Minute Geyser – von Vandalen zerstört

Heiße Quellen und Geysire sind empfindliche Systeme, die durch Unachtsamkeit oder Vandalismus schnell zerstört werden können. Ein sehr gutes, oder besser schlechtes Beispiel ist der Minute Geyser im Yellowstone Nationalpark.

Minute Geyser

Der Minute Geyser war einst ein ziemlich eindrucksvoller Geysir. Er brach rund alle 60 Sekunden aus und erreichte dabei Höhen von 12 bis 15 Metern. Heute ist er dagegen ziemlich mickerig. Eigenes Foto

 

Ich hatte das Problem neulich schon am Beispiel des Morning Glory Pools erwähnt. Menschen neigen dazu, Gegenstände in Quellen oder Brunnen zu werfen. Was bei künstlichen Brunnen manchmal ein nettes Zubrot für die betreffende Verwaltung darstellen mag, kann bei heißen Quellen und Geysiren zu einem echten Ärgernis werden.

Während der Morning Glory Pool bislang immer wieder mehr oder weniger erfolgreich reanimiert werden konnte, in dem man ihn immer wieder mit großem Aufwand reinigt, ist das Schicksal des Minute Geysers vermutlich besiegelt.

Vandalismus

Früher erfolgten die Ausbrüche dieses Geysirs rund alle 60 Sekunden mit einer Höhe von immerhin 12 bis 15 Metern. Allerdings führte eine Straße auch sehr nahe an ihm vorbei, so dass Besuchergruppen, die dort auf ihre Busse warteten, verschiedene Dinge in sein Becken warfen. Angefangen von kleinen Münzen bis hin zu größeren Steinbrocken. Mit der Zeit verstopfte so das komplizierte hydrothermale System des Geysirs mit den Gaben und seine Ausbrüche sind heute nur noch sehr unregelmäßig und schwach. Oft erreichen sie gerade noch 30 cm Höhe.

Um die zementierten Opfergaben wieder aus dem Geysir zu entfernen, müsste schweres Gerät eingesetzt werden. Das ist hier Aufgrund der Umgebung problematisch. Dadurch könnten weitere Schäden auch an umliegenden hydrothermalen Systemen entstehen, die es zu vermeiden gilt.

So bleibt der Minute Geyser als ein Mahnmal für den gedankenlosen Umgang mit der Natur und die Zerstörung..

Gunnar Ries studierte in Hamburg Mineralogie und promovierte dort am Geologisch-Paläontologischen Institut und Museum über das Verwitterungsverhalten ostafrikanischer Karbonatite. Er arbeitet bei der CRB Analyse Service GmbH in Hardegsen. Hier geäußerte Meinungen sind meine eigenen

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