Wie die Minen von Laurion Geschichte machten

Geschichte der Geologie

480 v.Chr. hatten die Perser, von Xerxes angeführt, beinahe ganz Griechenland unterworfen. Der Spartaner Leonidas lag mit seiner Streitmacht erschlagen bei den Thermopylen, „wie das Gesetz es befahl“. Athen war erobert und die Perser hatten die Akropolis zerstört. Als alles schon verloren schien, brachte die Seeschlacht in der Meerenge von Salamis die Wende. Unter der Führung des athenischen Staatsmann und Feldherr Themistokles vernichteten die zahlenmäßig unterlegenen, aber wendigen griechischen Galeeren die persische Flotte. Bei Salamis ist darüber entschieden worden, dass Europa sich eigenständig entwickeln konnte. Die griechische Flotte aber war mit laurischem Silber gebaut worden.

Die ersten Silbermünzen wurden zwischen 600 und 550 v.Chr. im ägäischen Raum geprägt. Athen verdankt seinen Aufschwung zur führenden Macht Griechenlands den Minen von Laurion, südöstlich von Athen gelegen. Über 200 Schächte wurden in diesem Gebiet gezählt. Bis zu 20.000 Sklaven haben hier zur Blütezeit Athens gearbeitet – und diese Blütezeit mit ermöglicht. Die Erzadern müssen sehr reich gewesen sein, denn der Stadtstaat brachte im Laufe der Zeit eine gewaltige Menge seiner mit Athene-Kopf und Eule gezierten Münzen in Umlauf. Schätzungen gehen davon aus, dass in 300 Jahren nahezu 3.000 Tonnen Silber hier gewonnen wurden. Keine einzige der antiken Stadtstaaten in Griechenland außer Athen scheint in Besitz eigener ausreichender Erzlager gewesen zu sein. Dieser Umstand könnte dazu beigetragen haben, dass Athen sich damals innerhalb weniger Jahrzehnte zur griechischen Führungsmacht aufgeschwungen hat. Nach Erschöpfung der Lagerstätten verlor Athen rasch an Bedeutung. Ironischerweise verbündete sich nun Sparta mit Persien gegen Athen. Während die beiden Stadtstaaten in einen erbitterten Krieg verwickelt waren, stieg Makedonien zur neuen lokalen Macht auf. Um 330 v.Chr. weitete Alexander der Große die Grenzen Makedoniens weit nach Osten hin aus und übernahm die Bürokratie um sein Reich zu regieren von den Persern. Die Römer, die zur bestimmenden Macht rund ums Mittelmeer werden sollten und Silber in Spanien abbauten, wiederum nahmen sich am Reich Alexanders ein Beispiel.

Leuchtend blauer Azurit beweist, dass die Erzlagerstätte von Laurion auch Kupfer enthielt, mit Zinn zusammen der Grundstoff der Bronze, des ältesten Gebrauchsmetall für Waffen und Werkzeuge. Doch die Athener ließen in Laurion nur nach Silber schürfen, kupferhaltiges Erz warfen sie als Abraum auf die Halde.

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David Bressan ist freiberuflicher Geologe hauptsächlich in oder, wenn wieder mal ein Tunnel gegraben wird unter den Alpen unterwegs. Während des Studiums der Erdwissenschaften in Innsbruck, bei dem es auch um Gletscherschwankungen in den vergangen Jahrhunderten ging, kam das Interesse für Geschichte dazu. Hobbymäßig begann er daher über die Geschichte der Geologie zu bloggen.

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