Septembermond

Längere Zeit hatte ich mein 127/1500er Maksutov-Cassegrain nicht zur Verfügung. Das kleine 70/400er Reiseteleskop ist zwar auch nett, aber bei Fotos nicht so recht zufriedenstellend. Und für das 200/1000er Newton fehlt mir noch die passende Montierung.

Heute Abend war es aber wieder soweit: Ich besitze wieder ein MC, ein schöner Mond stand am Himmel, und endlich hatte ich mal wieder Freizeit zur passenden Uhrzeit:

Moon, Dortmund 09.09.2016, 20:11h UTC+2, Skywatcher MC 127/1500, Canon EOS1200D, ISO 6400, 1/1000s
Mond, Dortmund 09.09.2016, 20:11h UTC+2, Skywatcher MC 127/1500, Canon EOS1200D, ISO 6400, 1/1000s
Credit: Ute Gerhardt

Als ich als Kind das erste Mal mit dem Fernglas den Mond anschaute, kam ich mir vor wie auf einer Reise. Das hat sich bis heute nicht geändert, und die Reise wird mit jedem Objekt, das ich im Teleskop betrachte, noch spannender…

Ute Gerhardt hat nach dem Abitur einen B.A. in Wirtschaft, Sprachen und Politik an der Kingston University sowie eine Maîtrise in Industriewirtschaft an der Universiät Rennes abgeschlossen. Seit 1994 arbeitet sie in der Privatwirtschaft, derzeit im IT-Bereich. Ute hat zwei Kinder (*2005 und 2006) und interessiert sich neben Raumfahrt und Astronomie auch für Themen aus den Bereichen Medizin und Biologie.

11 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Ute

    Ein tolles Bild, gefällt mir sehr gut! Habe schon oft überlegt ein Teleskop anzuschaffen um das dann mit der Fotografieleidenschaft zu kombinieren. Jetzt fängt das Überlegen wieder an 🙂

    Eine Frage: Warum bist Du bis auf ISO 6400 rauf? Wackelt das Sichtfeld so sehr, dass man eine 1/1000 Sekunde braucht?

    Viele Grüsse,
    Pascal aus Winterthur

  2. So ähnlich, ja. Das Problem gestern war das Seeing auf einem aufgeheizten Balkon nach einem warmen Tag. Bei geringerer ISO mit längerer Belichtung litt die Schärfe leider doch zu sehr. Insofern passt deine Vermutung mit dem Wackeln technisch gesehen.

  3. Sehen eigentlich alle irdischen Mondbeobachter zur gleichen Zeit genau den gleichen Mond? Gefühlsmässig würde ich ja sagen, denn für jeden Standort auf der Nachtseite der Erde ist der Mond zur gleichen Zeit fast genau an der gleichen Stelle im Sternenhimmel. Nur das Seeing unterscheidet sich.
    Es gilt sogar, dass man jeden Mond-Monat den genau gleichen und ähnlich beleuchteten Mond sieht – nur ähnlich nicht genau gleich beleuchteten Mond weil der Mond sich ja nicht genau in der Ekliptik befindet. Die Schatten fallen also nicht immer exakt gleich.

    • Wieder mal um Längen besser als alles, was ich bisher fabriziert habe. 🙂 Ist das gestackt, oder nachgeschärft, oder fehlt mir nur der Blick fürs erwähnte schlechte Seeing? So scharf bekomme ich es jedenfalls nicht mal bei gutem Seeing hin.
      Mein jüngster Versuch, von gerade eben, durch den zarten Dunstschleier hindurch: https://pbs.twimg.com/media/CsQhwBNXYAAbzKQ.jpg:large
      MC127/1500, Canon EOS 1200D, ISO800, 1/160s

      Vielleicht muss ich einfach aus dem Ruhrgebiet weg ziehen, damit nicht immer so viel Dreck zwischen Mond und Linse ist. Oder mir eine bessere Brille zulegen. Oder einfach noch mehr üben, bis ich das auch so gut hinkriege. Irgendwann wird’s schon klappen. ^^

        • In der Tat, den habe ich vorhin schon via Twitter bewundert. Wie klappt das bloß immer mit der Mondfarbe so schön? OK, ganz weiß bzw. grau ist er ja tatsächlich nicht. Aber bei mir hat er immer einen etwas stärkeren Stich ins Orange / Rot als es der Anblick in natura rechtfertigen würde. Der automatische Weißabgleich hat mir leider auch nicht geholfen, sondern es eher noch schlimmer gemacht.

          Was die ganze Technik und ihre Auswirkungen in der Fotografie angeht, muss ich definitiv noch viel lernen. Bisher läuft das bei mir eher über Trial & Error.

          • Ja gut, der AWB ist halt nicht für den Nachthimmel berechnet. Man kann das aber einfach in der Nachbearbeitung korrigieren. Selbst mit Gimp (den benutze ich), und mit Lightroom etc. natürlich sowieso.

            Man sollte dann fotografieren, wenn der Mond höher am Himmel steht, dann ist er aus dem Dunst raus und sein Licht durchquert er nicht mehr ganz so viel Luft. Das verringert den farbstich, kommt aber auch der Schärfe zugute.

            Mein 420 mm-Refraktor hat einen Bildfeldebener (Field Flattener) eingebaut. Aber auch ohne den wäre die Bildfeldkrümmung noch kein Problem, weil bei der kurzen Brennweite der Mond ohnehin nur auf einen kleinen teil des Bildfelds projiziert wird.

            Bei 1500 mm Brennweite ist das anders. Da würde ein Bildfeldebener Wirkung zeigen. Die gibt es mit 2″ und 1.25″ Durchmesser teleskopseitig und T2-Gewinde kameraseitig. Oft sind die Flattener aber mit einer Brennweitenreduzierung verbunden, was wahrscheinlich nicht erwünscht ist ….

    • Och, mit einer Reduzierung der Brennweite könnte ich mich durchaus arrangieren. Mein Reiseteleskop hat ja auch nur 400mm auf 70mm Öffnung. Eigentlich gefällt es mir ganz gut, wenn neben dem Mond auch noch etwas Platz ist im Bild. In der vollen Auflösung würde man immer noch viele hübsche Details sehen, wenn die Optik gut genug ist.

      (Das kleine Celestron ist gar nicht sooo übel: https://www.flickr.com/photos/adelehorn/29659146486/in/album-72157666991673454/ Hat allerdings Probleme in den Randbereichen.)

      Auf jeden Fall: Danke für die Tipps!

Schreibe einen Kommentar


E-Mail-Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren.
-- Auch möglich: Abo ohne Kommentar. +