About the Blog

Zu diesem Blog motiviert mich, dass in der öffentlichen Diskussion um theologisch relevante Aspekte der Hirnforschung der Theologie (oder dem christlichen Glauben insgesamt) nicht selten weltanschauliche Positionen untergeschoben werden, die sich bei näherem Hinsehen als nicht spezifisch christlich erweisen, auch wenn sie im Westen weit verbreitet sind. Für mich persönlich hat die Hirnforschung gleichsam “Hebammendienste” bei der Beseitigung allzu oberflächlicher religiöser Vorstellungen und für die Entdeckung einiger, wie ich finde, sehr interessanter und überraschender philosophisch-theologischer Überlegungen geleistet.

In diesem Blog sollen theologisch relevante Schlüsselthemen der öffentlichen Diskussion um die Hirnforschung – Existenz einer hirnunabhängigen Seele, Leben nach dem Tode, Nahtoderfahrung, Gotteserfahrung, Meditation, Willensfreiheit, Personalität usw. – unter einem, wie ich hoffe, vertieften Blickwinkel betrachtet werden.

Der Blog heißt übrigens WIRKLICHKEIT, weil dieser Begriff im Mittelalter von Theologen erfunden und von Thomas von Aquin (1225-1274), einem zumindest für die katholische Kirche bis heute maßgeblichen Kirchenlehrer, als Gottesdefinition verwendet wurde (actualitas actuum omnium).

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Leider kann ich mit der Frage “Was genau ist die Gottesfrage?” nichts anfangen. Zunächst geht es m.E. um den christlichen Glauben. Der Glaube ist die Privatangelegenheit eines jeden Menschen. Er muss sich dafür nicht rechtfertigen und auch nichts beweisen.
    Eine differenziertere Betrachtung ist anzustellen, wenn es um den Gottesbeweis geht, der bis heute nicht erbracht worden ist. Insofern stellt sich auch die Frage, ob Religion eine Wissenschaft ist, was unter Anlegung strenger Maßstäbe sicher zu verneinen ist.

  2. Ich denke, dass man die Gottesfrage zunächst auf die folgenden Frage reduzieren kann:

    1. Gibt es einen Schöpfergott, der das Universum geschaffen bzw. seine Entstehung und gesetzmäßige Entwicklung initiiert hat ?

    Wenn ich diese Frage mit “Nein” beantworte, erübrigen sich alle weiteren Fragen. Wenn ich ein “Ja” auf diese Frage zulasse, dann stellen sich automatisch folgende weitere Fragen:

    2. Greift dieser Schöpfergott in die gesetzmässige Entwicklung des Universums ein oder nicht ?

    3. Wie ist aus toter Materie irgendwann lebende Materie und schließlich der Mensch entstanden und in welcher Beziehung steht der Mensch zu diesem Schöpfergott ?

  3. I. Gott als Gegenstand des religiösen Verhältnisses.
    Gott ist zu denken als die konkrete Einheit der beiden Momente, in die für das menschliche Bewusstsein die geformte Welt auseinanderfällt: die gegebene objektive, und die vom Geiste produzierte subjektive Seite des Daseins. Durch die Spaltung des Daseins in diese zwei Seiten wohnt unserem bewussten Geiste die Wesenheit nicht als konkretes Agens, sondern als abstrakte göttliche Idee inne, die nicht durch Versenkung in irgendein Objektives zu einem Inhalt kommen kann, sondern nur durch den realen, kontinuierlichen Entwicklungsprozess der Menschheit. Dieser Entwicklungsprozess ist das Darleben Gottes, und in dem schließlichen Endergebnis desselben ist die totale Wesenheit Gottes zur Erscheinung gekommen.

    II. Der Mensch im Verhältnis zu Gott und Welt.
    Die menschliche Entwicklung ist ein fortwährendes Überwinden der beiden oben gekennzeichneten Gegensätze, also ein kontinuierliches Zur-Erscheinung-Kommen Gottes. In der Spaltung der ursprünglichen Welteinheit in Objekt und Subjekt liegt der Grund der menschlichen Unvollkommenheit. Diese Unvollkommenheit äußert sich im Gebiete des Handelns als Unfreiheit. Unfrei sind wir nur in den Teilen unserer Tätigkeit, in denen sich die Durchdringung von Subjekt und Objekt für uns noch nicht vollzogen hat. In diesem Falle stehen wir unter der Macht des Objektiven. Letzteres fällt sofort weg, wenn wir den Geist einer Sache erfasst haben, und sie demgemäß ihrer eigenen Wesenheit entsprechend beherrschen. Von diesem Standpunkte aus gesehen, ist die menschliche Entwicklung zugleich eine sittliche und zwar ein fortwährender Befreiungsprozess.

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