Auf der Internetseite der renommiertesten medizinischen Fachzeitschrift
The Lancet bin ich vor kurzem auf einen Artikel namens "Checking for plagiarism, duplicate publication, and text recycling" aufmerksam geworden. Man kann sich denken wieso. Die Autorin Sabine Kleinert, die zugleich Vorsitzende des
Committee on Publication Ethics (COTE) und Editor von The Lancet ist, macht dort auf ein Tool aufmerksam, welches von Universitäten zum Auffinden von Plagiaten verwendet wird. Hauptsächlich sollen damit abgeschriebene und duplizierte Textpassagen in studentischen Essays gefunden werden. Wissenschaftliche Zeitschriften folgen dem und beginnen nun langsam auch, dieses Tool zu verwenden. Im Fokus steht hier die Software namens
CrossCheck. Die Beschreibung der Software ließt sich so:
CrossCheck powered by iThenticate is an initiative started by CrossRef to help its members actively engage in efforts to prevent scholarly and professional plagiarism. Although there are several plagiarism screening tools already available, they are not well-suited to filtering academic content simply because they haven’t had access to the relevant full-text literature to screen against. CrossCheck changes this by creating and continuously growing a database of current and archival scholarly literature. This database is one of two parts that make up the CrossCheck service. The second part is the iThenticate tool, which compares authored work against the content in the database and highlight matching or similar text for further editorial review. (Quelle: CrossCheck)
Mit ihr kann man zum Beispiel wissenschaftliche Publikationen durch eine Datenbank laufen lassen, die bereits wissenschaftliche Literatur besitzt. Die Software vergleicht diese Texte nun miteinander und schlägt Alarm, wenn sich Ähnlichkeiten finden. The Lancet beginnt nun damit, diese Software auch zu benutzen. Ich finde andere Journals sollten dem folgen. Sinn der Sache soll sein, den Publikationsethos zu schützen, indem man Fälschungen, Ideen-und Satzklau und Ähnliches aufdeckt und zugleich vorbeugt. Frau Kleinert sagt, dass zukünftig im The Lancet zur Publikation eingereichte wissenschaftliche Arbeiten bevor sie
peer-reviewed werden, erst einmal durch diese Software gejagt werden. Findet man einen Täuschungsversuch, so wird man je nach Grad des Betrugs gewisse Gegenmaßnahmen in Gang setzen, wie etwa Autorenbefragung oder Inkenntnissetzung der Institutionsleitung, wo die mutmaßlichen Betrüger arbeiten. Um mit dem ganzen Problem richtig umzugehen, wird dabei nach einem Diagramm vorgegangen, dass von der COTE stammt und welches man
hier einsehen kann. Es soll dabei helfen, mit einer als Plagiat vermuteten Arbeit richtig umzugehen.
Quellen:
Sebastian Reusch ist Naturwissenschaftler und studierte Biologie mit den Schwerpunkten Zell- und Entwicklungsbiologie, Genetik und Biotechnologie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Danach arbeitete er am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin an molekularbiologischen Prozessen des Immunsystems. Derzeit promoviert er am IRI Life Sciences der Humboldt-Universität zu Berlin an grundlegenden Fragen der Zellbiologie und Biochemie des Tubulin-Zytoskeletts in Stammzellen. Seine Schwerpunktthemen hier im Blog sind Molekularbiologie und Biomedizin.
Twitter: @MrEnkapsis