Viva México! Jugend zur Sonnenfinsternis

Herzlich willkommen in meinem Gastbeitrag! Ich bin Viktoria Vasikova, und ich studiere an der Humboldt-Universität im Lehramtsstudium für Russisch und Spanisch als Fremdsprachen. Während meines Studiums hier an der UNAM habe ich sogar begonnen, andere romanische Sprachen wie Italienisch und Portugiesisch nebenbei zu lernen. In diesem Beitrag möchte ich meine faszinierenden Erfahrungen während meines Auslandssemesters (2023) als Erasmus-Studentin an der Universidad Nacional Autónoma in der Ciudad de México mit euch teilen und Einblicke in die hinreißende und mystische Kultur Mexikos geben.

Das Besondere an der UNAM, was mich von Anfang an beeindruckt hat, ist die Größe – eine Universitätsstadt, die sich innerhalb der großen Metropole befindet. Sie besteht aus 9 Campi mit insgesamt etwa 300.000 Studenten und einer Vielzahl von Fakultäten. Innerhalb der Ciudad Universitaria (Universitätsstadt) werden 13 Buslinien betrieben, die die Studierenden kostenlos zu ihren Fakultäten befördern. Die Dimension dieser Universität ist einfach beeindruckend. Die Campus-Atmosphäre ist einzigartig – ein regelrechter Mikrokosmos, in dem man sich nicht nur akademisch, sondern auch kulturell weiterentwickeln kann. Die Universidad Nacional Autónoma ist eine Universität, die immer aktiv bleibt. Mit zahlreichen Freizeitaktivitäten, Workshops und Veranstaltungen bietet sie eine lebendige und dynamische Umgebung neben dem Studium. Was mich ebenfalls besonders fasziniert hat, ist die enorme Bandbreite an Kursen und Freizeitaktivitäten, die die UNAM zu bieten hat. Die Vielfalt der Studienrichtungen und die zahlreichen Möglichkeiten für kulturelle und sportliche Aktivitäten schaffen eine dynamische und bereichernde Erfahrung für Studierende aus aller Welt.

Universitätsleben

Die CU verfügt über ihr eigenes Kulturzentrum, das “El Centro Cultural”, mit zahlreichen Theatern, die nach mexikanischen Künstlern benannt sind. Darüber hinaus beherbergt die Universität ein eigenes wissenschaftliches Zentrum namens “Universum” sowie ein beeindruckendes Fußballstadion mit einer engagierten Fußballmannschaft namens “Puma”. Der Name “Puma” ist nicht nur eine Bezeichnung für eine Sportmannschaft, sondern hat eine tiefere symbolische Bedeutung für die CU-Gemeinschaft.  Der Puma steht symbolisch für Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer, und seine Verwendung im Namen der Universitätsmannschaft spiegelt die Werte wider, die die CU fördert. Die Sportmannschaft “Puma” wird zu einem Symbol für den Zusammenhalt und den Ehrgeiz der Universitätsgemeinschaft, sowohl im sportlichen als auch im akademischen Bereich.

Bei jeder kleinen und großen Veranstaltung an der UNAM ist es ein beeindruckendes Erlebnis, wenn die Studenten gemeinsam ihre Hymne singen. Der Klang der Hymne erzeugt erstaunlicherweise eine atemberaubende Atmosphäre, die von einem intensiven Gemeinschaftsgefühl geprägt ist. Besonders im Olympiastadion, sei es bei aufregenden Fußballspielen oder American-Football-Matches, wird dieses kollektive Singen zu einem emotionalen Höhepunkt, der bei mir immer wieder regelrecht Gänsehaut verursacht.

Goya, Goya, Goya, Goya
Cachún, cachún, ra, ra
Cachún, cachún, ra, ra
Goya, universidad
Cachún, cachún, ra, ra
Cachún, cachún, ra, ra
¡Goya!
¡Universidad!

Es ist ein gemeinschaftliches Ritual, das nicht nur die Sportveranstaltung begleitet, sondern auch die Identität der UNAM-Gemeinschaft stärkt.

Uni und außer-uni Kultur in Mexiko

Mein Studienleben an der UNAM war geprägt vom Besuch zahlreicher Seminare und Workshops, und es fühlte sich wirklich so an, als wäre man in einer Art Hogwarts. Einige Gebäude gehen nahtlos ineinander über, was dazu führen kann, dass man sich leicht verliert, aber gleichzeitig ermöglicht es, unerwartete und wunderschöne Orte zu entdecken. Ein herausragendes Beispiel dafür sind die Fakultäten rund um die Biblioteca Central, die zu den Highlights gehören. Juan O’Gormans Wandgemälde “Historische Darstellung der Kultur” ziert das gesamte Gebäude der Zentralbibliothek und ist zu einem symbolischen Meisterwerk geworden, das die reiche kulturelle Geschichte Mexikos eindrucksvoll darstellt. Die “Islas” vor der Bibliothek sind nicht nur landschaftlich reizvoll, sondern auch lebendige Orte der Begegnung und Aktivität. Hier finden regelmäßig kulturelle Veranstaltungen, Ausstellungen und soziale Treffpunkte statt: Ein herausragendes Beispiel war die Veranstaltung “Die Nacht der Sterne” am 25. November auf dem Feld vor der Biblioteca Central, die den Fokus auf Frauen in der Wissenschaft und Astronomie/Kosmonautik legte. Das Bild von Valentina Terechkova, der ersten Frau im Weltraum, wurde als Flyer für diese Veranstaltung ausgewählt.

Neben dem akademischen bzw. universitären Alltag habe ich mich auch in die pulsierende Energie der Stadt verliebt. La Ciudad de México bietet eine faszinierende Mischung aus historischer Pracht und modernem Flair. Von den farbenfrohen Straßenmärkten, den „Tiangies“, bis zu den beeindruckenden historischen Stätten. Insgesamt fast jedes Wochenende war eine Entdeckungsreise für mich: von den farbenfrohen Straßenveranstaltungen von Mexiko-Stadt bis zu den antiken Ruinen von Teotihuacán

Darüber hinaus, gibt es gibt viele Freizeitaktivitäten, zahlreiche Museen, wie das beeindruckende Anthropologiemuseum, das einen tiefen Einblick in die präkolumbische Geschichte Mexikos bietet. Das majestätische Schloss Chapultepec zu einer Zeitreise durch die Geschichte des Landes ein. Die weitläufigen Gärten und das kulturelle Erbe machen es zu einem beliebten Ort für Spaziergänge und entspannte Stunden.

Da gibt es noch etwas, das auf gar keinen Fall vergessen werden darf – die einzigartige und reiche Vielfalt der mexikanischen Küche, die lebendige Kunstszene und die traditionellen Feste. Die kulinarische Vielfalt Mexikos spiegelt sich auf den Straßen wider, angefangen von den berühmten Tacos bis zu den komplexen Aromen der traditionellen Mole-Saucen. Tacos sind an jeder Ecke zu finden – es gibt immer einen Ort, an dem Menschen zusammenkommen, um die Mahlzeit zu teilen und zu genießen. Das ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Kultur. Mexiko ohne Taquerias und Tacos ist schlichtweg nicht dasselbe.

Mein Fazit: Mexiko ist nicht nur ein Reiseziel, sondern eine lebendige Erfahrung, die weit über das Gängige hinausgeht. Die Offenheit und Herzlichkeit der Menschen, die kulturelle Vielfalt und die lebendige Atmosphäre machen Mexiko zu einem Ort, den man nicht nur besuchen sollte, sondern den man erleben muss. Eine Reise nach Mexiko war für mich nicht nur akademisches Wissen, sondern auch eine Bereicherung für mein ganzes Leben.

Und? Habt Ihr Lust, das selbst zu erleben?

Für die Stiftung FNJE organisiere ich anlässlich der totalen Sonnenfinsternis am 8. April 2024 einen zehntägigem Astronomie-Jugendaustausch. Wir suchen 15 Teilnehmende zwischen 18 und 26 Jahren aus Deutschland, die mit 15 Teilnehmenden von der UNAM Mexiko die Sonnenfinsternis erleben möchten.

Es ist teuer (auch für mich als ERASMUS-Studentin – aber da Weihnachten vor der Tür steht, könntet Ihr Euch zu Weihnachten von allen Lieben einen Zuschuss wünschen…). Es ist die Erfahrung auf jeden Fall wert: Kommt mit mir im April nach Mexiko!

Anmeldungen werden in den nächsten Tagen möglich sein – informiert Euch und schreibt uns an über 

http://mexiko.fnje.eu/

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"physics was my first love and it will be my last physics of the future and physics of the past" Dr. Dr. Susanne M Hoffmann ist seit 1998 als Astronomin tätig (Universitäten, Planetarien, öffentliche Sternwarten, u.a.). Ihr fachlicher Hintergrund besteht in Physik und Wissenschaftsgeschichte (zwei Diplome), Informatik und Fachdidaktik (neue Medien/ Medienwissenschaft) als Weiterqualifikationen. Sie ist aufgewachsen im wiedervereinigten Berlin, zuhause auf dem Planeten Erde. Jobbedingt hat sie 2001-2006 in Potsdam gelebt, 2005-2008 saisonal in Mauretanien (winters) und Portugal (sommers), 2008-2009 und 2013-'15 in Berlin, 2010 in Hamburg, 2010-2012 in Hildesheim, 2015/6 in Wald/Österreich, 2017 in Semarang (Indonesien), seit 2017 in Jena, mit Gastaufenthalten im Rahmen von Forschungskollaborationen in Kairo+Luxor (Ägypten), Jerusalem+Tel Aviv (Israel), Hefei (China)... . Die einleitenden Verse beschreiben eine Grundstruktur in ihrem Denken und Agieren: Physik ist eine Grundlagenwissenschaft, die datenbasiert und mit dem Erkenntnisapparat der Logik ein Verständnis der Natur zu erlangen bestrebt ist. Es gibt allerdings auch Fragen der Welt, die sich der Physik entziehen (z.B. wie wir Menschen auf diesem Planeten friedlich, synergetisch und benevolent zusammenleben können) - darum ist Physik nicht die einzige Liebe der Bloggerin. Sie liebt die Weisheit und hinterfragt die Welt. Das Wort "Philosophie" ist ihr aber zu groß und das populärwissenschaftliche Verständnis davon zu schwammig, als dass sie sich damit identifizieren würde: hier geht's faktenbasiert zu. Ihr fachliches Spezialgebiet sind Himmelskarten und Himmelsgloben; konkret deren Mathematik, Kartographie, Messverfahren = Astrometrie, ihre historische Entwicklung, Sternbilder als Kulturkalender und Koordinatensystem, Anomalien der Sternkarte - also fehlende und zusätzliche Sterne, Sternnamen... und die Schaustellung von alle dem in Projektionsplanetarien. Sie versteht dieses Blog als "Kommentar an die Welt", als Kolumne, als Informationsdienst, da sie der Gesellschaft, die ihr das viele studieren und forschen ermöglichte, etwas zurückgeben möchte (in der Hoffnung, dass ihr die Gesellschaft auch weiterhin die Forschung finanziert).

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