Evolutionstag

BLOG: Zündspannung

Blick über den Plasmarand
Zündspannung

Mal etwas offtopic, aber passend zum Darwin-Jahr: Die Giordano Bruno Stiftung hat eine online Petition mit dem Ziel gestartet, Christi-Himmelfahrt in "Evolutionstag" umzubenennen. An diesem Tag soll gefeiert werden, dass wir "endlich den kindlichen Narzissmus überwunden haben, der uns dazu verleitete, unsere Art als „Krone der Schöpfung“ zu betrachten."

Ein christlicher Feiertag soll deswegen umbenannt werden, da es wohl aus politischen Gründen unmöglich ist, einen neuen Feiertag einzuführen – aber das konfessionslose Drittel der Bevölkerung auch in den Feiertagen vertreten sein sollte. Außerdem wird ein wirksames Zeichen für die Evolutionstheorie und den damit einhergehenden Erkenntnisgewinn gesetzt.

Die Petition kann hier unterschrieben werden:

http://www.darwin-jahr.de/e-day

Passend zum Thema wurde auch gleich ein You-Tube-Video veröffentlicht:

 

Mierk Schwabe

Veröffentlicht von

Erhöht man die Spannung zwischen zwei Elektroden, die ein Gas umgeben, beginnt das Gas irgendwann zu leuchten: Freie Elektronen im Gas haben genug Energie, um die Gasteilchen zu ionisieren und noch mehr Elektronen aus den Atomen zu schlagen. Ein Plasma wurde gezündet, die Zündspannung ist erreicht. Gibt man nun noch zusätzlich Mikrometer große Teilchen in das Plasma, erhält man ein sogenanntes "Komplexes Plasma", mit dem ich mich zunächst als Doktorand und Post-Doc am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik und nun an der University of California in Berkeley beschäftige. In diesem Blog möchte ich sowie ein wenig Einblick in den Alltag im Forschungsinstitut bieten, als auch über den (Plasma)-Rand hinaus blicken. Mierk Schwabe

11 Kommentare

  1. Ich finde die Idee, die Krone der bekannten Schöpfung zu sehen, gar nicht so schlecht. Wer macht uns den da Konkurrenz? Ameisen? Dinos? Bäume? Welche Spezies hat denn (mal von der Blaualge nach Erfindung der Fotosynthese abgesehen) derart rasant das Angesicht der Welt verändert? Welcher Maßstab ist denn da Kronenrelevant?

  2. @ “Evolutionstag”

    Entschuldigung,

    aber eben geht mir das Messer in der Tasche auf. Für DIESEN Scheiss hat Giordano Bruno nicht gebrannt. Von der Anima aperta, die ihn auszeichnete, zum Anus apertus derer, die so einen Vorschlag propagieren – Karriere eines Vereins.

    Wenn man Darwin, Bruno, die Naturwissenschaft und auch noch sich selbst lächerlich machen möchte: dann möge man diese Petition unterzeichnen. Wir zieh’n hinaus und huldigen der Natur (nee: unseren Theorien über sie), so wie wir früher der Gottheit huldigten. So ein Blödsinn. Was gäb’s an der Evolution oder der Natur zu feiern? Wenn schon: dann Erntedankfest. Aber das gibt’s schon.

    Ansonsten nehme man zur Kenntnis, dass der “Himmelfahrtstag” längst von Horden besoffener Männer, die mit Bollerwagen durch Wald und Wiesen ziehen und dabei Spuren aus Kotze, Kot und leeren Flaschen hinterlassen, schon soweit profanisiert worden ist, dass er nur noch zur Karikatur eines kirchlichen Feiertages taugt. Im Suff huldigt man weder dem auferstandenen Christus noch der Evolution: sondern dem Dionys. Ein netter Gott, ein chthonischer Gott, erdverbunden, in den materiellen Dingen überall präsent: der könnte dem pantheistischen Bruno glatt gefallen haben.

    In the same vein, von wegen “Lächerlichmachung”, beantrage ich den Donarstag (who the fuck is “Donar?”) in “Dinosaurierstag” umzubennenen (das freut die kleinen Fans der schuppigen Echsen, wieder eine Lanze für die Evolution gebrochen!), den “Freiastag” (wer war denn das schon wieder?) in “Freitag” (und ihn allen freizugeben, da lacht der Gewerkschaftler!), den “Samstag” des “Saturns” zu berauben (Saturn! Was für eine grusige Gottheit .. frisst seine Kinder!) und ihn – der Quantenphysik zu Ehren – “Quarkstag” zu nennen (schliesslich ist’s der 6. Tag der Woche, up,down,top,bottom, strange, charm…oder ist’s neuerdings der siebte Wochentag? Egal. Findet sich sicher noch ein Quark…), weg mit dem Sonntag (Sol! Nieder mit dem Heliozentrismus! Im Inneren der Galaxie ist ein schwarzes Loch!), her mit dem “Lochstag”, Montags geht die Woche los, also “Urknallstag”, aus dem BingBang enstehen alle Dinge, also machen wir dann den “Dienstag” (“Tyr” – schon wieder so’n obskurer Gott) zum “Dingstag” und den “Mittwoch” lassen wir zufrieden, weil er ideologieneutral benamst eben mitten in der Woche liegt – sofern man am “Lochstag” (ehemals: “Sonntag”) zu zählen anfängt. Aber hallo, weise Voraussicht der neuen Normen: der “Lochstag” IST ja seit ein paar Jahren der 1. Tag der Woche, Genesis hin, Genesis her.

    Schwachsinn.

  3. Der erste Mai

    Der erste Mai als Datum wäre politisch und religiös günstiger, weil hier weniger Konflikte möglich sind.

    ******

    Die Krone der Schöpfung oder die vorläufige Krone der Schöpfung?

    Nach Artenzahl, Individuenzahl, und Biomasse, sind die Bakterien die dominierende Artengruppe auf der Erde.

    Die einzige Spezies, die die Erde verlassen kann, ist der Mensch.

    ******

    Das erinnert ein wenig an den Landgang der Fische.

    (Vor den Fischen gingen aber schon die Gliederfüßer an Land, was oft verschwiegen wird.)

    ((Vor den Gliederfüßern gingen aber schon die Pflanzen an Land.))

  4. Gähn! Gähn!

    Die Absicht ist so offensichtlich, dass es richtig langweilig ist.
    Da soll also irgend ein absurder Feiertag eingeführt werden, der völlig sinnlos ist.
    Damit man mit dieser Idee überhaupt Interesse findet, will man Anstoß erregen, indem man gezielt fordert einen christlichen Feiertag umzubenennen.

  5. Krone der Schöpfung

    Sagen wir lieber wissenschaftlich Korrekt: Krone der Evolution 🙂

    Mein Kandidat wäre die Ordnung der Schaben, da sie seit mehr als 350 Millionen Jahren nahezu unverändert in ihrer Gestalt auf unserem Planeten existieren.

  6. Christi-Himmelfahrt in “Evolutionstag” u

    An so eine Idee zu kommen Brauchman nicht studieren,das haben uns schon Kommunisten vorgemacht.Demnächst der Evolutionteorie widerspricht kommt in Knast oder Phihoanstalt.Mann lebt lieber im Lüge als im Wahrheit.Es Lebe wieder Lenin

  7. Calwin-Jahr

    2009 ist nicht nur Darwin-jahr, sondern auch ein Gedenkjahr für Johann Calwin, einen der Gründerväter des Kapitalismus.

    Frau Schwabe hat hier in bezaubernd jugendlicher Naivität die Möglichkeit angeboten, eine Petition für einen Evolutionstag zu unterschreiben.

    Was bedeutet dies: aus Sicht des Kapitalismus?
    Feiertage (während der Woche) sind für die kapitalistische Wirtschaft ein erheblicher Kostenfaktor (Produktionsunterbrechung, Feiertagszuschläge, Mitarbeiter nehmen Urlaub an Brückentagen). Wir haben es nur dem hartnäckigen Widerstand von Kirchen und Gewerkschaft zu verdanken, dass wir sie überhaupt noch haben.

    Weil offenbar keinerlei Bedarf besteht, haben nicht einmal die Engländer ihren Landsmann Darwin und seine Theorie mit einem Feiertag geehrt.
    Der religionskritischen Giordano Bruno Stiftung geht es daher vermutlich auch weniger um Darwin´s Lehre, sondern vielmehr darum, die Kirchen zu schwächen, indem man ihnen erst einen und dann alle Feiertage wegnimmt => d.h. langfristig können sie, als staatliche Feiertage, kostengünstiger auf Sonntage verlagert werden.

    (Randbemerkung: Der amerikanische Konzern Hewlett Packard wollte seine deutsche Hauptniederlassung ursprünglich in Bayern ansiedeln. Als sie bei den Verhandlungen erfuhren, das Bayern mehr Feiertage hat als Baden-Würtemberg – fragten sie nur: ´Wo ist das? – und siedelten sich dort an.)

  8. Christi Himmelfahrt

    Als ein nach Wissen strebender Mensch finde ich es höchst bedenklich den Glauben zu ignorieren und dafür nicht bewiesene Theorien in den Stand von Gesetzen zu erheben. Evolution, Urknall, dunkle Materie … wenn wir nicht weiterwissen definieren wir lieber Zeit und Raum weg, als das wir die “Theorie” eines Schöpfers zulassen wollen. Den Glaubenden wird vorgeworfen sich für die Krone der Schöpfung zu halten – gerade diese Menschen glauben aber an ein höheres Wesen. Schade, dass wir anscheinend auf eine neue Inquisition zutreiben, diesmal nur nicht von kirschlicher Seite. Gerade die, die Worte wie Dogmen und Mythen gebrauchen rennen mit Scheuklappen herum. Gleichzeit wird die Verrohung der Gesellschaft, manglender Respekt, Verfall von Sitten, … auf Dauer wird nur ein ganzheitlicher Ansatz helfen, Extreme, wie im Mittelalter und wie sie heute schon im Ansatz zu erkennen sind helfen da sicherlich nicht weiter.

    Ach ja, zu mir:
    Ich glaube an Gott und ich glaube daran, dass mit dem sog. Urknall unser Universum erschaffen wurde. Es kam nicht aus dem Nichts und es gab eine Initialzündung. Das ist Glaube, Theorie, aber Sie können mir gern das Gegenteil beweisen, ich bin offen für Argumente und liebe gute Diskussionen. (Meinungsmache und Polemik sind übrigens keine Diskussionsgrundlage)

  9. Glaube an Gott

    @ Stephan Sommer-Schulz

    “Ich glaube an Gott”

    An welchen? Thor, Zeus, Baal, Allah, den Gott der Juden, einen der vielen Götter der Christen oder welchen?

    Praktisch jeder Glaubende hat eine andere Vorstellung von seinem Gott^, was hauptsächlich daran liegt, dass kein Gott sich irgendwie greifbar offenbart.

    Man kann durchaus glauben, dass irgendein Wesen die Ursache unseres Universums ist (Deist). Genauso berechtigt ist aber die Gegenthese, dass unser Universum Ursache seiner selbst ist.

    Zwischen beiden Positionen kann man nicht entscheiden, jede vernünftige Diskussion muss hier enden.

    Ein Theist behauptet, dass ein ständiges Eingreifen seines Gottes in der Ablauf der Welt vorliege.

    Das ist prinzipiell eine wissenschaftliche Aussage, die sich der Methode wissenschaftlicher Untersuchung stellen muss. Mit anderen Worten: Ein solches Eingreifen wäre grundsätzlich feststellbar (und wird ja auch immer wieder behauptet!).

    Sämtliche Überprüfungen solcher Behauptungen sind bisher aber negativ ausgefallen. Ergo gibt es keinen belastbaren Hinweis auf eine höheres Wesen.

    Im Gegenteil, die Wahrscheinlichkeit spricht eher dagegen. Denn ein Wesen, wie es von den Religionen postuliert wird, hätte viele Möglichkeiten, sich uns mitzuteilen und würde dieses auch sicherlich tun, insbesondere dann, wenn wir tatsächlich die Krone, also Sinn und Zweck der ganzen Veranstaltung wären.

    Allein die Tatsache, dass es viele Religionen gibt, die sich gegenseitig ausschließen und die relativ geringe literarische Qualität der religiösen Schriften, die ja eigentlich von dem jeweiligen Gott inspiriert sein sollen, schließt die Existenz einer solchen Entität nahezu sicher aus.

    Auf Youtube gibt es zu diesem Thema übrigens (mindestens) zwei hervorragende Reihen, die sich mit diesen Fragen befassen und darüber hinaus den so genannten Kreationisten ihre verlogenen Argumente nachweisen:

    Why do people laugfh at creationsists?
    http://www.youtube.com/watch?v=BS5vid4GkEY
    (insgesamt 29 Teile auf Englisch)

    und

    Foundational Falsehood of Creationism
    http://www.youtube.com/watch?v=KnJX68ELbAY
    (insgesamt 15 Teile auf Englisch)

    Sehr sehenswert!

  10. Das ist doch ganz einfach.

    Das ist doch ganz einfach.

    Wir verteilen alle Götter und alle Naturwissenschaften gleichmäßig auf die zur Verfügung stehenden 365,25 Tage des Jahres.

    Schließlich gibt es auch keinen Admiral Graf Frederik von Hombug, aber es gibt eben viele Geschichten über ihn.

    Ich schlage deshalb vor:

    Der erste Jannuar soll der Graf-Hombug-Tag sein.

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