Dieter B. Herrmann und Archenhold

Das Video, für das der ehemalige Direktor der Archenhold-Sternwarte einer jungen Dokumentarfilmerin noch ein(letztes)mal die Geschichte der Archenhold-Sternwarte in die Kamera sprach, bat mich Alison Archenhold nochmals zu teilen. Verstehen wir es als Condolences of the Archenhold familiy bzw. von Alison Archenhold, der in Großbritannien geborenen Enkelin des Sternwartengründers, die seit diesem Jahr als erstes Familienmitglied deutsche Staatsbürgerin wurde, um in Bansin (Usedom) ein neues Archenhold-Museum zu errichten. Es war Dieter B. Herrmann, der nach der Vertreibung der Familie Archenhold durch die Nazis, in seiner Zeit als Direktor wieder den Kontakt herstellte und zu Familientreffen nach Berlin-Treptow einlud. Die Familie Archenhold ist in Gedanken bei seiner Witwe und trauert mit der Community. 

Die Geschichte der Archenhold-Sternwarte – erzählt von Prof. Dr. Dieter B. Herrmann.

Herrmann war auch dafür bekannt, dass man ihm sagen konnte “reden Sie 3 Minuten” und er redete exakt 3 min, nicht mehr und nicht weniger. Wir haben das vor ein paar Jahren bei der AG-Tagung erlebt, als er den renommierten Bruno-H.-Bürgel-Preis erhielt und man ihm sagte “Ihre Dankesrede bitte max. 3 min”. Er hatte anscheinend eine innere Uhr. Für diesen Film war es wohl auch so: man musste nie etwas schneiden. 

Hier in diesem Film geht es allerdings nicht um ein Haus in Berlin (Treptow), sondern das Sommerhaus Archenholds in Bansin (Usedom). Da fehlt eine Blende im Film, aber dafür kann ja der Geehrte nicht. 

Der Dokumentarfilm hat übrigens eine Fortsetzung: In Bansin hatte es ja diesen Sommer eine Wanderausstellung gegeben (ich berichtete davon) und auch dieses Projekt selbst wurde dokumentiert:

https://www.youtube.com/watch?v=kT-y5ltNj9c
Alison Archenhold in Bansin, Sommer 2021; Herrmann war nicht dabei, sondern hatte nur aus der Ferne gewirkt: sie bat mich auch dieses Video zu teilen.

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"physics was my first love and it will be my last physics of the future and physics of the past" Dr. Dr. Susanne M Hoffmann ist seit 1998 als Astronomin tätig (Universitäten, Planetarien, öffentliche Sternwarten, u.a.). Ihr fachlicher Hintergrund besteht in Physik und Wissenschaftsgeschichte (zwei Diplome), Informatik und Fachdidaktik (neue Medien/ Medienwissenschaft) als Weiterqualifikationen. Sie ist aufgewachsen im wiedervereinigten Berlin, zuhause auf dem Planeten Erde. Jobbedingt hat sie 2001-2006 in Potsdam gelebt, 2005-2008 saisonal in Mauretanien (winters) und Portugal (sommers), 2008-2009 und 2013-'15 in Berlin, 2010 in Hamburg, 2010-2012 in Hildesheim, 2015/6 in Wald/Österreich, 2017 in Semarang (Indonesien), seit 2017 in Jena, mit Gastaufenthalten im Rahmen von Forschungskollaborationen in Kairo+Luxor (Ägypten), Jerusalem+Tel Aviv (Israel), Hefei (China)... . Ihr fachliches Spezialgebiet sind Himmelskarten und Himmelsgloben; konkret deren Mathematik, Kartographie, Messverfahren = Astrometrie, ihre historische Entwicklung, Sternbilder als Kulturkalender und Koordinatensystem, Anomalien der Sternkarte - also fehlende und zusätzliche Sterne, Sternnamen... und die Schaustellung von alle dem in Projektionsplanetarien. Sie versteht dieses Blog als "Kommentar an die Welt", als Kolumne, als Informationsdienst, da sie der Gesellschaft, die ihr das viele studieren und forschen ermöglichte, etwas zurückgeben möchte (in der Hoffnung, dass ihr die Gesellschaft auch weiterhin die Forschung finanziert).

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