Weltkrebstag 2015: Gesünder leben!

World-Cancer-Day-2015Heute ist Weltkrebstag. Seit 2006 erinnert die Welt-Krebsorganisation (UICC) gemeinsam mit der Deutschen Krebshilfe einmal jährlich die Menschen, wie wichtig Vorbeugung, Früherkennung und Behandlung von Krebs sind. Das diesjährige Motto lautet “not beyond us” – der Krebs ist uns nicht mehr voraus. Doch wie soll das gehen?

Wohl kaum eine Krankheit wird hierzulande so gefürchtet wie Krebs. Drei von vier Menschen haben große Angst, an einem bösartigen Tumor zu erkranken. Jeder Vierte stirbt in Deutschland an einer bösartigen Neubildung. Damit bleibt Krebs die zweithäufigste Todesursache nach den Herz-Kreislauferkrankungen, so das statistische Bundesamt.

Im Jahr 2013 starben die meisten Krebspatienten an Tumoren der Verdauungsorgane, gefolgt von Lungen- und Bronchialkrebs bei Männern. Bei Frauen folgten an zweiter Stelle Brustkrebserkrankungen. Das durchschnittliche Sterbealter bei Krebserkrankten erreichte mit 73.4 Jahren den bisher höchsten gemessenen Wert. Somit wird Krebs zunehmend eine Krankheit des fortgeschrittenen Alters.

Man kann diese Erkrankung durchaus als einen der Flüche unserer Zivilisation ansehen, denn weder unsere Steinzeitvorfahren noch Naturvölker mussten bzw. müssen Angst haben vor Leiden wie Krebs, Herzinfarkt, Adipositas oder auch Diabetes. Unsere Vorfahren mussten sich eher vor Säbelzahntiger und Co. fürchten als vor einem psychopathischen Chef, Arbeitslosigkeit oder niedriger Rente, während sie oft tagelang hinter ihrem Essen hinterherliefen. Und auch die noch verbliebenen Naturvölker unserer Zeit verbringen wohl kaum ihre Tage im Büro sitzend mit der Verwaltung (oder dem Protest bezüglich) ihrer weltweit schwindenden Lebensräume, um sich dann abends von dem ganzen bewegungsarmen Stress mit Fertigpizza und Cola vor dem Fernseher oder am Computer zu entspannen.

“Lösungen in Reichweite”

Zum Glück erkennen immer mehr Menschen, dass wir durch unseren Lebensstil aktiv unser Leben mitbestimmen. Wie wir leben trägt dazu bei, ob wir unser individuelles Krebsrisiko erhöhen oder reduzieren. Tumorerkrankungen sind heute viel besser vermeidbar, früher erkennbar und auch viel häufiger therapier- und heilbar als oftmals angenommen.

Allem voran steht also unser Lebensstil. Somit haben wir eine der Hauptursachen für Krebs selbst in der Hand. Damit der Krebs uns tatsächlich nicht mehr einen Schritt voraus ist, müssen wir uns das bewusst machen. Es sind nicht nur die Gene. Wir sind es, die mit unserer Lebensweise die Krebsentstehung in unserem Körper beeinflussen. Es ist nicht nur “Schicksal”. Wir wissen heute, dass sich etwa 50 Prozent der Krebsfälle durch einen gesünderen Lebensstil verhindern ließen.

Dazu passt die offizielle deutsche Version des Mottos dieses Tages: “Krebs – Lösungen in Reichweite“. Die vier wichtigsten Bereiche sind in diesem Jahr:

  • Gesünder Leben
  • Verbesserung der Früherkennung
  • Entwicklung neuer Therapie- und Versorgungsstrategien weltweit
  • Lebensqualitätsverbesserung von Betroffenen

Die EPIC-Studie

Bewegung ist zunehmend ein wichtiger Faktor zur Vorbeugung von Krebs, gerade bei den Tumorerkrankungen, die bei uns häufig auftreten: Darm-, Brust- oder Prostatakrebs. Die so genannte EPIC-Studie, für die insgesamt ca. 520.000 Männer und Frauen aus 23 Studienzentren in 10 europäischen Ländern befragt wurden, befasst sich mit der Bedeutung individueller Gewohnheiten für den Gesundheitszustand. In Deutschland beteiligen sich das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg mit etwa 25.500 Teilnehmern sowie das Deutsche Institut für Ernährungsforschung (DIFE) in Potsdam mit etwa 27.500 Probanden.

Welche Lebensgewohnheiten helfen, Tumorerkrankungen zu verhindern oder den Krankheitsverlauf zu mildern? Die Ergebnisse der EPIC-Studie zeigen die wichtige Rolle von körperlicher Aktivität und einer gesunden Ernährung für die Prävention und den Verlauf chronischer Krankheiten. Körpermasse, Körperzusammensetzung und die Verteilung des Körperfetts werden auf diese Weise verändert. Dies wirkt sich positiv auf den Stoffwechsel, Hormone oder auch Entzündungsparameter aus.

So können Ballaststoffe in Lebensmitteln sowie Fisch das Darmkrebsrisiko verringern. Rotes und verarbeitetes Fleisch dagegen scheint das Risiko für Darm- und Magenkrebs zu erhöhen. Zu heiß erhitztes Fett und in offenem Feuer Gegrilltes lassen krebsfördernde Verbindungen entstehen und sollten ebenfalls vermieden werden.

Auch Alkohol sollte nach wie vor nur in Maßen genossen werden, zumindest wenn man nicht an Speiseröhren- oder Rachenkrebs erkranken möchte. Auf Nikotin sollte natürlich ganz verzichtet werden.

Bewegung und gesundes Essen!

Die allgemeine Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und des Krebsinformationsdienstes (KID) gelten also weiterhin:

  • Körperliche Aktivität für möglichst mindestens 30 Minuten täglich – z.B. ein zügiger Spaziergang, gern und gut z.B. nach dem Essen (fördert Verdauung und Hirnleistung und wirkt sogar besser als Kaffee *)
  • Bevorzugung von Lebensmitteln mit niedriger Energiedichte anstelle von Dingen wie Fastfood, Weißbrot, Limonade etc.

Carpe vitam!

Bewegung ist Freiheit und Selbstverantwortung macht Spaß. Wer würde sein Auto mit dem falschen Treibstoff betanken, jahrelang in der Garage vergammeln lassen und dann ohne Wartung fahren wollen? Natürlich sind wir keine Maschinen. Zum Glück.

Die Früherkennungsangebote sind heutzutage so reichhaltig wie noch nie. Auch die Behandlungsmöglichkeiten verlieren zunehmend ihren Schrecken. Krebs muss nicht immer ein unabwendbares Schicksal sein. Das sind doch eigentlich ziemlich gute Nachrichten, oder?

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Eine Folge der Bewegung: Wer heute oder morgen Abend Glück mit dem Wetter hat, kann bei einer Runde im Freien vielleicht sogar etwas Ähnliches sehen, oder tagsüber auch einfach etwas anderes Schönes beobachten.

Quellen / weiterführende Literatur:

Veröffentlicht von

Dr. Karin Schumacher bloggt als Trota von Berlin seit 2010 bei den SciLogs. Nach dem Studium der Humanmedizin in Deutschland und Spanien promovierte sie neurowissenschaftlich und forschte immunologisch in einigen bekannten Forschungsinstituten, bevor sie in Europas größter Universitätsfrauenklinik eine Facharztausbildung in Frauenheilkunde und Geburtshilfe abschloss. Hierbei wuchs das Interesse an neuen Wegen in der Medizin zu Prävention und Heilung von Krankheiten durch eine gesunde Lebensweise dank mehr Achtsamkeit für sich und seine Umwelt, Respekt und Selbstverantwortung. Die Kosmopolitin ist leidenschaftliche Bergsportlerin und Violinistin und wenn sie nicht gerade fotografiert, schreibt oder liest, dann lernt sie eine neue Sprache. Auf Twitter ist sie übrigens als @med_and_more unterwegs.

8 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Mehr Prostata-, aber weniger Lungenkrebs bei Männern, mehr Brust- und Lungenkrebs bei Frauen im Jahr 2007/08 in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und in den Freistaaten Sachsen und Thüringen wiederspiegeln geändertes Risikoverhalten und die Alterung der Gesellschaft. Die Zunahme bei Prostatakrebs und Brustkrebs ist auf das höhere Durchschnittsalter zurückzuführen, die Abnahme des Lungenkrebs bei Männern und die Zunahme bei Frauen wiederspiegeln das geänderte Rauchverhalten. Männer rauchen heute weniger, Frauen mehr als vor 50 Jahren.

    Die Krebsmortalität sinkt übrigens in den letzten Jahren sowohl in Europa als auch in den USA. Grund sind die besseren Behandlungsmöglichkeiten vieler Krebsformen und mehr Früherkennungsprogramme. Weniger Männer rauchen heute und es wird weniger Alkohohl getrunken. Dafür hat die Fettleibigkeit zugenommen.

    Was sind denn heute die wichtigsten Risikofaktoren für Krebserkrankungen? Es sind wohl Fettleibigkeit (mehr Darmkarzinome, mehr Brustkrebs), Rauchen, Alkohol, bestimmte Infektionen (HPV bei Gebärmutterhalskrebs), zuviel Sonne auf der Haut (Melanom) und Genkonstellationen wie BRCA1 und BRCA2.

    Neue Krebstherapien wie die Immun-/Gentherapie scheinen gerade jetzt die Krebs-Mortalität weiter zu senken.

  2. 1/4 aller Todesfälle geht auf Krebs zurück und für fast 1/2 aller Krebstodesfälle ist Lungenkrebs verantwortlich. Jetzt verbessern sich die Heilungsaussichten bei Lungenkrebs erstmals deutlich. Durch Immunotherapie nämlich, welche vor allem beim nichtkleinzelligen Lungenkrebs eingesetzt werden kann. Dieser macht fast 80% aller Lungenkrebsformen aus.

    Once thought of as a type of cancer that was poorly immunogenic, lung cancer has recently emerged as an exciting new target of immune-based therapies [1]. Several approaches to immunotherapy for lung cancer have shown promise in early clinical trials and have advanced to late-phase development. Although treatments for non-small cell lung cancer (NSCLC) have advanced the farthest, a number of new immune-based treatments for small cell lung cancer (SCLC), as well as for mesothelioma (another type of lung cancer), are also in clinical development. – See more at: http://www.cancerresearch.org/cancer-immunotherapy/impacting-all-cancers/lung-cancer#sthash.yIPpnsf2.dpuf

    Die Chancen stehen jedenfalls gut, dass es in Zukunft durch bessere Therapien deutlich weniger Todesfälle durch Lungenkrebs und durch Krebs überhaupt gibt. Eine Halbierung der Todesfälle in den nächsten 20 Jahren ist jedenfalls nicht abwegig.

  3. Vielen Dank für die Kommentare und die wertvollen Ergänzungen. Es stimmt, dass die Krebsmortalität sinkt durch bessere Behandlungsmöglichkeiten und Früherkennungsprogramme. Viele (ehemalige) Krebspatienten sterben heutzutage nicht mehr an Krebs, sondern wie die Mehrzahl der Bevölkerung in Deutschland an kardiovaskulären Erkrankungen.

    Allerdings handelt es sich bei Krebspatienten oft (auch) um Langzeitfolgen ihrer Tumortherapie. So können beispielsweise die standardmäßig in der adjuvanten Brustkrebstherapie eingesetzten anthrazyklinhaltigen Chemotherapeutika zu Langzeitschäden am Herzen führen, die manchmal erst nach Jahren zum Tragen kommen, wenn die Krebserkrankung schon (fast) ins Vergessen geraten ist.

    Hier sind neben der Prävention und der kardiologischen Mitbetreuung vor, während und nach der onkologischen Therapie, auch die Entwicklung von Tumortherapien mit weniger schädlichen Nebenwirkungen essentiell.

    Frauen mit einer BRCA1- oder BRCA2-Mutation haben ein lebenslang erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Brust- bzw. Eierstockkrebs. Eine prospektive Studie an 978 BRCA1- und 909 BRCA2-Mutationsträgerinnen zeigte ein mittleres Erkrankungsrisiko bis zum 70. Lebensjahr für BRCA1-Mutationsträgerinnen von 60% (95 % CI=44–75 %) für Brustkrebs und 59% (95% CI= 43–76%) für Eierstockkrebs. Für BRCA2-Mutationsträgerinnen liegen diese Risiken bei 55% (95 % CI= 41–70 %) für Brustkrebs und 16,5 % (95 % CI=7,5–34 %) für Eierstockkrebs.

    Das Risiko für diese Frauen, an Brust- bzw. Eierstockkrebs zu erkranken, kann derzeit durch präventive Operationen um bis zu mehr als 95% gesenkt werden.

    Darüber hinaus wird das individuelle Krebserkrankungsrisiko auch bei MutationsträgerInnen durch weitere Faktoren beeinflusst. Bestimmte Allel-Variationen innerhalb der Gene selbst, aber auch reproduktive Faktoren und der Lebensstil, führen zur Beeinflussung der individuellen lebenslangen Wahrscheinlichkeit an Krebs zu erkranken, so dass diese zwischen 30% und 80% schwanken kann.

    Literatur:

    Ammon M et al. (2013) Cardiovascular management of cancer patients with chemotherapy-associated left ventricular systolic dysfunction in real-world clinical practice. J Card Fall 19(9): 629-34. doi: 10.1016/j.cardfail.2013.07.007.
    Mavaddat N, et al. EMBRACE (2013) Cancer risks for BRCA1 and BRCA2 mutation carriers: results from prospective analysis of EMBRACE. J Natl Cancer Inst. 105(11): 812–22. doi: 10.1093/jnci/djt095.
    Antoniou AC, et al. (2010) Common breast cancer susceptibility alleles and the risk of breast cancer for BRCA1 and BRCA2 mutation carriers: implications for risk prediction. Cancer Research 70: 9742–9754
    Hamann, U (2004) Special – Risiko-modifizierende Faktoren bei Frauen mit einer hohen „Anfälligkeit“ für erblichen Brustkrebs. Biospektrum: das Magazin für Biowissenschaften No. SPECI (2004), p. 504-506

    • Was wird für Frauen getan, die Zitat: “eine BRCA1- oder BRCA2-Mutation haben [und damit ein] lebenslang erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Brust- bzw. Eierstockkrebs”?

      Frauen, die wissen, dass sie BRCA1/2-Trägerinnen sind werden wohl nicht mehr so ruhig leben. Angelina Jolies Reaktion darauf [die Operation] ist sehr gut nachvollziehbar gerade auch weil ihre Mutter ebenfalls davon betroffen war. Besser als eine prophylaktische Operation wäre es wohl, erst im Eintrettensfall zu operieren – falls das nicht mit einem allzu hohen Gesundheits-Risiko verbunden wäre. Und tatsächlich ist Brustkrebs heute weniger tödlich als Lungenkrebs – und das selbst bei Frauen: Es sterben mehr Frauen an Lungen- als an Brustkrebs. Zuwarten ist also vertretbar unter der Annahme, der sich entwickelnde Brustkrebs bei BRCA1/2-Frauen sei gleich gefährlich wie im Durchschnitt bei allen anderen Frauen.
      Frauen die zuwarten sollten sich sicher engmaschig kontrollieren lassen und zwar mit den besten Screening-Methoden, die es zurzeit gibt. MRI-Screening (Magnetic Resonance Imaging ) verspricht heute die besten Ergebnisse und wird deshalb bei BRCA1/2 von der American Cancer Society empfohlen

      contrast enhanced MRI has been shown to have a high sensitivity for detecting breast cancer in high­ risk asymptomatic and symptomatic women, although reports of specificity have been more variable.2-8 This high signal from enhancing lesions can be difficult to separate from fat, lead­ing to the use of subtraction images or fat suppression, or both, to assess disease.
      These techniques, which have been widely employed for assessing symptomatic disease, have
      recently been shown to provide good sensitiv­ity as a screening tool for breast cancer in women at increased risk based on family history.9-14 The approach requires appropriate techniques and equipment, together with experienced staff. Higher quality images are produced by dedicated breast MRI coils, rather than body, chest, or abdominal coils

      Heute überleben 90% der Brustkrebspatientinnen 5 Jahre, was eine gewaltige Verbesserung gegenüber 63% Ende der frühen 1960er Jahre ist.
      Sollte Brustkrebs in Zukunft noch besser behandelt werden können als heute schon, würde das die prophylaktische Mastektomie und Ovarektomie wohl obsolet machen.
      Die Immunotherapie verspricht tatsächlich verbesserte Behandlungsmöglichkeiten.Eingesetzt werden
      – Impfstoffe gegen Tumorantigene,
      – Medikamente, die die körperegeigene Abwehr gegen den Tumor verbessern
      – T-Zellen, die dem Körper entnommen und “aufgerüstet” werden um den Tumor zu bekämpfen
      – Speziell designte Antikörper wie glembatumumab vedotin und margetuximab

      Keine der obengenanten Immuntherapien scheint aber ein Allheilmittel zu sein. Biomarker sollen die für die Patientin jeweils beste Therapieform bestimmen helfen. Wir sind hier also im Bereich der personalisierten Medizin.

  4. Einen positiven Beitrag zur Vorsorge gegen etwaige Krebserkrankungen können auch Lebensmittel wie Himbeeren, der an Antioxadantien reiche Matcha-Tee oder Graviola (s. http://pagewizz.com/graviola-naturliches-heilmittel-gegen-krebs-31452/) leisten. Auch die vegane Ernährung bietet bereits eine Vorauswahl an Lebensmitteln, welche das risiko einer Darmkrebserkrankung stark senken.
    Ich fände es allgemein besser, den Menschen Empfehlungen auszusprechen, als permanent nur unvollständige Einschränkungen zu formulieren.

    Liebe Grüße

    • Veganer erkranken häuiger an Kolorektalkarzinom, also an Dickdarm- und Enddarmkrebs. Dies wird in aerzteblatt.de unter dem Titel Studie: Vegetarier erkranken häufiger an Darmkrebs mitgeteilt.
      Die EPIC-Studie, die zu diesem Resuttat kam, fand aber auch, dass Veganer insgesamt weniger an Krebs erkranken, wenn auch nicht-signifikant. Dickdarmkrebs ist dagegen bei Veganern leicht häufiger als in der Normalbevölkerung:

      Auffällig war zunächst, dass die Teilnehmer von EPIC-Oxford, egal ob Fleischesser oder Vegetarier, seltener an Krebs erkranken als der Rest der Briten: Die standardisierte Inzidenzrate betrug 72 Prozent (95-Prozent-Konfidenzintervall 69-75 Prozent). Bei den Vegetariern gilt dies allerdings nicht für das Kolorektalkarzinom. Mit einer standardisierten Inzidenzrate von 102 Prozent erkrankten Vegetarier tendenziell häufiger an diesem Krebs als die Allgemeinbevölkerung.

      Der direkte Vergleich von Fleischkonsumenten und Vegetariern in der Kohorte selbst bestätigt den Eindruck. Vegetarier erkranken tendenziell seltener als Fleischesser an Krebs: Der Unterschied war allerdings bei einer Inzidenzrate von 0,89 nicht sehr groß und er verfehlte mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,80 bis 1,00 auch das Signifikanzniveau. Wesentlich deutlicher war die Assoziation von vegetarischer Ernährung und Darmkrebs: Die Inzidenzrate betrug 1,39. Der Fleischverzicht erhöht das Risiko um mehr als ein Drittel, und mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 1,01 bis 1,91 war der Zusammenhang auch statistisch signifikant.

      • Bitte an der Stelle nicht Vegetarier mit Veganern in einen Topf werfen, da erstere einen Großteil der nicht mehr verkonsumierten fleischlichen Nahrung durch Milchprodukte ersetzen, was eben zum erhöhten Darmkrebsrisiko führt, richtig.

        MfG

  5. Pingback:Rosemarie Hofer: “DULIDU – Geduldig habe ich den Krebs besiegt” – eine Lese- und Lebensempfehlung › Medicine & More › SciLogs - Wissenschaftsblogs

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