20. Februar 1943 – Der Tag an dem ein Mensch der Geburt eines Vulkans beiwohnte

Am 20. Februar 1943 erbebte die Erde der Provinz Michoacán im südlichen Zentralmexiko. Auf einem Bauernhof in der Nähe des Dorfes Parícutin bemerkte der Bauer Dionisio Pulido, der gerade sein Feld pflügte, das der Boden sich warm anfühlte und langsam in die Höhe hob. Plötzlich öffnete sich eine Spalte, aus der Rauch, Dampf und rotglühende Schlacke herausspritzten. Zahlreiche fossile Schlackenkegel in Michoacán weisen bereits auf eine vulkanische Vergangenheit hin, aber bis 1943 war nur der Krater von Jorullo (aktiv von 1759 bis 1775) ausgebrochen.

Während der ersten paar Stunden bebte die Erde weiter und der Ausbruch des neuen Vulkans setzte sich fort. Am nächsten Morgen war der Kegel bereits 10 Meter hoch und nach einem Jahr um die 410m. Der neue Vulkan erhielt seinen Namen nach dem nahen Dorf Parícutin, wenige Monate später sollte das Dorf von der vulkanischen Aktivität zerstört werden. Trotz der Verwüstung wurde die gesamte Umgebung rechtzeitig evakuiert und es gab keine Todesopfer zu beklagen. Der Ausbruch der von Anfang an verfolgt werden konnte, stieß natürlich auf großes Interesse, wie diese zeitgenössische Filmaufnahmen zeigen.

Im März 1952 hörte die Eruption dann so plötzlich auf wie sie begonnen hatte. Der Parícutin gilt seither als erloschen.

Veröffentlicht von

David Bressan ist freiberuflicher Geologe hauptsächlich in, oder wenn wieder mal ein Tunnel gegraben wird unter den Alpen unterwegs. Während des Studiums der Erdwissenschaften in Innsbruck, bei dem es auch um Gletscherschwankungen in den vergangen Jahrhunderten ging, kam das Interesse für Geschichte dazu. Hobbymäßig begann er daher über die Geschichte der Geologie zu bloggen.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: Whewell’s Gazette: Year 3, Vol. #28 | Whewell's Ghost

Schreibe einen Kommentar




Bitte ausrechnen und die Zahl (Ziffern) eingeben

E-Mail-Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren.
-- Auch möglich: Abo ohne Kommentar. +