Tag (und Nacht) der Astronomie

Der Astronomietag, so scheint mir, führt immer noch eine Art Schattendasein. Dabei ist er eine prima Gelegenheit, Amateurastronomen kennenzulernen oder mit "echten" Astronomen und ihrer Arbeit in Kontakt zu treten. Am Samstag ist es wieder so weit – die mittlerweile 6. Auflage steht an.

Samstag steht mit dem Mond ein dankbares Objekt am Abendhimmel, dessen Anblick so manchen begeistert, der zum ersten Mal durch ein Teleskop blickt. Auch Jupiter, der Riesenplanet mit seinen vier großen Monden könnte für so manches Aha-Erlebnis sorgen. Könnte – wenn das Wetter mitspielt.

Auch findet am Astronomietag diesmal keine überregionale Astromesse statt, Amateurastronomen können also ihre Privatsternwarten öffnen, ohne etwas verpassen zu müssen. Alles in allem beste Voraussetzungen also.

Einen Überblick, welche Veranstaltungen in der Nähe stattfinden, gibt wie immer die Seite der VdS. Nicht nur Volksternwarten und amateurastronomische Vereinigungen öffnen ihre Pforten, auch wissenschaftliche Einrichtungen machen mit, etwa das Astrophysikalische Institut in Potsdam und das Radioteleskop in Effelsberg bei Bad Münstereifel. Ok, ich glaube, das ist es auch schon… 

Ich selbst werde dieses Mal wieder in der Volkssternwarte Aachen mit dabei sein. Lebhaft erinnere ich mich noch an den Astronomietag 2003, als der Mars das Glanzlicht des Abends war: Hunderte Besucher drängten sich in die alterwürdige Kuppel am Hangeweiher, um einen Blick durch das 20cm-Teleskop auf unseren roten Nachbarn zu werfen. Die Schlange ging bis vor den Haupteingang – geschlagene zwei Stunden mussten die Neugierigen warten, bis sie vor das Okular kamen! Begeistert waren trotzdem (fast) alle.

So etwas wünsche ich mir für  Samstag auch. Wenn die praktische Beobachtung wetterbedingt nicht möglich ist, gibt es immerhin ein reichhaltiges Vortragsprogramm. 

Der bundesweite Tag der Astronomie findet regelmäßig einmal im Jahr, meist im September, statt. Er ist eine Initiative der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) und wird in diesem Jahr von der Zeitschrift Sterne und Weltraum unterstützt. Amateurastronomische Vereine, Volkssternwarten, Planetarien und astronomische Institute öffnen an diesem Tag ihre Pforten für das interessierte Publikum. Für den diesjährigen Astrotag sind bis heute 171 Veranstaltungen in Deutschland gemeldet.

Zeitgleich findet auch in der Schweiz der Tag der Astronomie statt. Über die Veranstaltungen dort informiert die Schweizerische Astronomische Gesellschaft (SAG).

Clear Skies am Samstag wünscht:

Jan Hattenbach

Jan Hattenbach

Mit dem Astronomievirus infiziert wurde ich Mitte der achtziger Jahre, als ich als 8-Jähriger die Illustrationen der Planeten auf den ersten Seiten eines Weltatlas stundenlang betrachtete. Spätestens 1986, als ich den Kometen Halley im Teleskop der Sternwarte Aachen sah (nicht mehr als ein diffuses Fleckchen, aber immerhin) war es um mich geschehen. Es folgte der klassische Weg eines Amateurastronomen: immer größere Teleskope, Experimente in der Astrofotografie (zuerst analog, dann digital) und später Reisen in alle Welt zu Sonnenfinsternissen, Meteorschauern oder Kometen. Visuelle Beobachtung, Fotografie, Videoastronomie oder Teleskopselbstbau – das sind Themen die mich beschäftigten und weiter beschäftigen. Aber auch die Vermittlung von astronomischen Inhalten macht mir großen Spaß. Nach meinem Abitur nahm ich ein Physikstudium auf, das ich mit einer Diplomarbeit über ein Weltraumexperiment zur Messung der kosmischen Strahlung abschloss. Trotz aller Theorie und Technik ist es nach wie vor das Erlebnis einer perfekten Nacht unter dem Sternenhimmel, das für mich die Faszination an der Astronomie ausmacht. Die Abgeschiedenheit in der Natur, die Geräusche und Gerüche, die Kälte, die durch Nichts vergleichbare Schönheit des Kosmos, dessen Teil wir sind – eigentlich braucht man für das alles kein Teleskop und keine Kamera. Eines meiner ersten Bücher war „Die Sterne“ von Heinz Haber. Das erste Kapitel hieß „Lichter am Himmel“ – daher angelehnt ist der Name meines Blogs. Hier möchte ich erzählen, was mich astronomisch umtreibt, eigene Projekte und Reisen vorstellen, über Themen schreiben, die ich wichtig finde. Die „Himmelslichter“ sind aber nicht immer extraterrestrischen Ursprungs, auch in unserer Erdatmosphäre entstehen interessante Phänomene. Mein Blog beschäftigt sich auch mit ihnen – eben mit „allem, was am Himmel passiert“. jan [punkt] hattenbach [ät] gmx [Punkt] de Alle eigenen Texte und Bilder, die in diesem Blog veröffentlicht werden, unterliegen der CreativeCommons-Lizenz CC BY-NC-SA 4.0.

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