Curiosity – Spuren auf dem Mars

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Irgendwie finde ich Bilder fremder Planeten immer spannend, und das ist bei diesem hier nicht anders. Der HiRise Kamera ist es gelungen, die komplette Geschichte des Marsrovers “Curiosity” auf einem Bild einzufangen. Seit seiner Landung im letzten August hat der Rover rund eineinhalb Kilometer über die Oberfläche des Mars zurückgelegt, und nicht nur eine Menge spektakulärer Fotos gemacht, sondern auch einige bemerkenswerte Ergebnisse erzielen können.

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Curiosity auf dem Mars, am 02.Januar 2013. Bild: NASA/JPL/University of Arizona.

All dies kann man auf dem Foto aus dem Weltraum sehen. Von der dunklen, von den Triebwerken des Skycranes verbrannt erscheinenden Landezone (benannt nach Ray Bradbury), die in Wirklichkeit nicht verbrannt ist. Hier scheint die Marsoberfläche durch, denn die Triebwerke haben den allgegenwärtigen Staub fort geblasen.

Von der Landezone führen die Spuren des Rovers nach rechts und in einer scharfen Kurve zu einem Felsen, dem man den Namen Jake Matijevic gegeben hat. Hier hat der Rover sein analytisches Equipment benutzt und das Gestein mit Lasern und Röntgenstrahlen beschossen, um ihm seine Geheimnisse zu entreißen. dabei hat sich gezeigt, dass man diese Art von Gestein, reich an Natrium und Kaliumsilikaten, vom Mars bisher nicht kannte.

Später, als der Rover eine Region mit der Bezeichnung Glen Elg erreichte und dort den Marsboden untersuchte, sorgte er für einige Turbulenzen auf unserer Erde. Erst fand er ein seltsames Objekt, das sich wenig später als Plastikteilchen entpuppte, und dann vergaloppierte sich der Chef der Mission, John Grotzinger, indem er eine “historische Entdeckung” des Rovers ankündigte und kurz darauf eifrig zurückrudern durfte. Karl Urban hat dazu einiges verbloggt.

Jetzt bewegt sich der Rover in einem Yellowknife Bay genannten Gebiet und bewegt sich in ältere Gesteine des Mars. Hier soll der Rover demnächst seinen Bohrer auspacken um auch hier die Geheimnisse der Marsgesteine zu erkunden. Hinweise auf einstmals fließendes Wasser konnte er in dem Gebiet bereits erkennen. Ich vermute, auch 2013 wird ein Jahr mit vielen spannenden Entdeckungen auf unserem roten Nachbarplaneten.

  • Veröffentlicht in: Mars
Gunnar Ries

Gunnar Ries studierte in Hamburg Mineralogie und promovierte dort am Geologisch-Paläontologischen Institut und Museum über das Verwitterungsverhalten ostafrikanischer Karbonatite. Er arbeitet bei der CRB Analyse Service GmbH in Hardegsen. Hier geäußerte Meinungen sind meine eigenen

3 Kommentare

  1. Curiosity is Cautious and Slow

    10m pro Tag legt Curiosity scheinbar zurück. Und ich hab gemeint er solle den ganzen Berg hochkraxeln, an dessen Fuß er gelandet ist. Da muss er sich aber noch sputen.

  2. @Synoptiker, sputen

    Die Missionszeit von Curiosity liegt bei zwei Jahren, der Radioisotopgenerator liefert theoretisch bis zu zehn Jahre genug Strom. Es ist also noch genug Zeit zum kraxeln. – Zumal Curi nicht nach ganz oben muss – die interessantesten Schichten liegen im unteren Bereich des Bergs.

  3. @Synoptiker

    @pikarl schrieb es ja schon. Sputen muss sich unser kleiner Rover wahrlich nicht. Zeit für seine Mission dürfte er wohl genug haben. Außerdem ist hier die Vorsicht die Mutter der Marsrover. Ein Reparaturteam ist schwer zu organisieren. Daher wird jeder Schritt und jede Wendung des Rovers sehr sorgfältig geplant und mit seinen diversen Kameras begleitet. Man möchte sich eben weder festfahren noch sonst irgendeine Panne riskieren. Und man muss sich ja auch Zeit nehmen, um alles am Wegesrand genau zu überprüfen, ob es einer eingehenderen Betrachtung lohnt.
    Von daher üben wir uns einfach in Geduld. Ich vermute aber, dass 2013 durchaus ein Jahr des Marsrovers wird.

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