Burggespräche des ORION

heute in einer Woche ist es wieder zu so weit: der Sommer-Sternschnuppenstrom der Perseiden hat sein Maximum fürs Wochenende 12./13. August angekündigt. Das Highlight dafür in Österreich: Burggespräche des Orion: Astronomie-Vorträge, Praxistipps, gleichgesinnte Menschen, ein altes Schloss … und natürlich Sternschnuppen. Sie können sich noch anmelden: www.burggespraeche.info

Sternschnuppen

Die Perseiden, in christlicher Tradition auch “Tränen des Laurentius” genannt, kündigen im Kulturkalender das Ende des Sommers bzw. den Beginn der Erntezeit an. Die viel naturverbundener lebenden Menschen früherer Jahrhunderte haben sehr gut gewusst, dass diese Sternschnuppen stets zur gleichen Jahreszeit auftreten, d.h. immer in der gleichen Augustwoche. Sternschnuppen gibt es natürlich eigentlich immer – in der zweiten Nachthälfte (nach Mitternacht) typischerweise mehr als in der ersten – aber Mitte August ist es meistens recht bequemes Wetter, um sich in der Nacht draußen aufzuhalten. Zumindest bequemer als im Januar, wo es mehr Sternschnuppen gäbe. 

Wenn Sie genauer wissen möchten, was es mit den Sternschnuppen und ihren jährlichen Erscheinungen auf sich hat, müssen Sie in der Antike – z.B. bei Aristoteles – eher in der Meteorologie suchen. Heute sind wir auch wieder in dieser Kategorie, denn die Sternschnuppen entstehen in der Hochatmosphäre der Erde, wenn kleine Teilchen (Kieselsteine, Sandkörner …) mit 30 bis 70 km/s durch die Luft sausen und diese aufheizen bzw. ionisieren. 

Sternschnuppen-Prognosen finden Sie z.B. beim Deutschen Wetterdienst (DWD). 

Burggespräche des ORION:
11. – 15. August

Das Sternschnuppenstrom-Maximum ist, neben der Ferienzeit, auch der Grund, warum sich die Burggespräche des österreichischen Vereins :::DER ORION::: aus Wien jetzt wieder ereignen. Wenn Sie kurzfristig Zeit und Lust haben, können Sie sich gern noch anmelden. Auf der mittelalterlichen BurgSchloss Albrechtsberg” versammelt sich jährlich ein Grüppchen von Hobby-Astros und interessierten Laien, um gemeinsam mit Telesköpchen und Feldstechern (und Feldstecherinnen) die lauen Sommernächte zu verbringen. 

Vampire aus der Schluss-Gruft sind uns dabei bisher nicht begegnet – aber das Schloss hat aus seiner tausendjährigen Geschichte durchaus alles, was man sich so vorstellen kann: Burgfräulein, Bestattungen, zugige Gänge, gemütliche Kemenaten … und eine Führung gibt es natürlich auch

Wenn Sie einen weiteren Eindruck bekommen möchten: 2013 war ich dort einmal und habe hier im Blog darüber berichtet (auch wenn inzwischen einiges an Bildern da durcheinandergeht: technischer Fehler).

Die Organisatorin, Maria Pflug-Hofmayr, lädt auch jährlich andere Gelehrte ein, um ein Programm aus Workshops und Vorträgen zusammenzustellen. Dieses geistige Futter regt zu gemeinsamen Aktivitäten, Plaudereien und interessanten Diskussionen ein. Dieses Jahr wird uns am 12. August der österreichische Wissenschafts-Star Werner Gruber wieder mit einem Vortrag beglücken. 

Sicherheitshinweise (Zitat von der Buchung)

Schloss Albrechtsberg an der Pielach ist ein im Kern über 900 Jahre altes Gemäuer. Die Rittersleut der Vergangenheit haben nicht daran gedacht, nach EU-Kriterien und modernen Industrienormen zu bauen. Der Boden ist manchmal uneben, und an den Burgmauern befinden sich nirgendwo Hinweise, dass es auf der anderen Seite recht steil abwärts geht. Das Schloss ist in Privatbesitz und wird dem Verein :::DER ORION::: für die Burggespräche zur Verfügung gestellt. Manche Bereiche dürfen aus Sicherheitsgründen nicht betreten werden und die Privatsphäre der Besitzer ist zu respektieren.

Es gibt daher nach der Ankunft ein kleines “Briefing” mit Sicherheits-, Warn- und Verhaltenshinweisen – ähnlich, wie man es bekommen würde, wenn man neu auf der Internationalen Raumstation wäre. 

Schloss Albrechtsberg ist ideal für Schlossgespenster, weniger für Luxusreisende. Erwartet daher bitte einen “Wohnstandard”, der in etwa einer durchschnittlichen Berghütte mit Übernachtungsmöglichkeit entspricht. Wenn ihr einen etwas gehobeneren Komfort bevorzugt, dann gibt es in Loosdorf – teils nur wenige Minuten vom Schloss entfernt – entsprechende Angebote.

Das Team von :::Der ORION::: unterstützt Sie gerne bei der Buchung. – Siehe auch Info auf der Website.

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"physics was my first love and it will be my last physics of the future and physics of the past" Dr. Dr. Susanne M Hoffmann ist seit 1998 als (Kultur)Astronomin tätig (Universitäten, Planetarien, öffentliche Sternwarten, u.a.). Ihr fachlicher Hintergrund besteht in Physik und Wissenschaftsgeschichte (zwei Diplome), Informatik und Fachdidaktik (neue Medien/ Medienwissenschaft) als Weiterqualifikationen. Sie ist aufgewachsen im wiedervereinigten Berlin, zuhause auf dem Planeten Erde. Jobbedingt hat sie 2001-2006 in Potsdam gelebt, 2005-2008 saisonal in Mauretanien (winters) und Portugal (sommers), 2008-2009 und 2013-'15 in Berlin, 2010 in Hamburg, 2010-2012 in Hildesheim, 2015/6 in Wald/Österreich, 2017 in Semarang (Indonesien), seit 2017 in Jena, mit Gastaufenthalten im Rahmen von Forschungskollaborationen in Kairo+Luxor (Ägypten), Jerusalem+Tel Aviv (Israel), Hefei (China)... . Die einleitenden Verse beschreiben eine Grundstruktur in ihrem Denken und Agieren: Physik ist eine Grundlagenwissenschaft, die datenbasiert und mit dem Erkenntnisapparat der Logik ein Verständnis der Natur zu erlangen bestrebt ist. Es gibt allerdings auch Fragen der Welt, die sich der Physik entziehen (z.B. wie wir Menschen auf diesem Planeten friedlich, synergetisch und benevolent zusammenleben können) - darum ist Physik nicht die einzige Liebe der Bloggerin. Sie liebt die Weisheit und hinterfragt die Welt. Das Wort "Philosophie" ist ihr aber zu groß und das populärwissenschaftliche Verständnis davon zu schwammig, als dass sie sich damit identifizieren würde: hier geht's faktenbasiert zu. Ihr fachliches Spezialgebiet sind Himmelskarten und Himmelsgloben; konkret deren Mathematik, Kartographie, Messverfahren = Astrometrie, ihre historische Entwicklung, Sternbilder als Kulturkalender und Koordinatensystem, Anomalien der Sternkarte - also fehlende und zusätzliche Sterne, Sternnamen... und die Schaustellung von alle dem in Projektionsplanetarien. Sie versteht dieses Blog als "Kommentar an die Welt", als Kolumne, als Informationsdienst, da sie der Gesellschaft, die ihr das viele studieren und forschen ermöglichte, etwas zurückgeben möchte (in der Hoffnung, dass ihr die Gesellschaft auch weiterhin die Forschung finanziert).

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