Brick In The Shit Wall – Mist in Germany

In unseren Tagen redet man von Achtsamkeit, Umweltschutz, sauberer Luft, Neueiserzeugung in Grönland, Nachhaltigkeit, Augenhöhigkeit, vegane Ernährung und Plastikbann. Die Idealisten schwelgen in vorgestellten Welten, die so unsagbar fern sind, dass sich die Politiker, die sich manchmal vor Wahlen wie Praktiker geben können, solche Träume eigentlich nur in ihre Wahlprogramme integrieren müssen.

Wenn man Ideales von denen da oben fordert, sagen sie „long way to go“ und geben eine Handvoll Dollar als Zeichen des guten Willens – so wie es eben Gleichstellungsbeauftragte oder Antikorruptions-Komitees gibt, die Whistleblower entlassen. Es wird alles gut. Ich habe langsam keine Lust mehr, immer nur das Gute zu fordern – von denen, die alles gleichmäßig schlecht machen. Wir sollen immer ruhig sein und überstündlich weiterarbeiten. Brick in the wall. Denn es geht uns angeblich gut, und wir stehen so gut da wie nie. Heute steht in der Zeitung, dass die deutschen Finanzbehörden 50 Milliarden Überschuss in den Kassen haben. Die Überschriften in der Presse lesen sich so: „Das weckt Begehrlichkeiten“ oder sogar „Wohin mit dem Geld?“ Da denken dann alle nach, wie es aus dem Fenster geworfen werden kann.

Dabei müssen wir doch eine Menge Karren aus dem Mist ziehen? Ich habe eine kleine Liste für Sie vorbereitet, die Sie bitte einmal ernst zur Kenntnis nehmen könnten. Vielleicht haben Sie noch mehr Unterpunkte zu liefern. Vor lauter Zorn fällt mir sicher nicht alles gleich ein.

  • Das Pflegesystem ist menschenunwürdig unterbesetzt und lässt schnöde sterben.
  • Das Gesundheitssystem ist marode, nicht mal Arzt-Termine gibt’s.
  • Die unterbezahlten Erzieher sind am Limit, Kindergartenplätze fehlen.
  • Der Breitbandausbau findet nicht wirklich statt.
  • Die Waffen der Bundeswehr sind nicht einsatzfähig, schlecht und alt, zigtausend Soldaten werden bezahlt, ohne „arbeiten zu können“.
  • Die Polizei ist unterbesetzt und schlecht ausgerüstet.
  • Museen, Theater, Kunst, Musikschulen trocknen aus.
  • Die Straßen haben Löcher, die Brücken sind baufällig.
  • Der Schienenverkehr funktioniert nicht gut.
  • Der öffentliche Nahverkehr ist unattraktiv und überlastet.
  • Die Rechtsprechung ist total überlastet und (digital) veraltet.
  • Das Bildungssystem spuckt nur „Bestandene“ aus – keine Gebildeten.
  • Akademisierungswahn senkt Niveau und fürhrt zu Facharbeitermangel
  • Das Analphabetentum ist erschreckend, Rechtschreibung schwach, Rechnen Glückssache.
  • Gut ausgebildete Facharbeiter fehlen an jeder Ecke.
  • Die Universitäten sind baufällig, sie verkommen.
  • Die Fettleibigkeit, Stress und „Rücken“ nehmen überhand.
  • Psychische Leiden mehren sich explosiv.
  • Altersarmut breitet sich aus, die Renten sind in Realgefahr.
  • Die Armut an sich nimmt ungeheure Ausmaße an.
  • Das Lohndumping führt zu Berufen, die kein Leben möglich machen.
  • Bezahlbarer Wohnraum schwindet.
  • Die Luftverschmutzung ist sogar schon gesetzeswidrig hoch.
  • Großkonzerne betrügen ungestraft munter weiter mit Diesel & Zinsmanipulation.
  • Die Gesetzgebung verbietet alles Neue, was nicht 100% Vorteile für Lobbyisten hat.
  • Der Werteverfall beschleunigt sich auch bei den selbst so verstandenen Christen.
  • Paranoide Flüchtlingsangst führt zu politischem Chaos, das Wegschauen bei fremder Not wird zu normaler Übung.
  • Die Politik betreibt Mangelverwaltung, aber keine Politik. Sie bietet Stepptanz nach Trump-Tweets.
  • Alle Institutionen haben weiter hohe Schulden, die aber inzwischen alle umgeschuldet sind und nur noch mit ca. Null Prozent Zinsen bedient werden müssen; bei einer Rückkehr zu normalen Zinsen droht der Kollaps von Deutschland und wohl der ganzen Welt.

Und die da oben sagen: Deutschland ist vorbildlich – weil es andere Regionen in der Welt geben mag, wo alles noch schlechter bestellt ist. Ruhe soll wieder erste Bürgerpflicht sein. Wir sollen weiter braves Wahlvolk sein, ein Ziegelstein in der guten deutschen Mauer. Schauen Sie nochmals die Missstandsliste an:

Es ist eine Scheißmauer, in der wir Ziegelstein sein sollen.

Wir machen Mist in Germany und fragen: „Wohin mit den 50 Milliarden?“ Wenn wir jedes Jahr so viel Überschuss haben, können wir je einen Punkt aus der obigen Liste streichen. Abarbeiten à la Made in Germany. Aber wir verschwenden das Geld per Gießkanne und fahren gegen die Mauer.

Es ist eine Scheißmauer. Aufschrei!

#scheissmauer #shitwall #shittoo

Lasst uns einfach die Hausaufgaben machen – die ersten 50 Milliarden zum Beispiel für den Glasfaserausbau. Richtlinienkompetenz, Frau Merkel, bedeutet „das Recht und die Macht, die Richtung zu weisen“. Können wir das Recht auch zur Pflicht ausdehnen?

Veröffentlicht von

www.omnisophie.com

Bei IBM nannten sie mich "Wild Duck", also Querdenker. Ich war dort Chief Technology Officer, so etwas wie "Teil des technologischen Gewissens". Ich habe mich viel um "artgerechte Arbeitsumgebungen" (besonders für Techies) gekümmert und über Innovation und Unternehmenskulturen nachgedacht. Besonders jetzt, nach meiner Versetzung in den Unruhestand, äußere ich mich oft zum täglichen Wahnsinn in Arbeitsumgebungen und bei Bildung und Erziehung ein bisschen polarisierend-satirisch, wo echt predigende Leidenschaft auf Stirnrunzeln träfe. Es geht mir immer um "artgerechte Haltung von Menschen"! Heute bin ich als freier Schriftsteller, Referent und Business-Angel selbstständig und würde gerne etwas zum Anschieben neuer Bildungssysteme beitragen. Ich schreibe also rund um Kinder, Menschen, Manager und Berater - und bitte um Verzeihung, wenn ich das Tägliche auch öfter einmal in Beziehung zu Platon & Co. bringe. Die Beiträge hier stehen auch auf meiner Homepage www.omnisophie.com als pdf-download bereit. Wer sie ordentlich zitiert, mag sie irgendwo hin kopieren. Gunter Dueck

34 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Grundsätzlich stimme ich dem allen zu

    aber in einem Punkt möchte ich vehement widersprechen.

    “•Die Waffen der Bundeswehr sind nicht einsatzfähig, schlecht und alt, zigtausend Soldaten werden bezahlt, ohne „arbeiten zu können“.

    Soldaten sollen nicht “arbeiten”, nie wieder!

    Ansonsten denke ich an das aktuelle Buch von Rainer Mausfeld

    Warum schweigen die Lämmer? – Wie Elitendemokratie und Neoliberalismus unsere Gesellschaft und unsere Lebensgrundlagen zerstören

  2. Großartig – WildDueck for President! Im Ernst, es müssen sich sehr viele Dinge sehr schnell sehr verändern, aber man sieht noch nicht mal einen Millimeter Fortschritt in irgendwas aktuell – warum löst man nicht mal wenigstens ein Problem (oder versucht es zumindest ernsthaft und mit Nachdruck / Passion / Energie etc.) statt alles nur zu zerreden und künstlich zu bejubeln!? Es ist ein Graus …

  3. In Bezug auf Akademisierungswahn, fehlende Fachkräfte, Lohndumping und Altersarmut – Renten in Realgefahr, möchte ich auf folgende Statistik hinweisen:

    https://www.demografie-portal.de/SharedDocs/Informieren/DE/ZahlenFakten/Kinderzahl.html

    Man sollte sich fragen: Wieso versinken solche Statistiken im Nirvana des Internets und stehen nicht in den Zeitungen? Und was hat das mit dem Gleichstellungswahn zu tun? Und warum wird hier politisch nicht gehandelt?

  4. Die Liste des Autors ließe sich fast beliebig verlängern. Ich bin eigentlich kein Freund von drastischer Sprache. Man verzeihe mir nachfolgend, daß ein oder andere Wort. Aber das geheuchelte Wohlfühlklima in Deutschland (uns geh es ja so gut), ist dermaßen verlogen, daß hier zum Teil nur drastische Ausdrücke trefflich beschreiben.

    Geändert hat sich nichts. Brot und Spiele helfen beim Regieren. Für Deutschland bedeutet das genauer billiges Fleisch und Fußball.

    Übrigens: Jeder möge sich selbst einige Gedanken zum Thema Hetzjagden machen. Hetzjagden fanden und finden in ganz Deutschland seit Jahrzehnten zwischen den „Anhängern“ unterschiedlicher Fußball-Vereine regelmäßig statt. Das es meist nur Verletzte und selten Tode gibt, ist schlicht der immensen Polizeipräsenz zu den “Spielen” zu “verdanken“.

    Das Gros der Deutschen lebt von Fleisch welches aus Tierlagern kommt. Deutsche schicken zwar ihren Hund, den sie in ihrer Wohnung fett gefüttert haben, zum Herz-Ultraschall, aber „scheißen“ auf das Tierwohl der so genannten Nutztiere. Massentierhaltung (in Deutschland) ist unerträglich. Was genau bewirkt(e) hier der Tierschutz? Nichts!!!

    Das Essen von Fleisch ist natürlich. Aber: Tiere gehören ins Freie.

    Der Umgang mit Nutztieren entlarvt die Betreiber und Konsumenten der Massentierhaltung als Sadisten. Die die kein Fleisch aus der Massentierhaltung konsumieren erwirken aber keineswegs eine Freistellung. Es fehlt ihnen meist das aktive Engagement…

    Man spricht gerne über Probleme, aber in Deutschland werden keine Aufgaben gelöst. Der Deutsche nimmt jede Veränderung hin, egal wie sinnfrei diese auch sein mag.

    “Einfaches” Beispiel: Ein partielles Fahrverbot für bestimmte Dieselfahrzeuge in Hamburg drängt den Verkehr auf andere Strassen ohne Fahrverbot. Auch mit durchschnittlicher Begabung lässt sich leicht verstehen, daß der Dreck nun anderswo ausgeworfen wird. Da die Ausweichstraßen längere Wege bedeuten, wird nun mehr Dreck erzeugt. Das ist ein typisches Beispiel für ein vollkommen nutzloses Verbot, welches in der Gesamtbilanz mehr Schaden anrichtet als kein Verbot.

    Ein “komplexeres” Beispiel mit katastrophalen Folgen ist die vollkommen falsche Einschätzung des Potentials alternativer Energiegewinnung in Deutschland.

    Zur Erinnerung: “Die Förderung erneuerbarer Energien wird einen Haushalt nur einen Euro im Monat kosten – so viel wie eine Kugel Eis.“ verkündete 2004 der damalige deutsche Umweltminister, Jürgen Trittin. In Wirklichkeit hat sich die monatliche Stromrechnung für deutsche Haushalte seit 2000 etwa verdoppelt. Elektrizität ist in Deutschland für Konsumenten mit fast 30 Cent je Kilowattstunde sogar um die Hälfte teurer als im Hochpreisland Schweiz

    Während der Frostwetterperiode wurden im Zeitraum 16. bis 26. Januar 2017 von den über 26.000 Windenergieanlagen mit einer installierten Nennleistung von 50 Gigawatt nur minimale Leistungseinspeisungen für die Stromversorgung bereitgestellt. Kernenergie-, Kohle- und Gaskraftwerke übernahmen fast vollständig die Stromversorgung in Deutschland.

    Noch konkreter: Am 24.1.2017 um 7.00Uhr war die Stromnachfrage (Netzlast) 70 GW hoch. An Photovoltaik und Windkraftanlagen sowie Wasserkraft standen rein theoretisch 89,5 GW Kapazität zur Verfügung. Die tatsächliche Erzeugung am 24.1.2017 um 7.00Uhr von Photovoltaikanlagen lag bei Null, die der Windkraftanlagen bei 0,8 GW. Die thermischen Kraftwerke, vornehmlich Kohle, Gas und Kernkraft waren hoch ausgelastet und gewährleisteten die Versorgungssicherheit. Quelle

    Dieses Beispiel zeigt, ohne Wenn und Aber, die brachiale Wahrheit, daß die deutsche Stromversorgung zwingend zwei Systeme erfordert. Ohne „konventionelle“ regelbare und jederzeit verfügbare Kraftwerke, gäbe es gar keine parallele alternative Energieversorgung, diese jedoch hatte und hat ohne lokal vorhandene Energiezwischenspeicher keine Daseinsberechtigung.

    Das Standardmodell der deutschen alternativen Energieversorgung (SddAEV) ist untauglich. Wenn man das nun mit der Propaganda der Macher und Nutznießer des SddAEV und der tendenziell positiven Volksmeinung vergleicht, wird klar wie katastrophal ausweglos die Situation mittlerweile ist.

    Der deutsche Journalismus, dem die Faktenlage bekannt sein muß, suggeriert seit Jahren durch das Weglassen kritischer Artikel (Nichterwähnung der dokumentierten Sachlage), daß wir uns auf dem „richtigen Weg“ befinden. Hier werden Utopien ideologisierter Politiker und deren Anhänger, allen voran die Grünen, propagiert, die nachweislich an der Realität gescheitert sind. Die Tatsache, daß hier kollektiv die Sachsituation methodisch und wiederholt ausgeblendet wird, erzeugt eine volkswirtschaftlich bedrohliche, unverantwortliche Situation, die Deutschland perspektivisch, insbesondere im globalen Vergleich, ins Abseits stellt.

  5. Die URSACHE aller symptomatischen Probleme ist der nun “freiheitliche” WETTBEWERB um imperialistisch-faschistischen KOMMUNIKATIONSMÜLL

  6. So richtig durchdacht und stimmig sind die Punkte unter sich nicht. Da sehe ich System-kritisches neben System-Erhaltung forderndes… das ist nicht wirklich durchdacht, sorry.
    Und die Kommentare klingen teils nach „gut so,, weiter so”, aber wie wär’s denn mal zur Abwechslung mit s e l b s t d e n k e n?
    Man mag ja nicht einer Meinung sein, aber dann doch auch mit (konkreten) Aussagen!
    – Das Pflege-System ist sehr bewusst so gehalten, dass es nach außen hin den Eindruck macht, teuer zu sein und von innen her kaum etwas kostet. Das gibt immer wieder Stoff fürt die Ausrede, dass mehr Geld für die Pflege aufgewendet werden müsse, was sich dann viele Pflegeheim-Betreiber einstecken können (kenne ich aus einigen lokalen Fällen!).
    -Das Gesundheitssystem ist hervorragend besetzt, nur verdienen sich Ärzte lieber das Geld an Privatpatienten – und damit Brutte einige hundert Prozent mehr (und angeblich schneller). Marode ist allenfalls der Anschein, der durch die Geldgier zustande kommt.
    – Warum werden denn Erzieher benötigt? Warum müssen denn Familien so viel arbeiten? Damit Geld reinkommt, Geld für… Handy, Urlaub, … teils nicht mehr als Status. Ein Status, der das System durch Medien den Menschen als notwendig verkaufen lässt – sehr erfolgreich übrigens.
    – Der Breitbandausbau findet so statt wie vieles in Deutschland: Von der Stadt zum Land – und damit von der Zivilisation in die Primitivität (zu langsam aber dennoch, zugegeben. Jedoch… wer weiß, das wir im Kapitalismus lebt (und was das bedeutet), der ist sich darüber im Klaren, dass mit einem weiteren Kilometer Breitbandkabel in der Stadt weit mehr Menschen als Konsumenten gewonnen werden können (und somit mit der gleichen Investition auch mehr Rendite erwirtschaftet wird – und N U R darum geht es schließlich).
    – Zur Bundeswehr schließe ich mich einem Vorredner an: Wozu brauchten wir die eigentlich? Um unseren militärischen Auftraggebern, ähem will sagen Partnern zu dienen…???
    – Die Polizei wurde von Staats wegen ausgedünnt. Und wenn ich die letzten Jahre revue passieren lasse, dann wird sonnenklar, dass erst dieses ausdünnen den Eindruck entstehen lassen konnte, dass die sogenannten „Flüchtlinge” (die fast niemals welche sind) sich überall kriminell verhalten und diese Kriminalität Überhand nimmt. Man hat von Staats wegen einfach die Ordnungsmacht „reduziert”, damit bein uns dieser Einduck entstehen musste, der uns dann (so wohl die Hoffnung) nach „MEHR ORDNUNG und STRENGEREN GESETZEN” verlangen und rufen lassen würde.
    – Kunst… trocknet aus, wenn sie den Konsum nicht fördert. Klingt ‘billg’, aber ist letztendlich sicherlich ein Grund
    – Straßenzustand… nun, schon mal daran gedacht, dass der viele Straßenverkehr (auch und vor allen Dingen speziell der Schwerverkehr) hier Teil hat? Gerade der Schwerverkehr wird ja staatlich gefördert… die „armen” Unternehmen müssen ja geschont werden, oder?
    – Schienenverkehr ist nicht staatlich, wie also soll das verbessert werden? Preise erhöhen ist ja wohl weniger erwünscht… also wie soll das denn bitte klappen? Es gibt ja die Aussage „Wachstum!”, oder? Wie sollen denn die Gewinne wachsen, wenn wegen unrentablen Strecken (weil schon Fahrer auf den teils billigere/praktischere PKW ausweichen) die Einnahmen stagnieren bis fallen???
    – Die Rechtsprecheung… auch so ein Thema in einem angeblichen Rechtstaat, also da, wo Recht hat wer Geld hat und wo viel Recht hat der viel Geld hat. Lasse ich jetzt lieber mal…
    – Bildungssystem: Zum Einen darf doch nicht auffallen, wie viele Immigranten in Deutschland sind. Also müssen die Schulen im Niveau abgesenkt und die Lehrer vermehrt angewiesen werden, den Immigranten „Bonus-Noten” zu geben (kein Witz, kommt von einer mir bekannten Lehrerin!). Zum Anderen d ü r f e n doch die Bürger nicht intelligent genug werden, um zu merken, wo und wie sie andauernd beschissen werden von diesem System (das Konglomerat aus Wirtschaft und Politik).
    – Lohndumping: Siehe oben! Gewinne müssen wachsen, daher müssen billigere Leute her (=Fachkräftemangel, der Mangel an Arbeitern, die für weniger Geld arbeiten als Deutsche).
    – Bezahlbare Wohnungen: Was kann schon dabei herauskommen, wenn von der Idee einer Mietzahlung als Nutzungsentschädigung für die Immobilie ein Geschäftsmodell in der Art wird, dass die Miete zu einem Einkommen (missbräuchlich, aber vom System so vorgesehen) umfunktioniert wird? Heute soll das doch für viele ein Einkommen in Zeiten immer weniger sicherer Arbeitsplätze sein – und damit muss so eine Immobilie eben ganz andere Summen einbringen = „unbezahlbar” für einen üblichen Mieter, der den Vermieter nicht für die Nutzung entschädigt, sondern ihn bestmöglich durchfüttern soll
    -…

    So könnte ich immer weiter schreiben, aber mir fehlen Nerven und Zeit.
    Es sollte aber schon klar sein, worum es mir geht. Ganz so nachvollziehbar sind mir nahezu alle genannten Punkte nicht, da sie entweder einfach nicht zu Ende gedacht sind oder aber schlicht wesentliche Sachverhalte aus der Überlegung komplett ausschließen.

  7. Den Deutschen geht es heute eben so gut, dass sie sich auch sehr viel Probleme leisten können – und vor allem, dass sie es sich leisten können, die Probleme gar nicht mehr zu lösen. Ohne Probleme wäre es ja auch langweilig. Zudem hätten die Zeitungen noch weniger zu schreiben, womit sie noch schneller von der Bildfläche verschwinden würden.
    In Deutschland gibt es tatsächlich eine Debattenkultur. Doch in den letzten Jahren lösen die Debatten keine Aktionen mehr aus, sondern sie verlaufen im Sande um dann nach einer Pause wieder reaktiviert zu werden.

  8. @Kurt: Dem Grundtenor stimme ich zu. Es geht hier auch gar nicht um den Einzellfall. Das Wichtigste ist, dass die Menschen selbst denken und nicht eine vorgekaute Meinung oder eine Aneinanderreihung vorgefertigter Meinungen wiedergeben. Und um die Angst vor dem Denken zu nehmen…es ist überraschend einfach!

  9. Argumente gegen die grüne Leistungsgesellschaft

    Ab und an taucht in den Medien die Information auf, dass wir in Deutschland doppelt so viele Lebensmittel verbrauchen als wir hier selbst anbauen können. Das spricht gegen unseren hohen Fleischkonsum, gegen den Bioanbau und auch gegen den hohen Anteil an Nahrungsmitteln, die weggeworfen werden, und das spricht gegen den Anbau von Energiepflanzen. Aber das spricht vor allem dafür, dass wir schon deswegen Exportweltmeister bleiben müssen, damit wir genug zu Essen haben.

    Ich habe das mal nachgerechnet, mit dem Ergebnis, dass wir im eigenen Land mehr als genug landwirtschaftliche Erträge haben, dass wir locker die Hälfte für Energiepflanzen nutzen oder wegwerfen können, und immer noch soviel Fleisch essen können, wie wir wollen. Unterm Strich müssten sich also Importe von Soja aus Brasilien und Exporte von Hähnchenschenkeln nach Afrika die Waage halten. Keine Ahnung, wo diese Zahlen herkommen, dass wir doppelt so viel verbrauchen wie wir im eigenen Land anbauen. Womöglich ist das gezielte Desinformation, um für eine grüne Leistungsgesellschaft zu werben.

    Wir müssen auch nicht mehr leisten, wenn wir keine Klimagase mehr ausstoßen wollen. Klimagasreduktion ist neben teurer Technik auch mit Maßnahmen zu erzielen, die jede Menge Geld und Arbeit sparen, ohne wirklich die Lebensqualität zu schmälern:
    Weniger und kleinere Autos, weniger Arbeitsplätze, kürzere Welthandelswege, weniger Wohnfläche pro Person, kürzere Wege zum Urlaubsziel, weniger Einwanderung. Mehr Fahrradverkehr, mehr Campen, mehr Faulenzen, mehr Skat und Doppelkopf spielen.

    Deutschlands Rolle als Exportweltmeister fördert den Zugewinn bei den vermögenden Zinsempfängern, aber ansonsten brauchen wir das nicht. Selbst wenn wir keine Autos mehr exportieren könnten, hätte das keine Auswirkung auf die Lebensmittelversorgung. Wir setzen Europa und die ganze Welt sinnlos mit unserer Leistung unter Druck. Der Vollzug der Energiewende und ein weitgehendes Recycling würden die Importe von Rohstoffen auch stark reduzieren. Aber der Import von Lebensmitteln ist weder jetzt noch in Zukunft nennenswert, dass wir dafür unsere Exportleistung überhaupt nicht brauchen. Eine vernünftige Wirtschaft würde nebenbei den sozialen Leistungsdruck endlich mal rausnehmen, dass nicht nur überforderte psychisch Kranke mal aufatmen können.

    Nachgerechnet:

    Deutschland hat ein Fläche von 358.000 km²,
    davon sind 185.000 km² Landwirtschaftliche Nutzfläche.
    der Einfachheit halber mache ich eine Modellrechnung, als würde nur Weizen angebaut
    Der Ertrag von Weizen liegt bei 7.5 t/ha, das sind 750 t/km²,
    dann kommen wir auf einen jährlichen Gesamtertrag von 139 mio t
    wir haben 82 mio Einwohner, das macht dann 1,692 t/Jahr und Einwohner,
    das sind dann am Tag 4,63 kg Weizen, die für jeden Einwohner zur Verfügung stehen.

    Weizen hat einen Nährwert von 3300 kcal/kg,
    wir haben also 15.280 kcal pro Tag zur Verfügung.
    Wenn die Hälfte weggeworfen oder als Energiepflanze genutzt wird,
    bleiben übrig:
    7640 kcal was zum Verzehr zur Verfügung steht.

    1500 kcal Vegetarisches wie Nudeln oder Kartoffeln etc
    1000 kcal für tierische Produkte wie Fleisch, Milch, Butter
    macht den Durchschnittsbedarf von 2500 kcal pro Tag

    Die tierischen Produkte verbrauchen im Schnitt das 5-fache des Kaloriengehaltes für das Tierfutters, wir müssen also rechnen:

    1500 kcal für Vegetarisches wie Nudeln oder Kartoffeln etc
    5000 kcal für Tierfutter für tierische Produkte wie Fleisch, Milch, Butter
    macht einen Durchschnittsverbrauch von 6500 kcal pro Tag

    von den 7640 kcal, die zur Verfügung stehen, bleiben noch 1440 kcal übrig,
    die man für einen Flächenmehrbedarf für kalorienarmens Gemüse, Obst, Kaffee oder Tee, Bier und Wein einrechnen kann.

    Wie man sieht, können wir uns komplett selber ernähren, selbst wenn wir die Hälfte wegwerfen bzw. als Energiepflanzen nutzen. Was wir an Südfrüchten, Kaffee oder Tee importieren, können wir im Gegenzug dann aus unseren Nahrungsmittelüberschüssen wieder exportieren. Wo die Zahlen herkommen, dass wir doppelt soviel Fläche beanspruchen wie wir haben, kann ich nicht nachvollziehen.

  10. Ein interessanter Artikel. Warum in die Ferne schweifen, die Probleme sind so nah. Deutschland sollte wohl besser die Probleme der Menschen hier lösen (soweit möglich) als die Welt zu retten.

  11. @ Tobias: Das momentane Schlechtreden der Autoindustrie und der deutschen Wirtschaft ist meines Erachtens auch gezielte Desinformation. Auf mich wirkt die ganze Debatte jedenfalls ziemlich bizarr.

  12. Überschüsse in einem Land sind schlecht für die anderen Länder. Das ist eine einfache Rechnung. Was es bei uns zu viel gibt, das gibt es in anderen Ländern zu wenig.
    Eine Win-win Situation liegt deshalb nicht vor, weil die Ressourcen begrenzt sind.

    Aber wer ist Schuld , besser gesagt unfähig oder einfach nur überfordert?
    Es sind die Wähler, die saturierten Wähler die ihren demokratischen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen. Bei einer zweiten Groko hätte ein Generalstreik stattfinden müssen.

    Solange die Bilanzen schwarze Zahlen liefern, wird sich an der Situation nichts ändern.

  13. Danke, sehr gute Aufzählung der Mißstände !
    Irgendwie erinnert mich das alles an das Endstadium der DDR 1989. Nur damals sind die Menschen auf die Straße gegangen und das “Volk” hat sich gegen die Mißstände gewehrt. Heute gehen die Leute bestenfalls auf die Straße um ihre Hunde zum pinkeln auszuführen…

  14. Zitat Tobias Jeckenburger: „Die tierischen Produkte verbrauchen im Schnitt das 5-fache des Kaloriengehaltes für das Tierfutters, wir müssen also rechnen:
    1500 kcal für Vegetarisches wie Nudeln oder Kartoffeln etc
    5000 kcal für Tierfutter für tierische Produkte wie Fleisch, Milch, Butter
    macht einen Durchschnittsverbrauch von 6500 kcal pro Tag“

    .
    In diese Rechnung fließt aber nicht ein, dass die Zucht von Tieren für die Ernährung enorm viel Bodenfläche benötigt, wenn man sie ethisch artgerecht praktizieren will, d. h. für Rinder und Schweine extensiv in gemischten Herden im Freien. Und es ist absolut ethisch notwendig, dass man für die Tiere ein artgerechtes, lebenswürdiges, humanes Leben planen und garantiert. Wie wir in der EU die Nutztiere züchten ist reinste Barbarei, es ist Folter, es ist unter ethischen Gesichtspunkten absolut unerträglich und macht auch noch dazu Millionen von Menschen anfällig für psychische Störungen – ich kann es durch Kenntnisse dieser Thematik aus meinen Aktivitäten im Tierschutz beobachten. Ich halte zum Beispiel den Veganismus für einen Versuch von verzweifelten Menschen, sich psychisch gegen diesen Horror zu schützen, wobei dieses Selbstschutzmechanismus nicht funktionieren kann. Was wir den Tieren antun ist unerträglich und macht reihenweise Menschen krank.

    Und in der EU haben wir eben nicht den Platz, um Rinder oder Schweine artgerecht zu züchten, wir haben zum Beispiel nur 10% des landwirtschaftlichen Bodens, die als Weidefläche dienen können. Die Zucht von Rindern und Schweinen in der EU ist unzumutbar, für Tieren und Menschen, sie sollte verboten werden. Diese Zucht sollten dünnbesiedelte Ländern übernehmen, die den Platz haben, die Tiere im Freien zu halten, wie zum Beispiel Lateinamerika, USA, UdssR oder China. Die tierischen Produkte müssten wir also importieren, es ist unverantwortlich, dass wir hier in der überbevölkerten EU die Tiere unter barbarischen Bedingungen in Käfigen, in Ketten, in Tierfabriken und in Hochhäusern züchten. Siehe zum Beispiel ein meiner Kommentaren in einem Nachbachblog über die Überbevölkerung der EU hier

  15. Ergänzungen zu meinen Kommentar-Ausführungen zur deutschen alternativen Energiegewinnung und der praktischen Umsetzung, in Form von Elektroautos von zwei »Spektrum der Wissenschaft Autoren«.

    Ein kritischer Blick von Vince Ebert
    Sind E-Autos ein großer ökologischer Fortschritt? Oder verschärfen sie das Klimaproblem

    Was wäre, wenn wir alle Kohle- und Atomkraftwerke abschalten würden? von Christoph Schrader

    Fazit: Die angestrebten „Alternativen“ sind nicht einmal Nullnummern. Die Alternativen“ verschärfen die Problematik. Wie Gustave Le Bon bereits in seinem Meisterwerk »Psychologie der Massen« feststellte: „Nie haben die Massen nach Wahrheit gedürstet. Von den Tatsachen, die ihnen mißfallen, wenden sie sich ab und ziehen es vor, den Irrtum zu vergöttern, wenn er sie zu verführen vermag. Wer sie zu täuschen versteht, wird leicht ihr Herr, wer sie aufzuklären sucht, stets ihr Opfer.“

  16. @Jocelyne Lopez Artgerechte Tierhaltung

    Meine Eltern hatten noch reichlich Kleintierhaltung auf einem großen Stadtgrundstück praktiziert. Wir hatten Kaninchen, Enten, Gänse und Tauben. Den Tieren ging es bei uns richtig gut, und das Ergebnis an Fleischqualität war super. Die Tiere hatten einen Stall und einen Auslauf, und mussten Nachts immer in den Stall, damit sie nicht geklaut oder von streunenden Katzen erbeutetet werden. Dabei habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Haustiere keine Wildtiere sind. Haustiere sind stark an den Menschen angepasst, und brauchen keine Wildnis als Auslauf, dafür aber suchen sie Kontakt zu Menschen, und freuen sich jeden Tag ganz ersichtlich, alle menschlichen Familienmitglieder begrüßen zu können. Insbesondere die Gänse waren Menschen gegenüber extrem sozial aktiv. Bei jeder Gelegenheit kamen die Tiere an und nahmen Kontakt zu uns Menschen auf. Mein Vater hatte auch ein Experiment mit Fasanen in einer Foliere gemacht. Das sind Wildtiere, und denen ging es dort gar nicht gut. Die Fasanen waren eher scheu, nahmen kaum Kontakt zu uns Menschen auf und flogen regelmäßig unter die Decke, wenn sie sich erschrocken haben.

    Natürlich brauchen Haustiere Auslauf, aber überhaupt nicht soviel Fläche wie Wildtiere, viel wichtiger ist der Kontakt zu Menschen, und dass die Tiere nicht in zu großen Gruppen gehalten werden, dann wird das soziale Leben der Tiere untereinander völlig unübersichtlich und stressig. Ich wohnte ein paar Jahre auf dem Land, und habe selber Hühner gehalten. Die Hühner sind so lieb und brav, dass ein Zaun von 50 cm ausreichte, um unsere 20 Hühner auf ca. 50 qm halten zu können. Sie hatten einen Stall für die Nacht, den haben sie selber aufgesucht, und da haben sie auch ihre Eier gelegt. Die Hühner hätten ganz leicht über den Zaun springen können, haben das aber nicht gemacht, weil sie wussten, dass sie das nicht machen sollen, und daran habe sie sich gehalten. Die Hühner haben sich immer gefreut, wenn ich oder mein WG-Kollege vorbeikamen, nicht nur weil wir sie gefüttert haben.

    Ich bin täglich zu den Hühnern in den Auslauf gekommen, und habe mich eine Viertelstunde mit ihnen beschäftigt, die Hühner kamen an, ließen sich am Hals kraulen und waren mit ihre spezifischen Lauten mir gegenüber sehr kommunikativ. Auch wenn Nachbarn vorbeikamen, kamen die Hühner ganz freundlich auf sie zu und haben mit ihnen Kontakt aufgenommen. Ganz wichtig ist hierbei, dass die anderen Hühner nicht mitbekommen, wenn man sich eins herausholt, um es zu schlachten. Wir haben unsere Hühner gerne gegessen,weil sie wirklich sehr lecker waren, und zu dieser Zeit auch kein anderes Fleisch eingekauft, nicht mal Wurst.

    In der Nähe wohnte ein Bio-Minibauer, der hatte 3 Kühe. Denen ging es auch sehr gut auf ihrer Weide, und diese Tiere führten auch eine Enge Beziehung zu ihrem Besitzer, aber auch zu uns, wenn wir alle paar Tage vorbeikamen um Milch und den selbstgemachten Käse zu kaufen. Der Direktbezug war sehr kostengünstig. Dieser Minibiobauer hatte auch mehrere kleine borstige Schweine, in einem ca. 20 qm großem Auslauf, und denen ging es auch sichtlich gut. Gerne hätten wir auch Fleisch von denen gekauft, aber die waren so lecker, dass der Kollege seine Schweine ausschließlich selber gegessen hat.

    Die Schweine bekamen immer die Molke, die bei der Käseherstellung anviel, und die Essensreste aus einem 6-Personen-Haushalt, das trug deutlich zum Futterbedarf bei. Insgesamt ist klar, dass Tiere, die einen Auslauf haben vor allem im Winter mehr Futter brauchen, als in der Massentierhaltung im Stall. Aber das macht im Sommer nur 20%, im Winter aber deutlich mehr aus. Deswegen zieht man die Tiere, wenn möglich, eher im Frühling und Sommer auf, und schlachtet im Herbst mehr Tiere, wovon man einen Teil einfrieren kann.

    Insgesamt meine ich sagen zu können, dass eine artgerechte Haltung nur etwas mehr Fläche für den Futteranbau verbraucht, die Auslauffläche fällt kaum ins Gewicht. Haustiere brauchen viel eher den Kontakt zu Menschen, als dass sie eine Wildnis für ausgedehnte Streifzüge bräuchten. Das wäre z.B. der Fall, wenn man Wildschweine als Haustiere halten wollte, die brauchen eine riesiges Gebiet, um sich wohlzufühlen. Hausschweine nicht, das hat man denen in Jahrtausenden längst weg gezüchtet, dafür freuen die sich über Kontakte zu Menschen.

    Insbesondere in zukünftigen Zeiten, in denen es aufgrund von Industrie 4.0 nicht mehr viel Arbeit gibt, ist eine personalintensive Tierhaltung als Nebenerwerb und in kleinem, persönlich überschaubarem Ausmaß sowohl für das Tier wie für den Mensch denkbar, finde ich. Platz ist nicht das Problem dafür. Was den Flächenbedarf für Futterpflanzen angeht, das sind nur etwa 30% mehr, dafür könnte man Essensreste und was in der Vertriebskette an Abfällen anfällt zu einem hohem Anteil an Schweine und Hühner verfüttern, das würde den Flächenbedarf wieder reduzieren.

    Ich habe auch selber festgestellt, dass ich von dem guten selbst gezogenem Fleisch und von der Milch von den glücklichen Kühen eher weniger verzehrt habe und mehr vegetarisch gegessen habe, als das zur Zeit der Fall ist, wo ich nur von Aldi und REWE lebe. Ich kaufe auch im Aldi mal Bio-Fleisch ein, aber Fleisch aus dem Bioladen kann ich zur Zeit nicht finanzieren.

  17. @ Tobias Jeckenburger:
    185.000 km² Landwirtschaftliche Nutzfläche, davon sind aber nur 10% Weidefläche. Es gibt zum Beispiel zur Versorgung der 82 Millionen Einwohner Deutschland mit Milchprodukten (und Fleisch als Nebenprodukt) zurzeit 12,1 Millionen Rinder (Bedarf steigend, weil die Bevölkerung von Jahr zu Jahr wächst). Ergo: Es gibt keinen Weideplatz für die Mehrheit der Tieren, die meisten sehen nie eine Weide, bewegen sich nie im Freien, können sich überhaupt nicht bewegen und verbringen ihr ganzes Leben angebunden im Ställen, kaum ein männliches Kalb sieht je seine Mutter und verbringt sein kurzes Leben im käfigartigen, industriellen Mastbetrieben.

    Die Massentierhaltung ist die unausweichliche Realität als Konsequenz der „Massenmenschhaltung“: Wenn zum Beispiel in einem Land wie Holland 411 Einwohner pro km2 leben und ernährt werden, in Deutschland 226 pro km2, da kann man sich ausrechnen, wieviel Platz für die Steppentiere „Rinder“ oder die Waldtiere „Schweine“ übrig bleibt… 🙁

    Die Zucht von Rindern und Schweinen sollte in Deutschland nur auf der 10% Weidefläche erlaubt sein, die zur Verfügung stehen, für das Decken des übrigen Bedarfs zur Versorgung der Bevölkerung mit hochwertigen tierischen Produkten soll eine artgerechte Zucht in dünnbesiedelten Ländern verlagert werden, die dafür den Platz haben. In der EU haben wir insgesamt definitiv keinen Platz dafür siehe hier Bevölkerungsdichte. Es ist eine unerträgliche Barbarei, die in zivilisierten Ländern verboten werden muss.

    Und die weltweite Menschengemeinschaft muss dafür sorgen, dass die Bevölkerungsexplosion dringend gestoppt und zurückgefahren wird. Ich plädiere für die sofortige 1-Kind-Politik überall… (natürlich utopisch, aber hoffen kann man trotzdem, für die Umwelt und für die nächsten Generationen).

  18. Mit einem Satz.
    Merkel ist unfähig und verantwortunglos.
    Sie war diesem Amt in Wirklichkeit nie gewachsen, nicht entfernt.
    Ihre einzige Qualifikation war dass sie eine Frau war, das ist ja echt etwas.
    Merkel hat für ganz Europa unermeßlichen Schaden angerichtet.

  19. Markweger
    Merkel soll unfähig und verantwortungslos sein ?
    Große Worte, für eine Biertischgespräch als Aufwärmer geeignet.
    Tatsächlich wurde Frau Merkel von der Washington Post als die mächtigste Frau der Welt bezeichnet. Und wenn Frau Merkel solche Mängel hat, welche Mängel hat dann erst das Deutsche Volk ?
    Bleib auf dem Boden!

    Was den Schaden betrifft, den verursacht die Ablehnungsfront, die eine Überfremdung Deutschlands und Europas befürchtet.
    Der Druck aus Afrika und der übrigen Welt wird noch größer werden, wenn sich Europa nicht dazu entschließt, nicht mehr auf Kosten der übrigen Welt seinen Reichtum zu mehren.
    Jedes Produkt, das in Europa produziert wird, kann nicht mehr in Afrika produziert werden. Wir nehmen den Entwicklungsländer die Arbeitsplätze für technologische Produkte weg. China hat das erkannt und geht den umgekehrten Weg.

  20. Hin und wieder gibt es lesenswerte Artikel, die sachorientiert den Unsinn des vermeintlichen (deutschen) Umweltschutzes als das entlarven, was er eigentlich ist, reine Ideologie, dessen Maßnahmen noch schädlicher sind als der vermeintlich umweltschädliche „Vorzustand“.

    Wie ein Artikel-Kommentator es kurz und trefflich zum blinden Aktionismus (der Deutschen und Europäer) beschreibt: …”Fakten interessieren nicht. Es zählen Emotionen und moralische Überlegenheit“…

    Jeder und Jede sollte den FAZ-Artikel Bienenschützer, Plastikhasser, Öko-Narren von Patrick Bernau lesen.

  21. @Jocelyne Lopez Rinderweide

    von den 185.000 km² Ackerland in Deutschland sind 28% Grünland, das sind
    51.800 km² bzw. 5.180.000 ha

    auf 1 ha kann man 2 Milchkühe grasen lassen, das Grünland reicht also für 10,4 mio Kühe.

    Wichtig für die Kühe ist, dass sie Auslauf haben, wenn man noch Heu, Silage und Kraftfutter zufüttert, macht das den Kühen ja nichts. Was den Tierschutz angeht, können wir unsere Rindviecher also gut im eigenen Land versorgen. Wenn Rinder heute dauerhaft im Stall eingepfercht sind, dann aus Kostengründen, nicht aus Platzgründen.

    Ich hätte auch nichts dagegen, wenn die Geburtenraten weiter niedrig bleiben. Je weniger Menschen, desto einfacher ist das Leben, und desto besser ist das Essen. Wenn sich die Zahl der Menschen in Deutschland in den nächsten 50 Jahren um 20% reduziert, dann könnten wir auch in Deutschland auf großen Flächen wieder Urwald wachsen lassen. Das wäre nicht nur für die Natur gut, auch wir Menschen könnten schön Urlaub machen vor der Tür und wilde Natur genießen.

  22. Zitat Novidolski: „Der Druck aus Afrika und der übrigen Welt wird noch größer werden, wenn sich Europa nicht dazu entschließt, nicht mehr auf Kosten der übrigen Welt seinen Reichtum zu mehren. Jedes Produkt, das in Europa produziert wird, kann nicht mehr in Afrika produziert werden. Wir nehmen den Entwicklungsländer die Arbeitsplätze für technologische Produkte weg. China hat das erkannt und geht den umgekehrten Weg.“
    .

    Ich habe gelesen, dass Afrika 70% seiner Lebensmittel importieren muss. Auch noch dazu wohl quasi 100 % seiner Industriegüter und Haushaltsgüter. Afrika lebt nur von dem Raubbau seiner Bodenschätze durch die Industrieländer. Seit Jahrtausenden haben sich die westlichen Länder wie die Geier auf Afrika gestürzt. Wir waren bei den lange bevor sie zu uns kamen. Wir haben die Menschen aus Afrika versklavt, menschlich versklavt und wirtschaftlich versklavt. Wir schulden Afrika Reparation.

  23. Zitat Tobias Jeckenburger: “auf 1 ha kann man 2 Milchkühe grasen lassen, das Grünland reicht also für 10,4 mio Kühe.
    .
    In der EU werden in der Tat Rinder nur für die Milchproduktion gezüchtet. Es werden aber nicht nur weibliche Tiere geboren, sondern wie bei Menschen ca. 50-50 weiblich/männlich. Die männlichen Tiere sind also “Abfall” der Milchproduktion, sie sind zu viel auf dieser Welt, sie haben keine Existenzberechtigung, und zwar vor allem nicht auf der Weide. Auf der verfügbaren Weidefläche ist vielleicht Platz für 10,4 Mio Milchkühe, nicht aber noch zusätzlich für 10,4 Mio männliche Tiere. Was soll man also mit den “nutzlosen” männlichen Kälbern machen? 🙁 Sie gleich bei der Geburt schreddern, wie die männlichen Küken? Man sperrt sie in Boxen in Mastbetrieben ein und futtert man sie industriell, bis sie das Gewicht zum Schlachten erreicht haben. Das ist Barbarei. Siehe zum Beispiel Das Leid der Kälber.

  24. @Jocelyne Lopez Rinderweide2

    die Gesamtzahl der Rinder in Deutschland sind 12,2 mio,
    davon 4,2 mio Milchkühe
    und 2,5 mio Kälber bis 8 Monate, die noch kaum Gras fressen.
    Also genug Platz für alle.
    Die Zahlen sind von 2017

  25. @ Tobias Jeckenburger

    Die Massentierhaltung ist Realität in der EU, bei Milchkühen, bei Kälbern, bei Schweinen, bei Geflügeln. Die Lebentransporte zu Schlachtöfen sind Realität, der Horror ist Realität für Millionen von Tieren, die Barbarei ist Realität, Tag für Tag, Stunde für Stunde, und es ist nicht möglich für die Bürger und Verbraucher es abschaffen zu lassen, wir sind machtlos bzw. entmachtet – und das ganz bestimmt nicht durch die Geldgier der Bauer, die selbst kaum über die Runde kommen. Die Milch- und Fleischproduktion müsste Jahr für Jahr mit Milliarden subventioniert werden, wenn die tierischen Produkte für die Bevölkerung als Grundnahrungsmittel tiergerecht jedoch bezahlbar sein sollten. Es sind “Luxusprodukten”, die von den Regierungen verramscht werden, nach der Strategie, die weiter oben von Dirk Freyling beschrieben wurde: “Aber das geheuchelte Wohlfühlklima in Deutschland (uns geh es ja so gut), ist dermaßen verlogen, daß hier zum Teil nur drastische Ausdrücke trefflich beschreiben: Geändert hat sich nichts. Brot und Spiele helfen beim Regieren. Für Deutschland bedeutet das genauer billiges Fleisch und Fußball“. Ich verachte diese Regierenden und ihre “Berater” bzw. ihre Profiteure, ich verachte sie zutiefst, sie widern mich an.

  26. Ist das jetzt ein Scilog-Beitrag oder ne f*c*book-Wutbürgerei. Na denn leike ich dis mal, hashtagge ein bissel und fühle mich wohl, weil ich ja auf der richtigen Seite bin.

  27. Das Hauptproblem besteht in der BRD aus diesseitiger Sicht in der Abgaben- und Steuerbelastung, die dem Werktätigen (vs. Unternehmer und den “Super-Reichen”) die Lust an der Arbeit nimmt und auch wegen der hohen diesbezüglichen Belastung die Familiengründung erschwert :

    -> https://de.wikipedia.org/wiki/Tarifgeschichte_der_Einkommensteuer_in_Deutschland#Entwicklung_der_Eingangs-_und_Spitzensteuersätze

    Nun mag eingewendet werden, dass “der Deutsche” ohnehin ein Kollektivist wäre, der gerne für alles mögliche zahlen würde, aus dem eigenen Portemonnaie, korrekt – allerdings spricht aktuelle Entwicklung, die einen generellen Abbau des Staates BRD denkbar und somit möglich erscheinen lässt, LANGSAM dafür auch mal an das “Zahlvieh” zu denken.
    Dr. W, der dies, wie immer eigentlich, nur ganz am Rande angemerkt, war i.p. Abgaben und Steuern nie sonderlich happy in der BRD.
    War insofern auch nur zweimal kurz dortige Sozialkassen befüllend.

    MFG
    Dr. Webbaer (der also neben der Ausgaben- auch die Einnahmeseite des Staates BRD zu bedenken gibt – und der sich an dieser altruistischen Stelle – ‘Paranoide Flüchtlingsangst führt zu politischem Chaos, das Wegschauen bei fremder Not wird zu normaler Übung.’ – amüsieren konnte, danke dafür)

    PS:
    Merkel geht wohl nun sukzessive, womöglich auch wegen angeblicher ‘paranoider Flüchtlingsangst’, in den sozusagen letzten Regress.

  28. @Dr. Webbaer
    Wenn das das Hauptproblem der BRD sein soll, so ist es ja noch mehr das Problem von Finnland (58%), Dänemark, Österreich, Schweden und den Niederlanden, die alle eine höhere Staatsquote als Deutschland (44%) aufweisen, während UK (-0,4%) und Luxemburg fast gleichauf mit Deutschland liegen.
    Ich persönlich lebe nicht gern in den USA, wo die Staatsquote niedrig ist und es wenig Sozialleistungen gibt. Und in den USA sieht man auch, wozu niedrige Steuern führen: Lediglich die Schere zwischen Arm und Reich klafft weiter auf, der Mittelstand ist sogar schlechter dran.

  29. @Dr. Webbaer
    Konkretisierung: Ohne staatliche Förderung ist “die Familiengründung” sicher witzig, wenn Sie dann 100 000 Dollar für eine Universitätsausbildung des Sprösslings aus eigener Tasche zahlen dürfen – bzw. deutlich mehr für eine der besten Universitäten.

  30. Sollte halt, aus liberaler Sicht, dem Individuum überlassen bleiben, welche Ausbildung für Zöglinge gewählt wird; der umverteilerische Ansatz, der aus diesseitiger Sicht nicht fern vom Sozialismus, allgemeiner formuliert : vom Kollektivismus, steht, mag zwar den einen oder anderen erfreuen, zeitigt denn aber doch, mangels Finanzkraft der zahlenden Einzelnen, Probleme i.p. Wohnungsfindung und eben Familiengründung, Kommentatorenkollege ‘Wizzy’.

    Aus bärischer Sicht sollte die Belastung des Einzelnen vielleicht in etwa bei 10 % liegen, um den staatlichen und aufklärerischen Gesamtrahmen zu gewährleisten, in seiner Persistenz; und aus bärischer, liberaler Sicht ist die in der BRD vorkommende diesbezügliche Belastung abartig.

    Dr. W hat hier einige Zeit, zweimal, abär keine lange Zeit meinend, das bundesdeutsch-altruistische Spiel mitgemacht, wurde so abär nie happy.


    Dr. W würde sich insofern fast schon für die Finanzlage des werten hiesigen Inhaltegebers, Dr. Dueck sein Name, nicht ‘Duck’, nicht ‘Donald’ als Vorname, interessieren wollen, wenn jener Herr zuvörderst die staatliche Ausgabenseite, wie begründet auch immer, publizistisch zu bearbeiten weiß.

    MFG
    Dr. Webbaer (der ohnehin der Meinung ist, als Wissenschaftler, dass die universitäre Bildung nicht so-o wichtig ist, von Spitzenkräften und besonderen Talenten einmal abgesehen, Herr Dr. Dueck darf sich hier eingeschlossen :-> fühlen, Mathematiker schätzt Dr. W überaus, sozusagen : überaus, und auch bspw. das Handwerk nicht schlecht ist, jedenfalls nicht sozusagen Maden (falls diese Bezeichnung “jetzt” ganz böse “populistisch” war, gerne durch eine andere ersetzen!) im heutzutage und in der BRD vorzufindenden Wissenschaftssystem ernähren muss; fürwahr, Dr. W war hier streng, sieht abär die BRD im (langsamen) Niedergang)

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