Schweres Erdbeben nahe Mexiko City

Gerade kam die Meldung herein, dass es in Mexiko ein schweres Erdbeben der Amplitude 7.1 gegeben hat. Auch wenn mir zur Zeit noch nichts über Opfer bekannt ist, lassen die im Netz kursierenden Meldungen und Videos nicht viel gutes hoffen.

Erneut wurde Mexiko von einem schweren Erdbeben getroffen. Diesmal hatte es die Magnitude 7.1, und anders als das Magnitude 8.1 Erdbeben von letzter Woche lag das Epizentrum nur rund 150 Kilometer von Mexiko City entfernt an Land. Das Hypozentrum lag in rund 51 Kilometern Tiefe. Ich habe allerding relativ wenig Hoffnung, dass diese durchaus große Tiefe die Erdbebenwellen nennenswert gedämpft haben könnte.

Im Umkreis von nur 100 Kilometern um das Epizentrum leben immerhin rund 8,5 Millionen Menschen, und ein nennenswerter Teil davon auf alten Seesedimenten. Diese können die Wellen noch zusätzlich verstärken und so auch in großer Entfernung zu schweren Schäden führen.

Das Erdbeben fand genau zum 32 Jahrestag des großen Erdbebens von 1985 statt. Es hatte in Mexiko City auch eine Erdbeben-Alarmübung aus diesem Anlass stattgefunden.

Ob das 8.1 Magnitude Erdbeben vom Anfang diesen Monats etwas mit dem aktuellen beben zusammenhängt, ist zur Zeit noch unklar. Es ist aber durchaus möglich, dass durch das frühere Erdbeben auf eine unter Spannung stehende Störung zusätzlicher Druck ausgeübt wurde. Hier wird man sicher in der Zukunft näheres erfahren.

Die im Netz kursierenden Videos sind beeindruckend und erschreckend zu gleich. Sie zeigen sehr gut, wie Erdbebenwellen Gebäude beschädigen, und wie dies die Menschen gefährden kann, die gerade aus den Gebäuden fliehen oder sich im Freien aufhalten. Nicht etwa, dass im Gebäude bleiben eine sichere Alternative wäre. Manche der getroffenen Gebäude brechen auch zusammen.

In dem Video oben sind die Leute durch Warnsirenen schon vor gewarnt. Man kann nach rund 20 Sekunden die Fensterscheiben der umliegenden Gebäude klirren hören und sieht sehr gut, welche enormen Kräfte auf die Häuser einwirken.

Von Hochhäusern kann man Staubwolken über Mexiko City erkennen, die möglicherweise auf schwere Gebäudeschäden hinweisen. Manche Gebäude scheinen durch die Wucht der Erschütterungen zusammengebrochen zu sein.

Herabfallende Fassadenverkleidungen sind für alle, die sich unterhalb der Häuser aufhalten oder aus den Häusern flüchten, eine große Gefahr.

Das gilt natürlich ganz besonders dann, wenn auch die Struktur der Häuser so zerstört wurde, dass sie kollabieren. Auch dies scheint verschiedentlich der Fall gewesen zu sein.

In einem Vergnügungspark kann man sehr gut sehen, wie Wasser auf die Erdbebenwellen reagiert.

 

 

Gunnar Ries studierte in Hamburg Mineralogie und promovierte dort am Geologisch-Paläontologischen Institut und Museum über das Verwitterungsverhalten ostafrikanischer Karbonatite. Er arbeitet bei der CRB Analyse Service GmbH in Hardegsen.

Hier geäußerte Meinungen sind meine eigenen

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. 10 schwere Erdbeben hat es in Mexiko allein seit dem Jahr 2000 gegeben. Das sind etwa 3 Mal weniger als in Japan in der gleichen Zeitspanne, aber pro Flächeneinheit gibt es in Mexiko sogar mehr Beben als in China oder der Türkei. Als Tourist wäre es wohl besser ein starkes Erdbeben in Tokio anstatt in Mexiko City miterleben zu müssen.

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