Das Weltall für die Wand

BLOG: Himmelslichter

ein Blog über alles, was am Himmel passiert
Himmelslichter

Achtung – schamlose Eigenwerbung! Wie regelmäßige Leser meines Blog wissen, war ich auch in diesem Jahr wieder astrofotografisch aktiv. Eine Auswahl de besten dabei entstandenen Bilder kann man jetzt als Poster bestellen. Wer also ein hübsches Bild für die eigene Wand oder die eines zu Beschenkenden sucht, findet hier vielleicht etwas!

Meine Bilder biete ich über die Print-on-Demand-Shops Posterlounge und Fineartprint, sowie über Astroshop.de an.

Totale Mondfinsternis (15. April 2014)
Totale Mondfinsternis (15. April 2014)

Das Bild des verfinsterten “Blutmonds”entstand am 15. April 2015 in Südchile. Die Chancen standen erst nicht so gut – fast 12 Stunden lang regnete es ununterbrochen. Dann, genau mit Beginn der Totalität, riss der Himmel auf. In der Aufnahme hat der Mond den Kernschatten der Erde bereits wieder ein Stück verlassen. Durchziehende Wolken verleihen dem Bild eine besondere Dramatik. Die Aufnahme wurde von der ESA in die Galerie ‘Space in Images‘ aufgenommen. Es ist als Posterdruck bei Posterlounge oder Fineartprint erhältlich.

Aufnahmedaten
Kamera: Canon EOS 600D
Objektiv: ED Refraktor 70mm f/6
ISO: 400
Belichtungszeit: 4 Sekunden
Bearbeitung
RAW-Konvertierung mit Fitswork
Tonwertkorrektur mit Photoshop
Bemerkung
Durchziehende Wolken sorgten für besondere Dynamik
Die Große Magellansche Wolke
Die Große Magellansche Wolke

Diese Aufnahme der Großen Magellanschen Wolke entstand ebenfalls in Südchile. Diese Galaxie ist eines der spektakulärsten Himmelsobjekte, egal ob man sie mit bloßem Auge, Fernglas oder Fernrohr welcher Größe auch immer betrachtet. Hellstes Einzelobjekt in der Galaxie ist der Tarantelnebel, eine gewaltige Wolke aus Wasserstoffgas. Das Bild gibt es als Druck bei Posterlounge.

Aufnahmedaten
Kamera: Canon EOS 450D (astro-optimiert)
Objektiv: Canon 70-200mm L Telezoom bei 70mm f/5,6
ISO: 800
Belichtungszeit: 7 Aufnahmen á 480 Sekunden
Bearbeitung
Summenbild und Dunkelbildabzug mit Fitswork
Tonwertkorrektur, Gradationsstufen und Farbbalance mit Photoshop
Bemerkung
Stand zum Aufnahmezeitpunkt fast im Zenit
Eta-Carinae-Nebel und Südliche Plejaden
Eta-Carinae-Nebel und Südliche Plejaden

Der Eta-Carinae-Nebel (NGC 3372) ist ein beeindruckender, bereits mit bloßem Auge sichtbarer Emissionsnebel aus leuchtendem Wasserstoffgas mitten im Band der Milchstraße. Er ist rund 6000 Lichtjahre entfernt. Seine Umgebung ist mit weiten roten H-II-Regionen gesprenkelt. Das Leuchten wird von heißen, jungen Sternen ausgelöst, die sich vor wenigen Millionen Jahren in diesen Wasserstoffwolken gebildet haben. Auf dem Bild rechts vom Eta-Carinae-Nebel leuchtet der Sternhaufen der Südlichen Plejaden (IC 2602), der nur ein wenig kleiner ist als sein nördliches Gegenstück. Das bild gibt es sowohl bei Posterlounge als auch bei Fineartprint.

Aufnahmedaten
Kamera: Canon EOS 450D (astro-optimiert)
Objektiv: Canon 70-200mm L Telezoom bei 70mm f/5,6
ISO: 800 
Belichtungszeit: 9 Aufnahmen á 480 Sekunden
Bearbeitung
Summenbild und Dunkelbildabzug mit Fitswork
Tonwertkorrektur, Gradationsstufen und Farbbalance mit Photoshop
Südlicher Sternhimmel
Südlicher Sternhimmel

Dieses Fischaugenpanorama enthält nicht nur die Milchstraße, man erkennt auch den Skorpion mit seinem roten Leitstern Antares, Alpha und Beta Centauri, das Kreuz des Südens mit der Kohlensack-Dunkelwolke und den Eta-Carinae-Nebel. Ganz rechts am Bildrand ist Sirius zu sehen, der hellste Stern des Nachthimmels. Unten sieht man den zweithellsten Stern, Kanopus, und die große und kleine Magellansche Wolke. Das Bild ist als Druck bei Posterlounge erhältlich.

Aufnahmedaten
Kamera: Canon EOS 450D (astro-optimiert)
Objektiv: 8mm f/5,6
ISO: 800
Belichtungszeit: 376 Sekunden (Einzelaufnahme)
Bearbeitung
Tonwertkorrektur und Gradationsstufen mit Photoshop
Hotpixel manuell entfernt
Milchstraßenpanorama
Milchstraßenpanorama

Natürlich ist auch mein Panorama des zentralen Teils der Milchstraße weiter erhältlich, und zwar in verschiedenen Versionen bei Posterlounge, Fineartprint und auf Astroshop.de. Ausführliche Informationen zum Bild und seiner Entstehung gibt es hier. Das Panorama wurde im vergangenen Jahr über 150 Mal verkauft – danke dafür!

Ein neues Panorama ist in Arbeit – allerdings wird das noch etwas dauern.

Creative Commons License
This work is licensed under a Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 4.0 International License.

Mit dem Astronomievirus infiziert wurde ich Mitte der achtziger Jahre, als ich als 8-Jähriger die Illustrationen der Planeten auf den ersten Seiten eines Weltatlas stundenlang betrachtete. Spätestens 1986, als ich den Kometen Halley im Teleskop der Sternwarte Aachen sah (nicht mehr als ein diffuses Fleckchen, aber immerhin) war es um mich geschehen. Es folgte der klassische Weg eines Amateurastronomen: immer größere Teleskope, Experimente in der Astrofotografie (zuerst analog, dann digital) und später Reisen in alle Welt zu Sonnenfinsternissen, Meteorschauern oder Kometen. Visuelle Beobachtung, Fotografie, Videoastronomie oder Teleskopselbstbau – das sind Themen die mich beschäftigten und weiter beschäftigen. Aber auch die Vermittlung von astronomischen Inhalten macht mir großen Spaß. Nach meinem Abitur nahm ich ein Physikstudium auf, das ich mit einer Diplomarbeit über ein Weltraumexperiment zur Messung der kosmischen Strahlung abschloss. Trotz aller Theorie und Technik ist es nach wie vor das Erlebnis einer perfekten Nacht unter dem Sternenhimmel, das für mich die Faszination an der Astronomie ausmacht. Die Abgeschiedenheit in der Natur, die Geräusche und Gerüche, die Kälte, die durch Nichts vergleichbare Schönheit des Kosmos, dessen Teil wir sind – eigentlich braucht man für das alles kein Teleskop und keine Kamera. Eines meiner ersten Bücher war „Die Sterne“ von Heinz Haber. Das erste Kapitel hieß „Lichter am Himmel“ – daher angelehnt ist der Name meines Blogs. Hier möchte ich erzählen, was mich astronomisch umtreibt, eigene Projekte und Reisen vorstellen, über Themen schreiben, die ich wichtig finde. Die „Himmelslichter“ sind aber nicht immer extraterrestrischen Ursprungs, auch in unserer Erdatmosphäre entstehen interessante Phänomene. Mein Blog beschäftigt sich auch mit ihnen – eben mit „allem, was am Himmel passiert“. jan [punkt] hattenbach [ät] gmx [Punkt] de Alle eigenen Texte und Bilder, die in diesem Blog veröffentlicht werden, unterliegen der CreativeCommons-Lizenz CC BY-NC-SA 4.0.

7 Kommentare

  1. Pingback:[SciLogs] Das Weltall für die Wand - #Astronomie | netzlesen.de

    • *Natürlich* ist der Teil des Mondes, der vom Sonnenlicht beschienen wird, überbelichtet. Verzichtet man auf HDR-Tricks, geht das gar nicht anders.

      Ich mag HDR-Astrobilder nicht so sehr, denn sie sehen mir zu künstlich aus. Wer das anders mag (ist letzlich Geschmackssache) der findet im Netz haufenweise Bilder, die in diesem Sinne “besser” aussehen – aber eben auch stark bearbeitet sind. Das Mondbild oben ist außer einer sachten Tonwertkorrektur *gar nicht* nachbearbeitet. Ich vertraue darauf, dass es außer mir noch Leute gibt, denen einigermaßen “natürliche” Astrobilder zusagen. In unserer superbunten digitalen Zeit sicher die Minderheit, da mach ich mir nichts vor.

  2. > Das Bild des verfinsterten “Blutmonds”entstand am 15. April 2015 in Südchile.
    ein Bild aus der Zukunft.. yeah.. 😉

  3. Ich mache viel Astrofotografie. Ich kann aber nicht behaupten, dass ich wirklich gut bin. Ich weiß nur, was ich inzwischen dazu gelernt habe. Vor allem habe ich eins gelernt: Ich fotografiere schon seit meiner Jugend. Optische Instrumente haben es mir einfach angetan. Astrofotografie ist aber eindeutig die anspruchsvollste Art der Fotografie, die mir bis jetzt untergekommen ist.

    Dadurch, dass ich sie selbst betreibe, kann ich zumindest einschätzen, wie viel Können die Arbeit anderer erforderte. Also das hier oben, das ist alles schon deutlich oberhalb der Liga angesiedelt, in der ich spiele. Respekt.

    Die Veränderung des Kontrastumfangs betreibe ich selbst auch, indem ich Komposite erstelle, wo es möglich ist und mir sinnvoll erscheint. Bei Jans MoFi-Bild wäre das ohnehin nicht möglich gewesen. Ich finde, das Bild ist genau richtig belichtet . Da ist der verdunkelte und der sonnenbeschienene Teil des Mondes, die Schleierbewölkung, da sind die Hintergrundsterne und da ist die Färbung des umgebenden Himmels, mit dem Licht, das von der Bewölkung gestreut wird. Ich denke, da wurde alles richtig gemacht.

  4. Pingback:Roter Nebel und ein tiefer Blick in eine Nachbargalaxie › Himmelslichter › SciLogs - Wissenschaftsblogs

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