Covid19 – den Worst Case im Auge behalten

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… aber nicht einfacher
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In einem kürzlich in der ZEIT erschienenen Artikel stellt Jakob Simmank eine interessante These auf: Dass die politische Antwort auf die Pandemie zu sehr im Klein-klein steckengeblieben ist und das große Problem, die Pandemie selbst, dabei in entscheidender Weise aus den Augen verloren hat. Einen ähnlichen Eindruck hatte ich leider in den letzten Monaten auch immer wieder – die öffentliche Diskussion schien so sehr von spezifischen Lockerungs-Lobbies dominiert, dass ich mich manchmal fragte, ob die Beteiligten die Pandemie überhaupt noch als das sahen, was sie ist: eine schwere und für viele Menschen potenziell tödliche Krise, die es so gut wie möglich zu vermeiden gilt.

Ist die Pandemie zu groß, um sie zu sehen?

Hier in Baden-Württemberg sprach Kultusministerin Eisenmann noc dieser Tage (also Ende Dezember 2020) davon, Kitas und Grundschulen “in jedem Fall wieder in Präsenz [zu] öffnen […] – unabhängig von den Inzidenzzahlen”. Das hörte sich nicht nur für mich wie komplett unangemessene, demonstrative Pandemie-Ignoranz an, wie ein trotziges ist-uns-doch-egal-wie-die-Pandemie-läuft-unsere-Grundschulen-bleiben-auf – auch wenn ich mindestens einen Versuch kenne, der selbst diese Aussage noch versucht hat positiv zu interpretieren. Etwas später trudelte mir dann die (nicht-repräsentative) AOK-Studie in die Timeline, derzufolge auf die mit Kinderbetreuung befassten Berufe bis Ende November bei der AOK sogar noch mehr Krankschreibungen entfielen als auf Pflegeberufe.

Oder Armin Laschet, der bei den öffentlichen Debatten um Lockerungen und nur-die-Einschränkungen-nicht-übertreiben ja recht prominent an vorderster Stelle dabei war, als Landeschef seinen Teil dazu beigetragen hat, dass die Situation zum Jahresende so aus dem Ruder gelaufen ist, und dem am 23.12. nichts besseres einfällt sich zu entschuldigen – nicht etwa für die beeindruckend hohe Zahl an Sterbefällen, sondern dafür, dass man die Alten- und Pflegeheime in der ersten Welle geschlossen hatte und eine Reihe von Menschen daher allein ohne das Beisein ihrer Angehörigen gestorben seien. Was sicherlich hart ist für die betreffenden Menschen und ihre Angehörigen, aber angesichts des Umstandes, dass derzeit täglich hunderte Menschen sterben, die bei anderem politischen Vorgehen vermutlich nicht hätten sterben müssen, eine eher ungewöhnliche Wahl für ein Entschuldigungs-Thema – gut passend zu dem, was Simmank schreibt.

Letztlich ist wichtiges Element eines rationalen und vorsichtigen Umgangs mit jedem Problem, dass man sich zunächst einmal über das Ausmaß des Problems Klarheit verschafft. Dazu ist wohlgemerkt nicht nötig, dass bereits für alle Konsequenzen bis ins Detail eine stimmige wissenschaftliche Studienlage vorliegt. Vorsichtiges Handeln heißt, Gefahren ernst zu nehmen, die hinreichend realistisch sind. Und das heißt zunächst einmal: Quantitative Abschätzungen vorzunehmen.

Wie sieht der Pandemie-Worst-Case aus?

Zu solchen Abschätzungen gehört dazu, sich klar zu machen, wie der Worst Case aussieht, der schlimmste realistisch erwartbare Ausgang. Im Falle der Corona-Pandemie wäre das die Abschätzung: Was würde passieren, wenn wir dem Virus einfach freien Lauf lassen?

In dieser Hinsicht hatten wir den Vorteil, bereits recht früh über entsprechende Daten zu verfügen, von denen man erwarten konnte, dass sie einigermaßen vergleichbar sein müssten – Italien hat ein Gesundheitssystem, das ungefähr auf demselben Stand ist wie unser eigenes, und die Ausbrüche vom Anfang des Jahres aus der Lombardei sollten uns daher sinnvolle Hinweise in Bezug auf die Größenordnung dessen geben, was bei einem solchen Ausbruch passieren würde.

Eine Auswertung der Sterbestatistik für norditalienische Gemeinden, veröffentlicht im April 2020, kommt auf 0,1% Verstorbene in den entsprechenden Kommunen zwischen 21. Februar und 28. März, letzteres das Datum wo die strikten Einschränkungen griffen. In den USA sind bereits jetzt mehr als 0.1% der Gesamtbevölkerung (!) gestorben, und das obwohl noch längst nicht alle dort infiziert sind/waren.  Das ist demnach eine Untergrenze dessen was passiert wäre, hätte man den Infektionen ganz freien Lauf gelassen.

Entscheidend ist in diesem Kontext die Infection Fatality Rate (IFR), also der Anteil der infizierten, die an der Infektion verstirbt. Ich spreche im folgenden verkürzt von der Sterberate, wenn ich die IFR meine.

Die berühmt-berüchtigte Heinsberg-Studie, die Anfang Mai als Preprint vorlag, kam auf eine Sterberate von 0,36% – stand aber ja durchaus in der Kritik, unter anderem was das Nicht-Einbeziehen nachträglicher Tode, die Eigenschaften der verwendeten Tests und das Problem kleiner Zahlen in der Statistik anging. Eine entsprechende nachträgliche Auswertung schätzte den entsprechenden Wert auf zwischen 0,32% und 0,49% ein.

Eine amerikanische Studie, erschienen Anfang Dezember 2020, die sich zusammenfassend die Daten zur  Sterberate insbesondere in Bezug auf die Altersstruktur angeschaut hatte, führt Werte zwischen 0.6% (Genf), 1% (New York) und 2% (Norditalien) an.

Die WHO schätzte Ende Februar 2020 die Sterberate weltweit auf zwischen 0,7% und 4% ein – je nach Güte des jeweiligen Gesundheitssystems, aber natürlich auch von der Altersstruktur der betreffenden Länder abhängig.

Abschätzungen für Deutschland

Schauen wir uns an, was die Prozentzahlen bedeuten. Bei 0,32% wären wir in Deutschland bei einer Gesamtbevölkerung von 83 Millionen bei rund 266.000 Toten, bei 0,7% (dem WHO-Minimalwert) bei rund 580.000 Toten. Bereits das ist beides eine gehörige Menge.

Bei freier Ausbreitung würde freilich die Kapazität unseres Gesundheitssystems erreicht; dann wären die vergleichsweise niedrigen Sterberaten also alleine aufgrund der ungünstigen Rahmenbedingungen nicht zu halten. Wenn wir diesem JAMA-Artikel vom April nach (Daten aus New York) annehmen, dass die Zahl derer, die intensivmedizinisch betreut werden mussten inklusive Beatmung, rund 4 Mal höher liegt als die Zahl der Toten, hätten wir demnach insgesamt, über den gesamten Infektionszeitraum verteilt, einen Bedarf an zwischen einer Million und 2,3 Millionen Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeit.

Allerdings ist die Verweildauer von Covid19-Patient*innen auf Intensivstationen vergleichsweise lang, nämlich offenbar zwischen 2 bis 3 Wochen. Bei optimistisch geschätzt 30.000 Intensivbetten mit Beatmungsplätzen könnten innerhalb eines Jahres also bei optimaler Auslastung also höchstens 625.000 Corona-Patient*innen betreut werden – aber das natürlich nur, wenn niemand für andere Krankheiten Intensivbetten benötigt; die normale Auslastung für Intensivbetten beträgt aber 70% bis 80%. Nun wird natürlich andererseits versucht, zumindest aufschiebbare Intensivaufenthalte, etwa nach Operationen, einzuschränken. Nehmen wir (soweit ich sehen kann: eher übermäßig optimistisch) an, das gelinge sogar in der Hälfte der “normalen” Fälle, und es würden nur, sagen wir, 30% der Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeit für nicht-Corona-Patient*innen genutzt.

Dann kämen wir für das betreffende Jahr im besten Falle auf 438000 Möglichkeiten, Coronapatient*innen mit Beatmungsplätzen zu versorgen. Runden wir großzügig auf 450.000 auf, dann könnten wir zwischen 550.000 und 1.850.000 der Patient*innen, die eigentlich Beatmung bräuchten, in einem solchen Szenario also keine Beatmungsplätze zur Verfügung stellen – und damit würde die Sterberate in dieser Gruppe näher an diejenigen Prozentzahlen rücken, wie sie für Regionen ohne gut funktionierendes Gesundheitssystem gelten.

Nehmen wir, wiederum sehr optimistisch, an, dass von denjenigen, die beatmungspflichtig werden, aber nicht beatmet werden können, nicht alle, sondern lediglich drei Mal soviele sterben wie unter denjenigen, die beatmungspflichtig werden und angemessen versorgt werden können (also drei Viertel statt einem Viertel). Dann wären wir in der nicht-versorgten Gruppe bei 413.000 bis 1,4 Millionen Toten.

Als Konsistenzcheck: Jene 413.000 Toten rekrutierten sich insgesamt aus 55% der Gesamtbevölkerung (denn für 45% derer, die es nötig hatten, standen ja in meinem Szenario Beatmungsplätze zur Verfügung). Damit wären wir bei dem nicht ordentlich versorgten Teil der Bevölkerung bei einer Sterberate von 0,9%. Analog ständen bei dem anderen Szenario die 1,4 Millionen Toten für 80% der Bevölkerung (denn für 20% derer, die es nötig hatten, standen dort Beatmungsplätze zur Verfügung), und für den nicht ordentlich medizinisch versorgten Teil der Bevölkerung kämen wir somit auf eine Sterberate von 2,1%. Die Werte für die Sterberate (IFR), die wir in diesen Szenarien für die medizinisch nicht ordentlich versorgte Bevölkerung herausbekommen, entsprechen also durchaus Sterbereaten-Schätzungen für Länder mit weniger guter medizinischer Infrastruktur. Das alles passt von der Größenordnung her also durchaus zusammen.

Insgesamt müssten wir bei unkontrolliertem Laufenlassen also mit mindestens zwischen 500.000 und 1,5 Millionen Toten im Laufe des Ausbruchs rechnen, wenn wir an die Grenze unserer Intensivstations-Kapazitäten stoßen, und mit 270.000 bis 600.000 Toten, wenn wir nur ein “flatten the curve” machen, also vermeiden bei der Intensivversorgung an die Grenzen zu stoßen, aber die Pandemie ansonsten laufen lassen.

Worst Case: Zeitskala

Ich hatte in meinen Ausführungen zum “Worst Case” etwas willkürlich angenommen, dass sich das Infektionsgeschehen auf ein Jahr beschränkt, bzw. dem etwas versetzten Anfang nach auf rund drei Viertel eines Jahres. Dadurch ergab sich die grobe Abschätzung mit der Überlastung der Intensivstationen. Das war eher noch deutlich zu optimistisch für die Situation im Frühjahr. Mein Kollege Andi Burkert von der LMU München hat im Frühjahr die entsprechenden Kennzahlen recht regelmäßig in Diagrammen zusammengestellt und geplottet, insbesondere auch die Verdopplungszeit – bei einer rein exponentiellen Entwicklung lässt sich die Entwicklung aus der Verdopplungszeit und einem Anfangswert direkt rekonstruieren. Jedes Mal, wenn wieder die Verdopplungszeit von X Tagen vergangen ist, hat sich die Infektionszahl verdoppelt. In Wirklichkeit kommen natürlich noch Sättigungseffekte hinzu, weil neu Infizierte irgendwann einfach nicht mehr auf so viele Menschen stoßen, die die Krankheit noch nicht gehabt haben. Aber für eine grobe Abschätzung der Zeitskala ist die Verdopplungszeit dennoch geeignet – der größte Teil der Entwicklung spielt sich ja per Definition ab, bevor die Sättigungseffekte eintreten.

Hier ist das Diagramm, das Andreas am 28. März getwittert hat:

Verdopplungszeiten-Diagramm für ausgewählte Länder, von Andreas BurkertDie Diagramme von Andreas sind auch auf seiner Webseite andreasburkert.com abrufbar. Ende März hatten eine ganze Reihe von Menschen ob der beunruhigenden Nachrichten ja bereits selbstständig ihre Kontakte reduziert gehabt; am 23. März gab es dann auch die ersten bundesweiten Einschränkungsmaßnahmen. Selbst wenn wir die Verdopplungszeit mit entsprechend großzügiger Marge mit 7 Tagen annehmen (in dem Diagramm liegt sie für Deutschland höchstens bei etwas mehr als 4 Tagen), und alleine die Fälle betrachten, die am 28. März dazugekommen sind, nämlich rund 6300, wäre die Gesamt-Bevölkerungszahl von Deutschland bei zwischen 13 und 14 Verdopplungen, also etwas mehr als 13 Wochen später, überschritten. Das wäre eine typische Zeitskala für total unkontrollierte Ausbreitung – für uns lediglich ein Referenzwert, aber einer, der zeigt, dass die Zeitskala von einem Jahr im vorigen Abschnitt für die Worst-Case-Abschätzung durchaus konservativ bzw. optimistisch gewählt war. Tatsächlich wären wohl noch deutlich mehr Menschen aus Mangel an Beatmungsplätzen gestorben.

Perspektive: Todesfälle

Zur Einordnung: In Deutschland sind 2019 rund 940.000 Menschen verstorben. Politische Entscheidungen zum Umgang mit der Pandemie haben dementsprechend Einfluss auf Todesfälle in der Größenordnung von zwischen 30% und mehr als 100% der gesamten (!) Todesfälle eines Jahres in Deutschland.

Es stellt eine gewaltige Verantwortung dar, wenn eigene Entscheidungen einen so riesigen Unterschied machen könnten. Das sind um Größenordungen mehr potentielle Tote als durch so ziemlich alle anderen Todesursachen, auf die politische Entscheidungen ansonsten so direkt Einfluss nehmen können.

Wer es schafft, die Zahl der Verkehrstoten vom Stand 2019 mit rund 3100 Toten permanent auf Null zu reduzieren, hat erst nach frühestens 150 Jahren dieselbe Wirkung gehabt. Diejenigen Politiker, die ab den 1970er Jahren Gurtpflicht, Helmpflicht für Motorradfahrer, Promillegrenze und Geschwindigkeitsbegrenzungen einführten, dürften eine ähnliche Wirkung innerhalb von 10 Jahren erreicht haben.

So gut wie alles, was uns an Todesfällen bei Unglücken beeindruckt, beängstigt und zu Gegenmaßnahmen bewegt, betrifft deutlich kleinere Größenordnungen. Der bislang schwerste Flugzeugunfall auf deutschem Staatsgebiet hatte 156 Todesopfer, der schwerste Eisenbahnunfall (1939) hatte 186, die schwersten Schiffsunglücke (die Cap Arcona 1945, vornehmlich mit KZ-Häftlingen aus Neuengamme an Bord mit rund 7000, die Wilhelm Gustloff mit mehr als 9000) liegen in der Größenordnung von 10 000. Terroranschläge, Theaterbrände etc. kamen hierzulande jeweils auf deutlich weniger Tote.

Wir müssen schon zu den Weltkriegen zurückgehen, um in Deutschland entsprechend viele Todesfälle aufgrund politischer Entscheidungen zu finden. Die obere Abschätzung mit 1,1 Millionen Toten entspricht offenbar in etwa den Toten unter der deutschen Zivilbevölkerung im zweiten Weltkrieg. Die Zahl sowohl der insgesamt durch deutsche Kriegsverbrechen zu Tode gekommenen sowie die Zahl der zu Tode gekommenen Soldaten liegt natürlich noch um einiges höher.

Bei den Zahlen der Kalenderwochen 46 bis 48 im Jahre 2020, mit im Schnitt 300 Toten pro Tag, reden wir damit jeden Tag über drei Mal das Unglück von Eschede. Alternativ haben alle fünf Tage einen Titanic-Untergang, oder rund alle drei Wochen einen Cap-Arcona-Untergang, oder in etwa jede Woche unser eigenes deutsches 9/11. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass unsere Reaktion auf solche Unglücke im Vergleich zu unseren Reaktionen auf bereits die jetzigen Sterbezahlen eine deutliche Schieflage aufweisen. Wir reagieren auf solche Zahlen nicht rational, und das hat Auswirkungen darauf, was wir emotional als “wie schlimm” bewerten, oder auch als “wieviel schlimmer” als Anderes. Wenn sich unsere politischen Reaktionen daran orientieren, dann gute Nacht.

Selbstverständlich liegen aktuell die Anzahlen bestimmter medizinischer Todesursachen in derselben Größenordnung wie der hier abgeschätzte Corona-Worst-Case: Für das Jahr 2019 Krebserkrankungen bei 240.000, Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei 330.000. Der Unterschied ist, dass wir in den Fällen nicht mit einer gemeinsamen Kausalität zu tun haben, sondern soweit wir wissen einer Kombination von Genetik, verhaltensbedingten Risikofaktoren und Altersstruktur. Insofern sind dies sicherlich Fälle, bei denen die Politik in der Verantwortung steht, Forschung zu Heilmethoden zu finanzieren (auf die Schnelle finde ich für 2016 300 Millionen an Staatsgeldern, plus 750 Millionen aus der Industrie), aber kein Feld, in dem kurzfristige politische Entscheidungen etwas an der Größenordnung ändern könnten.

Umgang mit dem Worst Case

Wer in der jetzigen Lage politische Entscheidungen trifft, sollte den Worst Case zumindest als Bezugsgröße im Hinterkopf haben. Stattdessen scheinen eine Reihe von Politiker*innen, den eingangs genannten Zitaten nach, weitgehend verdrängt zu haben, worum es geht. Die jetzt einsetzenden Impfungen sollten die Entscheidungsfindung eher noch leichter machen, denn sie zeigen ja auf, dass wir nur noch über einen begrenzten Zeitraum hinweg durchhalten müssen, bis wir die Einschränkungen wieder lockern können.

Interessant finde ich an den Überschlagsrechnungen außerdem, dass bereits das Ziel “flatten the curve” letztlich sehr niedrig gesetzt war. Auch in einem Szenario, in dem das Gesundheitssystem nicht überlastet wird, kommen wir zu einer erstaunlich hohen Zahl an Todesfällen, die vermeidbar sein dürften. Dass in der ersten Welle stattdessen “flatten the curve” als allgemeines Motto ausgegeben wurde, kommt mir rückblickend durchaus bemerkenswert und merkwürdig vor.

Dass auch viele, die eigentlich angemessen über die Pandemie-Krise berichten sollten, mit der hier betriebenen Art von Überschlagsrechnung nicht angemessen umgehen können, zeigen ja leider eine Reihe von Reaktionen auf Angela Merkels elementar-illustrierende, und inzwischen ja auch längst überholte Überschlagsrechnung zu den möglichen 19.200 Neuinfektionen pro Tag zum Jahresende. Was wurde da alles gezetert! ntv sprach von “Merkels Luft-Nummer” und schloss daran eine Analyse an, die leider nur darauf hinauslief, dass der betreffende Journalist offenbar die Grundeigenschaft solcher Größenordnungs-Abschätzungen nicht verstanden hatte. Die BILD befragte Menschen auf der Straße und übertitelte das Ergebnis mit “Kampagne der Angstmacherei”.

Das ist vielleicht die wichtigste Konsequenz aus solchen Überschlagsrechnungen: Es geht nicht um Panikmache. Panik, also eine regelrechte Denklähmung mit kopflosen Reaktionen, würde uns nicht weiterhelfen. Aber es geht darum, mögliche Konsequenzen auch quantitativ klar zu benennen, und darauf angemessen mit Handlungen zu reagieren. Die Zahl der zu erwartenden Sterbefälle, gerade auch im Vergleich mit anderen Gefahren gegenüber denen wir Vorkehrungen treffen, ist so groß, dass entsprechend teure und aufwändige Maßnahmen angebracht sind. Wer Rechnungen wie die hier gezeigten beiseiteschiebt, läuft Gefahr, sich im Klein-Klein zu verlieren, entsprechend zu handeln – und uns letztlich in eine so problematische Lage zu bringen wie jetzt zum Jahreswechsel Ende 2020 gerade.

Dass insbesondere nach Abklingen der ersten Welle nicht konsequent danach gehandelt wurde, einen Anstieg wie jetzt (und damit nicht zuletzt auch den jetzigen zweiten weichen “Lockdown”) zu vermeiden, ist ein gesamtpolitisches Armutszeugnis. Die Expertenempfehlungen waren da. Entsprechende Überschlagsrechnungen wie in diesem Blogbeitrag konnte man bereits bei Abklingen der ersten Welle anstellen.

Wir werden sehen, wie es weitergeht – ob jetzt endlich auf diejenigen gehört wird, die schon im Frühjahr niedrige Fallzahlen, entsprechend gute Verfolgbarkeit, und ein schnelles konsequentes Eingreifen bei Anstiegen empfohlen haben, siehe auch den jüngst veröffentlichten Lancet-Aufruf von Viola Priesemann und Kolleg*innen. Oder ob wir mit derselben schiefen Perspektive weiterlaufen, die uns zu den aktuellen mehreren hunderten Toten pro Tag gebracht hat – und die auch für 2021, solange bis die Impfungen zum einen durchgeführt sind, zum anderen ihre Wirkung entfalten können, viele Tote und noch mehr Langzeitgeschädigte für uns bereithalten würde.

 

Nachtrag 2. Januar 2021: Offenbar ist der Artikel gerade mit etwas weiterer Verbreitung geteilt worden. Ein paar Hinweise: Von früheren Gelegenheiten ist die Kommentarfunktion noch auf moderiert gestellt. Ich gebe Kommentare aber üblicherweise spätestens nach ein paar Tagen frei. Allgemein bitte ich um die Einhaltung jener Etiquette, die konstruktive Austausche erst möglich macht: Bitte keine Unterstellungen, bitte einigermaßen nahe am Thema bleiben, und bei einem Thema wie diesem hier auch: bitte Behauptungen wo sinnvoll durch direkte Links belegen. Die entsprechenden Regeln aus früheren kontroversen Diskussionsdiskussionen sind hier etwas genauer beschrieben: Kommentare auf “Relativ einfach” – v2.

Nachtrag 3. Januar 2021: Da sich gerade bei den besonders kritischen Kommentaren doch einige Themen (und auch einige Missverständnisse) zu wiederholen scheinen, und da ich aufgrund der großen Menge der Kommentare (Firefox-Empfehlungsfunktion meinte jemand als Erklärung?) nicht auf jeden Kommentar individuell eingehen kann, hier einige allgemeinere Anmerkungen:

  • Es geht bei mir, siehe Überschrift und Erklärung, um einen einigermaßen realistischen Worst Case. Das ist weder eine Prognose noch eine Abschätzung des wahrscheinlichsten Verlaufs, sondern schlicht eine Abschätzung der Größenordnung an Toten (Langzeitgeschädigte noch nicht einmal eingerechnet), wenn wir Pech haben, sich so gut wie die gesamte Bevölkerung infiziert und die Sterberate ungefähr der in vergleichbaren Ländern entspricht. Kommentare, die mir vorwerfen, ich hätte aber diesen oder jenen mildernden Faktor vernachlässigt, gehen deswegen ins Leere. Darum ging und geht es an dieser Stelle nicht. Dank an die Kommentator*innen, die das in individuellen Antworten deutlich gemacht haben, wo es nötig war.
  • Ein einigermaßen realistischer Worst Case ist eine sinnvolle Bezugsgröße dafür, worum es insgesamt geht. Klar können wir alle hoffen, und entsprechende Argumente dafür finden, dass es im Endeffekt weniger schlimm wäre. Aber wer – wie einige Kommentatoren hier – seine Argumentation nur in die gewünschte Richtung laufen lässt, für jedes negative Zeichen einen Grund findet, warum das auf uns wahrscheinlich nicht zutrifft und für jeden Milderungsfaktor einen Grund, warum er auch bei uns gelten könnte, der läuft Gefahr, dass das Ergebnis sich nach seinem Wunschdenken richtet und nicht die eigene Einschätzung nach den Daten. Die Worst-Case-Abschätzung liefert für solches Wunschdenken ein Gegenmittel.
  • “einigermaßen realistisch” ist natürlich ein Knackpunkt – ich habe dem versucht dadurch Rechnung zu tragen, dass ich bei Zeitverlauf und  Überlastung des Gesundheitssystems an mehreren Stellen eher optimistische Annahmen habe einfließen lassen. Man hättte an der Stelle tatsächlich noch einen “Worse worst case” (ich weiß, wörtlich genommen ein Widerspruch) konstruieren können – wie Kommentator*innen richtig anmerkten: Mutationen wie jetzt B.1.1.7. bergen da noch zusätzliche Gefahren, und auch Langzeitfolgen der Überlastung bei Ärzt*innen und Pfleger*innen wird es geben. In die andere Richtung (weniger Todesfälle) würde ich, wenn ich den Blogartikel noch einmal schreiben würde, vermutlich am ehesten noch einen Faktor von ca. 2/3 bis 3/4 einführen, um die dann irgendwann ja doch eintretende Herdenimmunität zu berücksichtigen. An den Größenordnungen der Ergebnisse ändert das nichts.
  • Entsprechende Abschätzungen haben wir in so gut wie allen anderen Bereichen, wo es um Risiken geht. Wir setzen Grenzwerte eher zu niedrig als zu hoch an. Wir planen bei Konstruktionen mit bestimmten Sicherheitsmargen. Wir planen Notfallkapazitäten bei Feuerwehr und Rettungsdienst so, dass wir auch bei sehr unwahrscheinlichen ressourcenintensiven Szenarios (Brand in einer Klinik etc.) nicht jenseits unserer Grenzen kommen. Ein solches Vorgehen entspricht angemessener Vorsicht mit Situationen, die wir nicht mit totaler Sicherheit vorhersehen können – und für die wir daher versuchen, eine angemessene Sicherheitsmarge einzubeziehen. Das hier vorgestellte Worst-Case-Szenario ist das Analogon dazu. Da einige an dieses Thema ja doch sehr polemisch herangehen und entsprechende Anwürfe kamen:  
    • Doch, das ist ein ganz analoges Vorgehen dazu, wie man es in anderen Wissenschaften macht. Erst eine grobe Abschätzung anhand der dominanten Effekte – in diesem Falle wäre das: (a) wir sind alle Menschen und laufen erst einmal alle Gefahr, infiziert zu werden und (b) wir haben Zahlen aus Ländern, die in punkto Gesundheitssystem, Bevölkerungsdichte und Altersstruktur etc. von der Größenordnung her mit unserem vergleichbar sind. Alle weiteren Verfeinerungen des Modells (sprich: Versuch, Unterschiede abzuschätzen) kommen erst in den nächsten Schritten
    • Doch, die genutzten Daten insbesondere für die Sterberate (IFR) entsprechen dem aktuellen Stand der Wissenschaft. Siehe der oben verlinkte Review-Artikel vom Dezember 2020.
    • Für diejenigen, die so tun, als wolle ich Tod und Sterben generell abschaffen: Auweia, was für ein peinlicher Strohmann. Daher mache ich ja im Blogtext die ausdrückliche Unterscheidung: Todesfälle, die vergleichsweise direkte Konsequenz politischer Entscheidungen sind. Wir sind da in einer grundlegend anderen Situation als bei denjenigen Faktoren, mit denen Menschen ihre eigene Gesundheit durch Bewegung, Ernährung etc. selbst beeinflussen können.
  • Besonders oft wurde meine Aussage kritisch aufgegriffen, dass die Gesundheitssysteme in Deutschland und Italien “ungefähr auf demselben Stand” seien. Schauen Sie sich dazu ruhig mal die entsprechenden Karten auf Our World in Data an: In einem weltweiten Vergleich sind sie das durchaus. Dass es zwischen den Systemen auch Unterschiede gibt: geschenkt, wobei gerade Norditalien noch näher an Deutschland liegen dürfte als Süditalien. Außerdem nicht unwichtig: Für die weitere Rechnung nehme ich ja gar nicht den norditalienischen Wert (auch wenn er, wie es sich gehört, in der richtigen Größenordnung liegt), sondern Heinsberg-Studie und WHO-Abschätzung – bei letzterer konservativerweise die Untergrenze. Insofern: Wer hier allzu polemisch nach dem Motto “keine Ahnung von Italien, ergo keine Ahnung von nichts!” unterwegs ist, geht an der Argumentation meines Texts vorbei.
  • Eine ganze Reihe gerade von besonders polemischen Kommentaren gehen davon aus, ich würde (obwohl davon im Blogtext nichts steht) ganz bestimmte Maßnahmen propagieren. Tue ich an dieser Stelle nicht, sondern weise nur darauf hin: Dieser Worst Case, aber inzwischen ja auch die ganz realen Sterbezahlen, sind schlimm genug, dass es unser aktuelles Ziel sein muss, möglichst schnell in Bereiche möglichst geringer Fallzahlen zu kommen. Das halte ich letztlich auch für die Wirtschaft für weniger schädlich als die jetzigen eher halbherzigen Einschränkungen, die dafür dann länger und wiederholt laufen. An der Stelle haben wir im Sommer leider tatsächlich eine große Chance verpasst. Und haben jetzt noch die Chance, uns angesichts der ansteckenderen Variante B.1.1.7 in eine bessere Ausgangsposition zu bringen.
  • Der Worst Case ist nur der (bzw. ein) Worst Case. Insbesondere wie man in jenen Phasen vorgeht, in denen Lockerungen möglich sind – und man politisch entscheiden muss, welchen Bereichen wir da Priorität geben – ist dann natürlich noch eine ganz andere Diskussion, zu der ich hier keinen Beitrag leiste.
  • Sicher könnte man weitergehen und eine Gegenrechnung anstellen, auch was Tote durch Einschränkungen, Bankrott von Unternehmen u.ä. angeht. Erste Ansätze dafür: Z.B. bei der Arbeitslosenquote liegen wir nach wie vor unter allen Jahren von 2004 bis 2016. Beim Bruttoinlandsprodukt sind wir allenfalls hinter 2017–2019 zurückgefallen. Insofern würde mich überraschen, wenn eine Abschätzung der negativen Folgen an der Stelle ein starkes Gegenargument ergeben würde. Dass eine Reihe derjenigen, dich mich am lautesten übler Übertreibungen bei meiner Abschätzung bezichtigen, direkt im Anschluss ohne mit der Wimper zu zucken von Wirtschafts-GAU oder davon reden, die Wirtschaft sei “den Bach runter” scheint mir ein starkes Indiz dafür zu sein, auf welcher schiefen Perspektive solche Polemiken basieren. Aus meiner Sicht sind jene Nebenwirkungen auch allgemein ein starkes Argument dafür, konsequent Maßnahmen durchzuziehen, die die Fallzahlen auf niedrigem und nachverfolgbaren Niveau halten.
  • Da es doch eine ganze Reihe von Kommentaren gibt, die mir bestimmte Positionen unterstellen, die im Blogtext gar nicht stehen, und mich auf der Basis gar für Probleme verantwortlich machen oder beschimpfen, die Bitte an Mitlesende: In solchen Fällen bei weitergehendem Interesse bitte als erstes oben nachschauen, ob sich der Kommentator oder die Kommentatorin tatsächlich auf meinen Text beziehen oder mich lediglich als Projektionsfläche nutzen.
  • Eine ganze Reihe von Kommentator*innen nutzen die Kommentare weniger um auf meinen Text Bezug zu nehmen denn als Bühne für ihre eigenen (aus meiner Sicht zum Teil sehr schrägen) Thesen. Ich habe weder die Zeit noch die Ressourcen jede Falschinformation hier in den Kommentaren zu korrigieren und empfehle für diejenigen, die es genauer wissen wollen, folgende Ressourcen:
    • Die allgemeinen Faktenchecks zu Corona von Correctiv und zum Einstieg die Corona-Mythensammlung der taz finde ich hilfreich (in letzerer auch Einstiegsmaterial zu der Nebelkerze “an Corona oder mit Corona?”).
    • Zu Übersterblichkeiten weltweit diesen jüngeren Artikel hier, und dieses Caveat zu Todeszahlen in Afrika (Spoiler: dort wird in vielen Ländern kaum Buch über Sterbefälle geführt). Ansonsten gilt: Jeder, der Sie provokativ fragt, wie es denn mit der Übersterblichkeit in Deutschland sei, ohne miteinzurechnen, dass die in diesem Jahr ergriffenen Maßnahmen eben auch Grippeansteckungen stark nach unten drücken bzw. gedrückt haben, will Sie hereinlegen.
    • Einen interessanten neueren Überblick über die Wirksamkeit verschiedener Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Infektion findet sich hier.
  • Zur Altersstruktur: Sicher sterben an Corona mehr sehr alte Menschen als junge. Aber bei einigen in der Diskussion hier finde ich doch sehr bedenklich, wie schnell man dann dabei ist, “die Alten” komplett aufzugeben. Aus meiner Sicht hat es einen guten Grund, dass wir in unserer Gesellschaft Triage nur in akuten Notfallsituationen erlauben (außerhalb des Katastrophenfalls fallen mir derzeit nur Kriterien für Organempfänger ein, bei denen Alter in diesem Sinne eine Rolle spielt). Hinzu kommt, dass es eben nicht nur die Alten sind, die besonders gefährdet sind – auch bestimmte Vorerkrankungen gehören dazu, die die Lebenszeit der Betreffenden nicht deutlich einschränken. Last but not least sehe ich mindestens einen Kommentar, der das Risiko (außerhalb von Alter) in die Kategorie “selbst schuld” rücken möchte (“kiffen”!) – zu all dem fällt mir nur ein: Beeindruckend, welche unschönen dunklen und letztlich selbstsüchtigen Seiten die Situation an manchen Mitmenschen zutage fördert. Gut, dass bei anderen Menschen – auch die sind hier ja in den Kommentaren vertreten – der ethische Kompass noch funktioniert.
  • Last but not least: Wie können wir über das Thema angemessen diskutieren? Auch ein guter Teil der Kommentarflut hier zeigt ja, welche Probleme es in weitgehend unstrukturierten und unmoderierten Foren wie diesem hier gibt. Aus meiner Sicht zeigt das einmal mehr die Rolle von gutem Wissenschaftsjournalismus bei der Einordnung der vielen für Corona relevanten Fakten – und Institutionen wie Bürgerräten/Bürgerversammlungen/Citizens Assemblies (siehe das irische Beispiel hier) wenn es darum geht, unter Einbeziehung weiter Bevölkerungsschichten politische Entscheidungen vorzubereiten. Offenen Diskussion wie diese hier laufen im Unterschied dazu immer Gefahr, dass diejenigen dominieren, die besonders laut sind, besonders extreme Meinungen haben, besonders viel Zeit in’s Kommentieren zu investieren bereit sind. Die Verunsicherungs-Taktik beispielsweise, gartenschlauchgleich möglichst viele zweifel sähende Behauptungen in die Kommentare zu pumpen, kenne ich von früheren “Diskussionen” mit Menschen, die Einsteins Relativitätstheorien (mein eigentliches Forschungstheorie) für Unsinn halten. Insgesamt ist die Vielfalt der Perspektiven in den Kommentaren aber bei diesem Thema deutlich größer als bei Einstein – der Auswahleffekt hin zu extremen Positionen damit günstigerweise auch relativ kleiner.

    Insgesamt gilt leider weiterhin: Ich habe bislang keine wirklich gute Strategie gefunden, Diskussionen unter Blogbeiträgen aktiv so mitzugestalten, dass die konstruktiven Beiträge überwiegen. Hier daher nur einmal mehr ein Aufruf im Sinne der Ringparabel: Wenn ihr andere von eurem Standpunkt überzeugen wollt, dann seid bitte wenn möglich höflich, verlinkt eure Behauptungen zu seriösen Quellen, fasst euch angesichts der großen Anzahl von Kommentaren kurz und stellt sicher, wenn ihr entweder auf meinen Haupttext oder auf andere Kommentare reagiert, dass ihr tatsächlich richtig mitbekommen habt, worum es den/der anderen ging. Das gegenteilige Verhalten – spekulative Unterstellungen und Anwürfe, bloße Behauptungen ohne Belege, offensichtliches Missverstehen dessen, worauf eingegangen wird – dürfte die Wichtigkeit, die Mitlesende euren Positionen zuordnen, eher vermindern.

Nachtrag 7. Januar: Danke für den Hinweis auf Tippfehler, und auch auf den Hinweis auf die “Wilhelm Gustloff”, die ich nachträglich hinzugefügt habe – auch Nachbesserungen, die an der Gesamtargumentation nichts ändern, sind ja durchaus etwas Gutes. 

Markus Pössel hatte bereits während des Physikstudiums an der Universität Hamburg gemerkt: Die Herausforderung, physikalische Themen so aufzuarbeiten und darzustellen, dass sie auch für Nichtphysiker verständlich werden, war für ihn mindestens ebenso interessant wie die eigentliche Forschungsarbeit. Nach seiner Promotion am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut) in Potsdam blieb er dem Institut als "Outreach scientist" erhalten, war während des Einsteinjahres 2005 an verschiedenen Ausstellungsprojekten beteiligt und schuf das Webportal Einstein Online. Ende 2007 wechselte er für ein Jahr zum World Science Festival in New York. Seit Anfang 2009 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg, wo er das Haus der Astronomie leitet, ein Zentrum für astronomische Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit. Pössel bloggt, ist Autor/Koautor mehrerer Bücher, und schreibt regelmäßig für die Zeitschrift Sterne und Weltraum.

320 Kommentare

  1. Kommt noch dazu: der Worst Case für die Gesundheit ist beinahe auch ein Worst Case für die Wirtschaft, denn eines stand ja schon früh fest: Die Fallzahlen sollten nie so stark ansteigen, dass das Gesundheitssystem überlastet ist. Damit waren aber beim praktizierten Laisser Faire absehbar, dass ein weiterer (mindestens weicher) Lockdown unvermeidbar war. Betrachtet man also alles zusammen, sowohl Gesundheit als auch Wirtschaft und Leben, dann wäre es besser gewesen, Massnahmen beizubehalten, die für tiefe, sogar sinkende Fallzahlen gesorgt hätten. Andere Länder zeigen ja, dass das Leben fast ungestört weitergehen kann, wenn die Fallzahlen einmal sehr tief sind.

    • Wirtschaft ist ein gutes Stichwort. Natürlich bin ich für Schutzmaßnahmen, aber nicht nur im privaten Bereich, wie es die Politik aus Rücksicht auf die Reichsten in der Wirtschaft immer fordert. Sicherlich findet ein Großteil der Infektionen nicht im privaten Bereich statt, sondern in den Unternehmen und auf dem Weg dorthin. Denn dort treffen wir täglich mehr Menschen, als es im privaten Bereich jemals der Fall wäre. Unsere wirtschaftsverliebten Politiker wollen das jedoch nicht wahr haben, schikanieren den Bürger und schonen die Reichsten unserer Gesellschafft, nämlich die Großindustrie und deren Bosse.
      Immer wieder muss man sich von Bürgern anhören “So lange ich noch jeden Tag zur Arbeit rennen darf um meinen Chef reich zu machen, sehe ich nicht ein, mich privat einzuschränken.”
      Wie wäre es denn einmal mit einer Hochrechnung, wie sich die Fallzahlen entwickeln würden, wenn wir für einen Monat lang alle Schulen und alle nicht systemrelevanten Unternehmen dicht machen würden. Das würde sicherlich mehr bringen als monatelange Einschränkungen ausschließlich im privaten Bereich.
      Und wo wir schon von Schulen reden: Auch da stellen sich unsere Politiker stur. Schulschließungen, warum denn. Die Folge einer längeren Schließung könnte nämlich sein: spätere Schulabschlüsse, späteres Eintreten ins Berufsleben, spätere Zahlung von Sozialabgaben – eine Katastrophe für die Politik. Also läßt man es lieber dabei, sie Schulen als Infektionsherde offen zu lassen und den Bürger ausschließlich im privaten Bereich beschränken zu wollen.
      Statt also darüber nachzudenken, noch mehr Grundrechte einzuschränken (Ich warte nur auf die Einschränkung der “Unverletzlichkeit der Wohnung”, schließlich muss man ja illegale Treffen ausheben können….), sollten sich unsere Politker endlich einmal an die Schulen und an ihre Freunde und Freundesfreunde aus der Großindustrie heran trauen und so versuchen, den Worst-Case zu vermeiden.
      In Lombadia wurden z.B. auch, nachdem alles aus dem Ruder gelaufen war, Schulen und Industrien zwangsweise geschlossen und man konnte das Problem wieder in den Griff bekommen.
      Aber das sind leider Fakten, von denen ein Politker in Deutschland nichts hören möchte.

    • Oh mein Gott, was ist das für eine schlechte Abhandlung.
      Sie machen einen grundlegenden wissenschaftlichen Fehler. Sie werfen Zeiträume und leider auch Gegebenheiten einfach durcheinander und versuchen dann darauf Theorien herzustellen.
      Ich fange nur kurz an:
      1. These das Gesundheitssystem Italien ist mit Deutschland vergleichbar?
      Sehen Sie sich dazu mal die MRSA Toten in Iatlien und in Deutschland an. Je nach Quelle sind es zwischen 4 bis 8 Mal so viele wie in Deutschland. In Deutschland haben wir jedes Jahr – leider nur geschätzt – zwischen 20 bis 40.000 Tote durch MRSA. MRSA plus eine heftige Lungenentzündung ist nahezu ausnahmslos tödlich (egal ob COVID oder aderer Herkunft.
      2. These Ihre Sterblichkeitszahlen sind leider zu unterschiedlichen Zeiten sowohl in der Pandemie, als auch in den einzelnen Stadien der Pandemie in den Ländern genommen, somit nicht vergleichbar.
      3. These JAMA Artikel von April 2020 zur Beatmung nicht mehr aktuell, Es wird heute deutlich weniger und später beatmet, weil dadurch die Überlebensquote wesentlich besser geworden ist. Aktuell geht dazu auch ein Streit los, ab welchem Sauerstoffpartialdruck beatmet werden soll. Anscheinend hat man viel zu früh eingegriffen. Eine tagelange Beatmung ist für Lunge und Körper eine Katastrophe.
      und so geht es weiter…..
      Klar als Physiker kann man so denken, als Mediziner weiß man aber, dass sich Pandemien ganz anders entwickeln.
      1. Problem ist die völlig unterschiedliche Schwere der Erkrankung nach Alter und Vorerkrankung. Sterblichkeit in Deutschland unter 60 Jahre entspricht der einer normalen saisonalen Grippe. Die Sterblichkeit geht ab 60 hoch über 70 wird sie eklatant. Diese Gruppe wurde und wird bis heute nicht ausreichend geschützt.
      2. Problem die Reisetätigkeit….wenn Sie nicht reisen lassen stellt sich immer eine lokale Herdenimmunität mit mehr oder weniger vielen Erkrankten und Toten ein. Warum ? Entweder versterben oder Immun. Geht aus so einer Gruppe niemand weg ist irgendwann Schluß (früher mit Pest etc. leider mit vielen Toten), lassen Sie aber nun Reisetätigkeit zu, dann kommen immer wieder neue Herde auf. Das führt dann eventuell zu einem Flächenbrand.
      Wäre die Reisetätigkeit eingeschränkt worden, hätten wir immer noch ein Problem, allerdings längst nicht so groß.
      Untermauert wird dies, wenn Sie sich als Beispiel Österreich ansehen….nach dem ersten Lockdown nicht viel los, dann aber extremer Anstieg langsam in den bereich von Schweden kommend.
      Ein weiteres riesen Problem unser Immunsystem ist im Herbst Winter sehr geschwächt (zu wenig Sonne Vitamine etc. und auch eine schlechte Stimmung) diese wird noch dazu getriggert über die ständigen Horrornachrichten, wie eben Ihre auch. Viele Menschen können, weil sie die Gefährdung nicht abschätzen können nur noch gestresst durch die Gegend laufen absolutes Gift für das Immunsystem.
      Hoffen wir also jetzt auf die Impfung, bei der leider noch dringend geklärt werden muss, ob man dann noch ansteckend sein kann, denn dann macht es überhaupt keinen Sinn die bisher wenigen Impfdosen an Mitarbeitern in Pflegeheimen zu verschwenden, sondern man sollte vielleicht erst die allein möglichst schnell die Risikogruppen durchimpfen…gerade auch, um die Intensivstationen nicht zu überlasten.
      Vielleicht als Abschluß Physik ist keine Medizin und genau diese Herangehensweise zeichnet leider auch unsere Kanzlerin aus. Das ist kein Vorwurf, aber Medizin und Leben funktioniert völlig anders.
      Und seien wir froh, dass sich COVID 19 nicht via Oberflächen verbeitet.

      • Vielen Dank Herr Dr. Puymann,

        Sie sprechen mir in nahezu allen Punkten aus der Seele und ersparen mir eine eigene Antwort auf den bestimmt mit viel Mühe verfassten, aber leider an fehlerhaften Prämissen scheiternden Artikel.

      • Leider haben Sie hier einen Denkfehler, Herr Puymann. Selbst wenn die Sterblichkeit zwischen Covid und der Grippe bei 70% der Bevölkerung infiziert und dann sterben garantiert Größenordnungen mehr junge Menschen als an der Grippe.

        Auch die IFR ist mittlerweile in großen Metastudien bestätigt und nicht nur in Italien so vorzufinden wie sie suggerieren. https://link.springer.com/article/10.1007/s10654-020-00698-1

        Man sollte sich mit den inhaltlichen Argumenten auseinandersetzen und nicht mit den Studienabschlüssen der Diskutanten.

      • Ich stimme Herrn Dr. Kay Puymann zu.

        Mein Beispiel der “schlechten Abhandlung”. Z.B. dieser Satz:

        “Abschätzungen für Deutschland

        Schauen wir uns an, was die Prozentzahlen bedeuten. Bei 0,32% wären wir in Deutschland bei einer Gesamtbevölkerung von 83 Millionen bei rund 266.000 Toten, bei 0,7% (dem WHO-Minimalwert) bei rund 580.000 Toten. Bereits das ist beides eine gehörige Menge.”

        Es wird hier die Sterberate von 0,32% fälschlicherweise auf die Gesamtbevölkerung angesetzt. Gerade mit Google-Suche “corona infizierte deutschland heute” ermittelt: 1.783.896 wurden insgesamt nur PCR-Test-positiv getestet. Das ist im Vergleich zur ganz normalen Sterberate von etwa 1 Millionen pro Jahr noch nicht mal sehr viel (grob das doppelte davon)

        Die 0,32% müssen richtigerweise auf die 1.783.896 angesetzt werden und nicht auf 83 Millionen. Wenn man dies tut, so kommt man auf eine auf den sog. COVID-19-Virus zurückzuführende maximale Zusatzsterberate von etwa 0,6% (grob wieder das doppelte von 0,32% genommen) bzgl. aller typischerweise Verstorbenen pro Jahr.

        Da jeder Mensch schlussendlich durch einen Virus am Schluss stirbt, wenn nicht andere gewaltsame Ursachen vorzeitig sein Leben beenden, verstehe ich nicht, warum jetzt bei diesem einzelnen Spezialvirus im Unterschied zu den alten Normalviren, die normalerweise die Menschen vermehrt im hohen Alter wegen Altersschwäche des Imunsystems zum Sterben zwingen, eine solche Dramatik beschworen wird.

        Warum kommt man zu dem meiner Meinung nach falschen Schluß, daß 0,6% Zusatzsterblichkeit bzgl. der Normalsterblichkeit von grob 1 Millionen pro Jahr eine Katastrophe sei? Ich persönlich würde erst dann von einer Pandemie mit Berechtigung zur Einschränkung der Grundrechte sprechen, wenn plötzlich eine Zusatzsterblichkeit von mindestens 100% bestehen würde. Natürlich könnte man schon mit ersten Warnhinweisen bei 5 bis 10% starten. Aber bei 0,6% schon mit derart drastischen Maßnahmen zu reagieren ist gemäß meiner Empfindung nicht angemessen.

      • Ja nun Herr Dr. Puymann, als Tierarzt sind Sie sicherlich auch kein Virologe oder Epidemologe. Ein Abachluss in Veterinärmedizin ist halt auch keine ausreichende Qualifikation um diejenige des Autors herunterzuspielen.

    • Das Leben kann auch ohne jegliche Massnahmen weiter laufen. Dann handelt es sich auch noch um ein lebenswertes Leben. 2020 in der BRD war nicht lebenswert…

      Der Tod gehört zum Leben dazu, scheinen viele nicht zu wissen.

      • Ah so, nee, hatte ich nicht gewusst, das mit dem Tod. Klar, sowas sagt nur jemand, der sich abbsolut sicher ist, das es ihn nicht erwischt, und dem es wurscht ist, wenn anderer Leute Oma oder krankes Kind von Covid 19 dahingherafft wird.Hauptsache Kneipe und Fussball… Ich möchte Leute wie Sie hören, wenn das nächste Virus vielleicht hauptsächlich Kinder unter 10 Jahren tötet. Na ja, früher hat man alte Leute im Winter ausgesetzt, damit man sie nicht mehr ernähren musste. Und übrigens, ich kenne absolut niemand, der gross rumpienzert wegen der Eischränkungen im Privatbereich. In einer ganz anderen Situation sind die gesundheitlich und wirtschaftlich Betroffenen, die tatsächlich ein Katastrophenjahr hinter sich haben. Nicht lebenswert??? Die eigene Freiheit endet da, wo die Freiheit des anderen anfängt (sich nicht mit einer potentiell tödlichen Krankheit anzustecken, in diesem Fall).Vorschlag: machen Sie mal 2022 Urlaub in Südafrika, oder Goa, nur so als Realitätscheck.

      • Leider haben Sie hier einen Denkfehler, Herr Puymann. Selbst wenn die Sterblichkeit zwischen Covid und der Grippe bei 70% der Bevölkerung infiziert und dann sterben garantiert Größenordnungen mehr junge Menschen als an der Grippe.

        Auch die IFR ist mittlerweile in großen Metastudien bestätigt und nicht nur in Italien so vorzufinden wie sie suggerieren. https://link.springer.com/article/10.1007/s10654-020-00698-1

        Man sollte sich mit den inhaltlichen Argumenten auseinandersetzen und nicht mit den Studienabschlüssen der Diskutanten.

      • Das Leben war 2020 nicht lebenswert? Die wievielte Generation nach dem 2. Weltkrieg bist du? In welchem Land außer Deutschland möchtest du jetzt denn gern leben, damit es für dich lebenswerter ist? Also außer Neuseeland und Australien?

        Was ohne Maßnahmen passieren würde, kann man nach dem Lesen des Artikels doch ziemlich genau abschätzen.

        Du möchtest also nur für die persönliche, subjektive Verbesserung deines “Lebensgefühls” hunderttausende Todesopfer in Kauf nehmen? …und dass deren Angehörigen ihr Leben für die Zeit der Trauer wesentlich weniger lebenswert empfinden ist dir für deinen “Lebenswert” auch egal? Genauso wie diejenigen, die an Spätfolgen von Covid19 leiden werden müssen?

        Es ist beschämend, dass es in unserer humanistischen Gesellschaft Menschen gibt, die so denken und sich damit noch im Recht fühlen.

    • Leider hat Herr Pössel bei seiner empirischen Studie vergessen, dass durch die Scließung von Schulen und Kindergärten die Familien an Ihre Belastungsgrenzen kommen (Quelle: mein Alltag). Meine Frau steht um vier auf, geht zur Arbeit bis 14 Uhr. In dieser Zeit übernehme ich die Betreuung unserer Kinder. Von 14 Uhr bis 22 Uhr gehe ich dann meiner Tätigkeit nach. Am Wochenende bleibt auch keine Zeit für Zwischenmenschliches, da Haushalt und Familienverwaltungsaufgaben anstehen. In den Medien wird verstärkt von Gewalt in Familien berichtet.
      Hier müsste man die Folgen des Lockdowns mit einfließen lassen, um dann eine Schlussfolgerung treffen zu können, ob der Lockdown wirklich vor Krankheit, Leid und Tot schützt oder nur verlagert…

      • Sie schlagen also ihre Frau, weil Sie 10 Stunden am Tag mal Vater für Ihre Kinder sein müssen und geben die Schuld dafür Corona? Jaok.

    • Das Worst-Case-Szenario erklärt im Umkehrschluss sehr schön das Präventionsparadoxon in der Pandemie. Prävention wird in meinen Augen durch “Macher” produziert, Worst-Case produziert dagegen “Helden”, welche vorher als “Macher” gescheitert sind…

    • Der Entwurf und das Regiebuch zu dieser Pandemie in allen Phasen und Details wurde bereits 2010 von Rockefeller Fundation projiziert. Diese wurden in den Euroregierungen dann 2012 als Regierungsanweisung an die Euroschafe verkündet. Zudem wurde ca.2018 die WHO komplett übernommen / Unterwandert. Seither werden Erkältungen als Pandemie ausgerufen. Im Vorfeld hat der Eutenasist Bill Gates Großversuche in Afrika und Indien an hunderttausenden von Frauen unfruchtbar geimpft. 2020 wird das dann nach vielen Fehlversuchen vorher wie Schweinegrippe Hühnergrippe usw. getestet und mit Hilfe er neuen WHO Festlegung umgesetzt mittels „Corona“ Pandemien werden jetzt bei jedem Husten ausgerufen. Erkältungen wurden durch „Corona„ verdrängt und als die neue Corona Impf- und Umsatzmaschine ausgerufen. Durch die Ausrufung der WHO Erkältungspandemie hat sich die WHO selbst obsolet und als unfähig im Fachlichen sinne erwiesen. Ebenso kann man ab 2021 jeden Papiertaschentuch Hersteller nach dem Umsatz abfragen und als Barometer für Corona einsetzen.
      Die Politiker lassen sich von 2 Quasi Spezialisten und persönlich überfordere Politiker leiten die in ihrer Unfähigkeit über sich selbst gewachsen sind. Wahre Fachleute werden ausgeblendet, diffamiert und als Verschwörungstheoretiker betitelt. Führende Politiker/innen selbst sind wirtschaftlich mit den Gates Firmen direkt oder indirekt über dem Lebenspartner verbunden und direkte Profiteure der Corona Veranstaltung die dazu dient die bestehende Weltwirschaftskrise auszublenden und auf Corona umzudeuten. Alle politiker ziehen somit mit weil dies ja die eleganteste art und weise ist den wirtschaftlichen Bankrott und deren eigene unfähigkeit mit unendlichem Bla Bla zu erklären übertünchen.

  2. Herr Pösel, vielen Dank für den interessanten Artikel. Eine Anmerkung: den Effekt der Herdenimmunität haben Sie anscheinend nicht eingerechnet. D. h. die IFR wäre noch mit ca. 0,6..0,7 zu multiplizieren. Das ist aber schon fast besserwisserisch und ändert nichts an der Aussage.

    • In der Tat; ich erwähne ja im Abschnitt “Zeitskala” entsprechende Sättigungseffekte. Insofern: Nicht besserwisserisch, darauf hinzuweisen, aber an der Größenordnung der (ansonsten ja absichtlich viele übermäßig optimistische Elemente enthaltenden) Abschätzung ändert das in der Tat nichts.

      • In meinen Augen liegt hier ein gewichtiger Fehler in der Grundannahme, die Epedimie würde tatsächlich 83Millionen potentielle Opfer finden. Die noch im März vorherrschende Annahme, es gäbe keine Immunität, stimmt einfach nicht. Lesen sie bitte die entsprechenden Studien (zB. Ioanidis) dazu. Selbst unser aller Lieblingsvirolge hat dazu im Sommer etwas veröffentlicht. Es gibt eben doch sogenannte Kreuzimmunitäten mit anderen Coronviren. Anders lassen sich auch die Situationen in Haushalten(Heinsberg, Wuhan) in denen dauerhaft nicht jeder angesteckt wurde erklären.
        Anzusetzen, dass dieses exponentielle Wachstum auch nur bis 2/3 durchläuft und dabei x% versterben ist einfach nicht haltbar. Das ist längst wissenschaftlicher Konsens.
        Warum werden hier, wie an so vielen Stellen, die wissenschaftlichen Fakten ignoriert? Passiert es wirklich wieder besseren Wissens? Ich kann es mir kaum vorstellen. Es ist der Versuch, die haltlose Schwarzmalerei vom Frühjahr wiederzubeleben, denn genau wie im Titel schon zu lesen ist, haben die Menschen das aus den Augen verloren. Eben weil die Übersterblichkeit selbst in Ländern wie Schweden zu unauffällig ist, um diese rigiden Maßnahmen zu rechtfertigen. So etwas wird einem dann als Wissenschaft verkauft.

        • Ja so sehe ich das auch. Nicht mathematische Hochrechnungen sondern regierungsunabhängige Virologen und Epidemologen mit unumstößlichen wissenschaftlichen Fakten, sollten gehört werden.
          Und übrigens, wenn die Regierung wirklich Leben retten wollte, könnte Sie das Rauchen, den Alkohol, den Zucker und das Auto verbieten und Fitnessstudio und mehr Bewegung verordnen um das körpereigene Immunsystem, Stichwort Sauna, zu stärken.
          Sehr Hilfreich wäre auch, sich auf die Risikogruppen zu konzentrieren und nicht alle einzusperren, denn dann brauch ich gar kein Gesundheitssystem mehr. Und übrigens, das italienische ist dem deutschen Gesundheitssystem um Welten unterlegen, und das ist ein weiterer Fakt welchen Du für Deine Angstmache mißbrauchst.
          Weiter solltest Du zur Kenntnis nehmen, daß die Menschheit nicht zum erstenmal mit einem tödlichen Virus konfrontiert ist und gelernt hat mit einem gesunden Abwehrsystem zu kontern.
          Leider vermisse ich Aufklärung zu diesen Tatsachen. Leider auch Investitionen in mehr Gesundheitspersonal und Krankenhäusern.

          • Sehr geehrter Herr Peter
            Herzlichen Dank für diesen sehr erheiternden Kommentar!

            Sie möchten gerne nur die Risikogruppe “einsperren” dieser verordnen “Fitnessstudio* und mehr Bewegung” damit sie in der “Stichwort Sauna” das “körpereigene Immunsystem” stärken und es so “gar kein Gesundheitssystem” mehr braucht. Aber warum dann “Leider auch Investitionen in mehr Gesundheitspersonal und Krankenhäusern”?

            Regierungsunabhängig kläre ich Sie darüber auf, dass die Menschheit ohne Sie um Welten besser überleben würde, das ist ein Fakt.

            *Fitnessstudio auch für Bewegung oder doch nur für die Sauna?

        • Barto : Lesen Sie bitte hierzu : http://www.euromomo.eu/graphs-and-maps . Scroolen Sie bis zu den sehr interessanten Statistiken zu Übersterblichkeit einzelnder europäischer Länder. Deutlicher geht es nicht. Natürlich waren einige Länder in Europa weniger betroffen, aber auch für Schweden gibt es für die Wochen der ersten Infektionswelle eine nicht zu verleugnende Übersterblichkeit. Von Italien und Spanien ganz zu schweigen…

        • Mit Behauptungen lässt sich nicht so gut argumentieren. Auch nicht, wenn man hinzufügt, dass es “längst wissenschaftlicher Konsens” sei. Sorry.

        • Ich habe nur kurz überfliegend hereingeschaut und muss zugeben, dass ich dem Autor keine Chance einräume, für mich Interessantes zu bieten.
          Der mir sofort in die Augen stechende Hinweis wir hätten in Deutschland ein vergleichbares Krankenhaus-Niveau wie in Italien ist entweder fahrlässig oder wwie von Barto unterlegt schlichtweg ignorant.
          Und da der Autor seine Hausaufgaben nicht macht und breite, divergente und durchaus erhältliche Informationen nur einäugig beleuchtet, oder nur bei Kollegen des gleichen Meinungsstandes kopiert, hinschaut oder paraphrasiert, habe ich es zugegebenermaßen auf die gleiche Weise getan: nur ein bisschen hingeschaut, vor allem ob das meinem bestehenden Meinungs- und Informationshintergrund entspricht und also sehr kurz gegriffen.
          Auch ich beanspruche damit die Realität, Wirklichkeit und einzige Wahrheit innezuhaben.
          Ist das gut? Nicht wirklich, sogar überhaupt nicht. Ich z. B. bin müde permanent als Nazi, Rechtsradikaler, AfD-Sympathiesant, Aluhutträger, Chemtrailgläubiger, Anthroposoph, Ufologe usw. usw. in einem Atemzug mit Coronaleugner, Verschwörungstheoretiker bezichtigt zu werden.
          Das ist so ermüdend. Und die Fakten, logischen Zusammenhänge, wissenschaftlichen Diskussionen, die mit einem solchen Tun abgewürgt oder gar nicht zugelassen werden, verschwinden in diesem lauterbachschen Angst-, Panik-, große Gefahr-, wir-werden-alle-sterben-Geseiere. Den Rest besorgen die sogenannten Faktenchecker. Und – sorry – in diese Kategorie eher unausgewogenen Lamentierens statt miteinander Austauschens ordne ich nach kurzem Überflug den Artikel ein.

          Im Großen und Ganzen empfinde ich solche Artikel bereits als einen ‘worst case’

          Wie gesagt,wie bereits allerort üblich habe ich zu kurz grgriffen, behaupte aber Recht zu haben.

          Sollte ich dadurch Wichtiges übersehen haben, entschuldige ich mich ausdrücklich, anders als im Mainstream üblich, da wird auf Fehlinformationen immer weiter aufgebaut, und pandemisch der Lügenvirus weiterverbreitet.

          Und wenn meine Ausführungen dazu einladen, nicht akribisch über verunglückte Detaillösungen mit Masken, Freiheitsbeschneidung, unnötig intubierten Alten etc. zu diskutieren, sondern das große Ganze zu sehen, also die nach meinem Verständnis herrschende Fehlinformationspandemie und gegen die Menschen und das Leben gerichtete angebliche “Überlebenspolitik” und vielleicht tatsächlich in einen sachbezogenen nicht ausgrenzenden oder gar diffamierenden Diskurs zu gehen, dann hat es vielleicht ein bisschen geholfen.

          • vielen Dank für Ihr Statement. Dem kann ich mich nur anschließen. Es fehlt bei vielen einfach der gesunde Menschenverstand.
            Wie konnten wir bisher eigentlich die Grippepandemien überleben ?

          • Die Beantwortung dieser Frage mit Hilfe einer Volksabstimmung wäre die Aufgabe der Regierung gewesen. Ich persönlich hätte dann die Übersterblichkeitszahl von 100% (Berechtigung zum Ausruf von einer “Epidemischen Lage von nationaler Tragweite”) bezogen auf die Normalsterblichkeit auf meinen Wahlzettel geschrieben.
            Ich schätze meine Mitbürger so ein, daß nach Durchschnittbildung dann etwa ein Wert von 30% entstanden wäre. Dann hätte es laut dem von Angie genannten Link: https://www.euromomo.eu/graphs-and-maps
            nie einen Lockdown gegeben.

        • Hmm,
          dass es diese Kreuzimmunitäten gibt, ist doch Jedem, der halbwegs 1+1 zusammen bekommt klar…
          Das Problem dabei ist, die Kreuzimmunität (d.h. wahrscheinlich eigentlich nur = keine Krankheitsaktivität trotz Infektion) “greift” bei Kindern, die im Jahr 8-12 Corona-Infektionen im Kindergarten mit machen! Spätestens nach der Grundschule ist der Effekt weg, weil das Immunsystem nicht dauerhaft getriggert wird. Dass es diese Infektionen trotzdem gibt, belegt doch die Tatsache, dass die Erzieher noch häufiger ausfallen, was die in der Pflege Tätigen.
          Solange bei uns noch fast 80 Millionen Menschen rumlaufen, die noch nicht immun sind – Infizierte plus Dunkenziffer, sollte man sich an diesen Strohhalm noch klammern, wenn er in einem Cocktails steckt, aber mehr auch nicht von ihm erwarten – sorry.
          Ferner finde ich, dass der Autor sehr vorsichtig mit siener Einschätzung umgegangen ist und sich eben damit gar nicht ausschließlich am exponetiellen Wachstum orientiert hat – die ersten Zahlen, die er nennt, beziehen sich ja auf die Letalität insgesamt, sind also unabhängig von der Art des Wachstum und beziehen sich nur auf diejenigen, die sich infizieren können (und dies kann jeder sein, solange es keine Impfstoff gibt, bzw. solange die Bevölkerung nicht signifikant durchgeimpft ist!).

        • In Kürze zum Thema Übersterblichkeit:
          Seit 1-2 Wochen haben wir endlich Aussagen zur Übersterblichkeit, weil diese Zahlen logischerweise einen erheblichen zeitlichen Nachlauf haben:
          11 % Bundesweit und in Sachsen über 55 % im Vergleich der letzten 4 Jahre. Sind diese Zahlen auffällig genug?
          Achso: Natürlich ist das die halbe “Wahrheit”. Die Alterspyramide hat sich in 4 Jahren auch recht starkt verschoben…
          Es ist einfach so: Nichts ist mehr einfach. Es gibt keine einfache Wahrheiten mehr.

        • Es gibt viele wissenschaftliche Studien, die teilweise widersprüchliche Annahmen belegen. Ich gehe allerdings auch davon aus, dass nicht alle Menschen erkranken werden, ob wegen einer Immunität durch Kontakt mit einer niedrigen Dosis des Coronavirus (so dass sich der Körper rechtzeitig wehren kann, bevor die Viren sich zu stark vermehren) oder durch Kreuzimmunitäten. Sicher sein kann sich da aber niemand.

          Die Erfahrung zeigt aber, dass CoViD19 ohne Gegenmaßnahme schnell außer Kontrolle gerät, das Gesundheitssystem dann überlastet wird und dann eben nicht nur wenige und vor allem ältere Menschen sterben. Und dann werden die Gegenmaßnahmen umso härter. Bei uns ist das Gesundheitssystem trotz der Gegenmaßnahmen an der Grenze der Belastbarkeit, ohne die Gegenmaßnahmen wäre es längst überlastet. Müssen wir wirklich ausprobieren, ob solch eine Überlastung bei uns weniger schlimm würde als z. B. in der Lombardei oder New York???

          Gerade diejenigen, die das Virus nicht ernst nehmen, von haltloser Schwarzmalerei sprechen und dann konsequenterweise auch harmlose Gegenmaßnahmen (AHA + L) ablehnen, erzwingen indirekt die viel härteren Gegenmaßnahmen, die dann tatsächlich auch schwere wirtschaftliche und gesundheitliche Schäden zur Folge haben.

        • Danke Barto für diese Korrektur!

          und ohne Wissenschaftler zu sein scheint mir im Artikel eine weitere Grundannahme für die Vergleiche – ” …Italien hat ein Gesundheitssystem, das ungefähr auf demselben Stand ist wie unser eigenes, …” – sehr gewagt wenn nicht tendenziös.

          Und @ Pöschel – hatten Sie ein direktes Erlebnis von der “Härte” des Alleinsterbens in Ihrem Umfeld?
          Die Menschen, die als Kranke oder Betagte in Kliniken und Heimen “sich aufgeben” und mangels Lebenswillen sterben, wären den Kollateralschäden der Panedmiebekämpfung zumindest hinzuzurechen, nur werden sie nicht erfasst, während weiterhin jeder Sterbefall “mit Corona” undifferenziert zusammengezählt wird.
          Wenn – berechtigte – Focussierung auf Vermeidung von Sterbefällen, dann bitte nicht einseitig.

          • Herr Gädeke
            Danke für diese Ergänzung!

            Die Frage wäre natürlich sind sie “mit” oder “an” “sich aufgeben” gestorben und wie viele auch in einem normalen “Grippen” Jahr an der von Ihnen erwähnten “mangels Lebenswillen” Krankheit sterben?
            Das “undifferenzierte” scheint mir – unberechtigt – bei Ihnen sehr zutreffend, da sind Sie sehr einseitig.

        • Wenn man dieser Argumentation folgt, könnte man auch sagen: Die Zahl der Verkehrstoten ist so gering im Vergleich zur Gesamtsterblichkeit, da brauchen wir keine Airbags und Gurte, das fällt eh nicht ins Gewicht.
          Ich fordere alle Corona-Leugner und Relativierer wie Barto auf, mal in eine beliebige Intensivstation zu gehen, und den Leuten dort den geringen Einfluss ihres Ablebens auf die Übersterblichkeit zu erklären. Mal sehen, was die dazu sagen!

        • Danke für diesen endlich mal absolut wahren Kommentar @Barto! Danke dass es mal jemand sagt. Es ist nicht zu ertragen wie wissenschaftlich gesichterte Fakten gezielt ignoriert werden, wenn es nicht dem eigenen Weltbild passt (obgleich das für beide Seiten zu gelten scheint). Es ist traurig zu sehen wie vor allem wiss. gebildete Menschen zunehmend schwerwiegende Fakten ignorieren.

        • Und das geschrieben zu einem Zeitpunkt, an dem man seit etlichen Tagen Todesfallzahlen zwischen 300 und 600 registriert (waren garantiert alle über 80 …), regional die Intensivstationen voll werden und wir ganz gut am Beispiel England sehen können wie die weitere Entwicklung sein könnte. Es müssen nicht 85 Mio durchinfiziert sein, damit es schlimm wird. Man muss nur verstehen, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt ganz am Anfang stehen: Mit der Infektionssterblichkeit von 0,7 Prozent zurückgerechnet auf tatsächlich Infizierte liegen wir dann derzeit bei rund 4,8 Mio einschließlich Dunkelziffer. Das entspricht 5,6 Prozent gegenwärtiger Infektionsrate. Meine Interpretation: wir stehen am Anfang, mit den unbestreitbar vorhandenen Folgen. Wollen wir das laufen lassen? Das würde wegen der exponentiellen Wachstumsmöglichkeit von Viren schnell gehen.

        • @Bart: Sie haben den Artikel nicht verstanden: Es ist eine Überschlagsrechnung und es steht bereits im Titel: Das worst case scenario.
          Sonst sehen Sie sich doch jetzt die Situation in Sachsen an. Auch in Schweden. Ihre Behauptung stimmt nicht.
          Dagegen geht es China wirtschaftlich wesentlich besser. China hat sehr hart am Anfang durchgegriffen. Etwas, was in einer Demokratie nicht in dieser Weise funktioniert, wenn nicht alle mitmachen.

          Dass es in Demokratien, die keine Insellage haben, auch gut funktionieren kann, sieht man z.B. in Finland und Norwegen.

          Also sind genau solche Wortmeldungen, wie Ihre, die die Handlungsbereitschaft der anderen herabsetzen, eigentlich Schuld an dem derzeitig nötigen langen Lockdown und seinen wirtschaftlichen Folgen.

        • @Barto: Wie hoch ist denn Ihrer Meinung nach, der Einfluss der Kreuzimmunität? Und inwiefern würde dieser Einfluss, dann etwas an den Dimensionen der Grundrechnung ändern?

      • Und vielleicht könnte man auch noch ausführlicher Bezug darauf nehmen, wie sich die aufgeführten Zahlen zusammensetzen. Altersstrukturen, Bevölkerungsdichte, Branchen etc. Hätte man daruf Massnahmen abgestimmt, wären die uns zur Verfügung stehenden Mittel viel gezielter eingesetzt worden. Dann hätten wir gerade diejenigen, den die Politik ja besonderen Schutz zukommen lassen wollte (z.B. Alte) nicht mitsamt ihren Pflegern kasernieren müssen. Der Versuch, immer alles breit gefächert und immer gleich zu behandeln ist fehlgeschlagen. Meiner Meinung nach muss man sehr viel mehr punktuell und individuell abgestimmt vorgehen. Dazu gehört aber auch, sich im Detail damit zu beschäftigen.

    • DANKE…endlich mal ein mutiger Mensch, der das Thema auf den Punkt bringt.
      Unser Sicherheitsdenken und “leben”-/vegetieren um jeden Preis, ist schon lange nur noch Wahnsinn.
      Jahrzente dominiert die Pharmaindustrie und hält Menchen mit chemischen Medikamenten künstlich am vegetieren und wundern sich dann, dass man tatsächlich mal sterben könnte…^^

  3. Herr Pössel, vielen Dank für die mit Zahlen unterlegte, anschauliche, im Ergebnis bittere Analyse.
    Ich tu mir allerdings schwer von einem gesamtpolitischen Armutszeugnis zu sprechen. Gesamtgesellschaftliches Armutszeugnis trifft es besser.
    Warum? Datenschutz, Individuelle Freiheitsrechte und natürlich wirtschaftliche Faktoren spielen nunmal in unserer Gesellschaft eine dominant große Rolle. Von daher stößt auch der bestens wissenschaftlich gebriefte Politiker auf enorme Widerstände in Bevölkerung und demokratischen Institutionen. Wenn wir den schwarzen Peter an die Politik reichen ist nichts gewonnen. Um eine grundsätzliche Diskussion um die Gewichtung der oben genannten Faktoren, also Datenschutz, individuelle Freiheisrechte und Ökonomie in einer Krise kommt man nicht herum. Ähnliches dürfte auch für den Klimawandel gelten.

    • OK, da sprechen Sie in der Tat einen wichtigen Punkt an. Ich sehe die Politik da zwar durchaus in der Pflicht – dazu geben wir ja Repräsentanten von uns Machtbefugnisse –, aber die Gesellschaft als Ganzes spielt natürlich auch ihre Rolle. Wobei ich gerade die wirtschaftlichen Faktoren hier gar nicht als Hindernis sehe. Auch für die Wirtschaft wäre es günstiger als das Lavieren der letzten Monate gewesen, wenn sich stärker darum bemüht worden wäre, die Fallzahlen nicht aus dem Ruder laufen zu lassen.

      • Sehr geehrter Herr Barto,
        einiges von dem, was sie sagen, ist eigentlich kein wissenschaftlicher Konsens.

        Gerade der Punkt mit der Kreuzimmunität ist sehr umstritten. Von einer kreuzreaktiven T-Zell-Erkennung auf eine Kreuzimmunität zu schließen, ist einfach zu pauschal und einseitig. Eine kreuzreaktive T-Zell-Erkennung sagt recht wenig über die Qualität einer Immunantwort/-reaktion aus. Da ist einfach alles möglich: Kreuzimmunität, gewisser Schutz durch eine schnellere Immunantwort und damit mildere Verläufe, gar keine Vorteile oder schlimmere Verläufe durch die Aktivierung unspezifischer Gedächtniszellen, welche beispielsweise die Entzündungswerte unnötig erhöhen oder einfach mangelhaft ans Antigen binden. Was genau diese kreuzreaktive T-Zell-Erkennung in Bezug auf Covid-19 aussagt, wird im Moment erforscht. Jedoch weist bereits Drosten daraufhin, dass der Verwandtschaftsgrad zu den anderen Betacoronaviren so gering ist, dass eine Kreuzimmunität sehr unwahrscheinlich ist. Eine Gruppe Kieler Forscher hält sogar in einer derzeitigen Studie eine Verschlechterung des Krankheitsverlaufes durch unspezifische Gedächtniszellen für möglich. Ergo: Wir wissen noch nicht, ob diese kreuzreaktive T-Zell-Erkennung einen Vorteil für einen milderen Verlauf oder eine Kreuzimmunität sein können und es gibt durchaus Aspekte, die dagegen sprechen. Sonach müssen wir bei der Berechnung eines Worst Case weiterhin von einer Suszeptibilitätszahl von 1 ausgehen. Diese “2/3” bis zur Herdenimmunität lassen sich auch ganz leicht aus der Basisreproduktionszahl und der Suszeptibilitätszahl errechnen. Wie tief muss die Suszeptibilitätszahl fallen, damit wir eine Nettoreproduktionszahl von unter 1 erreichen? Bei einer Basisreproduktionszahl von 2,2 bräuchte man beispielsweise eine Suszeptibilitätszahl von ca. 0,45, um eine Nettoreproduktionszahl von 0,99 zu erreichen. Also müssten sich bei der Annahme, dass die ursprüngliche Suszeptibilitätszahl zu Beginn der Pandemie bei 1 lag, ca. (1 – 0,45) 55 % der Bevölkerung infizieren, bevor die Pandemie ausläuft. Jedoch kann die Basisreproduktionszahl durchaus auch über 2,2 liegen – vor allem unter der Annahme, dass die neue Mutationvariante aus Großbritannien infektiöser ist. Bei einer Basisreproduktionszahl von 3,0 bis 3,5 müssen sich ca. 2/3 der Bevölkerung infizieren und immun werden, bis eine Herdenimmunität möglich wird.

        Ja, es gibt Personen, die sich infizieren, aber nicht erkranken. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie immun sind oder eine Kreuzimmunität besitzen. Man sollte bei diesen Überlegungen nicht den Manifestationsindex vergessen. Der liegt übrigens bei Covid-19 zwischen 55 und 85 %. Es ist also etwas völlig Normales, dass ein Krankheitserreger – auch bei nicht vorhandener Immunität – nicht jeden erkranken lässt. In diesen symptomlosen Fällen kommt es zu der sogenannten stillen Feiung. Das Immunsystem bekämpft den Erreger so effizient – da es gesund und abwehrstark ist -, dass dieses es schafft, den Erreger rechtzeitig abzutöten, bevor Symptome entstehen können, und das, obwohl noch keine Immunität gegen diesen Erreger besteht. Nach der stillen Feiung besteht natürlich bei ausreichendem Kontakt mit dem Erreger die Möglichkeit, dass sich eine Immunität daraus entwickelt. Also: Manifestationsindex bitte nicht mit Kreuzimmunität verwechseln.

        Ioannidis Metaanalyse kommt übrigens zu einer Infektionssterblichkeitsrate von 0,27 %, was nicht so weit von den Überlegungen Markus Pössels entfernt ist. Dennoch ist diese Metaanalyse sehr umstritten. Es ergibt einfach keinen Sinn, wenn man jeweils die niedrigsten Ergebnisse der verwendeten Studien nimmt, um den Median zu bilden. Was will er damit erreichen? Will er uns den Best Case errechnen? Zudem ist die Metaanalyse von Ioannidis nicht die Einzige, die es für die Infektionssterblichkeitsrate von Covid-19 gibt. Eine weitere weltweite Metaanalyse geht von einer durchschnittlichen Infektionssterblichkeit von 0,68 % aus.

        Ich habe meine eigenen Analysen zur Letalität durchgeführt, die etwas optimistischer sind als die von Markus Pössel:

        http://cocogitare.blogspot.com/2020/10/covid-19-eine-nuchterne-analyse-der.html?m=1

        Dennoch kann ich die Analyse von Markus Pössel sehr gut nachvollziehen und komme zu ähnlichen Ergebnissen und Schlussfolgerungen.

        In einem weiteren Blogeintrag wage ich sogar eine Prognose (Stand 11.12.2020) für die nächsten 120 Tage in Bezug auf die Todesfälle:

        http://cocogitare.blogspot.com/2020/11/die-risikoethik-und-das-hedging-prinzip.html?m=1

        Sollte es jedoch in den nächsten zwei Wochen keine Trendwende in den steigenden Infektionszahlen geben, dann wird es leider zu mehr Todesfällen kommen, als ich vermutet habe. Sollte das passieren, muss ich meine Kritik gegen die Regierung und meine Mitmenschen auch nochmal verschärfen.

      • Eine Anmerkung, die nur am Rande zum Thema gehört. Es ist schon ein starkes Stück, was die Kanzlerin gegen die Fronten in Wirtschaft und Gesellschaft hat durchsetzen müssen. Der Wiederwille und das Misstrauen gegen Bevormundung und Kontrolle durch Politik und Verwaltung ist einfach zu weit verbreitet, zu tief und auch die mangelnde Qualfikation verbunden mit weitreichenden Befugnissen oder Popularität einzelner Personen ist in solch einem Fall allenfalls Öl für das Feuer. Ich möchte Zusammenfassend sagen, dies mal hatten wir Glück mit der Politik, das wir eine wissenschaftlich gebildete Kanzlerin haben.
        Vielleicht sollten wir aus der Pandemie lernen und für die Zukunft zur Prävention gegen ähnlichen Katastrophen Vorbereitungen treffen, ich habe jedenfalls starke Zweifel daran, das wir jedesmal so ein Glück haben werden.
        In anderen Bereichen versuchen wir je nach Umstand mit Netzen, egal ob dezentral oder neuronal, eine mehr sachliche Steuerung, ohne Populismus verstärkt durch Boulevardpresse, etc., hin zu bekommen. Abschließend Vielen Dank für den tollen, anschaulichen Aufsatz.

        • Da gebe ich Ihnen unumwunden Recht. Ich für meinen Teil habe selten so starke Zustimmung zu Frau Merkel empfunden wie 2020 und die Neuwahl macht mir Angst. Nicht auszudenken, wenn im Kreise der Kanzlerin und Ministerpräsidenten niemand die Exponentialfunktion verstanden hätte. Vielleicht sollten nur noch Physikerinnen Bundeskanzlerin werden dürfen – zur Not auch Physiker?

      • Im Kommentarbereich des verlinkten Zeit Artikels hat das jemand vortrefflich auf den Punkt gebracht:

        “Es gibt in Deutschland einen falsch verstandenen Liberalismus, der sich nur auf die Freiheiten, aber nicht auf die damit verbundene Verantwortung des Einzelnen konzentriert.”

    • Um eine grundsätzliche Diskussion um die Gewichtung der oben genannten Faktoren, also Datenschutz, individuelle Freiheisrechte und Ökonomie in einer Krise kommt man nicht herum. Ähnliches dürfte auch für den Klimawandel gelten.

      Ich halte es für falsch, wichtige Grundwerte wie Gesundheit und Datenschutz gegeneinander ausspielen zu wollen. Erlauben Sie mir ein Beispiel aus dem Bildungswesen, wo jetzt allerorten der digitale Unterricht, am liebsten mit Videokonferenzen, gefordert wird. Ich halte dies für einen groben Fehler, stattdessen sollte diese Unterrichtsform gesetzlich unterbunden werden. Dazu einige Ausführungen, die sich bewusst nicht auf die technische Machbarkeit konzentrieren, denn diese wäre mit genügend Geld und einigen Baumaßnahmen ja zu regeln:

      Zunächst einmal ist es in meinen Augen brandgefährlich für Lehrer und Schüler, den Unterricht auf eine Weise stattfinden zu lassen, die jedem Teilnehmer die Möglichkeit gibt, beliebig Aufzeichnungen anzufertigen. Stellen Sie sich mal eine Videokonferenz vor, deren Aufzeichnung in die falschen Hände gerät und möglicherweise hierfür benutzt wird: https://www.heise.de/hintergrund/KI-zieht-Maedchen-aus-4944506.html – nur mal als Beispiel.
      Deshalb sollte auch im Präsenzunterricht an Schulen weiterhin ein striktes Handyverbot gelten (auch, um die Kinder – und Lehrer – vor Mobbing zu schützen). Diese Gesetze und Regeln haben ihren Grund, die wurden ja nicht erlassen, um jemanden zu ärgern.
      Umgekehrt sind auch Lehrer hier massiv bedroht – ein Dummejungenstreich, ein Schüler, der sich für eine schlechte Note rächen will, die Liste möglicher “Täter” ist genauso lang wie die der Möglichkeiten, Aufzeichnungen missbräuchlich zu verwenden. Ich begnüge mich auch hier mit einem von vielen denkbaren Beispielen: Eine Geschichtsstunde zum Thema Holocaust. Ein bisschen geschnitten ergibt die Aufzeichnung dieser Stunde einen astreinen “Beweis” für eine Holocaust-Leugnung durch den Lehrer! Natürlich würde jeder Experte dieses “Fake” sofort erkennen, aber dafür interessiert sich der Mob in den sozialen Netzwerken dann auch nicht mehr (Beleg gefällig? Es reicht ein Blick auf die Corona-Leugner! Im schlimmsten Fall endet der Lehrer wie Herr Paty oder Herr Lübke, je nachdem, was er – angeblich – gesagt hat). Selbst wenn es nicht zu einer Anklage kommt, mindestens der Ruf des Lehrers ist ruiniert.

      Aus diesen Gründen darf der Datenschutz auch in Coronazeiten keinesfalls aufgeweicht werden. Und das ist auch überhaupt nicht nötig. Ich bleibe beim Thema Bildung. Nach allem, was im Herbst gesagt wurde, war der Hauptgrund, die Schulen offen zu lassen, der, dass sonst die Eltern zuhause bleiben und ihre Kinder beaufsichtigen müssten. Wenn das stimmt, dann ist die entscheidende Frage gar nicht, ob Online-Unterricht stattfindet, sondern ob die Kinder zuhause bleiben. Wenn die Infektionslage so schlimm ist, dass man die Schulen schließt, dann wird ja oft sogar der Katastrophenfall ausgerufen – völlig zu Recht, wie die Zahlen in diesem Artikel ja belegen.

      Und da muss man sich fragen: Wenn wir eine so schlimme Katastrophe haben, mit so vielen Toten (schon da oder noch “nur” drohend), kommt es da jetzt wirklich darauf an, irgendwelche Lehrpläne zu erfüllen? Wäre es nicht sinnvoller, bei einer Schulschließung die Lehrer an die Gesundheitsämter abzuordnen zur Nachverfolgung und sich damit abzufinden, dass jetzt eben mal 4-8 Wochen kein Unterricht stattfindet? Die Eltern müssen ja sowieso zuhause sein, für die macht es keinen großen Unterschied mehr. Die Lehrer wären im Gesundheitsamt aber sinnvoller eingesetzt.

      Und die Kinder? Wir haben heutzutage in vielen Fächern sogenannten “fächerübergreifenden Unterricht”, d.h. ein Thema wird in mehreren Fächern aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet. Das ist gut und wichtig, aber nicht so wichtig wie der Datenschutz – wäre es in Zeiten einer weltweiten schweren Naturkatastrophe wie dieser nicht denkbar, diese Inhalte so zusammenzustreichen, dass jedes Thema nur noch in einem Fach durchgenommen wird? Allein damit könnten mehrere Schulwochen im Jahr “gespart” werden.

      Zudem könnten, wie es teilweise ja auch gemacht wird, die Zeiten des Lockdowns für Übungen genutzt werden, d.h. die Kinder bekommen vor dem Lockdown (oder zu Beginn einmalig per Mail) Übungsaufgaben zu bereits bekanntem Stoff – die Zeit, die in den Lehrplänen fürs “Üben und Vertiefen” eingeplant ist, kann so auch im Lockdown genutzt werden, ganz ohne “Live-Unterricht”. Natürlich ersetzt das den Schulunterricht nicht, aber ein paar Schulstunden kann man damit schon “sparen”.

      Schließlich und endlich muss man sich auch fragen, was wichtiger ist – der Datenschutz oder einmal im Jahr, noch dazu in Pandemiezeiten, in Urlaub zu fahren (zumal, wenn die meisten Eltern ihren Urlaub sowieso schon aufgebraucht haben, um während des Lockdowns ihre Kinder zu beaufsichtigen)? Es wäre möglich, 2-3 Wochen aus den langen Sommerferien heraus zu nehmen und für Unterricht zu nutzen in einer Jahreszeit, wo man leichter lüften, in den Schulhof gehen oder sich sonstwie vor Corona schützen kann.

      Das sind nur drei Möglichkeiten, wie man den Datenschutz im Bildungsbereich trotz Corona-Lockdowns aufrecht erhalten könnte. Hochbezahlte Fachleute in den Bildungsministerien könnten sicher noch viele weitere finden. Stattdessen wird von allen Seiten gegen den Datenschutz geschossen, aber die Mauern, die wir jetzt einreißen, werden wir danach nur sehr schwer wieder aufbauen können – mit allem Schaden, den das mit sich bringt (beispielsweise, dass der Unterricht ohne Datenschutz nie wieder ein Schutzraum sein kann, der auf gegenseitigem Vertrauen basiert – etwas, was für Kinder, die zuhause Probleme haben, ganz wichtig ist, siehe z.B. hier: https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/ulm/corona-gewalt-gegen-kinder-100.html).

      Deshalb ist in meinen Augen die Formulierung “gesamtpolitisches Armutszeugnis” schon richtig, denn das einseitige Starren der Politik (gut, und auch der Öffentlichkeit, aber die Politik trifft ja die Entscheidungen) auf immer nur einen Aspekt (erst die Sterberate, dann die Bewegungsfreiheit, dann die Kosten, nun wieder die Infektionsrate), wie beim Kaninchen und der Schlange, verhindert leider recht effektiv eine Lösung des Problems. Die im Artikel angesprochene hohe Verantwortung der Politiker mag dafür ein Grund sein – eine Entschuldigung ist sie aber nicht.

      Zudem erinnere ich daran, dass andere, weitaus weniger bedeutende Grenzen als die des Datenschutzes, ja auch in Coronazeiten rigoros eingehalten werden. Erneut ein Beispiel aus dem Schulbereich: Viele Schulen sind heute noch nicht ans schnelle Internet angeschlossen, Videokonferenzen mit geteilten Klassen sind somit technisch oft unmöglich. Gelder für die nötige Baumaßnahme wären aber da (allein im November wurden 10 Milliarden Euro an Schulden zur Wirtschaftshilfe aufgenommen, da wird doch wohl Geld für ein paar Meter Kabel da sein?). Allerdings müssen solche öffentlichen Bauaufträge ordentlich europaweit ausgeschrieben werden, es gibt ein Bewerbungsverfahren, gegen das vielleicht sogar noch Anwohner oder unterlegene Bewerber gerichtlich vorgehen können und und und. So dauert es Jahre, bis die Leitung gelegt ist – bis dahin ist Corona vorbei.

      Niemand, weder im Bund noch in den Ländern (auch nicht in Brüssel), zeigt auch nur die geringste Neigung, diese Regeln in Pandemiezeiten aufzuweichen. Aber der Datenschutz soll fallen? Wenn Sie wirklich über die Gewichtung von Regeln und Grenzen reden wollen, sollten wir erstmal hier anfangen und nicht beim Datenschutz.

    • Hallo Ralph,
      Ich sehe das wie sie. Wir als Bevölkerung waren gleichzeitig zu arrogant und verharrend in unserer Lebensweise um sie zu ändern und mussten sie dann wegen dieser Sturrheit stärker einschränken als Menschen in Australien oder Hong-Kong. Die Politik hat sich auch wegen der großen Proteste teilweise gegen banale Maßnahmen nicht getraut die wirksamsten Instrumente auf Kosten gewisser Freiheiten einzusetzen.

  4. Nu grau ist alle Theorie und grün des Lebens Baum. Wie würden Ihre Berechnungen für Schweden aussehen und wie passt das Ergebnis im Vergleich mit den tatsächlichen Zahlen? Denn in Schweden gibt des den “Worst Case” (kein Lockdown und keine Maskenpflicht).

    Guten Rutsch
    Rudi Knoth

    • Wie im Haupttext eigentlich auch recht deutlich geschrieben: Der Worst Case ist, wenn sich das Virus ungehindert durch die gesamte Bevölkerung ausbreiten kann. Das ist in Schweden mit den öffentlichen Aufrufen zu sozialer Distanzierung, einer Teststrategie, Quarantäneanordnungen für Infizierte, den (wenn auch nur begrenzt wirksamen) Regeln für Altenheimen, später den Begrenzungen für Großveranstaltungen ja nun nicht gerade der Fall. Jüngst hat Schweden ja aufgrund der schlechten Zahlen, gerade auch im Vergleich zu seinen Nachbarländern Norwegen und Finnland, gerade noch einmal mit Maßnahen nachgezogen.

    • @Rudi Knoth: Bessere Beispiele für “Worst Case” als Schweden wären Tansania und Belarus. In beiden Staaten eine Regierung, die “leugnet”, eine Bevölkerung, die offiziell zu nichts aufgefordert wird, und drum Berge von Toten . . . oder etwa nicht? Wenn das nicht überzeugt, könnte man auch Nicaragua anführen.

      Island, mit den besten Daten der Welt, hat IFR = 0,5%, Maßnahmen etwa wie Schweden, und, was ich besonders erfreulich finde: Es gibt offiziell Gesundete, die von so etwas wie Maskengeboten ausgenommen sind.

      Bei uns gibt es nach wie vor nur “Kranke, Krankheitsverdächtige, Ansteckungsverdächtige und Ausscheider”, die ganze Republik ist ein Seuchenort, und sogar für geimpfte Personen lehnt man “Sonderrechte” (= grundlegende Bürgerrechte nach GG) ab. Das haben wir Ihnen und Ihresgleichen zu verdanken, Herr @Markus Poessel.

      By the way: Das unautorisierte Traktat des Herrn Kohn aus dem BMI wurde entrüstet zurückgewiesen – aber eine offizielle interdisziplinäre Risikoabschätzung, die es widerlegen würde, wurde auch nach einem halben Jahr nicht veröffentlicht. Wäre das nicht ein lohnendes Tätigkeitsfeld für Sie als Physiker, Herr @Markus Poessel?

  5. “So gut wie alles, was uns an Todesfällen bei Unglücken beeindruckt, beängstigt und zu Gegenmaßnahmen bewegt, betrifft deutlich kleinere Größenordnungen.”

    Das ist der entscheidende Satz.

    Josef Stalin hat das so ausgedrückt : “Ein Toter ist eine menschliche Katastrophe, Millionen Tote sind nur noch Statistik”.

    Es geht also auch um die Psychologie des Geschehens. Im Augenblick ist Corona noch im Focus der Öffentlichkeit. Das wird sich ändern. Die Asiaten leben seit Jahrzehnten mit der Maske, allerdings wegen der Luftverschmutzung, nur als Beispiel.

    Ein gesundes Neues Jahr.

    • Ganz sicher spielen psychologische Effekte dieser Art eine wichtige Rolle. Letztlich dürfte das auch der Unterschied von Politik aus dem Bauch heraus sein und Politik, die sich eine Strategie überlegt.

      • Ja, es gab keine strategische Politik, sondern nur reaktive politische Entscheidungen. Anstatt schon MItte Februar 2020 große Mengen FFP2 Masken zu ordern, was wir für unsere Pflegeheime taten, denn die Warnzeichen waren für alle, die aufpassten, zu sehen, verschlief dies die Politik. Wachte Ende März auf und sagte: Oh, es gibt keine Masken. ..
        Und da ich in Japan gelebt habe, möchte ich hier anmerken: Masken werden in den asiatischen Ländern nicht wegen der Luftverschmutzung getragen, sondern weil schon die Großmütter darauf bestanden, dass ihre Enkel sich vor Infektionen schützen. Und deswegen sind alle asiatischen Staaten so wenig von SarsCov2 betroffen.

  6. Zitat:

    In einem kürzlich in der ZEIT erschienenen Artikel stellt Jakob Simmank eine interessante These auf: Dass die politische Antwort auf die Pandemie zu sehr im Klein-klein steckengeblieben ist und das große Problem, die Pandemie selbst, dabei in entscheidender Weise aus den Augen verloren hat.

    Ja. Aber nicht nur die Pandemie verschwand aus dem Blickfeld, auch die Optionen wie man mit dauernd niedrigen, tendenziell sogar sinkenden Fallzahlen leben und arbeiten könnte verschwanden aus dem Blick oder eine solche Option/Vision wurde gar nie in der Öffentlichkeit inklusive Medien diskutiert und erörtert. Und es fehlte auch das Instrumentarium um Infektionsketten lückenlos zurück verfolgen zu können und Ausbrüche einzudämmen. Bei den Tracing-Apps hatte nicht etwa die Rückverfolgbarkeit die höchste Priorität, sondern die Wahrung der Privatsphäre – als ob Krankheit und Tod nur Sache des Einzelnen und nicht auch der Gesellschaft wären.

    In ganz Westeuropa und den USA orientierte man sich schon bald nicht mehr an einem Ziel von möglichst tiefen oder gar sinkenden Fallzahlen sondern man orientierte sich vielmehr nach oben – nach der maximalen Kapazität des Gesundheitswesens, nach der Zahl der vorhandenen Intensivbetten. Und mit solch einem Ziel kann man ziemlich sicher sein, dass man es auch irgendwann erreicht und das sogar viel früher als man es sich wünschen kann.

  7. Herr Pösel,
    vielen Dank für die detaillierte Darstellung des Corona Worst-Case Szenarios.

    Ich möchte Ihre Aussage nicht relativieren, aber mich interessiert die durch Corona verursachte Übersterblichkeit. Welcher Anteil der potenziellen Corona-Opfer wäre auch ohne Corona Pandemie unter Zugrundelegung der ‘normalen’ Sterbestatistiken in 2020 verstorben?

    Ein gesundes Neues Jahr!

    • Ich denke, dass man ihre Frage nicht beantworten kann, da hier keine seriösen aussagen möglich sind. Die Übersterblichkeit im Vergleich mit 2019 gibt wohl den besten Einblick, wie schlimm sich der Virus auswirkt.

    • Guten Tag Herr Wil,
      warum möchten Sie die Übersterblichkeit wissen?
      (Abschätzung nach oben: offen) In diesem Artikel geht es ja um das Worst-Case-Szenario. Daher wäre in diesem Zusammenhang eine Sterblichkeit zu ermitteln, die neben Covid-19 als direkten Sterbensgrund alle bisher bekannten Sterbensgründe einbezieht. Dabei kann man weder die Differenz von Covid-19-Toten und zu erwartenden Toten ohne SARS-CoV-2-Virus (Übersterblichkeit) als Anhaltspunkt nehmen noch die von Herrn Pösel dargestellten Zahlen der Covis-19-Toten um die normale Sterblichkeit ergänzen: Im Worst-Case-Szenario (wie Herr Pösel es auch schrieb) bindet Covid-19 Ressourcen, die normalerweise vor dem Sterben durch andere Erkrankungen schützen, wodurch es auch bei diesen Erkrankungen zu einer erhöhten Todesrate kommt.
      (untere Abschätzung: unter bisheriger Sterblichkeit) Umgekehrt verhindern die Maßnahmen gegen die Ausbreitung von SARS-CoV-2 bzw. für die Reduzierung der Ausbreitung auch Tote durch andere Sterbensgründe. In 2020 sind beispielsweise weniger Menschen durch Influenzaviren infiziert worden und daher wahrscheinlich auch weniger gestorben sein. Die Zahl der Verkehrstoten wird durch die Reduzierung der Mobilität verringert sein usw. Dies bedeutet, die Vergleichsgröße, mit der man die Sterbensdifferenz bestimmen könnte, liegt unter der durchschnittlichen Anzahl an Toten aus der vergangenen Jahren und ist selbst unbekannt. Es ist dadurch nicht sinnvoll, die Übersterblichkeit als Maß für die Wirkung oder Effizienz der Maßnahmen zu betrachten.

    • Die Frage der Übersterblichkeit wird man vermutlich Ende Januar/Anfang Februar beantworten können. Aktuell fehlen noch die Daten für Dezember, dann kann man auch die Jahreszahlen berechnen. Ich würde mal vorsichtig schätzen, dass sie so bei 8–10% liegen wird. Für 2021 wird es vermutlich ähnlich aussehen, weil wir bei der aktuellen Entwicklung mindestens bis März/April noch mit erhöhten Todeszahlen rechnen müssen.
      (Die Frage nach dem “Anteil der potenziellen Corona-Opfer” ist hingegen etwas irritierend, denn die Corona-Opfer, auch die potenziellen, hätte se ja ohne Corona-Pandemie gar nicht gegeben. Oder ist das einfach nochmal dieselbe Frage gewesen?)

    • Steht doch im Artikel:
      Zitat: “Perspektive: Todesfälle
      Zur Einordnung: In Deutschland sind 2019 rund 940.000 Menschen verstorben.
      … zwischen 30% und mehr als 100% der gesamten (!) Todesfälle eines Jahres in Deutschland.

    • In Sachsen mit der bundesweit höchsten Inzidenz wurde bereits über den November insgesamt eine Übersterblichkeit von annähernd 40 Prozent verzeichnet. Wobei die Kurve deutlich nach oben geht. Sicherlich werden es im Dezember noch weit mehr sein. Einzelne Standesämter berichten ja bereits von der doppelten Anzahl von Todesfällen im Vergleich zu anderen Jahren. Das Bundesamt selbst weist darauf hin, dass auch ein gestiegener Anteil von Menschen über 80 zu verzeichnen ist. Allerdings ist dieser Anteil kontinuierlich gestiegen, nicht innerhalb eines Monats so exorbitant wie die Anzahl der Todesfälle. https://www.destatis.de/DE/Themen/Querschnitt/Corona/Gesellschaft/bevoelkerung-sterbefaelle.html

    • Leider ist es gar nicht so einfach oder vielleicht sogar unmöglich, Ihre Frage sinnvoll zu beantworten. Durch die Lockdowns, die AHA-Regeln, das Home-Office und die reduzierte Mobilität gibt es viele Effekte, die einer Übersterblichkeit entgegenwirken. Auch die Temperaturen (v.a. Hitzewellen im Sommer) haben einen deutlichen Effekt auf die Sterblichkeit.
      Und es gibt auch keine “normalen” Sterbestatistiken, denn jedes Jahr ist anders. Wenn in einem Jahr viele Menschen gestorben sind, weil sie gesundheitlich angegriffen waren und es in diesem Jahr im Vergleich zu den Vorjahren z.B. relativ hohe Temperaturen im Sommer gab, dann werden diese Menschen im folgenden Jahr nicht sterben, so dass sich die Sterblichkeiten über die Jahre stärker unterscheiden können.
      Mehr Informationen können Sie z.B. hier finden:
      https://www.destatis.de/DE/Themen/Querschnitt/Corona/Gesellschaft/bevoelkerung-sterbefaelle.html
      Da sehen Sie auch, dass es v.a. um KW 15 und ab KW 40 in 2020 eine Übersterblichkeit wg. Covid-19 zu geben scheint.
      Wie viele Menschen davon auch ohne die Pandemie gestorben wären, ist völlig unmöglich in einer unangreifbaren Weise zu beantworten, weil es früher noch nie ein Jahr wie 2020 gab. Dass es spürbar weniger gewesen wären, lässt sich allerdings sicher sagen.

    • Hallo,
      Nur ein kleiner Beitrag dazu, der zwar die Frage nicht beantwortet, aber vielleicht eine Idee gibt:

      In Sachsen war Corona in den letzten Novemberwochen die häufigste Todesursache. Wenn nun für Gesamtdeutschland davon ausgegangen wird, dass dies gilt, sterben mehr als 300.000 Personen daran (mindestens). Das wäre grob überschlagen eine Übersterblichkeit von mehr als einem Drittel, und das obwohl ja viele Maßnahmen schon umgesetzt wurden, um die Sterblichkeit zu begrenzen.

      Auch bei den Gesamttodeszahlen gilt: Laut Statistik sterben circa 2000 Personen am Tag. Wenn mit Todeszahlen von teils über 1000 durch oder mit Corona gerechnet wird, sagen wir im Schnitt mit 600, stellt das eine Übersterblichkeit von über 25 % dar. Also ja, es gibt diese Übersterblichkeit.

      Mir sind keine aktuellen Daten bekannt, wie viele der Opfer auch ohne das Virus bald gestorben wären und somit nicht unter “Übersterlichkeit” fallen. Aber meiner Meinung nach geht es darum nicht: Jeder Tag, an dem gelebt wird, ist ein Erfolg, und jeder Tag, der nicht gelebt wird, ein Verlust.

      Mit freundlichen Grüßen

  8. Hm, die Datenlage und Nachvollziehung derselben gelingt gerade sowieso nicht, weshalb es von einem Wahn zeugt, daraus wider besseren Wissens Schlüsse ziehen zu wollen.
    Das mündet in seltsamen Deutungen und sogar in ideologisch übererfüllenden oder taktischen Maßnahmen-Szenarien und anderen Aussagen über eine solche Seuche.

    Ich bin mehr der Meinung, das man die Dramatik einer Seuche daran bemessen sollte, wieviele Menschen versterben – gemessen an der Statistik der insgesamt durchschnittlich Gestorbenen/Verunglückten einer Region in der Vergangenheit ohne die gegenwärtige Seuchen-Problematik.

    Und wenn sie, wie am Anfang ihres Beitrages von “Vermeiden” reden, meinen sie wohl Vermeicden durch mutmaßlich wirksame Maßnahmen (Isolation, Abstand und Schutzkleidung). Aber in mir ploppte sofort auf, das man doch die Seuche selbst vermeiden sollte. Anstatt dessen Auswirkungen nur immer mäßig erfolgreich einzudämmen versuchen – wo man doch kaum genaues Wissen über die Ansteckung weiß. Denn die Tröpfchenansteckung ist für meine Begriffe nur eine Möglichkeit der Ansteckung – und zudem auch noch eine eher weniger wahrscheinliche oder normale Ansteckungsvariante.

    Über Prävention wird ja viel und ausgiebig populiert. Aber das funktioniert wohl fast nie zu annähernd 100 %. Oder man versuchte es im Falle der gegenwärtigen Seuche eh nie wirklich engagiert – also nachlässig.

    Wenn man die Warnungen vor der Seuche als Zeichen einer tiefenpsychologischen Sehnsucht danach ansieht, wie es mit allen anderen Apokalypse-Warnungen auch sei, dann ergibt es zwangsläufig die erkenntnis, das man die Seuche nie verhindern wollte. Sie im Gegenteil ogar herbei-ersehnte. Mit einer solchen Seuche sind nämlich dunkle, aber zweckdienliche Verheissungen verbunden, die einem durchaus in den Kram passen könnten.

    Ich erinnere daran, das man zuweilen heute sagte, wie gut damals nach den mittelalterlichen Pestepidemien die zivilisatorische Entwicklung doch gelaufen sei: Es habe Vorteile, wenn zig Prozent der Gesamtbevölkerung wegsterben.

    Es könnte abe rauch einfach nur dieser Jungsche oder Freudsche “Todestrieb” sein, der tiefenpsychologisch existiert und je nach Lebenssituation sich unterschiedlich auswirkt und sichtbar wird.

    Dieses historische “Heldentum” ist dafür ein fantastisches Indiz. Oder so manche Dorgensucht oder andere slebstzerstörerische Verhaltensweisen, die in Extreme münden, wäre auch eine Art Beweis.

    Verausgabungstendenzen, wobei zwanghaft alles einem Ziel untergeordnet wird, führen ebenso oft in selbstzerstörerische Verhaltensweisen und zum Tod durch Fehler unter der Last der Zwangshandlung… nur am Rande erwähnt.

    Mithin wäre also auch solche kulturell bedingten (Leistungsgesellschaft und so) Verhaltensextreme ein Ersatz für die evolotionäre Selektion, die durch kulturelle Imperative neu erzeugt wird. Man kann sogar meinen, das dieses plötzlich ertönende Lob für Pflegepersonal in den Kliniken genau eine solchen Hintergrund hat: Weil die Seuche angeblich gefährlich sei, muß man den Menschen ein Floh ins Ohr/Hirn setzen, der nach dem Prinzip “nudging” möglichst verhindert, das sich Pflegekräfte von ihrer Arbeitstelle verabschieden (Krankmachen), weil das eben Gefahr für sie bedeuten würde – nach der üblichen Theorie.
    Weil aber dieser Todestrieb existiert, deswegen funktioniert dieses Nudging auch so gut. Ebenso, wie es funktioniert, einen Extremsportler motivierend dazu zu verhelfen, das er sich noch mehr in Gefahren begibt. Den Heldentrieb zu triggern. Antike Mythen funktionieren auch so. Ganz zu schweigen von den vielen Militär-Gesängen, die immer von Liebe, die zurückgelassen wird, von Ehre und von Pflicht reden, und dabei nur den Kriegsgang verharmlosen wollen, damit keiner auf die Idee käme, sich gegen den Kriegsdienst zu verweigern.

    Es kann uns immer alle Gefahr relativ bewusst sein, aber dieses Triggern funktioniert eben trotzdem.

    Ausserdem halte ich Italien auf keinen Fall als für eine Baseline für den Worst-Case repräsentative Region. Italien ist in Sachen solcher Seuchen ein Sonderfall. Das zu verstehen muß man sich der historischen Verwicklung mit der Katholischen Kirche bewusst werden.

    Ebenso würden sie wohl auch argumentieren, das man in Ostasien einfach besser mit der Seuche umgeht und sich also an den Maßnahmen dort ausrichten sollte. Aber auch in Asien, wo man die niedrigsten Fälle weltweit kennt, haben akut-Maßnahmen wohl wenig mit der Situation zu tun. Es ist ein anderer Grund dafür verantwortlich, wieso dort viel weniger Menschen an der Seuche sterben, als im Rest der Welt.

    Sie wissen doch auch, das man, wenn man Daten auswerten will, zuerst den Maximalwert und dann den Minimalwert wegstreicht und dann mit der Auswertung beginnt, oder? Sie wissen schon: Extreme sind wenig dazu zu gebrauchen, gesamtgesellschaftliche Mechanismen angesichts Katastrophen zu erforschen. Es können und werden immer Sonderfälle der Grund sein, wieso es ein Extremwert sei.

    Auch Frankreich eignete sich; so als demonstrativ sekuläres Land; nicht wirklich für eine solche Baseline/Datengrundlage-Vergleich. Denn Frankreich ist eines der Länder, indem, wie in Spanien, der institutionalisierte Katholizismus schon 1500 Jahre praktiziert wird. Wenn sie also sichere Messwete wollen, die wenig von Begleitumständen verfälscht werden, sollten sie dorthin gehen, wo die “zivilisation” möglichst ursprünglich und geringst von Massen-Ideologien verschont blieb. Etwa zu Urvölkern oder tatsächlich isolierte Völker, die es ja wohl noch geben soll. Wobei es natürlich ein problem gibt: Wenn die Theorie der Ansteckung stimmt, dann würde man sie ja erst durch diese Forschung in Gefahr bringen – weil der Kontakt eben notwendig ist, um die Daten zu erheben.

    Naja, sie aber … und alle anderen auch… gehen sowieso statistisch “neutral” vor und schränken nichts ein, was die Zusammehänge angeht, wieso manche Regionen eben mehr betroffen sind, als andere Regionen.
    Und nehmen dazu auch noch – meiner Meinung nach – eine nicht hilfreiche Ansteckungs-Variante zur Ausgangbedingung der Akutmaßnahmen, welche an der primären Ansteckungssystematik wohl vorbeigeht.
    Aber da auch Tröpfchenansteckung möglich ist, muß man wenigstens/mindestens (auch) darauf reagieren. Deswegen haben wir Maskenpflicht und Qarantäne-Strategien.

    • Ihr Text hier scheint mir ein Beispiel für eine typische Art von irrationalen Umgang mit dem Thema (und anderen Themen) zu sein – viel Polemik und steile Behauptungen, eine wie mit Eimern undifferenziert ausgeschüttete Vielzahl von Teilaspekten und Komplikationen. Wenn man damit bei dem gewünschten Allgemeingefühl von eigentlich-ist-doch-alles-irgendwie-unsicher angekommen ist, kommt der zweite Teil von bait-and-switch und diejenigen, die so vorgehen, landen in den meisten Fällen, welch ein Zufall, bei dem, was ihren bequemen Vorurteilen entspricht.

      Was ich hier gemacht habe ist letztlich eine grundlegende Wissenschaftstechnik: Zuerst grob in erster Ordnung mit einigermaßen realistischen Annahmen und unter Berücksichtigung geeigneter Varianz abschätzen, wie die Größenordnungen sind. Wenn auf diese Weise in Gefahrsituationen beunruhigende Zahlen herauskommen, ist das ein Alarmsignal, und rationaler Umgang mit dem Thema besteht darin, solche Alarmsignale ernstzunehmen.

      • Guten Tag. Wir haben ja mit Hr Pössel einen TOP Wissenschaft-ler aus unsrem Land. Was ich vor u nach Covid-19 in Berlin erlebte: es gibt zig Ärzte, die sich wunderten daß ich landeseigene Kliniken überlebte. Hier in dieser Rubrik gibt es Irrationale im Sinne des Wortes, Hr Pössel, und gnadenlose Heim – Akademiker die zuhause nicht wissen wie den Lockdown überstehen, in einer menschenunwürdigen eine Nazi – triage verteidigen. Ich hatte echt Glück, daß ich dann mit unerschöpflicher Anstrengung dann doch auf die Abt des Drosten kam. Die lebendig erreichte.
        Fakt ist aber auch, daß ausser vielleicht in HH oder Münster keine Uni Klinik von Post – Covid-19 – Erkrankungen wissen.
        In der Hauptstadt werden Sie keinen Arzt finden, der davon eine Ahnung hat.
        Das ist Folge der CDU – Unbarmherzigkeit, von polit. ideol. DUMMHEIT. 50000 mal weniger Rente zahlen, dem AW-Heil ist das recht so. Und was in unserer Hauptstadt zur Euthanasie für Schwerstkranke laut ausgesprochen wird zb durch die Senatorin für Gesundheit blabla das klebten die Fanatiker, meist Ärzte und Beamte waren das , der Aktion T4 an die Litfaßsäulen. Vor 80 Jahren. Diese Sicht hat mit dieser aktuellen Pandemie wieder erstaunlich Land bekommen.
        Der Wirtschaft alles untertan machen, da hält sich (er wird wissen wieso) Hr Merz erstaunlich raus, aber von Laschet oder aus BW ist da nix anderes zu erwarten, auch nicht unmittelbar vor Weihnachten. Es ist unglaublich, und die Regierungserklärung der Merkel, ich glaube im April letzten Jahres zu Covid-19, das dürfen sie alle in die Tonne treten. Mit diesem Versager Spahn ohnehin.
        Es war mir wichtig nicht aus dem Denkerstuhl, sondern aus der Realität zu schreiben.
        Danke fürs Lesen.

      • Typisch ist ihre Reaktion auf Komplexität und Offenlegung von Zusammenhängen, die unerwünscht sind.

        Ich bin keineswegs gegen die Maßnahmen, die inzwischen auferegt sind. Das ist notwendige Folgereaktion auf die Bedrohung. Wenn man auch nur 10 % der Seuchenfolgen durch solche Maßnahmen eindämmen kann, dann sind sie gerechtfertigt.

        Das aber bringt mich nicht davon ab, meine eigenen Deutungen der Seuche hier (und anderswo) zum Besten zu geben.

        Sie aber reagieren affektiv und ohne Argument. Nur mit Rechtfertigungen ala “wissenschaflich grundlegend und korrekt”, was natürlich nur di ehalbe Miete ist. Man kann die größte, schönste der brutalste Fantasie auch (bis zu einem gewissem Grad) wissenschaftlich korrekt nachvolziehen. Wenn aber schon die Eingangstheorie nicht hinreichend wirklichkeitsgetreu ist, dann werden alle Auswertungen der gemessenen Zahlken kein hilfreiches Ergebnis bringen, auf das man auch nur irgendwas hilfreiches setzen könnte.

        Und wenn sie eine populationsweite Kontamination mit Metallionen als moderne Grundlage der Gesellschaften annehmen, dann haben sie natürlich recht, wenn sie Italien als Vergleichsbeispiel hernehmen und von da aus den Worstcase berechnen.
        Und eine gewisse Realität ist diese Kontamination natürlich ebenfalls.

        Aber meine Ausführungen gehen eben davon aus, das man genau an dieser Schraube drehen und eine andere Auzsgangslage hätte erreichen können, um etwa diese Seuche zu verhndern.

        Ausserdem ist die Methode, den jeweils extremsten Wert einer Statistik zu streichen, gute, alte und gerechtfertigte Strategie in der Wissenschaft.

        Nur, das man dann kaum mehr beeindruckende Zahlen vorweisen kann, sondern nur noch unbewegende ergebnisse erhält. Es fehlt der Iventfaktor, wenn man nicht tausende Tote zur Grundlage seiner Unterhaltungs-Werke vorweisst.

        Die Extremwerte sind deswegen aber nicht weniger interessant. Ganz im Gegenteil: Die sind Schlüssel zur tatsächlichen Erkenntnis, wieso eine Seuche mehr oder weniger Schaden anrichtet oder gar, wieso eiune Seuche überhaupt ausbricht.

      • Inhaltlich und formal finde ich Ihren Artikel, ebenso wie die Antworten auf die Kommentare vorbildlich. Ebenso die Tatsdache, dass Sie die Kommentare hier so fleißig abarbeiten. Auch wenn es sich im Falle der demogogischen Textwüste ein bisschen wie Zeitverschwendung anfühlt.

        Schade, dass Ihr Artikel nicht schon vor 6 Monaten medienübergreifend erschienen ist. Die Forderung, Covid-19 ernst zu nehmen, und die Pandemie durch strikte, aber zeitlich begrenzte Shutdowns und großzügige Tests einzudämmen statt nur zu verzögern gibt es ja bereits von Anfang an, wurden aber kaum in der breiten Öffentlichkeit oder den Massenmedien diskutiert.
        Eventuell auch, weil Wissenschaftler – vermutlich auch weil sie sich von rechten Spinnern einschüchtern lassen – gerne wie beim Klimawandel auch selbst bei Worst-Case-Szenarien oft von positivsten Verläufen ausgehen (Sie haben ja auch mit längeren Verdopplungszyklen gerechnet, der geringsten auffindbaren Lethalität u.s.w.), während die rechten Spinner einfach so lange selbsterträumte Horrorszenarien wiederholen bis sie jemand glaubt.
        Wie z.B. die angeblichen Toten durch CO²-Rückstau unter Masken, die aber vor Corona weder in Asien, wo viele Masken allein wegen der Feinstaubbelastung tragen, noch bei Chirurgen, die oft stundenlang mit Masken komplexe Operationen durchführen jemals aufgetreten sind.

        Verbindet man das mit einer menschlichen Risikowahrnehmung die sich vor Terrorismus, Haien und Flugzeugabstürzen fürchtet aber unbekümmert raucht, literweise Softdrinks schluckt und während einer Pandemie Massenparties veranstaltet, und es ist gar nicht mehr so merkwürdig, dass viele Leute Masken verweigern, SUV fahren und kiloweise Billigfleisch in sich hineinstopfen.

        Vielleicht müssen sich Wissenschaftler und Linke doch eine Scheibe von rechter Propaganda und Konzern-PR abschneiden?

    • Sie – demolog – formulieren in ihrem interessanten Beitrag:
      “Ich bin mehr der Meinung, das man die Dramatik einer Seuche daran bemessen sollte, wie viele Menschen sterben.”
      Dieser Meinung bin ich so pauschal nicht:
      Es muss das Altersspektrum der “an Corona” Verstorbenen betrachtet werden. Ich meine gelesen zu haben, dass in Deutschland über 20`000 Menschen über achtzig Jahre “an Corona” gestorben sind – sechstausend ab 60 Jahre und sehr wenige , die jünger als 60 Jahre sind.
      Menschen in hohem Alter stehen vor dem Tod – das ist der Lauf des Lebens.

      Ich finde es daher falsch, dass mit höchster Priorität solche Menschen geimpft werden. Aus meiner Sicht müssen mit höchster Priorität all die Menschen geimpft werden, die tagtäglich mit Coronakranken in Kontakt kommen: Pflegepersonal, Ärzte – und – ?.
      Es reicht nicht, diese Menschen als “Helden” zu feiern, zu klatschen; auch nicht mehr Geld für sie zu fordern: SIE MÜSSEN GESCHÜTZT WERDEN – “subito!”

      Ich werde dieses Jahr 84 Jahre alt und kann mit dem Impfen zuwarten bis meine – jüngere – Lebenspartnerin die Möglichkeit dazu auch hat. Wenn wir uns impfen lassen – am ehesten mit dem Impfstoff von AstraZeneca.

      • Ich bin ein “Jungspund” von 71 Jahren. Sie sprechen mir voll aus der Seele.

        Vielen Dank und bleiben Sie mit Ihrer Lebenspartnerin noch sehr lange gesund und fit.

      • Interessante Weltsicht. Ich bin alt genug und darf sterben – so weit komme ich mit. Andere sollen daher auch nicht weiter leben dürfen, egal wie fit/gesellschaftlich aktiv/integriert? Ah ja. Und ab welchem Alter ziehen Sie so die Grenze, ab der man noch leben darf? Für das sich Einschränkungen in Kauf zu nehmen lohnt?
        Und wenn der Worst Case erreicht ist – Überlastung der Intensivstationen – sind Ihnen dann die 0,2% der 40-49-jährigen (D: 20000), und die 0,6% der 50-59-jährigen (D: 78000) auch ganz Recht, die dann mit Ihnen gemeinsam in die ewigen Jagdgründe gehen? Hauptsache, schön war’s? Sind ja eh “nur Zahlen”?
        Danke, da mache ich mir den gesellschaftlichen Zusammenhalt lieber selber und verzichte auf solche “Hilfen”. Wann man selbst in Gras beißt, darf man sicher bestimmen. Für andere über die potentielle Lebensdauer mitbestimmen zu wollen, ist eine Nummer zu groß, und definitiv mehr, als Maskenpflicht, geschlossene Läden und andere “Zumutungen” ausmachen. Überhaupt zeigt das nur, dass man diese Kommentarspalten im Internet einfach nicht ernst nehmen sollte, wenn man geistig gesund bleiben will.

      • Es stimmt, dass bei älteren Menschen durch einen Corona-Tod jetzt weniger Rest-Leben verloren geht als bei Jüngeren. Dafür ist bei Älteren aber auch die Quote schwerer Erkrankungen und von Todesfällen deutlich höher.

        Dass das Personal in Medizin und Pflege vorrangig geimpft werden soll, ist unstrittig. Ansonsten kommt es m. E. vor Allem auch darauf an, das Gesundheitswesen zu entlasten, damit möglichst bald auch andere Krankheiten wieder rechtzeitig behandelt werden können und das Personal wieder mal durchatmen kann, denn die arbeiten schon zu lange am Limit (bzw. nach den sonst in D üblichen Maßstäben schon weit darüber). Und das erreicht man am effizientesten, wenn man die Personen mit einem hohen Risiko für schwere Verläufe vorrangig impft. Und das sind nun mal die Älteren und die mit relevanten Vorerkrankungen.

      • All diese alten Menschen, die ohnehin, wie Sie schreiben, vor dem Tod stehen, mit sehr hoher Priorität zu impfen, hat aber dennoch einen enormen Vorteil – auch für diejenigen, denen Sie die Priorität alternativ zuordnen wollen:
        Alte Menschen, die bei so einer Argumentation durch Corona gewissermaßen “nur etwas früher” sterben (was angesichts erkennbarer Übersterblichkeit bereits zu bezweifeln wäre), belegen dennoch im Rahmen dieses Vorganges für eine Weile Intensivbetten; dies umso mehr, wenn mit höherem Alter schwererwiegende Verläufe häufiger auftreten. Wenn sie also dank Impfung weniger anfällig (und hoffentlich auch weniger ansteckend) sind, steht durch Impfung einer verhältnismäßig kleinen Gruppe relativ rasch eine deutlich höhere Intensivkapazität zur Verfügung – und weniger Pflegepersonal, Ärzte etc. haben Gelegenheit, sich an diesen zu infizieren.
        Wenn hierbei letztlich der Infektionsschauplatz Alten- und Pflegeheim ausgeräumt ist (sowie wohl ebenfalls die rüstigen Alten außerhalb jeglicher Heime), ergibt sich zudem ein viel besserer Blick darauf, wie die Ansteckungsvorgänge in der übrigen Bevölkerung ablaufen, denn jene stark zur Statistik beitragenden dürften weder viel im Baumarkt gekauft, im Fußballstadion gejubelt, noch auf Techno-Parties getanzt haben.
        Dass gerade medizinisches und Pflegepersonal u.Ä. ebenfalls höchst zu priorisieren ist, steht dessen ungeachtet natürlich außer Frage.

      • Ein respektabler Blickwinkel – Chapeau!
        Ich bin unsicher, ob ich nicht ängstlicher und vor allem egoistischer wäre in Ihrem Alter. Aber nach meinem Verständnis folgt aus unserem Grundgesetz die Gleichwertigkeit aller Lebenden, nicht aller Lebensjahre. Demnach muss der Fokus auf den Gefährdesten liegen.
        Ein möglicher moralischer Grundsatz “Lebensjahre maximieren” würde zu einer anderen Prioritätenreihenfolge kommen, wo mit dem Alter zunehmendes Corona-Todesrisiko und durchschnittliche abnehmende restliche Lebenszeit (bei Impfung) gegenläufig sind. Das lässt sich sicher ziemlich einfach modellieren, wie sich “gerettete Lebensjahre” und “verlorene Leben” in den Szenarien unterscheiden. Die moralische Bewertung wird aber sehr unübersichtlich, auch weil beide Szenarien sehr unterschiedliche “Gewinner und Verlierer” haben in der grundsätzlichsten aller Fragen. (Aufruhr und Shitstorms garantiert)
        Und zusätzlich wäre es dann naheliegend, beruflich unvermeidliche Ansteckungsraten zu berücksichtigen. Plötzlich könnten “mittelalte” Erzieherinnen wie im Text oben erwähnt, weit oben landen in der Prioritätenliste. Wenn ich eine Erzieherin wäre, würde ich das wahrscheinlich sehr fair finden. Andererseits kommt man so in ein immer komplizierteres Regelwerk mit Annahmen und Ausnahmen, das nie fertig wird und daher kaum vermittelbar ist.

        Daher scheint der jetzige Ansatz – Berücksichtigung nur von Pflegenden und ärztlichem Personal – eine gute erste Näherung zu sein. So wird einerseits eine Wertschätzung für Arbeiten mit hohem sozialem Nutzen ausgedrückt und andererseits mögliche unfreiwillige Superspreader vermieden. Daher würde ich diesen Fokus (Pflegende/ÄrztInnen) tatsächlich auch noch wichtiger finden als das Alter als Kriterium, zumal dieser mittelbare Schutz schneller einer noch größeren Zahl von gefährdeten Menschen zugute kommt.
        P.S. den Artikel fand ich sehr wertvoll, danke!

      • @ Jürg Walter Meyer
        02.01.2021, 12:16 Uhr

        Sie können diesen meinen Satz:
        Ich bin mehr der Meinung, das man die Dramatik einer Seuche daran bemessen sollte, wie viele Menschen sterben.

        …nicht alleinstehend zitieren. Denn er steht in einem speziellem Kontext, der gerade nicht ausschliesst, das man auch die Altersgradienten mit einbezieht. Und alle anderen Methoden ebenso. Es ging um eine Gegenüberstellung der Hauptszenerie im Beitrag mit einer anderen Gegenüberstellung…eben die Gesamtzahl aller verstorbenen eines jahres ohne Seuche (in der Vergangenheit) ungeachtet der jeweiligen Ursache. Das betrifft eben die auch nicht datensichere Berechnung der Übersterblichkeit. Man legt sich da fest, obwohl die Daten dazu wenig sichere Aussagen zulassen, weil die Todesursachen im Zuge der Seuche nicht eindeutig sind (ab wann ist ein Mensch an der Seuche gestorben oder an anderer Krankheit)

        Die Tatsache, das auffallend deutlich viele ältere Menschen an der Seuche versterben, ist nebenher natürlich eine deutliche Tendenz, die vieles über die großen Zusammenhänge der Seuche innnerhalb einer Population erzählt. Diese Szenerie passt sehr gut dazu, was ich über die/eine Seuche als Zusammenhang und Ursachenstruktur denke/ mir vorstelle.

    • Sorry, Demolog,
      ich stimme Ihnen zu in Sachen Masken und Q-Regeln. Aber was das ganze in den Nachbarländern mir dem “institutionalisertem Katholizismus” zu tun hat, kann ich absolut nicht nachvollzuziehen. Und ich bin definitiv kein Kathole!
      Martin

      • @ martin G.
        03.01.2021, 01:37 Uhr

        Sorry, Demolog,
        ich stimme Ihnen zu in Sachen Masken und Q-Regeln. Aber was das ganze in den Nachbarländern mir dem “institutionalisertem Katholizismus” zu tun hat, kann ich absolut nicht nachvollzuziehen. Und ich bin definitiv kein Kathole!
        Martin

        -> Es ist die christliche Hauptstrategie, die Menschen mit Metallionen in einen geistigen Schwarm zu integrieren (assimilation). Die Hostie, welche man auch Leib Christi nennt, war in früheren zeiten sehr wahrscheinlich immer mit Metalsalzen verbacken, deren enthaltene Metallionen sich im Gehirn anreicherten. Das hat Auswirkungen auf diesen “heiligen Geist”…diesem theoretischem konstrukt, dem wir im Zweifel alle unterworfen sind.

        Überhaupt ist das Metall im Zuge der Integrierung der Metallverarbeitung in die Kulturen/Zivilisationen ein primärer Einfluß auf die Populationen der welt gewesen. Gäbe es kein Metall, so gäbe es auch kein Leben auf diesen Planeten. Oder gäbe es viel weniger Metalle, so gäbe es auch keine Zivilisationen, wie wir sie heute kennen.

        Insofern sind diese Metalle und die Missionierung auch schon Ursache der Massensterben der indigenen Bevölkerung zu Zeiten der kolumbianischen Expansion gewesen. Krankheiten können sich um so mehr und effizienter verbreiten, wenn die Menschen um so mehr Metall in ihren Gehirnen haben.

        Ich vermute, das alle Seuchen einen erheblichen Anteil ihrer Urache genau in diesem Detail haben. Die Justinianische Pest, die deswegen ausbrach, weil Justinian mit der chrsitlichen Praxis, die damals langsam sich zu etablieren begann, versuchte, sein Volk zu Halbgöttern zu machen, woraufhin es zu unerwarteten nebenwirkungen kam, weil eine Gruppe Menschen darin assimiliert wurden, die derade selbst dominant war und so die Seuche/Pest ausbrach, weil die “kompatibilität” der Seelen nicht gegeben war. Die primäre ursache dieser Wechselwirkungen müssen genetisch bedingt sein, weshalb ich zudem auch davon ausgehe, das man, wo man heute die Genetik genau ergründen kann/messen kann, durchaus ein neuer Rassismus in der Welt ist, der verkappt zu unegalitären Strategien und taktiken verleitet…

        Ein weiterer Hinweis auf diese Problematik des geistes im Schwarm ist, das man auch zur “Sintflut” im Hebräischem die Bedeutung des Ereignisses mit “verwirrung” in Verbindung bringt, was einen Hinweis darauf gibt, das da eine neuronale Komponente existiert, die man anhand eines “Schwarmgeistes”, wie es der heilige Geist sei, durchaus miteinander verknüpfen kann.

        Das man in der modernen Zivilisation den Säkularismus praktiziert, heisst nicht, das die in den biblischen Überliferungen enthaltenen Szenarion keine Wirkung auf uns haben und nie gehabt haben. Es heisst nur, das wir diese Zusammenhänge eben nicht mehr gewahr und bewusst werden müssen/sollen. Wir sollen womöglich davon “untangiert” leben und sterben. Denn man kann angesichts dieser Zusammenhänge eben nichts dagegen tun, was eine fundamentale Grundstrategie der modernen Zivilisation untergräbt: Nämlich, das man in Zivilisation nur Informationen öffentlich werden lässt, die eine Handlungsmöglichkeit eröffnen, nicht aber Wahrheiten über Wirklichkeiten streut, die keine Handlungsmöflichkeiten ermöglichen.

        Nudging hat also auch eine ganz konkret negative Seite.

    • Mir scheint, hier wird noch sehr auf Hypothesen aus den Anfangszeiten der Psychoanalyse zurückgegriffen, die möglichst viele Verhaltensweisen pauschal durch ominöse Triebe zu erklären versuchten.
      Inzwischen hat sich die Psychoanalyse weiterentwickelt, und man versucht, bei vielen Verhaltensweisen die Wurzeln dafür in den – vor allem im Kindesalter gemachten – Beziehungserfahrungen und anderen Erlebnissen zu suchen.
      Welcher seelische Schmerz treibt einen Menschen in die dysfunktionale Selbstmedikation (Sucht) oder die damit verbundene Selbstschädigung (Hilfebedürftigkeit demonstrieren und schweigend einfordern; schweigend Schuld zuweisen – “Ihr seid schuld, dass es mir so dreckig geht / ich mich so gehen lasse”)? Was treibt einen Leistungssportler (oder andere vom Ehrgeiz Getriebene) zu ihrer Hochleistung an (z. B. die verinnerlichte Überzeugung, der eigene Wert hänge von der Leistung[sfähigkeit] ab)?
      Das steht jetzt – bitte um Verzeihung! – nicht mehr im Zusammenhang mit der Kalkulation des Epidemie-Szenarios, aber der Instrumentalisierung eher angestaubter Hypothesen, welche dem aktuellen Forschungsstand nicht mehr gerecht werden und damit auch dem Ruf der Psychoanalyse eher ab- als zuträglich sind, zur Begründung des gesamtgesellschaftlichen Umgangs mit der Epidemie heranzuziehen, wollte ich gern etwas entgegensetzen. Wobei ich einige Ansätze (z. B. die Faszination an Krisen/Katastrophen) durchaus spannend finde und einer analytischen Betrachtung für würdig erachte.

  9. Natürlich nicht “geringst” sondern “maximal” von Massenideologien verschont blieben…

    Seltsamer fehler. Todestrieb, der solche Freudschen versprecher fördert?

    • @demolog
      Danke für das prototypische Beispiel an unreflektierter, ebenso ignoranter wie herablassender pseudo Rationalität, die bei wichtigen aber unangenehmen Themen niemals fehlen darf.

      …eine typische Art von irrationalen Umgang mit dem Thema (und anderen Themen) zu sein – viel Polemik und steile Behauptungen, eine wie mit Eimern undifferenziert ausgeschüttete Vielzahl von Teilaspekten und Komplikationen. Wenn man damit bei dem gewünschten Allgemeingefühl von eigentlich-ist-doch-alles-irgendwie-unsicher angekommen ist, kommt der zweite Teil von bait-and-switch und diejenigen, die so vorgehen, landen in den meisten Fällen, welch ein Zufall, bei dem, was ihren bequemen Vorurteilen entspricht.

      Auf den Punkt.

  10. Die meisten Krankheiten und auch Todesfälle beruhen auf mehreren Faktoren. Wenn nach EU-Zahlen ca. 20% der Todesfälle auf Luftverschmutzung zurückgehen, dann sind wir bei ganz anderen Größenordnungen als im sog. “worst case”. Wenn das Immunsysem vieler Menschen durch solche u.ä. Einflüsse (die üblichen Verdächtgen wie schlechte Ernährung, wenig Bewegung, Stress, Mobilfunk usw. sind ja bekannt) geschädigt wird, braucht man sich nicht zu wundern, wenn eine möglicherweise gefährlichere Variante der üblichen Erkältungskrankheiten viele Leute “umhaut”. Es ist schon erstaunlich, wie treffsicher unsere Polit-“Elite” die großen realen Risiken von Massentierhaltung und Mobilfunk ausblendet, erstere weitgehend akzeptiert und letztere noch durch die Motivation für “Allzeit bereit mit Corona-App” massiv fördert. Von Technikfolgenabschätzung jedenfalls wenig Ahnung!

    • In der Realität beruhen die meisten Todesfälle wohl auf der Endlichkeit menschlichen Lebens. Natürlich sterben die meisten Menschen immer noch früher als nötig, aber die böse Technik hat (zumindest in Summe) die Lebenserwartung in den letzten Jahrhunderten massiv erhöht.

    • Ohje, er hat vergessen, dass wir alle am Mobilfunk sterben werden.
      Vielleicht haben Sie mal Zahlen für uns, wie stark die Übersterblichkeit seit ca. dem Jahr 2000 wegen des Mobilfunks ist? Bei so einer langen Erfahrung damit und so einer wahnsinnig großen Teilnehmergruppe sollte das doch offensichtlich und sehr klar nachweisbar sein.
      Und dass das Coronavirus an sich in seiner Gefährlichkeit nicht mit z.B. Cholera vergleichbar ist, hat niemand bezweifelt, sonst würden wir nicht über eine Sterblichkeit von unter einem Prozentchen reden. An Erkältungen stirbt übrigens niemand, während ein Prozent Sterblichkeit dann doch ~810.000 Menschenleben mit leidenden Familien und Freunden bedeutet, plus den Kosten für die wochenlange Behandlung auf Intensivstationen. Womöglich in einem Bett, dass jemand anders auch hätte gebrauchen können nach einer planbaren Operation, die ihr oder sein Leben besser gemacht hätte (z.B. einer Hüftoperation).
      Es lohnt sich einfach nicht, so zu tun, als ob das neue Coronavirus nicht so schlimm wäre, denn es ist in jedem schweren Fall viel schlimmer als kein Coronavirus oder eine normale Erkältung.
      Ihr Kommentar ist zwar in vielen Aspekten völlig richtig aber leider trotzdem irgendwie komplett am Thema vorbei.

    • @Dr. Harald Wilde,
      Es heißt doch in den Kommentarregeln (nicht nur hier gültig) u. a.:

      Allgemein bitte ich um die Einhaltung jener Etiquette, die konstruktive Austausche erst möglich macht: Bitte keine Unterstellungen, bitte einigermaßen nahe am Thema bleiben, …

      Daher sollten Sie sich fragen:
      Was hat Massentierhaltung und Mobilfunk mit diesem Thema hier zu tun?

      Und wenn Sie es hier schon erwähnen (müssen), dann wäre zumindest eine Quellenangabe wichtig, an der man z. B. sieht, wie gefährlich Mobilfunk ist.

    • Q Dr. Harald Wilde. Vielen Dank für Ihren Hinweis auf das funktionierende – bzw. geschädigte Immunsystem – Dazu hört und liest man viel zu wenig, was unser Immunsystem wirklich schwächt oder stärkt. Leider werde ich belächelt, wenn ich erkläre wie wichtig guter Schlaf und weniger Mobilfunk sei. Das wäre nicht wissenschaftlich belegt. Ich zitiere gerne Ihren Beitrag: Wenn das Immunsysem vieler Menschen durch solche u.ä. Einflüsse (die üblichen Verdächtgen wie schlechte Ernährung, wenig Bewegung, Stress, Mobilfunk usw. sind ja bekannt) geschädigt wird, braucht man sich nicht zu wundern, wenn eine möglicherweise gefährlichere Variante der üblichen Erkältungskrankheiten viele Leute “umhaut”. Es ist schon erstaunlich, wie treffsicher unsere Polit-“Elite” die großen realen Risiken von Massentierhaltung und Mobilfunk ausblendet, erstere weitgehend akzeptiert…
      Sie sprechen mir aus der Seele. Ich wünschte, es würde mehr Aufklärung in dieser Richtung stattfinden, und nicht nur über Hygienemaßnahmen gesprochen werden. Das funktionierende Immunsystem bezieht sich nicht nur auf die Pandemie, sondern auf viele weitere Erkrankungen.
      Gesundheit ist ein Geschenk. Wir können Gesundheit nicht kaufen. Wir können unser Geschenk behalten wenn wir selbst etwas dafür tun. Das meiste davon kostet kein oder wenig Geld.

  11. Danke, Herr Pössel, für den sehr interessanten Beitrag. Ich erinnere mich an mein Fahrsicherheitstraining: Bei drohendem Kontrollverlust maximal bremsen bis zum völligen Stillstand des Fahrzeugs. Das zu verordnen war nicht durchsetzbar, da offenbar zu viele Entscheidungsbeauftragte eine Schutzimpfung gegen wissenschaftliche Erkenntnisse erhalten haben.

    • Um bei dem Bild zu bleiben: Ich erinnere mich, dass manche Situationen eher die Stotterbremse erfordern, um nicht die Kontrolle zu verlieren – sieht so aus, dass die Regierung sich auf Glatteis wähnt: erst einmal kurz die Bremse antippen, um zu sehen, was passiert. Wie oft kann man das wohl machen, bis der Wagen vor die Wand fährt?

  12. Was bei den ganzen Beiträgen die sich auf Todeszahlen beschränken stets vergessen wird: die Patienten, die den Aufenthalt auf der Intensivstation mit COVID-19 überstehen, sind in sehr vielen Fällen danach nicht wieder geheilt. Im Gegenteil: die Post-COVID-Patienten haben in vielen Fällen eine Lunge, die sich nicht mehr richtig ausdehnen kann, weil sie durch die Entzündung so schwer verändert ist. Sie haben Schlaganfälle, Lungenembolien, arterielle Verschlüsse an den Beinen, Nierenversagen oder Herzinfarkte im Rahmen der COVID-Erkrankung erlitten. Viele von ihnen werden nie wieder ein selbstbestimmtes Leben führen können. Es steht mir auch als Arzt nicht zu, darüber zu urteilen, welches Leben für einen anderen Menschen lebenswert ist. Für mich persönlich aber kann ich sagen, dass ich dieses Leben nicht mehr leben wollen würde.
    Was bei der ganzen Diskussion auch meistens unterschlagen wird: schon jetzt sind die allermeisten Kliniken an der Belastungsgrenze (oder darüber). Der einzige Grund, warum wir noch neue Patienten aufnehmen können, sind die freiwerdenden Betten durch Verstorbene. Wir müssen täglich Tumoroperationen absagen, weil wir keine Kapazitäten auf den Intensivstationen mehr haben. Eine Tumoroperation mal eben ein paar Wochen zu verschieben ist nicht nur psychisch belastend für den Patienten, es bedeutet auch, dass der Tumor weiter wachsen kann, was die Prognose verschlechtert. Somit sterben nicht nur COVID-Patienten an den Folgen des Virus, mittelbar betrifft es auch die nicht-infizierten.
    Dementsprechend unerträglich finde ich die schon wieder beginnende Diskussion über Lockerungen ab Mitte Januar. Betrachten wir doch bitte zunächst die Fallzahlen nach der Weihnachtspause und überlegen dann, wann man wieder darüber nachdenken kann zusätzliche Freiheiten zu gewähren. Die Zielinzidenz von 35 pro Woche je 100 000 Einwohner wurde ja schon vor längerer Zeit zugunsten der 50 aufgegeben. Bei Zahlen jenseits der 1000 in manchen Landkreisen scheinen aber beide Ziele noch ziemlich weit entfernt.
    Und ganz nebenbei: auch die Angestellten im Gesundheitswesen könnten irgendwann mal eine kleine Verschnaufpause gebrauchen. Sobald das Thema COVID durch ist, werden die finanziellen Daumenschrauben bei den Krankenhäusern wieder angezogen werden. Dann dürfen wir die ganzen verschobenen Operationen und Behandlungen nachholen, damit die Krankenhäuser zahlungsfähig bleiben. Das passiert wie immer auf dem Rücken des Personals.

  13. Covid19-Patient*innen
    Corona-Patient*innen
    nicht-Corona-Patient*innen
    Coronapatient*innen
    Patient*innen
    Politiker*innen
    Kolleg*innen

    Ich will diese Sprachverhunzungen nicht lesen.

    • (a) Ihr Wunsch wird erfüllt! Das “Relativ-einfach”-Blog gibt es jetzt auch ganz ohne Lesezwang! Sie müssen es nicht lesen! 🙂

      (b) Wenn solche Schreibweisen bei Ihnen selbst die Gedanken an die hunderte täglicher Sterbefälle verdrängen können, haben Sie echt eine schiefe Perspektive.

      • Dabei ist gerade diese Schreibweise “korrektest” und die schlüssigste. Wie kann man sich da aufregen? Mich nervt das auch, wie es mich damals auch nervte, das man eine Rechtschreibreform einfach so vom Zaun brach. Doch diese Rechtschreibreform war viel sinnloser, als die Gendersternchen.

        Das sie hier Heldentaten demonstrieren, indem sie die gender-Sternchen verteidigen, spricht schon Bände über sie. Dabei wäre die sinnvollste Lösung einfach, solche Kommentare zu löschen/zensieren, weil sie schlicht allermeist affektive Ursachen haben und keine Sachlichkeit ausdrücken wollen.

        Ach ja, da gibt es ja noch diese affektive Ebene, die genau dagegen rebelliert.

        Und sie, Herr Pössel? Reagieren eben auf meine Ausführungen affektiv rebellierend.
        Das sie sich auf die Inhalte einliessen, stand wohl absolut nicht zur Auswahl, oder?

        • Hallo demolog,
          überdenken sie ihre Reaktion, wenn sie wollen, dass andere anders auf sie reagieren…
          einfach mal drübernachdenken

  14. Hallo Hr.Pössel, im bin 15 jahre alt und besuche momentan die 10.Klasse eines privaten Gymnasiums. Ihr Artikel hat mir gur gefallen und trotzdem bin ich enttäuscht, denn diese Gesellschaft will scheinbar nichts von mir wissen. 4 Wochen vor den verfrühten Ferien gab es in meinem gesamten Kreis keine Ansteckungen oder Fälle in Schulen und trotzdem wurden wir ohne Homeschooling nach Hause geschickt (Na klar war das nur etwas mehr als eine Woche, aber wir müssen ja noch mindestens 3 Monate nachholen)Als wir noch vor den Sommerferien in der Region Stuttgart wandern waren trafen wir auf ein älteres Ehepaar, welches mich und meinen Bruder(13) mit einem abschätzigen Blick bedachte und mit dem Satz “Weg von diesen verrotzten Kindern” weiterzog. “Dankeschön. Freut mich auch sie getroffen zu haben. Ich sitze ja auch gar nicht seit Monaten zu Hause und heule jeden Abend, weil mein Bruder hoch pubertiert und grad alles scheiße findet und ich, als sozialerMensch darunter leide, dass ich im Gegenteil zu meinen arbeitenden Eltern keinen einzigen sozialen Kontakt habe, um sie zu schützen.” Weiter geht es als bei meiner Mutter im Geschäft zwei Kollegen erkranken. Sie haben sich zusammen mit ihren partner und einem weiteren Pärchen, also zu Sechst mit “Abstand” (-10cm sind auch ein Absatnd) zum Essen getroffen. Als alle positiv getestet werden ist sofort klar woher das Virus kommt – vom Grundschulkind, dessen kleine Grundschule noch nie einen Fall hatte. Dass die Männer sich regelmäßig mit anderen Feuerwehrmännern auf ein Bier treffen, worüber sich schon der Bürgermeister bei dem Leiter beschwert hat wir gekonnt verdrängt. Die Nummer für Kummer verzeichnet unterdessen einen Anstieg von 60% mehr Anrufen von Jugendlichen. Und nun muss ich ihnen Gratulieren Herzlichen Glückwunsch! Sie machen sich ihre Zukunft kaputt. Und das obwohl ihre Zukunft 9 Stunden am Stück ,ohne meckern Masken trägt, den 16er zu zweit feiert und im 20-Minuten-Takt lüftet. Zuhause geht es dann ja noch weiter. Wir spüren, dass ihr versagt habt, dass ihr Angst habt. Das bisher erhaltene Bild,in dem die Kinder mit Sorgen zu ihren Eltern kommen ist zerbrochen. Also wohin damit, zu Freunden, zu Vertrauenslehrern, zur Gemeinschaft, zum Positiven, zur Ablenkung. Ach, Tschuldigung tut mir leid sie wollen ja das alles schließen.
    Gezeichnet
    Ihr verrotzter, allein zu Hause sitzender Sündenbock, der sich sehr auf eine Antwort freuen würde

    • Hallo Clara, ich bin 57 Jahre alt und habe derzeit in meiner Familie keine Mitglieder in deinem Alter. Trotzdem sehe ich seit Monaten genau diese Problematik für deine Generation, die du hier beschreibst. Mein Rat an euch wäre: Trennt euch von dem Gedanken, daß die Generation eurer Eltern – vom Einzelfall abgesehen – wirklich etwas für euch tun kann. Fragt sie einfach nicht mehr. Handelt selbst! Ihr habt jedes Recht dazu, denn ihr habt – hoffentlich – noch viele Jahre auf diesem Planeten vor euch. Ich finde, daß “Fridays for Future” ein verheißungsvoller Anfang war. (Was machen die jetzt grade?) Ich kann euch nur zurufen: Die Zukunft gehört euch. Viel Spaß damit!

      • Vielen Dank für ihre Unterstützung und die Erwähnung des Klimaschutzes, der mir tatsächlich nah am herzen liegt. man bedenke wir müssen nicht die Erde schützen, sondern unsere Spezies und schon heute fordert der Kliawandel Menschenleben.
        Ich wünsche Ihenn auch ganz viel Durchhaltevermögen und hoffe, dass so wohl beim Klimawandel, als auch in der Pandemie jeder seinen Teil tut, das bringt uns schon ein ganzes Stück weiter. Und da schließe ich keine Generation aus. Das kann jeder. Man muss es nur wollen.

    • Danke für die erliche Situationsbeschreibung

      Technokraten wie Herr Pössel vergessen ständig die Kollateralschäden die sie mit ihrem Wunsch nach grundsätzlichen Lösungen anrichten.

      • Ehrlichkeit ist der einzige Weg und deshlab muss ich aich mit ihnen ehrlich sein. Wir brauchen sowohl Claras auls auch Pössels. Keiner von uns kann das alleine. Jeder muss seinen Teil tun.

    • Liebe Clara,
      ich bin Lehrer an einem Gymnasium und kann Dich bestens verstehen. Insbesondere die Passage ab “Sie machen sich Ihre Zukunft kaputt” finde ich wichtig. Dass wir hier eine Pandemie laufen haben, bestreitet niemand, und auch nicht, dass Maßnahmen nottun. Aber Dein Beitrag illustriert eben, dass es so vielfältige Auswirkungen im Kleinen gibt, die sich letztlich zu etwas Großem zusammensetzen, das uns über Jahre/Jahrzehnte hinweg noch Sorgen machen wird, wenn Corona schon längst eingedämmt ist.
      Lies mal den Artikel “Brief an keinen Freund” im Blog von Dietrich Brüggemann (Schauspieler, Regisseur, Musiker): https.//d-trick.de/blog – ein langer Text, aber er lohnt sich.
      Alles Gute Dir!

      • Vielen Dank für weiteres Lesefutter!
        Ich wünsche ihnen im momentanen lockdown das richtige Maß an Vernunft und hoffe sie könnten an meiner Seite für ein Hybrid-Modell kömpfen. Immer die Hälfe der klasse in der Schule. Der Rest per Video zugeschaltet. Wöchentlicher Wechsel. Das bringt ein geringes Infektionsrisiko mit aufgrund der halb leeren Busse, klassenzimer und Flure. Könnte aber trotzdem viele Kinder vor Gewalt oder Missbauch, da der Kontakt zu Außenstellen nicht komplett abbricht. zudem wäre das für familien weitaus entspannter und fehlende technische Aussstattung oder eine geringe Datenrate besonders bei mehrern Kindern wäre einfacher zu kompensieren.

    • Liebe Clara,
      Du schreibst an Herrn Pössel, aber darf auch ich Dir auch schon mal antworten? Naturwissenschaftler, vier Jahrzehnte Lehrer und auch sonst alle Funktionen in öffentlichen Schulen, Jahrzehnte auch gewerblicher Berater privater Schulen; jetzt 74 Jahre alt?
      Covit-19 ist für Dich und Deine Altersgruppe keine gesundheitliche Gefahr. Drei Kommentare weiter unten habe ich ein Link zu einer entsprechenen Statistik veröffentlicht. Und glaube mir, jedem jungen Menschen, der trotzdem eine Maske trägt, bin ich dankbar für seine Rücksichtnahme.
      Aber ihr tut es nicht nur für uns, sondern auch für die eigene Zukunft. Weil die Politik heute auf die Pandemie und das Wegsterben der alten Genereation mit extrem teuren Maßnahmen antwortet. Ihr seid es, die das einmal bezahlen müssen.
      Andrerseits, Ihr erbt von von meiner Generation das ganze Land, oder? Deshalb ist Rücksichtnahme nur fair. Je besser wir gemeinsam dieses Problem aus der Welt schaffen, umso geringer ist der Schaden für und beide.
      Um Deine schulische Zukunft mach Dir keine Sorgen. Drei Monate Unterrichtsausfall sind nicht wichtig bezogen auf die ganze Schullaufbahn. Und durch die Pandemie ist die Schule gezwungen, besser zu werden. Weniger nutzloser Ballast in den Fächern, modernere Dikaktik und Ausstattung. Das wird am Ende das Resultat sein, da bin ich mir sicher. Auch – und vielleicht gerade – in Privatschulen. Denn die stehen wirtschaftlich unter Erfolgsdruck.
      Die sehr persönlichen Leiden von Dir und den Altersgenossen, über die Du klagst, sind sicher das Schwerste für Euch. Gerade in der Zeit eurer Adoleszenz, der Ablösung von der Familie und der Zuwendung zu Gleichaltrigen als neue soziale Gruppe seid ihr schwer eingeschränkt. Aber ihr könnt darauf antworten mit den modernen technischen Möglichkeiten von heute zur Kommunikation, die ihr besser kennt, als die ältere Generation (mich z. B. ausgenommen, denn ich habe auch Informatik unterrichtet 🙂 ).
      Liebe Clara, wir kommen da gemeinsam durch, und es gibt danach wieder bessere Zeiten. Nichts ist für Dich und Deine Generation verloren.
      Liebe Grüße

      • Sehr geehrter Herr Weidemann,

        vielen Dank für Ihren wunderbaren Brief. Ich kann jedes Wort unterstreichen und bin im Übrigen auch sehr dankbar für den Artikel von Herrn Pössel.
        Schade, dass Viele in ihrer Weltsicht so gefangen sind, dass sie allen Argumenten gegeüber, die nicht dazu passen, verschlossen sind.

        Liebe Clara,
        ich als Lehrerin und Mutter dreier Kinder kann dich nur zu gut verstehen. Aber ich gebe Herrn Weidemann recht. Ihr habt so viele Möglichkeiten zu Kommunizieren! Das ist echt toll. Man kann trotzdem gemeinsam lernen. Meine Tochter in der 5. Klasse löst ihre Aufgaben per Videochat mit einer Freundin zusammen. Mein Sohn in Klasse 9 freut sich, dass er nicht um 5.30 aufstehen muss. Und tatsächlich, es gibt so viel zu lernen! Jetzt endlich ist Zeit zum Kochen, zum Aufräumen (Sohn Klasse 9: Lockdownzeit ist Aufräumzeit!), zum Klavier Üben, Tagebuch schreiben, whatever.
        Nur Mut!

        K. Markus

        • Hallo Kathrin,
          einer Vielzahl ihrer Ideen bin ich bereits gefolgt. Doch trotz jeder Anstrengungen lässt sich die Zeit die ich sonst jeden Abend in Vereinen verbringe nicht aufbrauchen. Ich bin ein relativ aktiver mensch und habe jeden Abend nach der ganztagesschule noch ein Hobby oder muss für ein Hobby üben (Instrument, sportliche Leistung). Zudem ist Kommunikation nicht gelich Kommunikation. Trotzaller grandiosen Neuerungen wird ein Chat oder selbst ein Videoanruf niemals eine soiale Interaktion ersetzen. Auch erkenntlich an der emotionalen Inteligenz, die nur allzu oft unterschätzt wird.
          All ihre Positivität ist bewundernswert. Auch ich war vor diesem allen für meinen Optomismus bekannt. Doch mit diesem ersten Beitrag habe ich gehört auch mich zu hören und einzsehen, dass ih nicht alle retten kann. Ja ich kann nicht mal mich retten. Das alles hat sich in mir angesammelt und es hilft auch seine Probleme nach außen zu tragen. Wir haben alle unser Päckchen zu tragen. Sie mögen unterschiedlich sein, aber wir bestimmen ob wir das schaffen oder nicht.
          Behalten sie ihre positive Seite, aber gestehen sie auch negativem raum ein. Die Welt ist nicht immer rosa und geblühmt.

          Ihr vielen schon ein bisschen zu erwachsener Teenager

      • Hallo Rolf, ich frue mich sehr über eine Antwort und ede möglche Diskussion. 3 Monate in der 9. und wahrscheinlich noch einmal so viel Ausfall in der 10. stellen meiner momentanen Ausssicht nach serwohl ein problem dar. besonders in Anbetracht der “sprintenden” Impfungen werde ich sicherlich auch noch einen Ausfall in den Jahrgangsstufen erleben. Momentan stehe ich vor meiner Kurswahl und werde durch die Ankündigungen von lehrern, dass Stoff fehle, schon weggelassen wurde oder och weggelassen wird doch eingeschränkt. Die momentanen Abschlussklassen bekommen zumindest teilweise Hilfe in dieser Situation. Doch wenn mir dann nach 3 jahren doch einiges fehlt will das neimand mehr sehen. Zu den kontakten über soziale medien ahbe ich in einer Antwrt weiter oben schon etwas geschrieben und sehe dafür auch bei ihen die Anfänge, da sie ja die sozialen Veränderungen benennen. ich wiederhole mich hier und erzähle ihnen etwas von der emozionalen Inteligenz (EQ), die durch soziale medien unddigitale Kontakte eher schrumpft als wächst und somit dem neuen Abwärststrend folgt. Ich genieße eine Vielfalt an sozialen digitalen Möglichkeiten und fürchte sie doch auch, denn Hass und fasches Urteil kommen doch schneller, als man meint. Die sache mit den Schulde haben wir bereits in Gk diskutiert und nach momentaner Sicht ist das nicht vor allem emeine Generatin, die abbezahlen muss. Das Risiko für mich ist auf den ersten Blick sicher gering, doch bei Sportlern und ich betreibe mindestens 4x die Woche eine Stunde Sport herrscht schon erhöhtes Risiko, da die Lunge die Atemluft sozusagen tiefer in sich aufnehmen kann und somit auch das Risiko für einen schwereren Verlauf aus der lunge herus steigt. Zudem schütze ich was mir lieb ist und somit auch Krebspatienten in meinem nahen Umfeld. Ich möcte kein Mitleid. Nur Anerkennung und keinen Hass oder Schuldzuweisung gegen bestimmte Altersgruppen.
        Viele Grüße aus dem online Unterricht

    • Liebe Clara, die meisten (zumindest viele) hier werden Dir nicht zuhören, denn es ist ihnen egal, was ein “verrotzter Sündenbock fühlt”. Die einen wegen ihres Sendungsbewußtseins als Weltenretter (“…zugehört, ich erkläre Euch alles, denn ich habe schon immer gesagt…”), andere sind nur von ihrer besserwisserischen Eitelkeit getrieben, oder innerlich zu alt und kalt. Zuhören, geschweige denn verstehen, will und wird keiner von denen. Kopf hoch, such die, die anders sind. Zugegeben, nicht leicht in diesen Zeiten. Aber schau Dich um, es gibt sie.
      Wer heute Kritik an Maßnahmen übt, wird ganz schnell als Aluhut verteufelt, auch wenn er sachlich fundiert argumentiert. Welche Kritik berechtigt, also zulässig ist, darüber werden in Zukunft, mehr und mehr, Algorithmen entscheiden.

      • Vielen Dank für ihren bei mir sehr tief greifenden Beitrag

        Ich sehe es gibt noch Menschen, die mich Hören und zumindest versuchen mich zu verstehen. Jeder von uns muss seinen Weg alleine gehen. Nur Angst vr dem urteil anderer (Aluhut) oder dem Fortschritt (Algorithmen) kann uns aufhalten, sollte sie aber nicht. Also suchen sie auch Wegbegleiter, bleiben sie jedoch immer auch in Kontakt mit anderen meinungen und wählen sie täglch neu, welchen Weg sie folgen. Wählen sie weise.

    • Ich bin 51 und finde es auch unmöglich, dass bestimmte Generationen generell zu Sündenböcken gemacht werden. Vermutlich hält sich in allen Generationen eine deutliche Mehrheit gut oder zumindest halbwegs an die Regeln. Ebenso gibt es in allen Generationen die schwarzen Schafe, die auch jetzt noch auf Rave-Partys, Demos gegen Mundschutz oder zu Treffen in privaten Wohnungen gehen, wo zwar kaum kontrolliert wird, aber dafür das Ansteckungsrisiko um so höher ist.

      Kritik an solchem Fehlverhalten ist definitiv gerechtfertigt, Pauschalkritik an bestimmten Bevölkerungsgruppen (Altersklassen, Ethnien etc) nicht.

      • Hallo Christian, ihr Beitrag tifft sicherlich den Nerv. Aber es ist doch so viel einfacher die Schuld gleich an eine wehrlose (Nicht wahlberechtigte) Generation zu schieben, als sich genauer mit dem Problem zu beschäftigen und sich selbst Schuld einzugestehen. Als besonders wichtig sehe ich auch die Erwähnung von Ethnien an, denn wie schön wäre eine Welt in dem jeder seine Herkunft, Geschlecht, Überzeugung, Lebensweise, Sexualität, Freundschaft, Charakterzüge, Religion usw. frei ausleben könnte ohne einem Stigma zu folgen oder dadurch beurteilt zu werden.

    • Liebe Clara,
      Sie machen auf mich nicht den Eindruck eines verrotzten Sündenbocks. Das Verhalten des älteren Ehepaars war inakzeptabel und verletztend, das der Bekannten ist verantwortungslos.

      Ich möchte Sie ermutigen, Ihre Bedürfnisse und Wünsche offen zu kommunizieren. Ich möchte Sie ermutigen, politische und gesellschaftliche Missstände anzusprechen und zu kritisieren. Ich möchte Sie ermutigen, sich nicht mit fadenscheinigen Ausreden zufrieden zu geben. Und ich möchte Sie ermutigen konstruktive Lösungsvorschläge zu machen. Ihre Elterngeneration – zu der ich mich mittlerweilie zähle – wird darüber nicht erfreut sein, wir werden versuchen zu beschwichtigen, zu rechtfertigen und auszuweichen, aber Sie dürfen uns nicht aus unserer politischen, gesellschaftlichen und ja elterlichen Verantwortung entlassen.

      Wenn Sie in ein paar Jahren wählen dürfen, wünsche ich Ihnen, dass Sie kluge Entscheidungen treffen. Haben Sie bitte weiter den Mut sich einzumischen und Verantwortung zu übernehmen.

      Herzlich,
      CR

      • Hallo Carsten,
        meine Generation sollte genau das tun was bisherige Generationen (manche mehr und manche weniger) auch schon getan haben. Politische Partizipation und öffentliche Diskussionen sollte vielmehr Teil unserer allgemeinen Gesellschaft sein. Wir sind stinkfaul geworden (es ist ja auch soooo einfach) übersehen die Gefahr von Rechts (Wenn sie wissen was ich meine) und wiegen uns jederzeit auf dem Rücken anderer in Sicherheit. Es wird Zeit, dass wir alle von unserem hohen Ross runterkommen und für unsere Leben kämpfen, denn ja ich finde mein Leben schön, mir geht es ja gut, aber anderen nicht und politische Partizipation sollte beginnen, bevor die Gefahr sich zeigt.

    • Liebe Clara, ich kann deine Enttäuschung und das von dir geschilderte gut nachvollziehen (auch wenn meine Tochter die “Ruhe” geniesst und digitale Kontakte viel helfen).
      Auch ich konnte oft beobachten, wie viele Erwachsene die Regeln bogen, bis davon fast nichts mehr übrig war. Die Schule meiner Tochter mit 700 Schülern und 70 Lehrern hatte keinen einzigen Corona-Fall in der Schule (nachgewiesen durch Pilotprojekt mit wöchentlich 3 Testungen von 75% der Schüler + Lehrer).
      Tatsächlich fanden viele Infektionen die ich näher mitbekommen konnte statt, nachdem Erwachsene eine Familienfeier besuchten, oder sie infizierten sich in einem Krankenhaus bzw. einer Pflegeeinrichtung.
      Ich erlebe Kinder und Jugendliche oft als sehr diszipliniert bei der Einhaltung der Regeln und sehe ihre Sorge um ältere Verwandte.
      Dafür an dich (stellvertretend f. Schüler und Lehrer) ein Danke. Ihr seid wirklich toll, denn kaum einer kann sich vorstellen, was es heißt, bie 3 Grad draussen, alle 20 Minuten für 5 Minuten zu lüften, den ganzen Tag (bis zu 10 Stunden) ununterbrochen Maske zu tragen und dabei zu lernen.
      Ich hoffe dass dies im Frühsommer besser wird und ihr bald zu einem normalen Schulbetrieb und offline-Kontakten zurückkehren könnt !

      • Viele Grüße und auch Durchhaltevermögen für sie und ihre Tochter. Ihren Beitrag sehe ich als sehr sinnvolll an
        Besonders bei den Masken bin ich vom Jammern aller Seiten genervt. Es ist ein Stück zwei- oder dreilagiges Stoff (oder leider ab jetzt nur noch Plastik), dass amn sich vors Gesicht hält. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, man kann damit über eine Stunde Fußball spielen. Die Anstrengung steigt etwas. Aber Hauptsache Sport ud mit freunden in Frein. Da kann doch niemand etwas dagegen haben.Die Vielfach erwähnten Toten durch Maske sind meiner meinung nach zu hinterfragen und erst dann mit hilfreichen informationen zu veröfffentlichen. Ich wünschte nur ich dürfte wieder maske tragen, denn momentan verlasse ich das Haus nur zum Zahnarzt oder zum Spazieren im Wald.
        Viele Grüße von einer Clara ohne Maske zu Hause

    • Liebe Clara,

      Ein in dieser Diskussion sehr wertvoller Beitrag ist der Ihre.
      Ich sieze, weil ich ihren Beitrag sehr ernst nehme und es zeigt sich an
      ihm, daß die Kinder und Jugendlichen in dieser Pandemie kein eigenes
      Sprachrohr besitzen.
      Sie fühlen sich und Kinder/Jugendliche allgemein als Sündenböcke,
      die zu dem in ihren berechtigten Bedürfnissen gar nicht ernst genommen werden.
      Das ist auch eine traurige Fehlentwicklung, daß allgemein gerne Sündenböcke
      gesucht werden für alles mögliche.
      Ich bin Vater eines 10-jährigen, meine aber daß die Probleme sehr vielschichtig sind und viele Schüler nicht unbedingt ihre Wahrnehmung haben und teilen.
      Trotzdem dürfen und sollen sie sich auf jeden Fall einbringen damit.
      Die Gesellschaft muß sich wirklich fragen, wie sie mit ihrer Zukunft umgeht,
      ohnefrage. Ich antworte auch, weil mich einige ihrer Lebensumstände,
      familiäre/gesellschaftliche Konstellation/lokaler Kontext an etwas erinnert,
      was mich auch berührt.
      Ich halte ihren Beitrag schon für eine sehr subjektive, individuelle Antwort auf die Situation, eine Antwort die herausragt wie ein Leuchtturm aus der Masse.
      Ich wünsche Ihnen jedenfalls von Herzen, daß diese Pandemie eben nicht
      ihre Chancen auf schulische und später berufliche Bildung sehr mindert
      sowie ihre zwischenmenschlichen Beziehungen einfriert.
      Ich weiß es aus eigener Erfahrung wie verletzlich man als junger Mensch
      diesbezüglich sein kann und wie sehr eine von der Gesellschaft nicht verstandene besondere Art der Sensibilität einen in ganz andere Richtungen stoßen kann als ursprünglich geplant. Als Trost nur so viel: Es war schon immer
      und zu allen Zeiten für viele junge Menschen, gerade Schüler sehr schwer
      im Spannungsfeld von Schule, Familie und Freunden, ihren eigenen für sie
      bestmöglichen Weg zu finden. Genau diesen wünsche ich Ihnen natürlich sehr
      und die dazugehörige Beachtung und Anerkennung als die Zukunft unserer
      Gesellschaft. Mit vielen Grüßen, und hoffentlich viel Verständnis

      • Ihr Beitrag hat mich wirklich sehr berührt…

        Ich befinde mich im regen digitalen Kontakt mit Klassenkameraden und Freunden anderer Schulen und Klassenstufen und erkenne dabei deutlich, dass nur äußerst wenige die Zeit zu Hause genießen selbst die nervigsten Chaoten meiner Klasse wünschen sich wieder in die Schule zu dürfen. ist doch Wunderbar!!! Naja fast, denn niemand kann uns diesen Wunsch erfüllen, scheinbar… Ein Hybridmodell wäre durchaus mögich und bringt so viel Vorteile (Kontakt zur Außenwelt bei durch Gewalt oder Missbrauch bedrohten Kindern, technische Engpässe innerhalb von familien entsapnnt) und kommt nur selten zur Diskussion. Wiseo? Gute Frage. Scheinbar schreien wir noch nicht laut genug.

        Viele Grüße von einem berührten Leuchtturm, der Hoffnung ausstrahlt.

      • Sie müssen mich übrigens nicht siezen. Auch wenn dadurch ihr Respekt klar wird. ich hatte selbst lange Problem, wen ich siezen soll und erwischte mich des öfteren beim Leichtathletik oder im Musikverein mit einem Sie.

    • Liebe Clara,
      Wirklich, unendlich traurig hat mich dein Kommentar gemacht. Einfach, weil ich dich total gut verstehen kann. Dir wird ein Jahr deiner Jugend genommen und noch dazu wirst du auch in Zukunft noch die Nachfolgen spüren müssen. Obwohl du selbst alles richtig machst. So wie dir (und vielleicht noch viel schlimmer) geht es sicher Tausenden von Kindern und Jugendlichen und alle sind in so einer Rechnung zur Sterberate nur eine Prozentzahl. Traurig bin ich vor allem aber, weil es kaum Abhilfe gibt, weil nunmal die von Herrn Pössel beschriebenen Rechnungen auch eine Reaktion verlangen. Die alten Menschen “einsperren” ist auch keine Lösung, obwohl es doch sogar gemacht wurde.
      Alles was man dir raten kann ist: Versuch, den gesunden Menschenverstand walten zu lassen. Wenn es in deinem Kreis wirklich keine Fälle gibt (was im Moment wohl nicht der Fall ist, aber in Zukunft sicher wieder kommen wird) dann ist es in der Tat etwas unsinnig, sich vollkommen zu isolieren. Solange es aber noch Fälle gibt, muss man einfach abschätzen, was man tun kann, und was nicht. Du scheinst mir super-vernünftig, du wirst sicher einen Weg finden.
      Die Politik, die Schulen, alle die sonst mit Jugendlichen in Vereinen und sonstigen Bildungsangeboten arbeiten, müssen an Konzepten arbeiten, um eure Situation zu verbessern ohne die Gesundheit in Gefahr zu bringen; um Schulstoff zu vermitteln und Diskussion zu ermöglichen; um ein offenes Ohr zu haben und halt auch mal Einzelgespräche zu führen – notfalls mit 2 m Abstand vor der Haustür; um auch Praktika zu ermöglichen. Das erfordert mehr Engagement als außerhalb der Pandemie. Wir alle müssen mehr leisten und zusammenrücken, die Ärzte, die Pfleger, aber eben auch die Lehrer, die Erzieher, die Reinigungskraft, die plötzlich viel mehr desinfizieren muss.
      Ich will was von dir wissen und auch von allen anderen Rotzgören und pubertieren Jugendlichen. In der Hoffnung, dass ihr vieles besser machen werdet als irgendwelche Corona-Leugner. Mehr als ein paar Worte kann ich dir aber auch nicht geben… Halte durch – irgendwann wird es wieder besser.

      • Hallo Katrin,
        es freut mich, dass ich schon bei dir ein offenes Ohr oder vielmehr en offenes Auge gefunden habe. ich wünsche auch dir Zuhörer und Diskussiospartner, die dich täglich ermutigen weiterzumachen und nicht aufzugeben.
        Aber manchmal ist aufgeben auch gut. Nimm dir Zeit für dich und frage nach deine Bedürfnissen. Deine Teilnahme freut mich sehr.

    • Hallo Clara,

      wenn Du tatsächlich mehr als eine Woche ohne Home-Schooling zu früh in die Weihhnachtsferien geschickt wurdest, sollten Deine Eltern überlegen, ob Du nicht von Deiner privaten an eine öffentliche Schule geschickt werden solltest. Denn die Ferien wurden in meinem Bundesland (NRW) exakt um zwei Schultage zu Beginn (vom 21. auf den 18.12.) und um zwei weitere am Ende verlängert worden (nämlich vom 7. auf den 11. – abzuziehen sind ja jeweils die Wochenenden).

      In der Woche vom 14. auf den 18.12. war lediglich die Präsenzpflicht aufgehoben, also musste selbstverständlich nicht an der Schule stattfindender Unterricht durch Onlineformate ersetzt werden.

      Als Lehrkraft sehe ich, wie unglaublich schwierig die derzeitige Situation für Kinder und Jugendliche ist – und ich finde, dass so wenig konzeptionell für eine möglichst gute Beschulung unter Pandemiebedingungen getan wurde, ist eines der großen Versäumnisse der Politik in dieser Krise.

      Spätestens nach den Sommerferien hätten dreistufige Pläne fix und fertig vorliegen müssen, wie, je nach bundes- und landesweiter Inzidenz, an die pandemische Situation angepasst unterrichtet werden kann. Nämlich neben Stundenplänen für den regulären Präsenzunterricht auch Programme für eine Kombination von Kernunterricht in Kleingruppen im Wechsel plus zusätzlichen Online-Angeboten und solche für vollständigen Distanzunterricht. Hätte dies vorgelegen und wären alle drei Formate und die Bedingungen ihres Einsatzes Eltern und Schülern vom Schuljahresbeginn vorstellen können, wären Wechsel zwischen den Formaten für alle Beteiligten rasch umsetzbar.

      Aber leider ist dergleichen nicht erfolgt. Die Schulen konnten so etwas auch nicht einfach ausarbeiten, weil ja die Ministerien die rechtlichen Rahmenbedingungen setzen müssen – und man ohne grünes Licht von oben sonst nur konzeptionelles Arbeiten für die Tonne betreibt. Durch die falsche Fixierung auf einen eventuell nicht durchhaltbaren Regelunterricht um jeden Preis hat sich auch niemand genügend Gedanken darum gemacht (auf der Ebene der Politik), wie ein Wechsel- oder ein Distanzunterricht so ablaufen kann, dass er möglichst zu einer intensiven und kreativen Zusammenarbeit der Schüler untereinander und mit ihren Lehrern führt, die möglichst gut die Vereinzelung zuhause sitzender Schüler ausgleichen kann.

      Leider ist das alles nicht gelaufen – selbst die technischen Schwierigkeiten der Versorgung mit Geräten und die notwendige Netzkapazität sind nicht gelöst, aber noch weniger pädagogische und didaktische Fragen (also die Frage, wie ein für Schüler guter Online-Unterricht laufen sollte.) Und leider beschleicht mich die Befürchtung, dass das daran liegt, dass es bei dem Wunsch nach dem Offenhalten der Schulen eben gar nicht in erster Linie um den Unterricht und die Schüler selbst geht, sondern darum, dass die Eltern unbehindert arbeiten können und ihren Arbeitgebern zur Verfügung stehen.

      Im Moment ist deshalb die Qualiität des Onlineunterrichts genauso gut oder schlecht, wie die einzelnen Lehrer, die ihr habt, in dieser Situation improvisieren können – oder eben auch nicht. Auch wir Lehrkräfte schweben ja in der Luft und bekommen immer nur kurzfristig – meist durch Presseberichte – mit, unter welchen Bedingungen wir nur wenige Tage danach arbeiten sollen.

      Dass aber Unterricht nicht einfach ausfallen darf, sondern online erfolgen muss, wenn Präsenzunterricht nicht möglich ist, ist aber gesetzlich klar. Wenn das Deine Privatschule, die ja auch hauptsächlich durch öffentliche Gelder finanziert wird, nicht umsetzt, ist das definitiv nicht in Ordnung.

      Nur – trotz dieser ganzen Schwierigkeiten kann man ja nicht ein unkontrolliertes Wüten der Pandemie zulassen, die nicht nur auch Kinder und Jugendliche krankmacht, sondern sie der Gefahr aussetzt, schwere Erkrankungen enger Familienmitglieder erleben zu müssen oder sogar den Verlust naher Verwandter. Mütter, Väter oder auch Tanten, Onkel, Omas und Opas zu verlieren, die nicht hätten sterben müssen, oder damit klarkommen müssen, dass Eltern schwere bleibende Schäden zurückbehalten, ist wohl das Schlimmste für junge Leute. Und umso eher wir die Infektionszahlen sehr gering bekommen, umso schneller könnt auch Ihr wieder normal und Eurem Alter gerecht leben.

      Dass aber Eure Generation ohne Schaden durch diese Zeit kommt, ist die zweitwichtigste Herausforderung nach der Verhinderung vieler Toter. Deshalb sollten wir alle gemeinsam die Probleme dieser Zeit anpacken – und dabei aufeinander hören.

      • Hallo Anja, der konflikt zwischen Erfüllung der von mir genannten Bedürfnissen und der Schutz vor Ansteckung muss meiner Meinung nach nicht bestehen. Es würde schon helfen, wenn die Symbolic des Schutzes, des Füreinnder-da-sein, des Jemand-hilft-dir-schon da wäre. ich weiß, dass ich besonders im Wahlkampf nicht ganz oben auf der Liste stehe, aber ich verschinde deshalb nicht. Wir verschwinden deshalb nicht. Tatsächlich bin ich mit meiner besonderen Schule und besonders meinen für sie nicht bekannten Klassenkameraden sehr zufrieden und somit kommt ein Schulwechsel auf keine Fall in Frage. Unsere erst 10-jährige Schule ist technisch gut ausgestattet und ich genieße das Prinzip der Ganztagesschule. Die Schulschließung vor den Ferien wurde nach meiner Erkenntnis in BW so beschlossen un leider nicht erklärt. ich mache alles mit, wenn du es mir erklären kannst. Das fällt vielen allerdings schwer, denn meine sehr umfassende Logik findet alle Fehler. Über eine versuchte Erklärung freue ich mich jedoch trotzdem.
        Nun zum Online-Unterricht. ich knnte hier jetzt noch ewig weiterschriebn, aber ich fasse mich kurz und zielstrebig. Deutschland liegt beim Ausbau des Internets im Ranking 3 Plätze HINTER Ugarn. ich möcte hier niemand bleidigen oder abwerten. Aber wirtschaftlich und in der allgemeinen sehe ich Deutschland weit vor Ungarn. Das Internet sollte für uns kein Neuland mehr sein. Wir haben uns meiner meinung nach viel zu lange hinter diesem und ähnlichen Sprüchen versteckt. Klar ist das neu fürein paar. Aber kaum noch menschen arbeiten sicht täglich mit dem Internet und ich sage ja auch nicht: “Angekleited zu sein ist für uns alle Neuland”. Wir haben hier etwas verpasst und Fehler gemacht, dass wissen wir alle. ich wnshe mit keine Schulderklärung der-zuweisung, sondern Handeln, denn das hilft mir jezt. Denn BigBlueButton (eine weit verwendte Plattform) bereitet in ländlichen Gebieten mit schlechterem Ausbau viele Probleme.

    • Hallo Clara,

      ich möchte mal versuchen Dir etwas Zuspruch zu geben, aber auch es dir etwas Verständlicher zu machen.

      Meiner Ansicht nach ist das große Problem bei Corona, dass die meisten Infizierten OHNE Symptome sind und daher gar nicht wissen, dass sie es haben und somit auch verbreiten können (werden). Bei einer normalen Grippe liegt man meist flach und kann fast Niemanden anstecken, weil man gar nicht aus dem Bett kommt. Aber auch da gibt es Menschen, die trotzdem in die Arbeit/Schule gehen und andere anstecken. Nur ist eben die Grippe nicht so aggresiev wie Corona.

      Diese Tatsache macht das ganze sehr schwer. Einerseits, weil viele glauben, wir haben ja gar nicht so viele Coronafälle wie immer gesagt wird. Wir kennen Niemanden, der daran schwer erkrankt oder verstorben ist… Andererseits kann ich natürlich, ohne es zu wissen, bereits Corona haben und es dann willkürlich verbreiten.

      Gerade bei euch jungen Menschen ist es leider bzw. Gott sei Dank am häufigsten der Fall, dass keine Symptome auftreten. Daher seit ihr, genau betrachtet, die größten Risikofaktoren in dieser Pandemie, weil ihr die Viren unbemerkt verteilen könnt. Das ist für dich nun sicher kein großer Trost, aber vielleicht verstehst du dann besser, warum die Schulen geschlossen bleiben sollten.

      In jeder Generation gibt es gewissenhafte und eben anders denkende Menschen. Die meisten bleiben brav zu Hause und achten auf Abstand. Aber es gibt eben auch immer einen gewissen Prozentsatz der sich an Nichts hält, glaubt er sei unsterblich und eben NUR an sich denkt und egoistisch seine Freiheit genießen möchte, egal zu welchem Preis.
      Es ist natürlich auch schwer, etwas zu bekämpfen, das man weder sieht noch fühlt.
      Nur wenn Jeder jeden Tag gestestet werden würde, könnte man auch die “Symptomfreien” finden und in Quarantäne verbannen. Dies ist aber weder möglich noch würden wir das wollen.
      Somit bleibt eben NUR die gegenseitige Rücksichtnahme und leider auch die Einschränkung, bis es auch der LETZTE begriffen hat, dass es anders einfach nicht besiegbar ist.
      Warum ist das Virus fast in ganz Asien bereits so gut wie besiegt? Ich denke, weil die meisten Länder diktatorisch sind und somit Niemand eine Wahl hat….. Wer nicht zu Hause bleibt, wird verhaftet und die Menschen sind es gewöhnt, dass sie bevormundet werden….
      Wir hingegen haben das große Glück der Demokratie und dürfen sehr viele Freiheiten genießen. Deshalb fällt es uns nun auch so schwer uns Maßnahmen von der Regierung aufdrängen zu lassen und uns eben dadurch in unserer Freiheit einschränken zu lassen.
      Nicht falsch verstehen, ich bin wirklich Dankbar in Deutschland (einem der freisten und reichsten Länder der Welt) geboren zu sein und hier leben zu dürfen. Aber die Pandemie kann mit Freiheit leider nicht besiegt werden.

      Unsere Tochter ist im Februar 2017 (mit 21 Jahren) bewußtlos im Bett gelegen und seither körperlich nicht mehr in der Lage selbständig das Bett zu verlassen. D.h. sie ist seit nun fast 4 Jahren unfreiwillig und unverschuldet in Quarantäne und kämpft sich zurück ins Leben. Es geht also auch immer noch schlimmer…..
      In Kriegszeiten saßen die Menschen teilweise Tage- Wochen und Monatelang in Schutzbunkern und hatten kaum zu essen.

      Wir können in einer lichtdurchfluteten, warmen Wohnung mit allen möglichen technischen Hilfsmitteln zur Kommunikation sitzen. Haben mehr als genug zu essen und können auch (fast) jederzeit gefahrlos nach draußen an die frische Luft gehen. Wie kofortabel kann man eine Pandemie bekämpfen?

      • Hallo Silvie,
        du musst mir ichts verständlicher machen. ich würde mich aber sehr auch eine Unterhaltung/Diskussion auf Augenhöhe freuen, denn in den meisten Fragen habe ich keine geistigen Nachteil zu älteren. Klar bringen diejahre Erfahrung, aber mit Pandemien haben sie nicht mehr Lebenserfahrung wie ich.
        Es tut mir sehr led an alle Welt, dass ich leider keine Symptome ausbilde. ich sehs ja ein ich bin der verrotzte Sündenbock. Wahrscheinlich waren sie in den vergangenen Monaten nict in einem Klassenzimmer, aber die Ansteckung mit Masken über 9 Stunden (Ganztagesschule), extra umständlcihen Wegen und 3 Eingängen und laufsystemen für 300 Schüler und frierend scheint mir doch weitaus gerinegr als in Großraumbüros, die oftmals, dann lieber doch keine Fester öffnen, da es ja sowieso ständig Diskussionen über die Temperatur gibt. Zusätzlich fällt mir allgemein auf, dass ihr Erwachsenen oftmals weitazs mehr darum bemüht seit “Cool” zu sein und dann den Steber zu spielen und alle 20 min zu lüften – kritisch…
        Ich sehe bei ihnen ein Denkmuster, dass oft zu finden ist: Schulen=Risiko=weg Arbeit=Geld=Also nein, das knne wir doch nicht amchen, brauchen wir erst gar nicht drüber reden.
        Seien sie erhrlich, wenn sie in einem größeren Büro arbeiten. Spiel sie gerne den Streber? Lassen sie sich gerne bloßstellen?
        Bei uns in der Schule bilden sich meistens eher Diskussionen und am Ende ist das Fenster immer offen. Irgednwann auch ohne Wiederspruch.
        Der Kriegsverglich (oder allgemein die wer hats am Schlimsten Frage)geht mit übrigens gewaltig auf den Sack, denn ich will nicht wissen wem es am schlimsten geht, sondern wo ich helfen kann, denn nur wenigen geht es momentan gut.

        Mein Respekt und mein Durchhaltevermögen sende ich bezüglich ihrer Tochter zu ihnen. Ihre Tochter und Sie wurden von einem Schicksalsschlag getroffen, der sie hart zu Boden geworfen hat und ich freue mich, dass sie wieder aufgestanden sich und wünsche ihnen auch noch in Zukunft die Kraft jeden Tag aufzustehen und nach vorne zu schauen.

    • @ Clara
      02.01.2021, 12:43 Uhr

      …und trotzdem bin ich enttäuscht, denn diese Gesellschaft will scheinbar nichts von mir wissen.

      -> Ehrlich gesagt, ist das die viel größere Dreistigkeit, als meine Kritik an der Statistik-Herrangehensweise. Ihr jungen Menschen seit genauso wenig, wie alle anderen der Nabel der Welt. Und die eigendliche Kür der Existenz ist, schwere zeiten auszuhalten/durchzustehen. Und zwar ohne allzu sehr auf seine Mitmenschen herum zu hacken, die in dieser Szenerie (Seuchen-Szenario) im Gegensatz zu den meisten jungen Menschen viel größere Probleme haben könnten.

      Eines wirst du noch lernen: Endlich ist die Liebe (zum Nächsten und überhaupt), unendlich aber die Niedertracht der Menschen. Weswegen du durchaus mit recht ältere Menschen, deren eigene Erfahrung sie abstumpft, kritisieren darfst, aber eben trotzdem von aktiver und aufdringlicher Kritik Abstand nehmen solltest. Denn es ändert wohl eher nichts in der Situation.

      Und Herr Pössel scheint das natürlich anders zu sehen: Er kritisiert lieber berechtigte Kritik an typischer Unausgegohrenheit und Unsachlichkeiten in der gegenwärtigen krise.
      Und schweigt zu solchen Kleinigkeiten aus dem Munde eines Jugendlichen Menschen.

      • Lieber demolog,
        ihre Diskussionsbereitschaft ist mir schon im allgemeinen Verlauf aufgefallen. In dieser Betrachtungsweise verhalten sie sich durchaus vorbildlich. Allerdings möchte ich mit größter Vorsichtigkeit ihre Vorgehensweise anfragen, denn ihre Argumentationsstrucktur entspricht mehr eines testosterondurchrugenen Jugendlichen, der vebal nicht mit den Argumnten einer kleine 15-jährigen mithalten kann, als einen Erwahsenen worteandten Diskussionsliebhaber.
        ich frue mich auf eine Diskussion auf Augenhöhe, denn dieoben gennate Situation begenet mir als Mädchen doch zu oft. Unterschätzen sie mich nicht. Der von ihnen zitierte Ausschnit enthält meine meinung und mein Empfinden, falls sie mitbekommen, dass jemand nach mir fragt oder sich für mich interessiert können sie sich gerne bei mir melden, ohne jede Dreistigkeit.

        Ihr etwas verwirrtes kleines unwissendes Kind, dass sich agnz sicher nicht entschuldigt sie mit seinen Problemen belasted zu haben (ich habe sie nicht gezwungen meinen Beitrag zu lesen)

    • Hallo Clara!

      Es tut mir leid und ich möchte mich bei dir entschuldigen! Wir waren es, die immer und immer wieder Regierungen gewählt haben, die “möglichst kein Unheil anrichten”, von Überzeugung das richtige zu tun immer weit weg. Niemals hätte ich es mir erträumt jemanden zu wählen, der seit einem Jahr die Macht auf 17 Personen beschränkt, sämtliche Demokratie und Diskurs ignoriert und dabei so viele Fehler macht ohne eine erkennbare Einsicht, der rigoros das Leben von Generationen kaputt macht statt Lösungen für Betroffene zu suchen und zu implementieren und dabei sich noch im Recht fühlt oder es gar dahin beugt. Und dabei meine ich nicht einmal nur das Corona-Problem! Ich werde den Rest meines Lebens daran denken müssen, was wir euch angetan haben!

      • Diese Beitrag hat mich tatsächlich als erster aus der Reserve gelockt. Ich weiß nicht wieso aber die umfassende Ironie macht es mir schwer ihre wahre Gesinnung zu erkennen ich werde trotzdem zu versuchen ihen zu antworten. Es stellt mir sogar die Frage, ob das ales gar nicht ironisch ist.

        Erstmal sie müssen sich nicht bei mir entschuldigen. Ich werde mich auch nicht bei ihnen entschuldigen, denn allgemeine Entschuldigen helfen niemandem etwas. Tun sie was sie können. Kämpfen sie. Und sparen sie sich ihre Luft für wichtigeres auf. Ichr Beitrag enthält somit einen großen Widerspruch. Sie beschuldigen andere, aber haben selbst nur Entschuldigungen parat. Ich fordere sie hiermit auf, ihren Teil zu tun.Sie selbst richtig zu verhalten und andere dazu aufzufordern.

        Viele Grüße von einer immer noch in der Ironie verfangenen und geleichzeitig faszinierten Clara

    • Hier nochmal Ich. 😀
      Ich freue mich sehr über das vielfältige Resumee zu meiner Ehrlichkeit. Viele von euch sind mir auf Augenhöhe begegnet und ich freue mich sehr über diese (leider) Außergewöhnlichkeit, die ich hier auch nicht erwartet habe.
      Ich habe versucht alllen Beiträgen zu antworten, da ihr nicht weniger wichtig seid als ich und auch eine Antwort verdinet habt.

      Für alle, die an mir zweifeln. Ich kann mir besonders gut zahlen merken und könnte hier auch alles mit Statitiken und Wahrscheinlichkeiten zutexten, aber ich will es nicht. Mir geht es um Schäden die niemand sieht. Auch Beziehungen zwischen Menschen, um unseren alltägichen Umgang miteinander.

      Ich antworte allen von euch noch einmal sehr kurz, falls ich einen unterwegs vergessen habe oder meine Antwort in der Moderation bliebt.
      @Konrad: Ich würde mich freuen, wenn sie an meiner Seite kämpfen würdest, denn man ist nie zu alt (oder zu jung) für etwas.
      @Axel: Jeder von uns hat zwei Seiten. Lass beide zu und nutze die Vorteile beider. Emotional und wissenschaftlich.
      @Tut nichts zur Sache: Der Kerngedanke ist Ihnen sehr klar anzuerkennen. Ich zweifle keine Maßnahmen an. Also haltet euch alle an sie.
      @Rolf: Ihre Abwägung ist sicher wichtig. Richten sie ihren Blick auch mal auf die Gegenwart und betrachten sie nicht die Unterschide, sondern die Gemeinsamkeiten.
      @Kathrin: Kommunikation ist nicht gleich Kommunikation. Meinen Mut habe ich nie verloren und gewinne nur dazu.
      @Helmut: Sehr berührend “such die, die anders sind”. Freut mich, dass ich schon bei ihnen Erfolg mit meiner Suche hatte.
      @Christian: Schaffen wir eine Welt in der wir niemanden beurteilen oder einem Gerücht, eigener Erfahrung zuordnen.
      @Carsten: Offizielle Aufforderung aller zur politischen Partizipation.
      @JoeK: Vielen dank für das Einbringen eigener Erfahrugen.
      @Marcel: Tatsächlch zu Tränen gerührt… Nutzen sie ihren Diskussionsgeist und ihr Schreibtalent und ermutigen sie noch weitaus mehr Menschen.
      @Katrin: Ich bin kein trauriges Beispiel. Ich möchte ermutigen. Ich möchte Diskussionen fördern. Ich möchte offen sein und offen bleiben.
      @Anja: Sie bringen sehr viel Erfahrung von ihrer Seite in die Diskussion. Handlen sie in irem umfeld wie sie vorschlagen. Verbreiten sie Aufbruchsstimmung in einem verfahrenem System.
      @Silvie: Sie müssen mir nichts erklären. Ich habe das selbe Recht in dieser Diskussion wie sie. Und lassen sie den Kriegsvergleich bitte raus. Das stellt auch eine Demütigung für alle Länder dar die momentan im Krieg sind. Wir haben keine friedvolle Welt.
      @demolog: ich respektiere ihre Anwesenheit. Also respektiern sie auch mich, wenn ich sie nerve lesen sie nicht weiter. Was mich nicht glücklich macht, schneide ich heraus aus meinem Leben.
      @Jürgen: Gratulation, sie haben mich aus der Reserve gelockt, gleichzeitig fasziniert und verwirrt 😀
      @Dorothee: Genießen sie das was sie genießen können und tun sie es mit offenem Herzen. Kinder mit Maske im Freien bekommen hiermit die Erlaubnis mit Abstand ihren Hund zu streicheln=geringes Risiko
      @Christof: Bedenken sie ihr eigenes Risiko und das das sie für andere sind und tut sie was wir alle sollten.

      • Hier noch ein paar Antworten von meiner Seite. Einigen deiner Punkte stimme ich zu. Dass es unfair ist, Schulen zu schließen aber gleichzeitig keine bindenden/wirksamen Regelungen für Arbeit in Büros zu treffen, kann ich gut nachvollziehen. Wenn partielle Schließungen nötig sind, dann dürfen Kinder und Jugendliche da keinen zu großen Anteil der Einschränkungen tragen.

        Andere Aspekte deiner Argumentation finde ich allerdings gelinde gesagt problematisch. Du wägst in deiner Argumentation nicht die Probleme mit hohen Sterbezahlen ab, sondern was du dazu sagst – “Nur weil man nicht stirbt heißt das nicht, dasss man lebt” kommt bei mir wie ein beiseite-Wischen an. Zwischen denjenigen, die in dieser Pandemie vorzeitig sterben und denjenigen, deren (Weiter-)Leben durch die Schutzmaßnahmen negativ beeinflusst werden, gibt es den grundlegenden Unterschied: Sterben ist nicht rückgängig zu machen. Versäumten Stoff kann man nachholen, und ganz allgemein: die Resilienz bei Kindern und Jugendlichen ist im Vergleich recht hoch; es gibt eine Vielzahl von Beispielen von jungen Menschen, die nach deutlich schwereren Beeinträchtigungen als (hoffentlich in diesem Falle nur) mehrmonatigen Einschränkungen direkter Sozialkontakte (und ja, auch soziale Medien ermöglichen soziale Interaktionen), Vereinssport und Präsenzunterricht ein erfülltes und glückliches Leben gelebt haben. Das soll nicht heißen, dass man Kinder und Jugendliche mit bloßem Verweis auf Resilienz dann einfach sich selbst überlassen dürfte; im Gegenteil: Ich erwarte von all den Politiker*innen, die sich jetzt so für den Präsenzunterricht einsetzen, dass sie später Möglichkeiten zur nach-pandemischen Unterstützung schaffen – andernfalls wäre der jetzige Einsatz für Präsenzunterricht von Politiker*innenseite unerträgliche Heuchelei. Dasselbe gilt auch für all diejenigen Politiker*innen, die in Bezug auf die Schulschließungen das Problem Gewalt in Familien aufbringen. Von denen erwarte ich eigentlich jetzt schon, dass sie parallel Maßnahmen ergreifen, um Schutzräume/Betreuung/Hilfsangebote zu schaffen und zu verstärken, die an dieser Stelle helfen; tun sie das nicht, war die Gewalt in Familien für sie vermutlich doch eher nur ein bequemes Vorschiebe-Argument.

        Aber der grundlegende Unterschied bleibt. Bei Todesfällen ist es unwiederbringlich vorbei. Bei allem anderen kann man sich nachträglich und langfristig um Besserung bemühen.

        Außerdem blendest du einen Teil der Belastungen für Kinder und Jugendliche schlicht aus. Den Twitter-Thread eines Kinderpsychologen, der von der Angst seiner jungen Patient*innen berichtete, im gleichen Haushalt lebende Großeltern anzustecken, habe ich leider nicht gebookmarked und kann ihn daher leider hier nicht verlinken. Aber die Schulstreiks in Schweinfurt oder Nürnberg zeigen eben auch die andere Seite. Es gibt Schüler*innen, die unbedingt wieder in die Schule möchten, und andere, die das unter den Bedingungen hoher Inzidenzzahlen nicht möchten. Es ist keine Situation Jugendliche vs. Erwachsene, sondern in jeder der beiden Gruppen gibt es unterschiedliche Einschätzungen und Wünsche.

        Hinzu kommen jetzt die Mutanten. In Großbritannien, wo die B.1.1.7-Variante ja schon weit verbreitet ist, sind es jetzt eben gerade auch jüngere Menschen, die entsprechende Schäden davontragen. Die mit 11 Jahren auch nach Monaten noch nicht richtig Luft bekommen, oder mit 12 Jahren im Rollstuhl gelandet sind. In dem Sinne darf man in der Tat nicht nur auf die Sterbezahlen schauen, weil es da Folgen auch für junge Menschen gibt, die nach allem, was wir bislang wissen, eben doch mit einiger Wahrscheinlichkeit lebenslang beträchtliche Einschränkungen bedeuten.

        In dem Sinne war übrigens auch die Beteiligung der jungen Menschen an den Infektionsschutzmaßnahmen nicht nur Solidarität mit den älteren Generationen (obwohl jede*r unseren Respekt verdient, der/die das so verstanden und mit der Motivation gehandelt hat). Dass es bei hinreichend großer Verbreitung zu Mutationen kommt, die dann unter Umständen auch zu einer für jüngere Menschen schwereren Erkrankung führen können, war ja eine Sache, vor der entsprechende Expert*innen von Anfang an gewarnt haben.

        Ich denke, wir sind derzeit einfach nicht in einer Situation, wo wir hoffen können, mit halbherzigen Maßnahmen durchzukommen, sprich: wo wir jetzt schon diskutieren können, große Teilbereiche wie Schule wieder aufzumachen. (Aber wir sollten im Gegenteil diskutieren, wie wir Infektionen im großen Teilbereich Arbeitsplatz noc weiter eindämmen können.) Wenn wir jetzt konsequent die Inzidenzzahlen herunterdrücken, dann haben wir eine Chance, mit Hilfe der Impfungen in vertretbarer Zeit wieder zu einem einigermaßen sicheren Zustand zurückzukommen, wo Dinge wie Präsenzunterricht möglich sind. Wenn sich jetzt wieder die verschiedenen Lobbies durchsetzen, die unbedingt schon in diesem oder auch in jenem Bereich Lockerungen einführen wollen, dann landen wir nach einiger Zeit wieder in der nächsten unkontrollierten Wachstumsphase und danach wieder in einer Art Lockdown. Die Physikerin Viola Priesemann und ihre Gruppe haben so etwas modelliert (wird in diesem sehenswerten Vortrag erklärt) – bei solchen Jo-Jo-Effekten haben wir im Endeffekt längere Einschränkungsphasen als wenn wir konsequent bleiben und zu ganz niedrigen Inzidenzzahlen gehen. All das natürlich unter Vorbehalt weiterer Mutationen – auch die Chance dafür steigt ja, je länger wir mehr Leute sich infizieren lassen.

        Den erwähnten Modellierungen nach sollten wir eigentlich alle an einem Strang ziehen. Wer sich jetzt zu erfolgreich für frühe Lockerungen einsetzt, erreicht mit einiger Wahrscheinlichkeit letztlich das Gegenteil, nämlich nicht nur deutlich mehr Tote, sondern in der Summe auch deutlich längere Phasen mit Schließungen/Fernunterricht/Einschränkungen für die Wirtschaft.

        • Hallo Hr. Pössel,
          ich kann ihre Bedenken an meinem Kommentar durchaus verstehen. Der obere Kommentar war mein erster Komentar unter einem online Artikel. Ich habe rückblickend betrchtet nicht ale Formulierungen äußerste bedacht. Allerdings haben auch sie einen Fakt nicht bedacht. Mein erste Kommentar wurde im Januar veröffenticht. Zu dieser Zeit war zumindest mir die Anzahl an positiven Tests, die auf Mutationen zurückführen ist nicht bekannt. Mir geht es nicht unbedingt um sofortige Schulöffnungen, besonders bei Betrachtug der Mutationen, die scheinbar noch niemand wahhaben möchte. Die allgemeine Kritik an der 35-Inzidenz kann ich nicht verstehen. Klar haben wir momentan relativ niedrige Zahlen, aber das Virus hat sich für uns unsichtbar verändert. Es ist gefährlicher geworden. Das ist für uns nicht sichtbar, das macht den Locdown etwas unverständlich, aber er ist nötig, dass ich mich in meinem Zimmer einschließe ist nötig und das sollten noch viel mehr tun. Lieber Hr. Pössel, ich greife weder politische noch wissenschaftliche Erkenntnisse an. Ich habe auch keinen Grund dafür. ich würde vielleicht nicht alles genauso machen, aber ich bin mit unseren Regelungen, die mich betreffen einverstanden. ich wünsche mir mehr Regelungen für Büros, aber das haben wir ja schon geklärt. Mit dem ganz obrigen Kommentar habe ich mich selbst befreit. Ich will kein Mitleid und auch keine Verständinis, denn das fällt älteren und Wissenschaftlern oftmals sehr schwer. Ich möchte nur minimalen Respekt ich möchte sichtbar sein und das nicht nur als Schuldige, sondern als Teil unserer Gesellschaft, der genauso wie jeder andere versucht das Richtige zu tun. ja ich weis es gibt nicht das Richtige, aber viellicht das Richtigste, das Minimale, das Möglichste begranzt durch das nötigste. Das Feedback hierhat mich sehr berührt und hat mir geholfen. Ich wurde hier auf Augenhöhe behandelt und ernst genommen. Ich wünsche mir das wär auch in Realität so, denn Lebenserfahrung bringt momentan niemandem etwas, diese Stuaion ist für uns alle nue. Sie ist für uns alle schwierig. Wir sollten alle das beste draus machen und für mich hat das eben bedeuted mal alles rauszulassen und mich freizureden. Lieber Hr. Pössel, ihr Artikel ist unfreiwillg zu meinem Therapieplatz geworden und ich bin Ihnen sehr dankbar dafür. Sie haben in meinem Fall vielleicht Schlimmeres verhindert. Ich danke Ihnen auch für ihre wissenschaftliche Recherche und ihre Offenheit. Aber manchmal geht es vielleicht weder um Wissenschaft, noch um Politik.
          Viele Grüße aus einer etwas langweiligen 3-Stündiegen VU-Konferenz
          Ihre durch diesen Artikel besträrkte Clara

          • Jetzt hab ich doch glat etwas vergessen. Wie kennen Uns nict und sie kennen meine Ansichten nicht. Ich bin, was Sterbezahlen, das Ende der Impfungen, die Wirksamkeit der Impfungen, das Drchhaltevermögen der Bevölkerung und das Problem mit Mutationen allgemein sehr pessimistisch angelegt. ich möchte keine Lockerungen, weder Handel noch Schulen bevor wir nicht absoluter Herr der Lage sind. Ich kritisiere in einem Punkt die Politik und deren Hinweis auf FFP2 masken. De FFP2 Masken sind schwer in der Anwendung, sollten nach 75 min für 15min abgesetzt werdenund beim Einamen muss ein Unterdruck entstehen, der die maske ans Gesicht saugt und gewissermasen wirklich das Atmen erschwert. Wer die FFP2 Maske mehr als 2 Stunden tragen kann ist entweder Jack Norris oder hat eine “gefälschte” FFP2 oder trägt sich falsch. Als kleiner Alltagstipp: Damit die Maske wirklich alle Luft filtert kann der Zeigefinger vor dem ersten Tragen unter den Bügel gedrückt werden, um diesen zu formen, den dessen Breite entspricht etwa der Nase. In keinem Fall sollten die Masken mit einem dreiecksförmig gebogenen Bügel aufgesetzt werden. Zudem verweisen sogar die Hersteller, dass die Masken keine Viren an sich sondern die Aerosole aufhalten. Also sind auch sie leuder kein Superheld, der uns alles ermöglicht, soagr der Abstand wegzulassen. Wenn wir bei den Impfungen unsere Lineare Steigug halten sind wir in 4 Jahren mit Inpfen bei etwa einer herdenimmunität, wobei ja noch gar nicht klar ist, wie wirksam die Impstoffe wirklich sind. In 4 jahren bin ich 20. Studiere viellict, oder mach eine Ausbildung und frage mich, wie das so ist jugendlich und frei zu sein. Viellicht macht uns innerhlab der 4 Jahre, aber eine neue Zoonose einen Strich durch die Rechnung, oder aber ie Versorgung von drtteWelt-Ländern braucht so lange, dass sich dort künstlerische neue Mutationen bilden. Und mit jedem tag, den wir mehr brauchen sterben mehr Menschen. Nicht nur Oma und Opa, sondern auch Tante und Onkel, Vorbilder und Menschen, die dieser Welt noch so viel hätten bringen können und bringen wollen. Jeder Mensch der stirbt ist einer zu viel. Menschenleben sollten nicht in Zahlen gefasst werden, der Wert von Menschenleben darf und kann nicht bestimmt werden. Ich möchte für keinen Tod verantwortlich sein und jeder der momentan auch nur ein unnötiges Risiko eingeht weckt bei mit ein großes Aggressionspotential (und ja auch Mädchen können aggressiv sein). Für eine 15-jährige bin ich tatsächlch schon relativ erwachsen, den diese Frage kommt jetzt sicherlich auf. Doch den Tod kann ich ncht begreifen. Du hast da einen Menschen udn der ist dann weg, einfach weg. so mit der Schere rausgeschnitten. Ich verstehe Stebezahlen tatsächlich nicht. Ich kann sie nicht fassen. So viele menschen inein einfaches Diagramm zusammengefasst einfach weg, einfach abgeschnitten. Damit komme ich tatsächlich nicht klar. Aber wer tut das schon?

  15. Guten Tag Herr Pössel,

    über den worst case wurde meinem Wissen nach
    überhaupt noch garnicht gesprochen:
    Was wäre, wenn es sich um eine Biowaffe handelt,
    die in verschiedenen Variationen erprobt und eingesetzt wird?

    Hätten wir noch umfassenden
    neutral recherchierenden Journalismus
    wäre diese Frage schön längst
    einerseits in der öffentlichen Debatte
    andererseits in den Forschungen/Wissenschaft/Justiz/…
    aufgetaucht.

    In Zeiten wo Tausende von Satelliten ungefragt von Herrn Musk
    um unser aller Erde platziert werden,
    in denen Herr Gates tausende Tonnen “Staub” in die Atmosspäre pusten will,
    um das für MENSch und Tier und Pflanzen
    Lebens-notwenige Sonnenlicht vom Erdboden fernzuhalten,

    MÜSSEN solche Fragen gestellt werden.

    Möge 2021 uns allen Wahrheit bringen
    und den Himmel auf Erden in die Herzen der MENSchen

    • man muss eine frage nicht stellen. man kann sie auch denen überlassen, die bei diesen fragen mit fachlicher ausbildung hervorragende antworten haben und uns diese verständlich präsentieren! man glaubt heute, man schnappt ein paar gruslefloskeln aus der presse auf, mischt sie mit eigenen ängsten und zweifeln wirft sie ungeprüft in ein forum und glaubt dann, das die frage “berechtigung” hätte? hat sie nicht..sie ist nur da..so wie sich manchmal hundehaufen an strassenrändern befinden, obwohl sie da nicht hingegehören..die frage um der frage willen zu stellen, da ist der richtige platz der hörsaal einer uni und im speziellen im fach philisophie..aber in einem forum , wo es um ganz konkrete uns betreffende maßnahmen geht, wirkt sich so eine frage nur wie reine “provokation” aus.

      • @ traubenkern
        02.01.2021, 13:59 Uhr

        und glaubt dann, das die frage “berechtigung” hätte? hat sie nicht..sie ist nur da..so wie sich manchmal hundehaufen an strassenrändern befinden,…

        -> Ihren “hundehaufen” hätten sie sich auch ersparen können.

        Er gehört durch Zensieren) “aufgehoben”, wie der Haufen deines Köters.

        Was eigendlich macht es besser, das man unsachlich gegen Fragen, die gestellt gehören, in den Krieg zu ziehen? Deine Antwort ist Provokation, nicht die Frage.

        Das die “Vermischung” der Thematik mit anderen modernen Szenarien provokativ wirkt, weil sie anscheinend nicht zusammengehören, kann ich gut verstehen. Aber seiner Ohmmacht in der Krise mit affektiver Anfeindung Luft zu verschaffen, ist keines Wegs die hilfreichste Reaktion auf die Komplexität der modernen Welt/Existenz.

        Ausserdem erklärst du hier erstaunlicherweise, das nur Studenten der Fachbereiche solche Fragen stellen dürften. Aber eben nicht die niedere ebene der arbeitenden (oder nicht arbeitenden) Gesellschaft.
        Welch Weltsicht entspringt eigendlich solche Anmaßung?

        Sie fühlen sich gestört und provoziert? Glückwunsch, sie haben damit einen unleugbaren Hinweis darauf erhalten, das sie nicht allein in der Welt leben.

    • Eigentlich sollte man auf so einen Brief gar nicht antworten. Wir haben jetzt zunehmend Impfstoffe gegen das Virus, leider gibt es gegen manche Leiden keinen.

      • Viellicht wäre eine Antwort, eine offene Diskussion und eine Erklärung, ein aufeinander-Zukommen eine Art Ipmfstoff.
        Ich möchte menschen mit nderen Meinungen nicht impfen, sondern sie langsam dazu bewegen sich selbst impfen zu lassen.

        Im ersten Momentan stimme ich ihrem Beitrag jedoch durchaus zu.

    • Hallo Clara,
      ja, da hast du recht. Die Jugendlichen sind die eigentlichen Verlierer der Pandemie. Ihr verliert Schulbildung, verliert die Gelegenheit Schulfreundschaften zu schliessen und bekommt noch das Trauma der Elterngeneration voll ab. Dazu kommt, dass sich in eurem Alter so viel ändert und die Zeit so endlos lange ist. Wir etwas Älteren (ich bin 52) machen immer dasselbe und umgeben uns mit denselben Leuten. Oftmals seit Jahren und Jahrzehnten. Wir empfinden ein oder zwei Jahre nicht als besonders lang und aufgrund des Alters haben wir viel mehr Geduld. Ich hoffe wirklich sehr, dass die Pandemie im Frühling nachlässt und die Impfungen helfen und wir alle im Sommer / Herbst wieder so wie früher leben können und v. a. eure Generation wieder Freiheiten hat und Feste feiern kann und Reisen können wird. Es macht mir auch keinen Spass Kinder, die meinen Hund streicheln um etwas Abstand zu bitten. Ich finde den Kontakt zu Kindern nett und ich habe auch noch nie abfällig über Kinder und Jugendliche gesprochen.

      Die Zahlen von H. Pössel treffen sicherlich ungefähr zu. Man muss auch drandenken, dass ein überlastetes Gesundheitswesen für andere Krankheiten nicht mehr zur Verfügung steht. Ich kenne eine Frau, die im Frühjahr den Krebs nicht behandeln ließ aus Angst vor Corona und jetzt tot ist. Ich kenne jemand, der wegen eines Hörsturzes ins Krankenhaus kam, dort nur notfallmäßig behandelt wurde und sich dort auch noch Corona eingefangen hat…..
      Die Folgen durch die unzureichenden Behandlungen nicht Corona kranker oder verunfallter Menschen aufgrund von fehlendem Personal und fehlenden Betten wird gravierend wenn man die Pandemie nicht so lange bremst bis wir geimpft sind.

      • Hallo Dorothee,
        ein Hund ist sicherlich in der momentann Situation ein schöner Freund, auch wenn er nicht von Kindern gestreichelt werden kann. Allerdings sehe ich auch bei den Kindern die natürlich gerne mit Freunden in größeren Gruppen spielen wollen. ich verstehe die Problematik, die vor allem jüngere inder triifft und haffe vor allem auf den Verstand der Eltern, denn sie müssen ihren Schützlingen klar machen, dass wenn die Schulen zu sind sih nicht die ganze Klasse zu Schlitten fahren treffen kann.Auch bei jüngeren ist die Ansteckungsgefahr sehr wohl gegeben, wie mich @Silvie schon aufklären wolllte. Das führt mich zu dem Grundsatz meines Konflikts. Die Jugendlichen sind Schuld, sie sind symptomfrei ansteckend und müssen aus der Schule raus, in einer Phase in der sozialer Umgang so wichtig ist. Jüngere Kinder dagegen sollen sobald wie möglich in die Kindergärten und Schulen (wobei die Kontrolle, wer momentan zr Notbetreunung darf zu wünschen übrig lässt).
        Ich nehme (und ja da bin ich mir sicher) mehr Rücksicht auf die Mitglieder unserer Gesellschaft als es ein Grundschulkind überhaupt kann und trotzdem bin ich 10. Klasse die letzte, die wieder in die Schule darf

        Viele Grüße von einer Clara, die gerade 7 Kinder beim Spielen beobachten kann (und nein, dass ist nicht ein Haushalt+eine Person)

    • “Hätten wir noch umfassenden
      neutral recherchierenden Journalismus
      wäre diese Frage schön längst
      einerseits in der öffentlichen Debatte
      andererseits in den Forschungen/Wissenschaft/Justiz/…
      aufgetaucht.”
      Ich bin erstaunt, dass diese Behauptung durchgewunken und veröffentlicht wurde, wo doch die nicht-neutralen Journalisten jeden Post hier kontrollieren…

      Vielleicht haben sie die Augen einfach geschlossen, oder nie danach gesucht. Mir sind oft Behauptungen wie ihre begegnet, auch Journalisten haben sie schon geäußert, doch alle Versuche des Nachweises wiesen in eine andere Richtung: Enger Umgang des Menschen mit Tieren und Übertragung von diesen auf den Menschen (nicht vollständig gesichert, aber von verschiedenen Quellen als wahrscheinlichste Ursache ermittelt).
      Mal sehen, was uns da die Zukunft noch bringt.

    • Hallo Clara! Finde ich sehr gut (vor allem sehr gut nachvollziehbar), was du schreibst. Du lenkst den Blick auf die Tatsache, dass es zur Zeit eine heikle Frage zu beantworten gilt: Wie wägen wir das deutlich erhöhte Sterberisiko unserer alten Bevölkerung durch die Pandemie gegen das Leid und die Existenzbedrohung in allen Bevölkerungsschichten durch die Lockdowns gegeneinander ab? Leider scheint in der Politik und bei den Medien fast “gleichgeschaltet” die Meinung vorzuherrschen, dass die letztere Frage, der Schaden und das Leid durch die Lockdowns, unterzuordnen, wenn nicht zu ignorieren sei. Eure Deprivierung als Schüler vom Sozialleben und geordnetem Schulunterricht ist leider nur ein Teil davon. Leider werden angestiegenen Harz4- und Suizidraten nicht neben den Covid-Sterberaten abgebildet. Wir stehen vor der harten Frage, ob unsere Gesellschaft sich diesen kompromisslosen biologischen Schutz ihrer alten Bevölkerung in diesem Ausmass leisten kann. (Und es ist nur die alte Bevölkerung – seit März gab es in ganz Deutschland ca. 300 Covid-Tote unter 60 – vernachlässigbar im Vergleich zu Schwankungen anderer Sterbefaktoren in dieser Altersgruppe. Ins Auto zu steigen ist für diese Altersgruppe immer noch gefährlicher als Covid). Es ist wirklich eine harte Frage, weil auch die 80-Jährigen ein volles Lebensrecht, liebende Angehörige, teilweise hohe Lebensqualität haben und ihre Beiträge zur Gesellschaft leisten. Ich möchte nicht derjenige sein, einem Kind zu sagen, dass ich als Politiker mit meiner seichteren Lockdown-Entscheidung seinen Eltern das Recht aufs Weiterleben schmälere. Aber wir sollten uns zumindest mit dieser Frage und Abwägung auseinandersetzen, um zu zeigen, dass wir nicht leichtfertig den Künstlern, Gastronomen, Hoteliers, Reisefachleuten, Schülern und Bewohnern von Altenheimen (die ausser Telefon keine Kontaktmöglichkeiten mehr haben), Kinos, Schülern, Studenten, Einzel-, Fachhändlern usw. jeden Boden unter den Füssen wegziehen.

      • Der von ihnen angesprochene Interessenkonflikt muss meiner Meinung nach keiner sein. Jeder von uns musss einen Teil leisten. Muss seinen Lebensstandart hinterfragen. Muss seinen Alltag umplanen, um sein Risiko zu minimieren. Das ist anstrengend und nötig. Aber wir sind nicht wie so oft betont als Gemeinschaft gefragt, sondern auch in unseren eigenen Leben. Und die Sterberate ist nicht unser eigenes Problem. Wir alle können infiziert werden, vielleicht sogar ohne Symptome und trotzdem nie wieder ins leben zurückkommen können. Nur weilman nicht stirbt heißt das nicht, dasss man lebt. Bedenken sie das und wägen sie ih selbst nicht in Sicherheit. Schalten sie auch ihren Egoismus ein und kommen sie zurück ins Leben weg von der Statistik, die nur den Tod als Ende sieht.

        Die auch um ihr eigenes Leben fürchtende Clara

    • Dass dieses Virus eine Zoonose ist und nicht einem militärischen Labor für biologische Kriegsführung entwichen sein kann, wurde zweifelsfrei von Wisssenschaftlern nachgewiesen. Und zwar, indem USamerikanische Wissenschaftler einem in China-Beschuldigungen schwelgenden wirren US-Präsidenten detaillierte Forschungsergebnisse eigener Institute entgegenhielten und auch chinesische Wissenschaftler umgekehrten Beschuldigungen ihrer Regierung mit Forschung konterten.

      Es ist – trotz erheblicher geopolitischer Spannungen – das einhellige Ergebnis der internationalen Forschung, dass die durch Zoonose erfolgte Infektion von Menschen durch einen zuvor bei Fledermäusen festzustellenden Virus durch spontane Mutationen erfolgt sind, die strukturell nicht ansatzweise den Veränderungen entsprechen, die durch menschliche Manipulationen in Laboren bewirkt wären können.

      Was also wäre da, Ihrer Meinung nach, ein “neutral recherchierender Journalismus”? Einer, der sich an wild spekulativ gesponnener Legendenbildung beteiligt, weil einige Zeitgenossen, die offenbar das Glück hatten, bisher von Sars-Covid2 verschont zu bleiben, die Existenz des Virus als ihre persönliche narzisstische Kränkung empfinden?

      Die faktische Realität einer durch ein hochgradig pathogenes und infektiöses Virus ausgelösten pandemischen Dynamik ist kausal weder durch Herrn Musk, um die Erde kreisende Satelliten noch durch Herrn Gates und Gedankenspiele über Wettermanipulation zu erklären. Und kein seriöser Wissenschaftsjournalist wird sich an der Spinnerei der narrativen Fäden beteiligen, die einem solchen fiktiven Gebilde künstlich Plausibilität verleihen.

      Um aber den Herzen der derzeit leidenden Menschen gerecht zu werden, kann man nichts Wesentlicheres tun, als die nackte Realität als das wahrzunehmen, was sie ist, Ansteckung und Verbreitung des Virus zu verhinderrn und pragmatisch und weltzugewandt Lösungen für reale menschliche Probleme zu finden, die sich aus dieser Pandemie ergeben.

      Schwarz-weiß Narrative aber zu spinnen, die Sündenböcke präsentieren und diese obsessiv zu dämonisieren, ist nicht nur absolut herzlos, sondern nützt wirklich niemand.

      • @ Anja Böttcher
        03.01.2021, 02:10 Uhr

        Dass dieses Virus eine Zoonose ist und nicht einem militärischen Labor für biologische Kriegsführung entwichen sein kann, wurde zweifelsfrei von Wisssenschaftlern nachgewiesen.

        -> Also in anderem Zusammenhang ist in Sachen Genetik durchaus eindeutig, das man eine natürliche Mutation nicht von einer künstlichen Manipulation unterscheiden kann.
        Daher ist ein “Beweis” für die natürliche Evolution des Virus hinfällig und nicht möglich. Gegenwärtig wohl sicher noch nicht.
        Ausserdem heisst die Vermutung, das dieses Virus im Labor entstanden sei, natürlich wiederum auch nicht, das die Chinesen das getan haben, nur, weil die Seuche in China ausgebrochen ist.

        Dabei ist auch völlig unerheblich, welche Tierart der Zwischenwirt war, weil auch diese Tiere nur ein Teil des Mosaiks sind und zufällig oder gar geplant betroffen sein könnten. Und im Übrigen gibt es Pandoline auch in Afrika und, wenn man die Aussagen um den Tierreichtum dieser Welt glauben schenken darf, wo es immer heisst, das wir nur einen geringen Teil der Vielfalt bisher kennen/entdeckt haben, kann es auch sein, das es in Südamerika auch Pandoline gibt, aber die südamerikanische population im Verbreitungsgebiet der Pandoline (welches wohl sehr weit ab der Zivilisation sein müsste) gegen das Virus immun sein könnten.

        Insgesamt ist deine vermeindlich gerechtfertigte Richtigstellung nur ein Glaubenssatz.

        Der Ursprung dieses Virus bleibt angesichts der unklarheiten wohl weiterhin im Unklaren.
        Dagegen ist es eindeutig, das es vorher eine Biotopweite Immunität gab, bis etwas geschah, was diese immunität zerstörte, weshalb nun ein Virus dieser Art schädlich sein kann. Das ist der Schlüssel zum Verständnis von solchen katastrophalen Seuchen. Nicht die Frage, ob es künstlich oder natürlich evolvierte oder ob die Chinesen oder irgendwer anderes mit CRISPR-Cas dieses Genmaterial geformt haben. Obwohl auch interessant, ist diese Frageszenerie eben nur zum Abreagieren und des freisetzens von Zorn (Gottes) nützlich. Und das, wo doch schon in der Bibel vor der Wahrheitssuche gewarnt wird: nicht zwischen Gut und Böse unterscheiden…
        Auch, wenn das religiöse Dogma heute anscheinend nicht mehr verbindlich ist, so sind die Szenarien darin immernoch so wirksam, wie sie immer waren: Eigenmächtige Wertungen sind nur dann unschädlich für den bewertenden, wenn Gott es genau so haben will.

        Und weil die allgemeine Deutung gerade derart im Mainstream etabliert ist, so sind alle, die an die “Wahrheit” darin glauben, eben “Gläubige” im Sinne des religiös-theologischen Glaubens-Kontextes.
        Das ist die eigendlich ernüchternde Erkenntnis für Menschen, die tatsächlich daran glaubten, das der “Gottesglaube” heute abgeschafft sei.

        Dabei ist nur die Erkenntnis darüber abgeschafft worden, nicht der eigendliche Fakt daran. Aufklärung in anderer Weise: Was mich nicht zweifeln lässt, das macht mich Glauben. Was meint, das man mangels Erkenntnis über Zusammehänge leicht Atheist sein kann. Ignoranz, die zur Überheblichkeit führt…aus der Leugnung des Unausweichlichen…wie es scheint.

        So lässt es sich natürlich auch gut und vor allem “im Recht” leben.

    • Liebe Maria,
      diese Fragen werden seit dem ersten Tag der Pandemie immer und immer wieder gestellt.
      Wenn es aber eine Biowaffe wäre, dann wäre es unmöglich gewesen, diese zu gewinnen, entwickeln und in großem Maßstab freizusetzen, ohne dass viele Menschen davon wüssten. Und wenn viele Menschen etwas wissen, dann ist es immer nur eine Frage der Zeit, bis irgendjemand dieser Menschen darüber redet und Beweise veröffentlicht (z.B. Snowden, Manning und buchstäblich unzählige andere, die ihre Informationen Wikileaks oder Journalisten zur Verfügung gestellt haben).
      Glauben Sie wirklich, wenn ein Journalist brauchbare Informationen in dieser Richtung hätte, dann würden diese nicht veröffentlicht werden? Viele Journalisten riskieren ihr Leben für ein gute Story. Warum sollte dann so etwas nicht veröffentlicht werden?
      Es gibt schlicht und einfach überhaupt keine Anhaltspunkte und erst recht gar keine Beweise in dieser Richtung.
      Für Wuhan gilt das natürlich nur mit Einschränkungen. Es könnte durchaus sein, dass das Virus einem Unfall aus dem dortigen Labor entstammt und dass die chinesische Regierung die Beweise vernichtet hat. Aber auch diese Fragen werden buchstäblich weltweit seit Tag eins der Pandemie gestellt und es gibt immer noch keinen ernstzunehmenden Beweise.

      Abgesehen davon hat Elon Musk natürlich gefragt, ob er Satelliten in den Weltraum schießen darf, und er hat einen Genehmigung erhalten. Es gibt seit geraumer Zeit auch eine Diskussion darüber, ob die Art und Weise, wie solche Genehmigungen erteilt werden, zukünftig noch sinnvoll ist, aber das ändert nichts an der jetzigen Praxis.

      Wo informieren Sie sich?

      • @ Der Nikolaus
        03.01.2021, 11:05 Uhr

        -> Nein, diese Argumentation, das irgendwer schon plaudern würde, weil viele Menschen involviert sein müssten, funktioniert nicht als sichere Rekonstruktion von Wirklichkeit.

        Erstmal müssen gar nicht viele Menschen involviert sein, und zweitens ist es tatsächlich möglich, das, wenn doch viele Menschen in Kenntnis wären, niemand redet…zum “Verräter” wird. ganz zu Schweigen davon, das man solchen auch heute noch wirksam drohen kann.

        Wenn sie sich die Lebenssituationen von Manning, Aussange und Snowden so anschauen, dann ist das schon Warnung genug, sich nicht dieser anscheinend gefährlichen Wahrheitsuche hinzu geben. Oder?

        Ausserdem ist der moderne mensch (und wohl der mensch überhaupt) nicht wirklich dazu geeignet, Wahrheit zu erkennen, selbst, wenn er genau davorstünde und sie nicht übersehen kann.
        Abgesehen davon, das die kollektive Wahrheitssuche und Konstruktion viel mehr davon abhängig ist, wie quantitätiv sie in Massenmedien enthalten ist, anstatt wie gut sie mit Argumenten untermauert und begründet ist.

        Schon das christliche Haupt-Thema, die Hoffnung, widerspricht der tatsächlichen Erkenntnisfähigkeit des menschen, der lieber auf ein Ideal oder einem Fetisch hofft, als die Wirklichkeit anzuerkennen… oder überhaupt erkennen zu können.

        Es ist der Glaube oder die Hoffnung an das Gute im und am Menschen, der dich sowas sagen lässt, das die Wahrheit schon irgendwie und wann in diese durchaus wirksam gesteuerte Öffentlichkeit käme. Und dann auch noch “gesehen”/erkannt werden würde.

        Aber wenn man allein in der Welt ist, dann geht die Wahrheit schnell in die Defensive, weil man allein kaum selbsterhaltend bestehen kann, wenn die moderne Zivilisation daraufhin so strukturiert ist, das diese “rettende” Gemeinschaft eigendlich dazu da ist, um Einzelne zur Anpassung zu zwingen, anstatt Wahrheit über Wirklichkeit zu finden und auch noch wirksam zu populieren.

        Sorry, diese Haltung ist leider vollkommen unbrauchbar für das Problem. Und dazu gewzungen, zu glauben, was glaubhaft in der Öffentlichkeit etabliert ist.

        Das “demokratische” Moderll ist für die Wahrheit vor allem auch in der massenmedialen Öffentlichkeit keine gute Strategie. Aber sie wird genau dort politisch angewendet, … ganz im Kontrast dazu, das man ansonsten die Wissenschaft derade nicht als demokratische Veranstaltung erkennt.

    • Dem kann ich nur voll zustimmen!!!!
      Der Professor hat keine Ahnung. Er nimmt falsche Werte, die alle zu hoch sind. Ein Beispiel: Wenn laut offiziellen Veröffentlichungen 50% der Beatmungspatienten sterben, dann können bei Überlastung des Gesundheitssystems nicht 3x soviele sterben (150%).
      Ein realistisches Worst währe gewesen: 0,1 – 0,2% Sterblichkeit bei 70% Herdenimmunität und 83 Mio. Menschen. Entspräche ca. 100 000 Tote.
      Ist mir auch klar, dass dies zu vermeiden ist.
      Aber nicht mit derartiger Panikmache, die wir seit fast einem Jahr erleben. Deshalb ist es kein Wunder, dass sich viele Menschen nicht mehr an die Gebote und Verbote halten.
      Bis Ende November war ich relativ zufrieden mit unserer Politik, aber jetzt wirds übertrieben und ich merke bei meinen Freunden, dass ich hier nicht allein bin.

      • Auweia, muss man das nach einem geschlagenen Jahr immer noch erklären?
        Wenn heute 50% der Beatmungspatienten sterben, dann werden das bei einem völlig überlasteten Gesundheitssystem wahrscheinlich ungefähr gleich viele sein.
        Dafür werden aber 100% der Patienten sterben, die keinen Beatmungsplatz bekommen, weil das Gesundheitssystem überlastet ist.
        Das ist keine Panikmache. Es gibt aus der Spanischen Grippe Erfahrungen aus amerikanischen Städten, von denen manche das öffentliche Leben zu großen Teilen runtergefahren haben, sowie von anderen, die das nicht getan haben.
        Irgendwie war diese Pandemie fast ganz genau so wie die letzte, aber kein Ar*** hat sich dran erinnert (ist hundert Jahre her…) und wir machen dieselben Fehler wieder.

    • Guten Tag Herr Pössel,
      ihr Beitrag, obwohl solide recherchiert und in allen wesentlichen Belangen korrekt, beschreibt die Lage nur eindimensional.
      Als Physiker arbeite ich an der Optimierungen von technischen Prozessen. In der Technik ist das relativ einfach, weil man rational entscheidet, welche Größe auf Kosten anderer Größen optimiert werden soll.
      Anders in der Pandemie. Hier geht es um Menschen, die alle berechtigte Interessen haben. Die gilt es verantwortungsvoll gegeneinander abzuwägen.
      Natürlich dürfen wir nicht tatenlos zusehen, wenn die Todeszahlen in den Risikogruppen zunehmen. Wir dürfen dem aber auch nicht alles andere komplett unterordnen. Unsere Kinder und Jugendlichen leiden momentan extrem unter der Situation (Schulschließungen, kaum oder keine sozialen Kontakte mit Gleichaltrigen, bis hin zu häuslicher Gewalt). Und auch wenn wir das gerne vergessen, eine funktionierende Wirtschaft ist Grundlage unseres Wohlstandes und nicht zuletzt unseres Gesundheitssystems.
      Das sind nur einige Beispiele für die vielen Interessenkonflikte, die ausgeglichen werden wollen.
      Ich habe großes Vertrauen in unsere funktionierende Demokratie und wünsche mir, daß eine ganzheitliche Diskussion, unterstützt von Wissenschaftlern und Ethikern, wieder in unseren PARLAMENTEN stattfindet. Unsere gewählten Volksvertreter sind sich ihrer Verantwortung sehr wohl bewußt und durchaus in der Lage für alle Bürger akzeptable (jeder wird dazu auch Kompromisse machen müssen) Lösungen erarbeitet zu können.

  16. Nicht der auf einseitig verzerrten hyperisierten Zahlen komplett unrealistisch hochgerechnete Worst-Case ist als Referenz zu nehmen, sondern der realistisch zu erwartende Realfall. Und der ist um mindestens eine Grössenordnung tiefer anzusetzen. Dann noch die realistisch zu erwartenden Massnahmenschäden gegenrechnen und dann kommen wir auf eine vernünftige Diskussionsbasis. Italien ein Gesundheitssystem wie wir. Das ist absolut lachhaft und genau die Art von tendenziös manipulativer Verzerrung von der ich spreche.

    • Der Unterschied der Gesundheitssysteme liegt im Wesentlichen in der Ausstattung – Zahl der Intensivbetten, Personalschlüssel und Beatmungsgeräte sind hier relevant. Endlich sind diese in in beiden Ländern. Ist die Auslastung in Deutschland erreicht, unterscheidet sich das Gesundheitssystem in seiner Wirkung nicht mehr von der in Italien in der anfänglichen Krisenzeit (sowie später in Süditalien). Die potentiellen Auswirkungen einer solchen Situation zu berechnen, ist das vernünftigste, was man tun kann, möchte man vorausschauend planen (und das ist hoffentlich immer noch die Prämisse der Politik – zumindest bei den meisten Parteien und Bürgern). Ein Ignorieren von solchen Berechnungen, um eigenen Bedürfnissen und Wünschen entgegenzukommen, ist unverantwortlich und so zu benennen.

    • Wir haben inzwischen über 30.000 Tote in Deutschland, ohne Überlastung des Gesundheitssystems. Und es können sich bestimmt 10 mal so viele Leute infizieren. Ohne Überlastung des Gesundheitssystems bedeutet das auch eine Verzehnfachung der Opferzahlen, mit Überlastung werden es deutlich mehr. Die von Herrn Pössel errechneten Zahlen sind also nicht komplett unrealistisch und erst recht nicht um eine Größenordnung zu hoch.

    • Sie wissen schon dass die Lombardei die reichste Region in der EU ist und das Gesundheitssystem dort durchaus mit unserem vergleichbar ist.?

    • Die “realistisch zu erwartende Realität” ist eben keine universell homogene Größe, sondern hängt vom Koordinatensystem unseres Verhalten ab – wie man sehr gut an dem einfachen Vergleich etwa des epidemologischen Geschehens in den USA und so unterschiedlichen ostasiatischen Ländern wie China, Taiwan, Singapur, Japan und Südkorea erkennen kann,

      Die obigen Kalkulationen des Worst Case erfolgten unter der Prämisse, dass eine Gesellschaft dem Virus keine Hemmnisse durch Einschränkung physischer Kontakte zwischen Menschen entgegenstellt. Alle Berechnungen fanden im Anschluss auf der Grundlage von aus Studien gewonnenen Rechenmodellen statt. Was daran unter der gegebenen Prämisse unrealistisch sei, muss wohl erst jemand erklären, der aus dem hohlen Bauch beansprucht, voraussetzunglos zu wissen, was ein “realistisches” Szenario sei.

      Und wenn Sie die Aussage, dass das Gesundheitssystem in der wohlhabendsten italienischen Region mit dem unseren vergleichbar sei, als falsch erachten, dann wäre es mehr als geboten, dass durch empirische Belege zu erhärten.

      Hier aber von “manipulativer Verzerrung” zu sprechen, wo eine Kalkulation alle ihre Prämissen und Parameter klar benennt und durch Verweis auf Studien belegt, zeigt, dass eine Minderheit dieser Gesellschaft jede Fähigkeit abhanden gekommen ist, eine Berechnung objektiv möglicher Ereignisverläufe als eine solche wahrzunehmen und auf entsprechender Ebene zu besprechen.

      Wenn aber Leute ihre Glaskugel”realitäten” absolut setzen, dann sind deinitiv sie es, die sich damit als unfähig erwiesen haben, an jeglichem Diskurs teilzunehmnen, der nach Maßgabe dessen erfolgt, das seit dem Zeitalter der Aufklärung unter dem Begriff der Vernunft begriffen wurde.

  17. Mir fehlt bei der Betrachtung die Altersstruktur der Todesfälle: von ca.32.000 Toten in Deutschland 2020 waren 2/3 älter, als 80 Jahre, 1/4 zwischen 60 und 80 Jahre alt (Quelle RKI).
    Bis zum Alter von 40 Jahren liegt die Sterblichkeitsrate der Bevölkerung praktisch bei NULL
    Das ist eine Verteilung, welche unbedingt berücksichtigt werden muss, wenn man nicht zu ganz falschen Schlussfolgerungen kommen will.

    • Das schon, aber auch über 60 jährige haben ein Recht auf Leben! Ethisch lässt sich diese Problematik nur auf eine Weise lösen:
      Die Gesellschaft (= wir ALLE) muss sicherstellen, dass das Gesundheitssystem nicht überfordert wird und dass Personen überhaupt die Möglichkeit haben sich selbst zu schützen.
      Nicht mehr und nicht weniger.
      Der Rest ist dann Eigenverantwortung.
      Aber die persönliche Freiheit endet eben dort, wo das Leben anderer tangiert oder gar gefährdet wird!

    • Richtig. Im Weltkrieg starben Kinder bei Luftangriffen in etwa genauso oft wie Erwachsene, bei Covid-19 ist das massiv anders. Die relevanteste Kennzahl zur Bewertung des Schreckens der Pandemie ist für mich die Lebenserwartung. Und die sinkt nicht nur als Reaktion auf den Virus, sondern auch als Reaktion auf mit diesem einhergehende wirtschaftliche Probleme und psychische Probleme. Zumindest in Entwicklungsländern dürften die Virustoten selbst im Rückblick nur einen Bruchteil der zu erwartenden negativen Änderung der Lebenserwartung verursacht haben.

    • Wenn wir nicht mehr bremsen werden auch mehr Mittelalte so ab 40 bis 50 schwer krank werden und das Krankenhaus völlig überlasten. Ausserdem sind die über 80 jährigen heutzutage oftmals recht fit und genießen das Leben. Und das zu recht. Das sind auch nicht “die Alten”, die sowieso bald weg sind, sondern unsere Eltern, Geschwister, Schwiegereltern, Freunde….
      die genauso ein Recht auf Leben haben wie die Jüngeren auch.

    • Sehr geehrter Herr Weidemann,
      wenn Sie schon so rechnen, müssen Sie aber auch unbedingt berücksichtigen, dass auch anscheinend leichte Verläufe der Covid-Infektion häufig eben nicht nach 2 Wochen ausgestanden sind, sondern teilweise schwere, langandauernde Beeinträchtigungen nach sich ziehen, wie Fatigue und psychische Folgen, wie massive Gedächtnisprobleme. Wie sehen Sie das? Wenn man schon so zynisch ist, den Verlust an Lebenzeit von durchschnittlich etwa 10 Jahren auch bei Personen über 60 (Schätzungen aus Hamburg nach Untersuchung Verstorbener) für unerheblich zu halten, sollte man wenigstens den Verlust an Leistungsfähigkeit bei deutlich jüngeren Menschen in seine Überlegungen einbeziehen. Und sei es nur wegen der privaten und gesamtwirtschaftlichen Folgen.

    • Ja diese Zahlen sind wichtig. Aber nur dann wenn man einer unmenschlichen Weltsicht anhängt, die das Leben von älteren Personen niedriger gewichtet als das von jüngeren.

    • Sehr geehrter Herr Weidemann,
      Ihre Beschreibung des Altersspektrums der Verstorbenen ist korrekt. Allerdings lässt diese Betrachtung a) ausser Acht, dass Menschen, die das 60./70./80. Lebensjahr erreicht haben, durchaus noch eine relevante Anzahl von Jahren Lebenserwartung haben, b) u.a. im Tessin (Schweiz) die Gesamtlebenserwartung um 6 Jahre (!) gesunken ist (Quelle: SRF), und c) Jüngere anscheinend häufiger auch schwerere Verläufe überleben, aber auch Langzeitfolgen insbesondere bei diesen auftreten, die dann wieder volkswirtschaftliche Konsequenzen haben…

    • Wenn man so argumentiert, kommen andere leicht auf den Gedanken, dass dem Verfasser dieses Beitrags 32.000 tote ältere Menschen weniger wert sind als 32.000 Tote unter 40 Jahren.
      In meinen Augen ist jedes Leben gleich viel wert.

  18. Bei dieser Pandemie von “worst case” zu schreiben, ist doch um Grössenordnungen zu hoch.
    Bin gespannt, wie die Mutierungen reagieren, denn Todesfälle im Bereich von 1 % werden von der Menschheit durch Geburten deutlich übertroffen.
    Dachte eigentlich, wir würden in der Evolution von Roboter-KI abgelöst, aber vielleicht erholt sich der Planet von uns durch eine Folge von Seuchen, die schnell und effektiv mutieren 😉

    • Sie können auch den “worst case” dafür finden, dass Sie am Frühstückstisch den Orangensaft umkippen, was dann in der Größenordnung eines Schadens von 15€ liegen könnte.

      Der Artikel behauptet an keiner Stelle, dass das Corona-Virus ein “worst case” im Bezug auf die Menschheit wäre. Es wurde lediglich der “worst case” im Bezug auf den Umgang mit der Krankheit genannt und abgeschätzt. Das ist ein großer Unterschied und der Schaden liegt leider eben auch deutlich oberhalb der 15€ eine verschütteten Glas Orangensafts.

    • Danke an Peter Müller es gibt anscheinend doch noch Menschen die klar denken können, der Autor kann es ja anscheinend nicht oder vieleicht doch.
      Für Geld macht man ja bekanntlich alles.

      Ich kann nicht verstehen das die Regierungen die Menschen Weltweit so schnell so gut mit Angst manipulieren konnte.
      Das Grundgesetz wird ausgehebelt genauso wie die Freiheit.
      Es ist schrecklich das Menschen sterben, egal ob an Covit oder anderen Ursachen.
      Aber wenn man denn Tunnelblick abschaltet und sich mal umschaut wird man feststellen das die ganzen Maßnahmen kein Menschenleben rettet, sondern zu einem erhöten Sterben bedingt bei uns und ganz extrem in der 3 Welt führt.
      Von den existenzen Einzelner oder zunahmen von Gewalt vor allem häuslicher wollen wir gar nicht reden, das interesiert die Regierung ja eh nicht.
      Wenn man sich anschaut wieviel Menschen jedes Jahr sterben und wer an Covid stirbt kann man sich an den Kopf fassen .
      Für ein Menschenleben wird Schadenersatz von 100000,- € geleistet. Für angeblich 1 Millionen Covid Tote zu verhindern werden 1 Millionen € pro Kopf an Schulden gemacht.
      Diese Wirtschaftliche Katastrophe hat jetzt schon dazu geführt das über 100 Millionen Menschen an Hunger leiden und sterben.
      Vor allem Kinder haben darunter zu leiden und sterben.
      Hauptsache wir retten hier die Alten und kranken Menschen die zu 90 % innerhalb der nächsten 5 Jahre sowieso gestorben wären.
      Schützt die Risikogruppen wenn sie es wollen und last den Rest der Bevölkerung ihr Leben.
      Die Regierung hat in 15 Jahren immer nur bewiesen wie unfähig sie ist und keiner merkt es. Dafür ein Lob an Merkel.
      Ihr Vorstandsposten in der Pharmaindustrie ist ihr schon sicher.
      Um kein einziges Problem was jedes Jahr viele Menschenleben kostet hat sie sich gekümmert. Einer muß sich ja um die Überbevölkerung kümmern.
      Wenigstens das kann sie.
      Wer glaubt das es jetzt zu Ende geht mit den Maßnahmen wegen den Medikamenten und Impstoff hat immer noch nichts begriffen.
      Ps. ich gehöre zur Risikogruppe

  19. Guten Tag,
    Sie sind Physiker, sehr schön. Sie haben hoffentlich den live stream von Prof. Wieler Anfang Dezember 2020 gesehen, in dem er mitteilte, dass in Deutschland täglich 2500 bis 2700 Menschen sterben, jährlich 900.000 Menschen – NORMALE STERBERATE.

    Wenn die ImfpungEN da sind…, soll u.a. auch geprüft werden, ob diese hochbetagten Menschen nicht auch ohne Impfung gestorben werden???

    wie bitte, ja, dies sind die hochoffiziellen Worte von Herrn Prof. Wieler und

    ja, EINJEDER MENSCH KANN STERBEN! das ist so.
    Mitlerweile wird seid dem 27.12.2020 geimpft!…..mit Biontech/Pfizer Impfstoff.

    Armin Laschet (ich bin aus NRW), ist zwar emotional, aber GOTT SEI DANK nicht wie ein z.B. Herr Söder. Er fährt mit dem GRÖSSTEN Bundesland NRW den richtigen “Kurs”.

    Das was in der 1. Welle geschehen ist, dass alte Menschen ALLEIN gestorben sind, ist die grösste SÜNDE aller Zeiten.

    Wenn ich mir Ihren Kommentar dazu durchlese, sträuben sich mir die Haare hochkannt…! schlimm!
    Desweiteren schreiben Sie ja geradezu, als ob es sich um einen EBOLA-Virus handelt.

    Setzen Sie mal die Konsequenzen dagegen. Wieviele Existenzen sind kaputt? wieviele Wirtschaftszweige kpl. “down”, trotz aller Vorschriften die eingehalten wurden? Massenarbeitslosikkeit? Insolvenzen? Kurzarbeit?
    wieviel Übersterblichkeit haben wir, hm?

    Die Prof. untereinander sind sich nicht einig, es wird nur gehandelt, wie ein Herr Prof. Drosten es mitteilt (komisch, es gibt viele andere hochkarätige Akademiker), die kpl. entgegen seinen Aussagen und Hochrechnungen von 1,5 Mio. Toten der ersten Welle sind. Was für ein Mensch…!

    Wissen Sie, pragmatische Lösungen mit einem CORONA-Virus zu finden, der zwar nicht zu unterschätzen ist, aber bei weitem KEIN EBOLA Virus inkl. seiner Gefährlichkeit ist, wäre hilfreicher für ein Leben und auch Arbeiten.

    Zu Impfungen hat die Ärztezeitschrift schon eingiebig geschrieben, die Gründe mitgeteilt, warum sogar Pflegepersonal/Ärzte eine sehr niedrige Impfbereitschaft haben, was es überhaupt heisst: “90%” Wirksamkeit.
    Das sollten Sie mal lesen.

    Bei Ihnen stelle ich nur fest, sie mögen Akademiker sein, wie Sie möchten, das was Sie hier geschrieben haben, ist eine Zumutung!
    und entspricht wenig den Tatsachen.

    Warum verbreiten Sie solch eine wenig empathische Äusserung?

    Ich teile Ihre Meinung zu 100% nicht und habe genügend Fakten vorliegen, die Ihre ach so “schlaue” o.g. Zahlenschau kpl. widerlegen können.

    Am meisten tun mir jetzt am Anfang die hochbetagten Menschen leid, die unser Land Deutschland aufgebaut haben und NUN als erstes geimpft werden…

    Welch grosse Sünde! ja, ist das zum Schutz? lesen Sie mal Ärztezeitschrift.
    cui bono – WEM ZUM VORTEIL??

    Guten Tag Herr Pössl…

  20. Für Deutschland im Zustand einer Nichtüberlastung des Gesundheitssystems ist die IFR von 0,32-0,49% keine optimistische, sondern eine pessimistische Einschätzung.
    Es gibt mittlerweile viele Hinweise, dass bei der Hälfte der Infizierten keine Antikörper gefunden werden können. Diese fallen also in nahezu allen Analysen aus der Gesamtzahl der Infizierten heraus. Die IFR könnte demnach systematisch um einen Faktor 2 zu hoch angesetzt sein.
    Z.B.: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32979941/
    Vergleichbare Funde auch in Deutschland:
    https://www.kma-online.de/aktuelles/medizin/detail/bei-haelfte-der-corona-infizierten-keine-antikoerper-nachzuweisen-a-43846

    Auch stammen alle diese Schätzungen für Deutschland aus der ersten Welle im Frühjahr, als das Verhalten des Virus und heute bekannte Behandlungsansätze (z.B. seit Juli mit Dexamethason) noch unbekannt waren.

    Das nur dazu, dass ich nicht damit übereinstimme, dass Sie bei Ihrer Rechnung von positiven Varianten des möglichen Spektrums der IFR in Deutschland ausgegeangen sind. Auch eine IFR von 0,2% wäre keine Entschuldigung, um jetzt bei Vorhandensein von Impfstoffen mehr zu riskieren als nötig. Alles deutet darauf hin, dass ein Großteil der Risikogruppen noch in Q1 geimpft werden können. Das sollte schonmal die Gefahr einer Überlastung des Gesundheitssystems beseitigen.

    Viel wichtiger ist aber, Lehren für die Zukunft zu ziehen und in diesem Jahr EU-weite Regeln zu definieren, wie dieses Desaster bei ähnlich gefährlichen oder gar gefährlicheren Viren verhindert werden kann. Die größten Fehler wurden nämlich ganz zu Beginn gemacht. Bis bei uns erste Maßnahmen griffen, war ein Weg à la Ostasien de facto schon verbaut. Das liegt natürlich zum Großteil auch daran, dass uns ähnliche Ausbrüche bislang erspart geblieben sind. Von daher hoffe ich, dass wir daraus lernen und in Zukunft, früher und gezielter reagieren.

  21. Ich habe den Beitrag trotz der für mich entbehrlichen Genderisierung gelesen, da er inhaltlich sehr interessant ist, mein Kompliment. Was mir aber auch bei Ihnen fehlt: die Gegenrechnung bzw. -schätzung.

    Wie hoch mögen die kurz- mittel und langfristigen gesellschaftlichen, materiellen, persönlichen, gesundheitlichen Kollateralschäden durch die einseitige Fokussierung auf die Corona-Bekämpfung sein? Man denke an verschobene Operationen und Behandlungen, Suizide durch soziale Isolation, die zunehmende Spaltung der Gesellschaft, zusammenbrechende Unternehmen, zwingend bevorstehende, enorme Steuer- und Abgabenerhöhungen…

  22. Entschuldigen Sie. Aber ich halte das alles für eine Milchmädchenrechnung eines Mathematikers. Fakt ist, dass wir im Alter alle sterben müssen. Mit oder ohne Corona. Es wird so getan, als würde jeder Mensch an Corona sterben. Nein, das wird er nicht. Es werden nur mehr alte Menschen sterben. Und bei Menschen ab 80 sterben die Menschen schlichtweg am ALTER ! Corona ist da letztlich der Auslöser. Da der Artikel nur die absoluten Zahlen vergleicht, vergleicht er letztendlich nur Äpfel mit Birnen. Kriegstote und Verkehrstote waren und sind in der Regel Menschen mittleren und jungen Alters.
    Auch der Vergleich mit Krebs- und Herztoten greift zu kurz. Erst recht ist die Anfälligkeit für eine Coronaerkrankung die Folge von Vorerkrankungen aufgrund eines schlechten Lebensstils. Natürlich beeinflussen Rauchen, Saufen, Kiffen und Konsumgifte unser Immunsystem.

    Bei den Coronatoten handlet es sich um die Altersgruppe mit Durchschnitt 82 Jahre. (Auf die diesbezüglichen Ausführungen des RKI einzugehen ersprare ich mir). Letztlich ist es ab 80 völlig egal, ob ich mit oder an Corona sterbe. Es mag zwar brutal erscheinen, aber die Natur hat uns, wie allem Leben eben eine natürliche zeitliche Grenze gesetzt. Es ist nunmal so. – Meine Lebenszeit ist schlichtweg abgelaufen. Einen Anspruch auf ewiges Leben habe ich nicht, ausser Gott ! – Und das ist auch gut so.

    Also keine Panik Ihr Jungen! Ihr überlebt das. Und wir Alten werden das Sterben auch “überleben”. Und das sage ich als Alter…..

  23. Wie KN halte auch ich es für unzureichend, die Gefährlichkeit von Covid-19 nur an Todesfallzahlen festzumachen. Immer öfter hört man das Argument: “Es sterben doch fast nur alte und vorerkrankte Menschen”. Dass viele – auch junge – Menschen auch nach einer Genesung noch an den Folgen einer SARS-CoV-2 Infektion leiden wird zu oft übersehen. Wärend uns die Infektions- und Todesfallzahlen täglich in allen Medien präsentiert werden, sind kaum statistische Informationen über diese Fallzahlen zu finden.

    • Ja, das es Folgen hat, die abseits des Sterbens an akuter Corona-Infektion leigen, ist zu wenig beschrieben. Das passt so gar nicht zur gegenwärtigen “Live-Ticker”-Mentalität der Massenmedien, die dann viel zu viele Begleiterscheinungen zu behandeln hätten, denen sie inhaltoich nie gewachsen wären.

      Ausserdem ist diese “Nebensache” der Seuche ein Hinweis darauf, das es neben dem Virus weitere, viel einflußreichere Mechanismen gibt, die die individuelle Konstitution beeinflussen. Der gegenwärtige “Seuchen-Populismus” ist entweder schiere Ohnmacht oder massive mediale Kriegsführung gegen Wahrheiten, die unerwünscht sind.

      Mir zeigt sich angesichts der Seuchensituation ein viel beiteres Ursachen-/Wirkungsszenario, als man es nur anhand eines RNA-Schnippsels so denken könnte.
      Im Prinzip scheint es mir so, als das der Kampf gegen das so verhasste Patriarchat eine der Hauptursachen der Seuche ist, die bei Erfolg dann eine ganze Population gesundheitlich “destabilisieren” kann.

      Das alles zeigt auch, wie unvollständig die wissenschaftlichen Theorien der modernen technik-geleiteten Zivilisation so ist.

      Aber man muß es ganz frei nach statistischer Manier so sehen: Es werden nie alle Menschen sterben, weshalb man die maßnahmen daraufhin auslegen muß, das ein Weiterbetsand der Gesellschaft nach dem Worst-Case ermöglicht werden kann. Deswegen gibt es auch dieses anscheinendn “lasche” Vorgehen gegen diese Seuche, die man in Ostasien ganz anders gehandhabt haben soll (abgesehen davon, das der Grund, wieso in Ostasien so wenige Opfer der Seuche zu verzeichnen seien, eine ganz andere Ursache existieren muß).
      Auch in Argentinien waren mit der ersten Welle kaum Opfer zu verzeichnen gewesen. Man mag das ohne Widerspruch mit den dort weniger efizienten und Potenten Gesundheitssystem erklären (weil man Corona dort nicht diagnostizieren konnte…mangels Möglich- und Fähigkeit), aber es muß auch einen anderen Gegenüberstellungswert zwischen Normalsterblichkeit und Situationssterblichkeit gegeben haben. Jedenfalls scheinen die Zahlen in den Massenmedien für Argentinien noch nicht korrigiert, weswegen es eine andere Ursache geben muß, warum es dort so wenige Opferzahlen gibt.

  24. Hallo ja da passt,
    auch zu meiner Rechnung, ich aber mal den 24-25-26 als neues Ereignis Input angenommen (d.h. als Muster besonders starker Kontaktbegegnungen), bekommen wir als Antwort ein neues 5 Tage Infektionsereignis damit ein etwas stärkeren Peek, das war auch zu sehen (trotz Meldungsdealy), daraus lässt sich der weitere Verlauf berechnen, am 05.01. werden die Intensiv behandelnden auf ca. 6000 erhöhen (haben jetzt schon eine höhere Zahl als aus der Wahrscheinlichkeits- Rechnung wir sind heute bei 5700) weiter gerechnet auf die Todeszahlen 14Tage später also ab ca. den 19.01 werden wir bei 2000 Tote täglich landen. Wird dann ein Politiker die Behauptung aufstellen das ist dann der Start der dritten Welle?
    Ich fand der Jumboabsturz vergleich war eigentlich ein guter Ansatz um mit mögliche sensibilität zu handeln, die vergleichbare Maßnahmen erfordern müssten. D.h. normalerweise wäre dann eine Sperre auf dem Flugzeugtyp erfolgt. Aber man lässt den Jumbo weiterfliegen und täglich abstürzen…
    So es geht um Menschen, daher herzliche Beileid, ich kann es nicht ändern schade, ich würde es gerne.
    Ich bitte die Bundesregierung um ein scharfen voll lock down einschließlich strenger Ausgangssperren für 2Wochen.

  25. Mein lieber H. Pössel,

    leider haben Sie die politische Dimmension der Covid-19 Pandemie bei ihrer Überschlagsrechnung nicht berücksichttigt, denn schon heute versucht die politische Kaste unseres Landes in weiser Voraussicht das ab 2025 evident werdende Rentenproblem unseres Landes durch ihre Entscheidungen bezüglich der Pandemie aktiv anzugehen. Dazu hat sie z.B. die nach der Eröffnung des BER freigewordenen Planungskapazitäten zügig und unverzüglich für die Planung der Covid-19 Impfungen und der Bereitstellung de Impfstoffs eingesetzt.

    • @ Dr.-Ing. Jürgen Stremmler
      02.01.2021, 13:29 Uhr

      Würden sie denn mal diese politische Dimension erörtern?

      Offenbar glauben auch sie an einen diffusen Plan hinter allen, was so geschieht. Nicht, das ich ihnen da affektiv widersprechen würde, aber wenn das so sei, dann müssen sie uns davon berichten.

  26. Ein interessanter Artikel, aber leider fehlen einige wichtige Faktoren in der Gleichung.
    Ja, Covid führt zu einer Uebersterblichkeit, aber im Gegensatz zum ebenfalls genannten Autounfall betrifft Covid doch mehrheitlich sehr betagte Personen, welche nahe an ihrem Lebensabend stehen. Sprich: Der Effekt ist eher eine temporär verringerte Lebenserwartung als wirklich “zusätzliche Tote”! (Es liegt mir fern das zu verharmlosen, ich habe auch eine Verwandte verloren).
    Weiter sind die ganzen Zahlenübungen müssig, denn die treibende Kraft ist der Reproduktionsfaktor, welchen wir über mehr oder weniger wirksame Massnahmen beeinflussen können!
    Wirklich interessant wäre also, diese einzelnen Massnahmen und ihre relative Wirksamkeit zu diskutieren. An dieser Stelle habe ich doch grosse Zweifel ob ein rigoroser Lockdown so viel bringt, bzw. es werden regionale Unterschiede deutlich: Was in einer Region gut funktioniert, z.B. Eigenverantwortung, funktioniert andernorts weniger gut oder überhaupt nicht, aufgrund kultureller Unterschiede.
    Diese Pandemie konfrontiert uns auch mit etwas, was unsere lebensuntaugliche westliche Welt, vor allem auch die Politik, verlernt hat: Dass das Leben aus Güterabwägungen und Risikomanagement besteht, dass es nur Graustufen, nicht aber Schwarz/Weiss gibt!
    Ja, es ist einfach, wenn nicht gar billig, sich hinzustellen und zu sagen (überspitzt) “wir gehen jetzt mal ein halbes Jahr in Lockdown, koste es was es wolle”. Das spart zwar zweifelsohne unmittelbar viele Covid Tote, führt aber indirekt möglicherweise zu gleichviel Toten, wenn plötzlich das Geld an allen Ecken fehlt (= keine Entwicklungshilfe mehr, dann sterben die Leute eben anderswo).
    Ein anderes Problem unserer Gesellschaft wird auch überdeutlich sichtbar: Wir haben verlernt “Wissen” zu schätzen und verwechseln “Wissen” und “Meinen”: Plötzlich ist jeder ein Virologe (auch wenn es kaum für die Grundschule gereicht hat). Dass die meisten Politiker eher Selbstdarsteller denn Problemlöser sind, befeuert dies nur noch weiter!

  27. guter beitrag! ich muss aber ein bisschen ausholen! es brennt mir auf der tatstatur! an den kritischen kommentatoren hier sieht man einfach, welche gefahr von einer (scheinbar) gebildeten und wirtschaftlich verwöhnten gesellschaft ausgeht. selbstbewusst, ist man sich seiner rechte stets bewusst und fordert diese auch stetig ein.niemand ist sich zu scheu, der einen social media account besitzt frech und ungefragt, in ein duell einzusteigen mit den wissenschaftlern, fachleuten, die oft jahrzehnte fachwissen auf sich versammeln und dies auch stets bei fachgremien unter beweis stellen müssen. die werden dann(verbal oder sogar mit morddrohungen, anschlägen) bedroht, von denjenigen, mit viel wut im bauch,die entweder noch nie etwas geleistet, oder schon seit jahren nichts neues aktiv mehr publiziert haben( bakdhi usw.) und so, den zweifelnden laien, noch mehr das gefühl geben,sie hätten das recht und die pflicht , stets die wissenschaft in(in echtzeit) frage zu stellen. es gibt so viele unbeachtete phänomene, die diese pandemie einzudämmen max. erschweren. allen voran, die vom autor genannten, dass unfassbare datenschutzneurotische volk, das einerseits scheinbar eine ganz klare vorstellung von einer bigbrother idee plastisch real vorstellbar hält.andrerseits, aber tausend gestapelte tote vor einem krankenhaus nur für einen sience fiction roman? stets müssen einzelne mutige, sich selbst für optimal informiert haltende, auf die gebetsmühlenartige beweisfloskel der “übersterblichkeit” aus normalen jahren verweisen( am besten noch der unsägliche grippevergleich), um einfach den umstand nicht in ihr gedächtnis zu lassen, dass selbst diese berechnung kein virus-(das neu ist und völlig neue anforderungen und überforderungen an eine gesellschaft stellt) deshalb verschwinden lässt! wie mit einem todschlagargument, wird mal um mal versucht, so irgendwie durch die hintertür zu kommen,sich an nichts halten zu müssen, einschränkungen lächerlich zu machen und abzulehnen und den schreiber und warner in seiner fachlichkeit( wenn das nicht klappt)oder gleich in seiner “person” zu diskreditieren. noch beliebter ist auch, ein sack voll “angeblicher forscher” zu erwähnen, die ja genau “das gegenteil” behaupten und darum sein dann auch -die erde wieder eine scheibe..es hat ein paradigmenwechsel stattgefunden, der gerade seine übelriechenden klauen zeigt und alles unter sich begräbt, bevor es überhaupt inhaltlich wahrgenommen werden kann. “der mediale-lawinen -laienzweifel” jeder der nur will, jeder der nur kann, jeder der nur über ein netzwerk verfügt, wird plötzlich in seiner meinung “ernst” genommen,gleichgewichtet, sobald er einen beitrag mehr als 2x geteilt hat und ihn ihn mehr als 5k geliked haben! darauf ist und war niemand vorbereitet! unser eigentlicher feind ist aktuell weniger das virus. unser viel größerer feind, ist eine plötzlich als allgemeingültig eingestellte beliebigkeit in der person der nachrichtenverbreiter und ihrer instrumente( insta twitter facebook usw.) sowie der damit plötzlichen aberkennung dessen, was wir alle gemeinsam noch als seriös recherchiert und daher auch annehmbar halten! hier haben sich unendliche splittergruppen aufgetan, die zu einer völligen zerfledderung dieser einstigen gesamtgesellschaft. einigkeit , wem man sein vertrauen schenkt ( amt und würden) und auf welcher grundlage( fachausbildung/ studium). heut brüllt ein poppiger nickname, anonym einen satz, der das augenblickliche gesellschaftliche emotionale grundgefühl, möglichst “exakt” wiedergibt( alles scheixxe, die wollen uns unsere freiheit klauen blabla) das wird dann so oft oft geliked, geteilt, bis es im kreis um 100 ecken auch wieder durch bekannte auf meinem eigenen account landet. dann hat mein freund, bekannter oder was auch immer mir das geschickt und der urheber dieser trollnachricht , gerät in vergessenheit, ich denke, mein freund denkt so, also muss da was dran sein..? also, heute und diesem land, aktiver wissenchaftler, fachmann, oder politiker sein, ist schon ein alptraum, fordert teflonbeschichtung, der marke extralarge..aber in einer pandemie? wo man darauf hofft, die eigene ausbildung, fähigkeit, die man sich unter viel interesse, leidenschaft. schweiß und entbehrung mal angeeignet hat, hätte einen “vertrauensvorschuss” beim volk? bevor uns das virus alle dahinrafft, werden wir unsere gesellschaft zerstört haben. jeden morgen wacht man auf und sieht sich forschen, selbstüberschätzten gelangweilten berufskritikern und zweiflern gegenüber, die dauernd alles in frage stellen und stets darüber “diskutieren”, wollen/müssen, ob es an der kreuzung jetzt eine ampel braucht und wollen das autark selber im kleinen kreis entscheiden und bloß keinen fachmann bei der frage dabei haben, er könnte ja ahnung haben, von dem was er da so erzählt..

  28. Betrachtet man die Entwicklung seit September, ergibt sich eine sehr traurige Abfolge von Forderungen, Entscheidungen und Gerichtsurteilen. Etwas vereinfacht:

    Schritt 1: Frau Merkel warnt und fordert stärkere Maßnahmen.
    Schritt 2: Die Ministerpräsident*innen lehnen dies ab.
    Schritt 3: Zwei Wochen später ist die Situation so, dass die Ministerpräsident*innen genau das beschließen, was Frau Merkel zwei Wochen vorher gefordert hat. Nur leider jetzt zu spät-
    Schritt 4: Eine Woche später bezweifeln Gerichte die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen und setzen die Regeln wieder außer Kraft.
    Schritt 5: gehe zurück auf Schritt 1 …

    Der Begriff “Verhältnismäßigkeit” setzt voraus, dass man die Dynamik eines expontiellen Verlaufs verstanden hat. Wenn es um hunderttausende Tode geht, erscheint mir alles verhältnismäßig. Wenn man aber die Dynamik nicht versteht, das explosive Potential eines expontiellen Wachstums nicht erfassen kann, kommen solche krassen Fehlurteile zustande.

    Deshalb sollten meiner Meinung nach Ihren Artikel alle Richter*innen lesen.

  29. ein hervorragender Artikel Herr Pösel. In dieser Deutlichkeit habe ich genau diese Berechnungen schon länger gesucht. Es wäre sehr hilfreich, wenn Sie einmal einige Quellen, die aus diesem Blickwinkel sinnvoll erscheinen in einer Übersicht zusammenfassen könnten (ebenso die Essenz aus Ihrem Artikel).

    Für mich war bisher immer die Sterbestatistik von Euromomo ein guter Ausgangspunkt. Aber gerade die Annahmen und Prognosen, die Sie nun ja nochmal offengelegt haben sind wesentlich zum Verständnis der Notwedigkeit von harten Maßnahmen. Viel zu oft stehe ich in blöden Diskussionen mit Coronaleugnern und Impfverweigerern und hätte gerne ein paar mehr Fakten auf dem Tisch. Nun habe ich wenigstens Ihren Artikel….insofern wäre es natürlich toll, noch ein wenig mehr “Munition” zu erhalten!

    Besten Dank für Ihre Mühe und weiter so!

  30. Sehr geehrter Herr Pössel,

    ich bin im Großen und Ganzen ihrer Meinung, möchte aber gerne eine Kritik anbringen an ihrer Behauptung “Italien hat ein Gesundheitssystem, das ungefähr auf demselben Stand ist wie unser eigenes,… “. Ich habe gelesen, dass in Italien viele lokale Arztpraxen zugunsten von großen Behandlungszentren geschlossen wurden. D.h., wer sich krank fühlt, geht in ein solches Zentrum. In dessen Fluren treffen sich dann viele Kranke und sicher auch mit Corona Infizierte beim Warten auf Behandlung. Dabei haben sie reichlich Gelegenheit, ihre Infektion weiterzugeben. Damit werden aus Behandlungszentren Superspreader-Locations. Das haben wir in Deutschland so nicht.

    Inwieweit sich das auf ihrer übrigen Ausführungen auswirkt, vermag ich im Moment nicht zu beurteilen.

    Gruß
    Volker Behrens

  31. @Markus Pössel:
    Ein super Beitrag in Zeiten, in denen (fast) niemand mehr logisch und mit Zahlen kombiniert zu denken und analysieren in der Lage ist. Danke für diese Veröffentlichung.
    Ich möchte ergänzen, dass die mathematische Integralfunktion als Summenfunktion sozusagen in der Bedeutung auch in Summation von vielen kleinen Ursachen Wirkung zeigt. Mit anderen Worten: Wenn z.B. nur ein Gesundheitsamt (von knapp 400) sich entschieden hätte, sich mit einer digitalen Lösung im Rahmen der Kontaktnachverfolgung viel besser organisieren würde als mit Stift, Papier und (maximal) Excel, wären wir auch schon viel weiter.
    Ich habe (als Firmeninhaber) eine auf eigene kosten erstellte Lösung entwickelt, die ich bereits im April u.a. dem BMG angeboten habe und wir haben über 20 Gesundheitsämter abtelefoniert. Es war schlicht kein Interesse da!

    Wir ersticken nahezu in Bürokratismus und dürfen als Bürger wohl kaum noch Logik anwenden. Oder warum wurden noch im Februar eine Vielzahl an Schutzmasken vernichtet, weil das Haltbarkeitsdatum abgelaufen war?

    Logisch ist das nicht. Wir brauchen diese nüchterne Betrachtung und die logischen Ursache- und Wirkungsbeziehungen und Menschen wie Sie, die sowas publizieren.

  32. Ich würde gerne auf die Kehrseite hinnweisen, die dieser Artikel in seiner Einseitigkeit (als ginge es nur darum endlich das Problem Tod/Sterben zu beseitigen, was keiner kann) hinweisen.
    Für 800.000 Menschen in der BRD war es das letzte Weihnachtsfest und für die meisten ein schreckliches, ohne Familie. So viele werden nämlich mindestens nächstes Jahr sterben (nur ein Bruchteil davon an Covid19). Tausende Menschen dürfen nicht Abschied nehmen und am Grab (im Freien, wo eine Ansteckung sehr unwahrscheinlich ist) stehen. Bewohner von Seniorenheimen sind völlig isoliert, bekommen keinen Besuch mehr und sterben an Herzschmerz (davon kenne ich etliche Fälle).
    Es geht nicht nur darum rein medizinisch-biologisch das Leben zu schützen, sondern viel umfassender und ganzheitlicher. Das wird völlig aus den Augen verloren. Der Autor beschimpft Herrn Laschet, weil er sich für die Zwangsisolation der alten Menschen entschuldigt. Auch wenn ich kein Anhänger von ihm bin, gebührt Herrn Laschet Dank und der Autor sollte sich für seine Einseitigkeit schämen. Es gibt viel mehr Probleme, viel mehr Krankheiten und das Leben ist viel umfassender als Covid19. Wir werden auch ducrh alle harten Maßnahmen und auch mit der Impfung Todesfälle nicht verhindern können. Das Leben ist in allen Belangen ein Risiko und der Tod gehört dazu. Es gibt auch viele andere Todesursachen. Auch wenn Covid19 ein ernst zu nehmender Virus ist, ist noch er weit von der Gefährlichkeit anderer Viren (z.B. Ebola) entfernt. Ob die jetzigen Zahlen (die zugegebener Maßen in den letzten Wochen enorm angestiegen sind) all das rechtfertigen, was der Autor fordert, muss man meiner Meinung nach diskutieren dürfen.
    Zum Schluß: Panik und Panikmache war noch nie ein guter Ratgeber. Gerade weil das Leben ein Risiko und nicht ungefährlich ist lass ich mir gerne die Weihnachtsbotschaft sagen: “Fürchtet euch nicht…..”

    • Ebola ist für die Infizierten viel gefährlicher als Covid19. Es ist aber wohl erst ansteckend, wenn man starke Symptome hat. Daher lässt sich seine Ausbreitung viel leichter verhindern.

      Weltweit sind schon jetzt an/mit Covid19 wesentlich mehr Menschen gestorben als an Ebola. Dazu kommen die überlasteten Krankenhäuser mit all ihren Nebenwirkungen und die gesellschaftlichen Einschränkungen, die eine noch stärkere Überlastung verhindern sollen. Für unsere Gesellschaft (weltweit) ist Covid19 daher sehr viel gefährlicher und schädlicher als Ebola.

  33. Was mich als Biologe am meisten wundert: Niemand, aber wirklich niemand fragt sich WARUM sich diese Pandemie wohl entwickelt hat. woher sie stammt und warum diese rasante Verbreitung weltweit!! Vor allem die Linke akzeptiert nicht, dass es eine Reaktion (!!) auf die Globalisierung ist, was es in der Natur bekanntlich nicht gibt, im Gegenteil, die Natur versucht es laufend, auch mit brutalen Methoden, zu verhindern. Niemand, absolut KEIN Massmedium hat sich die Frage gestellt, weshalb plötzlich ALLE Regierungen sich daran erinnerten, dass Grenzen auch einen Vorteil haben – man kann sie schliessen. Von einem Tag auf den andern hat man uns ALLE in die Zeit vor Schengen versetzt! Heute habe ich den Eindruck, dass mit Grenzen auf Grenzen zu machtdemonstrierend gespielt wird. Ich denke, Covid ist erst der Anfang einer natürlichen Reaktion auf unsere naturverachtende Lebensweise.

  34. Leider ist auch dieser Artikel rein mathematisch getrieben und damit wenig aussagefähig als Grundlage von Entscheidungen.

    Es fehlen:
    – Differenzierung nach Altersstruktur der schwer Erkrankten und der Verstorbenen und damit
    – Potential gezielter Maßnahmen zum Schutz der Hochgefährdeten stat Gießkannenmethoden wie Allgemeiner Lockdown und “Flatten the Curve”
    – Einbeziehung des Zusammenhangs zwischen metereologischen Daten und Virusausbreitung. Was im Winter angemessen sein kann, ist meist im Sommer überzogen und damit unverhältnismäßig

    Fazit: Das was wir hier lesen, wurde schon x-mal von irgendwelchen einseitig mathematisch Ausgerichteten a la Priesemann hergebetet und bietet keinerlei Grundlage für zielgerichtetes Handeln im Zeitablauf.

  35. Hallo Herr Pösel,

    auch ich habe mir mit meiner doch beschränkten Mathematik errechnet was passieren könnte wenn. Sehr schnell kommt bei dem Versuch aber die Einsicht das die Zahlen nur sehr schwer zu kalkulieren sind. Ich kam auf Zahlen die geringer waren als ihre und die sich auf ca. 250000 Tote beliefen , allerdings auf die komplette Dauer der Pandemie.
    Mich würden Zahlen von Ländern interressieren die kaum oder wenig Maßnahmen durchsetzen können. Afrikanische Staaten, Indien, Südamerika. Ich glaube kaum, dass dort das soziale Leben wesentlich verändert abläuft, dass in diesen Ländern Kontakverbote durchsetzbar sind.

    Ein Satz des Ministers für Gesundheit geht mir nicht mehr aus dem Sinn. Mit dem Wissen von heute hat er im September gesagt und erwähnte Schliessungen spezieller Bereiche des öffentlichen Lebens.
    Ich vermute, das wenn er jetzt diesen Satz noch einmal sagen würde, er andere Worte wählen würde.
    Ich lege ihm diese mal in den Mund. Mit dem Wissen von heute, hätten wir für die Dauer der Sommerferien einen kompletten Lockdown verhängt. Mit diesem Wissen hätten wir mit Beschäftigten der Bundes- und Landesbehörden die wir dann den Gesundheitsbehörden untergeordnet hätten eine funktionierende Nachverfolgung realisiert. Jede Behörde hätte 10% ihrer Beschäftigten plus ihrer Arbeitsplätze samt Infrastruktur den Gesundheitsbehörden zur Verfügung stellen müssen. Mit dem Wissen von heute hätten wir die Anzahl der Impzentren verfünffacht und die 10 fache Menge an Impfdosen bei Biontech und Pfizer bestellt. Das und noch viele andere Punkte wie Schutz der Risikogruppen ect. hätten Thema sein müssen.
    Ich verfolge schon lange die Podcasts von Drosten und Kekule. Aber auch sie lagen oft falsch oder haben im Sommer relativiert was wir mit dem Wissen von heute beurteilen können. Mit vielen lagen sie richtig, als Beispiel die Einschätzung Drosten bei den Schülern als Teil des Pandemiegeschehens.

  36. Den Artikel finde ich schlecht. Er ist leider sehr undifferenziert, wie auch die Antworten des Autors auf die Kommentare. Der Autor schießt nur gegen alle, die zu einer anderen Bewertung der Situation kommen, ohne auch nur auf ihre Argumente einzugehen. Stattdessen setzt der Autor auf Diffamierung (“Lobbies” [sic], “trotzig”, “Ignoranz” usw.).

    Welche realistischen(!) Maßnahmen schlägt der Autor vor? Wie sieht die Abwägung der einzelnen Interessen, die sich durch die Grundrechte manifestieren, aus?
    Zur Erinnerung: Die Grundrechte sind die Basis unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens (auch hier steckt das Wort “Leben” drin). Aus diesen ergibt sich, dass die Parole “Gesundheitsschutz um jeden Preis” nicht gewollt ist.

    Dass sich die Pandemie – wie das Wort schon sagt – im ganzen Volk abspielt und somit viele Aspekte (die sich z.B. in den Grundrechten widerspiegeln) betrifft, ignoriert der Autor. Vielleicht ist das Thema für ihn zu groß, um es zu sehen. Stattdessen verfängt er sich im “Klein-Klein” eines Themas.

    Meiner Meinung nach handelt es sich bei dem Artikel daher um das gleiche Gekreische wie das der sog. Querdenker, nur halt mit einem anderen Vorzeichen.
    Viel wichtiger als dieses kompromisslose Haltung ist die Frage, welche Maßnahme, was gebracht haben. Damit hätte die Gesellschaft dann eine Entscheidungsgrundlage. Dass die Maßnahmen der letzten Monate nicht zielführend waren, hat sich mittlerweile herumgesprochen.

  37. Das zitieren der AOK Studie finde ich in mehrfacher Hinsicht zweifelhaft.
    Haben Sie mal nachgelesen wie viele der Krankschreibungen auf Verdacht waren und wie viele konkret erfolgreich auf Covid-19 getestet wurden?
    Wenn man dann noch bedenkt das beim Testen Prio-Gruppe Eins Plege- und Gesundheitsberufe sind müsste man diese Verdachtskrankschreibungen wieder in einem statistischen Rahmen testen um zu einer vernünftigen Aussage zu kommen. Das auch wiederum Gruppenspezifisch. Einen primären Oberstufenlehrer mit einer Kita-Lehr-/Betreuungskraft in eine Gruppe zu stecken aber Hochschullehrer gesondert zu betrachten ist auch seltsame Systematik.

    Wenn man sich dann die Statistiken der letzten Jahre anschaut wo die Erzieherischen- und Grundbildungs-Berufe auf Platz 2 standen nach den Call-Center Mitarbeitern … . Es sieht nicht gut aus, aber die Datenlage ist so schwammig das diese Studie doch im Rahmen einer einfachen Nennung der Schlagzeile eher etwas für die Medienklasse “Bild-Zeitung” ist, ohne auf Details einzugehen.

    Bezüglich der Todesfälle sollte man weiterhin das mit und an Covid-19 verstorben nicht als Punkt vergessen. Kreuzimunität wurde ja auch bereits als Punkt genannt.
    Letztendlich halte ich nichts von den Zahlen, auch wenn Sie bezüglich ihrer Größenordnung sicherlich etwas dichter an der Wahrheit sind als die Anzahl der Grippetoten die wir im Fall einer großen Grippewelle haben.

  38. Ich frage mich ob Herr Pössel vergessen hat, dass Infektionskrankheiten nicht besiegt sind und sich grundsätzlich wieder ausbreiten.

    2019 starben mehr als 20000 Menschen in Deutschland an MRSA Infektionen.
    Weltweit werden auch in diesem Jahr mehr Menschen an TBC sterben als an COVID-19

    Längst als invalid erkannte Horrozahlen aus dem März wieder aufzuwärmen scheint mir kein Beispiel für sinnvollen Wissenschaftsjournalismus zu sein.

  39. einfach lächerlich der Beitrag, mehr als Panikmache und Ängste schüren machen die Medien leider nicht mehr. Und die Wirtschaft ist schon längst den Bach runter. Naja hauptsache Quoten machen. Peinlich!

  40. Auch ich würde 600000 Tote abschätzen, wenn man keine Maßnahmen ergreift. Nur wie sollen wir damit umgehen? Wir haben doch großes “Glück”: über 95% der Toten sind über 60 Jahre alt und die Sterblichkeit steigt rapide mit dem Alter.
    Ich halte das für eher natürlich (ältere Menschen sterben eher als jüngere), was würden wir z.B. unternehmen (müssen) wenn 95% der Toten dieses Virus unter 15Jahre wären?

    Wie sollen wir moralisch damit umgehen, wenn wir jetzt bei uns in Deutschland ca. 1Mrd Euro/Tag ausgeben, um diese Toten versuchen zu verhindern, wenn wir doch wissen, dass unsere Gewohnheiten viel mehr Menschen killen? Insgesamt sind wir zu viele Menschen auf dem Planeten und schädigen diesen durch unseren Lebensstiel und Konsum in den Industrienationen auch noch unverhältnismäßig schwer.

    Was müssten wir zukünftig für Maßnahmen ergreifen, wollten wir die Gesundheit alleine bei uns in einem vergleichenden Maßstab sichern, viele Menschen sterben z.b. aufgrund Ihrer Ernährung (zuviel Zucker, zuviel tierische Fette, Tabak usw.).

    Was müssten wir aufwenden, um die zukünftigen Toten an z.b. der Klimaveränderung zu vermeiden?

    Vielleicht hängt mein moralischer Kompass einfach schief, aber irgendwie stimmen die Verhältnisse nicht. Die jetzt ergriffenen Maßnahmen zeigen, dass wir in extrem kurzer Zeit extrem viel erreichen können (eine Gensequenzierung eines Organismus in Wochen, ein Impfstoff mithilfe einer neuen Technologie in wenigen Monatgen), was wir als Gesellschaft aber niemals gelernt haben ist, nachhaltig über Generationengrenzen hinweg zu wirtschaften.

    Möchte ich, dass die Politiker JETZT damit anfangen?

  41. Wow! Ein Mathematiker! Lösungen in der Mathematik können immer nur dann richtig sein, wenn die Randbedingungen korrekt erfüllt sind. Bismarck nannte es “status quo”.

    Prüfen wir seine Annahmen bzw. seine Randbedingungen:
    “Zur Einordnung: In Deutschland sind 2019 rund 940.000 Menschen verstorben.” ist dies eine neutrale Annahme?
    Zu dieser Zahl muss man wissen, dass es im Winter 2017 2018 eine extreme Grippewelle gab, komplett alle Altenheime leer machte. Und solche Grippewellen gehen etwa in den März. Dies bedeutet, dass im Jahr 2018 eine massive Übersterblichkeit vorhanden war. Damit muss zwangsläufig 2019 eine massive unter Sterblichkeit vorhanden gewesen sein, da es im Winter 2018 2019 überhaupt keine Grippe gab.

    Nachster Punkt: “Infections”.
    Wir haben unseren ganz tollen PCR-Test. Ich selbst habe eine Statistik gemacht, in der man eindeutig erkennt, dass von Juni bis Anfang September die Mortalitätsrate im Schnitt bei etwa vier pro Tag lag. Während dieser Zeit verdreifachte man die Anzahl der Tests und wen verwundert es: Die Anzahl der infizierten verdreifachte sich auch exakt im Rahmen der mathematischen Genauigkeit. Hier sind genau 0,8 % falsch positive zu erkennen, die Anzahl der positiv getesteten hat genau NICHTS der Zahl der Erkrankten zu tun, denn eine massive Korrelation zwischen Toten und Kranken ist in meinen Augen gesichert vorhanden. In jedem Fall setzt der Autor ” positiv getestet”=” erkrankt”, was hiermit eine falsche Grundannahme darstellt.
    die Begründung steht übrigens im “Laborjournal” von Anfang 2020, in dem steht, dass bei den PCR-Tests zunächst drei Genloci gemessen wurden und man dann einfach zwei Stück wegließ.


    “Perspektive: Todesfälle”

    der Autor wie die Todesfälle minimieren. Randbedingung: wir alle müssen irgendwann einmal sterben. Richtig, oder? Googelt man dann auf dem Internet, so stellt man fest, dass die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland etwa 81 Jahre beträgt. Prüft man dann das Durchschnittsalter der an Corona verstorbenen, so gibt es auch hier Diagramme. Aus diesem ist zu erkennen, dass das Durchschnittsalter der an Corona verstorbenen definitiv über 80 Jahre beträgt, manche sprechen sogar von 82 Jahren. Ups!!
    nun zu argumentieren, Corona wäre ungefährlich, wäre natürlich auch viel zu kurz gegriffen. Aber es zeigt etwas ganz anderes:
    die ganze Bundesregierung und jeder will die Anzahl der Todesfälle reduzieren.
    ist das überhaupt das richtige Ziel??????????
    Bertrand Russell sagte:” auch wenn alle einer Meinung sind, können alle Unrecht haben!”
    meines Erachtens ist die Zielsetzung falsch: ein vernünftiger Politiker (ein Oxymoron) sollte das Ziel darauf setzen, der deutschen Bevölkerung möglichst viele Jahre einzusparen, die er trotz Corona weiterlebt. Wenn jemand an Korona mit 82 stirbt, aber er sowieso nur 83 geworden wäre, so hat man ein Jahr gewonnen.
    Treibt man aber Tausende von Leuten mittleren Alters in den Suizid, lässt Tausende aus Angstmache, weil sie nicht zum Arzt gehen, an Krebs oder einem Herzinfarkt jämmerlich ….., so hat man diesen viel mehr Lebensjahre gekostet als einem Rentner, der zum Teil in Demenz dahinsiecht.
    Der Vergleich mit den Unglücken wie Enschede mit den 101 Toten, wurden jedem Toten locker 55 Jahre genommen- womit insgesamt 5555 Lebensjahre weg waren. Ein IMO bedenklicher Vergleich.

    Hmmm: Über 80 leben in D etwa 5,5 Millionen Menschen.
    Das habe ich aus der Grafik der Alterspyramide abgeschätzt.
    ich zitiere: “Die obere Abschätzung mit 1,1 Millionen Toten”.
    Hier wird theoretisiert, dass die Mortalitätsratte bei 20%(!!!) in diesem Altersbereich liegt. Sie liegt bei aber 14,8% – in China. Selbst für China wären also die 1,1 Mio. weitaus zu hoch gegriffen. Ich finde nur gerade keine Statistik: Nehmen wir die Hälfte- liegen wir bei 350000.

  42. Ich finde es bedenklich, bei ungerechtfertigten Freiheitseinschränkungen von “Klein-Klein” zu reden. Die Problematik besteht in der Verbreitung des Virus bei über 70-Jährigen. Um das zu verhindern, werden Maßnahmen, wie die Ausgangsbeschränkung nach 21 Uhr und Schulschließungen beschlossen.

    Natürlich soll dadurch die Ausbreitung des Virus in der Gesellschaft insgesamt verhindert werden. Doch diese Eingriffe haben eine minimale Wirkung und schaden an anderer Stelle. Da muss doch die Frage nach der Verhältnismäßigkeit gestellt werden können, ohne dass die Diskussion mit dem moralischen Todschlagargument des Schutzes des Lebens im Keim erstickt wird.

  43. Ich bin schon auf die nächste Märchenstunde gespannt, mit der uns erklärt wird warum der Impfstoff nicht funktioniert. Damit der Diktaturspass auch 2022 noch weiter geht.

  44. Bei “Italien hat ein Gesundheitssystem, das ungefähr auf demselben Stand ist wie unser eigenes…” habe ich aufgehört, zu lesen. Mit dieser Aussage hat sich der Autor selbst als unwissender Klugschwätzer geoutet.

  45. Die Angabe einer vermeintlichen IFR aus offiziellen Länderstatistiken ist müßig, da insbesondere die Zahl der jemals Infizierten meist nur mit der durch Tests ermittelten Anzahl gleichgesetzt und damit zwangsläufig unterschätzt wird. Der Vergleich zwischen Ländern ist mit besonderer Vorsicht zu genießen, solange nicht die jeweiligen Testverfahren und Definitionen (wer gilt als positiv und wer als an Covid-19 verstorben?) normalisiert werden. Der Begriff Worst-Case stimmt so vielleicht, er ist aber alles andere als wahrscheinlich.

    Eine direkte Rechnung auf diesen Zahlen ist daher vielmehr irreführend und auch gegen besseres Wissen, weil es bereits viel spezifischere, detaillierte Auswertungen dieser Daten gibt, die mit Zusatzwissen verbessert sind. Neben der reinen Positiv-Bestimmung durch PCR-Tests gehören dazu beispielsweise Antikörper-Test auf die verschiedenen Abwehrmechanismen des Körpers (z.B. IgG, IgM, IgA, T-Zellen, B-Zellen) im Blutserum.

    Die WHO hat hierzu, nach Peer-Review, eine solche weltweite Auswertung als offizielle Einschätzung veröffentlicht, die o.g. Zusatzwissen in 61 Länderstudien ergänzt (suche: WHO Ioannidis Seroprevalenz). Sie kommt damit auf eine IFR von 0,23% im weltweiten Median.

    Die Infektion betrifft dabei keineswegs die gesamte Bevölkerung, sodass eine Multiplikation mit der Einwohnerzahl ebenfalls irreführend ist. Sie hängt von der Basisreproduktionszahl ab, die durch einfaches Testen in einen unbekannten Infektionsstand einer Bevölkerung ebenfalls wenig verlässlich ist (hat man den tatsächlichen Beginn der Infektion verpasst, ist die Überschätzung sehr hoch). Die gesamte Bevölkerung besteht dabei auch keineswegs aus Menschen, die mit der gleichen Wahrscheinlichkeit versterben. Man muss sich zudem klarmachen, dass die Sterberate an „alltäglichen Krankheiten“ weit jenseits der durch Unfälle liegt. Ein solcher Vergleich ist wiederum stark irreführend. Stattdessen bleibt eben nur der Maßstab einer alltäglichen Krankheit, an der naturgemäß weit überdurchschnittlich viele alte Menschen sterben. Gegen eine solche Krankheit liegt dann die IFR von 0,23% wieder im Bereich einer mittelschweren Grippeepidemie.

    Klar ist aber auch, dass es starke Schwankungen zwischen Ländern gibt, insbesondere auch in benachbarten. Umwelteinflüsse zeigten sich dabei, auch laut WHO, wenig signifikant. Anders jedoch die staatlichen Interventionen. Hier sind anscheinend staatliche Vorgaben zu Einweisung, Behandlungs- und Verhaltensvorgaben an die Bevölkerung sehr entscheidend (Beispiel Frankreich, suche: Evaluation of the virulence of SARS-CoV-2 in France, from all-cause mortality 1946-2020).

  46. Wie kann man bei einer Letalität, die auf dem Level der Influenza liegt, noch dazu, dass man gar nicht exakt sagen kann, ob die Verstorbenen AN oder MIT Covid gestorben sind, so einen Artikel schreiben? Es ist mir schier ein Rätsel wie man ignorieren kann, dass die Schäden, die die so genannten Schutzmaßnahmen verursachen, vom Lockdown über Maskenzwang bis Einschränkung diverser Grundrechte etc etc, zig-fach über dem liegen, was Covid selbst erzeugt. Haben Sie beispielsweise mal recherchiert, dass die Selbstmorde seit den Covid-Maßnahmen deutlich zugenommen haben?! Oder schon mal damit auseinandergesetzt wie viele Menschen bereits ihre Jobs, ihre Existenz verloren haben aus dem gleichen Grund?! Ganz zu schweigen von dem, was noch auf uns zukommen wird. Wieso wird eigentlich kein Konzept entwickelt um NUR die Risikogruppen zu schützen, anstatt alles abzuwürgen, das kulturelle, soziale und ökonomische Leben komplett auszuknipsen?! Die allermeisten Menschen brauchen nicht vor Covid geschützt zu werden, wieso also alles “platt machen”, mit nie dagewesen “Kollateralschäden” auf allen Ebenen, die unser aller Zukunft nachhaltig zerstören können. Warum konzentriert man sich nicht auf Schutzmaßnahmen für die Menschen, die sie tatsächlich auch benötigen?! Und hört bitte endlich auf mit der verdammten Angst- und Panikmache, und Maßnahmen vorzuschlagen resp. zu ergreifen, die VÖLLIG UNVERHÄLTNISMÄSSIG sind!

  47. Kann dem in vielen Details zustimmen.
    Allerdings zwei Anmerkungen. Bei dem Diskurs zum Thema Todesfälle wird außer acht gelassen, dass wir uns sehr wohl Todesfälle leisten, die vermeidbar wären. Ja im Gegenteil, die Todesursachen, sind gesellschaftlich so unangreifbar, dass sie nicht nur nicht behindert (also verboten werden) sondern dafür auch noch geworben werden darf. Natürlich, ich spreche über das Rauchen, das Konsumieren von Alkohol und das Rasen auf der Autobahn ohne Tempolimit!

    Aber ein zweiter Aspekt ist mir noch viel wichtiger. Denn natürlich ist es wichtig sich mit den Fakte auseinanderzusetzen. Richtiger mit ALLEN Fakten.
    Und in der gegenwärtigen deutschen Diskussion wird völlig ausgeblendet worauf Forscher der Uni München als erste hinwiesen: Bei den Neuinfektionen nach Altersgruppen ist die Entwicklung der Altersgruppen ü 80 und ü 90 ab November auffällig. Denn als einzige Altersgruppen zeigen diese Beiden keine Reaktion auf die sich steigernden Maßnahmen zum Lockdown. Als einzige entwickeln sie sich ungebremst weiter.
    Und dies sind die Altersgruppen die die meisten Krankenhauseinweisungen, Belegungen von Intensivbetten und Todesfälle verursachen.
    Wenn wir also weiter am Kernproblem vorbeihandeln, kriegen wir die Krise nicht in den Griff.
    Also konkret, wir müssen die Alten schützen. Niemand mehr ohne Schnelltest in die Alten- und Pflegeheime und was uns dazu alles bereits punktuell eingefallen ist!

  48. Vergessen wir nicht:
    – Erster Weltkrieg: Millionen von Toten auf allen Seiten, ein großer Teil der Bevölkerung ist aber bereits kurze Zeit danach unzufrieden mit der Beendigung desselben
    – Spanische Grippe: Millionen von Toten, aber dieselbige wird hingenommen als ein Naturphänomen, dem man hilflos ausgeliefert ist
    – Tausende von Toten durch Wetterkatastrophen, deren Ausmaß durch die Klimaveränderung noch potenziert wird, stellen keinerlei Anlass zur Verhaltensänderung dar
    – ebensowenig Tausende Toter jährlich auf den üblichen Migrationsrouten
    – und genausowenig anderes menschliches Leid, welches mittelbar auf eigenem Verhalten beruht

    Festzustellen ist: Homo homini lupus, es wussten bereits die Römer. Ändern wird sich nichts, da eine breite Mehrheit das tut, was bequem für einen selbst ist. Wenn es bei Katastrophen jemanden gibt, auf den man mit dem Finger zeigen kann, um so besser, denn das ist recht einfach. Gibt es so jemanden nicht oder ist man selbst in Frage gestellt, darf getrost ignoriert werden oder man hat das Recht, äußerst empört zu sein. Und das Rad der Geschichte dreht sich weiter – im Kreis…

  49. Von einem unkontrolliertem Laufenlassen war doch eigentlich nie die Rede. Deshalb muss man einige Betrachtungen im Artikel als rein akademisch ansehen.
    Ein wichtiger Aspekt wird oft unterschlagen: Neben den Corona-Opfern werden die weltweiten Corona-Maßnahmen zu einer Verkürzung von Lebenszeit führen, vor allem in den Entwicklungsländern. Im Gegensatz zu den Corona-Opfern, ist es natürlich extrem schwer, diese zu beziffern. Ein Beispiel: Laut Welternährungsprogramm WFP wird mit zusätzlichen 130 Millionen Menschen in diesem Jahr gerechnet, die durch weltweite Corona-Maßnahmen von Hunger bedroht sein könnten.
    In Deutschland hat man es leider nicht geschafft, die Bewohner von Alten- und Pflegeheimen ausreichend zu schützen, die mindestens 50% der Toten ausmachen. Die Gesundheitsämter arbeiten mit Methoden aus dem letzten Jahrhundert und jetzt machen uns andere Länder vor, wie man genug Impfstoff bestellt und die Bevölkerung schnell immunisiert. Leider konnte uns die Wissenschaft nicht sagen, wo die Ansteckungsgefahr am größten ist. Viele Wissenschaftler machen es sich zu leicht: Der Lockdown als einzig brauchbare Maßnahme.

    Wir sollten vielleicht auch mehr Verständnis für die aufbringen, die nicht im Home-Office bei 100% Gehalt arbeiten können, jetzt um ihre Existenz bangen und deshalb nicht jeden Lockdown mit 100% Überzeugung begrüßen ……..

    Der Bundestagspräsident hat es ganz gut zusammengefaßt:
    „Wenn ich höre, alles andere habe vor dem Schutz von Leben zurückzutreten, dann muss ich sagen: Das ist in dieser Absolutheit nicht richtig“, sagte Schäuble dem „Tagesspiegel“. Die im Grundgesetz verankerte Menschenwürde „schließt nicht aus, dass wir sterben müssen“.

  50. Dass Italien ein mit unserem vergleichbares Gesundheitssystem hat, ist falsch. Habe lange dort gelebt und gearbeitet.
    Wer als Normalo schwer krank wird, hat schlechte Karten.
    Mies organisiert, korrupt bis ins Mark, Zustände in staatlichen Krankenhäusern wie in der 3. Welt (Hygiene Zero, kein Klopapier, keine Handseife, WC´s mit Ziehspülung wie in den 60ern, Putz fällt von den Wänden, Bestellte stehen gedrängt in Gängen ohne Stühle, 6-Bett-Zimmer normal, viele liegen noch in richtigen Säälen – ein Bett am anderen, Privatsphäre Null etc..)

  51. Ein Beitrag, der sich zu lesen lohnt, und auch viele interessante Beiträge!
    Peter Müller hat nur vergessen zu erwähnen, dass nicht nur die Todesfälle von 1% durch Geburten übertroffen werden, sondern dass wir dank Corona auch endlich unsere Alterspyramide wieder vom Kopf auf die Füße stellen können – mit all den positiven Effekten für Renten- und sonstige Kassen. Aber vielleicht wollte er ja gar nicht so zynisch erscheinen … (Zur Info: ich bin Jahrgang 1941).
    Herrlich die Persiflage von Maria. Selten habe ich eine so geraffte Darstellung der Verschwörungsdämlichkeiten zu Corona gelesen. Schade nur, dass ein weiblicher Name darüber steht; einige könnten ja denken, es sei ehrlich gemeint und das würde ja alten Vorurteilen von ‘Damen gleich dämlich’ neue Nahrung geben.

  52. Vielen Dank Herr Pöschel!
    Ergänzend möchte ich nur zum Thema “Dunkelziffer” beitragen.
    Als Laborarzt bin ich von Beginn an mit dem Thema beschäftigt und relativ nah an der “Entstehung” der Zahlen dran. Ich habe dazu am Anfang auch etwas modelliert.
    Es ist sicher so, dass unsere “Indexfälle” in Bayern sicher zu nierdrig geschätzt wurden. Die “Indexchinesin” war ja nicht nur in der nunmehr bekannten Firma unterwegs, sondern ist dorthin gereist und auch wieder zurück und hat dabei (Hotel, Taxi, Flughafen, Flugzeug, Bahn, D-Bahn, etc. etc.) mehr oder weniger viele Menschen infiziert, von denen nie berichtet wurde. Bereits am Anfag des Geschehens in diesem Lande ist daher von einer Dunkelziffer in der Größenordnung vom Faktor 10 auszugehen.
    Im Verlauf kam es dann zu einer “Sättigung” bei den Testkapazitäten, so dass bei weitem nicht alle symptomatischen, schon gar nicht alle Kontakte getestet werden konnten. Dies wurde vor allem von den G-Ämtern so durchgesetzt. Dies führt natürlich zu einer entsprechenden Dunkelziffer.
    Die jeweilige Dunkelziffer ist somit nicht konstant, sondern vom jeweiligen Zeitpunkt abhängig.
    Insgesamt ergibt sich daher aber eine weit höhere Zahl der tatsächlich Infizierten, als es die “offiziellen” Zahlen der gemeldeten Fälle darstellt. Damit sinkt wiederum die reale IFR, ich hatte damals in der ersten Welle eine Größenordnung von 0.1 – 0.3% geschätzt (bei zu erwartenden 70% Durchseuchung würde dies bedeuten, dass es aktuell ca. 17 Mio. Infizierte gibt und wir damit knapp vor dem Maximum der Inzidenz sind.). Danach wird alles besser, auch ohne Impfung :-).
    Es ist natürlich lächerlich, dass der gesellschaftliche Diskurs in diesem unserm Lande effektive Maßnahmen verhindert hat. Es handelt sich bei Corona nunmal nicht um eine philosofische Idee, wie manche zu denken scheinen. Ich habe die Tage mit einem Freund in Taiwan (ja Taiwan!) telefoniert. Dort gibt es 808 Fälle. Er sagte, sie hatten tatsächlich wieder 1 Fall (Ja, “Einen”), der mit großer Aufmerksamkeit verfolgt wurde. Das gesellschftliche und wirtschaftliche Leben ist dort ansonsten völlig normal. Es geht also, wenn man sich der Realität wahrnimmt und sich ihr adäquat stellt.

  53. Italien hat ein Gesundheitssystem (ich kenne es persönlich), das ungefähr auf demselben Stand ist wie unser eigenes ….. ha, ha …… Der Worst Case tritt schon deshalb nicht ein, weil ab dem Zeitpunkt – auch bei völliger Lockerung – wo die Medien täglich über fehlende Beatmung berichten, sich alle hinter ihren 4 Wänden verbarrikadieren. Der derzeitige Lockdown, der alle Hygiene-Konzepte ignoriert, treibt die Menschen in private, unkontrollierbare Zustände, bei denen sich mehr infizieren, als ohne Lockdown. Was durch die aktuellen Zahlen bereits bestätigt wird. Ich selbst sehe das in meinem Umfeld überdeutlich. Bleiben wir also auf dem Teppich und hören bitte auf, unsinnige Zahlenspiele zu treiben, sondern konzentrieren uns auf die Impfung (der es gerade durch fehlenden Impfstoff krankt).

  54. Im Artikel heißt es u.a.: “…den Zahlen der Kalenderwochen 46 bis 48 im Jahre 2020, mit im Schritt 300 Toten pro Tag”
    in KW47/2020 (Quelle: destatis, also Statistisches Bundesamt) sind 19823 Menschen gestorben, das sind 2832 am Tag. In KW47/2019 sind 18535, das sind 2648 am Tag, also ggf. 184 mehr (aber nicht am Tag). Wie kommen sie auf diese (plakative ?) Zahl (300) ??? Ja, es ist eine Übersterblichkeit vorhanden, das ist ja gar nicht zu bestreiten. Hinzufügen wäre aber, dass bis in etwa zur Altergruppe 60-65 Jahre hierbei eben keine Übersterblichkeit festzustellen ist und diese erst bei ca. 65-70 Jahren langsam anfängt und erst dann, später auch signifikant, steigt (in der Altergruppe 80-85 J. in den KW 46-48 tatsächlich bei durchschnittl. 12-16%), zumindest wenn man sich die Zahlen des Stat. Bundesamtes detailliert anschaut. Ganz so wie uns die Mainstream-Medien und der Autor glaubhaft machen wollen, scheint diese Krankheit für einen Großteil der Bevölkerung bei genauer Betrachtung möglicherweise nicht zu sein?

  55. Der Mensch ist das dümmste Lebewesen auf der Erde. Kein anderes zerstört seine Lebensgrundlagen. Deshalb ist das Corona-Virus die Antwort der Natur und vernichtet alle dummen Menschen.

  56. Vom ersten Tag an wurde in den Medien in irgendwelchen Statistiken immer nur darüber berichtet, wie alt die an Corona Verstorbenen waren.
    Stattdessen sollte es tägliche Tabellen geben, wie sich die auf Intensivstation liegenden Schwerkranken auf die verschiedenen Altersklassen verteilen!!
    Warum kann man nicht täglich lesen:
    Von den xxxx Patienten auf den deutschen Intensivstationen sind heute aaa über 80, bbb über 70, ccc über 60, ddd über 50, eee über 40, fff über 30, ggg über 18 Jahre alt und hhh minderjährig ?!

    Ich bin 57. Es ist zwar eine gewisse Beruhigung zu wissen, daß meine Chancen, einen schweren Verlauf zu überleben und die Intensivstation lebend wieder zu verlassen, höher sind als die meiner 82jährigen Eltern, die sich übrigens beide bester (Vater) bzw mehr oder weniger guter (Mutter) Gesundheit erfreuen und beide nicht vorhaben, “bald”, “demnächst”, “im kommenden Jahr” oder “in naher Zukunft” zu sterben, nur weil sie 82 Jahre alt sind, womit sie übrigens in ihren jeweiligen Seniorenresidenzen (kein Pflegeheim oä!) eher zu den jüngeren bis mittelalten Bewohnern gehören, nicht zu den sehr alten!!
    Trotz meiner statistisch noch relativ guten Chancen, soetwas zu überleben, finde ich die Möglichkeit, mit einer Corona-Infektion ziemlich krank ins Krankenhaus, schwerkrank auf die Intensivstation oder gar lebensgefährlich erkrankt ins künstliche Koma mit Schlauch im Hals zu kommen, einfach nur grauenhaft.
    Sorry, aber mir sind meine statistischen Chancen, das zu überleben, relativ wurscht, ich möchte überhaupt garnicht erst in diese Situation geraten!

    Durch das ständige Wiederholen, daß wieder fast nur Menschen über 70 an Corona gestorben sind, wird völlig ausgeblendet, daß gleichzeitig jeden Tag hunderte von Menschen unter 60 in den Krankenhäusern darum kämpfen, nicht an Corona zu sterben !!
    Und daß dieser Kampf auch für unter 60Jährige hart, lang und furchtbar ist, selbst wenn sie ihn mit Hilfe moderner Intensivmedizin gewinnen.

    Die relativ guten Chancen der unter 60Jährigen, eine schwere / sehr schwere Corona-Infektion zu überleben, hängen eben maßgeblich davon ab, daß für jeden von ihnen sofort ein Intensivbett zur Verfügung steht.
    Um das zu gewährleisten, musste man in Italien in der ersten Welle älteren Patienten mit schlechteren statistischen Überlebenschancen bereits eine angemessene Behandlung verweigern, damit jüngere behandelt werden konnten.
    Die Statistiken selbst in Bergamo wiesen aber einfach nur aus, daß fast nur sehr alte Menschen an Corona gestorben waren.
    Diese einseitigen nutzlosen Statistiken, die sich nur mit den Verstorbenen befassen, führen offenbar bei einem großen Teil der unter 60Jährigen zu der Annahme, daß auch auf den Intensivstationen die Corona-Patienten fast ausschließlich uralt sind und sich niemand, der unter 70 Jahre alt ist, ernsthafte Sorgen machen muss, in Lebensgefahr zu geraten.

    Hinweise darauf, daß das eine völlige Verzerrung der tatsächlichen Situation auf den Intensivstationen ist, findet man nur in Berichten von Pflegepersonal und auch dort meist nur versteckt in Nebensätzen.
    Zum Teil scheinen aktuell inzwischen bis zu 50% der Patienten mit Corona auf den Intensivstationen (!!) unter 65 Jahre alt zu sein.
    Aber nirgendwo gibt es darüber tagesaktuelle und transparente Listen + Statistiken!

    Es ist kein Wunder, daß man immer wieder dieses Geschätz lesen muss, man solle doch nicht die ganze Wirtschaft vor die Wand fahren, nur um ein paar 80Jährige zu retten, deren Zeit eh abgelaufen ist.
    Von den zigtausenden geretteten lebensgefährlich Corona-Erkrankten, die jünger sind, wird nie gesprochen.

    Übrigens: Wenn man dem Virus völlig freien Lauf ließe, würde es nichtmal mehr ansatzweise ausreichen, nur allen schwerkranken Corona-Patienten über 70 die Intensivbehandlung zu verweigern, um alle, die jünger sind, noch retten zu können.
    “Triage” bedeutet auch nicht, nur nach Alter abzuwägen, sondern nach der tatsächlichen Überlebenschance, völlig unabhängig vom Alter der Patienten.
    Da müssten dann auch 40jährige Familienväter mit Diabetes “aussortiert” werden zugunsten eines kerngesunden 75jährigen.
    Und die 25Jährige Asthmatikerin mit Corona würde auf dem Gang ersticken, weil mein sportlicher Vater mit 82 im Vergleich mit ihr die deutlich besseren Überlebenschancen hätte und damit im Triage-Ernstfall eher ein Intensivbett bekäme.

    Von Unfallopfern aller Art und Altersklassen sowie Mittvierzigern mit akutem Herzinfarkt, die im Krankenwagen sterben würden, weil im Umkreis von 100 Kilometern kein Intensivbett mehr frei ist und keine Notaufnahme sie übernimmt, mal ganz zu schweigen…

    @Peter Müller:
    Die 1% sind ja nicht die Toten insgesamt, sondern “nur” die, die zusätzlich zu den täglich üblichen Todesfällen an Corona sterben.

    @Clara:
    Wenn in Ihrem Ort in Schulen, Horten und KiTas keine Corona-Fälle aufgetreten sind, dann ist das so ähnlich wie das Dorf von Asterix auf der ansonsten von Römern besetzten Landkarte.
    Meine Nachbarin und sehr gute Freundin ist Hortbetreuerin für Kinder der Klassen 1-6.
    Bereits am 10. Dezember berichtete sie mir weinend, daß ca 2/3 ihrer Kollegen inzwischen mit Corona krankgeschrieben sind und fast täglich würden es mehr. Sie hatte Angst!
    Kein Einziger der Kollegen (die meisten deutlich unter 40) hatte einen symptomlosen Verlauf, alle lagen mit heftigen Grippesymptomen im Bett.
    Kurz vor Weihnachten wurde sie selbst dann als Kontaktperson 1 eines infizierten Hortkindes in Quarantäne geschickt, gottseidank aber negativ getestet.
    Praktisch alle Eltern von KiTa- oder Schulkindern in meinem Bekanntenkreis hatten seit Mitte November schon mindestens einmal den Quarantänefall im eigenen Haushalt, weil das Kind als Kontakt 1 eines infizierten anderen Kindes galt, wobei “Kind” von 5 – 17 Jahren reicht.

    Dieses ständige Gejaule, daß Corona “die Jungen” so viel härter trifft als “die Alten” – ich kann es nicht mehr hören.
    Wahnsinnig viele Menschen jenseits der 40 sind nach einer gescheiterten Ehe auf der Suche nach einem neuen Partner, die haben genau dieselben Probleme wie 16jährige Teenager, in Zeiten von Corona jemanden kennenzulernen.
    Und mit über 30 hört man auch nicht plötzlich auf, in der Freizeit etwas zu unternehmen.
    Ich selbst bin bis zum ersten Lockdown mindestens 2x im Monat zu Konzerten oder sonstigen Events gegangen. Außer Tickets für 2022 gibt es diesbezüglich keinerlei Pläne mehr.
    Ich habe meine Freunde seit 9 Monaten nicht mehr live gesehen, wir skypen und telefonieren.
    Meine 10jährige Nachbarstochter, für die ich die “Lieblingstante” bin, hat bei mir ein eigenes Zimmer, in dem sie seit September nicht mehr spielen kann. Wenn wir uns ganz selten mal sehen, dann nur draußen und mit mindestens 2 Metern Abstand.
    Ich tröste sie und mich immer wieder mit der Aussicht, daß wir noch bis ungefähr zum kommenden Sommer tapfer sein müssen. Vielleicht schafft Deutschland es ja, bis dahin, genug Impfstoff für alle Bürger zu ordern, obwohl die EU in Brüssel offenbar alles tut, um das zu verhindern…
    Als sie weinte, weil ich zum ersten Mal zu Weihnachten nicht da war, habe ich ihr erzählt, daß nächstes Weihnachten dafür umso schöner wird und ich bereits für die Weihnachtszeit 2021 Karten für mehrere Weihnachtsveranstaltungen für sie und mich bestellt habe, weil bis dahin ganz sicher alles endlich wieder weitestgehend normal ist.

    Mein ganzes Leben ist seit über 9 Monaten ein ständiges Jonglieren zwischen lebensnotwendigen Dingen und der Vermeidung einer Infektion, auf der Strecke bleibt dabei alles, was Spaß macht, “normal” ist und bis März 2020 völlig selbstverständlich zu meinem Leben gehörte.
    Als überzeugter Single mit guten Freunden und einer “Wahlfamilie”, zu der ich nicht per Verwandtschaft, sondern aus beidseitiger tiefer Sympathie gehöre, war das vergangene Weihnachtsfest das beschixxenste der letzten 40 Jahre.
    Ich liebe die beiden Kinder wie meine eigenen und sie lieben mich. Wir feiern jedes Jahr zusammen und ich habe genausoviel Freude, wenn die Kinder die Geschenke auspacken, wie sie.
    In diesem Jahr habe ich eine Stunde im Nieselregen auf der Terrasse gestanden und durch die Scheibe zugeschaut. Ich glaube nicht, daß Sie nur ansatzweise nachempfinden können, wie sich das angefühlt hat…

    Warum genau ist nochmal Corona für Teenager so viel schwerer zu ertragen als für Erwachsene?

    • Um ihnen ihr Frage an mich eimal zu beantworten. Lebten sie schon mal mit einem Teenager in einem Haus? Wenn ja, mein Beileid. Wenn nicht, könne sie sich noch an ihre eigene Entwicklung erinnern? Wie war das damals? Biologisch gesehen ändert sich vieles, warte alles. Pubertierende brauchen sozialen Umgang. Bereits in den letzten Jahren konnte durch statistische Auswertungen ein nicht erwarteter Rückgang der sozialen Itnelligenz betrachtet werden. Verantwortlich dafür sind soziale Medien, der Kontakt über Chat. Im Internet können wir Menschn beschimpfen ohne mit Konsequezen rechnen zu müssen. Ja klar kann das Vorteile habe. Ich kann sie nur noch nicht sehen. Die Nachteile sehe ich jedoch. Emotionale Inteligenz (EQ) zeigt sich in Empathie, Verständnis, Mitleid, Hilfsbereitschaft usw. und bildet sich besonders in der Pubertät aus. Die Ignoranz bereits heutiger Generationen gegenüber dem Leid anderer, die sich auch hier und besnders in unserer momentanen Situation zeigt tut mir leid. ich hasse (und ja das ist ein schweres Wort) diese Diskussionen wer am schlimmsten dran ist. Und ich werde diese Frage auch nicht beantworten. Aber zurück zu ihrer Frage. In Deutschland gilt das Wahlrecht ab 18. Besonders im Wahlkampf zähle ich deshlab bei poitischen Entscheidungen eher weniger. Ich bitte sie nicht meine Sitution zu verstehen. Aber in einer Zeit in der der Köper sich mental umbaut zu Hause zu sitzen hat psychisce Folgen, die unsere gesamte Gesellschaft betreffen. Sie müssen mich nicht verstehen Sie könne es auch gar nicht. Aber auch wenn es im Internet so einfach ist wagen sie sich einmal an ihre EQ heran. Ich habe Mitleid mit Ihnen. Ich wünsche ihnen eine bessere Zukunft und das sie wieder auf Verantstaltungen gehen können. Ich schau mal wann ich wieder in die Schule DARF…

    • Liebe Hilde, auch dir werde ich sicherlich gerne antworten. Mir geht esnicvt darum, dass ich (oder irgendjemand anders) am schlimmsten dran ist. Das möchte ich auch nicht diskutieren, dennoersönliche Gefühle, Schicksale und Menschen sollten nicht verglichen werden. Ich finde es sehr schön, das sie die Nötigkeit von unterschiedlichen Tätigkeiten momentan gegeneinander abwiegen. Diese beginnende Logik Fehltritt vor sller derzeit bei vielen. ( Was bringt es den Einzelhandel zu öffnen und City-managerplaben zu lassen Künstler fpr völlere Innenstädte zu engagieren, wenn voll Innenstädte und fröhlich shoppende Menschenmassen dich jeder Logik und unserer momentanen Situation widerspricht.
      Ich sitze momentan wieder komplett zu Hause und musste nicht abwiegen, was nötig ist. Ich freue mich, wenn ich mit Einkaufen darf. Klar ich könnte mich auch mit einer Freundin treffen. Aber gib mir einen Grund. Das macht mein Leben nicht sofort besser und vielleicht kostet es dafür ein anderes Leben. Anstatt aber über meine und Ihre Situation zu diskutieren kommen wir nun aber auf meine Grundtendenzen zurück. Wenn es um Schulduige geht sind “die Jugendlichen” immer vorne dran ohne wirkliche Belege oder sonstiges. Wennes um Lockerung geht wird immer von Kindern gesprochen. Davon fühlen ich mich eigentlich nicht mehr wirklich angesprochen, aber wenn sein muss komme ich auch mit “Kind” klar. Aber ich werde ha gar nicht wirklich gemeint. Es geht wirklich nicht um mich, denn trotz aller Anstrengungen nimmt ich aufgrund meiner Größe im Kindergarten aufgeflogen. Wirklich schade. War schön da: keine Masken, alle fröhlich, da keiner der Kleinen sich wirklich an vor Corona erinnern kann und somit auch nichts wirklich vermisst. Vielleicht verstehen sie jetzt was ich meine. Es fühlt sich schöucht beschissen an immer zu den Schuldigen hinzugezählt zu werden und bei Lockerung kaum eine Erwähnung wert zu sein.
      Rein wissenschaftlich betrachtet sind Teenager aber von Isolation tatsächlich stärker betroffen. Ich bin ein lebensfroh Mensch habe viele Interessen mit denen ich mich ablenken kann und ein großes Zimmer. Aber wie ist das mit denen due sich zuvor schon geritzt haben, due andere brauchen, um mit sich selbst klar zu kommen. In Deutschland ist es immer noch, trotz unserer sonst schon etwas fortschrittlicheren Denkweise schwer über die mentale Gesundheit zu sprechen. Bei Themen wie Depressionen, Zwängen, Ängsten und Süchten fehlt entweder die wissenschaftliche Kenntnis oder ihre Existenz wird komplett abgelehnt. Ich möchte, dass wir drüber sprechen. In meiner Generation läuft das schon ganz gut. Wie wäre, wennder Altersdurchschnitt dieser Diskussion sich einmal gegenseitig wirklich fragt: Hey, wie geht’s dir? Kann ich dur helfen? Oder wir hören auf ins selbst und fragen mal ganz krass und ernsthaft: Kannst du mir helfe? Ich bräuchte gerade jemanden, der mir zuhört.
      Das ist dich ne mega Idee💡 Ich möchte dass wir alle aufeinander aufpassen und ich möchte, dass die Gesellschaft auf uns aufpasst. Wir sind auch da! Wir haben auch Gefühle und obwohl wir nich nicht wählen dürfen haben wir trotzdem ein politisches Interesse an der Situation und möchten nicht von Grund aus verteufelt werden.
      Ihre Clara

  57. Ihr worst case für diese Pandemie geht allein von Todesfällen durch die Krankheit selber aus. Wissen Sie ob auch jemand berechnet hat ab welchem Verdopplungsschritt rein durch die Anzahl der aktuell Erkrankten damit zu rechnen wäre dass regional die Infrastruktur (zB Wasser- und Stromversorgung) zusammenbricht, und was davon die Auswirkungen wären?

  58. Vielen Dank für Ihre Ausführungen, ich hoffe, daß Ihr Worst Case Sezenario
    etwas übertrieben ist, aber selbst wenn Sie sich ein wenig verrechnet haben sollten, wäre es immer noch schlimm genug.
    Auch ich bin der Meinung, daß die Politiker die Pandemie noch immer nicht begriffen haben, mancher versucht wohl auch noch seinen Nutzen daraus zu ziehen.
    Ein Taktieren und Versagen auf der ganzen Linie!
    Es wird reagiert nicht agiert.

    Nötige Maßnahmen, zum Beispiel Zwangstests für Urlaubsrückkehrer wurden nicht umgestetzt, war wohl zu teuer!
    Daß Krankenhausbetten auch teuer sind, wußte wohl mal wieder keiner.
    Es wurde viel zu spät der zweite Lockdown verkündet, man wollte ja die Wirtschaft nicht so stark schädigen.
    Daß aber vor allem das Abwarten teuer wird, ist den Politikern und manchen ignoranten Jornalisten, die nur schreiben aber nicht rechnen können wohl nicht klar.
    Jeder der nur halbwegs in der Lage ist, ein Diagramm deuten zu können,
    konnte bereits Ende August den weiteren Verlauf ungefähr abschätzen.

    Die Corona App ist meines Erachtens auch völlig unzureichend,
    der Datenschutz scheint hierbei das Wichtigste zu sein.
    Was interessiert mich der Datenschutz, ich möchte einen Schutz vor Corona.
    Die App sollte mich warnen, wenn sich im Umkeis von 20m ein Infizierter aufhält, damit ich diesen Ort schnellstmöglich verlassen kann.
    Warum ist es so wichtig, daß niemand weiß, daß ich ggf. Corona habe?
    Ist doch nach ein paar Wochen (hoffentlich) vorbei, oder ich bin tot,
    dann interessiert mich der Datenschutz auch nicht mehr.

    Hier sollte der Datenschutz vor dem Schutz des Lebens einfach mal für eine begrenzte Zeit zurückstehen.
    Wir brauchen endlich mutige Politiker, die entsprechend der Gefahr handeln!

    Ach ja die Impfung gibts ja auch noch.
    Bei dem Tempo das Corona an den Tag legt, und dem Tempo für die Impfungen
    (laut meinen Infos bis zu 100.000 pro Tag) nehme ich fast an, daß die Coronadurchseuchung früher fertig ist als die Impfungen.
    Aber es scheint ja sehr wichtig zu sein, mit jedem Impfwilligen vorab ein aufklärendes Gespräch führen zu müssen.
    Ich denke, eine Info über Internet, TV, oder Hausarzt sollte reichen!
    Dann anstellen und Spritze rein. Fertig.
    Man könnte viel schneller impfen, so wie 1967 in der Schule.
    Ich meine 500.000 Impfungen pro Tag sollten so möglich sein,
    dann würde man auch mal irgendwann fertig werden.
    Die Wirtschaft würde es danken.

    Trifft zwar fast alles nicht das Thema, aber das mußte einfach mal raus.

  59. Grundsätzlich bin ich auch der Meinung, dass wir versuchen sollten, unnötige Todesfälle und eine hohe Auslastung der Intensivstationen, wie wir sie momentan haben, zu vermeiden. Wenn alle mitspielen würden, hätten dafür vielleicht sogar die AHA + L- Regeln gereicht (v. A. wenn Kontakte wirklich konsequent eingeschränkt werden), aber das ist Spekulation. Dennoch sehe ich es als das Hauptproblem an, dass sich zu viele Mitbürger entweder nicht konsequent genug an die Regeln halten oder gar nicht erst an die Epidemie glauben. Für letztere Gruppe wäre ein Pflicht-Praktikum auf einer Intensivstation sehr lehrreich – aber leider ist das nicht praktikabel.

    Was mich an diesen Diskussionen aber stört, ist die einseitige Fixierung auf die Folgen der Viruserkrankung. Ziel sollte es m. E. sein, die Gesamtzahl der unnötigen Todesfälle, gegebenenfalls noch teilweise gewichtet mit einer Rest-Lebenserwartung, das Gesamtmaß an gesundheitlichen Schäden der Überlebenden (sowohl durch Folgen der Viruserkrankung als auch durch unsere Reaktion auf die Pandemie) und die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Kosten sowohl der Pandemie als auch ihrer Gegenmaßnahmen zu minimieren. Leider wird das dann extrem komplex, gerade die indirekten Wirkungen sind noch viel schwerer zu quantifizieren als die direkten Folgen der Pandemie.

    Dennoch, gerade die Vernachlässigung der Nebenwirkungen der Gegenmaßnahmen dürfte deutlich mitgeholfen haben, dass zu viele Mitbürger die Pandemie zu wenig ernst nehmen. Und wenn sich zu viele Leute nicht an Regeln halten, hilft leider auch eine Verschärfung der Regeln wenig.

    Die Konsequenz aus einer Gesamtbetrachtung wäre aber wieder sehr ähnlich wie Ihre: Alle Kosten steigen mit der Zahl der Infektionen, am besten wäre es gewesen, die Zahlen konsequent niedrig zu halten bzw. im Sommer mit überschaubarem Aufwand in die Nähe der Nulllinie zu senken.

  60. Sehr informativer Beitrag, nur das viele die Strategie der Überlegungen zu “worst case” nicht verstehen/?wollen.

    Auch ist der Beitrag nicht wirklich worst case, denn bei der Breite des neuen Substrats ist auch ohne evolutionären Druck es nur eine Frage der Zeit bis sich der Angreifer besser auf das neue Ziel eingestellt hat. Er hat zwar einen Fehlerrückschreib Programm aber auch zwei (statt einen) Leserahmen um seine Möglichkeiten in diesem Wirt zu erkennen. Wirklich worst case wären Infektionsraten wie bei Masern. Das Sie solche Überlegungen nicht anführen finde ich sehr gut sehr spekulativ, auch wenn B.1.1.7 schon deutlich in diese Richtung weist.

    Auch hier nur Beruhigendes Sprüche von Politik und Presse: diese Variante gab es bisher nur in einem Fall. Wobei keiner sagt, dass in Deutschland nur ein Institut überhaupt systematische Sequenzzierung betreibt (also danach sucht) und deswegen die letzte Meldung an das zuständige BRITISCHE Meldesystem aus dem November datiert.

    @hwied

    Josef Stalin “Ein Toter ist eine menschliche Katastrophe, Millionen Tote sind nur noch Statistik”.

    Das in Bezug zum Handeln von Politikern in Krisen aller Zeiten.

    Bei dem EINEN bezog sich der Herr auf sich selbst; so ist auch die gegen NULL gehende Tendenz ist zu vernachlässigen, es sei denn man wäre gerade diese NULL.

    Ich bin so eine NULL. Ich hab 1962 paralytische Polio nach einer Schluckimpfung bekommen. Noch heute sagen mir immer wieder Ärzte: das stimmt nicht, das kann nicht sein, Skoliose hat damit gar nichts zu tun, meine extremen Hautproblem kommen von ?was Anderem. Bis sie sich mal meine Knochen in einem Tomogramm ansehen und dann zur Aussage kommen: das habe ich noch nie gesehen, wo ist denn ihr Rollstuhl?

    Die Millionen im Zitat sind die bewußt herbei geführten Kollateralschäden einer Strategie mit dem Stalin den Krieg gewonnen hat.

    Da er (von Dr. Sorge) den Angriffstermin und auch den Titel: Operation Barbarossa kannte, hat er Hitlers Plan durch Hungernot/Revolution (sieh WW1/Lenin; auch mit solchen Strategien hat sich Babarossa ein riesen Reich erstritten) dadurch verhindert, dass er die Revolutionären Kräfte (Truppen geführt von den Resten der zaristischen Offiziere) zu einem Manöver schlecht versorgt in die erste Reihe gestellt hat. Und er sich dann beim Beginn des Krieges eine Woche unerreichbar gemacht hat, bis das erste Problem gelöst war.

    Der zweite Teil der Strategie. Man schicke Millionen Muschiks schlecht bewaffnet in die Schlacht, dem Einen einen Spaten, dem Zweiten das Gewehr und dem Dritten die Munition zu Nummer Zwei. Folge: die ALLE muß man nicht mehr ernähren und wenn man Glück hat macht der Gegner Gefangene und überstrapaziert damit seine eigene Logistik. Das hat Mao im Korakrieg nachgemacht.

    Der Mensch dringt (wegen seiner exponentiellen Vermehrung) derzeit in allerkleinste Nischen ein und dort warten garantiert noch einige solcher Überraschungen auf uns.

  61. Wir Menschen stecken in einem Dilemma : Tun so , als ob wir die Krönung der sog Schöpfung seien , haben unseren Planeten so ausgeplündert , das absehbar unsere Existenzgrundlage wegkosumiert ist . Dann werden in sog zivilisierten Staaten exotische Wildtiere roh als normale Nahrung gegessen und dann mutiert ein Virus und springt auf den Menschen über. Dieser ist völlig kopflos und kann die beginnende Pandämie nicht richtig einschätzen bzw vertuscht diese . Dann kommen die Wissenschaftler und sagen vorher was paasiert oder passieren würde , wenn nicht so und so gehandelt würde. Die Politiker trauen sich nicht auch aus Unwissenheit , Angst und Beeinflussung von verschiedenen sich diametral gegenüberstehenden Meinungen, das richtige zu tun und das durchzuhalten.
    Ein sog gesellschaftlicher- , ich nenne es : Knockdown, hätte, bis die Impfung durchgeführt werden kann, verordnet werden müssen . Das ist nicht geschehen , kurzsichtig werden auch noch zu wenig Impfdosen bestellt. Leider geht das Chaos weiter , obwohl die Statistiker mit ihren Zahlen Recht haben. Und aus dem o.g. komme ich zu folgenden Fragen : müssen die über 80 jährigrn als erste geimpft werden , müssen über 80 jährige bei den von uns selbst verursachten Resourcenmangel im Gesundheitssystem, gleichrangig die Instensivplätze bekommen . Das klingt zwar unmenschlich , aber wenn alle menschlich solidarisch denken und handeln würden /hätten , dann wären wir nicht in dieser Situation( Resourcenmangel ). Die hier im Forum mitdiskutierenden Jungen Menschen haben in vielerlei Hinsicht Recht , werden aber in Ihrer momentanen problematischen Situation viel weniger beachtet als der große Rest der Mitmenschen. Ich bin > 60 und werde , obwohl auch ich durch meinen Beruf absolut gefährdet bin , nur die Resourcen beanspruchen , die ich anderen nicht wegnehme und hoffe bis zur möglichen Impfung , dass mein Immunsystem bei einer vorher aufgetretenen Covid 19 Infektion mich einigermaßen gesund davonkommen lässt und dass ich andere nicht anstecke . Ich hoffe , ich verletze mit meinem Dikussionbeitrag niemanden, obwohl mein Beitrag provokativ ist.

  62. Zu Beginn des Artikels verweisen Sie auf das in Ihren Augen nicht vertretbare Handeln von Frau Eisenmann und belegen dies mit Zahlen der AOK. Ich bin selbst Lehrer und kann Frau Eisenmann eher unterstützen, auch wenn ich nicht teile, dass die Öffnung losgelöst von der Inzidenzzahl erfolgen muss. Sie kritisieren, dass Politiker die vorhandenen Zahlen nicht (richtig) wahrnehmen. Das sehe ich aber auch bei der Interpretation der AOK-Zahlen, wonach Erziehungsberufe stark von Corona betroffen sind. Diese Zahlen haben meines Erachtens nichts mit Schule zu tun. Die Barmer hat ebenfalls Zahlen aus ihrem Bereich veröffentlicht. Der dortige Sprecher hat aber eingeschränkt, dass man über Schulen daraus keine Aussagen treffen kann, weil bei gesetzlichen Krankenversicherungen in der Regel keine staatlich beschäftigten Lehrkräfte versichert sind und das ist in Baden-Württemberg die überwältigende Mehrheit.
    Seit Wochen versuche ich Zahlen zu finden, wonach unter Lehrern eine erhöhte Infektionsrate im Vergleich zur gleichen Altersgruppe der Restbevölkerung nachweisbar wäre. Das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg hat dafür keinerlei Belege gefunden. Eine andere Quelle sprach für den Bund vor ca. 6 Wochen von ca. 3200 infizierten Lehrkräften unter insgesamt 900 000 Lehrern. Das ist aber kein auffälliges Infektionsgeschehen.
    Bei der AOK sind eben auch viele Leute versichert, die z.B. in Wohneinrichtungen arbeiten, wo keine Maskenpflicht und Abstandsgebote verpflichtend sind. Die Kids fahren am Wochenende oft nach Hause, wo es viele Kontakte gibt, und bringen das Virus mit in die Unterkunft. So können hohe Infektionszahlen von mit Erziehung beschäftigten Personen auch erklärt werden.
    Für Massenausbrüche in Schulen kann ich keine entsprechenden Zahlen finden. Auch wenn das nicht jedem gefällt, scheint die Strategie mit Maskenpflicht, Abstand und konsequentem Stoßlüften an Schulen einigermaßen aufzugehen.
    Die Schülerbeförderung bedarf sicherlich einer gesonderten Betrachtung.

    Das ewige Politiker-Bashing gefällt mir überhaupt nicht. Die Entwicklung der Pandemie ist für mich kein (zumindest nicht nur) Politik-Versagen, sondern ein Bevölkerungsversagen. Ein kleinerer Teil der Bevölkerung, der noch immer nicht das Ende der Ego-Party bemerkt hat, nimmt mit einem zu sorglosen Umgang mit der Situation den Rest in Geiselhaft.

  63. Jetzt mal unsachlich.
    Ich bin Pflegefachkraft und in 2019 in 3 Pflegeeinrichtungen mit der Corona-Pflege betraut gewesen. In meinen 30 Jahren beruflicher Tätigkeit bin ich noch nie mit einer so unterirdischen medizinischen Versorgung konfrontiert gewesen. Ärztliche Versorgung und Visiten wurden hier über WhatsApp abgewickelt oder beschränkte sich final auf die Totenschau.
    Ebenso waren die betroffenen Einrichtungen nicht vorbereitet. Ernstfall-Pläne gab es bis zu den ersten positiven Tests nicht und Material zum Schutz wurde spät und in unzureichender Ausführung besorgt.
    Vor Weihnachten war ich in einer Altenpflegeeinrichtung tätig in der annähernd 20% der Bewohner im Dezember verstorben sind – über 50 % der Mitarbeiter wurden positv auf Covid 19 getestet.
    Die Politik versagt, die Verantwortlichen in den Pflegeeinrichtungen sind untätig bis unfähig – das Personal schuftet, wird krank und stumpft ab.
    Für die Alten und Kranken ist es ein stilles Sterben, ohne Intensivbett und Beatmung. Oft auch nach Ende der Infektion, die Isolation in der Zimmerquarantäne war zu lang.

  64. Was mich etwas erstaunt, die Regulation der überbordenden Menschvermehrung scheint niemanden zu interessieren.
    Menschen über 60 sind doch zur Erhaltung unserer Art kaum mehr relevant.
    Ist den unsere Art durch diese Pandemie wirklich bedroht?
    Klar tut mir jede/r leid der diese Krankheit durchmachen muss, überlebt oder eben nicht. Aber schlussendlich bestimmt die Natur was überlebensfähig ist.
    Sie nimmt nicht Rücksicht auf Rang, Klasse, Kapitalbesitz, Bildung oder so etwas ähnliches. Das ist hart. Vor allem wenn es in den eigenen Reihen zuschlägt. Aber ändern lässt sich diese Tatsache durch die besten und härtesten Massnahmen gegen die Pandemie nicht. ( F. Nietzsche lässt grüssen)

  65. Lieber Herr Pössel,
    meines Erachtens ist Ihre Perspektive ebenfalls schief.
    (1) Sie gehen bei Ihren Zahlen davon aus, dass sich innerhalb eines Jahres 100 Prozent der Bevölkerung infizieren und eine sehr kurze Verdopplungsrate so lange bestehen bleibt, bis so viele Leute Covid hatten, dass der Virus keine neuen Träger mehr findet. In Wirklichkeit funktionieren Atemwegserkrankungen so aber nicht. Es gibt fast jeden Winter eine neue Mutation des Grippevirus und somit auch eine neue Grippewelle. Die Bevölkerung ist gegen diese neue Mutation nicht immun. Auch die Impfungen sind oft nicht sehr effektiv und nur ein kleiner Anteil des Volkes lässt sich überhaupt impfen. Der Virus verbreitet sich eine Zeitlang auch sehr schnell und mit sehr kurzen Verdopplungsraten – genau wie bei Covid. Wir tun in Reaktion auf diese Grippewelle absolut gar nicht – weder privat noch politisch. Gab es in Folge dessen je einen Winter, in dem 100 Prozent der Bevölkerung oder auch nur 100 Prozent der Nicht-Geimpften die Grippe hatten? Natürlich nicht! So funktionieren virale Infektionen eben nicht.
    (2) Wenn man für die Grippe so rechnet, wie Sie, dann käme man bei einer Mortalitätsrate von 0,1 Prozent (so lautet ja die Schätzung bei der Grippe) auf 80.000 Tote. Hatten wir je 80.000 Gippetote, weil wir keine Maßnahmen ergriffen haben? Nein. Es waren nie mehr als höchstens 25.000 Tote.
    (3) Sie tun in Ihrem Artikel so, als ob wir eine Wahl haben zwischen „die Politik greift ein – allmächtig und autokratisch wie ein alttestamentarischer Gott – und rettet alle“ oder „die Politik überlässt es den Menschen selbst, wie sie auf den Virus reagieren, und somit kann der Virus sich vollkommen frei ausbreiten und 100 Prozent der Bevölkerung infizieren“. Das ist aber natürlich nicht die Wahl, vor der wir stehen. Die Politik ist nicht allmächtig. Sie kann in Wirklichkeit keinen großen Einfluss ausüben. Im Frühjahr sind die Zahlen schon VOR dem Lockdown gesunken und NACH dem Lockdown dann richtig in den Keller gefallen. Der Lockdown selbst hatte nur einen geringen Effekt. Vor dem Lockdown waren es die privaten/persönlichen Vorkehrungen und der Frühling, die einen Unterschied gemacht haben, und nach dem Lockdown war es ganz einfach der Sommer, der alle Maßnahmen (inklusive denen, die die Politik uns aufgezwungen hat) während des Sommers vollkommen unnötig gemacht hat. Ihr Glaube an die Allmacht des Staates ist also meines Erachtens unbegründet.
    Wir sehen ja auch jetzt wieder, dass Lockdowns nur einen geringen Unterschied machen. Die Kurven verändern sich geringfügig, aber einen Effekt wie „Neuer Lockdown – Zahlen stürzen ab“ und „Lockdown Ende – Zahlen schnellen hoch“ kann man beim besten Willen nicht erkennen. Das gilt auch für Ländervergleiche und für Bundesländervergleiche. Die privaten Maßnahmen der Leute, die man ihnen ja sowieso nicht verbieten kann, spielen eine viel größere Rolle. Ihr Worst-Case-Scenario ist also meines Erachtens unrealistisch, weil Sie (a) so rechnen, als ob Lockdowns ein Allheilmittel sind, (b) die Leute ohne Lockdown überhaupt keine Vorsichtsmaßnahmen ergreifen und (c) andere Faktoren, wie das Wetter, überhaupt keine Rolle spielen.
    (4) Ihrer Darstellung nach ist das einzig wirksame Eingreifen gegen Covid das Niedrighalten von nationalen Fallzahlen. Das stimmt aber nicht. Es ist praktisch egal, wie viele Leute unter 60 sich infizieren, und selbst kleine Fallzahlen können zu vielen Lebensverkürzungen führen, wenn sie vornehmlich bei Vorerkrankten in Altersheimen auftreten (so wie während dem Lockdown, in dem wir uns gerade befinden). Ein effektives Vorgehen gegen Covid hätte also wahrscheinlich nichts oder nur wenig mit den Maßnahmen zu tun, die Sie scheinbar für gut heißen.
    (5) Ihr in meinen Augen größter Fehler: Sie rechnen nur mit der Einheit „Menschen“, die leben oder sterben. Das ist aber falsch. Wie viele Menschen sterben, obwohl sie Covid überleben oder obwohl sie sich nie infizieren? Die Antwort ist einfach: 100 Prozent! Die Erklärung dafür ist ebenfalls einfach: Menschen sind sterblich!
    Man sollte also nicht mit „Leben“, sondern mit „Lebensjahren“ rechnen. Bspw. vergleichen Sie eins-zu-eins Verkehrstote mit Covid-Toten. Nun ist der durchschnittliche Covid-Tote aber etwa 80 Jahre alt und typischerweise vorerkrankt. Verkehrstote sind dagegen typischerweise jung (und männlich), weil junge Männer am schlechtesten, am riskantesten und eher in billigen und unsicheren Autos fahren.
    Nehmen wir die USA als Beispiel (weil die Zahlen dort so toll aufgehen). Dort sterben jährlich 35.000 Leute im Straßenverkehr. Wenn deren Durchschnittsalter 30 wäre (ich kenne die echte Zahl nicht) und ihre Lebenserwartung bei 80 liegt, dann würden sie im Schnitt 50 Jahre verlieren. 35.000 x 50 ergibt 1,75 Millionen Lebensjahre. Wenn der durchschnittliche Covid-Tote 5 Jahre verliert, dann müssen wir also 1,75 Millionen durch 5 teilen, um zu sehen, wie vielen Covid-Toten das entspricht. Ergebnis: 350.000 Tote. Das ist exakt die Zahl an Toten, die in den USA 2020 an Covid gestorben sind. Es ist also nicht so, dass Verkehrstote in den USA typischerweise eine sehr viel kleineres Problem sind als Covid das 2020 war, sondern es ist so, dass 2020 in den USA etwa so viele Lebensjahre verloren gegangen sind, wie jedes Jahr in den USA durch Verkehrsunfälle verloren gehen.
    Hier lasse ich sogar noch Unterschiede in der Lebensqualität außer Acht (die typischen Covid Toten sind alt, vorerkrankt und sie wohnen in Heimen und haben folglich eine ziemlich niedrige Lebensqualität).
    Deutschland oder die USA könnten die Zahl der Verkehrstoten mit superstrengen Tempolimits (z. B. 20 km/h in Städten, 50 km/h auf Landstraßen und Autobahnen) gewiss sehr stark reduzieren und innerhalb kurzer Zeit so viele Lebensjahre einsparen, wie laut realistischen Worst-Case-Szenarien in einem Winter durch staatlichen Eingriff an Covid-Toten eingespart werden könnten. Wir tun es aber nicht, weil so strenge Tempolimits auch unsere Freiheit und Mobilität beschränken und unserer Wirtschaft schaden würden. Warum ist es bei Covid nun aber plötzlich egal, wenn Freiheit und Mobilität nahezu abgeschafft werden und die Wirtschaft nahezu stillgelegt wird?

    Da gebe ich Ihnen grundsätzlich recht. Wir sollten in der Tat „die Konsequenzen benennen“ (nicht nur die Konsequenzen von Covid, sondern auch von den Gegenmaßnahmen) und dann „angemessen reagieren“ und „entsprechende Maßnahmen“ ergreifen. Nur, was ist wirklich angemessen und entsprechend? Sie haben das nicht berechnet. Sie nennen nur (in meinen Augen unplausible) Worst-Case-Szenarien und fordern dann implizit ein uneingeschränkt invasives, teures und freiheitsfeindliches Eingreifen des allmächtigen Staates ohne Rücksicht auf Bürgerrechte, Verhältnismäßigkeit und Kosten. Falls es Sie interessiert, hier eine differenziertere Betrachtung aus dem Frühjahr: https://www.tichyseinblick.de/gastbeitrag/das-corona-virus-und-der-wert-eines-lebens/

  66. Vielen Dank für Ihren interessanten Beitrag. Er sollte Stoff für die Mathe-Stunde von Gymnasiasten werden.
    Ich sehe allerdings schon seit Februar 2019 die “worst case -Situation” anders.
    Für mich ist diese Pandemie ein Test-Fall.
    Warum? Die Mortalität ist “relativ” gering und die Pandemie gibt uns die Gelegenheit – politisch und soziologisch” für einen wirklichen Worst case zu üben.
    Z.B. eine Pandemie mit einem Erreger wie die “Afrikanische Schweinepest” die mindestens 95% der Infizierten umbringt.
    Für solche ein Virus wären wir politisch wie soziologisch in den allermeisten Staaten kaum gerüstet.
    The Winner ist Taiwan! (Bisher!)

  67. Die Beschreibung des Worst Case im Artikel ist vollkommen falsch angesetzt, hierzu muß man die Altersstruktur der Intetnsivpatienten und der Sterbenden betrachten. Es sterben überwiegend Patienten ab 60 Jahren in signifikanten Zahlen. Läßt man das Virus laufen, sterben ca. 2,5 Mio nach den bisherigen Behandlungsmethoden. Es fragt sich aber niemand ob man die Patienten nicht auch vor einer Beatmung schützen könnte, wenn man mit Nosoden arbeiten würde. Da aber alle auf die Wissenschaft hören, wird vergessen, daß Corona eine Strafe von Gott, dem Allmächtigen sein könnte oder ist. Sollte dies der Fall sein, dann sieht der Worst Case so aus wie es das folgende Bibel Zitat beschreibt. Es werden nur die von Corona befallen werden und sterben, die das Tier anbeten oder dessen Zeichen tragen. Da dies aber niemand versteht, übersetzen wir das mal in die heutige Denkweise, es handelt sich bei dieser Beschreibung um die Tatsache, daß alle die sterben werden, Heiden sind. Der Tod den diese Individuen erleiden müssen, ist zweifacher Natur, einmal ein physischer Tod, den fast alle durchleben müssen und dann den geistigen Tod, d.h. die ewige Verdammung, an die niemand mehr glaubt. Da von Corona fast alle erfaßt werden, sollte man darüber nachdenken, daß Corona eine Trennung von Heiden und den Auserwählten bedeutet. Es macht also keinen Sinn die Bevölkerung mit Maßnahmen zu überziehen die am Ende vollkommen nutzlos sein werden, denn Corona als Strafe des Alhim, wird auf jeden Versuch die Infektion zu stoppen mit härteren Folgen Antworten. Besser wäre es die falschen Brüder in Rom und den Teilkirchen zum Teufel zujagen und die Bevölkerung zu Fasten und Busse aufzurufen, denn es wird noch schlimmer kommen und die Plagen werden sich in ihrer Härte steigern bis zur 6ten Plage dem Dritten Weltkrieg, wenn der Alhim seine Waffen auf die Menschen losläßt, was da dann noch übrig bleibt, das sind die Auserwählten. Wenn aber die Menschen weiterhin nicht an eine Strafe des Alhim denken, werden sie sich auch nicht bei den kommenden Plagen bekehren, gültig Taufen lassen und wieder glauben. Nur eine gültige Taufe und der wahre Glaube schützen wirklich vor Corona. Wer also geschützt sein will, der suche den Alih = 46, den Elijah der am Ende kommt, denn nur er kann noch gültig taufen und den wahren Glauben lehren.

    Zitat aus der protestantischen Bibel, da die wahre Katholische nicht im Netz verfügbar ist:

    Ausgießung der sieben Zornschalen
    1 Und ich hörte eine laute Stimme aus dem Tempel zu den sieben Engeln sagen: Geht hin und gießt die sieben Schalen des Grimmes Gottes aus auf die Erde. 2 Und der erste ging hin und goss seine Schale aus auf die Erde; und es entstand ein böses und schlimmes Geschwür an den Menschen, die das Malzeichen des Tieres hatten und sein Bild anbeteten. 3 Und der zweite goss seine Schale aus auf das Meer; und es wurde zu Blut wie von einem Toten, und jede lebendige Seele starb, alles was im Meer war. 4 Und der dritte goss seine Schale aus auf die Ströme und die Wasserquellen, und es wurde zu Blut. 5 Und ich hörte den Engel der Wasser sagen: Du bist gerecht, der ist und der war, der Heilige, dass du so gerichtet[1] hast. 6 Denn Blut von Heiligen und Propheten haben sie vergossen, und Blut hast du ihnen zu trinken gegeben; sie sind es wert. 7 Und ich hörte den Altar[2] sagen: Ja, Herr, Gott, Allmächtiger, wahrhaftig und gerecht sind deine Gerichte. 8 Und der vierte goss seine Schale aus auf die Sonne; und es wurde ihr gegeben, die Menschen mit Feuer zu versengen. 9 Und die Menschen wurden von großer Hitze versengt und lästerten den Namen Gottes, der über diese Plagen Macht[3] hat, und sie taten nicht Buße, ihm Ehre zu geben. 10 Und der fünfte goss seine Schale aus auf den Thron des Tieres; und sein Reich[4] wurde verfinstert; und sie zerbissen ihre Zungen vor Schmerz 11 und lästerten den Gott des Himmels wegen ihrer Schmerzen und wegen ihrer Geschwüre, und sie taten nicht Buße von ihren Werken. 12 Und der sechste goss seine Schale aus auf den großen Strom Euphrat; und sein Wasser vertrocknete, damit der Weg der Könige von Sonnenaufgang her bereitet wurde. 13 Und ich sah aus dem Mund des Drachen und aus dem Mund des Tieres und aus dem Mund des falschen Propheten drei unreine Geister kommen, wie Frösche; 14 denn es sind Geister von Dämonen, die Zeichen tun, die ausziehen zu den Königen des ganzen Erdkreises, sie zu versammeln zu dem Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen. 15 – Siehe, ich komme wie ein Dieb. Glückselig, der wacht und seine Kleider bewahrt, damit er nicht nackt umhergehe und man nicht seine Schande sehe! – 16 Und er versammelte sie an den Ort, der auf Hebräisch Harmagedon[5] heißt. 17 Und der siebente goss seine Schale aus in die Luft; und es kam eine laute Stimme aus dem Tempel vom Thron her, die sprach: Es ist geschehen. 18 Und es geschahen Blitze und Stimmen und Donner; und ein großes Erdbeben geschah, desgleichen nicht geschehen ist, seitdem ein Mensch auf der Erde war, ein so gewaltiges, so großes Erdbeben. 19 Und die große Stadt wurde in drei Teile gespalten, und die Städte der Nationen fielen, und der großen Stadt Babylon[6] wurde vor Gott gedacht, ihr den Kelch des Weines des Grimmes seines Zornes zu geben. 20 Und jede Insel verschwand, und Berge wurden nicht gefunden. 21 Und ein großer Hagel, wie zentnerschwer, fällt aus dem Himmel auf die Menschen nieder; und die Menschen lästerten Gott wegen der Plage des Hagels, denn seine Plage ist sehr groß.

    ABBA, in 8878.
    46/71

  68. Ich erlaube mir mal die Frage, ob wir noch mehr solche Berechnungnen von Nicht-Biowissenschaftlern brauchen. Schon für die ist diese ganze Sache nämlich komplex genug und es wird schon viel zu viel im Kaffeesatz gelesen. Drei Tage später stehen dann die “errechneten” Horrorzahlen in den Boulevardmedien und machen die Menschen verrückt. Ich habe im 3. Semester Biologie Modellrechnungen gelernt und man konnte durch simple Änderungen an der Basis wahlweise exponentielles Wachstum oder auch dramatische Abnahme von Pathogenen erzeugen. Der Professor sagte am Ende ganz lapidar: Wissen Sie, diese Modellrechnungen können zwar aufzeigen, was theoretisch passieren könnte, aber sie sind letzten Endes nichts weiter als eine Spielerei. Im lebenden System verläuft alles dann GANZ anders, denn diese Systeme reagieren flexibel und ändern damit die mathematischen Parameter laufend.

    An diese Sätze dachte ich spontan im Frühjahr, als ich die Millionen-Tote-Horrormeldungen vom Imperial College und eben auch die Zahlen in diesem Artikel las. Was soll also eine weitere solche Berechnung? Der Worst Case ist, dass in 4 Wochen ein Komet die Erde trifft und wie vor 66 Millionen Jahren einen großen Teil des höheren Lebens auslöscht, oder dass ein weiterer Tambora-Event folgt, der global 2 Jahre Missernten verursacht. Ich für meinen Teil vermisse Modellrechnungen, die nicht von Physikern gemacht werden, sondern interdisziplinär von Epidemiologen, Infektiologen, Immunologen und Pulmologen, also von Wissenschaftlern, die nicht – wie die (oder manche) Virologen – das Virus quasi nur allein unter dem Brennglas betrachten, sondern in seiner lebenden Umwelt.

    Ich wünsche mir auch aktuelle Berechnungen und Modellrechnungen der Kollateralschäden, deren Ergebnisse dann Ihren Zahlen entgegenzusetzen wären. Schon im Juli kamen von der Welthungerhilfe Schätzungen von über 100 Millionen Menschen, die zusätzlich in den Hunger getrieben werden (nicht durch das Virus, sondern durch die Maßnahmen dagegen). Weitere 100 Millionen werden laut Angaben der Weltbank in die Armut getrieben. Hinzu kommen weltweit viele Zigtausend (in der Summe und über die Jahre addiert sicherlich auch viele Millionen) Tote durch ausgefallene Behandlungen und Vorsorgen gegen Krebs, Herzinfarkte, Malaria, Tuberkulose, außerdem durch Suizide, Depressionen und und und …. Allein diese Zahlen sollten uns demütig machen. Eine Google-Suche “collateral damage CoViD19” liefert derzeit etwa 5 Millionen Treffer. Der Worst Case ist also vielleicht längst da, nur halt nicht in unseren reichen Ländern. Wollen wir aber gar nicht wissen und kann uns ja auch egal sein …. (das war jetzt blanker Zynismus, der aber offensichtlich die derzeit in den Industrieländern vorherrschende Haltung beschreibt).

    Wenn Sie also wieder mal Zeit haben, Herr Pössel: Hier könnten Sie Berechnungen machen, die das Gesamtgeschehen auf globaler Ebene wesentlich besser beleuchten würden als weitere worst cases der direkten CoViD19-Toten.

  69. So viel unbequeme Fragen sind sind völlig ungeklärt, daß wir auch konträre Meinungen vorerst ertragen müssen. Es kann auch sein, daß bisher mehr Menschen an den den Folgen der Gegenmaßnahmen erkrankt / gestorben sind, als an Corona. Es verbietet sich jede Abwägung zwischen den teils furchtbaren Folgen der Infektionseindämmung, die in der Berichterstattung nicht grade herausgestellt werden und unserer absoluten Pflicht, so viele schwere Krankheitsverläufe zu verhindern wie möglich !? Bin kein Philosoph, sondern Landarzt, der in all den Monaten nur eine einzige Person schwerkrank gesehen hat, meine Kollegen meist gar keine. Dagegen sehen die Krankenhausärzte und die Wissenschaft eben nur Schwerkranke. Zahlen verwirren: bis inklusive der 48 KW waren zu keinem Zeitpunkt mehr Menschen künstlich beatmet als 2019 oder mit schwerer Atemwegserkrankung stationär ! Auch daß die (Corona-bedingte ?) Übersterblichkeit so gering ist, kann nur dazu führen, dankbar zu sein, in keinem anderen (Nachbar ! -)Land zu wohnen. Das Deutsche Gesundheitssystem macht die Mitarbeiter krank, aber ist unglaublich leistungsfähig. Jeden einzelnen teils entsetzlichen Krankheitverlauf gilt es zu verhindern, aber welche Maßnahmen, dafür geeignet sind , ist noch sehr unklar, inklusive der mRNA-Impfungen. Die Lockdown-Varianten sind es offenbar nicht, wie uns die unbeeindruckt steigenden Infektionszahlen zeigen. In Kino, Theater, Restaurant steckt sich fast niemand an, sondern im Familien- und Arbeitsumfeld. Warum verbietet man Kultur und Sport, die Lebensfreude und (damit) Gesundheit schenken ? Im Moment sieht es so aus, daß wir in erster Linie gar nicht mal hochbetagte, sondern Menschen mit Vorerkrankungen schützen müssen, die ohne komplizierte Corona-Erkrankung noch gute Jahre vor sich hätten. Die anderen sollten mehr gegen schädliche Umwelt und für gesundheitsbewußte Lebensweise tun.

    (Dank den Vorrednern, va. Clara !)

  70. Zitat: “Für das Jahr 2019 Krebserkrankungen bei 240.000, Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei 330.000. Der Unterschied ist, dass wir in den Fällen nicht mit einer gemeinsamen Kausalität zu tun haben, sondern soweit wir wissen einer Kombination von Genetik, verhaltensbedingten Risikofaktoren und Altersstruktur.”

    “Soweit wir wissen”….genau das ist der springende Punkt. Vielleicht wissen wir nicht weit genug?!?
    Von den Toten die an Herz-Kreislauf-Erkrankung sterben, so vermute ich ohne genaue Zahlen zu kennen, wird ebenfalls eine überwiegende Anzahl 60 Jahre und älter sein.
    Ich bin nicht der Meinung, dass das Leben eines 80-jährigen weniger Wert ist als das eines 20-jährigen, aber es liegt in unserer Natur zu sterben und die Wahrscheinlichkeit steigt mit zunehmendem Alter.
    Hier Rechenspiele zu betreiben mag ganz nett sein, aber ist aus meiner Sicht nicht zielführend.

    Das Leben an sich ist ziemlich ungesund: Abgase durch Verkehr, Industrie, Reisen usw., Alkohol, Zigaretten, Drogen, Ernährung, Zucker, Fett, zuviel Salz, zu wenig Schlaf, zu viel Stress…harte körperliche Arbeit, Schichtarbeit…..man könnte endlos weiter machen.
    Wenn wir unseren Lockdown wirklich konsequent zu Ende denken, sollte ALLES aber auch wirklich ALLES was unsere Lebenszeit verkürzt dauerhaft verboten werden.
    Die Lebenserwartung in Deutschland auf 100 Jahre zu steigern, könnte als Ziel ausgerufen werden.

    Wir Menschen (egal ob reich, arm, oder sonst was) müssen begreifen, dass unserer Leben endlich ist und alles seinen Preis hat.

    Zum Schluss noch etwas Fatalismus:
    Über 8 Milliarden Menschen (und noch dazu in “zivilisierten” Gesellschaften) sind deutlich zu viel für unseren Planeten. Langfristig gesehen wird sich aber das größte Virus auf der Erde eh die eigene Lebensgrundlage und somit auch sich selbst zerstören.
    Möglicherweise gibt es dann kein Corona mehr.

  71. Ein entscheidender Aspekt wird bei dem Worst Case Szenario unterschlagen.
    Je mehr Infizierte es gibt desto höher ist die Wahrescheinlichkeit das Mutationen auftreten, n*p. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit das eine für uns schädliche Mutation auftritt sehr gering ist, so ist sie nicht 0.
    Das Problem ist das sich das Statistisch fast nicht greifen lässt. Natürlich lassen sich Mutationen modellieren, aber deren Auswirkungen nicht. Nur ein kleiner Teil der auftretenden Mutationen ist für uns schädlich. Spezifische interaktionen zwischen Oberfläschenstrukturen von Viren (oder ganz allgemein) mit unserem Immunsystem werden zwar erforscht, sind aber nicht ausreichend um belastbare Vorhersagen zu erzeugen.
    Eines steht jedoch fest nur wenn den Viren die Möglichkeit gegeben wird (= viele Infizierte) kann es auch mutieren. Insofern gilt es dieses Szenario zu vermeiden.

  72. Unnützer Wichtigtuer! Geh Heim und verkriech Dich irgendwo.
    Du kannst nichts, bist nichts und das weist Du- Sogar Dein Vater hat es mir so gesagt. Bitte verschone uns mit Deinen wirren abartigen Gedanken.

    Und NEIN, ich lasse mich nicht auf die Inhalte Deines wirren Geistigen Kunstrukts ein. Hat keinen Sinn….Geh einfach Heim und mach das Licht aus

  73. Was für ein reißerisch überschriebenerArtikel, macht es den Medien eigentlich Spaß Panik zu verbreiten?
    Einzig bei dem Versagen der Politik bin ich bei Ihnen. Die getroffenen Maßnahmen wären in der freien Wirtschaft untragbar.
    Nehmen wir einmal das Feuerwerksverbot. Jahresumsatz ca.130mio€, die müssen nun übernommen werden. Die schon ausgelieferten Artikel müssen zurück geholt und entsorgt werden. Macht also 130 Millionen Euro Entschädigungszahlungen an die Feuerwerkshersteller, Rücktransport und Entsorgung (Sprengstoff) wird weitere 30-40 Mio kosten. In Anbetracht der hier vollbrachten Geldverbrennung von ca. 160 Millionen Euro, müsste sich jede Krankenschwester verschaukelt vorkommen. Hätte man das Geld schon zur Jahresmitte genutzt um die Krankenhäuser und Ordnungsämter oder die Schulen mit Tablets auszustatten, wäre das jetzige verschwendungs Scenario unnötig.

  74. Man sollte solche “Angst-Porno” Schriften prinzipiell verbieten.
    So ein unfassbarer Unfug ist mir eigentlich nur von Herrn Lauterbach bekannt.

    Nur mal als Denkanstoß: In welchen Berufsgruppen verorten Sie doch gleich die höchsten Ansteckungsraten? In den Pflegeberufen!
    Was unterscheidet Pflegeberufe von anderen?
    Der extreme Kontakt (körperlich) und die Nähe!
    Ab den Moment, wo Ihnen das Verkaufspersonal bei der freundlichen Bedienung auch mal eine tröstende Umarmung gönnt, steigen auch dort die Fallzahlen- da bin ich ganz sicher!

    Gerne würde ich Ihnen (und allen leichtgläubigen Jüngern) die Zukunft zeigen, die Sie hier helfen zu formen. Schwer traumatisierte Menschen die unfähig sind eine elitäre Gesellschaft zu Bilden. Getrieben von angst und Verfolgungswahn, ausgestattet mit Minderwertigkeitskomplexen und das schlimmste- gewaltbereit.

    All das ist Ihnen bei 83 Mio. Bürgern lieber und wichtiger als die bis dato geringe Anzahl an verstorbenen?
    Laut statistischem Bundesamt versterben ca. 940.000 Bürger/ Jahr.
    940.000 : 365 = 2.575 jeden Tag!

    Schämen Sie sich für solche Berichte durch die Sie nur angst schüren, statt sie durch wahre Aufklärung zu mindern!

  75. Die toten sind ja nicht das einzige Problem. Gibt es nicht auch einen betrachtlichen Teil, die bleibende oder zumindest längerfristige Schäden mitsichziehen?

  76. Wie war das mit §5GG? Ich werde es weiterleiten, und habe es dokumentiert, dass es auf dieser Plattform KEINE freie Meinungsäußerung gibt, sondern Zensur. Ihr dürft euch schämen!
    A.J.Marini

  77. Hallo Herr Pössel,
    als Biowissenschaftler finde ich den Versuch, ein wenig mehr Rationalität in die Corona-Diskussion sehr begrüßenswert.
    Ich möchte aber einen Einwand gegen Ihre Rechnung machen:
    Stellen wir uns mal eines der (hypothetischen) Best-Case-Szenarios vor: Alle stecken sich an, aber Corona ist überhaupt völlig unschädlich (Achtung, Gedankenexperiment! Disclaimer!).
    Dann haben wir eine jährliche Sterberate, die beiden Zahlen nennen Sie ja, von 940000/83 mio = 1.1%. Auf einen Monat bezogen ist das ca. 0.1%.
    Auf dem Höhepunkt der ersten Welle fanden sich in vielen Zeitungen und Zeitschriften (z.T. altersaufgeschlüsselte) alarmierende Sterbe-Tabellen, die aber nichts anderes als die normale Sterblichkeit aufschlüsseln.
    Was folgt aus dieser Überlegung? Dass wir konsequent mit den Übersterblichkeiten rechnen müssen. Diese wiederum war im April und im letzten Quartal deutlich erhöht.
    Und was bedeutet das für Ihre Berechnung? Dass sie nur dann eine brauchbare Abschätzung ist, wenn der (tages)genaue Bezugszeitraum angegeben ist. (Ist er nicht).
    Man darf nicht Eindruck erwecken, als sei es das erste (politische und/oder gesellschaftliche) Ziel, die Anzahl der Corona-positiv Verstorbenen zu reduzieren.
    Das scheinbar Widersprüchliche und Tragische an diesem Einwand ist, dass die natürliche Sterberate von ca. 1.1% pro Jahr einen zunehmend geringeren Anteil an der (Corona-)Sterberate hat.
    Heute, am 2.1. sehe ich zum ersten Mal eine Inzidenz von mehr als 1000 /100T (Vogtlandkreis), d.h. unglaubliche 1% der Bevölkerung hat sich in dem Betrachtungszeitraum von 7 Tagen infiziert. Corona ist leider noch nicht vorbei, und Rationalität und Besonnenheit ist nötig dringender denn je.

  78. Sehr geehrter Herr Pössel,

    nach Monaten dieser Pandemie lese ich erstmals einen Beitrag, der das wiederspiegelt, was mich selbst umtreibt, pure Fakten und Mathematik. Danke 🙂

    Und an all die, die behaupten, man habe nicht gewusst, was kommt, oder kommen könnte… vertraut einfach mal den Menschen, die sich in Mathematik und Statistik auskennen… man muss ja nicht alles können:)

  79. So schlimm es klingt und so schmerzlich es ist, wenn es mich selber trifft, ist doch der Aspekt, der schon von einigen angesprochen wurde.
    Wie reden schon seit langer Zeit über eine explodierende Weltbevölkerung von 7,5 Milliarden Menschen. Der medizinische Fortschritt macht es möglich, das die Menschen in Deutschland im Schnitt Mitte 80 werden, während meine Großeltern noch Mitte 70 geworden sind. Wie haben eine auf dem Kopf stehende Alterspyramide, die zur Folge hat, das jetzige Rentenzahler den Rentnern ein akzeptables bis gutes Leben finanzieren, selbst aber später eine Rente unter dem Existenzminimum haben. Auch jetzt wieder. Herr Scholz finanziert den Lockdown großzügig mit Steuergeldern, die zum Großteil von denen wieder ausgeglichen werden müssen, die am wenigsten von dem Virus betroffen sind. Nämlich die Jungen. Wir leben schon seit einiger Zeit auf Kosten unserer Jugend. Während viele wohlhabende Alte uns später wieder ihre Bilder von der letzten Kreuzfahrt schicken. Die die wir durch gesetzlich verordnete Maßnahmen gerettet haben. Dafür haben wir den Jungen faktisch ein ganzes Jahr Sozialkontakte und Bildung gestohlen. Tausende von Menschen in den sozialen Abstieg geschickt. Jeden der nach Ende der Pandemie stirbt um seine letzte verbleibende Zeit betrogen. Und das alles unter dem Banner jedes Leben zu retten. Da ist die Verhältnismäßigkeit außer Kontrolle geraten. Es gibt zu viele Opfer durch die Bekämpfung der Pandemie. Wer behauptet, das es ausreicht nicht viel mehr als einen Stoffwechsel zu haben, schon als Leben zu betrachten ist, würde schon beim Tierschutz an die Grenzen stoßen. Arbeiten zum wohl der Allgemeinheit und sich den Rest des Tages isolieren ist nicht die Lebensweise, die den Menschen zum erfolgreichsten Lebewesen auf der Erde gemacht haben.
    Schutz der älteren Bevölkerung ist schon okay, aber nicht auf Kosten aller anderen, auch wenn zur Rechtfertigung behauptet wird, das auch jüngere einen schweren Verlauf haben können. Ein durchschnittliches Sterbealter von 82 Jahren lässt mich meine eigenen Rückschlüsse ziehen.

  80. Ich bin 57 Jahre alt. Ich möchte weder an vermeidbaren Ursachen sterben, noch Langzeitfolgen erleiden. Ja, vermutlich bin ich ein Weichei.
    Beim Spaziergang sehe ich Personengruppen, die erkennbar nicht zu einem Haushalt gehören (kein Mindestabstand, keine Maske). Hausbesuche erfolgen z.T. ohne Masken. Begrüßung erfolgt mit Umarmung.

    Unabhängig von Verordnungen erwarte ich, daß wir es mit Hirn und Empathie schaffen, Kontakte zu vermeiden. Es ist völlig egal, ob es 500 Tote oder 1000 Tote je Tag sind, wenn Sie an einem Sterbebett stehen begreifen Sie das. Gelitten und gestorben wird abseits des großen Publikums. Die schrecklichen Details sehen und hören Sie nicht.

    Es ist vermeidbar/reduzierbar, wenn wir es wirklich wollen.
    Auch die guten Freunde wissen nicht, ob sie/Sie corona-positiv sind. Es erfordert Anstand und Aufrichtigkeit, im privaten Zusammentreffen konsequent Maske und Abstand einzufordern. Hinterher ist der Schreck groß – und wir sagen „Das haben wir ja nicht gewusst“.
    Aber, es geht ausnahmsweise nicht um’s Wissen – sondern – um das sture Einhalten sehr einfacher Regeln.

    Kontakt transportiert den Virus.
    Was ist daran nicht zu verstehen?

    Das Leiden und das Sterben ist in unseren Köpfen nicht präsent – ansonsten würde das richtige Verhalten reflexartig befolgt. Für den Erfolg braucht es jeden Einzelnen von uns – es wirkt erst wenn (fast) alle mitmachen.

    Vielen Dank

  81. Lieber Herr Pösselt, was rechnen Sie denn da?
    Vom was genau sprechen Sie?
    Woher wissen Sie denn, wieviele der Verstorbenen, die einen positiven Corona Test hatten, an Corona gestorben sind? Darüber gibt es weltweit überhaupt keinerlei Studien.
    Alle Virologen sind sich einig, dass der Ausbruch der Erkrankung Sars Cov 2 ein seltene Folge der Infektion mit Sars Cov 2 ist. Die in den letzten 10 Monaten angewanten Tests, können aber lediglich die Infektion nachweisen.
    Das ist ähnlich wie mit Herpes. Fast jeder trägt die Infektion mit Herpesviren im Körper, aber nur bei sehr wenigen Menschen führen sie zu einer Krankheit.

    Sprich schon hier wird die fundamental falsche Annahme zugrunde gelegt, dass bei allen, die einen positiven Corona Test haben, auch die Krankheit ausgebrochen ist und die dann eventuell sogar die Todesursache war.

    Das ist grundlegend falsch und wissenschaftlich überhaupt nicht belegt und führt zu einer völlig falschen Betrachtungsweise.
    Denn in der Realität sind eben ganz viele Menschen gestorben, die den Corona Virus in sich hatten, bei denen er aber zu Lebzeiten noch nicht mal zur Krankheit geführt hat und ganz sicher nicht die Todesursache war. Die rechnen Sie aber alle mit ein, in die Folgen der politischen Entscheidungen.

    Desweiteren behaupten Sie zu wissen, wie sich die Epidemie ausgebreitet hätten, hätten wir keine Maßnahmen ergriffen. Woher wollen Sie das denn wissen. Alle Viral verbreiteten Atemwegserkrankungen weisen unterschiedliche Ansteckungskurven uns Ausbreitungskurven auf.
    Nimmt man zum Beispiel die spanische Grippe, wird ein ganz ähnliche Kurve angenommen, wie bei Corona in Deutschland. ganz ohne Maßnahmen.
    Und gerade im März ist ja an den Kurven ganz eindeutig zu sehen, (wenn man die ca. 8-14 tägige Verzögerung einberechnet, die das RKI seinen Zahlen attestiert, also sich darüber im Klaren ist, dass die Zahlen immer in etwa den Stand von vor 8 bis 14 Tagen widerspiegeln) dass die entscheidenden Kennzahlen der Ausbreitung der Pandemie bereits Tage vor dem Lockdown und den ersten Maßnahmen ihren Zenit überschritten hatten und sich in einer für eine virale Atemwegserkrankung ganz typischen Ansteckunsgkurve bereits nach unten bewegten.
    Diese Bewegung ist dann ungebrochen weitergegangen und man sieht keinerlei Knick in der Kurve oder ähnliches in dem Zeitraum, in dem die MAßnahmen gegriffen haben. Daher ist Ihre Behauptung zu wissen, wie sich die Pandemie entwickeln würde, ohne die ergriffenen Maßnahmen und zu behaupten zu wissen, dass oder wie oder wie stark sich der ergriffenen Maßnahmen ausgewirkt haben, wiederung völlig unbelegt und aus meiner Sicht grob fahrlässig.

    Ich könnte so weitermachen, aber ich will zum Schluss noch einen ganz anderen Aspekt ihres Artikels betrachten.
    Sie schreiben dass man schon bis zum zweiten Weltkrieg zurück gehen müssen, um zu politischen Entscheidungen zu kommen, die so viele Tote nach sich ziehen würden.
    In welcher Welt leben Sie eigentlich?
    Haben Sie schon mal mitbekommen, dass jedes Jahr Millionen Menschen an den folgen der Luftverschmutzung sterben?
    Ist Ihnen bewusst, dass jeden Tag ca 8000 Kinder auf dieser unserer Erde verhungern? Und das obwohl wir zeitgleichweit mehr NAhrungsmittel produzieren, als wir verbrauchen können?
    Das sind ca 3 Millionen Kinder jedes Jahr, und ca 43 Millionen Kinder in der Regierungszeit Angela Merkels.
    Und die sterben überwiegend auf grundlage von politischen Entscheidungen.

    Und Angela Merkel und die Bundesregierung haben gerade in der Corona Politik bewiesen, dass sie in der Lage sind, fast alle Maßnahmen durchzudrücken, die man sich vorstellen kann, wenn sie nur wollen.
    Jahrzehntelang haben Sie aber erzählt man könne die Hungerkrise und die Klimakrise nicht entschieden bekämpfen wegen Arbeitsplätzen und Wettbewerbsvorteilen und den schlimmen negativen folgen für Unternehmer und Arbeitslose etc.
    Jetzt hat man gezeitg, wenn man will können hunderte Milliarden generiert werden um all diese Folgen abzumildern.
    Die ganze Wirtschaft kann lahmgelegt werden. ganze Gesellschaften eingefrohren.
    Mit diesen Maßnahmen und ähnlichem Schaffensdrang hätten in den letzten 10 bis 15 Jahren Millionen Menschen gerettet werden können, die öllig sinnlos verhungert sind.

    Und wenn Sie jetzt fragen, was Frau Merkel damit zu tun hat, dann schauen Sie sich doch mal an, welche Gesetze sie in den letzten JAhren zum Beispiel im Bereich der Handelsabkommen zwischen EU und Entwicklunsgländern, oder im Bereich des Klimaschutzes durchgedrückt und welche sie verhindert hat. Als wichtigste Industrination. Dann könnten Sie vielleicht mal ausrechnen wieviele Millionen Menschen, direkt aufgrund ihrer politischen Entscheidungen gestorben sind bzw. nicht gerettet wurden.

    Denken Sie mal drüber nach!
    Das mich mich wirklich wütend!

    beste Grüße
    basti hofmann

  82. Was passiert, wenn wir noch einen Schritt weiter gehen und mögliche Sekundärfolgen des beschriebenen worst-case-Szenarios mit einbeziehen? Überproportionale Erkrankungsraten bei Pflegepersonal und Ärzt*innen? Dauerhafte Überlastung des selben Personenkreises? Der Personalmangel ist ja nicht neu, doch was passiert, wenn sich dieser noch deutlich verstärkt? Oder die ausgebliebenen Behandlungen anderer Erkrankungen?
    Und ja, auch alle Arten von Einschränkungen des gesellschaftlichen, sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebens haben unzählige negative Auswirkungen, die Beachtung verdienen.
    Ich meine, die politischen Entscheidungen – bei aller Unwissenheit und Ungewissheit – sollten versuchen, wesentliche gesellschaftliche Strukturen vor dem Kollaps zu bewaren (z.B. Gesundheitssystem) und besser noch, hin zu einer langfristig widerstandsfähigen Gesellschaft zu entwickeln (WachstumsuUNabhängig, sinkende Ungleichverteilung, dezidierte Maßnahmen gegen den Klimawandel). Und dafür scheint es mir sehr wichtig zu sein, der Realität (oft abgebildet in schnöden Statistiken und Überschlagsrechungen ; ) ins Gesicht zu blicken. Das braucht Mut – den wünsche ich uns allen.

  83. Ich möchte gerne noch auf einen Aspekt hinweisen, den sie in ihrer guten Darstellung noch niht genannt haben: Die psychologisch/soziologische Perspektive. Wenn man die Verbreitung dieser Erkrankung nicht durch von politischer Seite verordneten oder zumindestens empfohlenen Massnahmen wirkungsvoll einschränkt, dann vermuten ich, dass es Angesichts überfüllter Krankenhäuser etc. zu einer echten Panik in der Bevölkerung kommen würde. Diese wäre meiner Ansicht nach dann noch gefährlicher als die reinen Todesfälle.. Unsere in hohem Masse arbeitsteilige Gesellschaft ist wahrscheinlich sehr anfällig dafür, wenn Personen in Schlüsselpostionen nicht mehr zur Arbeit erscheinen würden.

  84. Sehr geehrter Herr Pössel,
    vielen Dank für Ihren Artikel. Ich teile nicht alle Details, bin Ihnen aber sehr dankbar für die recht nachvollziehbare Gliederung der Daten für einen “worst case”.

    Ich würde mir wünschen, die Diskussion würde sich insgesamt ein wenig in Richtung Zukunft bewegen. Wir starren alle auf die Zahlen, halten den Atem an, wann, wieviel, wie lange es welche Restriktionen unserer “Freiheit” geben wird.
    Das ist nachvollziehbar und auch sicher richtig, aber es ist aus meiner Sicht an der Zeit, sich den aus dieser Pandemie grundsätzlich ergebenden Fragen zu widmen.

    Ich will es am Beispiel Schule einmal verdeutlichen (3 meiner 5 Kinder gehen aktuell noch in Hamburg und Schleswig-Holstein zur Schule):
    Es gibt bislang – immerhin fast ein Jahr seit Pandemiebeginn – keine einheitlichen Konzepte für eine Wissensvermittlung aus der Ferne. Die technischen Gegebenheiten zu schaffen ist eine Seite, ich kann Ihnen als ITler versichern, das wäre an den allermeisten Schulen relativ kurzfristig kein Problem (zumal im Digitalpakt Schule ausreichend Mittel bereitgestellt ist, um den Schulen externe Hilfe an die Hand zu geben)

    Wer allerdings glaubt, dass mit Moodle, Zoom und ausreichend iPads das Problem zu bewältigen wäre, ist – verzeihen Sie mir den Begriff – naiv.
    Ohne eine didaktische Neuordnung der Lerninhalte, einer vernünftigen Fortbildung des Lehrkörpers sowohl in den technischen Belangen als auch im pädagogischen Bereich, ist eine zielführende Beschulung aus der Ferne nicht möglich.
    Die Schüler der höheren Jahrgänge sind zu einem Großteil digital fit – es fällt ihnen leicht, sich Inhalte dort zu beschaffen, wo sie auch angeboten werden. Leider sind diese gut organisierten “Lernorte” aber eher Wikipedia, Youtube und Instagram und nicht Schulen und andere Lehranstalten.

    Warum also nutzen wir nicht die Not der Stunde zu unseren Gunsten – alle Hebel volle Kraft voraus, lasst uns unser Schulsystem überdenken – die gesamte Welt, die Wirtschaft, die Informationsflüsse werden in hohem Tempo digital – und wir beschulen unsere Kinder auch nach Corona wie nach Kriegsende?

    Ähnliches gilt aus meiner Sicht für viele Bereiche, jeder Einzelne wird sich seine Gedanken machen, was er aus der Pandemie mitnimmt, ob er andere Prioritäten setzen möchte, das Gemeinschaftserlebnis nicht nur jetzt trotzig einfordern, sondern in Zukunft wieder die Qualität darin suchen, achtsamer den Mitmenschen begegnen?

    Und vielleicht, ganz vielleicht, spült es uns doch wieder ein paar mehr Politiker nach oben, die Visionen haben und damit eben nicht zum Arzt gehen…..

    Ich wünsche Ihnen und uns Allen ein hoffnungsvolles und Stück für Stück besser werdendes 2021.

  85. Vielen Dank für diesen Beitrag!
    Er sollte zur Pflichtlektüre für unsere Entscheidungsträger werden, da er auch ohne großartige mathematische Kenntnisse das potentielle Ausmaß dieser Pandemie nachvollziehbar macht. Andererseits befürchte ich, dass es mittlerweile zu viele Fatalisten, Sozialdarwinisten und Narzissten gibt, bei denen man auch mit den besten Argumenten auf Granit beißt…

  86. Danke, Herr Pössl, für Ihre einfachen und klaren Überlegungen, wie sie
    seit Jahrhunderten elementarer Bestandteil jeder überschlägigen ingenieurmäßigen Abschätzung und jeder Festigkeitsberechnung sind. Denn erst solcherlei Kalkulationen machten die Zeiten überdauernde Großbauten wie Kirchen oder gar Kathedralen möglich – und das schon zu Zeiten, in denen z.B. Baumeister gerade mal die 4 Grundrechenarten beherrschten.
    Im übrigen beruhte zumindest(!) vor den heutigen FEM(Finite-Element-Methoden) das allermeiste in Hoch-, Tief- und Wasserbau, Maschinenbau, Elektrotechnik, Vermessungstechnik notwendigerweise weitestgehend auf der groben, aber zuverlässigen Abschätzung der allerwichtigsten Einflüsse – nur das, was sich als das Allerwichtigste herausstellte, konnte und mußte genauer gerechnet werden.
    Nur in wenigen Fällen kam es dabei zu katastrophalen Fehlabschätzungen, aus denen man wiederum lernte.
    Wer die Aussagekraft von solcherlei Überlegungen prinzipiell in Frage stellt, mag also immer noch gut in eine weit voraufklärerische, mittelalterliche, sophistische Denkschule passen. Vielleicht sollte er sich dann aber lieber mit Fragen wie der beschäftigen, wieviele Engel auf einer Nadelspitze sitzen können.

  87. Sehr geehrter Herr Pössel
    sehr umfangreich und ausführlich Ihre, was ist es, eine Studie? Ich verstehe ja das Prinzip einer Studie nicht, die eine wirklich auschließlich theoretische Situation beschreibt – Verbreitung von irgend etwas, wenn es überhaupt keine Massnahmen dagegen gibt, sich also ungehindert verbreiten kann – mir kommt das so vor, als möchte jemand wissen, wie lange die Fussnägel werden, wenn man Sie nie schneidet?? Oder ist doch das selbe,…..
    Viel interessanter wäre doch das Thema, hätte es nicht eine ganze Reihe von intelligent miteinander kombinierten Massnahmen gegeben, die eine Verbreitung des Virus wirkungsvoller verhindert hätten, und trotzdem eine Isolation von Heiminsassen usw. verhindert hätten, und trotzdem das Offenlassen von Geschäften und Gastro ermöglichicht hätten,….. Das wäre für mich und für viele die wirkliche Frage, die aus meiner Sicht auch eindeutig mit JA zu beantworten ist,… Aber was wäre wenn man gar nichts tut, finde ich nicht sehr hilfreich finde ich

  88. Der Autor Herr Pössel hat offensichtlich nicht recherchiert, warum gerade die Lombardei und NY so hohe Todefälle hatten … weil in beiden Regionen die bereits an Covid erkrankten in leer stehende Betten in Alten- und Pflegeheime verlegt wurden … weswegen jetzt sogar lombardische Politiker vor Gericht gestellt werden sollen – der Vergleich der Lombardei mit Deutschland ist ebenso unsinnig wie mit NY

  89. Nur auf Tote zu schauen, finde ich zu kurz gegriffen. Da trifft es nun in erster Linie doch meistens Ältere. Aber was ist mit den jüngeren Leuten, die vielleicht irreversible Schäden davon tragen? Mir fehlt eine Bewertung der Politik, was denn nun wirklich wichtig ist und die dann entsprechenden Handlungen. Wenn man den Zustand im Pflegebereich sieht, dann muss man annehmen, dass die Gepflegten, welche in der Regel ältere sind, den Regierenden nicht viel wert sind. Aktuell habe ich das Gefühl, dass es ein Hin- und Herziehen unterschiedlicher Lobbygruppen ist und die Politiker wie Marionetten hin- und hertanzen. Aber das Wichtigste ist, dass nicht auffällt, wie marode und rückständig Deutschland geworden ist. Ich habe gerade die Zahlen aus UK gesehen, weiteres Rumwursteln werden wir uns wohl nicht erlauben können. Bzgl. Todesanzahlen: Warum sind die jetzt so hoch? Hat man jetzt nicht bessere Behandlungsmethoden als im Frühjahr? Hauptsache auf den Intensivstationen ist noch Platz!? Findet da eine Qualifikation für die kommende Triage statt? Ein Schelm, wer Böses …

  90. Vielen Dank, Herr Pössel, für Ihre differenzierte und sachliche Analyse dieser Vorgänge in unserer Pandämie. Es tut gut, einen der wenigen guten Artikel und Kommentare zu lesen.

    Tatsächlich ist die Rolle der Medien ebenfalls eine nicht zu verachtende. Nicht nur NTV und BILD haben hier gegen die Wissenschaft gehetzt, auch viele weitere Berichte fragten (und fragen noch immer) stets und ständig nach den nächsten Lockerungen – ohne die der gesellschaftliche Wunsch nach eben solchen (z.B. im Frühjahr) noch gar nicht so früh aufgekommen wäre und für starke Auflagen kommen prozentual eine solche Menge an menschenfeindlichen Dummbrumpfen zu Wort, wie es für den geringen Prozentsatz dieser Meinungen in den Umfragen einfach keine Rechtfertigung mehr gibt. Sie sind nur laut und laut macht Auflage. Dabei sollten Medien in erster Linie zu Bildung und Aufklärung beitragen. Davon lese ich leider vergleichsweise wenig. Auch dass sich noch immer hartnäckig dieser schreckliche Irrglaube hält, Kinder seien nicht ansteckend genug (offenbar keine Menschen), so dass man sie ruhig in Klassenstärke in der Schule antreten lassen kann, ist den Medien geschuldet, die diese Unwahrheit einfach weiterverbreitet haben trotz eindeutiger Faktenlage aus mittlerweile mehrfachen fundierten Studien. Wo ist die Aufklärung, die wirklich Informationen in die Gesellschaft trägt?

    Ich bin sicher, die Politik würde folgen, wenn es sie Stimmen kosten würde, gegen die von einer solchen Aufklärung verbreitete, wissenschaftlich fundierte Information zu handeln.

    Und es ist ein deutliches Zeichen, diese Pandämie trotz hunderter Tote pro Tag nicht ernst zu nehmen, wenn ernsthaft behauptet wird, die Kinder seien für ihr Leben geschädigt, wenn sie ein paar Wochen einfach gar nicht in die Schule gehen. Geschädigt sind alle, die über ihre Toten weinen. Auch die Kinder. Aber wenn so viele hier in Gesellschaft und Politik keine Ethik mehr kennen, dann hat unsere gesamte Bildung offenbar ohnehin versagt. Wo Jahrzehnte nicht helfen, da helfen auch die paar Wochen nicht mehr, die die Kinder jetzt nach den Ferien wieder in die Schulen geprügelt werden. Es ist erschreckend.

  91. Ich unterstütze die These des Autors komplett. Die Handlungsweise der Politik verliert sich im Kleinklein der einzelnen Lobbies und verliert die Folgenabschätzung komplett aus den Augen. Das Problem ist, dass Politiker – anstatt die wissenschaftliche Folgenabschätzung allgemeinverständlich weiter zu kommunizieren – versuchen sich zu profilieren und dem Volk nach dem Munde zu reden. Insbesondere, wenn es um den Parteivorsitz einer Volkspartei geht.
    Denkt man aber die These des Autors konsequent zu Ende, was folgt dann daraus? Im Moment steht der Zähler an Pandemietoten bei knapp 2 Mio Menschen, vielleicht 4, wenn man die Übersterblichkeit mit einbezieht (und ja, das Leid der Überlebenden ist z.T. groß).
    Im Vergleich zur Folgenabschätzung ist diese Pandemie leider bald vernachlässigbar. Das richtige Worst Case Szenario kommt erst noch bis zum Ende des Jahrhunderts. Die Werte für CO2 und Methan folgen dem Worst Case aller IPCC-Szenarien. Klima-Kippelelmente kippen früher als gedacht. Der Nordpol ist bereits verloren und bis Mitte des Jahrhunderts im Sommer nicht mehr vorhanden. Die nächsten Dominosteine sind die Permfrostböden und die Meereszirkulationen. Neben extremen Wetterbedingungen führt die erhöhte Methanfreisetzung zur Bildung bodennahen Ozons, was die Ernteerträge schon heutzutage zusätzlich reduziert. Die verringerte Zirkulation der Meeresströme führt zur Bildung von Sauerstofffreien Todeszonen im Meer. Die Selbstversorgung des brasilianischen Regenwaldes durch seinen eigenen Wasserhaushalt erreicht durch Flächenreduktion wahrscheinlich gerade kritische Werte.
    Aktuell müsste bereits CO2 aus der Atmosphäre entnommen werden, statt einer CO2 Neutralität bis 2050 (2060 für China) anzustreben.
    Was bis zum Ende dieses Jahrhnderts passiert, wird ein worst case Szenario, bei dem die Menschheit viel weniger Tools zur Hand hat als bei dieser Pandemie. Aus meiner Sicht ist die Handhabung dieser Pandemie irrelevant, wenn man sich nicht mit den wirklich großen (Menschheitsgefährdenden) Problemen beschäftigt.

  92. Es klingt in diesen Tagen oft so, als wäre “sterben” etwas, was vor Corona überhaupt nicht passiert wäre. Als wäre der Tod etwas völlig ausgeschlossenes. Etwas, was erst durch diese neue Seuche über die Menschheit hereingebrochen ist.

    Natürlich ist Covid19 eine ernst zu nehmende Erkrankung. Natürlich ist es gefährlich und potentiell tödlich. Natürlich ist die fehlende Immunität und die daraus resultierende rasante Verbreitung ein großes Problem für unser Gesundheitssystem. Und natürlich sind in den USA in 2020 knapp 350000 Menschen an oder mit Corona gestorben. Das ist schlimm. Allerdings starben in den USA auch vor Corona 0,8% der Bevölkerung jedes Jahr (Ich setze bewusst kein (!), weil ich diese Zahl nicht überdramatisieren will). Viele davon an oder mit Infektionskrankheiten, aber auch an/mit Keimen, bakteriellen Lungenentzündungen und auch an/mit endemischen Corona-Viren, wenn die Immunabwehr stark geschwächt war, was bspw im hohen Alter und/oder durch Vorerkrankungen der Fall sein kann.

    Die CFR der nachgewiesenen SARS Cov2 Infektionen bei unter 50-Jährigen liegt in der Schweiz bspw. zwischen 0,01 und 0,03%. Die IFR, welche wir nicht kennen, dürfte entsprechend wesentlich niedriger sein. Vermutlich rückt das Komma nochmal eine Stelle nach rechts. Die Hälfte der Bevölkerung Deutschlands ist über 45 Jahre alt, ich weiß. Aber(!): Die andere Hälfte ist unter 45 Jahre alt. Insofern macht Ihr Worst Case Szenario zwei Fehler.

    1. Die Multimorbidität bei der Mehrzahl der Corona-Toten lassen sie bei den Vergleichen mit Flugzeug- oder Bahnunglücken völlig außer Acht. Da Sie diese Vergleiche offensichtlich gerne haben: Es ist im November so gewesen, als wäre jeden Tag ein Flugzeug mit Passagieren abgestürzt, von denen 70% einen Flug aufgrund schwerster Vorerkrankungen garnicht hätten antreten dürfen bzw aufgrund der körperlichen Anstregung des Fluges vermutlich in der Luft verstorben wären. Das klingt zynisch, furchtbar und unwissenschaftlich, aber führt hoffentlich die seltsame Bildsprache Ihres Artikels vor Augen.

    2. Vernachlässigen Sie die Gefahr für die jew Altersgruppe völlig. Wenn man bspw alle über 60-Jährigen in der Schweiz von der Pandemie fern halten könnte, gäbe es fast 80% weniger Hospitalisierungen und über 95% weniger Todesfälle. Bekäme man dies für alle über 50-Jährigen hin, hätte man 92% weniger Hospitalisierungen und 99% weniger Tote. https://rsalzer.github.io/COVID_19_AGE/
    Kämen wir in die Richtung ihrer dunkelst gemalten Szenarien, könnte man also immernoch durch eine gezielte, altersgestaffelte Ausgangsperre den Kollaps des Gesundheitssystems verhindern, ohne den Staat und die Gesellschaft in den wirtschaftlichen und sozialen Ruin zu treiben. Das konsequente “downlocken” der älteren Hälfte der Bevölkerung traut sich die Politik natürlich in der jetzigen Situation (noch) nicht, zumal die Impfungen ja alterabwärts bereits begonnen haben und die Hoffnung auf ein schnelles reduzieren der hohen Todeszahlen und sukzessive auch der hohen Hospitalisierungen in Sicht ist.

    Lassen Sie uns schauen, dass wir die Älteren / Kranken und auch das medizinische Personal in den Klinken schleunigst geschützt bekommen (durch Impfung und/oder Maßnahmen), dann wird es zu den geschilderten Szenarien niemals kommen und die jungen Menschen können wieder ihr Leben leben. Sie haben es sich nach einem Jahr der Entbehrungen und Verängstigungen verdient.

    Ihnen wünsche ich etwas weniger Sorge und mehr Zuversicht. Ich halte beides für angemessen.

    Herzlichst
    Y

  93. Ich glaube sie haben bei der Abschätzung der Todeszahlen einen Fehler gemacht. Sie haben es zwar kurz erwähnt, aber in ihren Berechnungen völlig ignoriert. Die Sättigung wurde nicht berücksichtigt. Die Pandemie endet , wenn bei 2/3 der Bevölkerung infiziert sind. Ihre Zahlen sind dem nach mindestens um 1/3 zu hoch. Zudem kann der Zeitraum der Pandemie auf zwei oder 3 Jahre gestreckt werden und nicht künstlich auf ein Jahr begrenzt werden, was eher der Realität entspricht. Ich komme daher auf eine Schätzung von 160´000-320´000 Tote, ohne der Annahme der Überlastung des Gesundheitsystems. Die Frage ist doch jetzt, ob diese Toten verhindert werden können und was es kostet , dies zu verhindern. Die Lehre aus dem Frühling -Lockdown ist wohl eher negativ.

  94. Ich möchte dem Artikel in seinem Tenor nicht widersprechen, wundere mich aber über folgende Aussage: Selbstverständlich liegen aktuell die Anzahlen bestimmter medizinischer Todesursachen in derselben Größenordnung wie der hier abgeschätzte Corona-Worst-Case: Für das Jahr 2019 Krebserkrankungen bei 240.000, Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei 330.000. Der Unterschied ist, dass wir in den Fällen nicht mit einer gemeinsamen Kausalität zu tun haben, sondern soweit wir wissen einer Kombination von Genetik, verhaltensbedingten Risikofaktoren und Altersstruktur. .
    Genau diese Kombination spielt doch auch bei Corona eine maßgebliche Rolle: die Existenz einer genetischen Komponente des Corona-Infektionsverlaufs gilt meines Wissens als gesichert, die verhaltensbedingte Risiko-Streuung ist evident und der exponentielle Anstieg der Letalität mit zunehmendem Alter ist bei Corona wie bei Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen statistisch existent. Auf Genetik und Alter kann der Einzelne keinen Einfluss ausüben, wohl aber auf sein Verhalten. Die Vorschrift eingeschränkter Sozialkontakte entspricht im Sinne des Eigenschutzes insoweit der Empfehlung, sich gesund zu ernähren, oder der Empfehlung, Sport zu treiben, Empfehlungen, deren Nichteinhaltung staatlicherseits aber nicht sanktioniert wird.

    Der entscheidende Unterschied zwischen den sogenannten Volkskrankheiten und der CoViD-19-Pandemie sind von daher nicht die individuellen Faktoren des Krankheitsverlaufs und nicht der Gegensatz komplex-multikausales Infektionsgeschehen hier, Monokausalität dort, sondern Individualbedrohung versus Gemeingefährlichkeit, resultierend aus der Kombination enormer Verbreitungsgeschwindigkeit und Schnelligkeit des letalen Krankheitsverlaufs, die die Pandemie von den letztendlich auch tödlichen Volkskrankheiten abhebt. Diese extreme Gemeingefährlichkeit, die als Konsequenz die Überlastung des Gesundheitswesens zur Folge haben kann, legitimiert die potentiellen Grundrechtseinschränkungen durch das Infektionsschutzgesetz. Wie weit diese gehen sollten, dazu liefert der vorliegende Artikel sehr nachdenkenswerte Überlegungen.

  95. Dem Kommentar von KN am 02.01.trifft es zu 100%, es gibt wenig hinzu zu fügen. Und auch der Worst Case Bericht war wirklich sehr interessant für den Bürger. Die Politiker an obersten Stelle sollten diesen einmal lesen und auch die Medien im öffentlichen Bereich. Leider werden die mittlerweile vielen Fehler der Krise in Politik, besonders auch der Kanzlerin, viel zu wenig kritisiert! Traut sich keiner? Was ist hier los? Wenn ich/wir große Fehler machen, werden wir alle sofort entlassen, meisten! Scheinbar wird das öffentlich auch bewußt nicht nachverfolgt, im Gegenteil: Sie loben sich selbst? wie toll wir die Krise bislang gemeistert haben? Jetzt, wo der Impfstoff da sein muß, ist KEINER da? Ein Armutszeugnis, Herren Minister und Frau Kanzlerin! Sehr traurig, wenn man nicht zählen kann, wieviel Menschen in der EU-doppelt geimpft werden sollten, Wie kann man Billig-Aufträge Impfstoff an Konzerne im Ausland, (ua.an den Freund, ein französisches mit bekannter Unzuverlässigkeit) verteilen, wo der deutsch geförderte Impfstoff bereits im Sommer die erste Empfehlung war und auch so geliefert hat! Leider nur nach Isreal, Amerika und anderswo auf der Welt???? Meine Mutter müßte Zuhause mit 88 auch dringend geimpft werden, meine Kinder (30/32) im Lebensmittel Einzelhandel haben seit 9 Monaten Masken täglich auf, ach ja, 2 Monate haben die Helden des Alltags Coronageld erhalten und sollen in der dritten Phase erst dran sein beim impfen. Vielleicht wollen sie ja gar nicht mehr bis dahin? Flüchtlings, auf neudeutsch Integrationsheime kommen in Hessen fast zuerst dran? Da soll man einmal ruhig bleiben, das machen wir doch schon 9 Monate und es werden, wenn das hier so weitergeht, noch einge Monate und vielleicht Jahre werden. Ich brauch Corona mit fast 60 auch nicht, auch nicht die Folgewirkung!
    Was kommt, wenn ein Teil geimpft ist, ein Teil nicht, der Virus bleibt.
    Hygiene im öffentlichen Bereich wird wichtiger denn je, wer achtet da drauf im “GesundheitsMinisterium”?

  96. Es ist ernüchternd, dass man am 30. Dez 2020 noch immer nicht gemerkt hat, dass die Pandemie zum Großteil aus Panik besteht. In meinem Freundeskreis gab es einige Corona-Erkrankte. Den ging es teilweise einige Wochen schlecht und danach waren sie teilweise noch einige Wochen schlapp. Viele hatten nach der Diagnose keine Symptome. Wenn nicht das große Label Corona darübergestanden hätte, wäre es als normale Grippe durchgegangen. Mit der medialen Panik kam es zu Überreaktionen in der gesamten Gesellschaft. Auch Ärzte sind in Panik geraten und haben übertrieben reagiert. Trotzdem haben wir sicherlich eine besondere Situation. Ich hoffe, dass die Bürger erkennen, dass unser Gesundheitswesen durch die Privatisierung so schlecht geworden ist, dass man tatsächlich mit diesen lächerlich geringen Zahlen an Intensivpatienten nicht zurechtkommt! 30.000 Intensivbetten auf 80.000.000 Einwohner, das ist ein Bett auf 2.667 Einwohner! Da kann man nur gratulieren! Investiert bitte künftig in den Gesundheitssektor und kommunalisiert ihn!!!

  97. Eine solche Worst-Case-Betrachtung erzeugt genau diesen Angsteffekt, der in weiten Teilen in der Bevölkerung herrscht. Es ist meiner Meinung nach grob fahrlässig so etwas zu tun.

    Nichts anderes wurde von der Politik seit dem Fühjahr gemacht und von den Medien in allen großen Kanälen (ohne groß nachzudenken) verteilt.

    Die Kollateralschäden durch die Maßnahmen sind deutlicher höher, als der Nutzen. Somit besteht eindeutig keine Verhältnismäßigkeit. Viele der Kolletaralschäden werden auch erst in einigen Jahren zu Tage treten.

    Italien in dieser Hinsicht mit uns zu vergleichen ist ebenso grob fahrlässig.

    Mann kann die Menschen auch nicht dauerhaft wegsperren – denn in Wirklichkeit sagt uns sogar der gesunde Menschenverstand – die Gefährlichkeit der aktuellen Corona-Variante(n) ist nicht dramatisch. Das heisst nicht, dass ein vermeidbarer Todesfall etwas gutes ist – natürlich nicht. Aber der Tod gehöhrt trotzdem zum Leben dazu – vor allen Dingen, wenn man ein stolzes Alter von 80 Jahren oder mehr erreicht hat.

    Für Menschen die sich schützen wollen oder Angst haben, gibt es hinreichende Möglichkeiten, das zu tun – das ist dann auch völlig in Ordnung.

    Jedoch alle Menschen mit solch drastischen Maßnahmen zu belegen, ist nicht verhältnismässig und auch anhand vorliegender Daten in keinster Weise rechtzufertigen.

  98. Wenn ich durch die Straßen gehe kann ich mich nicht des Eindruckes erwehren, daß vor allem die junge Generation die Maske mit oft großem Stolz trägt!

    Ich möchte mich nicht in das Thema allzu sehr vertiefen – dazu ist mir meine Zeit zu schade und versuche mich daher kurz zu fassen.

    Das Tragen der Maske, verbunden mit dem Verbreiten von Horrorvisionen, wie sie eben auch vom Autor dieses Artikels verbreitet werden, ist bei vielen Menschen Teil ihrer politischen Agenda! Man demonstriert damit, dazu zu gehören – die gegenwärtige linksgrüne politische Agenda von Regierung, Medien und sonstigem oftmals in Abhängigkeiten befindlichem Anhang aller Art, kompromisslos zu bejahen.

    Anfangs habe ich bereits erwähnt, daß ich es kurz machen will – deshalb nur:

    Man stelle sich vor, all die von den Regierungen erlassenen einschränkenden Maßnahmen, welche Mensch und Gesellschaf gerade ertragen müssen wären von Regierungskoalitionen aus CDU/AFD verordnet worden!? Was wäre in diesem Land der Teufel los? – gerade bei denen, die kriecherisch jetzt alle Verbote und Einschränkungen ausnahmslos gutheißen und noch viel viel mehr die Flagellantenpeitsche mit großem Geschrei fordern!

  99. Der Artikel geht im Großen und Ganzen sehr gut auf politische Entscheidungen / Nichtentscheidungen und Todesfolge n ein.

    Vermisst: Abschätzung der Gesundheitsschäden (Spätfolgen und Traumata), Potenzierung der Gefahren durch hohe Fallzahlen (Mutationen) und die wirtschaftlichen Folgen.

  100. Kumulativ und Differentiell
    Ich führe eine Excel Datei seit März und zeige grafisch kumulativ die Entwicklung der Zahlen der Todesfälle zusammen mit der differentiellen Darstellung der Zunahmen der Infektionsfälle, für Deutschland, aber auch für ausgewählte Länder der Welt. Ländervergleiche mit diesem Verfahren zeigen ebenfalls sehr überzeugend, wie unterschiedlich sich die Zahlen in den Ländern entwickelt haben. Die “ruhige” Phase des europäischen Sommers ist zB in den USA überhaupt nicht zu sehen. Ebenso eindrücklich ist zu sehen, dass die Todeszahlen der Entwicklung der Fallzahlen stark hinterher laufen, daher verständlich, wenn Menschen den Infektionszahlen wenig Glauben schenken, im Zusammenhang aber wird es glasklar. Bei meiner Darstellung ist es egal, ob logarithmisch oder “normal”, “normal” ist hier völlig ausreichend. Ein gesundes neues Jahr!

  101. Einleitend sei gesagt, ich kann nicht mit hochwichtigen Fremdwörtern dienen, die meine Aussagen unterstreichen. Nur mit der Meinung einer Mutter von 3 Töchtern im Alter von 10,16 und 19 Jahren. Wobei die beiden großen dieses Jahr den Abschluss (Klasse 10) bzw. ihr Abitur machen werden.

    Ich habe im Frühjahr eine weinende, damals noch 18 jährige, Tochter vor mir gesehen. Der Grund war eine vollkommen überforderte Schülerin und Lehrkräfte, die von den Schulschließungen kalt erwischt wurden.

    Daher wundert es mich nicht, dass Clara denkt wie sie denkt. Es kommt mir sehr bekannt vor. Ich, für meinen Teil mit dem Luxus beschenkt seit März 2020 im Homeoffice arbeiten zu dürfen, habe mir hier den Mund regelrecht fusselig geredet.

    Rennt nicht zu jedem Treffen. Nutzt virtuelle Kontaktmöglichkeiten. Gebt dem guten alten Telefongespräch eine Chance. Mit mäßigem Erfolg. Mitten im doch relativ entspannten Spätsommer war es dann soweit. Meine Tochter durfte in Quarantäne. Vorausgeschickt sei, ihr Test war am Ende negativ.

    Was nicht lustig war, wir haben alle 4 Tage lang gezittert, denn hätte sie sich angesteckt, dann wären weitere 4 Personen involviert gewesen.

    Auf der besagten Geburtstagsfeier waren 8 Personen, davon hatten sich am Ende 4 Personen angesteckt. Unsere Chancen standen also nicht schlecht.

    Nach 5 bis 7 Telefonaten mit der Schule dem Gesundheitsamt und der rein emotionalen Einigkeit über das Thema, dass es wohl durchaus sinnvoll sei, die Geschwister bis zum Testergebnis der Schwester zuhause zu lassen, verblieb folgendes Bild:

    – das Gesundheitsamt kann dazu nichts sagen, in Quarantäne muss nur der, der direkten Kontakt zu einem nachweislich Infizierten hatte

    – die Schule kann dazu nichts entscheiden, das möchte bitte das Gesundheitsamt entscheiden

    – ich, als Elternteil, saß mit einem riesengroßen Fragezeichen über dem Kopf zuhause und suchte nach der Logik in diesem System.

    Denn das Mädchen, dass uns dieses Intermezzo verschafft hatte, war die Tochter einer Person, die ihrerseit direkten Kontakt mit einem Erkrankten hatte und just auf sein Testergebnis wartete.

    Nun muss ich nicht wichtig studiert haben, um den Rückschluss zu ziehen, dass es doch eigentlich sicherer wäre, die “in zweiter Folge” betroffenen Kinder für wenige Tage “aus dem Verkehr” zu ziehen. Anstatt das Risiko einzugehen, 2 Klassen auf einer Gesamtschule mit 1500 Schülern potentiell anzustecken.

    Nicht nur einmal habe ich mich gefragt, warum die Lehrer den Unterricht nicht vor einer Webcam abhalten. Und die Schüler einfach zuhause ihren Unterricht erhalten. Wozu es führt, die Kinder einfach nur mit überdurchschnittlich viel Stoff zu überschütten hatte ich ja bereits eingangs erwähnt.

    Nebenbei, meine Tochter hat nur gute Noten, aber die Überforderungssituation wäre vermeidbar gewesen! Das Risiko für die Lehrer, wenn diese im Unterrichtsraum vor einer Kamera stehen, wäre berechenbarer, als wenn alle Schüler in der Schule sind.

    Prima, dass jetzt alle Lehrer ein iPad haben. Wenn jetzt mal eine Rundmail käme und die Eltern gefragt würden, wie sie zuhause technisch aufgestellt sind, dann hätten wir es fast geschafft. Moment, nein, warum logisch und systematisch werden? *Ironie aus*

    Scheinbar ist es wichtiger, sich zu profilieren. “Corona ist gefährlich, alle ab nach Hause” vs. “Alles nur ein Versuch uns in unserern Grundrechten einzuschränken, werft die Masken weg”.

    Ich kann es einfach nicht mehr verstehen. Wir brauchen schon lang keinen Meinungsaustausch mehr, wir brauchen Lösungen! Und manche Lösungen sind bereits da, nur werden diese Werkzeuge nicht genutzt, weil Teile unserer Gesellschaft aus irgendeinem Grund noch im Mittelalter gefangen sind.

    Aber Hauptsache “alle” sind bei Facebook und Twitter aktiv. Das macht mich absolut fassungslos. Mein Appel an Regierung und Schulen: bitte nutzt, was euch bereits zur Verfügung steht. Stellt Familien, die es sich nicht leisten können die benötigte Hardware zur Verfügung und legt los. (Wir sind bereit und warten nur noch auf den Startschuss)

    Mir hat die Antwort von Werner List sehr gut gefallen. Denn die bringt es kurz und prägnant auf den Punkt. “Bei drohendem Kontrollverlust maximal bremsen bis zum völligen Stillstand des Fahrzeugs.” Danke dafür! Sehr schade, dass wir in diesem Herbst zu spät gebremst haben und nun scheinbar auf dem Vordermann aufgefahren sind.

    Vielen Dank an den Autor des Blogs für einen Artikel, der vielleicht eine Chance hat, gegen das unsachliche Gezeter diverser “Querdenker” zu wirken. Wir brauchen diese Stimmen!

    Grüße einer Mutter, die geduldig darauf wartet, die Uroma wieder einmal in der Woche besuchen zu können, ohne Angst zu haben, diese unter Umständen dadurch umzubringen.

  102. Wir stehen am Anfang & „verlorene Lebenszeit“ als Aspekt
    Ich knüpfe an meine gestrige Antwort auf Barto an um noch ein paar Zahlen und Aspekte zu ergänzen.
    Die Infektionssterblichkeit (=Sterblichkeit bezogen auf die Zahl aller Infizierten inkl. Dunkelziffer) von etwa 0,7% hat Herr Pössel genannt, dazu gibt es weltweit zahlreiche Studien und eine Metastudie, die etliche dieser Studien auswertet. Diese Zahl hängt ein bisschen von Demographie, Gesundheitszustand und Gesundheitswesen eines Landes ab, schwankt aber weltweit nur geringfügig zwischen 0,5 % und 0,9 % (kann im NDR Podcast mit Quellenangaben nachgelesen werden, da gibts eine hervorragende Volltextsuche). Für Deutschland werden etwa 0,7 % angenommen. Mit der gestern veröffentlichten Zahl bisher erfasster Todesfälle von 33.960 landet man per Dreisatz bei 4,85 Mio Deutschen, die bisher mutmaßlich mit COVID 19 infiziert waren, also eine deutliche Dunkelziffer gegenüber den gemeldeten Fällen von 1,75 Mio. Trotzdem ergibt sich daraus erst eine Durchseuchung von 5,6 % – wir stehen am Anfang! Bei 16,5 % würden wir die Marke von 100.000 Toten knacken, von den Effekten durch den Zusammenbruch der Intensivmedizinischen Betreuung ganz zu schweigen, die Herr Pössel in seinem aufrüttelnden Artikel dargestellt hat.
    Die fehlende Übersterblichkeit? Auch das ist Grundrechnen: 5,6% x 0,7 % = 0,04 % seit Pandemiebeginn, das sieht man noch nicht, in Monatsscheiben mit Regionalbezug z.B. für Sachsen durchaus.
    Damit möchte ich die Aussagen von Herrn Pössel einfach dick unterstreichen. Ich glaube das Bewusstsein, dass wir epidemiologisch ganz am Anfang stehen ist essentiell um den vollen Ernst der Lage zu verstehen und die Wichtigkeit einer schnellen Impfung möglichst vieler Menschen. Und es geht dabei ebenso wie beim Maskenthema nicht nur um Selbstschutz sondern um den Schutz aller. Um wieder ein normales Leben mit allen stark vermissten Freuden zurück zu bekommen braucht’s ein bisschen Altruismus. Das Wegleugnen, Wegdiskutieren und Herausschwindeln ist dafür kontraproduktiv und vergrößert den Schaden in jeder Hinsicht, weil es viele Menschen dazu bringt, nicht mehr mitzumachen.
    Zuletzt und ohne erhobenen Zeigefinger: In der statistisch (!) am schlimmsten betroffenen Gruppe der über 80-jährigen hat man nicht „das ganze Leben vor sich“ aber möglicherweise noch schöne und wichtige Jahre um ein Leben zu vollenden, für manch eine oder einen vielleicht die Wichtigsten!

  103. “Italien hat ein Gesundheitssystem, das ungefähr auf demselben Stand ist wie unser eigenes”
    Ist schon mal falsch, schlecht bis gar nicht recherchiert, eher geschätzt vom Autor.
    Italien hat zB. nur ca. 25% der Intensivbetten im Vergleich zu Deutschlands Kliniken. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1111057/umfrage/intensivbetten-je-einwohner-in-ausgewaehlten-laendern
    Italien, wie viele andere Länder, hat ein kaputt gespartes Gesundheitssystem.
    Karl Lauterbach der (selbsternannte) Experte, war noch vor nicht solanger Zeit für die Schließung von Krankenhäusern in DE.
    Weil im Bericht Norditalien erwähnt wird: Im Frühjahr kam es dazu, dass Pflegekräfte panikartig Italien in Richtung ihrer Heimatländer nach Osteuropa verlassen haben, als sie von den Regierenden hörten, Italien macht die Grenzen dicht. Die Pflegebedürftigen blieben zurück. Die ohnehin am Limit behandelnden Kliniken waren natürlich erst recht überfordert.
    Eigentlich traumhafte Zeiten für Populisten wie Lauterbach, Söder und Journalisten. Medien lieben Horrormeldungen.
    Laut RKI ist das Alter der mit/an Covid19 Gestorbenen inzwischen im Schnitt auf 84 Jahre gestiegen. Auch ein Worst Case? Wieso hört/liest man davon nix in den Medien?
    Das normale Sterbealter in DE liegt im Schnitt bei ca. 81,3 Jahren.
    Natürlich ist es traurig, wenn man geliebte Angehörige verliert, keine Frage.
    Aber wieso konzentriert man sich nicht auf die 85% der Covid19-Infizierten, mit keinen bis wenig Symptomen, um von ihnen zu lernen?
    Sie hatten vermutlich ein entsprechend gutes Immunsystem und das Virus konnte ihnen wenig anhaben.
    Ein gutes Immunsystem bei den Bürgern wäre aber ja wieder schlecht für den Umsatz der Big-Pharma.

    Mut sollte machen, wenn selbst 97 jährige, mit etlichen Vorerkrankungen wie überstandenen Herzinfarkt, Bluthochdruck, überstandener Darmkrebs ua., eine Covid19-Infektion überstehen. Die Frau erhielt schon vorher und über längere Zeit prophylaktisch im Heim 60.000 Einheiten Vitamin D3 pro Woche. Quelle: Dr. Raimund von Helden. Vitamin D3 regelt als Hormon das Immunsystem. 
    Ein gutes Immunsystem zu empfehlen, sowie hohe Risikofaktoren wie zB. Übergewicht zu reduzieren, ist wohl zu banal und zu preiswert für die Regierenden und die meisten “Götter in Weiß”. Sogar ein Boris Johnson erkannte dies, und empfahl Abnehmen. Geschätzt zählen wohl 80% der Parlamentarier zu der Covid19-Risikogruppe mit Übergewicht. Bevor man aber mit gutem Beispiel vorangeht und zB. sein Gewicht optimiert, fährt man lieber Deutschland an die Wand.  

  104. Hallo Herr Pössel,

    vielen Dank für den interessanten Beitrag und den sehr nützlichen Ansatz, mit einfachen Mitteln Größenordnungen zu schätzen.

    Zum Thema möchte ich noch auf ein interessantes pre-print hinweisen; die Autoren haben die Übersterblichkeit in Italien im Frühjahr ausgewertet – mit dem Ergebnis, dass in der am schlimmsten betroffenen Stadt Bergamo grob 60-100% infiziert waren und 0.58% der Einwohner verstorben sind.

    Der Worst-Case wäre demnach kein theoretisches Szenario, sondern bereits passiert. Mit der kleinen Einschränkung, dass Bergamo noch eine lokal begrenzte Katastrophe war und deswegen Hilfe von außerhalb noch möglich war.

    Hier der Link zum pre-print: https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.04.15.20067074v3

  105. “Bei den Zahlen der Kalenderwochen 46 bis 48 im Jahre 2020, mit im Schritt 300 Toten pro Tag, reden wir damit jeden Tag über drei Mal das Unglück von Eschede.”

    Alternativ könnten wir auch einfach über die Raucher reden, auch über 300 (überaus einfach vermeidbare) Tote am Tag …
    https://www.rauch-frei.info/informier-dich/news/detailseite/ueber-120000-tote-durch-rauchen-warum-schockt-das-so-wenige.html

    Das ist jährlich und nicht in 1-2 Jahren “Jahrhunderpandemie”. Wieso sind Ihnen diese Toten egal?

    Sie sollten sich wirklich mal hinsetzten (während ich das schreibe vollführe ich bei mir gerade das Kunststück – alle nötigen Daten kriegen Sie bei DESTATIS, müssen Sie aber selbst zusammenpopeln, gibt leider kein schickes RKI-Board dafür), sich die Bevölkerungsstruktur nach Altersgruppen ansehen, die Bevölkerungsstruktur nach Altersgruppen für 2020 ableiten, die Entwicklung (Demographie! alte Leute sterben prozentual häufiger, bei mehr Alten gibts absolut mehr Tote!) ansehen, die Periodensterbetafel rausholen, die Toten ins Verhältnis dazu setzen und Sie würden feststellen, dass Ihre “Jahrhunderpandemie” selbst in den am stärksten betroffenen Altersgruppen kaum (Dezemberzahlen für Tote nach Alter liegen leider noch nicht vor) über das zu erwartende hinausgeht.

    Nach meiner Rechnung brauchen Sie im Dezember ca. 90.000 Tote im Altersbereich 80+, damit wir mehr Tote, als ohne “Pandemie” zu erwarten sind, haben. Statistisch erwartet werden ca. 27.000 Tote. Das RKI hat im Dezember keine 63.000 Coronatoten im Altersbereich 80+ gezählt. Die Wahrscheinlichkeit, dass bei Veröffentlich der tatsächlichen Totenzahlen durch das statistische Bundesamt inkl. Dezember eine tatsächliche Übersteblichkeit vorliegt geht gegen Null. Lediglich wenn Übersterblichkeit wieder als Absolutwert (wie leider in den letzten Publikationen üblich) ohne Bereinigung nach Einwohnerzahl und insbesodere Altersgruppenstrukturveränderungen angegeben wird, bekommen Sie vielleicht eine leichte Steigerung – inhaltlich aber natürlich grob falsch.

    Leider schaffen offenbar selbst Sie – als studierter Physiker – nicht Emotionen ab und den sachlichen, statistischen Verstand anzustellen und sich der Theamik nüchtern zu nähern. So sehe ich leider schwarz für unsere Gesellschaft.

  106. ein sehr interessanter Beitrag mit ebenso interessanter Diskussion!
    Schade, dass gegen Ende auch Verschwörungstheoretiker sich melden.

    Nun frage ich mich aber: Muss es das Ziel sein, die Todesraten zu senken oder zeitlich zu verzögern oder die Ansteckungsraten zu senken oder zu verzögern –

    oder – was ja auch Sinn machen müßte: die Ansteckungsraten explodieren zu lassen, um möglichst schnell die Herdenimmunuität zu erreichen ? Wobei in Kauf genommen werden müßte, dass sehr viele alte Menschen als Todesopfer für die Gesellschaft zu betrachten wären und alle diejenigen, die zur infizierten Herde gehören, im späteren Leben womöglich mit Folgeschäden kämpfen müssen. Diese “Lösung” des Problems werden wir in der Dritten Welt erleben und uns dann die ethische Frage stellen müssen, ob es “sinnvoller” war, der Natur ihren Lauf gegen eine Überbevölkerung freien Lauf lassen (zu müssen) oder ein künstlich mit medizinischen Mitteln überalterte Gesellschaft so lange wie möglich am Leben zu erhalten.
    Die Beantwortung der Frage kann akademisch bleiben, die Zukunft aber wird darüber entscheiden, ohne dass neu gefragt wird..

  107. Zur Korrektur der Berechnungsgrundlage ist zu berücksichtigen, dass die Gruppe der hauptsächlich Betroffenen ( > 69 Jahre) nur ca. 19% der 83 000 000 ausmacht. (https://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61538/altersgruppen).
    Auch der Begriff “worst case” trifft die Sache nicht. Worst case wäre, wenn wir einen Erreger mit der Übertragungsfähigkeit von Sars CoV2 hätten, mit einer gleichzeitigen Sterblichkeit von MERS, das wären dann nämlich 30%. DANN wäre hier schon längst kein Stein mehr auf dem anderen.
    Absolut gesichert, hat das deutsche Gesundheitswesen und die deutsche Volksgesundheit einen Einfluß auf die IFR.
    Daher fällt mir nichts mehr ein, wenn ich erlebe, dass alleine in meiner näheren Umgebung 2 (zwei!) Kliniken im Herbst geschlossen wurden. ( Loreley-Klinik in Oberwesel am 20.09.2020 und Ingelheim im Dezember 2020)
    Daher hat sich die Zahl der Intensivbetten im Kreis Mainz-Bingen (211.000 Einwohner) auch in den letzten Monaten von 13 auf 8 verringert.
    Die sind jetzt zu 100% belegt, davon 3 mit Covid. Da ist der Aufschrei aus Berlin natürlich groß, und ich denke mir, hier will mich doch jemand für dumm verkaufen….
    DAS finde ich sehr schlechte Gesundheitspolitik!

    Außerdem kann man die IFR der einzelnen Länder nicht! vergleichen.
    (Wer errinnert sich nicht an die Bilder der alten Frauen aus den Notlazaretten in Nord-Italien, die im Winter auf Feldbetten um Luft ringend hinter ihren Masken saßen.)
    Und die USA betreiben seit Jahren Raubbau mit der Lebensmittelindustrie und der Volksgesundheit. Massives Übergewicht ist z.B. ein gemeinsamer Nenner, der für viele der Jüngeren mit schweren/tödlichen Verläufen zutrifft; von den lustigen, -hier verbotenen- Lebensmittelzusätzen gar nicht groß zu reden. Nur als Beispiel: PFAS, legen u.a. das Immunsystem lahm, werden im Körper gespeichert, statt ausgeschieden und kommen vor in Fastfood-Verpackungen und Antihaft-Beschichtungen.
    ( https://www.theguardian.com/commentisfree/2020/dec/14/pfas-chemicals-health-makeup-phones-water)
    Am End bleibt doch nicht ohne Folgen, was seit 3 Generationen konsumiert wird?

    Um die Kurve zurück zur Statistik zu kriegen: wichtig, und viel zu wenig berücksichtigt, finde ich die Unterscheidung zwischen der IFR im Frühjahr/1. Welle und jetzt. Da ist hierzulande eine gravierende Verschlechterung festzustellen. Und was ist große Unterschied in Punkto Lungengesundheit, mit dem wir seit Monaten unsere Lungenschleimhaut und Immunkompetenz schwächen? Dreimal dürfen Sie atmen…
    Wer da vergleichend die Zahlen von Schweden anschaut, deren IFR jetzt im Vergleich zu unserer deutlich niedriger liegt, weiß, was ich meine.
    ( https://www.worldometers.info/coronavirus/country/germany/
    https://www.worldometers.info/coronavirus/country/sweden/ )

    Da ja das “worst case”-Szenario auch zur Planung der Maßnahmen hinzugezogen werden kann, fände ich sinnvoll, den Focus weg von der Virologie zur Immunologie zu richten. Unser Immunsystem ist nämlich ziemlich begabt; und im Moment das einzige, was wir haben, das wirklich hilft.

    Hier noch ein paar Quelle, die den Text zu sperrig gemacht hätten:
    Krankenhausschließungen: https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/mainz/beschaeftige-des-ingelheimer-krankenhauses-trauern-100.html ,
    https://www.loreley-kliniken.de/startseite
    Intensivbetten/Belegung: https://www.zdf.de/nachrichten/heute/coronavirus-ausbreitung-infografiken-102.html
    Antibitika in USA-Lebensmittel & Folgen: https://www.independent.co.uk/news/uk/home-news/us-brexit-trade-deal-antibiotics-meat-drug-b1780438.html

    Vielen Dank Herr Pössel für Ihren Text! Ich hoffe, meinem Kommentar kann man den Zusammenhang entnehmen, obwohl einige zusätzliche Themen angerissen werden.

  108. Lässt mir leider keine Ruhe, weil es mich so aufregt…

    Hier nochmal eine einfache Rechnung:

    über 80 Jährige in Deutschland ~ 5.9 Mio (Tendenz stark steigend)

    Sterbewahrscheinlichkeit (einfach so, ohne Corona, weil man einfach irgendwann stirbt):
    80y: 3,55%
    81y: 4,11%
    82y: 4,85%
    83y: 5,5%
    .. usw. immer stärker ansteigend.
    (Sterblichkeiten für Frauen, für Männer wären diese nochmal deutlich höher)

    Angenommen alle 5,9 Mio wären 80, dann erwarte ich dieses Jahr 209.450 Tote.

    Nächstes Jahr (ohne dass weitere über 80 jährige dazukommen) sind alle 81 und ich erwarte (5,9 Mio – 209.450) * 4,11% = 233.881 Tote

    233.881 – 209.450 = 24.431 (+ 15%)

    Pandemie?!?!

    Nein, eine alternde Gesellschaft!

    Und nun schauen Sie sich die Veröffentlich vom statistischen Bundesamt an und sagen mir, dass die Leute hier nicht veräppelt werden.

    https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/12/PD20_536_12621.html

    • Na, immer schön redlich bleiben, sonst kommt die Mathepolizei, dass wird Sie noch mehr aufregen…

      Infektionsstand in Deutschland

      – gemessen ~1,7 M
      – Dunkelziffer x5 (aufgrund vermehrter Testung eher überschätzt)
      –> ~ 8,5 M –> ~ 10 % der Bevölkerung

      Anteil Infizierter Ü80:

      – zwischen 8% (KW 47) und 13% (KW 52)
      –> gemittelt: 10% aller Infektionen –> ~1% der Alterskohorte Ü80

      Nun – 1% Ü80 führen zu den derzeitigen Zahlen. Den korrekten Überschlag auf die Gesamtkohorte schaffen Sie bestimmt selbst.

  109. Ich mache mal eine ganz andere rechnung auf:
    Sie schreiben, im “worst case” haben wir zwischen 400.000 und 600.000 meht Tote zu beklagen.
    Unterstellt man, daß diese überwiegend sehr alten Personen, die versterben, bei optimaler Behandlung noch 1, zwei oder 3 Jahre hätten weiter leben können. Manchen bringt die “optimale” Behandlung aber auch nur 3 weitere Lebenswochen.
    Dagegen stelle ich die 83 Millionen Menschen, die auch Lebenszeit verlieren. Kein Urlaub, kein Gaststättenbesuch, keine Freunde Treffen, Kinder verlieren ein Schuljahr, Studenten auch. Sagen wir mal, jeder verliert in den Lockdown Zeiten 10% Lebenszeit, Zeit, die das Leben eben ausmacht.
    Somit verlieren 83 Millionen Leute insgesamt 8,3 Millionen Lebensjahre. Dagegen erscheinen die 600.000 Lebensjahre des worst case Szenarios das geringere Übel zu sein.
    Darüber hinaus könnte man noch anmerken, daß die 80- und 90 jährigen ihr Leben schon gelebt haben, während man den anderen, die ihr Leben auch leben wollen, es zu einem sehr einschneidenden Teil weg nimmt.

    • Hallo Herr Freimüller,
      durch weniger Gaststättenbesuch wird sich Ihre Leber regenerieren, sich Ihr Stoffwechsel verbessern, das Risiko Bluthochdruck zu entwickeln verringern.
      Alles in Allem sollte das Ihr Leben verlängern und Sie kommen vielleicht selbst in die Situation 80/90jährig nicht unnötig sterben zu wollen.
      Ihre sogenannte verlorene Lebenszeit sollten Sie nutzen Ihr Menschenbild und Ihre ethischen Werte in Bezug auf das Recht zu Leben zu hinterfragen.
      Wie lange wollen Sie denn leben dürfen?

  110. An einige Vorredner:

    Best / average / worst case – Berechnungen sind Analyseverfahren, um den Erwartungsbereich einer komplexen statistischen Größe abstecken zu können. Sie finden Verwendung bei Größen, welche sich mathematisch nicht auf klassische statistische Verteilungsmodelle reduzieren lassen. Dabei wird versucht, die erwartbaren Umstände (Eingabeparameter) so zu drehen, dass das (unerwünschte) Resultat minimal / gemittelt / maximal ist.

    Freilich ist hierbei die Trennung von Erwartbarem und Spekulativem nicht einfach, deshalb bezieht man nur belegte Faktoren ein. Da ist definitiv kein Platz für “Biowaffe” oder um es plakativ zu machen – der Einbezug eines höchst unwahrscheinlichen Meteoriteneinschlages von der Größe des Kreide-Impacts führt für solche Modellrechnungen immer zu unbrauchbaren Ergebnissen (kompletter Exodus mit >99%). Das gilt auch in die andere Richtung – übersieht man entscheidende Faktoren, wird das Ergebnis über- oder unterschätzt.

    Für das Corona-Pandemiegeschehen kennen wir längst nicht alle Einflußfaktoren. Allerdings sollte uns das nicht zu dem Schluß verleiten, alles einfach wie gehabt weiterlaufen zu lassen, da wir bereits über hinreichend Wissen verfügen, dass ein solcher Pandemieverlauf fatal wäre. Nein, es ist nicht nur eine etwas schlimmere Grippe.

    Nicht mehr und nicht weniger hat Herr Pössel hier mit Überschlagsrechnungen aufgezeigt, welche mit einfacher Schulmathematik nachvollziehbar sind. Die Kritik an “worst case” greift nicht, da er sich einzig auf bekannte und erwartbare Größen bezieht. Ganz im Gegenteil – Herr Pössel korrigiert sogar die Faktoren im Sinne eines etwas milderen Resultats (konservative Schätzung), heißt es ist “nur” eine untere worst-case Prognose. Einer obere worst-case Prognose kann der Geneigte mit den gegeben Größen selbst berechnen. 😉

  111. Zur IFR:
    Meines Erachtens unterschätzen Sie die IFR für Deutschland.
    Sowohl New York als auch Genf haben eine deutlich jüngere Bevölkerung als Deutschland.
    Die Heinsberg-Studie ist vom Aufbau her fragwürdig. Die deutlich bessere Antikörperstudie aus München kommt auf eine IFR von 0,76% (95% Konfidenzintervall 0,59%-1,08%). Aber auch in München sind die Einwohner jünger als im Bundesschnitt.
    Die inzwischen im European Journal of Epidemiology veröffentlichte Metastudie “Assessing the age specificity of infection fatality rates for COVID-19: systematic review, meta-analysis, and public policy implications” führt zu noch höheren Werten wenn Sie die Ergebnisse über die Altersverteilung in Deutschland legen.

  112. K.H.Knop
    Stalin war anfänglich erfolgreich, weil er ein gefühlloser Pragmatiker war.
    Ihre Ansichten über den 2. Weltkrieg teile ich.
    Wir können uns glücklich schätzen, eine Pfarrerstochter als Kanzlerin zu haben.
    Sie ist pragmatisch und gefühlvoll.

  113. Als Naturwissenschaftlerin kann ich Herrn Pössel nur zustimmen.
    Als mitfühlende Mitbürgerin kann ich mir aber auch gut vorstellen, dass die Herausforderungen in einem Haushalt mit Kindern im Lockdown je nach Randbedingungen kaum zu bewältigen sind.
    Ich glaube aber feststellen zu können, dass diejenigen Mitbürger und Familien, die in der Lage sind aus sich selbst zu schöpfen, psychisch besser mit den Lockdownbedingungen klarkommen (und Regeln einhalten), als diejenigen, die darauf angewiesen sind, Input von aussen zu bekommen, um sich lebendig zu fühlen. Letztere haben es zur Zeit recht schwer.
    Und so baut sich jeder das zu ihm passende Narrativ. Gesamtgesellschafliche Erwägungen oder gar wissenschaftliche Durchdringung des Themas spielen bei Wenigen eine Rolle. “Das Sein bestimmt das Bewusstsein”.
    Ich glaube, das war schon immer so.
    Zur Pestbekämpfung wurden vermeintliche “Hexen” verbrannt,
    Kriegsbeginne wurden bejubelt
    Konzentrationslager übersehen
    Waffen- und Drogenhandel toleriert
    Klimawandel……..
    Aber homo sapiens sapiens ist ja lernfähig : “Hexen” werden hierzulande nicht mehr verbrannt, Kriege jedenfalls nicht mehr so flächendeckend bejubelt, Flüchtlingslager immerhin gesehen …..Aber das hat ca. 100 Jahre gedauert !
    Es gibt wunderbare Ansätze dafür, Kinder für die Missstände dieser Welt zu sensibilisieren und ihnen gleichzeitig Mut zu machen, Lösungen zu finden.
    Allerdings gehen diese Ansätze in überfüllten Kitas und zu großen Schulklassen mit Lehrermangel und uralten Lehrplänen fast völlig unter.
    Ich hoffe inständig, dass der durch den Virus erzwungene Wechselunterricht die Lehrer erkennen lässt, dass kleine Lerngruppen und abgespeckte bzw. angepasste Lehrpläne gesamtgesellschaftlich soviele Vorteile haben , dass sich diese Unterrichtsform auch nach der Pandemie durchsetzt.
    Auch wenn das eine Verdoppelung des Bildungshaushaltes bedeuten sollte… das spätere “Achtsamkeitstraining” für die kommende Managergeneration kann man sich dann schon mal sparen, da es nicht mehr nötig sein wird.
    Nachfolgende Generationen können dann vielleicht den nächsten Herausforderungen mit etwas weniger naturwissenschaftlichem Analphabetismus und etwas mehr Fähigkeit zu analytischem Denken begegnen.

  114. Sehr geehrter Herr Pössel,

    bei allem Respekt vor Corona, von Physiker zu Physiker: Wir schätzen einfache Modelle, denn diese ermöglichen qualitative Überprüfungen unserer Überlegungen. Jedoch ist Ihres zu einfach. Es ignoriert beträchtliche Chancen zur Verringerung der Opferzahlen.

    Sie betrachten die Bevölkerung als homogen hinsichtlich Lebensbedingungen und Infektionsrisiken. Gemäß der Sterbestatistik in https://www.t-online.de/gesundheit/krankheiten-symptome/id_89189776/coronavirus-so-alt-waren-die-covid-19-toten-in-deutschland.html ist diese Annahme wirklichkeitsfern. Analysieren wir deshalb ein nur geringfügig komplexeres Modell: Die Bevölkerung bestehe aus zwei (in sich homogenen) Gruppen, A und B. Gruppe A, sagen wir 80 Prozent, umfasse die Jungen und Mittelalten. Gruppe B, 20 Prozent, die — besonders gefährdeten — Alten. Die jeweiligen Werte der IFR seien 0.2 Prozent und 5 Prozent; so beträgt die mittlere IFR 1.16 Prozent. Weiterhin sei der Einfachheit halber angenommen, dass jeder Mensch, egal ob er zu A oder zu B gehört, die gleiche Anzahl von Kontaktpersonen hat. Jetzt vergleichen wir zwei hypothetische Szenarien:
    (a) Die Ansteckwahrscheinlichkeiten je Zeiteinheit zwischen den noch nicht immunen jeweiligen Kontaktpersonen in beiden Gruppen sei konstant, d.h., p_AA = p_BB = p_AB = p_BA. Dann ist Ihre Art von Abschätzungen sinnvoll.
    (b) Die Ansteckwahrscheinlichkeit zwischen zwei noch nicht immunen Kontaktpersonen verschiedener Gruppen sowie innerhalb der Gruppe der Alten sei weit kleiner als die innerhalb der Gruppe A, d.h., p_AB = p_BA = p_BB << p_AA. Folglich sind die Zahlen der täglichen Neuinfizierten sowie der täglichen Opfer in der Gruppe B nun kleiner als beim Szenarium (a). Sie sind desto geringer, je kleiner der Quotient p_AB / p_AA ist. Entsprechend geringer ist die Zahl der erforderlichen ITS-Betten, die ja hauptsächlich von Mitgliedern der Gruppe B benötigt werden. Mit Annäherung an die Herdenimmunität in der Gruppe A, sollte bei hinreichend kleinem p_BB dann auch die Epidemie in der Gruppe B abklingen. So fordern in diesem Szenarium die Viren zwar ebenso viel Opfer innerhalb der Gruppe A wie in Situation (a). Dies sind jedoch "nur" rund 14 Prozent der Gesamtzahl des Szenariums (a). Dagegen ist die Gesamtzahl der Opfer in der Gruppe B kleiner als beim Szenarium (a). Sie ist desto geringer, je kleiner der Quotient p_AB / p_AA ist.

    Diese einfache Überlegung — die sicher auch schon von anderen angestellt wurde — zeigt, dass der alleinige Fokus auf einen möglichst umfassenden Lockdown nicht den bestmöglichen Schutz der Bevölkerung garantiert. Dies steht im Einklang mit der in der Great Barrington Declaration, https://gbdeclaration.org/die-great-barrington-declaration/, empfohlenen Strategie des fokussierten Schutzes.

    Unabhängig davon stellt sich die Frage, bei welcher gemischten Strategie die Gesamtzahl der direkten und indirekten Opfer der Pandemie am kleinsten ist. Selbst wenn man z.B. von den psychosozialen Lockdown-Folgen für Kindergarten-Kinder und Schüler absieht, langfristig können sich nur wirtschaftlich prosperierende Staaten ein sehr leistungsfähiges Gesundheitssystem leisten.

  115. Als erstes vielen Dank dem Verfasser Herrn Pössel, dass es endlich die Möglichkeit überhaupt gibt, in solch einem Forum eine Meinung zu äußern, die nicht dem Main Stream entspricht und solche Beiträge nicht sofort wieder gelöscht werden.
    Es gibt sehr interessante Statistiken auf der Website von http://www.aerzteklaerenauf.de, Button Europa, die regelmäßig aktualisiert werden. Die Verfasser arbeiten mit den offiziellen Zahlen vom RKI, Destatis, Divi Intensivregister, Eurostat etc.
    Einige Fakten vom 17.12.2020:
    – KW 50/ 2020: ca. 149393 Positiv Getestete, davon 4552 auf IntensivCare
    (Anm. von mir: Positiv Getestet heißt:
    ein Test, der keine klare Aussagekraft hat in Bezug auf Infektiosität, da es kein gleiches Testverfahren in den verschiedensten Laboren gibt – Stichwort CT Wert;
    Ein Test, der für diagnostische Zwecke laut Beipackzettel nicht geeignet ist.
    Ein Testverfahren, bei dem laut RKI einzelne Patienten mehrfach getestet werden und die positiven Ergebnisse immer wieder dazu addiert werden.
    Ein Test, der nachweislich auch mal falsch positiv ausfällt, der falsch Positiv Getestete wird zu den Neuinfektionen addiert.
    Ein Test, der laut RKI noch 2-3 Wochen nach überstandener Infektion positiv sein kann, obwohl man nicht mehr ansteckend ist.
    etc.)
    – Ein paar Zahlen zu den Verstorbenen der KW 1-46, in verschiedenen Altersgruppen, einige Jahre vergleichend, von mir aufgerundet:
    Altersgruppe 70-79:
    Anzahl Verstorbene Einwohneranteil/Altersgruppe Verstorbene/100000
    2017: 189000 8240000 2297 2,3%
    2018: 188200 8004500 2350 2,35%
    2019: 178600 7870000 2276 2,28%
    2020: 172000 7686000 2240 2,24%
    Davon 2780 Covid davon 0,036%
    Altersgruppe 80-89
    2017: 297800 4011000 7424 7,42%
    2018: 309000 4192000 7300 7,37%
    2019: 306500 4380600 6997 7,00%
    2020 317500 4595000 6911 6,91%
    davon 5730 Covid davon 124,7 Covid 0,125 %

    – Alle Sterbefälle 2020 KW 1-45: 2018 KW 1-45:
    70-79 : 168037, davon 3546 PCR positiv 179000
    80-89: 309547, davon 47545 PCR positiv 350000
    90+: 163625, davon 3419 PCR positiv 186000

    – Abnahme der Intensivbetten seit KW 31/2020 = 33163 bis KW 50 =26984
    Belegung in der Zeit zwischen 22150-21200 Betten, davon Mitte Dezember ca 4850 Covid Patienten;
    Intensivbetten 2018: durchschnittliche Intensivbettenkapazität 27320 Betten;
    Davon 2018 belegt ( KW 17-50 ) zwischen 19500- bis 21800.

    Ich finde, die Zahlen sprechen für sich und können jederzeit überprüft und betrachtet werden.

    – Ich bin kein Coronaleugner und auch ich trauere um jeden Verstorbenen.
    Aber auf Grund von Corona werden noch viele andere Menschen sterben müssen, die einfach nicht gezählt werden. Ca. 50000 Patienten werden früher versterben, weil die Tumordiagnostik nicht stattfand, weil Tumortherapie ausgesetzt wurde, weil Herzoperationen nicht stattfanden, weil Menschen sich in Betreuungseinrichtungen von den Balkonen gestürzt haben, weil sie mit der Isolation nicht zu recht gekommen sind oder niht verstehen konnten, was um sie herum geschieht. Oder weil sie wirtschaftlich für sich und ihre Familie keinen Ausweg mehr sehen .
    Ich betreue eine Familie mit einem krebskranken Kind, der mittlerweile zum 3. Mal wegen fehlender Therapie im Frühjahr Metastasen hat. Das Kind ist noch nicht mal 6 Jahre.
    Ich weiß von einem 3 Monate alten Säugling, der Mitte März am Herzen operiert werden sollte. Die Operation fand nicht statt, der Säugling ist mittlerweile verstorben. Sind diese Menschenleben weniger wert?

    Wir müssen lernen, mit diesem Virus zu leben, wir werden es niemals ausrotten können. Und eigentlich müssten wir doch erkennen, dass alle die Maßnahmen, die bisher von unseren Verantwortlichen getroffen wurden, nicht zum Ziel führen.
    Trotz Maskenpflicht, trotz Lock Down light etc. trotz AHA hatten wir steigende Zahlen von Pos. Getesteten, trotz Schutzmaßnahmen sind die Seniorenheime wieder massiv betroffen.

  116. Interessanter und gut zusammengefasster Beitrag.
    Ich habe einiges (im Internet) zu Coronaviren und Pandemien nachgelesen und sehe einen anderen Worst Case:
    – Coronaviren tauschen RNA aus (? recombination), als “Worst Case” würde ich eher ein Virus wie MERS ansehen, mit der Verbreitung wie Covid19.
    Ich weiss nicht ob MERS und Covid19 im gleichen Patienten RNA austauschen könnten. Wären wir auf ein solches Szenario überhaupt vorbereitet?
    – Zeitfaktor/Mutationen, ein Virus kann sich in alle Richtungen verändern, je länger die Pandemie andauert, desto mehr Mutationen, desto wahrscheinlicher auch eine noch gefährlichere Variante.
    Die Spanische Grippe legt auch nahe, dass stärkere Änderungen des Erregers aufgetreten sind, je schneller die Bekämpfung, desto besser. Also Chinesische / asiatische Bekämpfungsmethode und nicht europäische Varianten der Pandemieverlängerung.
    – Organisation: ist der wichtigste Faktor bei der Bekämpfung, je weniger Menschen sich über große Entfernungen bewegen, umso besser und einfacher wird das Bild – umso einfacher eine echte Bekämpfung.
    So lange Geschäftsleute die ganze Welt bevölkern, LKW Fahrer über tausende Kilometer Waren bewegen, Urlauber ihren Spass haben (müssen), Pendler und Kunden über große Entfernungen pendeln, Schulbusse und Regionalverkehr überfüllt sein können, ist eine Kontrolle der Ausbreitung eher unwahrscheinlich.
    Zumal Tests und Erkrankungen ja immer die Vergangenheit (Ansteckung + Inkubationszeit/Zeit bis Test positiv) und nicht die aktuellen
    Ansteckungen darstellen.
    Dabei ist abgestuftes Handeln erforderlich: Index = Massnahme (immer regional, inklusive Nachbarkreis/Einzugsgebiet).
    – Verhalten: Hier ist Jeder angesprochen. Verhalte ich mich täglich so, als wenn ich infiziert sein könnte, minimiere Kontakte, mehr Abstand zu anderen Personen, halte mich an Regeln, überall, in jeder Situation usw.
    Je mehr Disziplin der Einzelne hat, desto besser ist das für die Allgemeinheit.
    Allerdings auch geschäftsschädigend…

  117. Ich habe mich jetzt weitgehendst mit meinen Kommentaren zu Corona zurückgehalten, aber hier möchte ich doch etwas dazu sagen. Ich bin vollkommen der Meinung von Dr. Harald Wilde über die Belastung des Immunsystems durch fehlende Ernährung, Bewegung, Stress, Mobilfunk u.s.w. Die Industrie will z.B. unbedingt ein schnelles 5G-Netz ausbauen, ohne an die Folgen für Menschen und Tiere zu denken. Oder vielleicht doch, freut sich wieder die Pharmaindustrie. Bei uns wird jetzt ein 5G-Turm vor einem Kindergarten aufgebaut. Ganz furchtbar ist die Vereinsamung der alten Leute, die teilweise mit Medikamenten ruhiggestellt werden, weil sie es nicht mehr aushalten. Wenn diese dann Corona bekommen, werden sie mit weiteren Medikamenten zugepumpt, meist ohne Rücksicht darauf, was sie vorher bekommen haben. Mein Vater ist bei einer Operation gestorben, weil man schlagartig seine 7 Medikamente abgesetzt hat. Sie waren nicht im Krankenblatt vorhanden. Mir fehlt an diesen Statistiken eine detaillierte Aufstellung, in welcher Altersgruppe welche Vorschädigungen vorhanden waren, wie viele waren wirklich Übergewichtig, Medikamentenabhängig, geschädigt durch ihren Lebenswandel, was man ja bei vielen schnell erkennt.
    Warum werden nur so wenige Todesfälle obduziert, um die genaue Ursache zu ermitteln? Wenn all diese Faktoren nicht zutreffen, würde die Bevölkerung sicher mehr hinter diesen Maßnahmen stehen, die gerade Existenzen, Familien, Freundschaften und vieles mehr zerstören. Der große Gewinner wird die Pharmaindustrie sein. Hört jemand etwas irgendwo etwas vom Preis einer, bzw. zwei Impfungen. Sie liegt wohl so um 30 Euro/Impfung. Und wer zahlt die Milliardengewinne der Firmen wohl ???? Mein Vorschlag, die Ärzte sollten mehr Präventivmaßnahmen verschreiben, wie Nordic-Walking-Abo, Fitness-Center-Abo, Gesundheitswochen unterstützen und die Politik sollte durch Kürzung der Krankenkassenbeiträge Menschen belohnen, die etwas für ihre Gesundheit tun und den Medikamentenwahn einschränken. Bitte einmal die Werbung im Zweiten Deutschen Fernsehen ansehen. 95% sind mit Medikamentenwerbung belegt. Vor den Festen unbedingt Viel-Essen-Werbung nach den Festen Abnehm-Pillen- und Reizarm-Pillen-Werbung. Es ist alles so krank. Bitte nicht falsch verstehen, wer wirklich krank ist, muß seine Medikamente bekommen. Ich rede hier wirklich von den Pseudokranken. Und ganz wichtig, tut etwas mit den alten Menschen in den Altersheimen, bewegt sie nach ihren Möglichkeiten, bringt sie ins Leben zurück, fahrt mit ihnen im Rollstuhl durch die Stadt, zeigt ihnen, dass das Leben auch im hohen Alter lebenswert ist. Und gebt hierfür Geld aus. Das wäre für mich Politik und nicht diese permanente Angstmacherei unserer Politiker, die die Menschen wirklich mit ihren Problemen alleine lässt. Der Arbeitsmarkt ist voll von Menschen, die anderen Menschen helfen wollen. Meine Frau ist eine von ihnen. Sie bietet seit 10 Jahren in einem Hotel Gesundheitstraining an und ihre Stunden sind immer voll belegt, ebenso in den Volkhochschulen und auch in den Fitness-Centern. Die Menschen wollen ohne Medikamente gesund werden. Jetzt ist alles weggebrochen. Diese Hilfe kommt vielleicht bei einigen irgendwann an, nachdem sie sich nackt ausgezogen haben, ich kenne sehr viele ganz unten, die haben noch keinen Cent gesehen. Manchmal denke ich, wenn ich so die Nachrichten ansehe, dass hier Corona wirklich alles in der Welt überdeckt und die Politiker im Hintergrund endlich tun können, was sie wollen. Wie bei großen Sportereignissen, wo alle nur Sport sehen wollen und im Bundestag schnell unangenehme Gesetze verabschiedet werden. Hatten wir das nicht vor Kurzem? Ich möchte die Situation nicht verharmlosen. Sie ist da und jeder sollte sein Möglichstes tun, um sie nicht schlimmer zu machen. Bei vielen ist aber einfach eine absolute Grenze erreicht, besonders, bei den jungen und alten Menschen. Die jungen Menschen drehen durch, die alten Menschen sterben an Einsamkeit und Depression mit Corona. Politiker, überlegt euch was und bindet diese Menschen mit ein. Alle nur wegzuschliessen kann keine Lösung sein. Wir sind ein extrem reiches Land, verteilt endlich dieses Geld so, dass eure Bevölkerung das Gefühl hat, ihr macht es richtig. Zur Zeit bekommt es nur mit, dass alle Reichen in dieser Zeit noch viel, viel reicher geworden sind. Nicht Angstmacherei bringt uns weiter, sondern echte politische Lösungen. In dem Sinne bleibt gesund und passt aufeinander auf.

    • Fitness-Center machen aber nicht gesund, kosten dazu Geld, was nicht jeder hat.
      Wir sprechen hier über eine nicht ungefährliche Infektionskrankheit auch von dort.

  118. Es wird offenbar immer davon ausgegangen, dass die Zahl der Kliniken, Betten, Klinikpersonal oder des Personals in den Pflegeheimen fest ist. Die gleichen Politiker, die jetzt unfähig Strafen und Maßnahmen einführen, sind diejenigen, die die Krankenhäuser privatisiert haben und als gewinnorientiertes Unternehmen aufbauen wollen. Das funktioniert genauso wenig, wie die Polizei oder die Feuerwehr zu privatisieren. Ein einziger Politiker der Linken hat dies erkannt. Bereits vor Corona ist das Personal an der Grenze der Belastung gewesen. Meine Mutter musste in einem Bürozimmer aufgenommen werden. Ich denke, mehr braucht man dazu nicht zu sagen. Jede Weddingplanerin hätte das Chaos der Regierung, ich sage mal nur Homeoffice für Alleinerziehende mit 2 schulpflichtigen Kindern (Frau Merkel und Herr Spahn können sich das gar nicht vorstellen wie das ist mangels eigener Kinder), besser geregelt.

    Der komplette Rücktritt der Regierung + Neuwahlen wäre der richtige Weg.

  119. Herr Pössel, noch ein Tipp für zukünftige Artikel: es ist m.E. erstaunlich, wie wenig viele Kommentatoren aber auch viele in den Medien (und auch ein bestimmter BWL-Professor) den Unterschied zwischen Experimentalbedingungen “Mit Maßnahmen” und “Ohne Maßnahmen” verstehen und die aktuellen Werte mit der Experimentalbedingung “Ohne Maßnahmen” gleichsetzen. Fast alle, die z.B. über eine zu kleine Übersterblichkeit argumentieren, machen diesen Fehler, dass sie davon ausgehen, dass die aktuellen Zahlen denen “Ohne Maßnahmen” entsprechen.

    Daher werden Sie auch als jemand, der Worst-Case-Abschätzungen macht i.a. nicht verstanden und dafür kritisiert, dass die Werte niedriger als der Worst Case bleiben, was natürlich Sinn einer Worst-Case-Analyse ist, aber Ihnen dann letztlich vorgeworfen wird.

    Um das klarer zu machen, ich empfehle darauf stärker einzugehen, dass die aktuellen Werte nicht ohne Maßnahmen sind, sondern Werte mit Maßnahmen, in allen Ländern, auch in Ländern wie Schweden oder USA oder Brasilien.

  120. Sie gehen bei Ihrer Abhandlung von einer gleichmäßigen Verteilung über alle 83 Mio. Einwohner aus:

    “Schauen wir uns an, was die Prozentzahlen bedeuten. Bei 0,32% wären wir in Deutschland bei einer Gesamtbevölkerung von 83 Millionen bei rund 266.000 Toten… ”

    Betrachtet man die Sterbedaten für Deutschland, so sterben bis zum Erreichen des 70 Lebensjahres ca. 13% der Bevölkerung. Die verbleibenden 87% sind demzufolge 70 Jahre und älter. Diese Verhältniszahlen der an oder mit Corona verstorbenen Personen liegen im gleichen Verhältnis. In Deutschland starben im letzten Jahr ca. 2600 Personen pro Tag. Wird diese Zahl auch für das Jahr 2020 als Basis angenommen, entsprechen diese 87% einer täglichen Sterbezahl von ca. 2260 Personen. Daraus ergibt sich doch die Frage, um wieviel diese Zahl überschritten wird wegen Corona. Sind es die in den letzten Tagen bekanntgegebenen Zahlen zwischen 300 – 1000? Oder ist ein großer Anteil dieser Zahl bereits in den Normalsterbezahlen enthalten? Für die Übersterblichkeit liegen nach wie vor konträre Aussagen vor.

    Die statistischen Veröffentlichungen in den Medien sind vielfach darauf ausgelegt, die Bevölkerung mit großen Zahlen zu überfrachten und Angst und Panik zu verbreiten und um Massnahmen zu rechtfertigen. Auch in Ihrem Artikel werden Zahlen hochgerechnet, die für meine Begriffe die Realität nicht widerspiegeln und eher die Leser verunsichern.

    Vollkommen abwegig finde ich den Vergleich mit der Anzahl deutscher ziviler Opfer im Weltkrieg. Von diesen gab es mehr als 2 Millionen und das Altersspektrum ist nicht mit dem der Coronatoten vergleichbar.

    Tut mir leid, ich kann Ihren rein statistisch und einseitig ausgerichteten Artikel nicht teilen.

  121. Danke für diese überaus hilfreiche Erläuterung der Zahlen und prognostischen Abschätzungen. Es erscheint mir extrem wichtig die Regeln des Social distancing zu überarbeiten. (AHA ist inzwischen überholt) es fehlen neue Hilfen wie

    1. Die Bewertung von Selbsttests vor dringend notwendigen Treffen von Personen (Familie, Beruf)
    2. Die verbindliche Einführung von FFP2 oder FFP3 Masken für alle Personen. Diese verringern das Infektionsrisiko sowohl für den Träger als auch die umgebenden Personen signifikant. Alltagsmasken waren ein Notstopfen, den wir durch die inzwischen verfügbaren Filtermasken ablösen sollten. Mundspritzschutzmasken sollten komplett verboten werden, da sie keine Aerosolfreisetzung vermeiden und reduzieren sondern ausschließlich Tröpfcheninfektionen vorbeugen.

    Des weiteren müssen die Behörden zur Kenntnis nehmen, dass Menschen nicht über 1 Jahr zuhause bleiben können und vor ihren Spielekonsolen oder Fernsehern versauern. (Spot BzGA)
    Hier müssen neue Konzepte der Nutzung der allgemein verfügbaren Naherholungsgebiete ohne gewerblichen Nutzen geschaffen werden. Die Rechte der Bevölkerung wie das Betretungsgebot des Waldes, der freie Zugang zu Seeufern, wo diese im Besitz der öffentlichen Hand sind, der Zugang zu öffentlichen Wiesen im Winter sind Rechte, die nicht leichtfertig mit dem Hinweis auf die Pandemie geopfert werden können. Die gleichen Gemeinden, welche über Jahrzehnte Strukturförderung des Bundes und der Länder zur Entwicklung ihrer Naherholungsgebieten eingestrichen haben, schließen diese zu Pandemiezeiten, da angeblich die Bedingungen für eine sichere Nutzung nicht mehr gegeben sind. Durch den Wegfall gewerblich bereitgestellter WC’s, Parkplätze, Ski- und Rodelbahnen oder im Sommer von Seeufern, Naturschwimmbädern wird es notwendig in der Pandemie seitens der Gemeinden und Länder selbst organisierte Infrastruktur herzustellen, damit Naherholung stattfinden kann. Die Menschen werden es danken und nach der Pandemie auch wieder mit Gewerbesteuereinnahmen zahlen, wenn jetzt Regelungen geschaffen werden die eine Naherholung (mit Kindern) von 5 Tagen Lockdown zuhause geschaffen wird. Absolut nicht hilfreich sind die unsinnigen Verbote, Nutzungsuntersagungen oder gar Sperrungen der Naherholungsgebiete. Die Menschen an der frischen Luft mit Beschränkung der Zahl der Konaktpersonen als Familien oder alleine bei entsprechendem Abstand in Winterlandschaften, den Wald oder im Sommer an Badeseen zu lassen ist für deren psychische und physische Gesundheit notwendig und bei Einhalten von Abstand, Hygiene und unvermeidbaren näheren Kontakten FFP2 Maske, kein Problem in Bezug auf die Pandemie.

    Wichtig wird vor allem Schulunterricht in alternativen Formen zu organisieren. Die Landesministerien habe es versäumt zentrale Server zu schaffen, damit nicht jede Schule eine eigene IT Infrastruktur schaffen muß. Es fehlen flächendeckende Modelle von Internetzugang auf solche Server.

    Auch sollte es möglich sein und dafür gibt es Modelle (Solingen) gestopft volle Schulbusse mit einem dementsprechend hohen Ansteckungsrisiko zu vermeiden.
    Nicht zuletzt ist das Tübinger Modell ein Vorbild für den wertschätzenden Umgang mit älteren Menschen zu deren Schutz.

  122. Ich finde den Beitrag gut, weil er mal näher beleuchtet, was die Pandemie ist. Die Sterberate ich das eine. Die Entscheidung eines Arztes, wer Hilfe bekommt das andere. Die Betten sind aber nicht nur das Problem. Das Pflegepersonal, dass selbst häufiger erkrankt das andere. Für diese Menschen, die “einfach”ihre Arbeit tun, aber auch für die Virenmenge, die diese Menschen abbekommen. Zum anderen fehlt mir aber noch eine Dimmension der Betrachtung. Die langanhaltenden Symptome und long-covid. Ich bin ein Fall, 41 Jahre alt und nun in der 12 Woche krank. Ende nicht in Sicht. Hier sind gerade 30-50 Jahre alte Menschen überproportional betroffenen. Sie können oft Wochen und Monate nicht arbeiten. Diese Menschen müsste man meiner Meinung nach in die Statistik aufnehmen. Genesen sind sie nämlich nicht alle. Die meisten Untersuchungen, die ich dazu gelesen haben gehen von 10-20 % der Genesenen Menschen aus.

  123. Ganz wesentlich für eine Untersuchung ist deren Grundannahme. Diese steckt den Rahmen des Denkens, der Wahrnehmung ab, und eine wirklich unvoreingenommene Untersuchung muss es erlauben, die Prämisse zu hinterfragen.

    Grundannahme hier: “die Pandemie [ . . . ] ist: eine schwere und für viele Menschen potenziell tödliche Krise.”

    Die derzeitige “Pandemie” ist, in erster Linie, eine von der WHO (und nachfolgend jeweils national administrativ) als solche definierte.
    Die Epidemie eines als SarsCoV-2 identifizierten Virus erfüllt die derzeitige Definition einer Pandemie – die weder eine hohe Sterblichkeit, noch überhaupt dauerhafte Schädigung der Gesundheit voraussetzt.
    Zum Glück ist auch nichts, nirgendwo zu beobachten, das die anfängliche Befürchtung einer gefährlichen Seuche (Begriff vor 2009 etwa deckungsgleich mit “Pandemie”) bestätigt hätte – jedenfalls dann nicht mehr, wenn andere Erklärungsmöglichkeiten für regionale Sterbespitzen auch in Erwägung gezogen werden, nicht nur das Virus.

    In unserem Land wurde eine “Epidemische Lage von nationaler Tragweite” erklärt – auch dies keine naturwissenschaftlich messbare Realität, sondern eine juristisch/politische Prämisse. Sie ist das Postulat eines “worst case”, ohne Voraussetzungen für ihr Bestehen, oder ihre politische Beendigung zu nennen.

    Auf der Ebene messbarer Realität ist eine epidemische Lage ungewöhnlichen Ausmaßes nicht erkennbar. Die Initiative Qualitätsmedizin, eine Assoziation vieler Kliniken, die zusammen etwa 20% der deutschen Krankenhauslandschaft ausmachen, hat die “hauseigenen” Daten aufbereitet und öffentlich zur Verfügung gestellt(1), einen Teilbestand davon tagesaktuell (2).

    Die Daten dürfen als repräsentativ gelten, und lassen keine Deutung zu, die für 2020 eine “schwere und für viele Menschen potenziell tödliche Krise” bestätigen würde.

    ALLE dargestellten Parameter (mit einer kleinen, aber hier wesentlichen Ausnahme) liegen für 2020 UNTER den Werten für 2019, sowohl in der Jahressumme, wie auch im Großteil des zeitlichen Verlaufs.
    Die aktuelle Entwickung macht hier keine Ausnahme, insofern man sich auf einen Datenbestand von etwa 10.000 Patienten beziehen möchte (die Meldung, dass unser Gesundheitswesen dringend Finanzhilfen benötigt, um die Gehälter noch zahlen zu können, lässt annehmen dass dies zutrifft).

    Die angesprochene Ausnahme ist eine leicht erhöhte Sterblichkeit bei den severe acute respiratory infections (SARI, COVID-19 gehört als Krankheitsbild hierzu). Eine Steigerung um 0,2% liegt aber wahrscheinlich innerhalb der erwartbaren Varianz.

    Man sollte dringend nicht-medizinische Möglichkeiten eines Worst Case in Erwägung ziehen, nämlich:
    – Dass wir als Gesellschaft uns gründlich verrannt haben in eine fehlerhafte Grundannahme, unter Benutzung eines fehlerhaften Instruments zur Ermittlung, inwieweit die Befürchtungen eintreten.
    – Dass das Beharren auf dieser Handlungsweise die rational-wissenschaftliche Ausrichtung und demokratisch-freiheitliche Verfasstheit unserer Gesellschaft nachhaltig beschädigt, und wir letztlich mehr Schaden anrichten, als wir verhüten.

    Ernstzunehmende Hinweise auf diese Möglichkeit wurden bis März 2020 sowohl aus der Epidemiologie (3) als auch der klinischen Empirie (4) mindestens als preprint vorgelegt.

    Abschließend noch zum möglicherweise fehlerhaften Instrument – dem auf PCR-Diagnostik beruhenden “Corona-Test”.

    Ich bin Biologe, allerdings gehen meine Kenntnisse in Labordiagnostik und Molekularbiologie nicht über das im Studium vermittelte Grundwissen hinaus. Die aktuell erhobene Forderung nach Rückzug der Basispublikation, und einer gründlichen Überprüfung der Validität des Messinstruments ist allerdings kein Werk von Spinnern, soweit ist sicher (5).

    Die Kürze des review-Prozesses in diesem Fall wurde vom Statistiker Wouter Aukema veranschaulicht [Achtung: logarithische Skalierung – (6) ] und ist offensichtlich singulär. Der erhobene Verdacht, dass hier wissenschaftliche Sorgfalt grob verletzt wurde, muss unbedingt untersucht werden.

    Unabhängig davon halte ich es allein von der vorliegenden Evidenz zum Krankheitsgeschehens keinen Tag mehr für statthaft, den gesellschaftlichen und mentalen Ausnahmezustand aufrecht zu halten. Mäßige Vorsichtsmaßnahmen, wie sie Schweden und Island – das Land mit dem besten Datenbestand weltweit! – praktizieren, erscheinen ausreichend (7).

    (1) https://www.initiative-qualitaetsmedizin.de/covid-19-pandemie
    (2) https://www.helios-gesundheit.de/qualitaet/auslastung/
    (3) https://www.statnews.com/2020/03/17/a-fiasco-in-the-making-as-the-coronavirus-pandemic-takes-hold-we-are-making-decisions-without-reliable-data/
    (4) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7102597/
    (5) https://www.researchgate.net/publication/346483715_External_peer_review_of_the_RTPCR_test_to_detect_SARS-CoV-2_reveals_10_major_scientific_flaws_at_the_molecular_and_methodological_level_consequences_for_false_positive_results
    (6) https://public.tableau.com/profile/aukema#!/vizhome/Meta-dataAnalysisateurosurveillance_org/ReviewProcessDashboard
    (7) https://www.covid.is/english / https://www.covid.is/data

  124. Hallo Herr Pössel,,
    ich habe Ihren Beitrag mit Interesse gelesen. Prinzipiell halte ich die Fragestellung für sehr relevant. Eher ist es ja so, dass man insgesamt den Eindruck haben muss, dass die Datenlage, mit der Politiker und Politikerinnen (:-)) arbeiten müssen, nach wie vor eher dünn ist. Bzw. komplett unbrauchbar, um damit tatsächlich zu steuern.
    Also macht eine worst case Analyse Sinn.
    Auf Ihre Herleitung möchte ich dabei nicht weiter eingehen. Manche Fakten teile ich, andere sind mir zu wackelig. In Summe sind Ihre Prognose sicher zu hoch – aber viel wichtiger als an allen Analysen herumzuschrauben und die Details in Frage zu stellen, ist doch die Erkenntnis, dass die Gesamtsituation angespannt ist und ohne Interventionen – möglichst an den richtigen Stellen – Ausmaße annehmen könnte, die wir nicht akzeptieren sollten. Letztlich haben wir die ja jetzt schon – und das nicht erst seit gestern.
    Ihre Hinweise auf gestellte Ziele durch die Politik zeigt ja schon, dass man lange nicht wirklich wusste, wie man dieser Herausforderung begegnen soll. “Flatten the curve” war plausibel – da jeder eine Chance zur Heilung bekommen sollte, der sie braucht – in Unkenntnis darüber, wie wenig Erfolg diese Heilungsversuche unterm Strich dann leider doch bringen. Auch lassen sich trotz “flatter curve”, Verschiebeeffekte im Gesundheitssystem schon lange nicht mehr verhindern. Das bedeutet z.B. für den Krebskranken, dass die minimal-inversive Maßnahmen nicht stattfindet und stattdessen die Chemo angesetzt weden muss. Mit den entsprechenden Nebenwirkungen und verringerten Chancen auf dauerhafte Heilung.
    Abgesehen davon, wenn Sie mal darauf achten, dann vermeiden unsere Politiker, Formulierung zu verwenden, die man zu konkret auslegen könnte. Dieser Reflex ist auch gegen Pandemieen resitent. Was wir bräuchten wäre Präzision und Offenheit.
    Übrigens: die Prognose von Frau Merkel aus dem frühen Oktober zeigt mir bis heute wie ahnungslos unsere Politiker dann letztlich doch in den Herbst gegangen sind. (den Weihnachtswert hatten wir bereits Anfang November!!) Nicht, dass man alles vorhersagen können muss aber neben Plan A (“die Maßnahmen reichen aus”) muss man einen Plan B einfach seriös vorbereiten. Hat man vergessen. Wieder mal.So wie man vergessen hat, Pfizer Impfstoff zu bestellen, da man in der EU lieber Sanofi haben wollte…. Lobbyisten-Gezocke in der EU dieser Art, das am Ende vermeidbare Todesfälle produziert, geht mir gehörig gegen den Strich.
    Mir ist vollkommen unklar, warum es scheinbar keine medizinischen Berater im Kreise der Regierung gibt, die vermutlich die Infektionskurve mit +/- 4 Wochen Präzision hätten aufmalen können. Bestimmte Analogien gibt es zu anderen saisonalen Infektionserkrankungen auf die man auch einfach mal zurückgreifen kann. Physikerinnen oder auch Epidemeologen von wahlweise max-Planck oder Helmholtz sind, was saisonale Prozesse angeht, nur bedingt bewandert.
    Mich stört in der Diskussion, dass man letztlich so wenig Lösungorientiert an die Themen geht. Ich bin nicht überzeugt, dass wir in Sachen Behandlung wirklich am Optimum sind. Es gibt deutliche Hinweise, die inzwischen in der Praxis auch erprobt sind, dass Covid-Patienten behandlung ohne Beatmung erfolgreicher ist und schneller geht – trotzdem wird in Deutschland eher Mittelaltermedizin mit Maschinen betrieben. Wo ist die Inititative, die diesen Zustand verbessert?
    Der hier auch im Kommentar angesprochene, völlig untragbare Zustand, was die Personaldecke unsere Kranken- und Pflegestationen angeht, wird doch nur mit sanfter Kritik begleitet. Tatsächlich ist es doch so, dass wir diese Menschen aus dem medizinischen Bereich defacto in den Krieg schicken – mit allen möglichen Folgen für sie selbst. In meinem persönlichen Umfeld kommen die schwersten covid-Erkrankungen aus dem direkten Umfeld von covid-Stationen. Das ist kein Zufall. Extrem hohe, dauerhafte seelische und körperliche Anstregung (FFP2-ganztags!!), dazu Schichten, dazu steigende Krankenzahlen im Kollegenkreis, dazu das Risiko der hohen Virusdosis führen zwangsläufg dazu, dass auch Menschen deutlich unter 60 vulnerabel werden. Diese Zusammenhänge werden viel zu wenig thematisiert und könnten auch mit vielen anderen unterstützenden Maßnahmen als nur durch pauschale lockdown=Hilflospolitik abgemildert werden.
    Es gibt einen Unterschied zwischen Panikmodus, der Ihnen hier unterstellt wird, und sachlicher Diskussion. Ihre hohen Zahlen aktivieren bei Vielen einen Reflex, der durch denkbar schlechte und zum Teil höchst polemische Informationspolitik der ersten 6 Pandemie-Monate erzeugt wurde.
    Insofern: wenn Sie eien sachliche Diskussion wollen, dann sind Daten nur da hilfreich, wo wir sie wirklich kennen und gut abschätzen können.
    Wir haben so etwas wie “bad cases”. USA, Belgien, Schweden, UK. Bayern. Völlig unterschiedliche Gründe, Herangehensweisen, nicht pauschal vergleichbar aber ähnlich tragische Ergebnisse. Simple Hochrechnungen verbieten sich aber trotz allem.
    Wir würden schneller zusammenkommen, wenn wir gemeinsam über intelligente und zielgerichtete Ideen sprechen könnten, die allen weiterhelfen. Weg von Pauschalen Sätzen, die sofort negativ belegt sind. Schutz von Risikogruppen heißt eben nicht für alle anderen, jegliche Vorsicht zur Seite zu schieben. Aber Solidarität heißt eben auch nicht, dass jeder Mittelständler sein Lebenswerk ersatzlos wegwirft und Kinder und Jugendliche die Möglichkeit verlieren, jung sein zu dürfen, wenn es Möglichkeiten gibt, dass zumindest in bestimmten Grenzen zu ermöglichen.

  125. Vielen Dank für den Artikel und die Berechnungen. Sicherlich gibt es zu einem großen Teil aus vielen verschiedenen Gründen (Unsicherheit, mangelndes Durchsetzungsvermögen, Ignoranz, Bequemlichkeit, uvm.) zahlreiche gesellschaftliche und politische Fehler in dieser ganzen Corona-Sache.
    Die grobe Abschätzung der Toten sollte wie schon in einigen weiteren Kommentaren gefordert der üblichen Sterberate im Jahr und der Altersstruktur der Toten nochmal gegenüber gestellt werden. Damit man es besser einordnen kann.
    Aber noch viel wichtiger fehlt mir folgendes:
    Müsste man nicht auch genauso die Langzeitfolgen aller Arten und Dauer von Lockdowns betrachten?
    wieviele Tote oder auch Gesundheitssystem-Langzeit-Belastende wird der Bewegungsmangel erfordern, der psychische Stress, die zunehmende häusliche Gewalt gegen Kinder und Frauen, die Schwierigkeiten Kinder und Jugendliche zu bilden, zu “sozialisieren”, in einen Beruf zu bringen?
    Das alles lässt sich noch schwerer abschätzen und man mag argumentieren, dass bei einem konsequenten krassen Lockdown mit Fallzahlreduzierung auf 0 oder fast 0 diese Folgen auch wesentlich geringer sind als bei Lockdown an-aus wie in vielen Ländern oder Lockdown-spät-und-lang. Wirklich sicher sein kann man sich aber nicht, oder?
    Zumal ein Vergleich zu den Ländern, die die Fallzahlen auf nahe 0 haben, schwierig ist, aufgrund geographischer Lage (Deutschland ist keine Insel!) oder anderer Werte (und damit meine ich nicht die durchaus bestimmende Egozentrik und Wohlstandsgewohnheit, sondern auch Werte im Sozialen, wie z.B. Bildung aussehen kann/muss – es ist nicht das alleinige Empfangen von Faktenwissen durch im Glaskasten eingesperrte Kinder wie unlängst hier gezeigt (https://indica.medium.com/the-overwhelming-racism-of-covid-coverage-78e37e4ce6e8). Die Pandemie ist nirgends bisher vorüber aus meiner Sicht. Grad wo man denkt: ach der hätten wir nur den krassen Lockdown gleich gemacht, die anderen Länder haben es sich getraut und sind viel niedriger in den Zahlen, schon schnellen die Zahlen dort bei Lockerungen sofort wieder hoch (in Europa).
    Ein wirklich wichtiges Argument ist daher eben doch auf die Krankenhaussituation zu achten. Und aufs Pflegepersonal. Denn die Menschen dort sollen auch in den nächsten Jahrzehnten berufsfähig sein, nicht an Corona gestorben oder langzeitkrank. Es soll auch jetzt eine Versorgung eines Unfallpatienten oder anderen Notfallpatienten gewährleistet sein, ohne dass eine Pflegekraft 24h Schichten macht usw. Aus Respekt für diese Menschen und aus dem Willen, dass Krankenhäuser funktional bleiben, leitet sich für mich die Berechtigung vieler Maßnahmen ab, auch härterer.
    Aber auch diese Maßnahmen haben immer Folgeschäden, diese lassen sich nur schlechter berechnen als Coronatote.

  126. Um die Qualität des Beitrags, insbesondere die Quellensicherheit, zu beurteilen, reicht ein Blick auf Behauptung und Realität des vermeintlich schwersten Schiffsunglücks: Beim Untergang der Kap Arkona starben 4600 Menschen, 2000 weitere auf einem anderen Schiff. Dazu hätte man den verlinkten Artikel aber genau lesen müssen… Die größte Opferzahl bei einem Schiffsunglück bzw. Versenkung entstand bei der Torpedierung der Wilhelm Gustloff (8-9000).
    Ein Physiker ist eben kein Historiker – und auch kein Mediziner.

  127. Artikel: Covid19 – den Worst Case im Auge behalten
    Sehr geehrter Herr Pössel
    Zu Ihrem Artikel möchte ich ein paar Ergänzungen machen, bzw. an einigen Stellen auch etwas Kritik üben.
    Zitat:“Italien hat ein Gesundheitssystem, das ungefähr auf demselben Stand ist wie unser eigenes…“
    Zum Glück ist das nicht so. In Italien sieht es so aus:
    Verglichen mit anderen europäischen Ländern weist Italien vor allem Defizite in der Qualität der Versorgung bzw. bei Hygienevorschriften auf. Die Dichte an Ärzten ist ähnlich hoch wie in Deutschland, allerdings ist die Dichte an Pflegepersonal relativ gering. Da die Leistungen von den einzelnen Regionen selbständig festgelegt werden, gibt es außerdem ein starkes Nord-Süd-Gefälle, das heißt, der reichere Norden bietet im Vergleich zum ärmeren Süden seinen Bewohnern einen besseren Versicherungsschutz. (Quelle: https://innovaprax.de/gesundheitssysteme-im-vergleich/)
    Zum Thema Hygiene in Italien:
    Infektionsfälle und Todesfälle
    Italien: 201584 davon 10762 tödlich
    Deutschland : 54509 davon 2363 tödlich

    Quelle: https://www.aerztezeitung.de/Medizin/33000-Tote-pro-Jahr-durch-resistente-Keime-226155.html
    Ausgehend von diesen Werten, dürfte eine Reihe von „Coronatoten“ in der chaotischen Zeit im Frühjahr auf das Konto von resistenten Keimen gehen. Von daher haben wir in Italien eine andere Situation wie in Deutschland.

    USA
    Corona hängt stark mit den Ethnien zusammen „Corona-Sterblichkeit: In den USA kommt es auch auf die Hautfarbe an, Quelle: https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_87681218/corona-sterblichkeit-in-den-usa-bei-afroamerikanern-ist-das-risiko-hoeher.html
    Schweden
    Corona betrifft vor allem die Einwanderer:
    https://www.luzernerzeitung.ch/international/schweden-corona-trifft-einwanderer-viel-haerter-als-einheimische-ld.1234275
    https://www.neues-deutschland.de/artikel/1135774.zahlen-und-faktoren.html

    Im Anglo-amerikanischen Bereich gibt es auch Studien, dass genetische Ursachen auch eine Rolle spielen. (RCE2-Rezeptor). Dies betrifft vor allem farbige Menschen.

    Kurz gesagt:
    Wir haben in den Ländern unterschiedliche Verhältnisse, was es für eine Worst-Case-Studie schwierig macht. Wir können Italien, USA oder Schweden mit Deutschland nicht direkt miteinander vergleichen.

  128. Ach ja, Herr Pössel, sie kritisieren mich affektiv hier, aber dann in den weiteren kommentaren kommen dann natürlich allerhand “ja, aber…” Deutungen zum Vorschein.

    Sie werden den Glauben an eine Verschwöhrung oder an falschen Zahlen wohl nie mit ihren eher unrelevanten Beiträgen mit den üblichen Datengrundlagen aus der welt bekommen. Das wird wohl eher nur die Evolution schaffen, anstatt ein Blogschreiber, der zwischen massenmedialem Furor und Wirklichkeit nicht mehr untescheiden will.

    Falls es einst so sein wird, das man die Mainstreamerklärung über die Ursachen der Seuche glaubt, dann hat der Furor und die Verschwöhrung wohl Erfolg gehabt und die “desintegrierten” sind, neben den eigendlichen Opfern der Seuche, auch ausgestorben.
    Zweifel ist nicht allein nur aufgrund von argumentativ berechtigter Kritik ein Hinweis darauf, das irgendwas “falsch” an der Version in der Öffentlichkeit ist, sondern allein der Zweifel ist ein Hinweis darauf, das es da Akteure gibt, die nicht redlich Anteil nehmen, sondern Ziele Verfolgen, die man situativ als Gegnerisch oder Kontraproduktiv oder gar Schädigend deuten kann.

    Der Physiker aber glaubt nicht an den intuitiven Wahrheitsgehalt. Vor allem nicht, wenn der zweifel nicht hinreichend argumentativ begründet ist.
    Und wenn doch komplexe Begründungen auftauchen, dann wird affektiv dagegen gehetzt, anstatt sachlich darüber gesprochen.

    • “Der Physiker aber glaubt nicht an den intuitiven Wahrheitsgehalt.”

      Gottlob hat die Wissenschaft die Scholastik vor 600 Jahren verlassen. Es waren vor allem die Physiker/Astronomen/Anatomen damals, die die Empirie als Erkenntnisprinzip salonfähig gemacht haben. Danke dafür.

      Tipp am Rande: Argumentum ad hominem hinterlässt immer den fahlen Beigeschmack fehlender substantieller Sachargumente.

  129. ich möchte mich mich nochmals zu dieser Runde hier melden und mich bedanken für dies von Herrn Pössel aktivierte Anregung und Diskussionsrunde! Endlich einmal sehr interessante und für mich wichtige Informationen zum Thema! Leider versäumt genau einige wichtigen Inhalte hier die Politik mit Wirtschaft und Medien! Es sind sooo schöne und sehr gut nachvollziebare Beiträge hier. Das habe ich schon längst in Deutschland vermisst! Danke für die Runde, bleibt Gesund und arbeitet daran, die Spaltung der Millionäre, Milliardäre mit der normalen Gesellschaft, wenn möglich schnell ab! Die Multi-Reichen könnten die Kosten der Krise aus der Portokasse zahlen, leider bekommen die noch oben drauf! Besinnt Euch wieder einmal auf wesentliches und vernünftiges, normales, auch gerade im Konsumverhalten und dem Umwelt bewußtsein.
    (immer höher, immer weiter, immer schneller). Dazu muß ich “kein Grüner” sein.
    Es gibt auch leider keinen mehr, den ich wählen möchte, dafür sind die alle zu falsch. Mein Vertrauen ist weg.

  130. Hallo Herr Pössel!

    Vielen Dank für Ihre ausführlichen Darlegungen!

    In Ihrem Worst-Case-Szenario berücksichtigen Sie, dass ein Virus ohne jeglichen Schutz auf die Bevölkerung trifft, dass alle Menschen gleichermaßen betroffen seien. Das ist so nicht korrekt und das zeigen die Zahlen ja deutlich. Daher sollte man ein Worst-Case Szenario entwickeln, dass
    a) berücksichtigt, dass es abgrenzbare Risikogruppen gibt
    b) berücksichtigt, für diese Zielgruppen Lösungen zu erarbeiten
    c) diese Risikogruppen nicht zu 100% in kurzer Zeit erreicht würden
    d) schnell mehr für die allgemeine Gesundheitsvorsorge getan wird um Zivilisationskrankheiten herab zu setzen (Zuckerverbot bei “Süssigkeiten”, Tabakverkauf verbieten, Krankenhaushyghiene verbessern, Pfleger ausbilden, Krankenhäuser NICHT schließen, sondern spezialisieren, Forschung in Heilung statt Impfung, etc…)

    Außerdem sollte man sich mit Dingen wie einer Gompertz-Kurve beschäftigen, die nach einer akut steigenden Rate eine deutliche Abflachung auf einem definierbaren Niveau vorhersagt!

    Nicht zuletzt sollte man sich ohnehin zu den Todesfallzahlen differenzierter äußern und nicht CORONA an alles heran schreiben, wer mit positivem Test (und nicht einmal das) stirbt. Es sterben auch so jedes Jahr 30.000 Menschen an einer Lungenentzündung, und das sehr konstant seit 70 Jahren! Darüber hinaus sollte Alterstruktur und Lebenserwartung AUCH berücksichtigt werden (die ggf. verkürzt ist), um eine Pandemie überhaupt zu beschreiben.

    Zuletzt, aber sicher nicht der unerheblichste Teil: Was kostet uns diese Lockdown-Politik? Zu welchem Preis erreichen wir was? Was wollen die alten Menschen? Besuch ihrer Liebsten und (minimiertest) Risiko, oder einsam sterben? Was tun wir Menschen weltweit an, Kindern, armen Menschen?

    Ich leugne keine Corona-Erkrankung, aber ich sehe die Dinge seit Monaten mit zweierlei Maß! Leider fehlt diese Betrachtung in der Öffentlichkeit und erst recht bei der Politik!

  131. worst case,
    wie sähe der aus? eine Pandemie , die auch mit Impfung nicht unter Kontrolle zu bringen ist.
    Und dann müssen wir tatsächlich umdenken, in allen Bereichen .
    Dann müssen wir immer und überall den Mundschutz tragen.
    Dann müssen wir Abschied nehmen vom freien Welthandel, weil der eine Ursache der Verbreitung des Virus ist.
    Dann müssen wir Abschied nehmen vom Massentourismus, weil der eine Ursache der Verbreitung ist.
    Dann müssen wir Abschied nehmen von den großen Massenveranstaltungen.
    Wir sollten uns dieses Szenario immer und immer wieder vor Augen halten.

  132. Ich kann dem Beitrag nicht ganz folgen. Ich hatte bereits im Frühjahr geschrieben, dass wir gegebenenfalls mit mehr als 500.000 Toten rechnen müssen. Was passiert eigentlich, wenn die Impfungen zu keiner längeren Immunität führen, ebenso wie eine Infektion selbst? Wenn ständig – wie bei Influenza – neue Varianten entstehen, die neuer Maßnahmen bedürften? Schon der Umstand, dass geimpfte gegebenenfalls die Infektion weiter verbreiten können, macht doch die Lockdowns wirkungslos. Wie lange sollen wir diese Gesellschaft, die Wirtschaft herunterfahren – um (so sarkastisch das klingen mag) Menschen jenseits der 70 zu schützen. Der Furor, mit dem hier jeder bis zum “geht-nicht-mehr” durchs Leben geführt werden muss, um jeden Tag des Lebens gerungen wird, zeigt nichts anderes als eine dekadente Gesellschaft, die schlicht den Tod nicht akzeptieren will. Entsprechend befasst sich inzwischen ein guter Teil der Wissenschaft bei all den wichtigen und ungelösten Problemen dieser Welt damit, wie wir noch älter, gar unsterblich werden können, und verschwendet damit Ressourcen für “Eitelkeiten”. Und es gibt ja m. E. Lösungen, die diese Lock- und Shutdowns verhindern könnten, indem man sinnvoll Teile der Gesellschaft schließt. D. h. man schützt die Alten und Schwerkranken, jene, die herausragende Risikopatienten sind. Man schließt die Teile der “Gesellschaft”, die in Wirklichkeit einen wesentlichen Teil der Verbreitung des Virus betreiben, und das sind die Bereiche, in denen hochkonzentriert Kontakte stattfinden – Kitas und Schulen, Universitäten. Man schließt unnötige Veranstaltungen wie Gottesdienste – der Herr wird’s erlauben, wenn man still privat im eigenen Kämmerlein betet. Und – und das wird von ihrem Beitrag ausgeblendet – man versorgt die Bevölkerung für die täglichen “Pflichtbegegnungen” im Supermarkt usw. m. suffizienten Masken. Und ansonsten gilt: Wir sind sterblich. Was ist eigentlich, wenn die Pocken wiederkämen – ohne dass es Impfmöglichkeiten gäbe, die Pest usw? Sollten wir uns dann alle zu Hause einschließen – bis wir verhungert sind? Die Geschichte der Menschheit zeigt, dass es immer wieder gigantische Ereignisse gegeben hat, die Unmassen an Menschen, Tieren usw. dahingerafft haben, insbesondere die schwachen, Kranken. Diese Todeswellen sind Bestandteil einer natürlichen Auslese nach dem Grundsatz des “survival of the fittest”, evolutionärer Bestandteil der Entwicklung der Natur, der Welt. Was uns diese Pandemie – gegebenenfalls mit 500.000, 600.000 usw. Toten lehren sollte, ist der Respekt der Schranken zwischen den Lebewesen. Wenn ich sehe, wie auch in dieser Gesellschaft munter mit Tieren geschmust, sie im täglichen Umgang vermenschlicht werden, dann graust es mir. Jeder Mensch, jedes Tier ist Bakterien- und Virenträger und damit potentiell gefährlich. HIV z. B. ist entstanden aus der Lust weniger am Sex mit Äffchen. Die Entwicklung und Verbreitung von Antibiotika usw. seit 1945 hat uns leichtfertig werden lassen. Unsere Vorstellung, für jede Infektionskrankheit gibt es eine medizinische Lösung, ist dumm. Die Dummheit kostet gegebenenfalls hunderttausende, vielleicht sogar Millionen das Leben!

  133. Ihre Einschätzung, dass die Politik das Worst-Case-Szenario weitestgehend verdrängt haben, teile ich nicht. Unglücklich ist die kleinteilige Diskussion, die durch die Zuständigkeiten und finanziellen Struktur Deutschlands noch befördert wird, in dem Punkt kann ich Ihnen Recht geben.
    Aber es geht auch um den Erhalt einer minimalen Normalität, die für die psychologische und physische Gesundheit (Stichwort Arztbesuche) einer Großzahl von Menschen entscheidend ist. Zudem sind auch die wirtschaftlichen Möglichkeiten einer führenden Industrienation endlich.

  134. Sehr geehrter Herr Pössel. Ein sehr guter Beitrag! Worst-case-Szenarien sind stets hilfreich, um das Bewusstsein zu schaffen wie man auf außerordentliche Ereignisse evt. angemessen reagieren kann oder muss. Dieser Prozess scheint jedoch eher auf militärischen und wissenschaftlichen Gebieten angesiedelt zu sein und weniger auf den politischen.
    Auch ist es sehr müßig die wirtschaftlichen Argumentationsebenen zu verfolgen, wenn diese auf herkömmlichen Modellen basieren und somit Untergang prognostizieren und ein Umdenken blockieren.
    Es ist viel falsch gelaufen und es läuft noch immer in die falsche Richtung solange parteipolitisch, unflexibel und mit fehlender Weitsicht re(a)giert wird.
    Einen Seitenhieb zur endlosen Diskussion über Isolationsfolgen für Kinder und Jugendliche kann ich mir nun doch nicht verkneifen. Ja stimmt, die gibt es, aber auch hier gibt es Lösungen. Bitte behalten wir dabei die Situation dieser Generation die derzeit anderswo in Elends- und Kriegsgebieten heranwächst nicht ganz aus dem Blickfeld bei der Bewertung einer zeitlich begrenzten Pandemiesituation in Europa. Ihnen Herr Pössel und allen eifrig Diskutierenden ein besseres 2021.

  135. Ich finde den Artikel wenig hilfreich, aus mehreren Gründen:

    1. er ist viel zu lang, um noch einigermaßne klar eine Faktenbotschaft zu vermitteln. Übrig bleibt eine emotionale Botschaft, die ich für mich mit “Panik schüren” zusammenfassen. Die Überschrift fasst diese Botschaft bereits zusammen. Der Rest ist eigentlich entbehrlich, weil völlig überladen.

    2. er verfehlt das einzig akzeptable Anliegen, das ein solcher Artikel an dieser Stelle verfolgen sollte – realistische Aufklärung – durch nahezu völlige Unterschlagung wesentlicher Einflussfaktoren, die einen “worst case” wie hier beschworen extrem unwahrscheinlich machen. Es ist einfach ein infantiles mathematisches Zahlenspiel mit einem extrem simplifizierenden Modell.

    3. Er bezieht sich fortwährend auf einen Wissensstand, den wir im März, einige vielleicht auch noch im April 2020 hatten. Die zitierten Zahlenspiele seines Münchener Kollegen sind längst überholt. Wir haben Januar 2021, die Welt hat sich weitergedreht, es ist viel Unsinn geschrieben und gesagt worden aber auch die eine oder andere substanzielle Erkenntnis hat sich etabliert. Wer die ignoriert verwirkt das Recht, andere aufklären zu wollen.

    Mein Fazit: Thema verfehlt, Sechs, Setzen!

  136. Da es hier eigenlich darum geht, die Politik zu verteidigen – oder auch die Medien – möchte ich weitere Aspekte ansprechen, die bislang viel zu kurz kommen.

    Wenn man von dem beschriebenen worst-case ausgeht (und in der ersten Welle wurde mit viel schlimmeren Zahlen operiert, da war von einer Sterblichkeit von 3% die Rede) – dann sagt das erst mal überhaupt nichts. Entscheidend ist, ob und wie man die 2. Welle hätte abmildern können! Denn es war klar, dass sie kommen wird, sobald der Herbst kommt (so wie klar war, dass das Ablaufen der 1. Welle weniger mit den Maßnahmen als mit der Jahreszeit zusammenhing).

    Weitere harte Lockdows im Sommer wären vz.B. öllig sinnlos gewesen, das Virus konnte man nicht mehr “ausrotten”. Ebenso klar war aber, was sich derzeit zeigt: eine Lockdown-Strategie kann (wenn überhaupt) nur funktoinieren, wenn sie praktisch monatelange durchgehalten wird, von November bis März. Mit gigantischen Begleitschäden.

    Der Ausgangspunkt des schwedischen Ansatzes – suche nach Maßnahmen, die sich auch durchhalten lassen! – bleibt der vom Grundsatz her einzig vernünftige. Wenn man (warum auch immer) die konkreten schwedischen Schlussfolgerungen ablehnt, hätte mit Hochdruck nach Alternativen dazu suchen müssen! Das wurde völlig vernachlässigt, was ich vor allem an zwei Versäumnissen festmache.

    Erstens die Teststrategie. Mit öffentlichen Mitteln wurden hunderttausende PCR-Tests finanziert, aber aus ihnen wurden keine belastbaren Schlussfolgerungen gezogen – mangels Datenerfassung. Die Folgen sind extrem, denn unsere Isolationsstrategie hat die Bereitschaft in der Bevölkerung massiv beschädigt. Man sieht es derzeit in Österreich, wo die eigentlich sinnvollen Massentests kläglich scheitern, weil jeder weiß: ein positives Testergebnis, auch wenn ich mich völlig gesund fühle, hat massivste Auswirkungen auf meine Arbeit und insb. mein gesamtes Umfeld.

    Insbesondre die Aussagekraft des ct-Wertes in diversen Konstellationen könnte längst ermittelt sein. Dieser Wert, der Teil des PCR-Tests ist, gibt Aufschluss über die MENGE der Viren in der Probe, und alles spricht dafür, dass diese Menge direkt proportional zur Ansteckungsgefahr ist. Warum gibt es nicht schon seit Frühjahr eine Datenbank darüber? CT-Wert, Anlass des Tests, Ergebnis eines Nachtests und evtl. Antikörpertests bei derselben Person, Symptome beim Test und später, Alter der Testperson, wo wurde die Probe entnommen… ein Statistiker könnte mit diesen Daten unendlich viel anfangen, und man könnte weitaus gezielter eingreifen.

    Zweitens die Luftreinigung, mit der sich die ganze 2. Welle wahrscheinlich hätte verhindern lassen. Denn alles deutet darauf hin, dass wir sie der Virenausbreitung in geschlossenen Räumen verdanken, die im Herbst nun mal zunimmt. Und zwar nicht der Tröpfcheninfektion (Leute mit Symptomen werden schon durch soziale Ächtung effizient isoliert, Masken fangen die Tröpfchen recht zuverlässig ab, und sie sinken schnell zu Boden, so dass die Abstandsregel sehr wirksam gegen sie ist) — sondern der Verbreitung von Aerosolen, die sich lange in der Luft halten und im Raum ausbreiten.

    Besteitige die Aerosole, und die 2. Welle ist vermutlich Geschichte. Ein guter HEPA-Luftfilter schafft das besser, und kontinulierlicher, als jede Stoßlüftung.
    Warum also hat man nicht mit Hochdruck am Thema Luftreinigung geforscht? Welchen Luftdurchsatz braucht es mit welcher Technologie, um welche Art von Räumen zu reinigen? HEPA-Filter sind zuegeben etwas teuer, aber sie eigenen sich hervorragend als Goldstandard zur Evaluation erheblich preiswerterer Technologien (insb. fernes UV-Licht, Luftionisation, UV-Desinfektion innerhalb eines Lüfters).
    In jedem Klassenzimmer und vor allem jedem Pflegeheim könnte längst ein effizientes Luftreinigungsgerät stehen. Die Produktion hätte man mit genügend Geld – was sind derzeit ein paar Milliarden – schnell hochfahren können. Bis heute herrscht an dieser Front: dröhnende Stille.

    Um so erschreckender, dass der “schwedische” Weg noch immer massiv diskeditiert wird. Seit April lese ich gefühlt jede Woche irgendwo, dieser Weg sei gescheitert. Wirklich? Schon im Frühjahr erlebte Schweden, gemessen an den Übersterblichkeitszahlen von EUROMOMO,l keine schlimmere Welle als vergleichbare Länder, die auf harte Maßnahmen gesetzt haben (vergleichbar ist übrigens nicht Finnland, sondern ein Land mit mittelgroßem, Stockholm vergleichbarem Hotspot – wie z.B. Schottland). Im Herbst aber verzeichnet Schweden überhaupt keine statistische Übersterblichkeit, zu keinem Zeitpunkt, und steht damit besser als als zahlreiche diverse Länder mit harten Lockdowns, Deutschland und Österreich eingeschlossen).

    Was das eigentliche worst-case-Szenario anbelangt, erschreckt mich die Ignoranz hinsichtlichder Folgen in den Entwicklungsländern – nicht des Virus, sondern der Lockdown-Maßnahmen. Die Überweisungen von Migranten in ihre Heimatstaaten sind massiv eingebrochen, die Nachfrage nach Arbeitskräften ebenso. Schon im Sommer hat die WHO gewarnt, dass Millionen Menschen wegen der Maßnahmen verhungern oder an Krankheiten sterben werden, deren Behandlung sie sich nicht leisten können und die durch wirtschaftliche Existenznot zustandekommen.

    Lockdowns töten wahrscheinlich weit mehr Menschen als das Virus – vielleicht nicht in unseren Pflegenheimen, aber ganz gewiss in Indien oder Nigeria. Kann es sein, dass es meistens einen Rassisten mehr gibt, als man denkt?

  137. Was leider nicht oft genug gesagt wird (habe jetzt nicht alle Kommentare gelesen, manche sind es kaum wert), ist, dass auch jüngere, gesunde, sportliche, nichtrauchende und nichtsaufende Menschen an Covid19 bzw. an Folgeerscheinungen verstorben sind, teilweise völlig überraschend z.B. an einem Gefäßverschluss über Nacht, nachdem sie als gesund entlassen worden waren. Die Nachwirkungen von Covid19 sind noch lange nicht ausreichend erforscht.
    Wenn hier manche schreiben, ab 80 könne man ruhig sterben, das gehöre zum Leben dazu, dann ignorieren sie die besonderen Umstände in der sich die Pandemie auf unser Gemeinwesen auswirkt: Denn sind die Intensivstationen völlig belegt, kann auch ein junger Unfallpatient nicht gerettet werden, da kein Intensivplatz mehr frei ist. Soll dann ein Überachtizigjähriger aus der Intensivpflege herausgeworfen werden, und falls ja, welcher? Wessen Leben ist dann weniger wert? Aufgrund welcher Kriterien entscheiden? Junges Leben geht vor? Aber wenn der junge Mann vielleicht seinen Unfall betrunken selber provoziert hatte..? Das ist natürlich nicht zu diskutieren! Und es geht auch darum, die Ärzte vor der Not, diese quasi unmöglichen Entscheidungen treffen zu müssen, zu schützen, indem wir unser Gesundheitssystem eben nicht überlasten. Damit schützen wir uns auch selber, falls wir plötzlich ins Krankenhaus eingeliefert werden müssten aufgrund eines unerwarteten Notfalls, egal wie jung wir noch sind. Hier bitte etwas weiter denken!
    Und noch etwas: Das neue Corona-Virus ist weder politisch links noch rechts, es ist einfach nur besonders gefährlich. Also…. (hier würden dann die üblichen Empfehlungen stehen, die aber alle schon kennen, um sich nicht zu infizieren, inkl. konsequent FFP2-Maske tragen).
    Aber auch: Wenn man das korrekte Tragen einer FFP2-Maske als Vorrausetzung verordnen würde, könnten weiträumige und gut belüftete Baumärkte und Möbelhäuser meiner Meinung nach wieder aufmachen und den Steuerzahler entlasten. Dann hätten die Leute wenigstens zu Hause etwas zu tun, und so manch Kind würde unter einem unausgelasteten vielleicht sogar prügelndem Vater weniger zu leiden haben.

  138. Ein schlimmerer “Worst case” den einige Wissenschaftler sehen, der jedoch sich nicht so leicht abwägen lässt:

    Sollte das Spikeprotein des Virus so weit Mutieren, dass Impfung oder Immunität des Immunsystems nicht mehr ausreichend ist, beginnt der ganze Mist vom Neuem.

    Wenn wir als Gesellschaft uns entscheiden das Virus laufen zu lassen und die in Verschiednen Studien berechneten Toten zu “akzeptieren”. Heißt das auch die Gefahr zu Akzeptieren das wir den Impfstoff und die Immunität kaputtschießen. Da wir dem Virus genug menschliche Versuchstiere geben um zufällig zu mutieren. Je mehr Menschen wir dem Virus opfern desto höher die Chance, dass eine schlimmere Mutation als die “Britische” heraus kommt.

  139. Immer wieder wies hier jemand auf den Impetus des kommentierten Artikels. leider erfolgsarm: grobe Abschätzung des Worst Case.
    Der Sinn dieser Schätzung war offensichtlich, einem großen Publikum allgemeinverständlich zu zeigen, dass und wieso Maßnahmen zur Eindämmung dieser Pandemie unumgänglich erscheinen.

    Warum aber nicht gleich statt roher und damit prinzipiell anfechtbarer Abschätzungen exakt rechnen?

    Zum einen:
    Es handelt sich hier um keine sich nur an das kleine Fachpublikum mit tiefergehenden Kenntnissen mathematischer Methoden (hier i.w. Wahrscheinlichkeitstheorie, Math. Statistik, Wartezeiten- und Lagerhaltungstheorie, stochastische Prozesse) richtende Arbeit.
    Zum anderen: Nähmen wir an, es wäre eine solche.
    Zuallererst wären dann alle wesentlichen Einflüsse zuverlässig und genau genug zu bestimmen und darzulegen, dass und warum die anderen möglichen Einflüsse irrelevant sind.
    Bis eine solche Arbeit aber fertig referiert wäre, also in einem wissenschaftlichen Fachblatt erscheinen könnte, würde es einige Jahre dauern. Dann kann ein Preprint erscheinen. Der geht an einen etwas größeren Kreis an Fachleuten, und auch die könnten so schwerwiegende Einwände haben, dass es einen neuen Referierungszyklus mit neuem Preprint gibt oder es zu keiner Veröffentlichung kommt. Vom Preprint – also dem fertigen und eigentlich voll überprüften – Artikel bis zum Druck kann es aus technischen Gründen noch einmal mehr als ein Jahr dauern. Damit das Ganze – oft deutlich später – zahlenmäßig evaluierbar und damit praktisch nutzbar wird, müssen die obigen Einflußgrößen auch noch empirisch genau bestimmt worden sein.
    Bis dahin ist die Pandemie längst vorbei – und, wenn man bis zu diesem Artikel mit Maßnahmen gewartet hat, im Extremfall auch die Ära der Menschheit.

    Deshalb braucht man zuvor auch fundierte Abschätzungen.

    Natürlich kann man beliebig viele weitere Überlegungen anstellen – zum Thema unmittelbar passende bis weit abschweifende, vernünftige und bis ins Absurde abdriftende. Natürlich kann man auch mißverstehen, was so eine Abschätzung kann und was nicht. Dass solcherlei Schätzungen oft genug unverzichtbar sind (und noch in höherem Maße waren), habe ich hier früher begreifbar zu machen versucht.

    Hier jedenfalls habe ich keinen Beitrag mit vergleichbarer Zielsetzung gefunden, der der Originalarbeit Wesentliches hinzugefügt hätte oder sie gar in Frage stellen hätte können.

  140. “….Italien hat ein Gesundheitssystem, das ungefähr auf demselben Stand ist wie unser eigenes….” – der Witz des Jahrhunderts, da brauche ich gar nicht mehr weiter zu lesen, um zu wissen in welche Richtung der Artikel unvermeidbar geht….. Wirklich traurig!

  141. Was wollen wir? Was wünscht sich bzw. entscheidet die Mehrheit (in unserer Demokratie) wirklich:

    Ein Schrecken ohne Ende oder ein Ende mit Schrecken?!?

    Klar daß niemand daran versterben will…

  142. Vielen Dank für diese hervorragende wissenschaftliche Recherche und ersichtliche Auslegung. Lassen Sie sich nicht bedrängen. Beobachten Sie Ihre Umwelt und verbreiten sie Logik und Recht. Vielen scheint Journalismus nur ein weiterer satz, ein weiteres Wort zu sein. Aber selbst jeder Buchstabe ist wichtig.

  143. Ich habe den Erzählungen von der „extrem gefährlichen Pandemie“ (bitte hierzu die 2007, also schon vor der Schweinegrippe geänderte Definition der WHO berücksichtigen) nur etwa fünf 5 Wochen geglaubt, nämlich bis zum Zeitpunkt des ersten Lockdowns um den 20. März 2020.

    Damals hatte das RKI 16.000 Fälle registriert, was natürlich eine Funktion der noch nicht hochgefahrenen Testumfänge war. Mit der angeblichen Verdopplungszeit von damals konnte man rückextrapolieren, daß die Pandemie in Deutschland eigentlich erst am 7. Februar hätte gestartet sein können. Die ersten Webasto-Infizierten (die werden bis heute in den Medien herumgereicht, haben Covid-19 deswegen ohne Probleme und wahrscheinlich vielfach symptomlos überstanden) gab es aber schon zwei Wochen vorher. Daraus und aus der noch im Januar vorherrschenden Sorglosigkeit im Auslandsreiseverkehr, insbesondere mit China, sowie aufgrund der von wirklichen politischen Populisten wie Laschet und Söder noch für unverzichtbar gehaltenen Karnevalssaison und Kommunalwahlen und dem damaligen Herunterspielen des Maskentragens und der Gefährlichkeit von Covid selbst durch Spahn oder Drosten ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von einer 5-10 mal höheren Infiziertenzahl um den 20. März auszugehen.

    Der erste Lockdown dürfte dann im wesentlichen die weitere sog. Herdenimmunisierung behindert haben. Das Gegenteil hat in Ländern wie Schweden womöglich im Frühjahr zu etwas mehr an Todesfällen geführt, wie bei der 2018er-Grippewelle umgekehrt die BRD „führend“ war. Schon bei der zweiten Welle im November 2020 lag Schweden aber besser, wo es im Sommer so gut wie keine und seit dem Herbst nur deutlich weniger Einschränkungen des öffentlichen Lebens gegeben hatte. Ähnlich sieht es übrigens in Weißrußland aus, wo es bis zum Herbst außer solchen aus Freiwilligkeit überhaupt keine Einschränkungen gab. Fälschungen hat dem die WHO nicht nachweisen gekonnt, und wenn es zehntausende Grippetote gegeben hätte, wäre das dort mit Sicherheit von der Opposition ausgeschlachtet worden (welche in Minsk übrigens maskenlos demonstrieren konnte).

    Auch die eigenartigen Zahlen angeblicher Corona-Besiegerländer hat mir noch keiner erklären gekonnt. Daß im mir von Dienstreisen gut bekannten „Virusquellenland“ China mit seiner 17-fach größeren Bevölkerung, welche zu hunderten Millionen beengt, unhygienisch und mit schlechtem Zugang zum Gesundheitswesen lebt, nur ein Zehntel der deutschen Covid-Toten aufgelaufen sein soll, ist doch nicht mit den propagandistisch verbreiteten Abriegelungsmaßnahmen weniger noch so großer Städte oder dem Versprühen von Desinfektionsmitteln auf deren Bürgersteigen erklärbar. Thailand wiederum, das vor einem Jahr allein touristisch viele Kontakte mit China hatte, meldete der WHO bislang etwa 70 Covid-Todesfälle unter seinen 70 Millionen Einwohnern, und diese Zahl ändert sich seit zwei Monaten nicht mehr.

    Genau hieran müßten „coronaaffine“ Physiker und Mathematiker ihre Modelle und Extrapolationen absichern, statt noch aus Länderunterschieden im Bereich von Faktoren 2 bis 5 Honig zu saugen. Da findet nämlich jeder Bestätigungen für orthodoxe wie heterodoxe Ansichten zu Corona. Diese Opferzahlen stellen doch nur eine kombinierte „Messung“ der IFR und einer Vielzahl weiterer Einflüsse dar wie Lage (Insel, Grenzen) und Bevölkerung des jeweiligen Landes, insbesondere deren Demographie mit Alters-, Familienstruktur und Heimquote, der Wohndichte, privaten und öffentlichen Hygiene unter Einschluß von Verstädterung und Ghettoisierung, des Gesundheitswesens nach Qualität und Zugang zu diesem, der Reisehäufigkeit, des Klimas und vieler weiterer Parameter.

    Die sensationell frühe Streeck-Studie mit ihrer IFR bei 0,3% wurde durch Ioannidis im Sommer aus dutzenden weiterer Kohortenstudien bestätigt, die e alterskorrigiert überwiegend unter 0,2% ergaben. Das sind Werte einer mittleren Grippe, und nichts anderes war Corona für mich, und die weltweiten Verlaufskinetiken mit Plateaubildung und Abfall bedürfen keines Präventionsparadoxons als Erklärung.

    Auch in mehreren ziemlich kontrollierten Untersuchungen, etwa einer (zum betretenen Erstaunen der Autoren selbst so ausgegangenen) Studie des Sommers 2020 zum Maskentragen in Dänemark oder im Vergleich von Nord- und Süd-Dakota mit ihrer ziemlich diametralen Lockdownpraxis hat sich das Präventionsparadox nicht wirklich glanzvoll bestätigen lassen.

    Dasselbe zeigen auch die deutschen Sterblichkeitszahlen für 2020, welche vom demographischen Anstieg bereinigt nur um etwa 2,4% höher lagen, also im Bereich der Standardabweichung in den letzten fünf Jahren. Höher lagen jeweils nur einzeln herausgepickte Monate, und in denen müßte genauer untersucht werden, was an den Zahlen vor dem Hintergrund einer allseitigen Panik mit Arztvermeidung einerseits und Hygieneauflagen bis hin zu Raumanzügen für das medizinische Personal andererseits unter Umstanden schlicht kollateral gewesen sein mag, etwa durch unterbliebene wie auch falsche Behandlungen, Apparatemedizin und Krankenhauskeime usw.
    Auf die Test- und impfproblematik gehe ich nicht weiter ein, obwohl es auch hier genügend viele Ungereimtheiten gibt.

    Was ich an dem hauptsächlich von der Kanzlerin gepushten Umgang mit der Krise kritisiere, ist die unangebrachte Instrumentalisierung von „der“ Wissenschaft, wohl wissend, daß es in dieser gerade bei neuen und komplizierten Sachverhalten nicht schon gleich zu Anfang Mehrheitsentscheidungen geben darf.

    Herrn Pössel gebührt Anerkennung, insofern er diesen Blog ohne Hintergedanken an Fördermittel oder andere Arten der Anerkennung installiert haben dürfte. Es ist auch richtig, daß Physiker besser mit vielparametrigen und nichtlinearen Zusammenhängen umzugehen gewohnt sind. Aber mit allem Verlaub sind etwa Sterne, Galaxien oder das gesamte bekannte Weltall in ihren jeweiligen Zusammenhängen viel einfacher modellierbare Gebilde als Gesellschaften biologischer Individuen, von denen jedes einzelne im Kohabitat mit Billionen lebender und unbelebter Mikroorganismen, Partikel und Substanzen einen eigenen Kosmos bildet.

    In diesem Bereich, der sich in seiner Wirkung von der Nanowelt bis in die Mediosphäre unseres Alltags erstreckt, liegen Parameterräume von völlig anderer Dimension vor. Mikrobiologen und Virologen arbeiten sozusagen am mikro- und nanoseitigen Ende dieser Räume, Epidemiologen und Hygieniker wiederum in der Mediosphäre unseres Soziallebens. Kliniker wiederum schauen sich primär „cases“ an, d.h. häufig nur Einzelfälle und diese kaum wirklich im Vergleich mit früheren und im wesentlichen zumeist „unbeobachteten“ Grippewellen, in denen es keine wesentlich andere Auslastung etwa der Intensivstationen gab.

    All diese vielfach nicht in ein einfaches Bild passenden Fakten zusammenbringen können meines Erachtens am besten erfahrene Ärzte, und ja, hier geht es um nicht weniger als Vertrauen. In dem Zusammenhang müßte aufgefallen sein, daß sich die Corona-Pandemie mitnichten in einer Überlastung der Hausarztpraxen oder nicht universitärer Krankenhäuser ausgedrückt hat, im Gegenteil. Schäbig ist es auch, wenn Medizinier wie Bhakdi , Hockertz, Wodarg u.a. trotz ihrer nachgewiesenen Verdienste in früheren Epidemien nun diffamiert und ausgegrenzt werden, obwohl deren Einschätzungen über Corona genauer waren als die der Herren Drosten und Wieler.

    Was auch ich an Corona nicht bestreite, sind die möglicherweise ernsteren Verläufen unter alten und Risikopatienten, welche viel zu spät und immer noch ungenügend im Fokus standen. Daraus durfte aber meines Erachtens nicht jene Einsperrpolitik für die 98% von Corona potentiell nicht wirklich Gefährdeten erwachsen. Es wäre trotzdem schön, wenn künftig erkältete und vergrippte Menschen wie in Asien Masken trügen und sich ein, zwei Wochen von ihren Arbeitsplätzen fern halten würden.

    Wer die im Moment federführenden Politiker genau beobachtet, wird meine Befürchtung verstehen, daß uns als Gesellschaft aber viel negativere Folgen aus der Coronakrise bleiben werden, nämlich eine „totalitär hygienisch“ und zukunftsfeindlich gerontokratisch grundierte Politik von Mißtrauen, Besserwisserei und Gängelei, leider mit wesentlichen Anteilen von demokratisch nicht legitimierten, aber von der Politik abhängigen und ausgesuchten Experten.

    • Für solche Texte, die ja nun wirklich keine Kommentarlänge mehr haben, sollten Sie sich vielleicht ein eigenes Blog suchen. Ich gehe hier aus Zeitgründen nur auf ein paar Dinge ein, die mir beim Durchlesen aufgefallen sind.

      Was soll heißen, dass Schweden “deutlich besser” “lag”? Ich komme derzeit auf 125 Todesfälle per 100.000 Einwohner in Schweden, 84 in Deutschland. Dänemark bei 41, von Ihnen trotzdem als kein gutes Beispiel für das Präventionsparadoxon angeführt. Aus meiner Sicht kein überzeugender Umgang mit Zahlen.

      Zur relativen Gefährlichkeit von saisonaler Grippe und Covid-19 gibt es ja mittlerweile direkte Vergleichsstudien, siehe diese relative neue aus GB zum Beispiel. Da Gleichzusetzen ist heutzutage schlicht nicht mehr sachgerecht. Und die größte Lücke haben Sie ja selbst in Ihre Argumentation eingebaut, wenn Sie sich auf die IFR-Werte berufen (und nebenbei das, was ich dazu oben an Kritik daran erwähnt hatte, dabei komplett ignorieren) und dabei übersehen, dass Covid-19 eben neu ist, während bei der Grippe eine Grundimmunität vorhanden ist.

      Insofern: Aus meiner Sicht ein langer Text, der aber zumindest dort, wo ich mal stichprobenhaft nachgehakt habe, doch auf recht wackligen Füßen steht.

  144. Herr Johannes Lange, schon mal was von statistischen Verteilungen gehört? An JEDER Krankheit sterben unerwartet und leider auch “Junge”, im Fall von Covid aber weiter abseits als die 3-Sigma-Altersspanne unterhalb des Durchschnittaalter der Toten. Klassische Einzelfälle sozusagen.

    Wer anders argumentiert, muß auch damit leben, daß es etwa in meinem nicht kleinen Bekanntenkreis (schätzungsweise 2000 Personen) genau sieben Covid-Infektionen gab, weniger als bei jeder früheren Grippewelle, von denen alle überlebten bis auf eine Person, und die war über 80.

    Im übrigen bin ich nicht sicher, ob diese angeblich vorher gesunden jungen Patienten nicht Übergewicht oder Diabetes hatten, starke Raucher waren usw.
    Es besteht doch überhaupt kein Interesse, hier nach Komorbidität durch “pre-existing conditions” zu suchen, ganz im Uterschied zu den Toten nach Impfungen.

    Bekannt wurde auch, daß es für Totenscheine “in Verbindung mit Corona” vielfach schon ausreicht, vor vielen Monaten positiv getestet worden zu sein, ohne je ernstlich an Covid erkrankt gewesen zu sein. Und schließlich sind 2020/21 Influenzatote mysteriöserweise so gut wie nicht existent, was eine irische Mikrobiologin damit erklärt, daß sie wegen der inzwischen bekannten Probleme des Infektiositätsnachweises in hochpotenzierten Sequenzierungstests einfach Covid hinzugerechnet werden

  145. Mit dem Mensch hat sich im Laufe der Entwicklung auch ein ausgeklügeltes Immunsystem mit entwickelt. Ich finde all diese Diskussionen und mathematischen Berechnungen, Statistiken und Theorien in diese einseitige Richtung langsam unerträglich. Die mikrobiologische Forschung und Pharma erlebt einen nie dagewesenen Aufschwung – wie wichtig das auch als Wirtschaftszweig sein mag, wir vergessen das große Ganze zu sehen. Nebenwirkungen werden mit neuen Medikamenten behandelt, das neue Nebenwirkungen verursacht. Aber das eigentliche Problem, die Ursachen für Zoonosen, Virus-Pandemien und Antibiotika-Residenzen wollen wir nicht nicht beseitigen. Massentierhaltung, Umweltverschmutzung, Klimawandel, Ausbeutung von Mensch, Tier und natürlichen Ressourcen, Armut, ..all das wollen wir nicht beseitigen. Dabei sind diese Faktoren unumgänglich mit diesen Problemen verbunden. Die Pandemie wird genutzt um neue Technologien und KI zu forcieren, wir berechnen und zerpflücken, wir zählen Intensivbetten, vergleichen Gesundheitssysteme und Länder und wer am meisten impft. Wir verlieren uns in Details. Wie kleinkariert sind doch die Menschen und eingeschränkt ihr Radius zu denken, wie ungeniert profitgierig sind die größten Konzerne, wie verantwortungslos die Politik. Welche Antworten werden wir den Kindern geben, die in nächster Zeit direkt mit voller Härte betroffen sein werden.

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