Placebo besser als Antidepressivum und Antiepileptikum gegen Migräne bei Kindern und Jugendlichen

Der Placeboeffekt schlägt wieder zu: Eine aktuelle Studie in der renommierten Fachzeitschrift New England Journal of Medicine stellte fest, dass ein Placebo so gut wirkte, wie ein Antidepressivum oder so gut wie ein Antiepileptikum, die beide bei Erwachsenen gegen Migräne zur gängigen Prophylaxe zählen. Da sowohl das Antidepressivum wie auch das Antiepileptikum Nebenwirkungen haben, ist die Zuckerpille also als Therapie sogar überlegen. Die Hintergründe sind in der New York Times angeführt. Auch Nature Reviews Neurology macht heute mit einem Übersichtsartikel über Migräne auf: New strategies for the treatment and prevention of primary headache disorders.

 

 

Markus Dahlem forscht seit über 20 Jahren über Migräne, hat Gastpositionen an der HU Berlin und am Massachusetts General Hospital. Außerdem ist er Geschäftsführer und Mitgründer des Berliner eHealth-Startup Newsenselab, das die Migräne- und Kopfschmerz-App M-sense entwickelt.

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  1. Um den Placebo-Effekt zu verstehen, müsste man daran interessiert sein, zu verstehen, wie DENKEN – als Grundlage des Placebo-Effektes – funktioniert.
    Leider wird diese Grundlagenforschung bisher nicht ernsthaft genug betrieben. Damit vergibt man eine große Chance für attraktive Therapie-Methoden.

    Ich habe schon mehrmals darauf hingewiesen, dass man im Rahmen der sogenannten ´Nahtod-Erfahrung´(NTE) bewusst erleben kann, wie das Gehirn einen einzelnen Reiz systematisch und strukturiert verarbeitet. Leider wird dieser direkte Zugang zur Arbeitsweise des Gehirns bisher ignoriert – weil die Gehirn-/Gedächtnisforschung das Thema ´NTE´ der Esoterik überlassen hat.
    Beispiel:
    Bei NTEs ist u.a. erkennbar, dass DENKEN das Ergebnis einer relativ simplen Mustervergleichsaktivität ist, die sich mit nur 3 einfachen Regeln beschreiben lässt.
    Wenn wir einen neuen Reiz wahrnehmen RE-AKTIVIERT das Gehirn sofort eine vergleichbare/identische eigene Erfahrung. Eine solche ´Erfahrung´ besteht z.B. aus a) Fakten-Wissen, b) Körper-Reaktion (Bewegung von Körperteilen, Immunreaktion), c) sinnlichen- und d) emotionalen-Bestandteilen.

    Dieses RE-AKTIVIEREN eigener, gut bekannter Erfahrungs-/Reaktions-Muster dürfte eine wesentliche Grundlage des Placebo-Effektes und der zugehörigen Heil-Wirkung sein.
    (Literaturtipp; Mein Buch – Kinseher Richard: Pfusch, Betrug, Nahtod-Erfahrung
    (Der Vorwurf im Titel bezieht sich auf die Qualität bisheriger Forschung – denn man hätte diese Erkenntnisse scho vor 4 Jahrzehnten haben können.)

  2. Nachtrag: Vor kurzem wurde eine Studie zur Schmerztherapie veröffentlicht – bei der die Patienten ausdrücklich darauf hingewiesen wurden, dass sie ein wirkungsloses Placebo erhielten: Bei 1/3 der Patienten wurde eine Linderung der Schmerzen berichtet – zusammen mit einer Verminderung von Behinderungen.
    Bei der Schmerzmittelguppe berichteten nur 9 % von einer Schmerzlinderung.
    http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-20730-2016-10-17-html ´Placebos wirken auch ohne Täuschung´ (DOI: 10.1097/j-pain.000 000 000 000 0700

    Und:
    Bei manchen erfolglos austherapierten Krebspatienten tritt ´Spontanheilung´ ein, nachdem(!) sie ihre gedankliche Haltung zur Krankheit ändern. Solch ein Effekt kann Zufall sein – aber wenn unterschiedliche Patienten bei gleichem Denkmuster eine Spontanheilung haben – sollte dies ein Grund sein, diesen Placebo-Effekt genauer zu untersuchen. DENN: ist das Denkmuster nachvollziehbar, wäre hier ein Ansatz zur Verbesserung der Krebstherapie.

  3. Nachtrag2 – zur Erinnerung:
    Wie wichtig es wäre, den Einfluss des richtigen Denkens auf Migräne zu erforschen zeigte eine Arbeit über Meditation.
    Entspannungsübung/Meditation senkt Medikamentenbedarf – aber eine Meditationsart senkte sogar die Anzahl der Anfälle deutlich.
    http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-20586-2016-09-07.html
    ´Meditation hilft bei Migräne´

    http://www.sciencedaily.com/releases/2016/09/160902125336.htm
    ´Spiritual meditation plus medication: Best medicine for migraines?´

    • Wissen sie, was sie da sagen? Also gemeint sei die Sache mit der Veränderung des Denkens.

      Es ist nämlich so, dass ich seit 6 Jahren kopfschmerzen habe – jeden Tag und den ganzen Tag lang. Mir ist in diesem zusammenhang schon das Szenario des „Denkverbots“ gekommen, die diese Kopfschmerzen darstellen. Denn ich stellte fest, dass tatsächlich meine Denkweise Einfluß auf die Kopfschmerzen hat. Es gibt sogar ganz konkrete Themen, die mir absolut keine kopfschmerzen bereiten.

      Wenn also irgendeine krankheit dadurch gelindert oder geheilt werden kann, indem ich meine Denkweise/haltung veränderé..irgendwie anpasse, steht für mich entsprechend fest, dass wir in unserer Denke eben nicht „frei“ sind. Und dann stelle ich mir auch noch vor, dass man diese Symptome im Körper oder Kopf auch noch manipulativ herbeiführen könnte…vielleicht. Jedenfalls wäre das eine ideale Methode, Menschen sozusdagen „gleichzuschalten“ oder zumindest radikal dazu veranlassen, weniger zu denken, weil doch ne Menge Menschen allen Scheiss den Tag über denken.

      Das wäre ja die Krönung aller Unterdrückungsformen, oder? Einmal vergiftet und seitdem sozusagen zwingend „integriert“.

      Was sagt uns das betreffend der Demokratie? Doch nur, dass man eben nicht die freie Wahl hat. Oder unsere Wahl eh keinen Einfluß hat, weil die derzeitige Demokratie unerwünschte „Strömungen“ einfach aussitzen kann, während die Köpfe dieser Strömungen manipulativ ruhiggestellt werden.
      Krass, oder?
      Die These wird plausibler, wenn man begreift, wie unser Bewusstsein funktioniert und welche Manipulationsstrategien es tatsächlich gibt. Und sie werden angewendet. Ich habe es am eigenen Leib erfahren müssen. Und es gibt ganz offensichtliche Indizien für die These des „kollektiven Bewusstseins“ als präzisere Vision von dem, was man vorher „Gott“ nannte.
      Demnach kann man Kopfschmerzen bekommen, wenn ein neben dir stehender erstens eine potenteres Gehirn hat und zweitens dem deine Denke absolut nicht gefällt.
      Und da gibt es noch das Neuroenhancemend, welches jedoch anders funktioniert, als man vermutet, wenn man an Doping denkt.

    • Auch, dass es den Placeboeffekt überhaupt nachweislich gibt, weist auf besondere Bedingungen bezüglich unseres Gehirns hin und warum wir zuweilen pathologische Symptomatik überhaupt haben.

      ich bin nämlich mal in einem Einkaufszentrum an einem laufendem alten Mann mit Krücken vorbeigegangen, und dabei begann, je näher ich ihm kam, ein Schmerz im Bauchraum immer stärker zu werden. Und als ich ihn überholt habe, je weiter ich dann wieder von ihm weg war, wurde der Schmerz auch immer geringer.

      Für mich ein eindeutiges Anzeichen dafür, dass es eine Informationsübertragung zwischen den Menschen gibt – die eben in diesem Falle Schmerzen auslöste. Und warum nicht auch in anderen Fällen mit anderen Symptomen?

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