Im Irrgarten des deutschen Steuerrechts

Buchführung und Steuererklärung für “2013” haben mich längere Zeit ausgebremst. Ich mache sie zum ersten Mal sei gut 40 Jahren wieder selbst…

… und weiß jetzt, warum der Steuerberater all die Jahre davor etwa einen Tausender dafür in Rechnung gestellt hat. Kleiner Lohn für die Maloche ist ein Zufallsfund im Handbuch für die WiSo-Software, mit der ich die Steuererklärung angefertigt habe. Mit Hilfe der wirklich sehr guten Software ging das recht gut selbst zu machen, selbst bei den komplizierteren Aufgaben. Wie der Zufall auch in der Wirtschaft so spielt, lese ich im Vorwort der Begleitbroschüre zu eben diesem Steuer-Ratgeber (und muss schmunzeln):

Viele von Ihnen wissen, wie leicht und anwenderfreundlich Sie [in diesem Buch] durch den Irrgarten des deutschen Steuerrechts geführt werden.”

Da freut sich der Labyrinth-Fan. (Das Eigenlob des Steuer-Autors ist übrigens mehr als berechtigt!)

Allgegenwart des Labyrinth-Mythos
Nach getaner Arbeit wollte ich mir ein wenig Fernsehen gönnen. Ich schlug also die Programm-Vorschau auf – und was lese ich im allerersten Beitrag, oben links für den (vorgestrigen) Mittwoch zum “Tagestipp: Der Tatortreiniger”

Überall Blut. Wildschweinblut, um genau zu sein. Mittendrin steht Schottys alte Flamme Wiebke […]. Vor fünfzehn Jahren zuletzt gesehen. Jetzt Mutter zweier Kinder und verheiratet. Ausgerechnet mit dem früheren Nebenbuhler „Visitenkarten-Gerold”. So was macht nachdenklich: Was ist damals eigentlich schiefgelaufen? – Na endlich: Schotty schrubbt wieder. Die zweite von vier neuen Folgen läuft im Anschluss und führt den Stoiker in das Labyrinth einer kafkaesk anmutenden Behörde.

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Apropos “Entschleunigung”
Bei der Buchführung hilft flottes Tempo gar nichts. Man macht nur Fehler, die viel Zeit kosten. Also empfiehlt sich – genau: Entschleunigung.
Ich habe das im aktuellen Beispiel mühsam begreifen und lernen müssen.
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Was das Schreiben (in diesem meinem Lebens-Labyrinth) angeht:
Auch Zahlen einer Buchführung wollen geschrieben werden. Zudem kann ich noch einen hübschen Verschreiber vermelden: Ursprünglich tippten meine (endlich wieder) flott beschleunigten Finger oben in der Einlaufzeile die Jahreszahl “2023” (statt, wie korrekt, 2013). Ob ich in zehn Jahren noch eine Steuererklärung machen werde? Aber warum nicht. Für einen Science-Fiction-Leser und -Autor kein Problem.
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Nachtrag: Die Tausender-Grenze meiner Blog-Ideen geknackt
Ich hätte es beinahe übersehen: Seit ich im Januar 2007 mit diesem Blog begann, legte ich mir zur Sicherung meiner Ideen und der fertigen Beiträge eine Datenbank an. Da war ich manches Mal froh, wenn ich mal das Abspeichern vergaß und die – früher sehr ungeduldige – LifeType-Blog-Software sich verabschiedete. Oder als bei der Umstellung auf WordPress alle meine angedachten und vorskizzierten Beiträge im Orkus des Internet spurlos verschwanden. Dieses Frühjahr habe ich (genau: am 19. März) den tausendsten Eintrag in dieser Datenbank gemacht: Blockade? Blogade? Blog ade? Block ade!.
Wenn Sie sich die allerletzte, sehr klein geschriebene Zeile dieses (und jedes meiner) Posts anschauen, sehen Sie dort einige kryptische Kürzel, die ich hiermit erstmals für Außenstehende entschlüsseln möchte:

Post #280 / 1010 JvS / 967 SciLogs

Das heißt nichts anderes als: Dieser Beitrag ist in meiner persönlichen Statistik der tatsächliche 280. Post, der aus 1010 Ideen und Notizen entstanden ist – für die interne Statistik von SciLogs rangiert er als Beitrag # 993. Dem lässt sich, ganz nebenbei, entnehmen, dass gerade mal eine von vier meiner Ideen tatsächlich zu einem Beitrag hier im Blog wird.

Quellen
Anonym: Der Tatortreiniger. Sendung des NDR am 10. Dezember 2014, 22:00 Uhr
Opoczynski, Michael: Steuer-Ratgeber mit WiSo-Software 2014. Mannheim 2013 (Buhl Data Service GmbH)

Post #280 / 1010 JvS / 967 SciLogs / Aktualisiert 05. Dez 2014/22:49 / v 1.1

"Zwei Seelen wohnen a(u)ch in meiner Brust." Das Schreiben hat es mir schon in der Jugend angetan und ist seitdem Kern all meiner Tätigkeiten. Die andere „zweite Seele“ ist die praktische psychologische Arbeit plus wissenschaftlicher Verarbeitung. Nach dem Psychologiestudium seit 1971 eigene Praxis als Klinischer Psychologe. Zunächst waren es die Rauschdrogen, die mich als Wissenschaftler interessierten (Promotion 1976 mit der Dissertation "Der falsche Weg zum Selbst: Studien zur Drogenkarriere"). Seit den 1990er Jahren ist es das Thema „Hochbegabung“. Mein drittes Forschungsgebiet: Labyrinthe in allen Varianten. In der Themenzentrierten Interaktion (TZI) nach Ruth C. Cohn fand ich ein effektives Werkzeug, um mit Gruppen zu arbeiten und dort Schreiben und (Kreativitäts-)Psychologie in einer für mich akzeptablen Form zusammenzuführen. Ab 1978 Seminare zu Selbsterfahrung, Persönlichkeitsentwicklung und Creative Writing, gemeinsam mit meiner Frau Ruth Zenhäusern im von uns gegründeten "Institut für Angewandte Kreativitätspsychologie" (IAK). Als "dritte Seele" könnte ich das Thema "Entschleunigung" nennen: Es ist fundamentaler Bestandteil jeden Schreibens und jedes Ganges durch ein Labyrinth. Lieferbare Veröffentlichungen: "Kreatives schreiben - HyperWriting", "Kurzgeschichten schreiben", "Das Drama der Hochbegabten", "Zeittafel zur Psychologie von Intelligenz, Kreativität und Hochbegabung", "Blues für Fagott und zersägte Jungfrau" (eigene Kurzgeschichten), "Geheimnis der Träume" (Neuausgabe in Vorbereitung). Dr. Jürgen vom Scheidt

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