Lasst uns den Tierkreis ändern!

BLOG: Uhura Uraniae

Ko(s)mische Streifzüge durch Zeit und Raum
Uhura Uraniae

Es gibt ja Leute, die meinen eine Petition dafür starten zu müssen, zu welcher Objektkategorie Pluto gehören darf. Viel sinnvoller wäre eine Revolution des Tierkreises – und nach diesem Jahr sollte das auch allgemein verständlich sein. 

Was ist der Tierkreis:

Bekanntlich hat der Tierkreis 12 Sternzeichen, ein sehr altes Koordinatensystem bzw. Vorläufer davon. Die Zwölfzahl liegt daran, dass ein Jahr aus zwölf Monaten besteht bzw. eben zwölf Vollmonde (oder Neumonde) in einem typischen Jahr stattfinden. In einem sehr, sehr alten Prä-Koordinatensystem hat man daher die Linie des scheinbaren Sonnenlaufs in 12 “Idealmonate” eingeteilt. Im Grunde kein Hexenwerk – Banken nutzen sowas immer noch (12 Monate à 30 Tage – egal, ob das Jahr eigentlich 365 oder 366 Tage hat und ein Februar vllt nur 28 reale Tage). Das ist zum Rechnen oft recht praktisch. Von diesem ur-alten Idealjahr sind die zwölf exakt gleichen Abschnitte der scheinbaren Sonnenbahn erhalten – nur dass sie heute nicht mehr “Monat 1”, “Monat 2”, “Monat 3” heißen, sondern eben nach Sternbildern benannt sind. 

Als dieses System erfunden wurde, gab es (wie heute) 17 Sternbilder in dieser Himmelsgegend und nicht bloß 12. Man hat sich entschieden, die Namen derjenigen zwölf zu verwenden, die am prominentesten waren und nicht nur “am Rand des Weges” lagen. Daher hießen diese Tierkreis-Sternbilder etwa nach den Namen, die wir heute noch kennen – nur manche der Namen wurden im Lauf der Jahrhunderte verändert (z.B. wurden aus den “Großen Zwillingen” schlicht die Zwillinge usw.).

Babylonisch-Griechisch-Römische Wandlungen

Im ursprünglichen babylonischen Vor-Tierkreis läuft die Sonne vom (geflügelten) Löwen in das Sternbild der Ackerfurche-mit-Kornähre, dann in die Waage, den Skorpion und Schützen…

Entweder vor, während oder kurz nach Erfindung des Tierkreises wurde die Ackerfurche zu einer weiblichen Gottheit umgedeutet, die die Kornähre hält. Daraus wurde die griechische “Jungfrau”. Diese Dame nimmt aber liegend viel mehr Platz entlang der Sonnenbahn ein als die ursprüngliche Ackerfurche. Die Sonne braucht fast 1.5 Monaten, um das riesige Sternbild zu durchqueren. Darum war zunächst kaum noch Platz für die Waage und in griechischer Zeit vor ca. 2400 Jahren fiel die Waage erstmal weg. In römischer Zeit, vor ca 1900 Jahren hat man die Waage wieder in den Tierkreis gequetscht und dafür dem Skorpion die Scheren gestutzt.

Heute läuft also die Sonne 1.5 Monate durch die Jungfrau, dann einen knappen Monat durch die Waage, steht dann 5 Tage lang im Skorpion und dann 3 Wochen(!) lang im Schlangenträger, bevor sie in den Schützen läuft. 

Eigentlich könnte uns das egal sein, weil heutzutage dieses uralte Koordinatensystem (Tierkreis, wie auch Sternbilder) nicht mehr genutzt wird. ABER denken wir mal an die Popularität und Mediepräsenz des Tierkreises und an den kulturellen Symbolwert der Sternbilder:  

Die Waage steht für den Beruf der Juristen und die Gerechtigkeit, die diese herbeiführen sollen (und die Jungfrau wäre demnach Justicia, die Göttin der Gerechtigkeit). Es ist gut, dass diese wichtige Berufsgruppe verstirnt ist! 

Ein anderer wichtiger Beruf ist aber im Sternbild Schlangenträger (Ophiuchus) geehrt: die Heilkunde von Ärzten und Apothekern [w/d/m], natürlich auch Krankenschwestern und Pflegepersonal inklusive. Der Schlangenträger heißt griechisch Asklepios, römisch Äskulab, dessen Stab mit der Schlange ja das weltweite Apotheken-Symbol ist. 

Nicht nur ein Sternbild – Bitte ein Tierkreiszeichen für Ärzte und Apotheker! 

Der Vorschlag müsste also sein: An den Sternbildern ändern wir gar nichts, aber die Abschnitte der scheinbaren Sonnenbahn, die wir Sternzeichen nennen, sollten künftig heißen: 

… Jungfrau – Waage – Schlangenträger – Schütze …

Warum? 

  1. weil die Sonne nur 5 Tage im heutigen IAU-Sternbild Skorpion steht, aber 3 Wochen im Schlangenträger – astronomisch ist es also viel sinnvoller für den Namen dieses Streckenabschnitts, 
  2. weil das Sternbild Schlangenträger einen viel wichtigen Symbolwert hat: es steht für ein paar sehr wichtige Berufsgruppen, 
    deren immense Bedeutung spätenstens im Covid-Jahr wohl alle wieder verstanden haben dürften. 

Veröffentlicht von

"physics was my first love and it will be my last physics of the future and physics of the past" Die Autorin ist seit 1998 als Astronomin tätig (Universitäten, Planetarien, öffentliche Sternwarten, u.a.). Ihr fachlicher Hintergrund besteht in Physik, Wissenschaftsgeschichte und Fachdidaktik (neue Medien). Sie ist aufgewachsen im wiedervereinigten Berlin, zuhause auf dem Planeten Erde.

20 Kommentare

  1. Durch Covid haben wir wieder einmal klar gemacht bekommen, wie wichtig die Wissenschaft ist. Denn ihr haben wir z.B. Impfstoffe zu verdanken.

    Die Sternbilder haben eigentlich nur für Astrologen bzw. Esoteriker eine Bedeutung – und die Idee, Sternbilder umzubenennen, bedeutet nichts anderes als dass man damit die Astrologie/Esoterik (= Querdenker) aufwertet.

    • “Die Sternbilder haben eigentlich nur für Astrologen bzw. Esoteriker eine Bedeutung” … Derlei Blödsinn wird leider oft verbreitet, aber durch Wiederholung desselben Quatsches wird er nicht richtig. Sternbilder sind ein uraltes “Koordinaten”system, der Tierkreis auch. Letzterer hat übrigens nicht durch die Astrologie, sondern durch Präzession und Mathematik Aufwertung erfahren. Dieses Blog hat als eine der zentralen Aufgaben, populäre Fehlvorstellungen (wie die oben zitierte) zu bekämpfen und darum muss ich ausnahmsweise so harte Vokabeln hier im Teaser wählen.

      Sternbilder haben eine sehr hohe kulturelle Bedeutung. Wenn Menschen zusammensitzen und sich einen schönen Sommerabend machen oder einfach die Natur genießen.

      Übrigens ist es ebenso verwerflich wie falsch, die Gruppe der covid-Schutz-Gegner (die sich verwirrenderweise Querdenker nennen, obwohl “querdenken” eigentlich kreative Denkmethode ist) mit Astrologen gleichzusetzen: Derlei Aussagen à la “alle die bösen Leute, die anders denken als ‘ich'” verstoßen gegen die Hausregeln dieses Blogs: weitere solche Einträgen werden gelöscht.

  2. Ich bin persönlich davon überzeugt, das z.B. der sogenannte “Vollmond” eine subtile unbewusste psychologische Anspannung hervorruft, was wissenschaftlich eher verneint wird, oft mit mir unpassend erscheinenden Begründungen. Danke dafür , das Sie auch psychologische und kulturelle Aspekte in ihr wissenschaftliches Gesamtbild einordnen und ihnen ihren Platz zuweisen.

  3. Auf der Wikipedia-Seite über den Schlangenträger steht:

    Der gängigsten Überlieferung nach stellt der Schlangenträger Asklepios (lat. Äskulap), Sohn des Apollon und seiner Geliebten Koronis, dar.
    Seine Geburt stand unter einem unguten Stern. Koronis hatte sich einen weiteren Geliebten genommen, worauf der eifersüchtige Apollon sie tötete. Noch im Sterben verriet sie ihm, dass sie ein Kind von ihm in sich trage. Apollon gelang es, das Kind zu retten. Er ließ den Knaben von Cheiron, einem weisen Kentauren, aufziehen. Dieser unterwies ihn in der Heilkunst und Asklepios wurde alsbald selbst ein großer Heiler und Wohltäter der Menschheit. Als er jedoch einen Toten erweckte, empfand Zeus dies als Anmaßung und erschlug ihn mit einem Blitz.

    “Reizend” … Bei dem Bild bei W. https://de.wikipedia.org/wiki/Schlangenträger#/media/Datei:Kepler_Drawing_of_SN_1604.png fragte ich mich, ob ihm da jemand mit einer Keule auf die Schulter schlägt. Dieses Bild gefunden: https://ais.badische-zeitung.de/piece/03/a5/87/4e/61179726-h-720.jpg. Scheint Herkules zu sein. Links im Bild – Stier – das “bin” ich 😉 …

  4. Tierkreiszeichen Schlangenträger,
    das ist zwar logisch aber wer möchte schon mit einer Schlange assoziiert werden. Äskulab klingt geheimnisvoll, das wäre passend.
    Meine Unterstützung haben Sie.
    Finden Sie einen Zeitungsverlag, der dieses neue Tierkreiszeichen benützt, und es kommt Bewegung in die Szene.

  5. @Hoffmann
    Ich unterscheide klar zwischen Astronomie und Astrologie – es tut mir leid, wenn dies zu Missverständnissen führte.

    Das Duodezimalsystem kommt wohl nicht von den Sternbildern sondern von einer weit verbreiteten Finger-Zählweise:
    Wenn man mit dem Daumen einer Hand die einzelnen Fingerglieder der gleichen Hand berührt, dann kann man bis 12 zählen (4 Finger á 3 Glieder).
    Und wenn man für jede volle 12er Einheit einen Finger der anderen Hand umlegt dann kann man dort Werte bis 60 festhalten (5 Finger x 12)

    Übrigens:
    Der Eismann Ötzi hatte in seinem Köcher 12 roh bearbeitete Pfeilschäfte – dies könnte (spekulativ) ein Hinweis darauf sein, dass er mit dem Duodezimalsystem zählte. (Bei den kalifornischen Yana/Yahi war es üblich, neue Pfeilschäfte immer in 5er Gruppen herzustellen: 1×5, 2×5 … denn dort waren die fünf Finger einer Hand die Grundlage des Zahlensystems.)

    • mit dem duodezimalen Fingerzählen haben Sie wohl recht: zumindest ist landläufig bekannt, wie’s geht (habe dazu für Mathedidaktik vor Jahren mal bei youtube ein Video gemacht), jedoch ist in der mathematikhistorischen Forschung umstritten, was hier Henne und Ei ist.
      Wie dem auch sei, das ändert nix an der Tatsache, dass 12 synodische Monate nur ca 10 Tage weniger sind als ein Sonnen-/Sternjahr. Der Tierkreis kommt nicht vom Fingerzählen, sondern vom Jahreslauf und den 12 Monaten.

  6. Dass von 17 sichtbaren Sternbildern nur 12 für den Tierkreis ausgewählt wurden zeigt, dass diese Vorgehensweise/Auswahl wohl eher nur praktische und symbolische Gründe hatte.

    Nimmt man jetzt den Schlangenträger als 13. Sternbild und Symbol für Ärzte/Apotheker zum Tierkreis – dann werden diese Berufsgruppen ein Image- Problem bekommen
    denn: Die 13 gilt oft als Unglückszahl – deswegen gibt es in einigen Flugzeugen keine 13. Sitzreihe und in manchen Hochhäusern/Hotels kein 13. Stockwerk.

    Ich bezweile, dass diese Berufsgruppen von dieser Art ´Populariät´ angetan sein werden – denn diese Zuordnung wäre eine Abwertung

  7. “So gelten Schlangenträger als ungewöhnlich idealistisch und begeisterungsfähig, aber auch als sehr diszipliniert, leidenschaftlich und weltoffen. All das wird durch einen gesunden Optimismus ergänzt.”
    Frau Hoffmann sind Sie Schlangenträger/in ?

    Vermutung: Ihre Chancen stehen sehr schlecht. Die Schlange ist im Christentum das Symbol für die Falschheit. Interessant wäre zu wissen, was hat der Schlangenträger in der griechischen Mythologie mit der Schlange gemacht ?
    Und wer ist dominanter, die Schlange oder der Träger ?

  8. Sie schreiben: “Eigentlich könnte uns das egal sein, weil heutzutage dieses uralte Koordinatensystem (Tierkreis, wie auch Sternbilder) nicht mehr genutzt wird.” – dann jedoch schreiben Sie: “Sternbilder sind ein uraltes Koordinatensystem, der Tierkreis auch.”

    Würden Sie uns aufklären und fachkundig erklären, welches “Koordinatensystem” heute benutzt wird?

  9. Zur Info: Für den Schlangenträger ist seit 2010 ein astrologisches Symbol als Emoji standardisiert: ⛎ (also nicht das Äskulapstab-Symbol ⚕).

  10. Heutzutage wird das “äquatoriale Koordinatensystem” benutzt. Die Koordinaten des äquatorialen Koordinatensystems sind die Rektaszension und die Deklination. Dieses Koordinatensystem hängt ausschließlich von Stellung der Erdachse in Bezug auf die Bahnebene der Erde um die Sonne ab. Sternbilder und Tierkreiszeichen sind für die Festlegung des äquatoriale Koordinatensystems nicht relevant und auch nicht nötig.

    • ” … hängt ausschließlich von der Stellung der Erdachse in Bezug auf die Bahnebene der Erde um die Sonne ab.”

      Also doch “Zero-Point-Aries”? Ich dachte schon, es hätte sich was geändert. Streichen Sie vielleicht das “heutzutage”? – es ist ja schon ein paar tausend Jahre so. Dass man dem Kreis dann noch 12 Felder gibt, liegt am ägyptischen Dreieck, a^2 + b^2 = c^2 – einem fundamentalen Harmoniegesetz, das es nicht nur am Himmel, sondern bekanntlich auch in der Geometrie gibt. So wird Himmelsgeometrie betrieben. 12 ist die “Raumzahl”.

      • Die Erdachse führt eine Präzessiondrehung aus. Diese Präzessionsdrehung bewirkt in 25 800 Jahren einen Umlauf der Erdachse auf einem Kegelmantel um den Pol der Ekliptik.

        In heutiger Zeit liegt der Polarstern sehr nahe am Nordpol des äquatorialen Koordinatensystems. In 13000 Jahren wird jedoch der Stern Wega in der Nähe des Nordpols des äquatorialen Koordinatensystems liegen. Im Laufe der Zeit ändert sich also doch einiges.

        Was Frühlingspunkt angeht, war in der Antike der Stern Hamal einer der Sterne, die dem Frühlingspunkt relativ nahe waren. In heutiger Zeit ist Hamal ein gutes Stück vom Frühlingspunkt entfernt. Von den helleren Sternen (mag kleiner als 5) ist wohl in heutiger Zeit der Stern lambda Piscium dem Frühlingspunkt am nächsten.

        Auf einer Sternkarte ist auch immer vermerkt, für welchen Zeitpunkt sie gilt. Heutzutage sind Sternkarten mit “Äquinoktium 2000” üblich (Beispiel “Uranometria 2000.0 – All Sky Edition”). Ich habe aber auch schon ältere Sternkarten mit “Äquinoktium 1950.0” gesehen.

        So ganz nebenbei: Der pythagoräische Satz a^2 + b^2 = c^2 gilt NICHT auf Kugeloberflächen und NICHT am Himmel!

        • Vielen Dank für Ihre Ausführungen. Im Grunde also nichts Neues, wie gesagt: all Ihre Berechnungen müssen sich nach dem “Frühlingspunkt” richten – 0-point-Aries?

          Das schreiben Sie auch selbst – im “Hintergrund des unveränderlichen Frühlingspunktes bewegen sich die Sterne, oder was auch immer:

          “Was Frühlingspunkt angeht, war in der Antike der Stern Hamal einer der Sterne, die dem Frühlingspunkt relativ nahe waren. In heutiger Zeit ist Hamal ein gutes Stück vom Frühlingspunkt entfernt.”

          Ihr Hinweis bezüglich nicht-euklidscher Geometrie gibt mir Gelegenheit, Sie darauf hinzuweisen, dass wir schon wissen, was wir an der 2-dimensionalen Projektion haben – welche Geometrie am Himmel gilt, ist keine Frage, die man mathematisch lösen kann – sonst hätten wir ja nicht zwei gültige, aber widersprüchliche mathematisch basierte Theorien des Kosmos und Begriffe wie “Singularität” oder “Dunkle Materie”. Mit Mathematik – so zeigt sich – haben wir noch keine Lösung gefunden und wissen daher letztlich noch nichts wirklich Gültiges über kosmische Geometrie – da gibt es also noch viel zu forschen. Willkommen bleibt natürlich Mathematik als Werkzeug der Navigation und technischen Optimierung.

  11. Die Zwölfzahl liegt daran, dass ein Jahr aus zwölf Monaten besteht bzw. eben zwölf Vollmonde (oder Neumonde) in einem typischen Jahr stattfinden. [Artikeltext]

    Könnte stimmen, vielen Dank für Ihre Nachricht, Frau Susanne Hoffmann, ergänzend :

    -> https://en.wikipedia.org/wiki/Sexagesimal (‘It is possible for people to count on their fingers to 12 using one hand only, with the thumb pointing to each finger bone on the four fingers in turn. A traditional counting system still in use in many regions of Asia works in this way, and could help to explain the occurrence of numeral systems based on 12 and 60 besides those based on 10, 20 and 5. In this system, one hand counts repeatedly to 12, displaying the number of iterations on the other, until five dozens, i. e. the 60, are full.’ [“Wiki”])

    -> https://en.wikipedia.org/wiki/Duodecimal (‘The original motivation for choosing the degree as a unit of rotations and angles is unknown. One theory states that it is related to the fact that 360 is approximately the number of days in a year.’)

    Bestimmte Buchhaltungsysteme kennen bis heute noch den 30-Tage-Monat, definitorisch.
    Es geht sicherlich um Monate und derart ähnliche Zyklen.

    MFG + weiterhin viel Erfolg!
    Dr. Webbaer (zustimmend)

    • Heutzutage wird das äquatoriale Koordinatensystem verwendet. Die Koordinaten des äquatorialen Koordinatensystems sind die Rektaszension und die Deklination. Wesentlich ist, dass im äquatorialen Koordinatensystem Begriffe wie “Aries” nicht relevant und auch nicht nötig sind.

      ein Beispiel:

      Die Koordinaten des Sterns “Polaris”:

      Äquinoktium 2000.0: Rektaszension 2h 31m 49s; Deklination +89°15′51″
      Äquinoktium 1950.0: Rektaszension 1h 48,8m, Deklination +89°02′

      Im äquatorialem Koordinatensystem ist es möglich, die Koordinaten eines Sterns anzugeben, ohne Begriffe wie “Aries”, “Zero-Point-Aries” oder dergleichen zu verwenden.

      Und so ganz nebenbei, Ihre Annahme vom “unveränderlichen Frühlingspunkt” ist falsch.

      • Vielen Dank für Ihre Erläuterungen. Wie Sie den Frühlingspunkt nennen, ist eigentlich nicht wichtig. Wichtig ist, dass er (einziger!) Maßstab bleibt, und da macht auch das äquatoriale Koordinatensystem keine Ausnahme.

        Die Koordinaten des Sterns können Sie ohne den Frühlingspunkt angeben, aber ohne Frühlingspunkt gibt es keine Koordinaten.

        Was Sie so “ganz nebenbei” meinen, dürfen Sie gerne näher erläutern. Ich bin gespannt auf ihre Lösung des Maßstabproblems bei beweglichem Maßstab. Sie wären der Erste.

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