Wir sind durstig, weil wir hungrig sind!

Reactions

Jedes Jahr lädt BASF Wissenschaftsjournalisten zu einem Dialog mit Forschern über aktuelle Forschungsthemen ein. Unter dem diesjährigen Leitthema in diesem Jahr – „How Chemistry Contributes to Health Solutions” – sollen in unserem Blog Reactions ab kommender Woche in loser Folge Forscher zu Wort kommen, die sich in ihrer täglichen Arbeit mit herausragenden Zukunftsprojekten beschäftigen. Eines dieser Globalthemen ist die ausreichende Versorgung mit sauberem Wasser. 

Unter dem Motto „Wir sind durstig, weil wir hungrig sind“ rief der diesjährige Weltwassertag dazu auf, über den Wasserverbrauch für die Nahrungsmittelproduktion nachzudenken. Um 1 kg Getreide herzustellen, sind 1500 Liter Wasser erforderlich. Für 1 kg Rindfleisch das 10fache!  Diese Summen stimmen mit Blick auf das steigende Bevölkerungswachstum nachdenklich.

Was können wir tun, um den Wasserverbrauch zu reduzieren? Der sorgsame Umgang mit Nahrungsmittel und der sparsame Konsum wasserintensiver Produkte wie Fleisch ist ein wichtiger Ansatzpunkt: 1,3 Milliarden Tonnen Nahrungsmittel werden jährlich weggeschmissen. Statistiken zeigen, dass bis zu 1350 km3 Wasser eingespart werden können, wenn wir den Abfall von verzehrbarer Nahrungsmitteln um 50 % reduzieren.

Auch die Landwirtschaft selbst, für die 70 % des Wassers verbraucht wird, bietet Handlungsspielraum. Zum Beispiel durch die Entwicklung von Pflanzen, die weniger Wasser benötigen und robuster gegenüber Trockenperioden sind. Daran forscht die BASF innerhalb der Pflanzenbiotechnologie. Ein erstes Produkt ist der trockentolerante Mais. Forschern der BASF ist es gelungen, das sogenannte cspB-Gen, das aus dem Bakterium Bacillus subtilis stammt und die Auswirkungen von Dürreperioden reduziert, erfolgreich in das Genom von Maispflanzen einzubringen.

Auch bei Trinkwasser und Sanitärversorgung ist die Lage alarmierend: Der Bedarf an sauberem Trinkwasser hat sich in den letzten 100 Jahren verzehnfacht. Knapp 900 Millionen Menschen haben keinen Zugriff auf sicheres Trinkwasser und sogar mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung muss ohne Abwasserentsorgung auskommen. Die Folgen sind dramatisch: Alle 20 Sekunden stirbt ein Kind aufgrund von Krankheiten wie Diarrhö, Cholera, Malaria oder Typhus, die besonders dort entstehen, wo sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen fehlen.

WHO und UNICEF haben deshalb ein gemeinsames Programm zur Wasser- und Sanitärversorgung auf den Weg gebracht. Das Programm soll helfen, die Anzahl der Menschen ohne Zugriff auf sanitäre Versorgung um 50 % zu reduzieren. Eine wichtige Maßnahme dabei ist die Verbesserung der Abwasserbehandlung, bei der Innovationen aus der Chemie eine wichtige Rolle spielen. An welchen Lösungen BASF zu Water Treatment konkret arbeitet, wird heute auf der BASF Forschungspressekonferenz „From Science to Innovation – How Chemistry Contributes to Health Solutions“ gezeigt.

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AutorInnen in diesem Gruppenblog: +++ Dr. Peter Erk +++ Peter Erk studierte Chemie an der Universität Würzburg und promovierte zu metallisch leitfähigen organischen Radikalanionensalzen. Nach einem Forschungsjahr an der Stanford University bei Prof. James P. Collman arbeitete er mehrere Jahre im Bereich Pigmentforschung der BASF mit dem Schwerpunkt auf Polymorphie und Grenzflächeneigenschaften von Lackpigmenten. Seit 2001 gestaltet er die Projekte der BASF zu OLEDs und zu Organischen Solarzellen mit und leitet zurzeit die Gruppe Bauteil-Entwicklung für beide Technologien im Joint Innovation Lab Organic Electronics der BASF. Als technischer Projektleiter und Research Director ist er global für die Forschung an organischen Solarzellen zuständig. +++ Anja Feldmann +++ Anja Feldmann studierte Journalistik in Dortmund und Slawistik an der Ruhr-Universität Bochum. Nach längeren Auslandsaufenthalten in Russland und Japan arbeitete sie zunächst als Wirtschaftsredakteurin bei dpa und Reuters. 2002 wechselte sie nach China und war für den DAAD in einer Hochschulkooperation mit der Tongji Universität in Shanghai tätig. Nach ihrer Rückkehr schloss sie sich 2008 der neu gegründeten Forschungskommunikation der BASF SE an und beschäftigt sich unter anderem mit dem Einsatz von Social Media in Wissenschaft und Forschung. +++ Dr. Judith Schrauf-Papadopoulos +++ Judith Schrauf-Papadopoulos studierte Germanistik und Computerlinguistik in Heidelberg. Nach einer Tätigkeit in der internen Kommunikation bei DHL bekam sie ein DFG Stipendium im Graduiertenkolleg "NeuroAct" und promovierte zur kognitiven Sprachverarbeitung. 2010 fing sie bei BASF Crop Protection in der globalen Kommunikation an. Anschließend wechselte sie in den spannenden Bereich der Forschungskommunikation, wo sie sich unter anderem darum kümmert, die vielseitigen Forschungsfelder der BASF im Web zu präsentieren.

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