Mondfinsternis

Wieder einmal haben wir live gesehen, dass die Erde eine Kugel ist. Heute früh begann die Totalität einer Mondfinsternis, während die Morgendämmerung einsetzte. Während im Osten sich also bereits die Sonne auf ihren Auftritt vorbereitete, stand der Mond am westlichen Horizont. 

Bei einer totalen Mondfinsternis steht der Mond im Schatten der Erde. Während der partiellen Phase sieht man anhand der Schattenkante, wie die Form der Erde ist. Wenn die Erde von der Seite beleuchtet wird und einen kreisförmigen Schatten wirft (ebenso wie bei Mondfinsternissen zu Mitternacht), muss die Form der Erde eine Kugel sein. 

Das Bild wurde heute früh von Sven Melchert (Stuttgart) aufgenommen und auf Twitter gepostet.

Ich hatte leider kein Glück: die Wettervorhersage war kritisch und daher fuhr ich nicht raus, zuhause verdeckte bald ein Berg den Mond, aber auch Wolken am Horizont waren hinderlich. Ich habe wenigstens ein paar schöne Stimmungsbilder gemacht. 😉

Am Tag vor dem Vollmond ging der Mond am Abend deutlich sichtbar vor dem Erdschatten (das dunkle unten mit rosa Kante in der Abenddämmerung) auf.
Am Abend des Vollmonds (wenige Stunden vor der MoFi) ist das nicht mehr so klar. Mond schon knapp überm Schatten.
Beginn der MoFi am Morgen gegen 04:30 Uhr
und dann ging er unter, der Trabant
… und weg.
…. während auf der anderen Seite des Himmels Jupiter und Venus glänzten, d.h. sich Luzifer (der Lichtbringer) aus der Morgendämmerung erhob.

Veröffentlicht von

"physics was my first love and it will be my last physics of the future and physics of the past" Die Autorin ist seit 1998 als Astronomin tätig (Universitäten, Planetarien, öffentliche Sternwarten, u.a.). Ihr fachlicher Hintergrund besteht in Physik, Wissenschaftsgeschichte und Fachdidaktik (neue Medien). Sie ist aufgewachsen im wiedervereinigten Berlin, zuhause auf dem Planeten Erde.

3 Kommentare

  1. Susanne M. Hoffmann schrieb (14.05.2022, 10:12 Uhr):
    > Naturwisssenschaft macht Modelle

    … Immerhin: Prüfbare, falsifizierbare Modelle. …

    > – es ist niemals abgeschlossenes Wissen, sondern ein Bild von der Realität.

    Sofern Modelle immer wieder auch Erwartungen hinsichtlich demnächst zu ermittelnder Messwerte (aus noch nicht ausgewerteten oder womöglich noch nicht einmal durchgeführten Versuchen) einschließen, können diese Modelle, und damit die Mengen der betreffenden Messwerte, offensichtlich nicht “abgeschlossen” bzw. nicht endlich sein.

    Aber jede endliche Teilmenge davon ist selbstverständlich endlich;
    jeder einzelne, durch Auswertung der Beobachtungsdaten eines Versuches ermittelte gültige Messwert ist und bleibt, wie er ist (“abgeschlossen”).

    > […] zutreffende Vorhersagen machen können.

    … Immerhin: Nachvollziehbare Vorhersagen.
    D.h. insbesondere im Sinne Bohrs: von denen sich mitteilen und verstehen lässt, was zu tun wäre, um sie zu prüfen (und dann natürlich auch, welches Resultat ggf. auf diese Weise jeweils gefunden würde). …

    > […] Naturwissenschaft beschreibt nur

    Nein, nicht nur; sondern:
    Naturwissenschaft bereitet auch die begrifflich-messmethodischen Mittel vor, die ggf. zur Formulierung von (nachvollziehbaren, prüfbaren) Beschreibungen verwendbar sind;
    falls sich entsprechend auswertbare Beobachtungsdaten bieten sollten.

    Vgl. Einsteins diesbezügliche eindringliche Mahnung:

    » [Ein] Begriff […] existiert für den Physiker erst dann, wenn
    die Möglichkeit gegeben ist, im konkreten Falle herauszufinden,
    ob der Begriff zutrifft oder nicht. Es bedarf also einer
    solchen Definition […, die] die Methode an die Hand gibt, nach welcher im vorliegenden
    Falle aus Experimenten entschieden werden kann, ob [… (oder nicht)].
    Solange diese Forderung nicht erfüllt ist, gebe ich mich als Physiker
    (allerdings auch als Nichtphysiker!) einer Täuschung hin […]«

    (Dass Ingenieure mit gegebenen nachvollziehbaren Begriffen bzw. Messgrößen geschickt umgehen und in deren Wertebereichen zuvor unerhörte, Welt-umwerfende Regionen erhoffen, anstreben und mitunter sogar erreichen können — sei ihnen von Physiker-Herzen gegönnt.)

    p.s.
    Susanne M. Hoffmann schrieb (15.05.2022, 09:11 Uhr):
    > GPS würde nach Newton nicht funktionieren.

    Zwangsläufig: Weil schon die bloße Beurteilung des eventuellen “Funktionierens des GPS” Messungen hinsichtlich Geometrie bzw. Kinematik erfordert; Newton dafür aber keinerlei nachvollziehbare Begriffe bereitstellte.

    > dass hier die Gravitationslehre der ART benutzt [wird]

    Ja, diese (sei’s nach Einstein-Hilbert, oder nach Weyl-Mannheim) auch.
    Aber zuvörderst: die Lehre bzw. Methodik der ART zur Messung geometrischer bzw. kinematischer Beziehungen;
    insbesondere zur Feststellung, ob und wie sich gegebene Bestandteile der Erdoberfläche “um eine Achse drehen”, usw.

    > […] zeigt eben genau die Richtigkeit der ART in unserer Alltagsphysik.

    Befunde, die (wie beschrieben, in Anwendung der ART) ermittelt würden, und die “unseren” Alltags-Modell-Erwartungen widersprächen
    (z.B. hinsichtlich der Unveränderlichkeit von geometrischen Beziehungen zwischen Bergspitzen, zwischen Kontinenten, zwischen Sternen …)
    könnten damit die betreffenden (Alltags-)Modelle widerlegen; aber keinesfalls die Methodik (ART) mit der sie überhaupt erst gewonnen wurden.

    • Frank Wappler schrieb (16.05.2022, 18:19 Uhr):
      > Susanne M. Hoffmann schrieb (14.05.2022, 10:12 Uhr): […]

      In dem SciLog-Beitrag, aus dessen Kommentaren ich Susanne M. Hoffmann zitierte,
      wurde (mir, und uns allen) leider die Kommentar-Funktion gestern zwischen den Timestamps “16.05.2022, 15:06 Uhr” und “16.05.2022, 18:19 Uhr” vor der Nase zugeschlagen;
      weshalb ich meinen Kommentar in diesem SciLog-Beitrag eingereicht habe, wo er jedenfalls auch für Susanne M. Hoffmann auffindbar und insbesondere ggf. auch (wahlweise) beantwortbar sein sein dürfte. Für etwaige damit verbundene Unbequemlichkeiten möchte ich mich hiermit entschuldigen.

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