Neues Hochschulranking: Deutschland weiterhin Mittelmaß

Ein überraschender Blick hinter die Kulissen der Times Higher Education Rankings

Diesen Artikel könnte man alternativ mit “Alle Jahre wieder” oder “Im Westen nichts Neues” einläuten: Gestern erhielt ich per E-Mail die Nachricht, dass das neue Times Higher Education (THE) Ranking fertig ist. Daran hatte ich im November zum wiederholten Male als Teilnehmer mitgewirkt.

Die Ranglisten, neudeutsch “Rankings”, die THE jährlich veröffentlicht, dürften wohl die Einflussreichsten in der Hochschulwelt sein und so manches Universitätspräsidentenherz höher schlagen oder alternativ für ein paar Sekunden stillstehen lassen. Auch Studierende orientieren sich weltweit daran, wenn sie sich auf Studiengänge bewerben. Was sich dahinter verbirgt und vor allem auch wer, das ist das Thema dieses Artikels.

Letzten November war es zufälligerweise so, dass ich meinen Studierenden in einer Freestyle-Vorlesung des Philosophie der Psychologie-Kurses gerade erklärt hatte, wie THE funktioniert, als ich die Einladung zur Teilnahme erhielt. Im Rahmen einer didaktischen Live Performance haben wir die Online-Fragebögen dann in der folgenden Vorlesung zusammen ausgefüllt. Doch fangen wir erst einmal am Anfang an:

Qualitätsmarke “Times”

Am “Times” in Times Higher Education erkennt man noch die ursprüngliche Verwandtschaft mit der altehrwürdigen britischen Tageszeitung The Times (seit 1785), die unter dem Namen einst eine Beilage über das Bildungswesen herausgab. Diese erscheint seit 2008 als eigenes Magazin. 2004 veröffentlichte THE dann erstmalig eine Rangliste der Universitäten weltweit, in zeitlicher Nähe zu den PISA-Studien für die Schulen (seit 2000).

Es handelt sich also um die Zeit in der sich, ausgehend von den Regierungen Thatchers und Reagans in den 1980ern, das Denken ausbreitete, dass alles zählbar gemacht und verglichen werden müsse. Das Denken also, das sich, aus der Betriebswirtschaftslehre kommend, als New Public Management auch überall in der Verwaltung ausbreitete und speziell für das Hochschulwesen in der Bologna-Erklärung von 1999 mündete (Fünfzehn Jahre Bologna-Erklärung – eine Polemik). Das Denken schließlich, das im größeren Kontext von Globalisierung und Individualisierung ein Grundpfeiler des Neoliberalismus ist.

Gewinner setzen Wettbewerb voraus

Wenn alles als Wettbewerb organisiert werden soll, dann muss es freilich auch Regeln geben, nach denen sich der Gewinner ermitteln lässt. Die Regeln hierfür lieferte für die Schulen in Form der PISA-Studien die OECD, also eine Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit ohne demokratisches Mandat. Für die Hochschulen setzte sich THE durch, ein britisches Privatunternehmen. Dass Großbritannien und die USA politisch als erste auf das alles zählende und vergleichende Denken vorbereitet worden waren, dürfte hilfreich gewesen sein; dass Englisch nach dem Zweiten Weltkrieg die wichtigste Wissenschaftssprache wurde, ebenso.

Wer gilt als die beste Universität? Die britisch-amerikanische THE spricht ein mächtiges Wörtchen mit. Abbildung: mohamed Hassan von Pixabay.

Nun muss man bei THE zwei Ranglisten unterscheiden: Erst einmal die Rangliste der Reputationen, die schlicht wiedergibt, welche Institutionen die Wissenschaftler weltweit für die Besten halten. Danach das “World University Ranking”, das die Reputationen um einige Kennzahlen wie das Verhältnis von Studierenden zu Dozierenden, Zitationen in wissenschaftlichen Datenbanken oder Einnahmen aus der Industrie pro Wissenschaftler ergänzt.

Rangliste der Reputationen

Die Rangliste der Reputationen wird auch 2019 von der Harvard Universität angeführt, unverändert seit mindestens 2011. Darauf folgen das MIT, Stanford, Cambridge, Oxford, Berkeley, Princeton, Yale, UCLA und Chicago. Auf dem elften Platz erscheint mit Tokyo die erste nicht-amerikanisch/britische Universität. Die erste deutsche Uni ist die LMU auf Platz 43.

Unter der Top 100 finden sich insgesamt 42 US-amerikanische Universitäten, neun britische, acht australische, sieben chinesische, fünf deutsche, ebenfalls fünf niederländische, vier schweizerische, vier singapurische, drei französische und schließlich drei kanadische. 62% der besten Bildungseinrichtungen befinden sich demnach in englischsprachigen Ländern.

Die deutschen Universitäten in der Top 100 der Reputation Rangliste. Ab dem 51. Platz werden die Einrichtungen nur noch in Zehnerschritten unterschieden, also 51-60, 61-70 und so weiter. Abkürzungen: LMU und TUM in München; HU und FU in Berlin; RWTHA in Aachen.

Weltweite Verteilung

Diese Rangliste kommt nun so zustande, dass Wissenschaftler, die mit ihren E-Mail-Adressen in Publikationsdatenbanken registriert sind, nach dem Zufallsprinzip eine Einladung erhalten. Für 2019 kamen dann 22% der Stimmen aus Westeuropa, 20% aus Nordamerika, 11% aus Osteuropa, 5% aus Südamerika, 2% aus Afrika und 1% aus dem Mittleren Osten. Als asiatisch-pazifischer Raum wird gut das östliche Drittel der Weltkarte über einen Kamm geschert und stellte 39% der Stimmen.

Interessante Unterschiede gab es auch bei den Fakultäten: Rund 18% der Stimmen kamen aus dem Bereich Ingenieurwissenschaften und Technologie, 14% aus den physikalischen Wissenschaften, jeweils 11% Wirtschaftswissenschaften, Gesundheitswissenschaften, Lebenswissenschaften und Geisteswissenschaften, 10% Computerwissenschaften, 8% Sozialwissenschaften, jeweils 3% Psychologie und Erziehungswissenschaften sowie schließlich 1% Rechtswissenschaften. Die Einteilung der Fächer wie der Weltregionen hat die THE nach Belieben selbst vorgenommen. Das wird bei der zweiten Rangliste noch eine größere Rolle spielen. Doch bleiben wir noch einen Moment bei den Reputationen.

Diese wird gemessen, indem die teilnehmenden Forscher die besten 15 Institutionen in ihrem Bereich jeweils für Forschung und Lehre angeben sollen. Harvard landete also auf Platz 1, da diese Universität für beide Kategorien am häufigsten genannt wurde. Das gilt als 100%. Damit werden dann alle anderen Institutionen gemessen.

Münchner LMU entspricht 7% Harvard

Die demnach beste deutsche Uni, die Münchner LMU, kommt auf Platz 43 auf rund 7% der Nennungen im Bereich Forschung und 6% im Bereich Lehre. Ab dem 51. Platz werden die Zahlen von THE nicht mehr veröffentlicht, wohl weil die Unterschiede winzig sind. So wissen wir die Werte für Heidelberg (51-60), die Münchner TUM (ebenfalls 51-60), die Berliner HU (61-70) und schließlich die Berliner FU (81-90) nicht einmal.

Das lässt die von der Exzellenzinitiative geblendete deutsche Elite-Hochschulandschaft doch auf einmal recht bescheiden dastehen: Selbst die LMU ist im gewichteten Mittelwert gerade einmal 7% Harvard. Die Werte aller anderen deutschen Unis hält die THE für diese Rangliste nicht einmal für erwähnenswert.

Ratespiel statt Bewertung?

Noch ein wichtiger Gedanke zur Gültigkeit (Validität) dieser Messung: Dass Forscher in ihrem Fachgebiet noch einigermaßen sinnvoll sagen können, wo die beste Forschung stattfindet, kann ich mir noch in etwa vorstellen; aber auch das ist natürlich von Vorurteilen geprägt. Wie sie aber auf diese Weise die Lehre ihrer Kollegen weltweit beurteilen sollen, wo sie doch selbst in aller Regel nie in den Vorlesungen oder Seminaren saßen, das leuchtet mir beim besten Willen nicht ein.

DIE BESTEN LEHRE-UNIVERSITÄTEN DER WELT

Bitte wählen Sie bis zu 15 Institutionen auf der Welt (in beliebiger Reihenfolge), die Sie als diejenigen ansehen, die die beste Lehre innerhalb Ihres Fachgebiets produzieren – denken Sie bei dieser Frage bitte nur an die Lehre.


Wir verstehen, dass das Erkennen der Lehrqualität schwieriger ist als Beurteilung der Forschungsqualität. Versuchen Sie aber bitte trotzdem Ihr Bestes, auf Grundlage jeglichen persönlichen Wissens oder Ihrer gesammelten Erfahrung, die Frage zu beantworten.

(aus dem Online-Fragebogen von Times Higher Education, 22. November 2018; dt. Übersetzung)

Die Reputationsrangliste basiert also schlicht darauf, welche Institutionen den Teilnehmern so einfallen. Jedes Mal, wenn ich vor dem Fragebogen sitze, komme ich mir wie bei einem Gedächtnistest vor. Erinnern wir uns zudem an die Verteilung der Länder und Fachrichtungen, dann werden sofort zahlreiche Verzerrungen offenbar. Und wenn man dann noch weiß, dass die meisten Wissenschaftler aus dem nicht-englischen Sprachraum im Laufe ihrer Karriere mal in ein englischsprachiges Land gehen, vor allem die USA, umgekehrt aber relativ wenige englischsprachige Forscher ins nicht-englischsprachige Ausland, dann überrascht es auf einmal nicht mehr, dass laut THE 62% aller Top 100-Universitäten in den USA, Großbritannien, Australien oder Kanada sein sollen.

Interessant ist dann auch, dass 2011 nur zwei chinesische Unis (Tsinghua und Peking) unter den ersten 100 auftauchten, 2019 aber schon sieben, also plus 250%. Das dürfte vor allem an der zunehmenden internationalen Sichtbarkeit und Aktivität chinesischer Wissenschaftler im Rahmen der Globalisierung liegen. Spiegelt die Rangliste am Ende bloß ab, wer am bekanntesten ist und von der Globalisierung am meisten profitiert?

Die Weltrangliste der Universitäten

Widmen wir uns jetzt der zweiten Rangliste, in der zur Reputation noch einige Kennzahlen kommen, wie bereits genannt etwa das Verhältnis von Studierenden zu Dozierenden, Zitationen in wissenschaftlichen Datenbanken oder Einnahmen aus der Industrie pro Wissenschaftler. Das nennt THE dann die Weltrangliste der Universitäten und gilt weitläufig als der beste Vergleichsmaßstab zur Beurteilung der Bildungs- und Forschungseinrichtungen weltweit.

Entsprechend der Methodologie setzt sich die Gesamtnote zu jeweils 30% aus den Teilbereichen Lehre, Forschung und Zitationen zusammen. Dazu kommen 7,5% für internationale Ausrichtung und schließlich 2,5% für Industriefinanzierung. Jetzt muss man aber noch wissen, dass die Hälfte der Bewertung der Lehre und sogar mehr als die Hälfte der Bewertung der Forschung auf der vorher genannten Reputationsbefragung basiert.

Reputation spielt wieder eine große Rolle

So basieren insgesamt 33% der Gesamtwertung der Weltrangliste auf der subjektiven Erinnerung der teilnehmenden Forscher, welche Institutionen in ihrem Fachbereich führend sind! Und über diese Kriterien gab es niemals eine Verständigung unter den Wissenschaftlern, noch nicht einmal den Regierungen der verschiedenen Länder. Die Forscher liefern bloß die Daten. Die Regeln bestimmt jedoch ganz allein die Führungsriege der THE mit Sitz am Londoner Red Lion Square.

Daher noch ein paar Gedanken dazu, wer diese Firma eigentlich ist und wem sie gehört. Nach rund einer halben Stunde Online-Recherche kam ich zu dem Ergebnis, dass Times Higher Education zur Tes Global Group gehört, laut Selbstdarstellung eine führende Firma auf dem Gebiet der “Education Technology” und sogar die weltweit größte Gemeinschaft von Lehrenden. Man verfüge über ein Netzwerk von 11,6 Millionen registrierten Nutzern aus diesem Bereich.

Wege amerikanischen Finanzkapitals

Und wem gehört nun Tes Global? Laut Unternehmensnews vom 17. Dezember 2018 der US-amerikanischen Investmentfirma Providence Equity Partners L.L.C., die laut Wikipedia über ein Kapital in Höhe von $18 Milliarden verfügt. Auf der Firmenseite heißt es zudem seit November 2018, dass Verhandlungen für den Verkauf der THE-Sparte laufen.

Die gemeinhin wichtigste Rangliste zum Vergleich von Universitäten und Forschungseinrichtungen ist also nicht nur fest in unternehmerischer Hand, sondern gehört seit Kurzem sogar einer amerikanischen Investmentfirma, die unter anderem in verschiedene Medien-, Unterhaltungs- und Kommunikationsfirmen wie Bluestone Television, Kabel Deutschland, VoiceStream (jetzt T-Mobile US), Warner Music Group oder Western Wireless investierte.

Das große Geschäft mit den Daten

Eine Mitsprache der Wissenschaftler ist nicht vorgesehen. Die Entscheidungen treffen die Investoren beziehungsweise die eingesetzten “Executives” von THE, die sich laut Selbstdarstellung der Firma auf das Vermarkten von Daten spezialisieren:

Daten sind wirklich das heiße Thema des 21. Jahrhunderts. Sie geben uns eine Möglichkeit, uns von Entscheidungen basierend auf Bauchgefühl oder ‘Das haben wir schon immer so gemacht’ hin zu evidenzbasierten Entscheidungen zu bewegen. Daten sind von kritischer Bedeutung als Teil von Times Higher Education, sowohl mit Blick auf die Produktion der Weltranglisten der Universitäten als auch zunehmend für Ranglisten, die sich aufs Unterrichten fokussieren. Sekundär informieren sie unseren Journalismus und helfen sie unseren Universitäten, sich selbst zu messen. (Duncan Ross, THE Data and analytics director; dt. Übersetzung)

Und:

THE war einer der globalen Pioniere auf dem Gebiet der Ranglisten. Primär sind sie wunderbare Instrumente für Studierende, um die wahrscheinlich wichtigste Entscheidung ihres Lebens zu treffen, wem sie ihre Ausbildung anvertrauen sollen. Sie sind aber auch unglaublich hilfreich für Regierungen. Sie sind eine Art geopolitischer Indikator geworden, der einer Regierung oder einer Universität einen Eindruck ihrer Stärken in der Wissensökonomie vermittelt. (Phil Baty, THE Editorial director; dt. Übersetzung)

Auf internationalen Konferenzen werden die Entscheidungsträger der Wissensökonomie zusammengebracht und eine akademische Jobbörse rundet das Angebot ab. Über THE Awards werden schließlich Hochschulen ausgezeichnet, die sich in besonderem Maße für die hohen Standards im Bildungssystem bemühen. Standards wahrscheinlich, wie sie THE für angemessen hält.

Fluktuationen in der Weltrangliste

Schließen wir den Artikel damit ab, dass wir uns das Abschneiden deutscher Universitäten in der Top 100 der Weltrangliste anschauen. Wohlgemerkt, jetzt geht es nicht nur um die Reputation, sondern auch die Ergänzung mit den anderen Faktoren. Neben den sechs bereits genannten Institutionen kommen dann noch die Universitäten von Freiburg, Göttingen (bis 2016) und Tübingen. Dabei habe ich nur diejenigen berücksichtigt, die im Zeitraum von 2011 bis 2019 mindestens dreimal unter den ersten 100 waren.

Neun deutsche Universitäten waren seit 2011 mindestens dreimal unter den ersten hundert der Weltrangliste von THE. Abkürzungen: LMU und TUM in München; HU und FU in Berlin; RWTHA in Aachen.

Eine interessante Fallstudie ist nun der Absturz der Universität Göttingen, die 2011 noch mit Platz 43 die erste deutsche Institution auf der Rangliste und knapp 20 Plätze vor der LMU (2011: 61) war. Heute liegt sie weit abgeschlagen mit den Universitäten Mannheim und Nijmegen (Niederlande) auf Platz 123. Wenn man sich nun insbesondere den Absturz von Göttingen von 2015 (Platz 67) auf 2016 (Platz 99) anschaut, dann ergibt sich folgendes Bild:

Der Gesamtwert fiel innerhalb eines Jahres von 61 auf 58 (je höher, desto besser), obwohl die Teilwerte für Lehre und Forschung von rund 47 auf 49 beziehungsweise 48 auf 55 stiegen! Allerdings ist der Teilwert für die Zitationen, der immerhin 30% der Gesamtwertung ausmacht, von rund 92 auf 73 gefallen. Nun muss man wissen, dass THE in diesem Zeitraum von der ISI Web of Science Datenbank von Thomson Reuters auf Scopus von Elsevier umstieg. Der Absturz um ganze 32 Plätze erklärt sich wahrscheinlich dadurch, dass Scopus Zitationen anders erfasst als Web of Science.

Göttingen stürzte ab, TUM und HU gewannen

Es gab aber auch Gewinner: So sprang die Münchner TUM im selben Jahresvergleich von Platz 98 auf 53, also satte 45 Plätze nach oben, weil die Gesamtwertung von rund 54 auf 69 stieg. Schaut man in die Details, dann fällt auf, dass sich der Teilwert für die Industrieförderung von rund 49 auf 99 verdoppelte. Dieser fließt aber nur mit 2,5% in die Gesamtwertung ein. Frappierender ist der Anstieg für den Teilwert für Lehre von rund 46 auf 61, insbesondere aber für Forschung von rund 37 auf 66 (plus 78%). Der Wechsel der Zitationsdatenbank wirkte sich auf die technische Universität hingegen nicht negativ aus.

Auch die Berliner Humboldt Universität zeigt ein auffälliges Bild: Von 2013 bis 2016, also innerhalb von nur drei Jahren, kletterte sie um satte 50 Plätze von Platz 99 auf 49, um in den drei Folgejahren bis heute wieder um 18 Plätze auf Nummer 67 zu fallen. Entspricht an den Institutionen irgendetwas Wesentliches im Bereich von Forschung und Lehre diesen enormen Fluktuationen innerhalb kürzester Zeit? Oder handelt es sich schlicht um Artefakte der Datenverarbeitung?

Wenn man nun weiß, dass Universitäten eher träge Organisationen sind, die sich nicht innerhalb eines Jahres vollständig umkrempeln lassen, dann verwundern solche Sprünge. Der Teilwert für die Forschung errechnete sich im Jahr 2016 zu 70% aus der Reputation und zu jeweils 15% aus den eingeworbenen Mitteln (ohne Industrie) und der Anzahl der Publikationen in Abhängigkeit zur Anzahl der Forscher. Gut möglich, dass sich hier die Förderung durch die dritte Runde der Exzellenzinitiative (ab 1. November 2012) oder andere finanzielle Maßnahmen niederschlugen.

Geringe Vertrauenswürdigkeit

Wenn man sich täglich auf die Waage stellt und diese am Dienstag auf einmal 10kg mehr anzeigt als am Montag, dann vermuten wir schnell, dass mit der Waage irgendetwas nicht stimmen kann. Zu Recht! Die großen Sprünge, die wir bei der THE Weltrangliste sehen, zeichnen ebenfalls kein sehr vertrauenswürdiges Bild.

Ich habe hier ein paar Erklärungsversuche angeboten. Wesentlich ist dabei, dass diese Änderungen nicht so sehr davon abzuhängen scheinen, was an den Universitäten passiert, sondern was THE oder die Wissenschaftspolitik tun. Pannen bei der Datenverarbeitung haben wir noch gar nicht angesprochen. Doch auch dafür finden sich bei der Online-Recherche einige Hinweise. Schließlich bleibt die Frage, ob manche Universitäten vielleicht “kreativ” mit den Zahlen umgehen, die ihre Position auf der Weltrangliste mitbestimmen.

Kriterien werden nach Belieben angepasst

Erwähnenswert ist auch, dass THE bis 2016 unterschiedliche Kriterien für die vier Bereiche (1) Geisteswissenschaften, (2) Gesundheits-, Lebens- und Naturwissenschaften, (3) Ingenieurwissenschaften und Technologie sowie schließlich (4) Sozialwissenschaften verwendete. So spielten bei Ersteren die Zitationen in Datenbanken nur eine wesentlich geringere Rolle, dafür waren Lehre und Forschung von größerer Bedeutung.

Seit 2017 werden alle Bereiche über einen Kamm geschert, nämlich den der Ingenieurwissenschaften und Technologie. Es ist anzunehmen, dass Universitäten, die Stark auf Geistes- und Sozialwissenschaften bauen, dadurch stark benachteiligt werden. Wir erinnern uns zudem daran, dass aus den Bereichen (2) und (3) sehr viel mehr Wissenschaftler an der Befragung teilgenommen haben als (1) und (4). Auch das beeinflusst das Ergebnis.

Im Zeitalter des New Public Management scheint zu gelten: Kein Problem, wenn man Quatsch misst, so lange man nur misst. Und vergleicht. Die THE Ranglisten prägen die Hochschullandschaft seit Jahren. Demokratisch abgestimmt war das nie. Studierenden und Wissenschaftlern wurde auch kein Mitspracherecht über die Kriterien eingeräumt. Die Regeln bestimmte früher ein britisches Medienhaus, heute eine US-amerikanische Investmentfirma. Dabei scheint THE in Kürze wieder den Besitzer zu wechseln.

Warum spielt der Rest der Welt mit?

“Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast!”, ist ein beflügeltes Wort im Umgang mit Statistiken. Für den Umgang mit Ranglisten scheint Ähnliches zu gelten, nämlich: “Traue keiner Rangliste, deren Kriterien du nicht selbst aufgestellt hast!” Die Auswahlkriterien sollten zumindest transparent kommuniziert werden. Ich kann mich an keinen Medienbericht erinnern, der hier zuvor den Finger tief in die Wunde gelegt hätte.

Selbst den wenigsten Wissenschaftlern dürften die Fakten dieses Artikels bekannt sein. Es herrscht vor allem Pragmatismus und Anpassungsdruck, wenn etwa die Universitätsleitung Zielvorgaben für Ranglistenplätze vorgibt. Dabei sollte man noch einmal darüber nachdenken, dass dieses im englischsprachigen Raum entwickelte Werkzeug vor allem den englischsprachigen Universitäten dient. Wieso spielt der Rest der Welt dabei einfach so mit?

Hinweis: Dieser Beitrag erscheint auch auf Telepolis – Magazin für Netzkultur. Titelgrafik: mohamed Hassan von Pixabay.

Stephan Schleim

Veröffentlicht von

www.schleim.info

Die Diskussionen hier sind frei und werden nicht moderiert. Gehen Sie respektvoll miteinander um, orientieren Sie sich am Thema der Blogbeiträge und vermeiden Sie Wiederholungen. Beim Gedankenaustausch darf es auch mal heiß hergehen, jedoch nicht beleidigend werden, vor allem nie unter die Gürtellinie gehen. Stephan Schleim ist studierter Philosoph, Psychologe und promovierter Kognitionswissenschaftler. Seit 2009 ist er an der Universität Groningen in den Niederlanden, zurzeit als Assoziierter Professor für Theorie und Geschichte der Psychologie. Der Autor schreibt auch für zahlreiche andere Medien.

29 Kommentare

  1. Das Denken also, das sich, aus der Betriebswirtschaftslehre kommend, als New Public Management auch überall in der Verwaltung ausbreitete und speziell für das Hochschulwesen in der Bologna-Erklärung von 1999 mündete (Fünfzehn Jahre Bologna-Erklärung – eine Polemik). Das Denken schließlich, das im größeren Kontext von Globalisierung und Individualisierung ein Grundpfeiler des Neoliberalismus ist.

    Nein. Dieses Denken kommt aus der Wissenschaft. Möglichst objektive Messungen sind die Grundlage wissenschaftlicher Arbeit.

    Wieviel Objektivität wirklich in den Hochschulrankings steckt, mag jeder für sich selbst beurteilen. Aber Messungen als “Grundpfeiler des Neoliberalismus” darzustellen, ist schwer erträgliche Polemik und auch albern.

  2. @Tim: Objektivität

    Der Reihe nach…

    Nein. Dieses Denken kommt aus der Wissenschaft. Möglichst objektive Messungen sind die Grundlage wissenschaftlicher Arbeit.

    Das ist ein Fehlschluss.

    Erstens prägt dieses Denken ebenso das Recht, das es schon gab, als Ihre Wissenschaft noch “Philosophie” genannt wurde. Das Ergebnis eines Strafprozesses, dass Sie (un)schuldig sind, sollte nicht davon abhängen, dass der Staatsanwaltschaft oder dem Gericht ihr Gesicht oder Name oder ihre Herkunft nicht gefällt, sondern dass Sie aufgrund nachvollziehbarer Fakten gegen ein Gesetz verstoßen haben, das die Tat zum Zeitpunkt des Geschehens verboten hat.

    In der Ethik und der politischen Philosophie ist das Prinzip auch grundlegend, Stichwort: der Blick von nirgendwo. Die moralische Bewertung einer Organentnahme etwa sollte nicht davon abhängen, ob es um eines ihrer Familienmitglieder geht. Analoges gilt für Gerechtigkeitstheorien. Und so weiter.

    Zweitens ist “Objektivität” (besser: Intersubjektivität) ein Ideal der Wissenschaft. Das Messergebnis sollte in der Tat nicht vom Messenden abhängen. Mit etwas Kenntnis in der Wissenschaftsgeschichte und -Soziologie sehen wir aber immer wieder, dass Denkschulen, Moden, politische und kulturelle Strömungen wissenschaftliches Arbeiten beeinflussen.

    Dieser Blog hat sich darauf verschrieben, solche Einflüsse aufzudecken.

    Wieviel Objektivität wirklich in den Hochschulrankings steckt, mag jeder für sich selbst beurteilen.

    Aha. Als Verfechter der Objektivität sind Sie aber plötzlich bereit ganz schön viel Subjektivität zuzulassen, wenn es zum Beispiel um die Ausgestaltung der Forschungs- und Hochschulpolitik oder die Entscheidung von Studierenden geht, wo sie studieren sollen. Das überzeugt mich nicht.

    Aber Messungen als “Grundpfeiler des Neoliberalismus” darzustellen, ist schwer erträgliche Polemik und auch albern.

    Neoliberalismus lässt sich meiner Meinung nach durch Globalisierung, Deregulierung, Wettbewerbs- und Marktdenken kennzeichnen. Am Markt hat alles einen Preis, bestimmt durch Angebot und Nachfrage sowie Verzerrungen. Wettbewerb setzt Vergleichbarkeit voraus: Wenn einer beim Schnelllauf mit dem Motorrad fährt und der andere auf den Knien kriechen muss, wieder ein anderer auf Bäume klettert, dann gibt es keinen sinnvollen Wettbewerb. Beim “Schnelllauf” geht es darum, in kürzester Zeit einen bestimmten Abstand zurückzulegen. Das ist der Standard.

    Die Magna Charta Universitatum, die für mich “echte” Bologna-Erklärung, sprach noch sehr deutlich von der Diversität der Universitäten unter Beibehaltung lokaler Traditionen. Die Bologna-Erklärung der Politiker spricht von Standardisierung und Vergleichbarkeit (daher auch die Ba/Ma-Studiengänge, Creditpoints usw.).

    Die Effizienzsteigerung (Mantra aus der Betriebswirtschaftslehre) setzt voraus, dass sich die Leistung messen lassen kann. Dafür muss sie im Dienstleistungsbereich erst standardisiert werden. Dafür ist das THE Ranking das beste Beispiel: Ein Privatunternehmen schreibt nun vor, was eine gute Universität ist. Daran werden alle gemessen. Dazu tragen die Medien einen entscheidenden Beitrag bei.

    Diese Organisationsform hat sich seit den 1990ern im Gesundheitswesen, Rechtswesen, Bildungswesen, bei der Polizeiarbeit, im Personenbeförderungswesen und so gut wie überall im gesamten Verwaltungswesen ausgebreitet. Wir nennen es New Public Management, wie es im Text steht. Ein Großteil der Burnout-Erkrankungen lässt sich meines Erachtens damit erklären: Der Mensch ist nicht das Maß aller Dinge, sondern die Gewinnerwartung.

    Ihre Reaktion, die darauf hinausläuft, den Kopf in den Sand zu stecken, wird dem Ernst der Lage meiner Meinung nach nicht gerecht. Es überzeugt mich auch intellektuell nicht: Hier die “Objektivität” hochhalten; und wo es unbequem wird, soll sich jeder halt seine eigene Meinung bilden.

    Gut, dass wir darüber gesprochen haben.

  3. Ganz abgesehen davon, dass THE natuerlich sehr fragwuerdig ist, wuerden deutsche Universitaeten auch bei jeder anderen Art des Rankings immer schlechter abschneiden. Die Deutschen haben sich das Mittelmass auf die Fahne geschrieben und bekommen daher auch Mittelmass als Ergebnis.

    Mich erinnert der moderne Basar, den man “Bildung” nennt, ohnehin an die beruehmte Szene aus Good Will Hunting:

    “See the sad thing about a guy like you, is in about 50 years you’re gonna start doin’ some thinkin’ on your own and you’re gonna come up with the fact that there are two certainties in life. One, don’t do that. And two, you dropped a hundred and fifty grand on a f***ing education you coulda’ got for a dollar fifty in late charges at the Public Library.”

  4. @ Stephan Schleim

    Ich bin überhaupt kein Freund von Hochschulrankings, da sie ein Paradebeispiel ein Scheinobjektivität sind. Und das Konzept der sog. Exzellenzunis ist an Albernheit kaum zu übertreffen. Die Rankings der internationalen Wettbewerbsfähigkeit von Volkswirtschaften sind ähnlicher Quatsch.

    Mir ging es nur um den Begriff der Messung, der nicht aus dem Neoliberalismus stammt, sondern eben ein zentraler Begriff der Wissenschaftsgeschichte ist.

    Neoliberalismus lässt sich meiner Meinung nach durch Globalisierung, Deregulierung, Wettbewerbs- und Marktdenken kennzeichnen.

    Das ist doch schon besser. Allerdings hilft es auch, sich mit der Geschichte des Neoliberalismus zu beschäftigen. Neoliberale Ansätze entstanden ja geradezu als Gegenentwicklung zu den Problemen durch den Laissez-faire-Kapitalismus.

    Heute ist natürlich alles neoliberal, was einem nicht in den Kram passt. Dabei sind (fast) alle westlichen Staaten mit ihren Staatsquoten zwischen 40 und 60 % und stetiger Verrechtlichung aller Lebensbereiche weit, weit weg von neoliberalen Idealvorstellungen. Sogar die Bankenrettungen wurden ja überwiegend dem Neoliberalismus in die Schuhe geschoben. Gaga.

  5. @Tim: Textarbeit

    Danke für Ihre Mühe um eine konstruktive Diskussion und ich kann auch nachvollziehen, wenn jemand allergisch auf das adjektiv “neoliberal” reagiert…

    …doch ich erinnere noch einmal daran, was in meinem Text steht, nämlich:

    “das Denken…, dass alles zählbar gemacht und verglichen werden müsse” …, das “Denken also, das sich, aus der Betriebswirtschaftslehre kommend, als New Public Management auch überall in der Verwaltung ausbreitete” … und “das im größeren Kontext von Globalisierung und Individualisierung ein Grundpfeiler des Neoliberalismus ist.”

    Da steht, dass

    (1) sich das Denken, dass alles zählbar und verglichen werden müsse, aus der BWL in verschiedene Verwaltungsbereiche ausdehnte; und

    (2) es im größeren Kontext ein Grundpfeiler des Neoliberalismus ist.

    Ich könnte mir den NL nicht ohne die Standardisieren-Zählen-Vergleichen-Optimieren-Logik vorstellen. Das ist alles.

    Ihre Überlegungen zur Objektivität der Wissenschaft führen meiner Meinung an meinen Aussagen vorbei.

  6. @vonBraun: Elite

    Ich denke, dass das früher mal so war, aber man seit den 1990ern, spätestens den früen 2000ern doch auch in Deutschland wieder sehr viel für die Eliteförderung tut, Stichwort “Exzellenzinitiative”.

  7. @vonBraun: P.S. Mittelmaß

    Die Pointe ist ja gewissermaßen, dass man trotz des ganzen Exzellenz-Blabla in Deutschland kaum die erste Liga der angelsächsischen Unis erreichen wird, schlicht weil das System denen in die Hände spielt.

    Wegen der Reputationsrankings könnte man ja mal ausrechnen, um wie viel besser eine deutsche Uni bei den “objektiveren” Kriterien sein müsste, um etwa mit Harvard gleichzuziehen. Das scheint mir relativ aussichtslos.

    Interessant ist hier z.B. auch der Vergleich von Harvard (#1 im Reputationsranking) mit Oxford (#1 in der Weltrangliste). Oxford kommt bei der Reputation auf 71,3% von Harvard. D.h., damit Oxford Harvard (#6 in der Weltrangliste) überholen kann, müssen sie diesen Reputationsnachteil stark ausgleichen. Oder mit anderen Worten: Wenn man nur die “objektiveren” Kriterien zählt, dann ist Oxford noch viel besser als Harvard.

    Nun kommt die LMU, wie im Text erklärt, gerade mal auf 6,9% Harvard bei der Reputation. Und das trotz des Elitegehabes. Die Wahrscheinlichkeit, dass die LMU jemals Harvard einholt, scheint mir aufgrund der Methodologie sehr unrealistisch.

  8. Leiden-Ranking:

    Im Leiden-Ranking, das anders als THE nur auf “objektiveren” Kriterien basiert, nämlich den Publikationen, sieht das wieder ganz anders aus.

    Hier ist Harvard #1. Dabei muss man aber wissen, dass Forscher mitunter Kollegen von berühmten Unis wie eben Harvard mit auf die Autorenliste setzen, schlicht um ihre Erfolgschancen zu verbessern.

    Die einzige deutsche Uni unter der Top 100 ist dann Heidelberg (Platz 99). Die LMU kommt hier auf Platz 106.

    Unter der Top 25 sind im Leiden-Ranking chinesische Unis aber sehr viel stärker Vertreten.

    Zwei kritische Fragen:

    1) Wollen wir Unis primär als Publikationsfabriken ansehen?

    2) Was wäre eine Alternative zu einem Publikationswesen, das vor allem den Interessen englischsprachiger Länder und Chinas dient?

  9. Die Universitäten selbst wissen schon, was in den verschiedenen Universitätsrankings verglichen wird. In der Öffentlichkeit aber sind die Vergleichskriterien meist nicht bekannt. Dort beachtet man meist auch nur die bekanntesten Rankings während die Universitäten intern mindestens die Rankings Shanghai, Times, QS und Leiden berücksichtigen

  10. Aus eigener Erfahrung kenne ich noch die Ergebnisse der Pisa-Studie und wie die Ergebnisse zustande kamen.
    Und daraus ergaben sich für mich folgende Einsichten.
    Ein Ranking ist den Aufwand nicht wert, weil es Zeit kostet.
    Der Mensch wird nicht klüger, weil er sich einem Ranking unterwirft.
    Die einzelnen Länder kamen zu den unterschiedlichsten Ergebnissen, weil man so eine Ranking manipulieren kann.

    Wenn man jetzt ein Ranking auf Hochschulen anwendet, dann vergisst man, dass Universitäten auch einen Ruf zu verteidigen haben. Und dieser Ruf ist Ansporn genug um solide Ergebnisse vorweisen zu können.
    Was immer das Ranking ergibt, es wird der Realität nicht gerecht.

  11. Das Ranking dient ja nicht dazu, den wissenschaftlichen Ruf einer Universität zu bewerten um Forschungsgelder einzuwerben oder die Studentenzahlen zu erhöhen. Es geht schlicht darum, den “Analysten” der Investitionsindustrie bzw. den potentiellen Investoren Bewertungskriterien an die Hand zu liefern, nach denen sie Empfehlungen für den Einsatz von finanziellen Mitteln formulieren können (und damit Geld verdienen).

    Das trägt also keineswegs zum wissenschaftlichen Fortschritt bei, sondern dient nur der kurzfristigen Lenkung des Kapitals in vermeintlich lukrative Einrichtungen. Und das wiederum erhöht die Abhängigkeit der Forschungseinrichtungen von finanzstarken Institutionen, Stiftungen, Thinktanks und industriellen Sponsoren.

  12. @Kühn: Studierende

    Unterschätzen Sie nicht die Anziehungskraft auf beispielsweise internationale Studierende, die bei den “Besten der Besten” studieren wollen.

    Dementsprechend äußern sich ja auch die Mitarbeiter der Firma. (Gut, das ist PR-Sprech.) Aber mir sind schon genug Leute begegnet, die die Rankings für bare Münze nehmen.

  13. Tja das sollte ein akadämlich Herr Schleim doch verstehen ? Es gibt kein Deutschland mehr, nur eine “Monoploly-spielwiese ” Das hier nennt sich BRD ,jedes Bundesland hat andere Regeln… …..Gemessen nach 2,-erlei Mass ….Ein Freigeist bist Du nicht ,sonst bräuchtest Du keine Anerkennung von Uni-formitätenanstalten….Universitäten ist was ganz anderes…..

  14. Volker,
    Sie bemängeln , dass jedes Land seine eigene Bildungspolitik macht.
    wir leben in einem föderativen Staat und können das nicht ändern.
    Und seien Sie versichert, Deutschland gibt es schon noch. Gehen Sie mal nach Bayern, da wird Tradition noch groß geschrieben.
    Frankfurt ist nicht Deutschland und Berlin ist nicht Deutschland.

  15. @fliegenklatsche: Föderalismus und Monopoly

    Was “Völker” meiner Meinung nach missversteht ist, dass der deutsche Föderalismus die Monopolisierung gerade bremst.

    Hier in den Niederlanden diktiert ein Ministerium in Den Haag, was ins Gesetz soll. Und alle Hochschulen und Universitäten des ganzen Landes sollen dann wie im Zirkus durch den Ring springen. Sobald ein Kunststück eingeübt ist, ist schon wieder die nächste Gesetzesänderung verabschiedet.

    So ist das in einem Nationalstaat mit neoliberaler Bildungsagenda.

  16. In der Ethik und der politischen Philosophie ist das Prinzip auch grundlegend, Stichwort: der Blick von nirgendwo. Die moralische Bewertung einer Organentnahme etwa sollte nicht davon abhängen, ob es um eines ihrer Familienmitglieder geht. Analoges gilt für Gerechtigkeitstheorien. Und so weiter.

  17. Tja wenn mancher nur Denkprozesse selbstständig absolvieren könnte….wäre Deutschland ein anderes Land…..Progressive Politik braucht progressive Sprache. Das zeigt Elisabeth Wehling treffend in ihrem Buch. Es sei allen empfohlen, die nicht in Denk- und Sprachfallen ihrer politischen Gegenüber tappen, sondern die Welt mit jedem Wort ein Stück besser machen möchten.

    [Gekürzt. Bitte fassen Sie sich kurz und äußern Sie sich zum Thema. Vielen Dank. Stephan Schleim]

  18. Sie führen ja auch länger aus Herr Prof. Schleim…Direkte Fragen bezüglich ihrer Darstellung ,Sichtweise und Empfinden stellen Sie gar nicht bzw.beantworten nicht die gestellte Frage …Worauf wollen Sie hinaus ? Ich wiederhole es noch einmal ,es gibt es massive Sprachmanipulation und Umdeutung …. wie die Hamburgerin Wehling ja auch in ihren Forschungsgebiet “kognitive Linguistik ” als auch auf der Republica Berlin benannt und dargestellt hat…Ich muss ihnen jetzt nicht bewusst machen, wie mantrartige wiederholtes Sprechen von Eltern,Umgebung ,Kindergarten,Schulen prägt bis zum 16. Lebensalter….was dann den meisten Menschen unbewusst angewendet wird ?…Studien Deutsch als Fremdsprache Herderinstitut, Goetheinstitut…

  19. @ fliegenklatsche

    Sie bemängeln , dass jedes Land seine eigene Bildungspolitik macht.
    wir leben in einem föderativen Staat und können das nicht ändern. *** Antwort :ich bemängele nicht , ich stelle nur die Realität nach !…von einigen Möglichkeiten von Freiraum….Über die Vor ,-u.Nachteile des Förderalismus können Sie gerne recherchieren und dann vielleicht persönlich reflektieren ! ?
    Sozialstudien gehen übersehr lange Zeiträume…Verweise.ua. Auf die Bundespressekonferenz nach 30 Jahren und anstehenden Wahlen ,Unruhen ” Angleichen der Lebensverhältnisse ” – anzugehen…Vorgestelltes meines Empfindens Dünn !

    +++ Und seien Sie versichert, Deutschland gibt es schon noch. Gehen Sie mal nach Bayern, da wird Tradition noch groß geschrieben.
    Frankfurt ist nicht Deutschland und Berlin ist nicht Deutschland.

    Antwort : Keine Frage, jedes Bundesland pflegt seine Tradionen, allerdings gabs es eine bekanntliche Wirtschafts,-,Politische, Zergliederung und Neugliederung Deutschlands …Von den wirtschaftlichen Zerfall und Bildungszerfall muss ich jetzt nicht weiter ausführen ? …Freie Fahrt für globale Unternehmen versus Mensch und Gesellschaft im Alltagsgefüge

    Da hat jeder seine Perspektive……Jedenfalls gibt es bis heute keine Umsetzung u.der Initiativen nach Artikel 146 Grundgesetz Bürger ,- Volksentscheide…

  20. @Volker: Frage?

    Erstens verstehe ich nicht, warum Sie mich hier immer Professor Schleim nennen. Niemand sonst tut das hier. Ich empfinde das als unangenehm und stichelnd. Außerdem bin ich auch kein Lehrstuhlinhaber und selbst dann wollte ich das nicht.

    Zweitens ist jeder hier willkommen aber gibt es bestimmte Diskussionsregeln. Insbesondere sollen sich die Diskutierenden zum Thema äußern und Wiederholungen vermeiden. Wenn Ihnen diese Regeln nicht zusagen, dann gibt es ein großes weites Internet, in dem Sie sich sonst austoben können.

    Drittens verstehe ich nicht, was eine Frau Wehling aus Hamburg mit meinem Beitrag über Universitätsranglisten zu tun hat.

    Viertens weiß ich nicht, welche Frage Sie meinen. Wenn Sie mir eine Frage (bitte zum Thema) stellen möchten, versuchen Sie es doch bitte einmal in aller Kürze, in zwei drei Sätzen vielleicht. Danke.

    Fünftens, so als gut gemeinter Rat für die Zukunft, wenn Sie eine konstruktive Diskussion wollen, versuchen Sie doch einmal, dem Gegenüber nicht gleich im ersten Kommentar eine Beleidigung an den Kopf zu schmeißen (hier: “akadämlich”). Und wenn Sie keine konstruktive Diskussion wollen, dann suchen Sie sich doch lieber ein anderes Hobby. Nochmals danke.

  21. Pardon…Stefan Schleim…Nun gut , ich ging davon aus das ihre akademische Ausbildung und Lebensetappen die Zusammenhänge klar sind bzw.ableitbar…Aber offensichtlich suchen Sie auch nur Leute die in ihre Gedankenprozesse /Weltbild übereinstimmen…Alle anderen Themen und Wissenschaftsbereiche filtert man raus.(Unbewustheit ? ) ..Oder man beklagt sich im Deutschlandfunk /Interview über scheinbare verschwendete Lebenszeit. Ansonsten gibt es Artikel 5 des Grundgesetzes..>>>meine Frage bezog sich auf ihre beantragte Forschung ,wo man sie 7 Jahre abwies.Was wollten Sie forschen ?….Makaberer Weise steht an dem Gerichtshof oder Gebäude auch noch NWO. Lacht !

  22. Zusatzfrage :

    Gibt es eigentlich eine sogenannte inoffizielles ” Hochschulranking nach anderen Parametern ?

    * weniger Studienabbrecher bis keine

    * Qualität und Inhalte Zukunftsfähigkeit

    * persönliche Empfehlung

    * Vernetzung linker u.rechter Gehirnhälfe

    usw.

    herzlichen Dank !

  23. @Volker: andere Meinungen

    Leute mit anderer Meinung sind hier herzlich willkommen, wenn Sie hier nachvollziehbare Argumente formulieren; oder sich wenigstens darum bemühen.

  24. @Volker: alternative Kriterien

    Den Vorschlag mit den Studienabbrechern finde ich gut. Ich kenne aber kein Ranking, das diesen Wert einbezieht und könnte mir vorstellen, dass die Universitäten das nicht freiwillig herausrücken würden.

    Wenn Sie auf der Seite von Times Higher Education ein Bisschen herumklicken, dann kommen Sie irgendwann auf experimentelle Rankings, die sich an WHO-Kriterien der Nachhaltigkeit orientieren. Vielleicht hilft Ihnen das weiter.

  25. Nochmal ein Punkt, der bisher noch gar nicht angesprochen wurde. THE führt auf der Website aus:
    “The Times Higher Education World University Rankings 2019 includes more than 1,250 universities, making it our biggest international league table to date.

    It is the only global university performance table to judge research-intensive universities across all of their core missions:”

    Wie kann man ein Ranking, das lediglich 1258 Einrichtungen erfasst, als “the only global” bezeichnen?

    Von diesen 1258 Unis liegen

    172 in den USA,
    98 in GB
    35 in Australien
    27 in Kanada

    47 in Deutschland
    34 in Frankreich

    29 im Iran
    1 im Irak

    Syrien, Äthiopien, Eritrea, der gesamte zentralasiatische Raum und etliche weitere Länder sind im “only global university performance table” gar nicht erfasst.

    Wozu ausgerechnet meine Angaben über Syrien&Co.? Es ist ja kein Geheimnis, dass seit 2015 viele Menschen aus den genannten Ländern hierher gekommen sind. Viele haben einen akademischen Abschluss, und für ihre Integration ist nicht zuletzt die Frage wichtig, wie diese Examina hier zu bewerten sind. Dabei spielen auch die Rankings eine wichtige Rolle.

    Wahrscheinlich kommt es immer wieder zu krassen Fehleinschätzungen und damit zu menschlichen Enttäuschungen und Katastrophen sowie zu erheblichen sozialen, politischen und wirtschaftlichen Reibungsverlusten, die sich hätten vermeiden lassen, wenn man nicht so sehr auf irgendwelche Ranglisten fixiert wäre.

  26. Ihr Artikel ist sehr aufschlussreich und deckt sich mit Kritiken gegenüber Ranking bereits gehört habe. THE ist ja nicht das einzige Ranking, das für Higher Education existiert. Meines Erachtens ist Ranking nur fair, wenn es mit messbaren Parametern arbeitet. Dass aber Ranking “business” bedeutet ist klar. Studenten aus aller Welt sind eine Einnahmequelle für Universitäten. Und da spielt es für Studenten (und deren Eltern und Unterstützer) eine grosse Rolle, welches Ranking eine Universität hat. Erstaunlich ist natürlich beim THE Ranking, dass USA und United Kingdom die ersten zehn Ränge belegen.

    Das ITI/UNESCO Network for Higher Education in the Performing Arts, das ich präsidiere, hat sich lange über Ranking unterhalten – für die höhere Ausbildung in den darstellenden Künste. Aber wie wollen Sie künstlerische Ausbildung und künstlerische Werte messen? Das scheint nur teilweise möglich – wie Studierende, Lehrkräfte, Curricula, Zitationen – aber beim Wert der Ausbildung einer Schauspielerin oder eines Schauspielers ist ein Maßstab schwer anwendbar. Deshalb ist das Ranking im Moment nicht mehr in unserer Prioritätsliste.

  27. @Matthias: West-Ost-Verzerrung

    Toll, dass Sie das herausgefunden haben.

    Ich glaube jedoch kaum, dass Behörden sich bei der Entscheidung der Anerkennung von Hochschulabschlüssen auf diese (doch noch recht neuen) Rankings stützen. Vielmehr scheint mir dort eher die Denke verbreitet, dass alles, was aus anderen Ländern kommt, erst einmal als von geringerem Wert angesehen wird, bis das Gegenteil bewiesen ist.

    Und so arbeiten dann z.B. Ingenieure aus den von Ihnen genannten Ländern hier als Paketzusteller o.ä.

  28. @Biancone: Validität

    Dann würde Ihnen vielleicht das Leiden-Ranking am ehesten zusagen. Dort, wo es nur um Publikationen geht, sind v.a. die chinesischen Universitäten tatsächlich sehr viel stärker vertreten als im THE oder anderen Rankings.

    Aber dann haben wir wieder das Problem, dass in manchen Disziplinen andere Publikationstraditionen bestehen, wo nicht so viel Papers “produziert” werden oder andere Publikationsformen bestehen, die bei der Messung nicht berücksichtigt werden.

    Dann läuft es also darauf hinaus, dass Universitäten mit starkem Schwerpunkt in den Lebens-/Naturwissenschaften im Vorteil sind, solche mit starken Sozial- und Geisteswissenschaften wahrscheinlich im Nachteil.

    Es wäre schön, würden alle Universitäten gemeinsam diese Rankings als Unsinn abtun (Qualität ist wichtiger als Quantität). Das ist in der heutigen Zeit aber wohl nicht sehr realistisch.

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