Monduntergang über dem Atlantik

Monduntergänge (und Aufgänge) haben wir alle wohl schon so einige gesehen, sicher auch bei Vollmond. Erstaunlich, wie sich der Mond anscheinend verändert, wenn er sich dem Horizont nähert. Das ist auch bei diesem speziellen Vollmonduntergang der Fall. Hier geht unser Trabant über dem Atlantik unter. Nur dass man vom Atlantik nicht allzu viel sehen kann, denn der Monduntergang wird (oder besser: wurde, denn er dieser hier fand am 9. Januar statt) von Bord der ISS aus betrachtet, die sich zu dem Zeitpunkt in ihrer Umlaufbahn über dem Atlantik befand.

Man kann gut erkennen, wie der Vollmond sich dem Horizont der Erde nähert, aber kurz bevor er verschwindet, passiert auffälliges mit unserem Mond. Er scheint sich zu verformen. Bei Phil Plait, durch den ich auf dieses Video aufmerksam wurde, meinte ein Spaßvogel, das da schlicht die Luft aus dem Mond herausgelassen würde, schließlich wäre es sinnlos, den Mond aufgepustet zu lassen, wenn ihn niemand sehen würde. Das finde ich, wäre doch eine sehr hübsche Erklärung, oder?

Das wäre sicher eine schöne Erklärung, aber wieviel Luft würde man verschwenden, den Mond jedes Mal wieder aufzupusten, wenn er aufgeht?

Die Erdatmosphäre wirkt hier wie eine optische Linse, je tiefer der Mond an den Horizont gerät, desto dichtere Luftschichten muss das Licht durchdringen, um in das Auge des Beobachters an Bord der ISS zu gelangen (oder eben in die dortige Kamera). Und je dichter die Luftschichten, desto stärker die Ablenkung nach oben. Daher scheint sich der Mond an seiner Unterseite abzuflachen.

In schwächerer Form ist ist dieser optische Effekt der Erdatmosphäre auch vom Boden aus zu beobachten. Ganz besonders schön bei Sonnenuntergängen über dem Meer….

Gunnar Ries studierte in Hamburg Mineralogie und promovierte dort am Geologisch-Paläontologischen Institut und Museum über das Verwitterungsverhalten ostafrikanischer Karbonatite. Er arbeitet bei der CRB Analyse Service GmbH in Hardegsen. Hier geäußerte Meinungen sind meine eigenen

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