Zyklon „Pam“ über Vanuatu

Der Zyklon „Pam“ und seine Auswirkungen auf den Inselstaat Vanuatu gingen ja leider (zumindest gefühlt für mich) ein wenig in unserer Presse unter.

Zyklone werden ja nicht nur die Tiefdruckgebiete allgemein genannt, sondern speziell auch die tropischen Wirbelstürme im Indischen Ozean und im südlichen Pazifik. Sie sind dort also die Entsprechungen der bekannteren und in unseren Medien etwas deutlicher vertretenen Hurrikane aus der Karibik. Und sie stehen diesen oft auch in ihrer Kraft und in ihrem Zerstörungspotential nicht nach. Da viele Inseln gerade im südlichen Pazifik nur wenig über dem Meeresspiegel liegen, ist die Gefahr selbst bei schwächeren Zyklonen ziemlich hoch.

Tropical Cyclone Pam over Vanuatu

Der Zyklon „Pam“, wie er vom Moderate Resolution Imaging Spectroradiometer (MODIS) des NASA Satelliten Aqua am 13. März um 1:30 p.m.lokaler Zeit (2:20 Universal Time) gesehen wurde. (Credit: NASA)

 

Und „Pam“ war als Wirbelsturm der Kategorie 5 nicht gerade ein schwächeres Exemplar. Als der Sturm auf die Insel Efate mit der Hauptstadt Vanuatus, Port Vila traf, hatte er Windgeschwindigkeiten von gut 265 Kilometern pro Stunde ( im Radio wurde sogar von 300 km/h gesprochen) erreicht. Man kann auf dem Satellitenbild sehr gut erkennen, wie nahe das Auge des Sturmes an die Inseln heran reicht.Nun ist Vanuatu eines der ärmsten Länder der Erde, und die allermeisten Menschen leben in Hütten, die mit Palmenblättern gedeckt sind. Kaum eines der Gebäude konnte der Wucht des Sturms standhalten. Aber selbst wenn die Menschen die direkte Wirkung des Sturmes überstanden haben, so sind doch sehr oft alle Verkehrswege zwischen den Inseln unterbrochen, weil Schiffe und Hafenanlagen ebenso wie Flugplätze beschädigt wurden. Außerdem dürfte wohl die gesamte Ernte auf den Inseln verloren sein.

Die schlechte Erreichbarkeit vieler Inseln ist auch ein Grund dafür, dass auch heute (16. März) das genaue Ausmaß der Katastrophe und die genaue Anzahl der Toten nicht bekannt ist. Vermutlich werden wir uns aber auf schlechte Nachrichten aus der Region einstellen müssen.

Internationale Hilfe für Vanuatu ist angelaufen – tafgesschau.de

Gunnar Ries studierte in Hamburg Mineralogie und promovierte dort am Geologisch-Paläontologischen Institut und Museum über das Verwitterungsverhalten ostafrikanischer Karbonatite. Er arbeitet bei der CRB Analyse Service GmbH in Hardegsen. Hier geäußerte Meinungen sind meine eigenen

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Der Real-Climate-Artikel Severe Tropical Cyclone Pam and Climate Change rollt anhand von Pam erneut die Frage auf, ob Wirbelstürme/Zyklone in einem wärmeren Klima häufiger werden und an Intensität zunehmen. Der Autor Kerry Emanuel erwähnt einführend, dass Haiyan und Pam zu den stärksten Wirbelstürmen gehören, die je registriert wurden.
    Nach Kerry begünstigen höhere Ozeanoberflächentemperaturen und eine höhere Luftfeuchtigkeit stärkere Stürme. Statistisch lässt sich eine Zunahme der Häufigkeit oder Stärke von Wirbelstürmen aber (noch) nicht belegen, weil ein Beobachtungszeitraum von 30 Jahren nicht genügt, zumal die Häufigkeit von Zyklonen und Hurrikanen langperiodische Schwankungen zeigt. Folgender Abschnitt scheint mir die Hauptaussage von Kerrys Artikel gut zusammenzufassen:

    All of this is consistent with the strengthening consensus that the frequency of high category tropical cyclones should increase as the planet warms (Knutson et al., 2010). Basic theory and a variety of numerical simulations support this, as well as the projection that tropical cyclones should produce substantially more rain, owing to the increased moisture content of the tropical atmosphere. This is important because most destruction and loss of life are caused by high category storms and their attendant storm surges, and by freshwater flooding from torrential rains. Most of the disagreement in the literature on tropical cyclone projections concerns the incidence of weak storms, but these are usually far less consequential in spite of being more numerous.

  2. Vanuatu hat alles: Zyklone von Januar bis April, aktiver Vulkanismus, oft begleitet von schwachen Erdbeben und Tsunamis.

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