem echten pyroklastischen Strom wären sie weg.

Ich vermute mal, die hier filmenden haben keine Ahnung, was da auf sie zu kommt. Letztlich haben sie sehr viel Glück, dass dem pyroklastischen Strom die Puste ausgeht, kurz bevor er sie erreicht. Ich kann nur jedem raten, dass er, wenn er sich jemals in einer solchen Lage befindet, schnellstens die Beine in die Hand nimmt und sich vom Acker macht. Wer hier mit der Kamera stehen bleibt, kann sehr gut die letzten Minuten seines Lebens dokumentieren.

Das letzte Video hier stammt von einer Rettungsgruppe (wenn man der Beschreibung des Videos folgt), die auf einem benachbarten Vulkan unterwegs war, als die Eruption erfolgte. Sehr schön kann man die Asche fallen sehen (und dabei auch hören). Dieser Aschenregen kann ebenfalls Menschen schwer verletzen, die sich ungeschützt im Freien aufhalten.

Gunnar Ries studierte in Hamburg Mineralogie und promovierte dort am Geologisch-Paläontologischen Institut und Museum über das Verwitterungsverhalten ostafrikanischer Karbonatite. Er arbeitet bei der CRB Analyse Service GmbH in Hardegsen. Hier geäußerte Meinungen sind meine eigenen

Schreibe einen Kommentar