Wissenschaftsmanagement erforschen

BLOG: Über das Wissenschaftssystem

Betrachtungen von Menschen und Strukturen in Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen
Über das Wissenschaftssystem

Bisher wissen wir erstaunlich wenig über eine große Beschäftigtengruppe an Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen: Das Wissenschaftsmanagement. So gibt es kaum Forschung zu den Fragen: Wie sehen die Karrierewege der ca. 25.000 hier Tätigen aus, welche Kompetenzen besitzen sie, wie qualifizieren sie sich hierfür, bzw. weiter? Welche Bedarfe an Qualifikationen sehen sie und ihre Arbeitgeber?  Dazu werden sie nun erstmals systematisch und umfassend als Teil des Projektverbundes „KaWuM – Karrierewege und Qualifikationsanforderungen im Wissenschafts- und Hochschulmanagement“ befragt. Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung wird so eine Bestandsaufnahme über die Verortung und Aufgaben im Wissenschaftsmanagement und über Qualifikationsanforderungen geschaffen. Neben den von der Humboldt-Universität zu Berlin durchgeführten Befragungen zu Karrierewegen, Arbeitsbedingungen, Kompetenzen und Qualifikationsbedarfen sind hierfür auch qualitative (Fokusgruppen-)Interviews und Fallstudien durch die DUV – Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer Bestandteil des Projektverbunds, sowie der projektbegleitende Transfer in Praxis und Politik durch die IUBH Internationale Hochschule Bremen.

Aktuell werden sowohl Absolvent(inn)en der Wissenschaftsmanagement-Weiterbildungsstudien­gänge, als auch Mitglieder verschiedener fachlicher Netzwerke und Organisationen wie das Netzwerk Wissenschaftsmanagement und das der Forschungs- und Transfer-Referenten befragt. Zusätzlich kann man unabhängig von Mitgliedschaften an der Befragung teilnehmen – wozu wir hiermit herzlich einladen, wenn man an einer Wissenschaftseinrichtung tätig ist und Wissenschaftsmanagementtätigkeiten ausübt, z. B. als Koordinator*in, Referent*in, Fakultätsgeschäftsführer*in, Leiter*in einer Stabsstelle o.ä.. Mit den Ergebnissen wird eine Datenbasis für mögliche Handlungsempfehlungen, aber auch für die Reflexion des Wissenschaftsmanagements selbst zu Zielen, Fähigkeiten und Perspektiven geschaffen.

Weitere Informationen siehe Projektwebseite: https://www.hu-berlin.de/de/hu/verwaltung/qm/lehrevaluation/analysen/KaWuM-Survey

René Krempkow

Dr. René Krempkow bloggte zunächst seit 2010 bei den academics-blogs, nach deren Einstellung zog er zu Scilogs um. Er studierte Soziologie, Kommunikationswissenschaft und Psychologie an der Technischen Universität Dresden und der Universidad de Salamanca. Nach dem Studium baute er zunächst am Institut für Soziologie, dann im Kompetenzzentrum Bildungs- und Hochschulplanung an der TU Dresden u.a. eine der ersten hochschulweiten Absolventenstudien in Deutschland auf und erarbeitete den ersten Landes-Hochschulbericht Sachsen. Nach seiner Promotion 2005 zum Themenbereich Leistungs- und Qualitätsbewertung an Hochschulen arbeitete er am Institut für Hochschulforschung Wittenberg am ersten Bundesbericht Wissenschaftlicher Nachwuchs (BuWiN) mit. Danach war er im Rektorat der Universität Freiburg in der Abteilung Qualitätssicherung tätig, wo er die Absolventen- und Studierendenbefragungen leitete und eines der ersten Quality Audits an einer deutschen Hochschule mit konzipierte. Von 2009 bis 2013 leitete er am iFQ Bonn/Berlin (jetzt Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung - DZHW) ein bundesweites Projekt zur Analyse der Wirkungen von Governance-Instrumenten (v.a. Leistungsorientierte Mittelvergabe an Hochschulen) und arbeitete im Themenbereich wiss. Nachwuchs und Karrieren mit. Anschließend koordinierte er im Hauptstadtbüro des Stifterverbandes u.a. das Projekt zur Personalentwicklung für den wissenschaftlichen Nachwuchs und den Gründungsradar. Derzeit ist er an der Humboldt-Universität zu Berlin in der Stabsstelle Qualitätsmanagement tätig, wo er u.a. ein hochschulweites Projekt zur Kompetenzerfassung leitet, sowie Sonderauswertungen der hochschulweiten Absolventenstudien. Er berät bereits seit über 15 Jahren Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Ministerien. Seine Arbeitsschwerpunkte sind: Leistungs- und Qualitätsbewertung an Hochschulen; Akademische Karrieren und Nachwuchsförderung; Indikatorenentwicklung, Evaluationsforschung; Hochschul-, Wissenschafts- und Bildungsforschung.

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