Mount St. Helens – Der Vulkan lebt

Der Ausbruch des Mount St. Helens, im amerikanischen Bundesstaat Washington, am 18. Mai 1980 war durch eine überraschende Vielfalt von vulkanischen Phänomenen begleitet. Eine Stein- und Glutlawine begrub mehr als 60 Quadratkilomter und verbrannte fünfzehn. Mehr als 550 Quadratkilomter von dichten Douglas-Tannen Wald wurden durch die Druckwelle der Eruption niedergemäht, und die äußeren Zonen durch heiße Gase, Schlammströme und Aschefall verbrannt oder begraben.

Vor der Eruption wurden in den zahlreichen Lebensräumen rund um den Krater 286 Pflanzenarten gezählt worden. Der St.Helens war als einer der schönsten Berge der Vereinigten Staaten gefeiert worden, nach den Ausbruch war nur noch eine graue, kahle Mondlandschaft übrig.

Die vulkanischen Ablagerungen wiesen völlig unterschiedliche geologische Eigenschaften als die vorherigen Böden auf. Die neuen Böden waren stark wasserdurchlässig mit einem sauren pH, schutzlos der gleißennden Sonne ausgesetzt. Aber bereits einen Monat später wurden die ersten Pflanzen auf den Vulkanablagerungen entdeckt.
Die Beobachtungen am St. Helens stellten einige Ansichten der klassischen Pflanzen-Sukzession, wie sie bei der Besiedelung von Ödland erwartet wurde, in Frage. Die in Theorie langsame Abfolge von Pionierarten zu Arten einer Klimax-Gesellschaft, fand so nicht statt. Zufällig eingebrachte Samen, durch Wind oder Tiere, konnten sich rasch entwickeln. Anspruchsvollere Arten kamen so früher auf, anspruchslos Arten wie Moose dagegen spielten eine geringe Rolle. Arten verschiedener Pflanzengemeinschaften traten nicht nacheinander, sondern zusammen auf.
Auch überlebende Individuen, Wurzeln und Samen verborgen in der Erde, und Überbleibsel der vorherigen Vegetation, wie die zahlreichen Baumstämme, spielten eine wichtige Rolle. Die Natur musste nicht komplett neu beginnen, sondern konnte auf dieses „Erbe“ zurückgreifen. So entwickelte sich die Vegetation in den Zonen, in denen die Stämme liegen gelassen worden waren, schneller und wies auch eine höhere Artenzusammensetzung auf. Um die 20 Pflanzenarten allein hatten in der verwüsteten Zone überlebt, und von der weiteren, unbeeinflussten Umgebung, wanderten schon bald weitere Pionierarten hinzu. Wissenschaftler hatten erwartet, dass es Jahrhunderte dauern würde, bis sich die Landschaft um den Berg erholen würde. Aber bereits 30 Jahre später bedecken Blumenwiesen die frühere Mondlandschaft, und auch zahlreiche Bäume wachsen wieder entlang von Bächen und Hängen.

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David Bressan ist freiberuflicher Geologe hauptsächlich in, oder wenn wieder mal ein Tunnel gegraben wird unter den Alpen unterwegs. Während des Studiums der Erdwissenschaften in Innsbruck, bei dem es auch um Gletscherschwankungen in den vergangen Jahrhunderten ging, kam das Interesse für Geschichte dazu. Hobbymäßig begann er daher über die Geschichte der Geologie zu bloggen.

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  1. Mount St. Helens – Der Vulkan lebt

    18. Mai 2017 | David Bressan

    Der Ausbruch des Mount St. Helens, im amerikanischen Bundesstaat Washington, am 18. Mai 1980, war von einer überraschenden Vielfalt vulkanischer Phänomene begleitet. Eine Stein- und Glutlawine begrub mehr als 60 Quadratkilometer, und verbrannte 15. Mehr als 550 Quadratkilometer von dichtem Douglas-Tannen-Wald wurden durch die Druckwelle der Eruption niedergemäht, und die äußeren Zonen durch heiße Gase, Schlammströme und Aschefall verbrannt oder begraben.

    Vor der Eruption waren in den zahlreichen Lebensräumen rund um den Krater 286 Pflanzenarten gezählt worden. Der St.Helens war als einer der schönsten Berge der Vereinigten Staaten gefeiert worden, nach den Ausbruch war nur noch eine graue, kahle Mondlandschaft übrig.

    Die vulkanischen Ablagerungen wiesen völlig unterschiedliche geologische Eigenschaften als die vorherigen Böden auf. Die neuen Böden waren stark wasserdurchlässig, mit einem sauren pH, schutzlos der gleißenden Sonne ausgesetzt. Aber bereits einen Monat später wurden die ersten Pflanzen auf den Vulkanablagerungen entdeckt.
    Die Beobachtungen am St. Helens stellten einige Ansichten der klassischen Pflanzen-Sukzession, wie sie bei der Besiedelung von Ödland erwartet wurde, in Frage. Die in Theorie langsame Abfolge von Pionierarten zu Arten einer Klimax-Gesellschaft, fand so nicht statt. Zufällig eingebrachte Samen, durch Wind oder Tiere, konnten sich rasch entwickeln. Anspruchsvollere Arten kamen so früher auf, anspruchslose Arten wie Moose dagegen spielten eine geringe Rolle. Arten verschiedener Pflanzengemeinschaften traten nicht nacheinander, sondern zusammen auf.
    Auch überlebende Individuen, Wurzeln und Samen verborgen in der Erde, und Überbleibsel der vorherigen Vegetation, wie die zahlreichen Baumstämme, spielten eine wichtige Rolle. Die Natur musste nicht komplett neu beginnen, sondern konnte auf dieses „Erbe“ zurückgreifen. So entwickelte sich die Vegetation in den Zonen, in denen die Stämme liegen gelassen worden waren, schneller und wies auch eine höhere Artenvielfalt auf. Um die 20 Pflanzenarten allein hatten in der verwüsteten Zone überlebt, und von der weiteren, unbeeinflussten Umgebung wanderten schon bald weitere Pionierarten hinzu. Wissenschaftler hatten erwartet, dass es Jahrhunderte dauern würde, bis sich die Landschaft um den Berg ganz erholt. Aber bereits 30 Jahre nach dem Ausbruch bedecken Blumenwiesen die frühere Mondlandschaft, und auch zahlreiche Bäume wachsen wieder entlang von Bächen und Hängen.

  2. Frage:
    Könnte man einen Vulkan als große Müllverbrennungsanlage nutzen?
    Welche Temperaturen sind notwendig,um die vollkommene Aufspaltung von giftigen Kohlenwasserstoffen zu erreichen und wie hoch ist die temperatur im Vulkanschlot wirklich.

  3. Wenn man in größeren Zeiträumen denkt, dann befinden wir uns auch auf einem Vulkan. Ich denke da an die Eifel, oder das Vulkangebiet um Stuttgart.
    Gibt es da Risikoabschätzungen, wann der nächste Ausbruch zu erwarten ist?

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