Vögel füttern – ja oder nein?

BLOG: Öko-Logisch?

Umwelt sind Du und ich
Öko-Logisch?

Kohlmeise am Futterknödel (Foto: Klaus-Uwe Gerhardt/Pixelio) Aus gegebenem Anlass werfe ich heute mal einen Blick auf die Vogelfütterung im Winter. In vielen Gärten finden sich zur Zeit gefüllte Vogelhäuschen und Meisenknödel. Für den Artenschutz ist die Winterfütterung belanglos, aber sie kann ein schönes Naturerlebnis sein – bei dem man manches auch falsch machen kann.

Keine Vogelart in Mittel- oder Westeuropa würde aussterben, wenn alle Menschen plötzlich die Vogelfütterung einstellten. Trotzdem heißen Vogelschützer sie gut, wenn sie richtig umgesetzt wird, weil sie den Menschen die einheimische Vogelwelt buchstäblich näher bringt. Darauf kommt es an:

  • Nur bei Bodenfrost oder geschlossener Schneedecke füttern. Dann finden die Tiere nur schwer Nahrung und benötigen viel Energie, um ihre Körperwärme bei rund 40 Grad zu halten.
  • Ein verlässliches Futterangebot bieten, bis es wieder milder wird. Schließlich stellen sich die Vögel darauf ein.
  • Schnee und Regen dürfen auch bei starkem Wind das Futter nicht durchnässen können. Sonst verdirbt oder vereist es. Ideal sind daher Futtersilos. Dort können die Vögel auch nicht in ihrem Kot herumlaufen, der Krankheiten übertragen kann.
  • Immer nur wenig Futter einfüllen und die Futterstelle regelmäßig mit heißem Wasser reinigen. Auch das dient der Hygiene und dem Schutz vor Krankheitsüberträgern.
  • Die Futterstelle sollte frei stehen, damit Vögel sich nähernde Katzen bemerken können. Außerdem sollte sie mindestens zwei Meter von Fensterscheiben entfernt sein, um Unfälle zu vermeiden.
  • Für Körner- und Allesfresser wie Meisen und Finken sind Futterglocken und Meisenringe ideal.
  • Weichfutterfresser wie Rotkehlchen, Amsel, Star, Zaunkönig und Heckenbraunelle suchen ihre Nahrung gern am Boden. Hier sind in Öl getränkte Haferflocken, aber auch Obststückchen, Rosinen, getrocknete Wildbeeren, Kleie und Mohn eine gute Wahl.

Ich wünsche spannende Vogelbeobachtungen!

Foto: Klaus-Uwe Gerhardt/Pixelio

Veröffentlicht von

www.buero32.de

Björn Lohmann ist freier Wissenschaftsjournalist und Trainer für Onlineredakteure. Sein Anliegen ist es, die wissenschaftlichen und technischen Entwicklungen zu hinterfragen, die unser aller Leben maßgeblich beeinflussen - denn nicht immer sind die Prioritäten von Forschern, Unternehmern und Politikern die besten im Interesse der Gesellschaft. In seiner Freizeit rettet Björn Lohmann die Welt, weil er findet, dass es sich mit ihr einfach netter lebt.

4 Kommentare

  1. Hm, dann habe ich wohl zum Glück nicht alles falsch gemacht. Aber die Sache mit den in Öl getränkten Haferflocken interessiert mich. Soll das ein Quellen verhindern, oder ist das Öl einfach nur eine weitere, bequem dargereichte Energiequelle?

  2. Man kann das Füttern aber auch lassen

    Man kann das Füttern aber auch einfach lassen …

    Man muss sich klar machen, dass der Winter seinen Zweck hat. Wenn durch Fütterung viele Vögel überleben, die nicht Zugvögel sind (Standvögel), dann besetzen die im Frühling die Nichtplätze und Futterquellen, die zurückkehrende Zugvögel dringend brauchen. Die Winterfütterung kann also ganz massiv den Zugvögeln schaden.

    Wirklich sinnvoll ist die Winterfütterung nur, wenn man Kinder auf diese Weise an die einheimische Natur heranführen will.

  3. Vögel füttern

    Danke !! Diese Regeln sind sicherlich für alle interessant, die aus Mitleid oder Liebe zu Vögeln unwissend das falsche tun.

  4. Im Zweifelsfalle ….

    In Zweifelsfalle sollten alle, die sich Gedanken über die Sinnhaftigkeit des Fütterns von Wildtieren machen, die Vögel einfach nicht füttern.

    Dann bleiben immer noch mehr als genug Leute, die sich solche Gedanken nicht machen und einfach drauflosfüttern. Der bachdenkliche Tierfreund erreicht damit zweierlei:

    1.) kann er/sie sich in dem Bewusstsein sonnen, das Richtige getan zu haben und kann auf Feten oder anderswo dozieren, warum man keine Eingriffe in natürliche Vorgänge vornehmen sollte.
    2.) kann er/sie sich beruhigt darauf verlassen, dass die lieben, kleinen Piepmätze schon nicht verhungern werden.

    Ich halte das schon seit Jahren so, mit Erfolg.

Schreibe einen Kommentar