Krebs, was ist das eigentlich?

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Medizin einfach erklärt
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Was genau ist bei Krebs eigentlich krank? In meiner neuen Serie beantworte ich Fragen zum Thema Krebs leicht verständlich und ohne Fachbegriffe. Denn Krebs geht uns alle an: statistisch gesehen erkrankt fast jeder zweite irgendwann in seinem Leben daran. Deshalb soll jeder die Möglichkeit bekommen zu verstehen, was Krebs eigentlich ist.

Eine Krebszelle ist eine normale Körperzelle, die nicht mehr weiß, wo sie hingehört

Unser Körper ist aus vielen Teilen zusammengesetzt: zum Beispiel aus Organen (wie dem Herzen, dem Gehirn oder dem Magen), Muskeln und Knochen. Diese Strukturen sind wiederrum aus winzigen Bausteinen aufgebaut: den sogenannten Zellen.

Es gibt über 100 verschiedene Arten von Zellen in unserem Körper und sie übernehmen ganz unterschiedliche Funktionen: manche sorgen dafür, dass unser Herz schlägt, andere dafür, dass das Essen, das wir zu uns nehmen, verdaut wird. Die Zellen haben aber etwas gemeinsam: sie wissen ganz genau, wo in unserem Körper sie hingehören. Um das zu verstehen, strecken Sie nun bitte einmal eine Ihrer Hände vor sich aus. Spreizen Sie die Finger und achten ganz genau auf die Abstände dazwischen. Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Ihre Finger nicht zusammenwachsen? Woher wissen die Finger, wo sie aufhören?

Die Antwort auf diese Fragen liegt im Inneren der Zellen. Dort befindet sich ein Bauplan (DNA). Dank dieses Bauplans wissen die Zellen, wo sie hingehören, und was ihre Aufgaben sind.

Geraten Fehler in diesen Bauplan, breiten sich unsere Körperzellen plötzlich dort aus, wo sie es nicht sollen. Genau das ist bei Krebs der Fall.

Abläufe in einer Zelle sind normalerweise streng geregelt

Eine Zelle können Sie sich ein bisschen wie eine Stadt vorstellen: es gibt Straßen, es gibt ein Kraftwerk für die Energie, es gibt eine Post, die dafür sorgt, dass Lieferungen an der richtigen Stelle ankommen. Und es gibt Arbeiter, die all das erledigen: sogenannte Proteine.

Zellen bauen sich diese Arbeiter selbst zusammen. Die Bauanleitung dafür (DNA) ist sehr kostbar und befindet sich in einem Tresor (Zellkern). Kopien der Bauanleitung (sogenannte mRNAs) werden aus dem Kern ins Zellinnere gebracht (das Original bleibt sicher im Tresor!) und nach dieser Anleitung werden Proteine zusammengebaut, die in den Zellen dann ganz unterschiedliche Funktionen übernehmen und dafür sorgen, dass die Zellen ihre individuellen Aufgaben erfüllen.

Fehler in der Bauanleitung lassen körpereigene Zellen verrücktspielen

Kommen nun Fehler in die Bauanleitung einer Zelle (wie das passieren kann, etwa von außen, beispielsweise durch UV-Strahlung oder bestimmte Chemikalien, oder von innen, etwa durch Fehler bei der Zellteilung, werde ich in einem anderen Text erklären), baut die Zelle falsche Arbeiter (Proteine) zusammen. Das kann ihre Eigenschaften verändern.

Arbeiter, die normalerweise dafür sorgen, dass sich eine Zelle nicht weiter ausbreitet (denken Sie an das Beispiel der Zwischenräume zwischen Ihren Fingern), übernehmen ihre Aufgabe dann zum Beispiel nicht mehr. Das Ergebnis: die Zelle vermehrt sich irgendwo hin, wo sie nicht hingehört.

Krebszellen haben wichtige Funktionen gesunder Zellen verloren

In unserem Körper herrscht ein Gleichgewicht – alte Zellen sterben und neue Zellen entstehen. Und am Ende bleiben immer etwa gleich viele Zellen übrig – sonst würden unsere Körperteile unendlich wachsen oder schrumpfen. So kommt es, dass unsere Körper immer ungefähr gleich bleiben und uns Bekannte nach Jahren noch auf der Straße erkennen, obwohl wir bis dahin aus völlig neuen Zellen bestehen.

Jede Zelle weiß genau, was ihre Aufgabe im Körper ist, wo ihr Platz ist und wie stark sie sich vermehren darf. Das können Sie auch an anderen Stellen Ihres Körpers beobachten. Unsere Organe liegen im Inneren unseres Körpers ganz dicht aneinander. Und trotzdem wachsen sie nicht ineinander, jedes Organ behält in etwa seine Größe und lässt den anderen Organen ihren Platz zum Arbeiten. Die Lunge wächst nicht in das Herz, der Magen wächst nicht in dem Darm.

Krebszellen haben durch Veränderungen in ihrem Bauplan bestimmte Eigenschaften gesunder Zellen verloren. Sie breiten sich aus, wo sie es nicht sollen, und können sogar Abkömmlinge in weit entfernte Regionen des Körpers schicken (Metastasen).

Krebs ist also eine Erkrankung, bei der sich unsere eigenen Zellen aufgrund von Fehlern in ihrer Bauanleitung unkontrolliert in unserem Körper vermehren und damit letztendlich die Funktion lebenswichtiger Organe stören.

DNA. Bild: Pixabay

Interessierten Lesern empfehle ich zum Thema die aktualisierte Version des bekannten Übersichtsartikels The Hallmarks of Cancer: https://www.cell.com/fulltext/S0092-8674(11)00127-9

In weiteren Texten werde ich unter anderem erklären, wie Krebs entsteht, wie er sich im Körper ausbreitet, welche Arten von Krebs es gibt und wie bestimmte Therapien gegen Krebs funktionieren. Wenn Sie Themenwünsche haben, schreiben Sie sie gerne in die Kommentare.

Bisher in der Reihe erschienen:

Ist Krebs ansteckend? https://scilogs.spektrum.de/die-monacologin/ist-krebs-ansteckend/

mRNA Impfungen gegen Krebs: https://scilogs.spektrum.de/die-monacologin/mrna-impfungen-gegen-krebs-wie-funktionierts/

Links zum Thema Lebenszeitrisiko Krebs:

Quellen zur Häufigkeit von Krebs: https://www.krebsinformationsdienst.de/fachkreise/ressourcen/zahlen-zu-krebs.php

Krebs in Deutschland: https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/kid_2019/krebs_in_deutschland_2019.pdf?__blob=publicationFile (Lebenszeitrisiko S. 22)

Lebenszeitrisiko Krebs UK: https://www.cancerresearchuk.org/health-professional/cancer-statistics/risk/lifetime-risk#heading-Zero

Einordnung Lebenszeitrisiko: https://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/cancer/in-depth/cancer/art-20044092

Veröffentlicht von

Ich bin angehende Ärztin, schließe Ende 2021 mein Medizinstudium ab und strebe eine Ausbildung zur Fachärztin für Hämatologie und Onkologie an. Vor dem Studium habe ich bereits ein Studium der Biochemie (M. Sc., B. Sc.) und der Philosophie mit Nebenfach Sprache, Literatur und Kultur (B. A.) abgeschlossen. Neben dem Studium arbeite ich als freie Journalistin, u. a. für den Georg Thieme-Verlag. Ich promoviere in der Krebsforschung zu Immuncheckpoints bei Lungenkrebs. Ich will, dass Patienten ihre Erkrankungen und Therapien besser verstehen. Deshalb möchte ich Medizin leicht verständlich ohne Fachbegriffe erklären. Nur gut informierte Patienten können autonome Entscheidungen über ihre Behandlungen treffen. Und gut informierte Patienten fühlen sich, so bin ich überzeugt, besser aufgehoben.

23 Kommentare

  1. Zitat: „ Denn Krebs geht uns alle an: statistisch gesehen erkrankt fast jeder zweite irgendwann in seinem Leben daran.
    Ja, Verwandte von mir und Geschwister von Bekannten starben an Krebs oder lebten noch mehr oder weniger lange mit schwerwiegenden Folgen nach einer Krebstherapie. Und damit, mit dieser Erfahrung bin ich wohl in guter Gesellschaft: jeder/jede weiss um Krebserkrankungen im eigenen Umfeld und fast jeder/jede würde vieles bis alles tun um eine solche Krankheit zu stoppen, was dann ohne weiteres erklärt, dass inzwischen folgendes gilt: „In pharma, cancer is king“ (Titel einer von vielen ähnlichen Stories, die man im Internet findet).

    Jeder stirbt allerdings an irgend einer Krankheit und Krebs muss nicht unbedingt die schlimmst mögliche Krankheit sein, die zum Tode führt. Allerdings kommt Krebs im Vergleich zu anderen schweren Erkrankungen viel häufiger überraschend, wie aus heiterem Himmel. Und Krebserkrankungen äussern sich vielfältig mit ganz unterschiedlichen, nicht unbedingt voraussehbaren Verläufen.

    Was Krebs und seine Therapie angeht leben wir momentan in einer aufregenden, Hoffnung erweckenden Zeit, denn neue Therapieformen wie die Krebsimmuntherapie haben es geschafft einige bisher hoffnungslose Fälle fortgeschrittener Krebse therapierbar zu machen. Krebstherapien haben sich aber in den letzten 10 Jahren ganz allgemein verbessert, was sich etwa darin äussert, dass folgendes gilt: “ Nach Angaben der American Association of Cancer Research stieg die Zahl der Krebsüberlebenden in den USA im Januar 2019 um 1,4 Millionen auf 16,9 Millionen.“

    Viele der neuen Krebstherapien sind personalisierte Therapien, sind also abgestimmt auf den Krebsgewebetyp und damit auf die Genetik des Krebsgewebes. Für jeden Krebstyp also die darauf abgestimmte, optimale Therapie. Das hilft tatsächlich, trägt aber mit dazu bei, dass Krebstherapien sehr teuer werden können. So teuer, dass es sich nicht alle leisten können und das mit spürbaren Folgen: in wohlhabenden Ländern/Regionen wie den USA oder Europa werden heute mehr Leute an Krebs geheilt obwohl gleichzeitig die Zahl der Krebserkrankungen altersbedingt steigt, in den meisten Entwicklungsländern aber nehmen nicht nur die Krebserkrankungen zu, sondern auch die Todesfälle durch Krebs.

    Da ich mich stark für Themen interessiere, die das Schicksal der gesamten Menschheit formen und beeinflussen, stellen sich mir im Zusammenhang mit Krebs zwei Fragen:
    1) Gibt es irgendwann Krebstherapien, die gegen viele verschiedene Krebsarten wirksam sind und die weltweit zu tiefen Kosten angewendet werden können?
    2) Ist es denkbar und ethisch vertretbar, den Menschen durch genetische Eingriffe in die Keimbahn resistenter gegen Krebs zu machen?

    Zu Punkt 2) wissen wir bereits, dass nicht alle Tierarten gleich vulnerabel gegenüber Krebs sind. Grönlandwale beispielsweise könnten gar nicht 200 Jahre werden wenn sie so häufig an Krebs erkranken würden wie wir Menschen und gleichzeitig wäre bei der grossen Körpermasse von Grönlandwalen auch eine erhöhte Krebsanfälligkeit zu erwarten. Tatsächlich sorgen zwei Gene dafür, dass Grönlandwale vor Krebs verschont bleiben: zum einen das ERCC1-Gen, ein Gen zur Reparatur von Erbschäden, zum anderen eine grönlandwalspezifische Form des PCNA-Gens, welches ebenfalls bei der Reparatur von Erbschäden zum Einsatz kommt. Bei anderen grossen und langlebigen Säugetieren sind es auch Tumorsuppressorgene, welche besser wirken oder in mehrfachen Kopien vorkommen.

    Hier stellt sich mir die Frage: Warum sollten nicht auch Menschen vor Krebserkrankungen zeitlebens geschützt sein? Klar wären wir durch neue Gene bereits bei der Geburt praktisch neue Wesen, eine neue Art. Doch es ist doch sicherlich gerechtfertigt sich selbst und die eigenen Nachkommen vor einer Krankheit wie Krebs so effektiv zu schützen wie wir es heute mit Impfungen bei Infektionskrankheiten tun. Oder nicht?

      • Liebe Marisa Kurz
        Sie sind einfach großartig – Sie haben das, z.B. den Krebs, unglaublich gut erklärt und beschrieben!! Danke!
        LG
        Monique Maibach

    • Guten Tag Krebs ist an sich eine eigenständige Krankeit , der einzige Unterschied es gibt viele Körperzellen im Körper , wo einzelne oder mehrere Körperzellen zu Krebs entarten können, somit ist es auch möglich an icht nur einer Krebserkrankung in seinem Leben zu erkranken, Der andere und auch entscheidene Unterschied ist mit wem habe ich es zu tun, damit ist die agressivität der Krebserkrankung gemeint, Es gibt schnellwachsende agressive Krebserkrankungen, wo die Erkrankten in kürzester Zeit versterben. Der Hautkrebs entsteht oft im Alter und ist meist gutartig.
      in vielen Fällen sind Risikofaktoren auch ein entscheidendes Beiwerk für die Krebsentstehung.

  2. 2013 erfuhr ich im Krankenhaus das ich Krebs habe eine Welt zerbrach im Moment und nach erfolgreichen 5 Operationen war er dann bekämpft gewesen, ohne eine Therapie. Ich hatte Vulva und Darmkrebs gehabt. Jetzt gehe ich regelmäßig zu allen Untersungen. So das alles rechtzeitig erkannt wird und 1997 hat man mir im Unterleib den Kegel entfernt das war bestimmt auch Krebs gewesen und seitdem kann ich keine weiteren Kinder bekommen. Muss aber dazu sagen das ich einen Sohn von 25 Jahren habe.

  3. Soweit ich weiß, hat jeder Mensch ständig so genannte “entartete” Zellen – um in Ihrem Bild zu bleiben – Zellen, die nicht das tun, was sie an ihrer Position tun sollten – und es gibt drei verschiedene mögliche Folgen:
    1. Der Körper eliminiert sie per Immunsystem, sie sterben einfach ab und “werden entsorgt”.
    2. Es bilden sich “gutartige” Zellhaufen, die nicht metastasieren und daher operativ gut entfernt werden können (hatte ich am Rücken – hat unangenehm gedrückt, waren lt. histologischem Befund gutartig, aber trotzdem entartet, also “Baufehler”).
    3. Es passiert schneller oder langsamer das, was Sie beschrieben haben und es ist “bösartig” inklusive Metastasen etc.

    Warum kommt es überhaupt zu Entartungen, die vom Körper nicht direkt entsorgt werden?

    Stimmt es, daß vermehrt Krebszellen da entstehen, wo gesunde Zellen nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt sind, sie daher von aerober (sauerstoffbasierter) auf anaerobe (sauerstofffreie) Ernährung umstellen (müssen) und diese durch den in der “modernen Zivilisation” leider überreichlichen Zuckerkonsum befeuert wird?

    Welche Rolle spielen psychische Faktoren? Sind Menschen, die psychisch gesund sind, mit sich und ihrem Leben “im Reinen”, weniger anfällig für Krebs?
    Können also schwer traumatische Ereignisse/Lebenssituationen im Leben eines Menschen Auslöser für Krebs sein, seine Entstehung befördern und ihre Überwindung zur Heilung beitragen?

    Warum wird nicht alles in die Krebsimmuntherapie investiert, sondern immer noch vorrangig die extrem invasiven, eigentlich eher den Körper zerstörenden Methoden wie Bestrahlung, Vergiftung (Chemo) und/oder Operation angewandt – aus rein finanziellen Gründen?

    Ich bin gespannt auf Ihre nächsten Beiträge und bedanke mich dafür.

    • Vielen Dank für den Kommentar und all die wichtigen Fragen, die Sie da ansprechen. Tatsächlich plane ich Texte zu all diesen Themen. Ich gehe kurz schon mal auf ein paar Fragen ein:
      Warum kommt es überhaupt zu Entartungen, die vom Körper nicht direkt entsorgt werden? -> unser Körper ist nicht perfekt, etwa bei der Zellteilung passieren Fehler, die nicht zu 100% repariert werden. Einerseits ist das ungünstig, andererseits hat es auch etwas Gutes: so können wir “mutieren” und neue Eigenschaften gewinnen (Evolution!). Auf der anderen Seite ist Krebs, wenn ich ihn jetzt einmal vermenschliche, sehr schlau. Krebszellen entwickeln Mechanismen, um sich etwa vor Angriffen durch das Immunsystem zu schützen.
      Zucker: wenn irgendwo ein Krebs wächst, kommen die Blutgefäße mit dem Wachstum oft nicht schnell genug hinterher, so dass bestimmte Regionen im Krebs schlecht mit Sauerstoff versorgt werden (Krebszellen kurbeln deshalb gerne die Ausbildung von Gefäßen an). Krebszellen passen sich daran an und verstoffwechseln tatsächlich viel anaerob. Leider eignet sich diese Tatsache bisher nicht als Therapieansatz. Meines Wissens nach ist bisher lediglich statistisch gezeigt, dass Brustkrebspatientinnen, die übermäßig viel Süßes zu sich nehmen (z. B. täglich Limonade trinken) ein etwas schlechteres Outcome haben als die Vergleichsgruppe. Zucker weglassen und Krebs heilen – leider geht es nicht so leicht. Letztendlich brauchen wir Zucker zum Leben. Und das Ziel einer guten Krebstherapie ist den Krebs zu zerstören und den Menschen drum herum nicht.
      Psyche: leider ist das ein weit verbreiteter Irrglaube. Tatsächlich gibt es keinen Beleg dafür, dass Krebs “Einstellungssache” ist. Krebs ist in erster Linie Pech. Und auf keinen Fall durch Gedanken zu beeinflussen. Denkbar ist in meinen Augen höchsten, dass Menschen, die viel unter Stress sind, ein geschwächtes Immunsystem haben, und dafür anfälliger für Krebs. Dazu gibt es aber keine Evidenz.
      Immuntherapie: meines Wissens nach sind sämtliche Krebstherapien, die sich das Immunsystem zunutze machen (Immuntherapie, Zell-basierte Therapien wie CAR-T, therapeutische Krebs-Vakzine), die finanziell am stärksten geförderten Bereiche in der industriellen pharmakologischen Forschung

  4. Hallo Frau Kurz,
    vielen Dank für diesen Artikel. Mir persönlich fällt es bei all den Fachbegriffen und häufig wenig mitteilsamen Ärzten schwer, die Inhalte auch wirklich zu verstehen. Ihre Ausführung konnte ich einfach nachvollziehen. Danke.
    Mein Papa ist dieses Jahr an Bauchspeicheldrüsenkrebs gestorben: der schlechte Gesundheitszustand, Ärzte welche ohne Diagnose einfach mal operieren wollen und ihn trotz fehlender Behandlung länger als nötig dort behalten, Diagnose in der dritten (endlich Fach-)Klinik, Wassereinlagerungen und massiver Gewichtsverlust – dabei ist es schwer nachzuvollziehen was da passiert. In diesem Fall hätte man Chemo und OP machen können, aber es hätte die kurze verbleibende Zeit nicht angenehmer gemacht. Das ist so, und nicht alles kann man heilen.
    Aber mich würde interessieren, welche Möglichkeiten der Vorsorge es allgemein gibt und auf welchen Techniken diese basieren. Weil neben der eigenen Vorsorge (gesunder Lebensstil etc.) soll eine Früherkennung häufig Schlimmeres verhindern.
    Viele Grüße

    • Danke für Ihren Kommentar. Es tut mir sehr leid das zu hören und möchte Ihnen mein Beileid aussprechen. Ich befinde mich gerade in den letzten Monaten des Medizinstudiums und arbeite auf einer Station, auf der sehr viele Patienten mit Pankreaskarzinomen operiert werden. Direkt zu operieren ist die Regel, wenn der Befund in der Bildgebung verdächtig aussieht. Es gibt sehr viele verschiedene Arten von Krebs. In meinen Augen gehört das Pankreaskarzinom wirklich zu den allergemeinsten davon, leider. Ich hoffe sehr, dass sich da in der Therapie viel tut in der Zukunft. Ich werde in zukünftigen Texten auf das Thema Früherkennung (einen Krebs früh finden) und auch darauf eingehen, wie man sein individuelles Krebsrisiko durch Lebensstilmaßnahmen zumindest reduzieren kann.

  5. Hallo Stephan Schleim,
    ja der Artikel von Marisa Kurz ist toll geschrieben und echt interessant.
    Interessant finde ich auch den folgenden Gedanken:

    Wir sprechen immer von Gesundheit, was ja darauf schliessen lässt, dass wir nur EINE haben. Thorwald Dethlefsen und Rüdiger Dahlke stellen die Frage: gibt es dann nicht auch nur eine Krankheit und nicht viele Krankheiten?
    Also EINE Disharmonie im Körper, der eben den Zustand “Krankheit” im Körper auslöst.

    LG Stefan Kopp

  6. Liebe Frau Kurz,

    vielen Dank für Ihren wichtigen Beitrag! Auch ich denke, dass Krebs ein schier unerschöpfliches Thema ist, man zwar mittlerweile viel weiß, jedoch nach wie vor großer Aufklärungsbedarf besteht. Mir ist ein persönliches Anliegen der Gerbärmutterhals- sowie Eierstockkrebs. Mein Eindruck ist, dass diese Krebsarten nicht so sehr im Fokus stehen und es hier noch weiterer Aufklärung bedarf. Hier gilt es auch BOT von klassischen Karzinomen zu unterscheiden, dies ist besonders wichtig für Frauen, die noch Nachwuchs planen. Brust-, Darm- und Blutkrebs haben viele auf dem Schirm, da es dafür -zum Glück- eine gute Öffentlichkeitsarbeit gibt. Eierstock- und Gebärmutterhalskrebs fallen da etwas raus in der Wahrnehmung, sind aber dramatisch für betroffene Frauen. Wichtig ist in meinen Augen auch die Aufklärung über die Impfung gegen bestimmte Humane Papillomviren, die Gebärmutterhalskrebs auslösen können. Hier gibt es noch viel Aufklärungsarbeit, denn nicht nur Mädchen vor dem ersten GV können sich impfen lassen, sondern auch Frauen, die eine Konisation hinter sich gebracht haben. Ich bin mir sicher, dass viele das nicht wissen bzw. das viel zu wenig bekannt ist. Dabei kann man hier gut schützen. Also nochmals vielen Dank für Ihre Arbeit!

    Herzliche Grüße,

    Heloise Valentin

    • Danke für Ihren Kommentar. Ich teile Ihr Interesse speziell an Eierstockkrebs, da meine Mutter daran erkrankt war (und heute zum Glück gesund ist).

  7. Ich sehe viele Dinge des täglichen Lebens ebenfalls aus einem einfachen Blickwinkel.
    Der Frauenarzt meiner Frau und Tochter in Steinbach (Taunus) nimmt seit mehr als 20 Jahren an der Erforschung des Gebärmutterhalskrebses und einer rechtzeitigen vorbeugenden (Mädchen vor ihrem ersten Geschlechtsverkehr) Impfung gegen eine Virusinfektion (HPV) teil.
    Abgeleitet davon sind Zungenkrebs und Speiseröhrenkrebs bei Männern i.d.R. durch Cunnilingus weitere Auswirkungen zu beobachten.
    Ich selbst habe seit Jahren eine sehr hartnäckige Warze an der Seite des linken Zeigefingers. Nichts hat bisher geholfen.
    Nun zur Kernfrage: Hat sich denn schon mal jemand intensiv damit beschäftigt, dass möglicherweise alle Krebsarten (“unkontrolliertes Zellwachstum”) als Ursache eine Vireninfektion sein könnten ?

  8. Ich sehe viele Dinge des täglichen Lebens ebenfalls aus einem einfachen Blickwinkel.
    Der Frauenarzt meiner Frau und Tochter in Steinbach (Taunus) nimmt seit mehr als 20 Jahren an der Erforschung des Gebärmutterhalskrebses und einer rechtzeitigen vorbeugenden (Mädchen vor ihrem ersten Geschlechtsverkehr) Impfung gegen eine Virusinfektion (HPV) teil.
    Abgeleitet davon sind Zungenkrebs und Speiseröhrenkrebs bei Männern i.d.R. durch Cunnilingus weitere Auswirkungen zu beobachten.
    Ich selbst habe seit Jahren eine sehr hartnäckige Warze an der Seite des linken Zeigefingers. Nichts hat bisher geholfen.
    Nun zur Kernfrage: Hat sich denn schon mal jemand intensiv damit beschäftigt, dass möglicherweise alle Krebsarten (“unkontrolliertes Zellwachstum” wie bei einer Warze) als Ursache eine Vireninfektion sein könnten ?

    • Danke für Ihre Frage! Tatsächlich ist das ein sehr wichtiger Forschungsgegenstand. Es gibt andere Krankheitserreger, die eine Krebsentstehung begünstigen können, dazu habe ich kürzlich einen Text geschrieben https://scilogs.spektrum.de/die-monacologin/ist-krebs-ansteckend/ Ich gehe davon aus, dass es noch mehr Viren gibt, die Krebs auslösen können. Und hoffe, dass es in Zukunft noch mehr Impfungen geben wird, die vor einer Krebsentstehung schützen können. Weil Sie so interessiert sind: ich kann Ihnen das Buch “Gegen Krebs”, in dem Harald zur Hausen mit Katja Reuter die Geschichte seiner Forschung zur Krebsentstehung durch die HPV Infektion bis zur Entwicklung der Impfung erzählt, sehr empfehlen

  9. Ich möchte nur darauf hinweisen, das die eigene Körperwahrnehnung und auch die gezielte Krebsvorsorge ein grosser Schritt sind , den Krebs zu bekämpfen. In der Vorsorge werden oft die Vorstufen von Krebs gefunden- sogenannte Carcinoma in situ. Diese werden dann entfernt, damit diese sich erst garnicht in ein bösartiges Carcinom umwandeln können.
    Gefahr erkannt -Gefahr gebannt.

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