Wissenschaft und die Bundestagswahl 2017

Angesichts der meist gähnenden Leere zu aktuellen Themen der Wissenschaft in den Parteiprogrammen könnte man fast meinen, wir seien kein Wirtschaftsstandort, für den Forschung und Entwicklung eine entscheidende Rolle spielen. Aber natürlich haben die einzelnen Parteien unterschiedliche Haltungen auch in der Wissenschafts- und Bildungspolitik. Wie also stehen die Parteien zu den wichtigen Fragen, die Wissenschaft und Gesellschaft betreffen? Es gibt Möglichkeiten, sich zu informieren, ehe wir am Sonntag zu den Wahlurnen schreiten – weil Interessierte nachgefragt haben. Ein kurzer Überblick.

3 knappe Fragen und Antworten – Wissenschaftskommunikation.de

Die Plattform Wissenschaftskommunikation.de* hat einen Themenschwerpunkt zur Bundestagswahl. Darin hat unter anderem der Kollege Christian Humm selbst in den Parteiprogrammen gewühlt und anschließend den Parteien noch Fragen gestellt:

  1. Welchen Stellenwert wird der Wissenschaft im Bundestagswahlkampf beimessen?
  2. Was sind die Pläne der Partei im Bereich Forschung und Wissenschaft nach der Wahl?
    Eine dritte Frage geht jeweils auf spezifische Punkte der einzelnen Parteien ein. Geantwortet haben CDU/CSU, SPD, Bündnis90/Die Grünen, FDP und die Linke.

7 umfangreichere Themenkomplexe mit Antworten und Tiefgang – Fachverbände

Noch umfangreicher und tiefschürfender sind einige große deutsche Fachverbände vorgegangen. Sie haben bereits im Sommer die Parteien vor der Bundestagswahl zur Wissenschaftspolitik befragt. Spannend finde ich dabei insbesondere den ersten der insgesamt sieben Themenkomplexe, nämlich den Einfluss von Wissenschaft auf politische Entscheidungen. Spielen dabei auch die Bürger, die Gesellschaft eine Rolle? Und wo und wie informieren sich die Parteien eigentlich?

Die Schnellvariante – Science-O-Mat

Ähnlich dem Wahl-O-Mat soll der Science-O-Mat eine schnelle Orientierungshilfe geben. Natürlich nur zu Wissenschaftsfragen. Deshalb schreiben die Macher (Ideengeber rund um das Team des Berliner Science March) auch: „Der Science-O-Mat ist keine Wahlempfehlung, sondern ein themenspezifisches Informationsangebot.“

Nun also: Sich informieren und Wählen! #bzw17

 


*Ich bin als Geschäftsführerin des NaWik Teil des Redaktionsteams von Wissenschaftskommunikation.de.

Veröffentlicht von

Beatrice Lugger ist Diplom-Chemikerin mit Schwerpunkt Ökologische Chemie. Neugierde und die Freude daran, Wissen zu vermitteln, machten aus ihr eine Wissenschaftsjournalistin. Sie absolvierte Praktika bei der ,Süddeutschen Zeitung’ und ,Natur’, volontierte bei der ,Politischen Ökologie’ und blieb dort ein paar Jahre als Redakteurin.
Seither ist sie freie Wissenschaftsjournalistin und schreibt für diverse deutsche Medien. Sie war am Aufbau von netdoktor.de beteiligt, hat die deutschen ScienceBlogs.de als Managing Editor gestartet und war viele Jahre Associated Social Media Manager der Lindauer Nobelpreisträgertagung, des Nobel Week Dialogue in 2012/2013 und seit 2013 berät sie das Heidelberg Laureate Forum. Kommunikation über Wissenschaft, deren neue Erkenntnisse, Wert und Rolle in der Gesellschaft, kann aus ihrer Sicht über viele Wege gefördert werden, von Open Access bis hin zu Dialogen von Forschern mit Bürgern auf Augenhöhe. Seit 2012 ist sie am Nationalen Instituts für Wissenschaftskommunikation, NaWik – und seit 2015 dessen Wissenschaftliche Direktorin. Sie twittert als @BLugger.

7 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Feedback :

    -> http://science-o-mat.de

    Haha, FDP 75%, dann SPD 50%, Piraten 40% etc.

    Negativ fiel <em<hier auf, dass es für den Science-O-Maten anscheinend keine AfD gibt, dafür aber die PIRATEN (die es doch eigentlich spätestens seit einer bestimmten Leistung eines Berliner Ober-Piraten endgültig versackt haben), finden Sie nicht, Frau Lugger?

    MFG + schönes BRD-Wahlwochenende,
    Dr. Webbaer

    • Im “Warum” des Science-O-Mat steht dazu “Der Science-O-Mat hat sieben Parteien 15 konkrete Thesen mit Wissenschaftsbezug vorgelegt. Es liegen Antworten vor von: Bündnis90/Grünen, CDU/CSU, Die Linke, FDP, Piraten und SPD. Die AfD hat trotz mehrfacher Anfragen zunächst keine Antworten geliefert, hat dann aber von dem folgenden Angebot Gebrauch gemacht.”

  2. Korrektur, anscheinend gibt es dort mittlerweile die AfD.
    Keine Ahnung, warum dies vor einigen Tagen noch nicht der Fall war.

    Ansonsten, es gibt ein manipulatives Element bei diesem “Wahlomaten”, dies kann direkt festgestellt, wenn konstant “Ich stimme zu” ausgewählt wird und alternativ konstant “Ich stimme nicht zu”.
    Genau und detailliert wird dies Dr. Webbaer an dieser Stelle nicht erklären, nur bei besonderem Bedarf, also wenn dies anderen nicht direkt einleuchtend wird.

    • Ergänzend :
      Der “Wahlomat” der Bundeszentrale für politische Bildung bringt bei konstanter Zustimmung oder Ablehnung der Fragestellungen diese Nachricht :

      Leider kann der Wahl-O-Mat auf der Grundlage Ihres Antwortmusters kein individuelles und zuverlässiges Ergebnis berechnen.

      Quelle :
      -> https://www.wahl-o-mat.de/bundestagswahl2017/main_app.php

      Immerhin!


      Ansonsten hat der Schreiber dieser Zeilen für die zu erwartende Neutralität (noch gedanklich) einen “Affentest” entwickelt.
      Der geht so :
      Ein “Affe” bedient zuverlässig die Fragen wahlfrei oder zufällig, nun wäre zu erwarten, dass die Wahlempfehlung des “Wahlomaten” gleichverteilt erfolgt, dass also auf die große Zahl bezogen alle politischen Parteien mit gleicher Wahrscheinlichkeit empfohlen werden.
      Ist dies nicht der Fall, ist der “Wahlomat” manipuliert.
      Wobei diese Manipulation natürlich nicht bewusst geschehen sein muss.

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