Parapsychologie

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auf der Frequenz von Geist und Gehirn
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Braincast 104

Nichts spricht für die Existenz parapsychologischer Phänomene. Nichts, außer dass immer irgendwo der Bekannte der Schwester eines Freundes mal dieses oder jenes erlebt haben soll. Wir suchen nach Gründen, schauen auf die Forschung und können uns kaum entscheiden zwischen Hoffnung und Zweifel.

Die Verlosung für das Heft Zukunft der Hirnforschung habe ich nicht terminiert und lasse es bis zur nächsten Episode laufen. Die wiederum erscheint erst in zwei Wochen – die üblichen Faschingsferien.

Die Links dieser Episode sind dieser ins Archiv meiner Schreiberei – aus einer Zeit, als ich noch Wissenschaftsonkel der schweizer Zeitschrift Spuren war. Auch der nächste Link geht zu einer Zeitschrift, zum Answers Research Journal – viel Vergnügen!

Thematisch haben wir dieses Mal ganz wunderbare Titel, beginnend mit Do not Disconnect von Aegis, das vermutlich ganz anders gemeint war. Weiter geht´s mit dem großartigen Intermezzo von Ariaphonics und rockiger und genau auf den Punkt mit Investigating the Phantom Signal von Anterrabae. Kaum weniger treffend und musikalisch ziemlich schräg ist Shall We Play a Game von Chad Nantais. Den Schluss macht Al Phlipp and The Woo Team mit Bipolarity (Social Dysfunction Optimist Mix), was zugegebenermaßen fies ist. Aber auch klasse!

MP3 File

Arvid Leyh

Veröffentlicht von

www.nurindeinemkopf.de

Nach diversen Artikeln und zwei Büchern zwischen Geist und Gehirn hier der Podcast. Wichtigster Punkt: die Übersetzung der aktuellen Erkenntnisse in verständliche Sprache, praktischen Alltag und guten Humor.

6 Kommentare

  1. Uff! Fürwahr ein heikles Thema. Meiner Meinung nach hätte ruhig ein bisschen mehr Sekptizismus reingekonnt.
    Allerdings fand ich persönlich super, dass mal wieder so ein kleines Häppchen Selbermachen dabeiwar mit dem Hicks(?)-Raum oder den Isolationstank. Bio-feedback hat mich damals zu einen Braincast-abhängigen gemacht…

  2. …und es gibt sie doch (?)

    …die Telepathie.

    Nein, ich warte jetzt nicht mit Eigenerfahrungen auf (auch wenn diese vorhanden sind), sondern mit einem – meines Erachtens – interessanten Buch zum Thema, in dem von einer Doppelblindstudie am Frankfurter Sigmund-Freud-Institut berichtet wird:

    “Telepathie und das Vorbewusste”
    von Wolfgang Leuschner
    edition diskord
    ISBN 3-89295-740-1

    Kurz und knapp, und daher kein Anspruch auf Vollständigkeit:
    Dort wurden Probanden in zwei verschiedene Zimmer zweier Stockwerke gesetzt, der eine bekam das “Bild” zu sehen, das er telepathisch senden sollte, der andere sollte das, was er empfing, zum einen verbal, zum anderen zeichnerisch wiedergeben.
    Ergebnis 1: Das empfangene Material entsprach dem gesandten in 2% der Fälle 1:1, in weiteren gut 50% war es quasi identisch, aber ‘verunstaltet’, so wie unsere Nachtträume ‘verunstaltete’ Tageserlebnisse enthalten (d.h. verzerrt, symbolisiert, verdichtet, verschoben usw.). Bei dieser hohen Zahl sind schon alle weit hergeholten Deutungen und Decodierungen rausgestrichen.
    2. Die Zahl der 1:1 bzw. verunstaltet richtig empfangenen Bilder lag höher, wenn der Empfänger an einer unheilbaren Augenkrankheit litt, demzufolge blind war und auf dem visuellen Kanal nicht empfing, dadurch aber auch nicht durch real visuelle Erlebnisse in seinem telepathischen Empfangen gestört werden konnte.
    3. WIE das funktioniert, haben auch die Forscher dort nicht herausgefunden, aber manch interessante These in dem Buch erwähnt und gedanklich durchgespielt.
    Ach ja, es wird im Buch auch diskutiert, warum möglicherweise diese Parallelen in der Codierung zwischen Telepathie und Traum vorhanden sind und ob dies wegweisend zum “Wie?” sein könnte.

  3. Mystisches vom Ken-Do Trainer…

    Ein ganz ähnliches Phänomen gibt es im japanischen Bujinkan Budo, einer relativ unbekannten Kampfkunst.
    Als Prüfung zum fünften Dan, muss der Prüfling sich niederknien während der Prüfer mit einem Holzschwert hinter dem Prüfling steht und unangekündigt und für den Prüfling nicht einsehbar, einen Hieb auf den Kopf austeilt. Die Aufgabe gilt als gelöst wenn man es schafft zeitig auszuweichen und wegzurollen. 🙂

    Wir haben mit diesem Phänomen viel rumexperementiert und ein paar interessante Aspekte gefunden.
    Es klappt tatsächlich besser wenn der Angreifer seinen Angriff auch als solchen Ausführt. Ein entspanntes nicht-denken und einfach zuschlagen führt eigentlich immer zu Beulen beim Prüfling. Die Japaner nennen das wohl “Saki” (ungefähr: Tötungsabsicht)
    Weiterhin hat man viele verschiedene Berichte darüber was der Prüfling empfindet. Die einen sagen sie hätten den Schlag gehört, so geht es mir. Die anderen fühlen ihn und der dritte will ihn gesehen haben.
    Letzte Beobachtung ist die das das absolvieren dieses testes denjenigen einfacher fällt die reale Gewalt erlebt haben. (Ein Überlebender der Scharfschützen aus Sarajevo, hat ihn ohne Übung bestanden, genauso wie eine Frau die häusliche Gewalt erfahren muste)

    Wir haben nie eine gute Theorie gefunden was die Erklärung für diesen Effekt sein dürfte, waren uns aber im gegensatz zu vielen anderen immer sicher das es def. kein PSI-Phänomen ist.

    In diesem Sinne…
    Alexander

  4. PSI-Phänomene gibt es und auch nicht.

    Die folgende Begebenheit ereignete sich um das Jahr 1985. Unsere Bekannte L.F. erzählte uns, sie sei von A.B. zu einem besonderen Abend eingeladen worden. Eine österreichische Frau wäre zu Besuch und die verstünde sich auf das Gläserrücken. Weder meine Frau und ich, noch unsere Bekannte L.F, oder A.B. hatten bisher ein physikalisches PSI-Phänomen erlebt. Ich wollte mir diese, wahrscheinlich einmalige Gelegenheit nicht entgehen lassen und bat mitkommen zu dürfen, obwohl meine Frau und ich nicht eingeladen waren. Etwas widerwillig wurde es uns gestattet, entweder weil die vereinbarte Zahl der Teilnehmer schon erreicht war oder weil man annahm wir passten nicht zu dem Kreis. Ich hatte die feste Absicht vorurteilslos, aber doch sehr kritisch und genau den Ablauf zu verfolgen.

    Die von A.B. eingeladenen Gäste waren außer mir, als einziger männlicher Gast ausschließlich Frauen, etwa acht an der Zahl im Durchschnittsalter um die 60. Alle Beteiligten, außer der Österreicherin waren aus derselben süddeutschen Gegend. Eine der Gäste war offenbar von ihrem Lebenspartner zu dieser Veranstaltung chauffiert worden. Er saß in dem großen Raum im hintersten Eck und wollte sichtlich mit dem gleich Stattfindenden nichts zu tun haben. Er versteckte sich hinter einer Zeitung und sah auch nicht auf als wir eintrafen.

    Wir setzten uns um einen Tisch, auf dem ein rundgeschnittenes Packpapier lag. Am Rand waren die Buchstaben des Alphabetes, die Zahlen 1 bis 9, das Wort „Ja“ und das Wort „Nein“ mit Filzstift etwas ungelenk geschrieben. In der Mitte stand ein umgedrehtes Trinkglas, das an der Unterseite, also jetzt an der Oberseite einen Wulst aufwies.

    In der folgenden Beschreibung möchte ich mich ausschließlich auf den physikalischen Effekt beschränken. Die Österreicherin erklärte das zu Erwartende. Wir sollen unsere Zeigefinger auf den Wulst des umgedrehten Glases legen und uns ganz darauf konzentrieren. Nach einer Zeit, die ich nachträglich mit etwa 5 min annehme, begann das Glas zu zittern. Das Zittern wurde schließlich stärker bis sich das Glas ganz langsam in Bewegung setzte. Auf bestimmte Fragen der Österreicherin wanderte das Glas zu den einzelnen Buchstaben am Rand, die zusammengesetzt eine sinnvolle Antwort zur gestellten Frage ergab. Mein Erstaunen, ein solches Phänomen mitzuerleben kann man sich vorstellen. Das Glas wurde allmählich schneller. Als das Glas einmal eine Richtung hatte, die von mir weg lief, versuchte ich mit aller Kraft meines Zeigefingers mich am Wulst festzuhalten. Ich habe durchaus kräftige Finger. Es gelang mir nicht die Geschwindigkeit des Glases nur im Geringsten zu reduzieren, geschweige den das Glas aufzuhalten.

    Die abrupten Richtungswechsel des Glases am Rand um vom einen Buchstaben zum anderen zu gelangen erfolgten ohne eine sichtbare Reduzierung der Geschwindigkeit. Im Lauf des Abends wurde die Laufgeschwindigkeit des Glases immer höher und wurde schließlich so schnell, dass einige mir ihrem Zeigefinger nicht mehr folgen konnten, am Glas abglitten und den Kontakt zum Glas verloren. Ich bemerkte, wie in diesen Momenten das Glas etwas langsamer wurde. Ich motivierte die Anwesenden zu einem Experiment: Jeder sollte für kurze Zeit den Finger vom Glas nehmen. Deutlich war festzustellen, wie jeder Anwesende einen unterschiedlichen Anteil zur Geschwindigkeit des Glases beisteuerte. Die Österreicherin hatte erwartungsgemäß den weitaus stärksten Anteil. Aber selbst als sie den Finger vom Glas nahm, reichten die übrigen Teilnehmer noch aus um das Glas zu bewegen, wenn auch im Schneckentempo. Mein eigener Anteil war der Geringste von allen. Das Glas änderte nur minimal seine Geschwindigkeit als ich den Finger vom Glas nahm. Ich war also fast neutral.

    Zur nächsten Phase des Experimentes gratuliere ich mir heute noch. Immer wieder versuchte ich den Mann in der Ecke anzusprechen. Schließlich gelang es mir sogar, dass er etwas widerwillig am Experiment teilnahm. Erwartet hätte ich, dass sein Anteil bei Null gelegen hätte. Aber es geschah etwas unerwartet anderes: Sobald er seinen Finger mit auf das Glas legte, stand das Glas übergangslos still. Nicht einmal das anfängliche Zittern war noch da. Ein völlig normal auf der Stelle stehendes Glas stand in dem Moment vor uns. Sobald er den Finger wieder losließ, rannte das Glas übergangslos mit der vorigen hohen Geschwindigkeit wieder über das Papier. Egal, ob vorher alle oder nur ein Teil der Anwesenden das Glas in Bewegung hielten, sobald er den Finger drauflegte, war es sofort wieder ein ganz normales still dastehende Glas.

    Erst viele Jahre später ist mir klargeworden, welch bedeutungsvolles Experiment wir seinerzeit so spontan durchgeführt hatten. Es gibt offenbar eine ANTI-PSI-Begabung. Mir war zwar bekannt, dass im Zustand von Begeisterung und bei entsprechender Anregung PSI-Begabungen hervortreten können die sonst im Alltag verschüttet sind. Die Erkenntnis aber, dass manche Menschen die „Begabung“ haben das Auftreten eines PSI-Phänomens vollständig zu unterbinden war mir dann doch neu. Es ist vermutlich der tief in der Seele sitzende Glaube, dass es PSI-Phänomene nicht geben können, der sie dann auch tatsächlich verhindert. Übliches wissenschaftliches Vorgehen versagt hier. Subjektivität und Objektivität verschwimmen ineinander. Auf der Trennung ruht aber unsere Wissenschaft.

    In der Parapsychologie ist ja bekannt, dass PSI-Phänomene zu verschwinden scheinen, je genauer man sie untersuchen will. Vielleicht haben wir damit auch eine Erklärung warum es bisher niemandem gelungen ist die 1 Million Dollar zu gewinnen, die James Randi für denjenigen ausgelobt hat, der unter seinen Augen ein echtes PSI-Phänomen zustande bringt.

  5. ASW

    Also ich habs erlebt. Du nicht? Wirklich nicht? Ich glaub, mit dir stimmt was nicht. 🙂
    Im Ernst, ich habs mehrfach erlebt. Leider wollen Skeptiker es ja meistens gar nicht wirklich wissen. Es wird schon von vorneherein festgestellt – das kann es nicht geben. Also beweist man sich – das kann es nicht geben.

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