Gentech-Fragen (1): Weniger Pestizide, weniger Gefahren, mehr Erträge durch Gentechnik?

Im Wahlprogramm der Grünen für das Wahljahr 2013 kann man lesen:

Die Agrogentechnik hat keines ihrer Versprechen eingelöst. Statt Erträge zu steigern, hat sie den Einsatz von Pestiziden und die Gefahren für Umwelt, Menschen und Tiere erhöht.

Das ist flott geschrieben und passt zur ideologischen Ausrichtung der Grünen als fundamentalistische Gegner der grünen Gentechnik. Aber stimmt das auch?

Feldversuche mit herbizid-toleranten Lupinen: Ist es wirklich sinnvoll, unerwünschte Organismen auf dem Feld totzuspritzen? Und haben gentechnisch veränderte Pflanzen zu mehr Spritzmittelverbrauch geführt? (Bild (CC) Agrilife Today)

Die Antwort darauf lautet: Es kommt darauf an, wie man die Sache betrachtet. Denn es sind weder alle Pestizide gleich, noch sind alle gentechnisch veränderten (GV) Pflanzen gleich, oder werden Pestizide überall auf der Welt gleich eingesetzt.

Zunächst ist die Gentechnik nur ein Werkzeug, um Pflanzen mit bestimmten Genen und somit Eigenschaften auszustatten. So kann man zum Beispiel Reispflanzen entwickeln, die Überflutung über einen längeren Zeitraum tolerieren, oder die ihre Samenkörner mit Vitaminen anreichern. Diese Eigenschaften haben nichts mit Pestiziden zu tun.

Ostrinia nubilalis

Larven des Maiszünslers
befallen mit Vorliebe
Maispflanzen.
(Bild: ©entomart)

Kartoffeln, die nicht mehr mit Fungiziden gespritzt werden müssen, oder pilzresistente Orangen und Bananen sollen im Gegenteil sogar den Einsatz von chemisch-synthetischen Pestizide verringern. In diese Reihe lässt sich auch eine der beider kommerziell erfolgreichsten Eigenschaften einordnen: die Bt-Toxin-vermittelte Insektenresistenz. Durch die Herstellung eines Proteins aus dem Bodenbakterium Bacillus thuringiensis (Bt) werden die Pflanzen gegen Fraßinsekten geschützt. So wird eine transgene Bt-Mais-Pflanze kaum noch durch die Larven des Maiszünslers und Maiswurzelbohrers befallen. Über das Bt-Toxin liegen Erfahrungen aus fast 100 Jahren vor, seine Wirkung ist auf bestimmte Insektenarten beschränkt und gilt als äußerst nützlingsschonend. Selbst im Bio-Landbau wird Spritzbrühe aus abgetöteten Sporen von B. thuringiensis eingesetzt.

Man darf nicht vergessen: Pflanzen haben keine Beine und können vor Fraßfeinden nicht einfach weglaufen. Deshalb haben sie oft chemische Strategien entwickelt, um sich vor Fraß und Krankheit zu schützen: sie sind giftig oder ungenießbar. Kartoffeln produzieren zum Beispiel Solanin, um Kartoffelkäfer abzuwehren, Maniok lagert Blausäure in seinen Geweben ein. Weil Menschen Solanin auch nicht gut vertragen, haben wir es herausgezüchtet und müssen dem Kartoffelkäfer auf andere Weise Herr werden. Aus dem Maniok muss vor der Verarbeitung zu Lebensmitteln stundenlang die Blausäure herausgekocht werden, jedes Jahr gibt es zahlreiche Vergiftungsfälle.

Wird das Bt-Toxin gentechnisch in Baumwolle oder Mais eingebracht, bringen diese Pflanzen also ihr eigenes Bio-Insektizid mit. Und in der Tat gilt es heute als erwiesen, dass der Einsatz von Bt-Pflanzen den Bedarf an gesprühten Insektiziden stark gesenkt hat. Das schlussfolgert selbst die amerikanische Öko-Organisation Organic Center in ihrem Bericht von 2009, in dem sie über US-Äcker schreibt:

Bt corn and cotton have delivered consistent reductions in insecticide use totaling 64.2 million pounds over the 13 years. Bt corn reduced insecticide use by 32.6 million pounds, or by about 0.1 pound per acre. Bt cotton reduced insecticide use by 31.6 million pounds, or about 0.4 pounds per acre planted.

So wurde erst letztes Jahr durch eine Arbeit in Nature gezeigt, dass der Anbau von Bt-Baumwolle die ausgebrachten Insektizidmengen erheblich reduziert hat. Darüber hinaus hat er Erträge China und Indien verbessert, und Vergiftungen von Bauern mit Insektiziden sind drastisch zurückgegangen, denn wo weniger Gift in Kanister und Sprühvorrichtungen gefüllt werden muss, da gibt es etwa auch weniger Unfälle. Außerdem verbessert der Anbau von Genbaumwolle die Diversität von Insektenarten auf dem Feld und schont Nützlinge. In den USA, wo Bt-Mais besonders stark angebaut wird, profitierten Bauern mit konventionellen Sorten, weil die Schädlingsdichte insgesamt stark zurückgegangen ist. Das sind alles Punkte, die wissenschaftlicher Konsens sind: Das Konzept der insektenresistenten Bt-Pflanze ist eine gute Sache und durch ihren Einsatz erhöht sich vor allem nicht den Verbrauch von Pestiziden.

Setzt man die Schädlinge einem Selektionsdruck aus, kommt es unweigerlich zu Resistenzen. Je stärker die Selektion, desto schneller wird das zum Problem. Das ist auch der Fall für das Bt-Protein, wie Lars Fischer hier am Beispiel des Maiswurzelbohrers erläutert. Das lässt sich nicht aufhalten, aber durch eine verbesserte Anbaupraxis hinauszögern.

Wie ist es mit den Herbiziden?

Allerdings ist auch eine zweite Eigenschaft kommerziell sehr erfolgreich, und zwar eine Herbizidtoleranz gegenüber Glyphosat. Das Herbizid wird unter dem Namen „RoundUp“ vermaktet, die entsprechenden Pflanzen sind „RoundUp-Ready“. Da eine Glyphosat-Toleranz mit der Nutzung des Herbizids Glyphosat einhergeht, zielt die oben aufgestellte Behauptung ganz klar auf die steigende Nachfrage nach Unkrautvernichtungsmitteln ab.

Es gibt andere Wege, um pflanzliche Licht- und Nahrungskonkurrenten (Unkräuter) loszuwerden, als sie totzuspritzen: man kann sie jäten, oder die Unkrautsamen vom Vorjahr unter Folie mit Hitze abtöten, oder wie die Reisbauern unter Wasser setzen und ertränken. Nicht immer ist das praktikabel. Traditionell werden sie einfach untergepflügt, was allerdings fatal für Bodenorganismen ist, und Erosion und damit den Verlust an Humus, Feuchtigkeit, Nährstoffen und Ausschwemmung in Gewässer begünstigt.

Pflügen begünstigt Bodenerosion, etwa durch ablaufendes Wasser. (Bild: RIchard Webb)

Traditionelle Bodenbearbeitung begünstigt Bodenerosion. Dieses Feld etwa wurde vor dem Winter gepflügt, ablaufendes Wasser hat die Schäden verursacht. (Bild: CC-BY-SA, Richard Webb)

Von den ganzen Unkrautvernichtungsmitteln wie 2,4-D (Agent Orange) oder das in der EU verbotene Atrazin ist Glyphosat noch das geringste Übel. Es ist von allen Alternativen am wenigsten giftig und es persistiert nicht im Boden. Und insgesamt hat der Einsatz von Herbiziden eben nicht nur Nachteile: Die Vorteile der pfluglosen Bewirtschaftung sind die geringere Erosion, weil der Boden weitgehend intakt bleibt, was wiederum die meisten Probleme des Unterpflügens eliminiert, und reduzierte Treibhausgas-Emissionen.

Sicher kann man auch hier einen Kampf gegen die Evolution nur verlieren. Wenn man großflächig Perstizide einsetzt, kommt es über kurz oder lang zu Resistenzen unter den Unkräutern, es entstehen die berüchtigten „Superunkräuter“. Das ist insbesondere der Fall, wenn man nur auf eine einzige Substanz setzt. Glyphosat/Roundup wird übrigens auch konventionell breit eingesetzt, die Bahn etwa spritzt damit ihre Gleise pflanzenfrei.

Aber natürlich ist nicht die Gentechnik daran schuld, wenn der Herbizid-Verbrauch ansteigt. Es ist die Schuld der Herbizidtoleranz, und die kann man auch züchterisch erzeugen. BASF hat herbizidtoleranten „Clearfield“-Raps entwickelt, der gegenüber dem Herbizid „Clearfield Vantiga D“ tolerant ist – ganz ohne Gentechnik. Selbst wenn von heute auf morgen niemand mehr gentechnisch modifizierte Pflanzen anbauen würde, würde das auf lange Sicht nichts an der Verwendung von herbizidtoleranten Pflanzen ändern.

Transgen.de schreibt in diesem sehr lesenswerten Übersichtsartikel:

Dass dieses Problem nicht neu ist, zeigt ein Blick in die öffentlich zugängliche Datenbank der Weed Science Society of America. Herbizidresistente Unkräuter traten erstmals in den 1970er Jahren vermehrt auf, also lange vor dem Anbau gentechnisch veränderter Nutzpflanzen.

Dort kann man übrigens auch lesen, dass neue Herbizidtoleranzen etwa gegen die Wirkstoffe „Dicamba“ und 2,4-Diphenoxycarbonsäure in Planung sind.

Fazit

Zu behaupten, „die Gentechnik“ wäre für einen Anstieg des globalen Pestizidverbrauchs verantwortlich, ist also eine weitgehend sinnfreie Behauptung. So hat der Einsatz von Bt-Pflanzen im Gegenteil zu einer Reduktion des Insektizideinsatzes geführt, mit allen damit verbundenen ökologischen und gesundheitlichen Vorteilen. Das Herbizid Glyphosat, das sich in der Tat wachsender Beliebtheit erfreut, hat schädlichere Unkrautvernichtungsmittel ersetzt und bodenschonende Bewirtschaftungsverfahren populärer gemacht – das muss man anerkennen, auch wenn man kein Freund von chemischer Unkrautbekämpfung ist.

Ja, wie bei jeder Art von Pestiziden gibt es auch hier Probleme mit Resistenzen, aber weder Insektenresistenz, noch Herbizidtoleranz ausschließliche Merkmale von gentechnisch veränderten Pflanzen – diese Merkmale lassen sich auch auf konventionelle Art und Weise erzeugen.

Nachtrag: Transgen.de zitiert und verlinkt. Dank an Gerd Spelsberg!

Martin Ballaschk ist Biologe, enthält Glutamat und ist auch noch stolz drauf! Er bloggt hier über Dinge, die ihn erstaunen, aufregen oder die er einfach für sich und seine Mitmenschen aufarbeiten möchte. Beruflich als Kommunikator an einem Berliner Forschungszentrum, hier privat.

16 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Richtig peinlich find ich das Bild vom Pflügen. Aber schön flott geschrieben…. Passt ja und ist unterhaltsam. Aber hat nichts mit der Realität zu tun. Die Ursachen für Erosion weltweit, sind vordergründig die Verringerung von organischem Material durch synthetische Stickstoffdüngung, falsche Bearbeitung zum falschen Zeitpunkt, verkürzte Fruchtfolgen und die Zunahme von Starkregenereignissen durch den Klimawandel. Stimmt Glyphosat ist vielleicht nicht mega schädlich aber es verringert die Artenvielfalt und ist einfach uncool. Fakt.

    • Hallo Sonja,

      danke für deinen Kommentar.

      Ich dachte immer, es ist mehr oder weniger etabliert, dass „reduced-till“ und „no-till“-Verfahren (meines Wissens auf deutsch „Direktsaat“) die Erosion verringern, und gegenüber traditioneller Bodenbearbeitung mit Pflug und Grubber eben den Kohlenstoff im System festhalten. (siehe auch die oben verlinkte Arbeit)

      Aber was weiß ich schon, ich bin kein Agrarwissenschaftler.

      Und ja, Herbizide sind irgendwie uncool. Aber „Fakt“? Ich weiß nicht. Mag sein, dass meine Zweifel in dem Artikel nicht so durchkommen, aber sicher bin ich mir weder über das eine, noch das andere.

      Viele Grüße
      Martin

      • Ich bewundere wirklich Deinen guten Willen, aber ich glaube, die Gentechnik ist ein derart emotionales Thema, daß man bei ihren Gegnern niemals weiterkommt. Aber trotzdem weiter so, vielleicht irre ich mich ja auch und es wird eines Tages doch noch gelingen, die Ludditen von ihren falschen Vorstellungen zu überzeugen.

        Eine kleine Besserwisserei am Rande habe ich auch noch: 2,4-D war zwar in Agent Orange enthalten, hatte aber mit den Dioxin-Vergiftungen nichts zu tun. Dieses Pflanzenschutzmittel ist ebensfals recht ungefährlich für den Menschen, in seiner Anwendung aber auf zweikeimblättrige Unkräuter beschränkt.

        • Hallo Christoph,

          ja, richtig: Dioxin war als Verunreinigung in Agent Orange enthalten. AO wurde aber meines Wissens als Entlaubungsmittel eingesetzt, also ist 2,4D schon die Wirksubstanz, um die es geht. Reines 2,4D ist in der Tat nicht wahnsinnig giftig (aber immer noch eine Größenordnung giftiger als Glyphosat) und persistiert ebenfalls nicht im Boden. Aber es kommen angeblich immer wieder Chargen mit erhöhten Dioxingehalten in den Handel, offenbar funktioniert bei den Billigherstellern in Fernost die Qualitätskontrollen nicht immer so gut …

          Viele Grüße und Danke für den Kommentar

  2. Leider nicht überzeugend: 1. Beweis durch Beispiel funktioniert nun mal nicht. Die Aussage „Gentechnik hat den Einsatz von Pestiziden erhöht“ kann man letztlich nicht durch ein willkürlich herausgepicktes Gegenbeispiel widerlegen, dazu bräuchte es schon eine etwas breitere Argumentation mit Daten, freilich auch für die Ursprungsbehauptung. 2. Die Kritik an Roundup zielt insbesondere auch auf das Geschäftsmodell und das Geschäftsgebaren des Herstellers. Eine isolierte Betrachtung der Wirkung des Herbizids führt hier in der Diskussion deshalb auch nicht wirklich weiter.

    • Hallo pangu,

      zu 1.) klick die Links an, dann kommst du zu einer breiteren Argumentation mit Daten. Ich kann unmöglich hunderte Studien in einem Blogartikel ausführlich erläutern. Für harte, begutachtete wissenschaftliche Kost gibt es PubMed und Co. Dort findest du alle oben verlinkten Studien und noch viel mehr. Ich kann hier nur zusammenfassen und auf (meistens) zusammenfassende Arbeiten hinweisen.

      zu 2.) Mir ging es um das Zitat zu Beginn des Artikels: Die Grünen behaupten, GVO wären für einen Anstieg von Pestiziden verantwortlich, was einfach eine undifferenzierte Stammtischaussage ist. a) Durch Bt sind Insektizidmengen zurückgegangen, b) Herbizidtoleranz ist kein ausschließliches Gentechnik-Merkmal, c) Herbizide ermöglichen bodenschonende Bewirtschaftsungsformen. Wenn du weißt, was die Grünen (und andere) mit der Behauptung sonst meinen können – ich bin ganz Ohr. Ich kann hier nur mutmaßen.

      Viele Grüße

  3. @sonja,

    Schön flott geschrieben dein Kommentar…

    Aber, dass eine Hauptursache für Erosion der Einsatz von synthetischem Stickstoffdünger sein soll, ist eine Erkenntnis, welche absolut neu ist. Dies solltest du sofort öffentlich publizieren, weil damit bisherige Erkenntnisse über den Nutzen der Stickstoffdüngung (z.B. Wiederherstellung der Bodenfruchtbarkeit durch Stickstoffdüngung) hinfällig wären.

    Spaß bei Seite. Das hast du natürlich so niemals gemeint, ich alter Polemiker 😉

    Du meintest natürlich nur synthetischen Stickstoff. Luftstickstoff und Stickstoff aus Gülle und Stallmist schonen nämlich von Haus aus die Umwelt.

    Es ist dir gelungen, deine generelle Ablehnung von „Genen und Chemie“, durch eine zusammenhanglose Aufzählung von Fakten zu veranschaulichen.
    Glückwunsch!

  4. In Diskussionen zur Grünen Gentechnik begegnet einem immer wieder das Argument der gegen Glyphosat resistent gewordenen Unkräuter. Oft dient dieses „Argument“ sogar als Hauptargument der gentechnik Gegner. Ich kann das nicht wirklich nachvollziehen, denn eigentlich sollten sich die Kritiker der Grünen Gentechnik doch über die Bildung von glyphosatresistenten Unkräutern freuen! Wem schaden denn letztendlich die glyphosatresistenten Unkräuter? Natürlich ausschließlich dem Landwirt, der Glyphosat einsetzt. Denn wenn erst mal resistente Pflanzen aufgetreten sind kann er kein Glyphosat zur Unkrautbekämpfung mehr einsetzen. Er muss in dem Fall also schlicht und einfach auf alternative herbizide Wirkstoffe zurückgreifen oder einfach zum Pflug oder Grubber (…wie im Öko Landbau). Kurz und knapp greift der Landwirt in dem Fall auf die Möglichkeiten der Unkrautbekämpfung zurück, die er vor der Entdeckung von Glyphosat gehabt hat. Nichts anderes. Genau das wollen doch die Gentechnik/Glyphosat Gegner? Oder sehe ich das falsch?
    Wem schaden die glyphosatresistenten Unkräuter noch? Natürlich den Unternehmen (und das sind sehr viele weltweit, in erster Linie chinesische Unternehmen), welche Herbizide mit dem Wirkstoff Glyphosat veraufen wollen. Also wiederum haben die Herstellerfirmen den größten Schaden durch glyphosatresistente Unkräuter. Genau das wollen doch die Gentechnik/Glyphosat Gegner!? Oder sehe ich das falsch?

    Gibt es andere Sichtweisen?

    Mit Gruß,
    Flaemimngslord

  5. Selektives Zitieren verdreht die Aussage des ganzen Artikels, direkt vor dem Zitat zu den Insektiziden steht: „GE crops have increased overall pesticide use by 318.4 million pounds over the first 13 years of commercial use, compared to the amount of pesticide likely to have been applied in the absence of HT and Bt seeds.
    The 318.4 million pound increase represents, on average, an additional 0.25 pound of pesticide active ingredient for every GE trait acre planted over the first 13 years of commercial use.“ Das klingt doch etwas anders, oder? und Glyphosat (RoundUp) bringt es inzwischen nicht mehr, wegen der immer weiter zunehmenden Resitenzen bei Unkräutern, siehe den NY Times Artikel von April 2010: http://www.nytimes.com/2010/05/04/business/energy-environment/04weed.html?scp=1&sq=rise%20of%20the%20superweeds&st=cse&_r=1&

    • Hallo Frau Junkermann,

      vielen Dank für ihren Kommentar.

      Nein, das ist kein selektives Zitieren. Die Aussage mit den Insektiziden steht für sich. Darum geht es doch in dem Blogeintrag, vielleicht wollen Sie ihn sich noch einmal gründlicher durchlesen? Wie ich versucht habe, in dem Artikel zu erklären, ist es sinnvoll, verschiedene Pestizide je nach ihrer Toxizität und Umweltwirkung getrennt zu betrachten. Die positiven Umweltwirkungen der Direktsaat-Kultivierung werden ja sogar durch den ersten Absatz ihres Artikels bestätigt!

      Die Problematik der Resistenzbildung habe ich bereits an zwei Stellen angesprochen: „den Kampf gegen die Evolution kann man nur verlieren“, es ist auch Literatur verlinkt. Vielleicht lohnt es sich aber eine separate Linkliste anzulegen, weil kaum einer die Inline-Links wahrzunehmen scheint, und den NYT-Artikel mit in die Linkliste aufzunehmen.

      Viele Grüße

  6. Ein sehr guter Artikel!
    Nicht das Verfahren der Züchtung ist bei der Herausbildung von Resistenzen verantwortlich, sondern der Anwender, der mit den Pflanzen und den eingesetzten Pflanzenschutzmitteln umgeht. Wenn man bei der Bekämpfung ausschließlich auf einen Wirkstoff (Glyphosat) setzt, dann ist es nicht verwunderlich, dass sich Resitenzen bilden. In Norddeutschland haben wir resistenten Ackerfuchsschwanz, weil er jahrelang nur mit bestimmten Wirkstoffgruppen bekämpft wurde. Das hat nichts mit Gentechnik zu tun, sondern nur mit dem Einsatz der Herbizide.

    Auch wurde sehr schön deutlich gemacht, dass Landwirte Glyphosate nicht aus Jux und Dollerei in der pfluglosen Bodenbearbeitung einsetzen. Ohne den Einsatz von Glyphosaten, und das mus jedenm klar sein, ist eine pfluglose Bodenbearbeitung fast nicht mehr möglich. Mit all den Nachteilen was Errosion, Dieselverbrauch, usw. angeht. Das wird in der Diskussion, wenn man da überhaupt von Diskussion sprechen kann, um den Glyphosateinsatz und ein mögliches Verbot leider zu wenig abgewogen.

    Darum herzlichen Dank für den Artikel!

  7. Sonja
    „Stimmt Glyphosat ist vielleicht nicht mega schädlich aber es verringert die Artenvielfalt und ist einfach uncool. Fakt.“
    Der Kommentar zeugt von Weltfremdheit.
    Ja aber hallo, die Verringerung der Artenvielfalt auf dem Feld (wo Glyphosat wie jedes andere Herbizid angewendet werden kann, woanders bedarf es der Ausnahmegenehmigung) ist Ziel jeder Unkrautbekämpfungsmaßnahme im Interesse des Kulturpflanzenertrags, egal ob mit mechanischen (Ökolandbau) oder chemischen (konventionell) Methoden. Dass Hacken in Zuckerrüben super uncool ist, müssen sich die Zuckerrübenanbauer in den USA gedacht haben, als sie innerhalb von 3 Jahren zu beinahe 100 % auf gv-Saatgut zurückgriffen. Auch die Landwirte hier würden das gern, wenn sie denn dürften. Das zeigt auch, dass es hier im Jahr der ersten Einführung 3000 ha Anbau des auch von Martin angeführten herbizidtoleranten Raps Clearfield gibt. Nur da gibt es kein solches „Theater“, weil der über Mutation erzeugt wurde. Das zeigt doch wie skurril die Diskussion um die eine Methode Gentechnik inzwischen geworden ist
    Pangu
    „Die Kritik an Roundup zielt insbesondere auch auf das Geschäftsmodell und das Geschäftsgebaren des Herstellers. Eine isolierte Betrachtung der Wirkung des Herbizids führt hier in der Diskussion deshalb auch nicht wirklich weiter.“
    Hier werden in unzulässiger Weise zwei Ebenen durchmischt. Was hat ein Geschäftsgebahren zu tun mit der Betrachtung ökologischer Folgen ? Letztere sind in der Bilanz bei Glyphosat besser als bei jedem andern Pflanzenschutzmittel. Und richtiger Weise sollte es bei der Bewertung einer Umweltbilanz auch darum gehen und nicht darum, wer das Produkt herstellt. Zudem ist dieser Einwand schon dadurch entkräftet, dass Glyphosat inzwischen von vielen anderen Herstellern kopiert wird, und das nicht, weil man dem Geschäftsgebahren von Monsanto nacheifern will, sondern weil das Produkt trotz wachsender Resistenzproblematik so erfolgreich ist.
    Daniel:
    Danke für den sachlichen Kommentar eines Praktikers. Das hebt sich wohlwollend von den platten Attitüden in der Diskussion um gv-Pflanzen ab.

  8. Hallo auch,

    kurz zu „Statt Erträge zu steigern (…)“ – ich schätze Mal hier beruft man sich auf die Vernebelungstaktik indem „instrinsic yield“ und „operational yield“ (ich behaupte- bewusst) nicht unterschieden werden. Ja, der „intrinsic yield“, also, dass, was eine Pflanze potentiell an „Früchten hervorbringen kann, ist nicht gestiegen. Das war ja auch m.E. kein Ziel von GVOs. Es hilft nichts Pflanzen mittels Gentechnik zu mehr Früchten zu vehelfen, wenn diese nach wie vor von Schädlingen gefressen werden oder die Pflanzen selbst zu viele Nährstoffe aufbringen müssen um die Früchte zu versorgen, so also noch anfällger auf Umweltbedingugen reagieren

    Was gestiegen ist, ist der „operational yield“ – darauf ist man in der Pflanzucht ja aus. Die tatsächliche Ernte, was man am Ende von den Felder holt nach dem Umwelteinflüsse (Wetter, Schädlinge…) die Ernte reduziert haben.

    • @para

      Genau, du meinst das Ertragspotential das jeder Standort hat.

      Beispiel:

      Wenn alle Bedingungen optimal sind, kann ich einen Ertrag von 100 dt/ha ernten. Leider sind die Bedingungen nie optimal und ich ernte maximal 85 dt/ha. Modernes Saatgut kann dem Landwirt die Möglichkeit geben, dem tatsächlichen Ertragspotential näher zu kommen.
      Somit können von der selben Fläche mehr Menschen ernährt werden. Das Stichwort lautet Flächeneffizienz, ohne zusätzliche Fläche bewirtschaften zu müssen und somit negative Umweltwirkungen zu vermeiden.

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