Rettung der Banane durch Gentechnik?

Erinnert sich noch jemand an meinen Artikel über die Banane, die quasi vom Aussterben bedroht ist? Wenn nicht, hier kann man ihn nochmal nachlesen. Die bei uns verkaufte Bananensorte Cavendish wird global von dem pestizidresistenten Bodenpilz Fusarium bedroht, nach dessen Befall die Pflanzen verwelken und absterben. Die Böden sind dann für immer verseucht. Naheliegenderweise haben die Bauern ein ernsthaftes wirtschaftliches Problem mit dieser Situation.

Ich hatte damals damit geendet, dass die Fusarium-Krankheit wohl auch mit konventionellen Zuchtmethoden zurückgedrängt werden könnte, aber gentechnische Methoden wohl in einigen Punkten ihre Vorteile hätten, und vor allem effizienter präziser und schneller sind. Und derzeit gibt es keine pilzresistenten Sorten, die so gut schmecken, wie die Cavendish.

Jetzt lese ich bei Twitter, dass es der Forschergruppe um James Dale aus dem australischen Queensland gelungen ist, Cavendish-Bananenpflanzen zu erzeugen, die wohl gegen den aggressiven Fusarium-Bodenpilz resistent sind. Jetzt sollen Freilandversuche auf verseuchtem Boden durchgeführt werden, diesen Sommer soll es losgehen.

Professor James Dale mit einer Bananenpflanze. (Bild: Pressebild der QUT, Quelle)

Am Ende des Artikels bekommt man einen interessanten Einblick in die Funktionsweise der Immunantwort von Pflanzen. Statt eine Armada von Kampfzellen aufzufahren, töten sie oft gezielt befallene Zellen einfach ab. Das scheint der Banane aber irgendwie zum Verhängnis zu werden, über Details schweigt sich die Pressemitteilung leider aus … Vom Gruppenleiter James Dale konnte ich auch keine entsprechende Publikation auftreiben. Möglicherweise hängt das damit zusammen, dass die Banane kommerzialisiert werden soll?

Jedenfalls ist das eine spannende Entwicklung und ich hoffe, dass man bald Erfolge sehen wird.

Lesestoff

Pressemitteilung der Queensland University of Technology: „Genetically modified plants hold the key to saving the banana industry“

Martin Ballaschk ist Biologe, enthält Glutamat und ist auch noch stolz darauf. Das Blog dient ihm als Verdauungsorgan für seine Gedanken: Er denkt hier öffentlich nach über Dinge, die ihn erstaunen, ihm unklar sind oder ihn aufregen. Oder über die er mit Anderen diskutieren möchte. Beruflich als Kommunikator an einem Berliner Forschungszentrum, hier privat.

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