Spahn im Wahn: Krebs bald heilbar?

Dieser Comic wurde freundlicherweise von Kali aka Onkobitch zur Verfügung gestellt. Hier geht es zu ihrem Blog.

Jens Spahn, manchmal Bundesminister für Gesundheit, aber auch in allen anderen politischen Feldern aktiv, weiß, wie er Social Media regiert. Er setzt Koalitionsziele um und stellt sich selbst als Macher da. Seine nächste Vision: Krebs heilen. Und zwar in 10 bis 20 Jahren. Wie er das machen will? Ein Gesetzesbeschluss wird sicherlich nicht reichen.

Aber nun von Anfang an: Im Rahmen des Auftakts der nationalen Dekade gegen Krebs, gab Spahn sich zuversichtlich, dass Krebs bald heilbar sei. Grund sei der derzeitige enorme Fortschritt in der Krebstherapie. Das ist ein denkbar schwieriges Thema. Es gibt ja nicht nur einen Krebs sondern viele Krebsarten. Diese wirken sich vor dem genetischen Hintergrund einer Einzelperson auch immer ein bisschen anders aus. “Den einen” Krebs gibt es nicht und daher kann man “den einen” Krebs auch nicht heilen. Heilbar sind mittlerweile aber schon diverse Krebsarten, unter der Voraussetzung dass er rechtzeitig behandelt wird.

Viele weitere Krebsarten lassen sich gut behandeln, manchmal spricht man nur noch von einer “chronischen” Erkrankung. In den letzten 20 Jahren gab es mit neuen, gezielten Therapiemethoden bei vielen Krebsarten sehr große Fortschritte. Meistens bedeutet dies vor allem eine Verlängerung des progressionsfreien Überlebens, also die Zeit, in der die Erkrankung nicht weiter fortschreitet und viele Patienten ein beinahe normales Leben führen können. Auch das Gesamtüberleben verlängert sich. Nicht nur wegen der verbesserten Therapien, auch weil wir Krebs durch Vorsorgeprogramme immer früher erkennen.

Bestes Mittel: Prävention

Während Spahn offen lässt wie Krebs besiegt wird, kann er dennoch mit ein paar guten Ideen aufwarten. Zum einen will er die Krebsfrüherkennung verbessern. Zum anderen will er die Risikofaktoren für Krebs reduzieren die von uns beeinflussbar sind. Da wären zum Beispiel Rauchen, Alkohol und schlechte Essgewohnheiten und einem daraus resultierendem hohen Body-Mass-Index (Fettleibigkeit). Prima, hier wären Spahns Hausaufgaben:

  • Vernünftig wäre natürlich ein Verbot von Rauchen und Alkohol ganz generell, wenn dies nicht umsetzbar ist, dann zumindest
  • Verbot von Tabak- und Alkoholwerbung
  • Verbot von Rauchen in Innenräumen und Autos
  • Warnaufschriften und Schockbilder auf Verpackungen von Alkoholika
  • Lebensmittelampeln
  • Hohe Besteuerung von Alkohol und Zucker in allen Getränken
  • Keine Süßigkeiten- und Fast-Food-Werbung für Kinder
  • Keine Mehrwertsteuer auf Gemüse
  • Förderung von Bewegung und Sport in der Schule und am Arbeitsplatz
  • Vereinfachte Erstattung der Adipositaschirurgie

Schaut mich nicht so an, das wären die logischen nächsten Schritte, um die wichtigsten Krebsrisiken zu senken. Es gibt natürlich noch mehr. Auch Schichtarbeiter haben ein höheres Krebsrisiko. Es böte sich also an, Schichtarbeitende zu entlasten oder Schichtarbeit abzuschaffen, wenn es geht. Impfungen wie die gegen Hepatitis B und HPV schützen ebenfalls vor Krebs, daher sollte für Impfungen mehr Aufklärung betrieben werden. Mit Blick auf die teurer werdenden Therapien für Krebs ist es übrigens tatsächlich geboten, endlich etwas für den Schutz der Bevölkerung zu tun. Spahns Blick auf die Risikominimierung ist damit auch ein wirtschaftlicher.

Letztes Jahr erschien eine Studie, die prognostizierte, dass durch eine Eliminierung dieser und weiterer bekannter Risikofaktoren die Anzahl der Neuerkrankungen von Krebs um 165.000 sinken würde. Das sind 37,4 % weniger Neuerkrankungen. Dabei macht Rauchen den größten Risikofaktor aus, dicht gefolgt von Alkohol und Lebensstil. Umweltfaktoren wie Feinstaub und das natürliche Gas Radon sind das Schlusslicht.

Und was ist mit den restlichen 275.000 Krebserkrankungen pro Jahr? Der größte nur bedingt vermeidbare Risikofaktor ist das Alter. Bedingt deswegen, weil die einzige Möglichkeit nicht zu Altern das Sterben ist. Das ist für die meisten Leute wohl keine sinnvolle Option – nehme ich einfach mal an. Je älter wir werden, desto häufiger teilen sich unsere Zellen – und desto öfter haben wir die Chance, dass sich eine Mutation ergibt. Mutationen können, wenn sie sich anhäufen und die richtigen Bedingungen herrschen, aus harmlosen Zellen Krebszellen machen. Weitere Risiken sind genetische Bedingte Prädispositionen und dann natürlich einfach Pech.

Um die Risiken einzudämmen wäre es auch wichtig, richtig über die Entstehung von Krebs aufzuklären. Davon haben die meinen Menschen ein geringen Verständnis und schätzen so auch die Risikofaktoren falsch ein. Eine britische Studie zeigte unlängst, dass gut ein Drittel der Befragten Krebsmythen nicht als solche identifizieren konnten und fast die Hälfte die tatsächlichen Risikofaktoren nicht kennt. Zu den Mythen gehörte etwa, dass Trinken aus Plastikflaschen, Süßstoffe, genveränderte Nahrung, Lebensmittelzusatzstoffe, Essen aus der Mikrowelle, Stress, Elektrosmog, Handystrahlung oder Reinigungsmittel Krebs verursache.

Eine neue Hoffnung: Zielgerichtete Therapien

Wenn das Kind nun also in den Brunnen gefallen ist erzielen Ärztinnen und Ärzte gerade mit vielen neuen Therapien große Erfolge. Antikörper zum Beispiel, Abwehrmoleküle des Körpers, die man nachgebaut und auf Krebszellen getrimmt hat, können in vielen Fällen helfen. Checkpoint-Inhibitoren haben dabei das größte Potential, da sie theoretisch bei allen Krebsarten das Immunsystem wieder aufwecken, das vom Tumor eingeschläfert wurde. Mittlerweile versucht man sogar, die Fresszellen des Immunsystem, Makrophagen, auf Krebszellen zu trainieren. Auch vielversprechend ist die genetische Veränderung des eigenen Immunsystems im Labor oder Krebsimpfungen.

Ob Krebs mit all diesen Mitteln geheilt wird, bleibt die Frage. Die Ergebnisse neuer Therapien ermöglichen vielen Patienten ein längeres Leben und auch mehr Lebensqualität. Belastbare Daten hat man derzeit aber vor allem von Patienten, die bereits mit anderen Therapien behandelt wurden. Würde eine Behandlung in der sog. Erstlinie, also als erster Therapieansatz, Krebs vielleicht direkt heilen? Diese Frage kann derzeit noch niemand beantworten. Schon gar nicht Spahn. Zudem neigt Krebs dazu, die Behandler gerne auszutricksen. Da die Ursache von Krebs Mutationen sind, die häufig zu weiterer genetischer Instabilität führen, kann er immer schneller mutieren und auch die neuen Therapien überlisten. Sprich: Durch die mutierten Gene und die beschleunigte Zellteilung mutieren Krebszellen immer weiter und das Risiko steigt, dass die Krebszellen gegen die Therapien “immun” sind.

Kürzlich machte ein Unternehmen aus Israel auf sich aufmerksam, in dem es versprach, Krebs in nur einem Jahr heilen zu können. Die angeblich total neue Methode: Gleichzeitig viele Ziele im Tumor angreifen, mit kurzen Proteinstücken (Peptide). Bislang gibt es keine Belege dafür, dass die Methode funktioniert, daher ist “ein Jahr” eine sehr suspekte Aussage. Studien dauern bei Krebs meistens Jahre. Die Ideen des Unternehmen sind zwar ein interessanter Ansatz, dass damit alle Krebserkrankungen geheilt werden können ist jedoch ein ziemlich schamloser Marketing Gag.

So kann man vielleicht auch die Rede Spahns sehen: Schamloses Marketing auf Kosten von Patienten und Angehörigen. Mittlerweile haben sich schon einige Experten gemeldet und seine Aussage in Relation gesetzt. Vielleicht solltes man es aber auch positiv sehen: Wenn Spahn sich gegen Krebs engagiert, dann hat er jetzt erstmal ordentlich was zu tun. Leg los, Jens!

 

Veröffentlicht von

zellmedien.de

Mein Name ist Anna Müllner, ich bin Biologin und habe in der Krebsforschung promoviert. Ich wohne im schönen Hessen und bin als PR-Beraterin für Gesundheitskommunikation tätig. Nach meinem Abitur beschloss ich Biologie zu studieren. Das tat ich zunächst an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, die weder in Bonn ist, noch am Rhein. Aber einer der drei Campusse liegt wirklich an der Sieg. Das letzte Jahr dieses Studiums verbrachte ich in Schottland, an der Robert-Gordon University of Aberdeen wo ich ein bisschen in die Biomedizin und die Forensik schnuppern durfte. Danach entschied ich mich für ein Masterstudium an der Universität Heidelberg in Molekularer Biotechnologie was ich mit der Promotion fortsetzte.

Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Danke für den Artikel, Anna.
    Ich habe die Autoren der RP-Artikels mal gefragt, ob Spahn das wirklich so wörtlich gesagt hat. Kann man fast nicht glauben. Leider habe ich noch keine Antwort bekommen.
    Aber wenn selbst der Gesundheitsminister es nicht besser weiß, wie sollen es dann andere wissen, die nicht beruflich damit zu tun haben, sondern “nur” selbst betroffen sind, oder Angehörige und Freunde mit Krebsdiagnose haben?

  2. Ja, es sollen ja 63 Millionen EUR für “praxisverändernde klinische Studien zur Prävention, Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen” ausgegeben werden. Das klingt nach viel, ist aber in Wahrheit ein mickriger Betrag. Um tatsächlich was zu erreichen, wäre das Geld sicher besser in der Prävention angelegt und im Kampf gegen “Alternativmedizin” und Verschwörungstheorien, die nachweislich Leben kosten (kommt demnächst was bei mir im Blog dazu).

  3. Die 5-Jahre Überlebensraten für Lunge, Brust, Prostata, Darm ist in den entwickelten Ländern allein schon seit dem Jahr 2000 deutlich gestiegen und 1/3 aller an Krebs Erkrankten sterben inzwischen an anderen Krankheiten und nicht mehr an Krebs.

    Bis jetzt haben die neuen Krebsimmuntherapien die Heilungschancen für bestimmte Krebsarten stark erhöht allerdings gehören die häufigen Krebsarten wie Brust- oder Prostatakrebs noch nicht zu den mit Immuntherapien heilbaren Krebsen, was dann erklärt, dass Immuntherapien die Gesamtmortalität an Krebs bis jetzt noch wenig beeinflusst haben. Es gibt zwar Immuntherapien für Brustkrebs – aber leider nur für etwa 20% aller an Brustkrebs Erkrankten.

    Das Krebsrisiko steigt mit dem Alter. Zudem: An irgend etwas muss man sterben und man kann die Frage stellen: Ist es besser an Alzheimer als an Krebs zu sterben? Bei beiden nimmt nämlich das Erkrankungsrisiko mit dem Alter stark zu.

  4. Angelina Jolie hat sich vorsichtshalber die Brustdrüsen und die Eierstöcke entfernen lassen.
    Womöglich gibt es noch andere Körperteile, die man nicht mehr benötigt, und die man entfernen kann. (Vielleicht die Gebärmutter?)
    Früher hat man aus anderen Gründen den Blinddarmfortsatz und die Rachenmandeln entfernt.

  5. @Karl Bednarik: Leben ohne Krebsrisiko gibt es wohl für upgeloadete Hirne. Bei diesen nur noch virtuell vorhandenen Hirnen ist Krebs kein Problem mehr. Sie müssen aber fürchten, dass ihnen jemand den Strom abdreht.
    Auch Kryokonservierten kann es passieren dass sie nie mehr aufwachen selbst wenn es technisch irgendwann möglich wäre, sie wiederzubeleben. Es genügen nämlich ein paar Stunden ohne Strom um den Kryokonservierten zur abgelaufenen Kryokonserve zu machen.

  6. Ach ja, die Welt in 10 bis 20 Jahren…
    Nein, da gibt es keinen Krebs mehr.
    Weil er keinen Nähboden mehr hat.
    Schließlich fahren da künstlich intelligente Fahrzeuge autonom und in der Industrie arbeiten Roboter. Natürlich auch in der Pflege und als Handwerker und Haushaltshilfe – für wen eigentlich?
    Den Konsum hat man in 10 bis 20 Jahren garantiert auch schon automatisiert.
    Ob die Konsumroboter auch Krankheiten haben?
    Verfettet da die Sensorik?
    Steigt der elektrische Widerstand der Leitungen durch zu geringe strommäßige Beanspruchung?
    Wächst dann im Schaltkreis ein Tumor?
    Immerhin wird die Elektronik ja dann auf Graphen basieren – da weiß doch noch gar niemand, was es da für Möglichkeiten gibt.

    Moment – da gibt es doch noch Betonkrebs.
    Und der gemeine Eisenkrebs, von dem man letztens in einer KFZ-Werkstatt sprach – umgangssprachlich (von Nicht-Experten – pfui) wohl auch Rost genannt.
    Beides ist so etwas wie Handystrahlung.
    Und die dürfte ja mit der Verbreitung von Smartphones ohnehin abgenommen haben.

    Das schlimme an der Sache ist eigentlich, dass keiner den Unsinn hinterfragt, der da den ganzen Tag lang verbreitet wird.

    Ach ja: Kabarett macht mich traurig oder wütend auf eigene Verhaltensweisen. Beim Nachrichtenhören lache ich oft, wie es sich für das Kabarett gehört.
    Irgendetwas ist hier kaputt.

    Vielleicht kann man mir ja das Hirn moussieren und absaugen.
    Um durch die gehaltenen Reifen zu springen und jedem Trend zu folgen reicht doch das Rückenmark, oder?

    Noch zwei ernst gemeinte Fragen:
    Was sollen Warnaufschriften und Schockbilder auf Verpackungen von Alkoholika bei jugendlichen und erwachsenen Menschen bewirken?
    Wie viele Menschen würden sich nach einer Lebensmittelampel richten?
    Wer trinkt und isst, was ihm schmeckt und sich nicht um die Auswirkungen schert, der lässt sich doch von Schockbildern und Farbflächen nicht daran hindern.
    Für sinnvoller halte ich eine lesbare, vollständige und verständliche Angabe der Inhaltsstoffe. Dann ist dem Menschen die Chance gegeben sich zu informieren.

    Viele Grüße und einen schönen Abend.

  7. Ja, danke! – ‘Spahn im Wahn’ hat sich sinngemäß auch der Schreiber dieser Zeilen gedacht, als er vom neuesten Spahnschen Vorstoß erfahren hat, nämlich wegen :
    ‘Es gibt ja nicht nur einen Krebs sondern viele Krebsarten.’ [Artikeltext]

    Hier das O-Zitat :
    ‘Es gibt gute Chancen, dass wir in zehn bis 20 Jahren den Krebs besiegt haben.’ [Quelle – war aber schon im dankenswerterweise bereit gestellten WebLog-Eintrag verlinkt]

    Dieser Mann ist Optimist.

    MFG + weiterhin viel Erfolg!
    Dr. Webbaer

    PS und Bonusfrage :
    Inwieweit ist “Krebs” eigentlich erblich?

  8. @ Herr Holzherr :

    Zudem: An irgend etwas muss man sterben und man kann die Frage stellen: Ist es besser an Alzheimer als an Krebs zu sterben?

    An “Krebs” zu sterben ist oft sehr unangenehm, Dr. W hat hier einige kennengelernt, die oft jahre- bis jahrzehntelang gekämpft haben, also an “Krebs” stirbt es sich nicht so gut.
    Prävention (Tobias Maier) ist auch “so eine Sache”, denn sehr viel ist (mit geringem oder sehr geringem) Risiko “krebs”-erregend, so dass hier leicht Überlegungen auftauchen könnten, inklusive gesellschaftlicher Umsetzung, die nicht als sinnhafte Risk-Reward-Überlegungen durchgehen, weil sie sozusagen zu viel Verzicht erfordern und zu wenig Nutzen zeitigen.

    Lungen-, Herz- oder andere Organerkrankungen sind auch nicht nett, Herr Holzherr, so dass Ihre Frage zumindest vom Schreiber dieser Zeilen nicht beantwortet wird.
    Allgemeiner geistiger Abbau hat zwar einen gewissen Reiz, aber direkt “Ja!” sagen würden viele wohl ebenfalls nicht, trotz Schmerzfreiheit.
    Adaption wäre vielleicht noch eine Idee, es darf gestorben werden, in Würde und am besten medizinisch gut versorgt, ein Ende des Sterbens, bspw. an “Krebs”, wie von Herrn Jens Spahn promoviert, zumindest indirekt, wäre wohl tatsächlich ein wenig böse als ‘Marketing’, gar als ‘schamloses’ (Artikeltext), zu verstehen.

    MFG
    Dr. Webbaer

  9. Krebs heilen ist attraktiver als Krebsprävention durch Verzicht auf Alkohol und Tabak und Vermeidung von Übergewicht. Auf Alkohohl, Tabak, übermässiges Essen verzichten nur einer besseren Zukunft wegen ist nämlich so ähnlich wie mit dem Fahrrad nur asphaltierte Strassen zu befahren um so das Fahrrad zu schonen. Zudem reduziert man nur die Erkrankungswahrscheinlichkeit.

    Aber Anna Müllner hat natürlich recht damit, dass die Chancen auf eine endgültige Besiegung von Krebs gering sind und dass die Krebsimmuntherapie mit überhöhten Erwartungen befrachtet ist und letztlich als Hype eingeschätzt werden muss.

    Was aber lehren uns die Fortschritte in der Medizin? Folgendes wohl
    1) Immer mehr Krankheiten werden therapierbar – wenn auch nicht immer heilbar: Man stirbt immer noch an den Folgen von Diabetes oder eben auch Krebs – jedoch viel später als vorher.
    2) Auch nach langen Phasen der Stagnation sind Durchbrüche möglich. Die Krebsimmuntherapie beispielsweise ist nach Chirurgie, Strahlentherapie und Chemotherapie ein ganz neuer Ansatz mit vielen Möglichkeiten, die noch lange nicht alle durchdekliniert sind.
    3) Medizinische Fortschritte kommen oft auch aus anderen Gebieten (z.B. der Physik) und die heutige Digitalisierung und Nanotechnologie wird sich auf die Medizin auswirken. Beispielsweise über ganz neue Möglichkeiten der Früherkennung und der Therapie (mit Nanobots beispielsweise).

    Fazit: Aus Patientensicht ist die heutige Zeit schon weit besser als die Zeit vor 100, 50 oder auch nur 20 Jahren und in 20 Jahren wird es wiederum besser stehen bei der Therapie vieler Krankheiten inklusive Krebs.

  10. Im Siegel vom 9.2.2019 schreibt Nicola Abéunter dem Titel „Spahns Jung­brunnen“, Spahn wolle nicht nur innerhalb 20 Jahren den Krebsbesiegen, sondern langfristig auch das Alter, wobei (Zitat) Un­klar ist, ob die Kon­zep­te für ewi­ge Ju­gend und Un­sterb­lich­keit, die das CDU-ge­führ­te Mi­nis­te­ri­um ent­wi­ckelt und die auf Pas­sa­gen ei­ner ur­al­ten Schrift na­mens Ge­ne­sis be­ru­hen, auch den Wäh­lern an­de­rer Par­tei­en zu­gäng­lich ge­macht wer­den.

    Nun, vielleicht hat Spahn nur erkannt, dass auch ein Bundesminister etwas anbieten muss, dass es aber als Gesundheitsminister genügt, wenn das Angebotene nur in der Zukunft verheissen wird, also dann, wenn der Zampano, der das alles verspricht, schon lange das Zeitliche gesegnet hat.

  11. Kirchen stellen sich auch gegen geltendes Recht, z.B. zeigen die Kirchenoberen ihre Kollegen, die Kinder missbrauchen, regelmäßig nicht bei der Polizei an, und setzen stattdessen noch die Opfer unter Druck. Nicht nur das ist Kriminell und Verfassungswidrig.

  12. Hallo Frau Müllner,

    das ist wirklich eine treffende Beurteilung der aktuellen politischen Situation unter dem neuen Gesundheitsminister. Insbesondere sind aber auch alle (!) Forderungen, die Sie unter dem Stichwort “Prävention” formuliert haben, schon seit Jahren überfällig.

    Danke dafür und bitte dranbleiben!

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