Petition gegen Lichtverschmutzung: Die Entscheidung

Der Vollständigkeit halber will ich nicht versäumen zu erwähnen, dass die Petition gegen Lichtverschmutzung, die vor zwei Jahren vor dem Deutschen Bundestag eingebracht wurde, nun abgeschlossen ist. Das berichtet der Initiator Roy Hengst im Forum von astrotreff.de. Dort hat er auch den Wortlaut des Begründungstextes veröffentlicht, der bald auch auf der Seite des Bundestags nachlesbar sein sollte. Hier mal die meiner Meinung nach wichtigsten Passagen, unkommentiert, denn jeder kann sich selbst etwas dabei denken:

Lichtabstrahlungen von Himmelsstrahlern (Skybeamern) können zu einer Beeinträchtigung des Vogelfluges bzw. einer Schädigung geschützter oder zu schützender Tiergruppen führen, die im Einzelfall unter Berücksichtigung der konkreten Situation […] am Aufstellort zu prüfen ist. Der Schutz der Atmosphäre ist dagegen nicht betroffen,da die Lichtstrahlen die natürliche Zusammensetzung der Luft nicht verändern. Auf den Menschen kann das Licht hauptsächlich einen belästigenden Einfluss haben, d. h. Störungen des körperlichen oder seelichen Wohlbefindens bewirken, die nicht mit einem Schaden für die Gesundheit verbunden sind.

Auf der Grundlage der im Rahmen der Behandlung der Petition gewonnenen Erkenntnisse hält der Petitionsausschuss das gegenwärtige rechtliche Instrumentarium für ausreichend, Beeinträchtigungen des Menschen und der Umwelt durch Lichtimmissionen entgegenzutreten; insofern kann er ein vom Petenten gefordertes generelles bundesweites Gesetz gegen Lichtverschmutzung derzeit nicht in Aussicht stellen.

Allerdings verkennt der Petitionsausschuss nicht, dass die Entwicklung der Lichtemissionen und ihrer Auswirkungen auf Menschen und die Umwelt einer weiteren intensiven Beobachtung und Erforschung bedürfen, um erforderlichenfalls von Seiten des Gesetzgebers korrigierend eingreifen zu können, etwa durch eine Verschärfung des immissionsschutzrechtlichen Instrumentariums.

Demgegenüber sieht der Petitionsausschuss keine Notwendigkeit, zusätzliche gesetzliche Maßnahmen gegen Lichtverschmutzung einschliesslich der Festlegung genereller bundesweiter Grenzwerte für Lichtemissionen allein deswegen zu ergreifen, um die Möglichkeiten der Sternenbeobachtung nachhaltig zu verbessern.

(Quelle: Roy Hengst auf astrotreff.de)

Jan Hattenbach

Mit dem Astronomievirus infiziert wurde ich Mitte der achtziger Jahre, als ich als 8-Jähriger die Illustrationen der Planeten auf den ersten Seiten eines Weltatlas stundenlang betrachtete. Spätestens 1986, als ich den Kometen Halley im Teleskop der Sternwarte Aachen sah (nicht mehr als ein diffuses Fleckchen, aber immerhin) war es um mich geschehen. Es folgte der klassische Weg eines Amateurastronomen: immer größere Teleskope, Experimente in der Astrofotografie (zuerst analog, dann digital) und später Reisen in alle Welt zu Sonnenfinsternissen, Meteorschauern oder Kometen. Visuelle Beobachtung, Fotografie, Videoastronomie oder Teleskopselbstbau – das sind Themen die mich beschäftigten und weiter beschäftigen. Aber auch die Vermittlung von astronomischen Inhalten macht mir großen Spaß. Nach meinem Abitur nahm ich ein Physikstudium auf, das ich mit einer Diplomarbeit über ein Weltraumexperiment zur Messung der kosmischen Strahlung abschloss. Trotz aller Theorie und Technik ist es nach wie vor das Erlebnis einer perfekten Nacht unter dem Sternenhimmel, das für mich die Faszination an der Astronomie ausmacht. Die Abgeschiedenheit in der Natur, die Geräusche und Gerüche, die Kälte, die durch Nichts vergleichbare Schönheit des Kosmos, dessen Teil wir sind – eigentlich braucht man für das alles kein Teleskop und keine Kamera. Eines meiner ersten Bücher war „Die Sterne“ von Heinz Haber. Das erste Kapitel hieß „Lichter am Himmel“ – daher angelehnt ist der Name meines Blogs. Hier möchte ich erzählen, was mich astronomisch umtreibt, eigene Projekte und Reisen vorstellen, über Themen schreiben, die ich wichtig finde. Die „Himmelslichter“ sind aber nicht immer extraterrestrischen Ursprungs, auch in unserer Erdatmosphäre entstehen interessante Phänomene. Mein Blog beschäftigt sich auch mit ihnen – eben mit „allem, was am Himmel passiert“. jan [punkt] hattenbach [ät] gmx [Punkt] de Alle eigenen Texte und Bilder, die in diesem Blog veröffentlicht werden, unterliegen der CreativeCommons-Lizenz CC BY-NC-SA 4.0.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Petition

    War ja wohl nicht anders zu erwarten…

    An dieser Stelle möchte ich mal selten gebrauchte Argumente einbringen:

    – Kinder, Jugendliche und ältere Menschen möchten in ihrem Garten oder Balkon beobachten, die können nicht wegfahren, können aber je nachdem wieviele Lampen in Garten oder Balkon strahlen nicht beobachten…
    – es gibt auch Leute die zum Beobachten nicht wegfahren wollen (Benzinkosten..)
    – Amateurastronomen, die ihren kleinen Beitrag zur Wissenschaft liefern, z.B. Astrometrie können von Zuhause mehr erreichen, als wenn sie jedesmal wegfahren müssen, aber auch hier besteht das Problem wie oben beschrieben!

    Und noch was! Es werden immer mehr die Halogen Metall Lampen eingesetzt statt der Natriumdampflampen, die Folge:
    Breites Spektrum, auch Blau und kaum filterbar.
    Der Trend geht zum Weisslicht!

    Gruß

    Jürgen Linder

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