Mission 21 – Nothing as usual!

Hier wieder ein Bericht meines Kollegens Dr. Peter Huber zur aktuellen Mission des Experiments PK-3 Plus auf der Internationalen Raumstation.

Zurück in Moskau, zum letzten Mal auf PK-3 Plus Mission. Die Vorbereitung war fast wie immer. Viel Zeit, schon etwas Übung und trotzdem wird es wieder stressig. So muss das laufen. Aber schließlich wurde doch noch alles sehr gut in der Zeit fertig. Wir in München konnten uns ein klein wenig entspannen, während die Kollegen in Moskau die Vorbereitungen auf der ISS betreuten: Am Donnerstag aufstellen der Apparatur und Evakuieren der Plasmakammer, am Freitag dann das Installieren der Updates. Die Prozeduren, die wir vorher programmiert und getestet haben, werden in einem Updatefile zur ISS übertragen und dort zuerst auf den Kontrollrechner TSE übertragen. Über die TSE werden dann die Prozeduren auf dem Experimentaufbau installiert.

Aber schon bei der TSE (Telescience-Einheit) gab es Probleme. Das Update lief nicht, weil irgendwelche Komponenten nicht zu finden waren. Erst nach einiger Fehlersuche stellte sich heraus, dass die Systemplatte der TSE defekt war. Deshalb sprang die Backupplatte ein. Dieser Fehler ist schon wenn man vor dem Rechner sitzt kaum zu erkennen. Unser Kollege Andrey war aber nur mit einer Sprachleitung mit dem Kosmonauten verbunden und hat den Fehler trotzdem bemerkt.

Jetzt hieß es also das Backupbetriebssystem, das sich noch im selben Zustand befand, wie beim Start 2005, auf den aktuellen Stand zu bringen. Das kostete dann nicht nur Andrey in Moskau, sondern auch Armin Stettner, dem Ingenieur von unserem Industriepartner Kayser-Threde, das Wochenende. Erst am Sonntag Abend, eher in der Nacht, nachdem wir im Hotel in Koroljow angekommen waren, konnten sie das Problem lösen. Es musste sich jetzt am Montagmorgen zeigen, ob das auch alles so funktioniert hat, wie geplant.

Am Montagmorgen waren dann die Logfiles vom durchgeführten Update auf der Erde. Sie zeigten keine Unregelmäßigkeiten und so konnten wir mit der ersten Routine beginnen.
Unser Experimentator Pawel Winogradow zusammen mit Jeffrey Williams und Thomas Reiter auf einer früheren Mission. Damals führte er unsere Mission 2 durch.
Unser Experimentator Pawel Winogradow zusammen mit Jeffrey Williams und Thomas Reiter auf einer früheren Mission. Damals führte er unsere Mission 2 durch.

Die erste Prozedur hatte die Heartbeat-Instabilität zum Thema. Ein Pulsieren der komplexen Plasmawolke, die ihren Namen trägt, weil sie wegen Frequenz und Erscheinung an ein pulsierendes Herz erinnert. Die Prozedur war sehr gut vorbereitet. Alle Parameter gingen zuerst von Werten aus, bei denen wir schon Heartbeat beobachtet hatten und bewegten sich dann in verschiedenen Richtungen davon weg. Trotzdem hat uns aber das Plasma einen Strich durch die Rechnung gemacht: Es ging einfach aus. Mit der Information, die wir bis jetzt heruntergefunkt bekommen konnten, können wir noch nicht erklären, was hier anders gelaufen ist, als früher. Aber so ist das halt in der Wissenschaft, wenn wir alles vorhersehen könnten, bräuchten wir keine Experimente zu machen.

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Erhöht man die Spannung zwischen zwei Elektroden, die ein Gas umgeben, beginnt das Gas irgendwann zu leuchten: Freie Elektronen im Gas haben genug Energie, um die Gasteilchen zu ionisieren und noch mehr Elektronen aus den Atomen zu schlagen. Ein Plasma wurde gezündet, die Zündspannung ist erreicht. Gibt man nun noch zusätzlich Mikrometer große Teilchen in das Plasma, erhält man ein sogenanntes "Komplexes Plasma", mit dem ich mich zunächst als Doktorand und Post-Doc am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik und nun an der University of California in Berkeley beschäftige. In diesem Blog möchte ich sowie ein wenig Einblick in den Alltag im Forschungsinstitut bieten, als auch über den (Plasma)-Rand hinaus blicken. Mierk Schwabe

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