Warum ein CO2-Preis gerecht und notwendig ist

Deutschland schwitzt, Hitzerekorde purzeln. Die Kanzlerin höchstpersönlich hat in ihrer Sommer-Pressekonferenz den Schülern von Fridays for Future bescheinigt, die Regierung beim Klimaschutz „sicherlich zur Beschleunigung getrieben“ zu haben. Am 20. September soll das Klimakabinett über ein Maßnahmenpaket entscheiden, und ein zentraler Punkt dürfte ein CO2-Preis sein. Die Atmosphäre mit Kohlendioxid zu belasten soll künftig nicht mehr gratis sein.

Das ist längst überfällig, denn der Ausstoß dieses Treibhausgases verursacht Klimaschäden. Und wer sollte dafür bezahlen: der Verursacher oder die Allgemeinheit? Das Verursacherprinzip ist allgemein anerkannt – wir leiten ja auch nicht unser Abwasser einfach in die Landschaft, sondern bezahlen mengenabhängige Abwassergebühren. Das ist vor allem auch eine Frage der Gerechtigkeit – warum sollten Sie und ich für Schäden bezahlen müssen, die ein anderer verursacht?

Nun entdeckt so mancher plötzlich seine soziale Ader, wenn es um Klimaschutz geht. Manager der fossilen Energiewirtschaft sorgen sich bei höheren Treibstoffpreisen auf einmal um Arme in Afrika, und Wirtschaftsminister Altmaier engagiert sich für die Rentnerin, die auch einmal billig nach Mallorca fliegen möchte. Doch einkommensschwache  Menschen durch billige Brennstoffe zu unterstützen ist extrem ineffektiv. Denn Besserverdienende verursachen in der Regel auch viel CO2 und profitieren daher am meisten von Gratisemissionen. Wer Geringverdienern helfen möchte, sollte ihnen einfach mehr Geld statt billigen Treibstoff geben – dann können sie selbst entscheiden, ob sie damit nach Mallorca fliegen wollen oder etwas anderes tun.

Vor einigen Jahren veröffentlichte der wohl kaum der grünen Träumerei verdächtige Internationale Währungsfonds eine Studie über die Höhe der indirekten Subventionen fossiler Brennstoffe – gemeint sind Schäden, die nicht eingepreist sind und die daher die Allgemeinheit belasten. Sie kamen auf atemberaubende 5.300 Milliarden US$ weltweit für 2015. Das sind 6,5 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung! Oder 134 € Subvention pro in die Luft geblasener Tonne CO2. Davon übrigens nur ein Viertel durch Klimawandel – der Löwenanteil entsteht durch Gesundheitsschäden aufgrund von Luftverschmutzung.

Der „Weltklimarat“ IPCC kam in seinem 5. Sachstandsbericht auf Klimaschäden in Höhe von 174 € pro Tonne CO2, fast eintausend US-Dollar pro Erdenbürger und Jahr. Das Umweltbundesamt schätzt in einer eigenen Studie diese Schäden auf 180 € pro Tonne – ansteigend auf 205 € im Jahr 2030 und 240 € im Jahr 2050.

(Daten: CO2-Rechner des Umweltbundesamtes)

Lässt man die Verursacher diese Kosten bezahlen, kann man das eingenommene Geld der Allgemeinheit zurückzugeben, und genau dies sehen auch verschiedene Konzepte der CO2-Bepreisung vor, die in Gutachten für die Bundesregierung in den letzten Wochen vorgestellt wurden. Menschen mit geringen und mittleren Einkommen würden dann in den meisten Fällen trotz höherer Brennstoffkosten mehr Geld im Portemonnaie behalten, während Leute die viel fliegen, ein großes Haus bewohnen und Spritschlucker fahren draufzahlen. Mehr soziale Gerechtigkeit ist ein Vorteil einer klugen CO2-Bepreisung gegenüber den anderen Optionen zum Klimaschutz.

Das wäre einerseits das Ordnungsrecht – beispielsweise ein Verbot von Öl- und Gasheizungen, wie es in Dänemark gilt, oder ein Verbot der Neuzulassung von Autos mit Verbrennungsmotoren, wie es u.a. Schweden ab 2025 und die Niederlande ab 2030 planen. Andererseits gibt es die Förderpolitik, z.B. Fördergelder für Wärmedämmung oder den Kauf von e-Autos. Diese Maßnahmen bringen dem Staat kein Geld ein, das er zur sozial gerechten Ausgestaltung der Klimapolitik verwenden könnte. Förderpolitik kostet den Staat Geld, das dann oft bei Eigenheimbesitzern landet oder den Besserverdienenden, die sich ein e-Auto leisten – womöglich noch als Zweitwagen.

Nun soll ein CO2-Preis natürlich nicht nur gerecht sein sondern auch den CO2-Ausstoß senken. Das tut er u.a., indem es sich dann für Unternehmen lohnt, in klimafreundliche Innovationen zu investieren, indem Menschen weniger mit dem Auto fahren oder sich als nächstes Auto ein e-Auto kaufen, oder indem eine neue Heizung oder Wärmedämmung sich dann schneller rechnen. Denn alle klimafreundlichen Alternativen kämpfen ja gegen die Marktkräfte an, solange fossile Energie direkt und indirekt subventioniert wird. Umgekehrt macht es Sinn: Marktkräfte sollten genutzt werden, um die Klimakrise in den Griff zu bekommen.

Derzeit werden vor allem zwei Modelle diskutiert (PDF): eine nationale CO2-Steuer oder ein nationaler Emissionshandel mit Preiskorridor für die nicht bereits vom EU-Emissionshandel erfassten Sektoren Verkehr und Gebäude. Die Steuer wäre die einfachste Lösung. Längerfristig würde wahrscheinlich ein EU-weiter Emissionshandel quer über alle Sektoren den kostengünstigsten Klimaschutz bieten. Doch das ist kompliziert, und durch Jahrzehnte des Politikversagens (schon das 1990 von der Regierung Kohl für 2005 verkündete Klimaziel wurde verfehlt) ist die Klimakrise jetzt so dringend geworden, dass keine Zeit mehr für lange Verhandlungen bleibt. Jetzt sind sofort wirksame Gegenmaßnahmen erforderlich. Wer jetzt noch vor „nationalen Alleingängen“ warnt, setzt sich dem Verdacht aus, eine unverantwortliche Verzögerungstaktik zu betreiben.

Zumal andere Nationen ja längst weiter sind als wir. Von den 28 EU-Mitgliedern haben bereits 12 Staaten zusätzlich zum europäischen Emissionshandel nationale CO2-Preise, alle in Form einer Steuer (siehe Karte). Etliche weitere Staaten weltweit diskutieren sie. In der Schweiz liegt die 2008 eingeführte CO2-Abgabe bei 85 € pro Tonne, und die Bürger bekommen zum Ausgleich jedes Jahr eine „Klimadividende“ auf pro-Kopf-Basis ausbezahlt. In Schweden liegt der 1991 eingeführte CO2-Preis bei 115 € pro Tonne. Beide Länder sind meines Wissens nicht verelendet.

CO2-Preise in Europa zusätzlich zum EU-Emissionshandel. Quelle: Germanwatch

Ein CO2-Preis ist daher das unverzichtbare Leitinstrument beim Klimaschutz. Dennoch reicht er alleine nicht aus, sondern muss von anderen Maßnahmen flankiert werden. Das liegt zum Beispiel daran, dass Systemwechsel – etwa vom Verbrennungsmotor zur Elektromobilität oder von fossilem Strom zu erneuerbarem – anfangs hohe Investitionen in Technologie und Infrastruktur erfordern, die auch bei einem hohen CO2-Preis zu riskant für private Investoren sind, selbst wenn sie sich langfristig rechnen. Dies braucht eine mutige Regierung mit Gestaltungswillen und einer klugen Strategie. 

Auch wenn sich jetzt abzeichnet, dass der lange überfällige CO2-Preis kommen wird, besteht die Gefahr, dass er zu niedrig ist und durch Ausnahmeregelungen verwässert wird. Doch die Zeit für Klimaschutz, der niemandem wehtut, ist leider durch die Jahrzehnte des Zauderns verspielt worden. Peter Altmaiers These, Klimaschutz dürfe die Wirtschaft nicht belasten, ist abwegig – nicht nur weil auf Dauer Nichtstun die Wirtschaft viel stärker belasten wird als erfolgreicher Klimaschutz.

[Sorry, der Link in dem Tweet geht inzwischen nicht mehr. Die Meldung vom Deutschlandfunk hatte den Titel: “Altmaier (CDU) – Mehr Klimaschutz darf Wirtschaft nicht belasten”]

Alle Staaten haben sich 2015 in Paris zu Anstrengungen verpflichtet, die globale Erwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen. Der IPCC-Bericht vom vergangenen Jahr hat nochmals deutlich gemacht, wie wichtig dieses Ziel ist – und dass dazu die weltweiten Emissionen bis 2030 gegenüber heute halbiert werden müssen. Die Klimagerechtigkeit verlangt, dass reiche Industriestaaten wie Deutschland noch rascher reduzieren – denn wir emittieren auch pro Kopf doppelt so viel CO2 wie der Weltdurchschnitt. Nur drei Länder haben mehr zum bisherigen CO2-Anstieg in der Atmosphäre beigetragen als Deutschland: die USA, China und Russland. Das bisherige deutsche Reduktionsziel für 2030 – und um das drehen sich die aktuellen Debatten – reicht bei weitem nicht aus, um einen fairen Beitrag zum Erreichen der Paris-Ziele zu leisten. Daher werden die jungen Menschen von Fridays for Future wohl auch nach dem 20. September allen Grund haben, weiter zu streiken und zu demonstrieren.

Link

Sehr nützliche Übersicht von RiffReporter über die diversen Gutachten zum CO2-Preis: Der Preis im Zentrum

Stefan Rahmstorf

Stefan Rahmstorf ist Klimatologe und Abteilungsleiter am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und Professor für Physik der Ozeane an der Universität Potsdam. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf Klimaänderungen in der Erdgeschichte und der Rolle der Ozeane im Klimageschehen.

164 Kommentare

  1. Vor einigen Jahren veröffentlichte der wohl kaum der grünen Träumerei verdächtige Internationale Währungsfonds eine Studie über die Höhe der indirekten Subventionen fossiler Brennstoffe – gemeint sind Schäden, die nicht eingepreist sind und die daher die Allgemeinheit belasten.

    Der Vollständigkeit halber bleibt zu ergänzen:

    Disclaimer: This Working Paper should not be reported as representing the views of the IMF.The views expressed in this Working Paper are those of the author(s) and do not necessarily represent those of the IMF or IMF policy. Working Papers describe research in progress by the author(s) and are published to elicit comments and to further debate.

    Summary:

    This paper provides a comprehensive, updated picture of energy subsidies at the global and regional levels. It focuses on the broad notion of post-tax energy subsidies, which arise when consumer prices are below supply costs plus a tax to reflect environmental damage and an additional tax applied to all consumption goods to raise government revenues. Post-tax energy subsidies are dramatically higher than previously estimated, and are projected to remain high. These subsidies primarily reflect under-pricing from a domestic (rather than global) perspective, so even unilateral price reform is in countries’ own interests. The potential fiscal, environmental and welfare impacts of energy subsidy reform are substantial.

    Ob Leute von der gegenwärtigen oder zukünftigen Regierungen hier in Deutschland sich einmal in brauchbarer Weise mit dem Problem beschäftigen bleibt abzuwarten. Ich bin skeptisch.

  2. An alle, die jetzt relativ Einkommensschwache entdeckt haben, die es vor der bösen Klimapolitik zu beschützen gilt. Wegen einer CO2-Steuer geht mir nicht der Stift. Da habe ich durch Konsumänderung Einfluss drauf, ob ich viel zahlen muss oder ob nicht. Nicht so bei der Miete.

  3. Ja, jeden Tag entscheidet fast jeder Bewohner Deutschlands ohne es zu realisieren wieviel fossile Energien er konsumiert und deshalb stimmt folgendes auf alle Fälle (Zitat): alle klimafreundlichen Alternativen kämpfen ja gegen die Marktkräfte an, solange fossile Energie direkt und indirekt subventioniert wird.

    Um den fossilen Energien den Hahn abzudrehen, gibt es nicht allzuviel Möglichkeiten: Man kann Produkte mit hohen CO2-Emissionen gezielt verteuern oder vom Markt nehmen (verbieten) oder aber man beeinflusst jede der alttäglichen Entscheidungen in Richtung weniger Fossillität.

    Da fast alle Produkte aber direkt (z.B.das Automobil) oder indirekt (z.B. die Internetnutzung) mit dem Verbrennen von Öl, Erdgas oder Kohle verbunden sind, kommt man gar nicht darum herum, alle diese Nutzungen von fossiler Energie auf möglichst einfache Art zu verteuern.

    Erstaunlich, dass es gegen eine solche Verteuerung auch heute noch so grosse Widerstände gibt. Erstaunlich allerdings nur, wenn man das feste Ziel voraussetzt von Öl, Kohle und Erdöl wegzukommen. Leider fehlt diese feste Ziel bei allzuvielen Leuten, Organisationen und Regierungen immer noch.

    Ich bin aber zuversichtlich, dass sich das in den nächsten Jahren ändert und dass viele Leute entdecken werden, was man alles machen kann ohne dabei grosse CO2-Emissionen zu verursachen.

  4. @Rahmstorff
    Sie fragen “wer sollte dafür bezahlen: der Verursacher oder die Allgemeinheit?” Das ist beides dasselbe. ich gehöre zur Allgemeinheit und fühle mich durchaus als Verursacher. Ein andere Frage, die Sie stellen: “Welchen Aufpreis bringt eine CO2 Abgabe von 100 Euro pro Tonne CO2”. Da brauche ich keinen CO2-Rechner des BMU. Ich weiss, dass ich einen Ausstoß von ca 9 Tonnen verursache. Also ist der Aufpreis für mich bei korrekter Berechning ca 900 Euro im Jahr, für eine 4-köpfige Familie also 3600 Euro. Ziehen Sie daraus nicht den Schluss, dass ich ein Gegner der CO2-Besteuerung bin. Ich bin nur für ehrliche Zahlen. Ich stimme Ihnen zu, dass Klimaschutz weh tun muss. Leider wird das zu wenig gesagt. Ich lese bei Ihnen immer wieder Sätze wie “Alle Staaten haben sich 2015 in Paris zu Anstrengungen verpflichtet, die globale Erwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen”. Manchmal fügen Sie dazu “völkerrechtlich verbindlich”. Man kann den Satz so stehen lassen, sollte aber dazufügen, dass sich dabei die Representanten dieser Welt gewaltig in die Tasche gelogen haben. Dazu passt ein Bildchen. https://tinyurl.com/y5pxnsnh

    • Es kommt darauf an, einen Anreiz zum Einsparen zu schaffen; dazu muss der Verursacher bezahlen und nicht die Allgemeinheit, denn nur dann wird der Verursacher für Einsparungen belohnt.

  5. Sehr guter Artikel!
    Vor allem die Beispiele der Länder mit hoher CO2-Steuer zeigen ja, dass das die Wirtschaft nicht abwürgt – der Herr Altmaier ist also ganz klar widerlegt.

    Aber so langsam tut sich ja zum Glück was (siehe Klimakabinett), hoffentlich wirds kein kleiner Hüpfer, sondern ein großer Sprung für die Menschheit (in Anlehnung an einen wieder in Erinnerung gerufenen berühmten Astronauten…)

    Zum Fliegen muss ich aber noch ein paar Facts loswerden.

    Die Luftfahrtindustrie rechnet gerne in Litern/100km und preist den Flieger mit 3l/100km/Sitz an, was aber komplett am Problem vorbeigeht. Menschen planen Reisen nach Reisezeit, nicht nach Kilometern. Niemand würde z.B. von Deutschland aus mit dem Bus oder Auto für ein Wochenende nach Barcelona reisen, weil die Reisezeit dann das ganze Wochenende füllt. Auch ein zweiwöchiger Urlaub in der Karibik oder Dubai wäre schlicht nicht machbar. Man muss also in Zeiteinheiten rechnen. Und da sieht es für das Flugzeug übel aus.

    Bei o.g. 3l Kerosin auf 100km und 800 km/h verbraucht ein Flugzeug also ca. 25l Kerosin pro Stunde (auf der Kurzstrecke mehr). Das ist das 15 fache !! eines voll besetzten PKWs auf Urlaubsfahrt (130 km/h = 7l/100km*130km/h = 9l/h = 1,8l /h /Pers, immer noch das 10-fache wenn im Auto nur 4 Personen sitzen.
    Man kann die Rechnung weiter treiben : der Verbrauch des Flugzeugs ist das 50fache eines Reisebus (100km/h bei 25l/h, bei 50 Personen = 0,5l/h/Person).

    Ein Verbrauch von 25l/h ist für Privatpersonen quasi nur im Flieger erreichbar, selbst im dicken SUV muss man sich dafür enorm anstrengen und dann auch noch alleine drinsitzen!

    Unverständlich bleibt also, warum die klimaschädlichste Maschine, die ein Mensch benutzen kann, am meisten subventioniert (bzw. am wenigsten besteuert) wird. Da ist energisches Umsteuern mit um die 100€ pro Tonne CO2 sofort nötig.

    (ich will die heute mal wieder gemessenen Rekordtemperaturen hier gar nicht als Argumente reinwerfen)

  6. Peter Altmaiers These, Klimaschutz dürfe die Wirtschaft nicht belasten, ist abwegig

    ____________________________________________
    Das stimmt allerdings. Es geht nicht ohne dass wir alle belastet werden.
    Vorsorge für die Zukunft kostet immer erstmal. Auch wenn es sich langfristig rentiert.

    Grundsätzlich wär die CO2-Steuer eine saubere, unbürokratische und logische Sache.
    Eine Stellschraube die man präzise und einfach justieren kann.
    Und ein konkreter einzelner Wert über den man sich international einigen kann.
    Geht bspw China nicht auf die Forderungen der übrigen Weltgemeinschaft ein, werden einfach seine Exportgüter mit entsprechendem Einfuhrzoll belegt.
    Einzelnen Lämdern kann man ja durchaus befristete Sonderkonditionen einräumen.

  7. Joachim S
    Vor allem die Beispiele der Länder mit hoher CO2-Steuer zeigen ja, dass das die Wirtschaft nicht abwürgt – der Herr Altmaier ist also ganz klar widerlegt.

    Zusätzliche Kosten belasten die Wirtschaft zusätzlich und verschlechtern die Konkurrenzfähigkeit gegenüber einem Wettbewerber ohne diese Kosten.
    Daran gibts nichts zu rütteln, das ist ein ehernes Gestz.
    Und selbsverständlich kann das Verlust von Marktanteilen oder gar Konkurs bedeuten.

  8. “Jahrzehntelanges Politikversagen” vs. “mutige Regierung mit Gestaltungswillen und kluger Strategie”
    Also wenn ich jetzt von der Vergangenheit auf die Zukunft schließen müsste: was ist wohl wahrscheinlicher? weiter Jahrzehnte des Politikversagens? oder Mut und Klugheit in der Politik?

    Die FFF-Bewegung die Regierung beim Klimaschutz „sicherlich zur Beschleunigung getrieben“? Klingt für mich mehr nach: Verständnis heucheln, aussitzen und weitermachen wie bisher, sprich weiter jahrzehntelanges Politikversagen. Und die Vertreter der FFF-Bewegung glauben mit ihren Bettelprotesten an die Regierung etwas zu bewirken?
    Sorry, aber die politische Naivität der FFF-Bewegung können wir uns auch nicht mehr leisten. Da empfehle ich die Bewegung 15.Mai aus Spanien: “Nicht wer regiert ist das Problem. Das Problem ist das System”.

    Aber mein Klima ceterum censeo:
    ein signifikanter Anteil der Menschheit hat beschlossen bis auf das letzte Mol alle kohlenstoffbasierten, fossilen Energieträger zu verheizen. Und der Rest der Menschheit hat nicht die (direkt-)demokratische Entschlossenheit sie daran zu hindern.

  9. Es ist Seelenbalsam die Artikel und größtenteils auch die Kommentare dazu zu lesen, weil man dann weiß, dass es noch vernünftige Menschen gibt. Schon länger lese ich bei Eike um zu verstehen wie Leugner (in allen Abstufungen) denken. Und es ist erschreckend (oder schön), wie zerstritten die Leugner untereinander sind. Ausserdem glaube ich ein Rückzugsgefecht zu erkennen. Immer weniger leugnen inzwischen, dass es wärmer wird und dadurch zerstreiten sich diese noch mehr.
    Es ist ein großer Verdienst von Herrn Rahmstorf, dass er beharrlich mit Engelsgeduld auch auf die dümmsten und gemeinsten Schreiben sachlich bis stoisch antwortet. Ich hätte diese geduld nicht.
    Mit FFF im Rücken (bzw. im Nacken der Politiker) habe ich neue Hoffnung geschöpft, dass endlich mehr vorwärts geht, wenn auch sicher noch nicht genug. Denn ich bin überzeugt, dass nur durch starke Einschränkungen von jedermann, ob freiwillig oder unter (z.B. Geld-) Zwang noch ein wenig unserer Schädigung der Schwächeren zurückgehalten werden kann.
    Ich versuche gerade eine PV-Freiflächenalage auf einer alten, nicht abgesicherten Mülldeponie anzuschieben und erfahre von der Naturschutzbehörde, dass die Anlage nicht ins Landschaftsbild eines Einödhofs passt. Das sind luxuröse Ansichten, wenn wir in Bayern auch keine Windkraft anschauen können.

  10. Eine CO2 Steuer ist nur dann wirksam, wenn sie europaweit eingeführt würde.
    Eine Fluggesesschaft tankt ihre Flieger dort auf, wo das Flugbenzin am niedrigsten ist.
    Die Kreuzfahrtschiffe erreicht man per Steuer überhaupt nicht.
    Wer sein Haus isolieren lässt, kann das schon seit Jahrzehnten steuerlich absetzen.
    Was will man dann besteuern, den neuen Audi Q5 mit 2 t Gewicht.
    eine Luxussteuer auf den Swimmingpool im Garten. Wer einen Pool im Garten hat, den juckt die Steuer nicht.
    Neue Auflagen für Mietshäuser, damit die Mieten noch höher werden.

    Ich glaube, die CO2 Steuer ist nur blinder Aktionismus.

  11. @Joachim S.
    Sie sagen “Vor allem die Beispiele der Länder mit hoher CO2-Steuer zeigen ja, dass das die Wirtschaft nicht abwürgt”. Hier eine (nicht ganz aktuelle) Liste von Ländern mit CO2 Steuer:
    Finnland (1990), Polen (1990), Schweden (1991), Norwegen (1991), Dänemark (1992), Lettland (1995), Slovenien (1996), Estland (2000), Britisch Columbien (2008), Schweiz (2008), Irland (2010), Island (2010), Japan (2012), Frankreich (2014), Mexico (2014), Portugal (2015), Südafrika (2016), Chile (2017)
    Das klingt gut, aber man muss auch bedenken, dass die CO2-Steuer sehr unterschiedlich ist, in Polen sind es 7Cent pro Tonne. Bei den anderen Ländern sollte man auch prüfen, welches CO2 eigentlich besteuert wird. Länder wie die Schweiz. Frankreich, Finnland, Schweden haben gut lachen. Die können gut Kraftwerkskohle besteuern, da ihre Stromerzeugung ohnehin schon weitgehend CO2-frei ist. Sie finden 100 Euro notwendig. Ich widerspreche Ihnen nicht, ergänze nur, dass das bei 700 Millionen CO2, die Deutschland ausstößt, ein Steueraufkommen von 70 Milliarden Euro bedeuten würde. Ich muss doch noch ein Wort zur Verursachung sagen. Ich kann natürlich ein Brathähnchen verspeisen und dabei mit dem Finger auf den Metzger zeigen und sagen “Du hast den den Tod dieses Tieres verursacht. Du musst mehr Steuern zahlen, das bringt mich dann vielleicht dazu weniger Hähnchen zu essen.”

  12. @Steuern statt Vorschriften

    Ich muss dem unbedingt zustimmen, dass eine CO2-Steuer viel besser funktionieren kann als einzelne Vorschriften und Förderungen. So hat die EEG-Umlage zwar einiges an Zubau von Wind und Sonnenenergie ermöglicht, aber das mussten die Privatverbraucher alleine bezahlen. Die Industrie hat ihren Strom soweit ich weiß sogar noch günstiger als zuvor bekommen. Viele Privatverbraucher haben mittlerweile einen neuen Kühlschrank und überall LEDs in der Wohnung, aber viel mehr geht hier gar nicht einzusparen.

    Wenn die Industrie hier mitbezahlt hätte, wäre in dem Sektor sicher einiges an Einsparungen passiert, letztlich wären auch stromfressenden Produkte, z.B. Google-Rechenzentren oder Aluminium, teurer geworden und damit in vielen Bereichen auch vermieden oder durch andere Materialien ersetzt worden.

    Ein Beispiel für eine wirksame Vorschrift ist, dass Geräte wie Computer und Drucker nicht mehr die früher üblichen Standby-Werte von 5 bis 15 watt haben dürfen.

    Eine CO2-Steuer von am besten eher 200 € statt 100 €/Tonne wird mittelfristig sehr viel bewegen können. Z.B. wenn Erdgas so um 4 ct/Kwh teurer wird, wäre Synthesegas zum Heizen aus Überschüssen aus der regenerativen Stromproduktion vermutlich bald konkurrenzfähig.

    Dagegen wäre eine Einzelförderung von 2 To schweren Elektro-SUVs mit 400 km Reichweite komplett kontraproduktiv. Der Energieeinsatz für die Produktion derart großer Akkus würde die Einsparung beim Verbrauch zunichte machen. Kleine Stadtflitzer mit geringer Reichweite sehen da schon sehr viel besser aus. Hier wäre eine Anfangsförderung, auch für flächendeckende Ladestationen, noch akzeptabel, finde ich.

    Noch besser wären hier aber sichere und schnelle Radwege, und die würden nicht nur am klimafreundlichsten sein, sondern auch gesünder für die Radfahrer und besser für die gesamte Lebensqualität in den Städten. Die Radwege wären auch die Voraussetzung dafür, dass das Vermeiden von teurerer Automobilität durch das Umsteigen auf das Fahrrad überhaupt möglich ist. Öffentliche Verkehrsmittel im Nahverkehr sind auch teuer, langsam, unbequem, unzuverlässig, verbrauchen auch einiges an Energie und haben gar nicht die nötigen Kapazitäten.

    Es nützt auch wenig, wenn zwar fossile Energie teurer wird, aber keine Baugenehmigungen für neue Windräder im Hinterland mehr erteilt werden. Photovoltaik ist langfristig sehr vielversprechend, aber mittelfristig ist Windenergie vor allem im Hinterland in Deutschland noch am konkurrenzfähigsten. Wenn das hier weiter ausgebremst wird, dann wird eher nur alles teuer, und es passiert immer noch wenig.

    Gut für die Kraftwerksbetreiber. Jedes Jahr, das hier verklüngelt wird, bringt noch ein weiteres Jahr gute Erträge mit längst abgeschriebenen Anlagen. Die Lobbyarbeit seitens der Stromkonzerne ist offenbar nach wie vor sehr erfolgreich. Auch die sozial sehr ungünstige EEG-Umlage hat hier sicherlich das Image der Klimapolitik in Deutschland stark beschädigt. Dass sich Kleinverbraucher, die sich weder PKWs noch Flugreisen leisten können, derart voll zur Kasse gebeten werden, kann den Eindruck hinterlassen, hier verarscht zu werden. Ich kann erst mal nur hoffen, das eine zukünftige grüne Bundesregierung auch die soziale Seite von Politik auf dem Schirm hat.

    Was die Besteuerung von Flugbenzin angeht, wären hier dramatische Einsparungen zu erwarten. Der Flugverkehr könnte sich dadurch halbieren, oder mehr, schätze ich. Die Spritkosten sind beim Fliegen derart wesentlich für den Preis, dass hier wohl auch der Grund für die Steuerbefreiung liegt: Ohne diese Subventionierung wäre das ganze Umsatz in dem Segment in Gefahr. Alternativen wie bei PKWs gibt es nicht, die einzig sinnvolle Alternative ist eben nicht zu fliegen, und den Urlaub an Orte zu verlegen, die mit Bus, Bahn oder Auto erreichbar sind. Wenn die Business-Flieger, und die es sich noch leisten können, dann am Ende mit Synthesesprit fliegen müssen, ist das möglich, aber eben entsprechend sehr teuer. Aus physikalischen Gründen, damit müssen wir leben.

  13. orinoco
    Die FFF-Bewegung die Regierung beim Klimaschutz „sicherlich zur Beschleunigung getrieben“?

    Natürlich. Diese Bewegung ist Ausdruck des Wählerwillens, und sie beeinflusst den Wählerwillen andrer.
    Nichts “treibt” Politiker mehr als der Wählerwillen. Gegen diesen können sie nämlich höchstens eine Legislaturperiode überleben.

    Dass der Eine oder Andere auch noch zum Nachdenken über die Sache angeregt wird, möchte ich auch nicht vollständig ausschließen.

    Das Problem ist das System”.

    Ach herrjeh, schon wieder das ominöse “System”….

  14. Denn Armen würde es im Moment am meisten helfen, wenn man die Existenzsicherungsfrage als wissenschaftlich zu beantwortende Frage sehen würde, in den Teilen die wissenschaftlich behandelt werden können. Die Kanzlerin hat ja nicht nur fälschlich behauptet, dass es Stromkosten zusätzlich zum Regelbedarf gibt, sondern auch, dass sich die Regelbedarfshöhe an den Ausgaben der unteren 20%, orientiert. Schon die Zahl stimmt nicht, es sind 15%. https://www1.wdr.de/daserste/monitor/sendungen/hartz-vier-114.html

    Das Bundesverfassungsgericht hat zunächst gefordert (1 BvL 1/09), die sog. verdeckt Armen hier auszuschließen, d.h. diejenigen, die weniger als Grundsicherung bekommen, aber keinen Antrag stellen. Wenn diese zuverlässig ermittelt werden können, müssen sie aus den 15% herausgenommen werden.

    In 1 BvL 10/12 hat es dann festgelegt, was so “zuverlässig” ist, dass sich der Gesetzgeber daran halten muss. Es darf sich nicht nur um eine Schätzung handeln, auch eine zuverlässige Schätzung kann dem Gesetzgeber egal sein

    “Sowohl die Ergebnisse eines im Auftrag des zuständigen Bundesministeriums erstellten wissenschaftlichen Gutachtens des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) als auch die im Ausschuss für Arbeit und Soziales des Deutschen Bundestages angehörten Sachverständigen einschließlich derjenigen des Statistischen Bundesamtes gaben an, die Zahl der Haushalte in verdeckter Armut sei nur im Wege einer Schätzung zu beziffern (Protokoll 17/41, S. 656 ff.; BTDrucks 17/14282, S. 4 f.; im Ergebnis so auch Becker, SozSich 2014, S. 93 ). Auch eine sachgerechte Schätzung ist jedoch mit Unsicherheiten behaftet, weshalb der Gesetzgeber nicht gezwungen ist, zur Bestimmung der Höhe von Sozialleistungen auf eine bloß näherungsweise Berechnung abzustellen (vgl. BVerfGE 125, 175 ).”

    Was verstehen die hier unter Schätzung? Nichts speziell juristisches. Dasselbe wie die Mathematiker. Jede Berechnung aus einer Stichprobe ist eine Schätzung. Jede. Der Gesetzgeber, der die ganze Regelsatzberechnung auf Statistik aufbaut darf das. Aber wo ihm das Ergebnis nicht gefällt darf er jederzeit die Statistik, einfach weil sie Statistik ist, als nicht geeignet ablehnen.

    Nachdem das Bundesverfassungsgericht im ersten Urteil spektakulär den Gesetzgeber verpflichtet hat, sorgfältig zu ermitteln, hat es ihm im zweiten, kaum beachteten, dann erlaubt mit den Ergebnissen zu machen, was er will. Das betrifft nicht nur das Beispiel der verdeckt Armen. Die ganze Berechnung ist vollen mit solchen willkürlichen “Herausnahmen”, also abweichend von dem, von der Kanzlerin behauptem “… ziemlich gute[m] System.” https://www1.wdr.de/daserste/monitor/sendungen/hartz-vier-114.html

  15. Zu: Eberhard Freitag
    25.07.2019, 16:54 Uhr

    @Rahmstorf
    Sie fragen “wer sollte dafür bezahlen: der Verursacher oder die Allgemeinheit?” Das ist beides dasselbe.

    Das halte ich für grundfalsch!
    Natürlich verursachen Personen, die viel fliegen, die in übergroßen Wohnungen leben, die unbedacht heizen, die SUV und viel fahren, … viel mehr CO2 als die Allgemeinheit.

    Und selbstverständlich ist es gerecht und hoffentlich lenkungswirksam, diese Verursacher mit beispielsweise 180 €/t CO2 an den Folgekosten zu beteiligen.

    Raimund Kamm

  16. @ fliegenklatsche: Das stimmt so nicht.

    Ein Flugzeug wird nicht (so wie ein PKW) maximal, sondern optimal betankt, schließlich treibt jedes kg Treibstoff, das sinnlos mitgeführt wird, den Verbrauch währed des Fluges weiter in die Höhe, und zwar deutlich mehr als beim PKW. Man fliegt also nicht in der Gegend rum, sieht eine billige Tankstelle und haut sich den Tank voll.

    Hausbewohner die ihre Heizkosten senken wollen, profitieren durchaus nicht immer von steuerlichen Vorteilen, z. B. weil sie ohnehin wenig Steuern zahlen oder die Arbeiten selbst erledigen möchten. Diese Menschen profitieren davon, dass sie Heizenergie sparen und letztendlich noch einen Haushalts-Bonus aus der CO2-Besteuerung erhalten.

    Und ob es nun einen Energieverschwender “juckt” ist mir doch egal, die Hauptsache ist, er bezahlt für seine CO2-Produktion. Das tut er mit den derzeitigen gesetzlichen Regelungen nicht, sondern wird noch dafür belohnt, dass er das Fluzeug statt die Bahn benutzt.

  17. Man kann sich ja nur wundern, dass ein Schulmädchen die Kanzlerin zum umdenken zwingt. Eine Frau, ein System, was an Beraterfirmen jährlich Milliarden bezahlt, damit sie Zukunftsvisionen für dieses Land entwickeln, hört auf einmal auf die Meinung der Straße und nicht auf Wirtschaftslobbyisten ?
    Wie naiv muss man sein, um diese plumpe Wahltaktik nicht zu durchschauen ?! Wieder einmal bezahlt der einfache Bürger und nicht ,die in den Jahren davor satte Gewinne gemacht haben .

  18. @fliegenklatsche 26.07.2019, 10:27 Uhr
    “Eine CO2 Steuer ist nur dann wirksam, wenn sie europaweit eingeführt würde.”
    Nach dieser Logik wären die CO2-Steuern in anderen Staaten der EU jetzt unwirksam, weil es in Deutschland keine gibt.

    “Eine Fluggesesschaft tankt ihre Flieger dort auf, wo das Flugbenzin am niedrigsten ist.”
    Ich vermute, hier ist der Preis gemeint. Würde auf einem Flug von Frankfurt nach Paris dann also in Polen getankt, oder in Litauen, oder außerhalb der EU?

    “Die Kreuzfahrtschiffe erreicht man per Steuer überhaupt nicht.”
    Für die Binnenkreuzfahrt ist laut Auskunft eines Stadtrats der Grünen der Bund zuständig. https://www.regensburg-digital.de/hubers-sehnsucht-nach-einem-westfaelischen-frieden/10072019/

  19. @Kamm,
    “Und selbstverständlich ist es gerecht und hoffentlich lenkungswirksam, diese Verursacher mit beispielsweise 180 €/t CO2 an den Folgekosten zu beteiligen.” Ich verhake mich an dem “DIESE Verursacher”. Meinen Sie, dass man nur die Vielflieger und Besitzer großer Wohnunen zur Kasse bitten soll? Dann bekommen Sie wahrscheinlich nicht viel zusammen. Sie sind auch Verursacher, wie auch ich, vielleicht in geringerem Maße als andere, aber Kleinvieh macht auch Mist. Eine CO2-Besteuerung sollte alles CO2 besteuern, es gibt kein gutes und schlechtes CO2. Also müssten die 700 Millionenen CO2, die Deutschland (ca) ausstößt, besteuert werden, bei Ihrem Betrag von 180 Euro pro Tonne sind das dann 126 Milliarden Euro, die dann jährlich zusammenkommen. Wenn Sie das durchsetzen wollen, werden Sie auf Widerstand stoßen, und Sie können nicht sicher sein, ob die Maßnahme erfolgreich wäre. Die Frage der Verlagerung des CO2-Austoßes in andere Länder ist hier schon angesprochen worden. Um mit Hans-Werner Sinn zu reden. “Gut gewollt ist noch lange nicht gut gemacht”. Und nochmals, eine wirksame Bekämpfung des Klimawandels werden zunächst einmal große Opfer bedeuten. Churchill hat dem britischen Volk, als er es in den zweiten Weltkrieg führte, “blood sweat and tears” versprochen. Uns fehlt ein Klima-Churchill.

  20. Robert Kühn,
    Wirtschaftslenkung über Steuern ist unsozial.
    30 € im Monat weniger haben ist für Familien mit knappem Einkommen härter als für einen Großverdiener.
    Und wenn wir schon beim Beispiel Flugzeug versus Bahn sind, die Fluggesellschaften sind preisgünstiger, weil sie weniger besteuert werden. Ökologisch ist das schlecht, weil die Flugzeuge das CO2 in die höheren Luftschichten transportieren.
    Der Gtertransport per LKW ist preisgünstiger als der Gütertransport per Bahn, weil die Bahn ihre Strecken selbst finanzieren muss, der gewerbliche Güterverkehr muss das nicht, der benützt das allgemeine Straßennetz.
    Was Sie fordern ist noch mehr Bürokratie, eine Firma kann die Steuervorteile nutzen, der Privatmensch schreckt davor zurück.
    Wir sollten nicht zum Büttel des Staates werden !l
    Wenn wir es ernst meinen mit der Reduzierung von CO2, dann müssen wir zuerst die Urlaubsflüge verbieten. Jawohl verbieten, alles andere ist Augenwischerei.
    Wir müssen unsere PKWs leichter machen, für eine Person reichen 1000 kg.
    Und wir müssen die Klimaanlagen verbieten.
    Und dann zeigt es sich, ob wir gerüstet sind für das nächste Jahrhundert.

  21. zahlen die besser Verdiener nicht eh schon zu hohe Steuern?

    Quoten um 50% sind üblich und nach Anteil:
    top 1%… rund 20%!
    top 10% ca. 51%
    top 50% ca. 93%!!!

    solche Ideen können und dürfen sich niemals durchsetzen, auch vor der Tatsache, dass die EU gerade mal gut 10% der globalen THG Emissionen verursacht und wir uns geopolitisch wie- wirtschaftlich auf keinen Fall selbst zerstören sollten, zumindest es den anderen nicht zu sehr erleichtern.

  22. hat sich schon mal wer überlegt, was passieren würde,
    wenn plötzlich auch nur 20% weniger Menschen Flugzeuge nützen würden?

    Wie viele x zehntausende Arbeitsplätze gehen alleine in D schlagartig verloren, wie wirkt sich das auf das Wirtschaftswachstum aus, welches wir ja auf keinen Fall länger als 1-2 Jahre nahe Null oder gar darunter halten müssen.

    Ok, in einer Traumwelt bzw. in jener der “Gretas” mag das ja alles super toll sein, nur eben nicht in der realen Welt.

  23. @ Ch. K.

    Es gibt einen Widerspruch zwischen dem Klimaschutz, und damit dem Leben/Überleben der Menschheit , und den Interessen des Kapitals, einer kleinen Gruppe die auf Kosten des Klimas/ der Umwelt Profimaximierung betreibt.

    Dieser Widerspruch lässt sich nur auf eine Art & Weise lösen: Es muss ein neues besseres Wirtschaftssystem her das allen Menschen dient

  24. ” Christian K.
    hat sich schon mal wer überlegt, was passieren würde,
    wenn plötzlich auch nur 20% weniger Menschen Flugzeuge nützen würden?
    Wie viele x zehntausende Arbeitsplätze gehen alleine in D schlagartig verloren”
    ______________________________________________________________
    Uninteresssant.
    Das Geld wird dann für was Anderes ausgegeben und es entstehen
    zehtausende neue Arbeitsplätze.

  25. @fliegenklatsche
    30 € im Monat weniger haben ist für Familien mit knappem Einkommen härter als für einen Großverdiener.
    _________________________________________________
    Das ist nun mal so. In allen Lebensbereichen und egal wofür die 30 Euro ausgegeben werden. Die Marktwirtschaft beruht nun mal auf solchen Unterschieden.

    Und nein, Flugreisen und Klimaanlagen sollen und können nicht verboten werden. Das wird niemals passieren und es ist auch gut so.

  26. An: Eberhard Freitag 27.07.2019, 17:34 Uhr

    Selbstverständlich soll grundsätzlich alles aus der Verbrennung fossiler Stoffe (Erdgas, Erdöl, Kohle) freigesetzte CO2 besteuert werden. Selbstverständlich auch das von Ihnen und mir verursachte.

    Und dies soll aufkommensneutral geschehen. Das heißt andere Abgaben sollen in gleichem Maße gesenkt werden. Vielleicht die Stromsteuer, die EEG-Umlage, die Mineralölsteuer.

    Da auch die technische Freisetzung von Methan außerordentlich klimaschädlich ist und stark dazu beizutragen droht, dass wir Kipppunkte im Klimasystem (Auftauen der Permafrostböden, Schmelzen des Meereis, Abtauen riesiger Mengen der Gletscher in Grönland und der Westantarktis usw.) innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahrhunderte überschreiten werden, sollte auch die Freisetzung von Methan entweder durch Regeln unterbunden oder durch Steuern teuer werden. Solche Methan-Freisetzungen gibt es durch undichte Erdgasförderstellen, Leckagen in den viele hunderte Kilometer langen Leitungen oder auch Methanschlupf bei der Verbrennung (Erdgas wird unverbrannt mit dem Abgas ausgeschieden). Da ein Methan Molekül (CH4) etwa die 25- bis 30-fache Klimawirkung wie ein CO2-Molekül hat, ist die Verbrennung von Erdgas (=Methan) schon klimaschädlicher als die Verbrennung von Kohle, wenn mehr als 3 % des Erdgases/Methans unverbrannt entweichen.

    Prinzipiell ist anzustreben, dass alle Energien ihre Voll- und Folgekosten tragen. Da die Folgekosten (steigende Todeszahlen an Hitzetagen, Waldschäden durch Trockenheit, Ernteausfälle, Flut- und Sturmschäden, Kosten für Deiche aber auch für die Umsiedlung von hunderte Millionen Menschen, die durch den Anstieg der Meere um einige Meter ihre Städte/Lebensräume verlieren werden, usw.) meistens räumlich und zeitlich weit entfernt von der Verursachung entstehen, muss der Staat die Gelder einnehmen und direkt oder über Fonds an die Geschädigten weiterleiten.

    Raimund Kamm

  27. Klimaschutz ist wichtig, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die Schüler von Fridays for Future lediglich für eine Steuererhöhung protestieren. Deutschland hat jetzt schon die zweithöchste Steuerbelastung in der EU (nach Belgien) und mit einer zusätzlichen Steuer könnten wir leicht den ersten Platz erreichen. Die Einführung einer regionalen CO2-Steuer wird das Klima auch kaum verbessern. Sie wird in erster Linie die weniger Begüterten sowie den Mittelstand treffen und nicht die Reichen, denen eine CO2-Steuer egal sein kann, weil sie diese aus der Portokasse bezahlen. Effektiver wäre es, erst einmal klimaschädliche Subventionen abzubauen oder dem weltweiten Schiffsverkehr, der als einer der größten Verschmutzer gilt, eine wirksame Abgastechnik vorzuschreiben. Und was ist mit dem Klimakiller Militär? Dieses wurde angeblich auf Druck der USA und der NATO-Staaten aus dem Kyoto-Protokoll und anderen Klimadokumenten ausgeklammert. Ohne globales Umdenken und Zusammenwirken lässt sich der Klimawandel nicht aufhalten. Aus diesem Grund sollte man Klimaschutz und Friedenspolitik verbinden.

  28. Verursacherprinzip?

    Ja, bei Privatpersonen wird da gerne danach geschrien. Aber wie ist es bei den großen “Verursachern”?

    Die Atomwirtschaft hat die Verantwortung für die Entsorgung ihres Mülls an die Gesellschaft (Staat) ausgelagert.
    Die großen Energieverbraucher zahlen keine EEG-Umlage und generell die allerkleinsten Strompreise.
    Dieselabgas-Skandal, wo wird da nach dem Verursacherprinzip gehandelt? Alles wird auf den Kleinen Endverbraucher abgewälzt. Die Aktionäre und Manager können vorher ihren Reibach aus den Umsätzen abhohlen.
    Wo zahlt Amazon für die von ihnen in Deutschland verursachten Kosten, wie Straßenabnutzung, Luftverschmutzung, etc. durch den Lieferverkehr? In Luxemburg mit einer Pippifax-Steuer?
    Wo werden die großen Vermögen zur Kasse gebeten für die Schäden, die sie verursachen? Nirgends.

    Aber sobald es um den Kleinen Mann geht, wird sofort “Verursacherprinzip” geschrien. Während man in Vorstandsetagen, Politik, Banken und Berater-Companys über die “Verursachung” von Millionen- oder Milliardenschäden müde lächelt. Wenn man den Bereich anschaut, so scheint die Verursachung von möglichst großen Schäden finanzieller oder gesellschaftlicher Art sogar so eine Art höhere Weihe und Garantie für Folgeanstellungen mit dann immer noch höheren Jahresbezügen und Boni zu sein.

  29. Christian K,
    der plötzliche Kurswechsel in der Wirtschaftspolitik wäre in der Tat nicht gut. Man muss den Menschen Zeit geben ihr Verhalten zu ändern. Und dazu muss die Politik den Rahmen schaffen und die Richtung aufzeigen.
    Mögliche Veränderungen wären:
    1. Begrenzung der Flüge pro Flughafen und später Reduzierung der Flüge.
    2. Begrenzung des Fahrzeuggewichts bei LKWs und auch bei PKWs nicht nur um den CO2 Austoß zu verringern, sondern auch die Brücken zu entlasten.
    3. Pflicht zur längeren Lagerhaltung, damit der Lieferverkehr “just in time” eingeschränken.
    4. Verringerung der Staatsquote durch Zusammenlegung von Bundesländern um den Wust der Verwaltung einzuschränken.
    5. Verbot von Werbematerial aus Papier. Elektronisch geht dass schneller und ohne Ressourcenverbrauch.

    usw. usw.
    Man muss nur mal die Phantsii einsetzen !

  30. @Andreas Helmut
    Nominal vielleicht, aber nicht effektiv. Dank der reichenfreundlichen Steuer und Sozialgesetze seit Adenauer.

  31. Zwei Punkte zum Thema Arbeitsplatzabbau durch ökologische Regulierungen:

    1. Anfang dieses Jahrhunderts war Deutschland weltweit führend in der Entwicklung und Installation von Solaranlagen zur Stromerzeugung (Photovoltaik). Aufgrund entsprechender Widerstände der konventionellen Energieindustrie (s.u. *) wurde die Förderung innerhalb weniger Jahre eingestellt, wodurch die Solar-Firmen (Hersteller, Händler und Installateure) weitgehend ruiniert wurden.

    Diese Firmen inkl. des erarbeiteten Knowhows wurden anschließend verramscht, hauptsächlich an ausländische Investoren. Dabei gingen zehntausende innovative Arbeitsplätze in Deutschland verloren und es hat niemanden interessiert. Insbesondere gab es keine Finanzmittel für einen sozialverträglichen Ausstieg wie jetzt beispielsweise beim Abbau der Kohleindustrie.

    Hätte man es damals zugelassen, dass sich die deutsche Solarindustrie weiterentwickelt, wären wir heute ein Land, dass sein Geld mit einer zukunftsweisenden Technologie verdient und nicht mit der Produktion von überholten Fahrzeugen.

    2. Die Folgen des CO2-Ausstosses sind seit Beginn der 1990er belegt und werden öffentlich diskutiert. Hätte Deutschland in den letzten 25 Jahren seine Industriepolitik zukunftsweisend ausgerichtet, statt permanent die Forderungen der Industrie zu bedienen, müssten wir uns heute keine Gedanken zum Verlust von Arbeitsplätzen machen. Die Umwandlung dieser Arbeitsplätze wäre im Rahmen einer normalen Anpassung der Industrie langsam und sozialverträglich erfolgt.

    * Eine persönliche Erfahrung:

    Ich habe Mitte der 90er Jahre auf Anfrage des S-H-Wirtschaftsministeriums eine Gruppe von Fachleuten zusammengestellt und begleitet, die ein Förderprogramm zur Solarenergie formulieren sollte. Es entstand daraus ein entsprechendes Gesetz für die Förderung von PV-Anlagen in einem kleinen Rahmen.

    Die weitergehende Forderung der Experten nach einem langfristigen Konzept zur Entwicklung der regenerativen Energie in S-H wurde allerdings mit der Aussage “das können wir gegenüber unserem regionalen Energieversorger nicht durchsetzen” von dem zuständigen Sprecher des Wirtschaftsministeriums abgelehnt!

    Soviel zum Thema demokratische Entscheidungen in der deutschen Industriepolitik.

    Robert Kühn

  32. und @ fliegenklatsche:

    Deiner Aussage “Wirtschaftslenkung über Steuern ist unsozial” kann ich durchaus zustimmen. Der Beleg dafür wird uns täglich vor Augen geführt.

  33. ausgezeichnet Herr/Frau Frankfurter
    Frankfurter
    28.07.2019, 18:27 Uhr

    dann schicken wir einfach dutzende Fluglinien in den Konkurs, mitsamt allen Subfirmen, Bodenpersonal etc. und die machen dann was? Aja, es entstehen ja neue Jobs, welche denn? Vielleicht über die grandiose Idee, man braucht zur Erzeugung von XY Megawatt Strom nicht mehr 100 sondern 10.000 Arbeitskräfte, tolle Idee.
    Wie jedoch Volkswirtschaften mit solchen Weisheiten zurecht kommen könnten, dass interessiert den wahren Klimahelden freilich wenig.

  34. Herr Rahmsdort ist nicht gründlich, nicht konsequent genug. Wenn man den Text von Nico Paech gelesen hat (https://www.mediagnose.de/2019/07/22/ein-professor-packt-aus-die-industrie-muss-zurueckgebaut-werden/), weiß man, dass die einzige Lösung des CO2-Problems die Rückkehr zur mittelalterlichen Subsistenz-Wirtschaft ist. Das bedeutet: weitgehenden Verzicht auf die Nutzung fossiler Energieträger, dafür mehr körperliche Arbeit, keine Flugreisen, kein Fleisch, 20-Stunden-Lohn, Rückbau der Industrie uvm.

    Aber auch Paech hat nicht zu Ende gedacht: Seine Sparwirtschaft wird es nicht schaffen, in Deutschland 80 Millionen Menschen zu ernähren (darunter auch die “Klima-Flüchtlinge”), noch weniger 7 oder 8 Milliarden Erdbewohner. Das heißt schlussendlich, nicht nur die Industrie muss weltweit schrumpfen, sondern eben auch die Weltbevölkerung. Wie wird das geschehen? Durch Verhungern (Modell Mao), durch kleine oder große Kriege, durch Emigration zum Mars??

    Wäre es angesichts dieser trüben Aussichten nicht doch angezeigt, das “CO2-Problem” neu zu überdenken. Es könnte ja sein, dass der Klima-mainstream das eine oder andere übersehen hat. Und dann gäbe es ja noch die Kernkraft ….

  35. @Matti Illoinen
    Was ist “effektiv” ??
    Reiche zahlen ÜBERproportional mehr Steuern,
    und wenige Spitzenverdiener zahlen tatsächlich den größten Teil des Steueraufkommens.

  36. Ganz recht, das “ominöse System”:

    “Die geheimen Machenschaften der Ölindustrie | DW Deutsch”
    https://youtu.be/CdgqXQff75M

    “Die Macht der Agrarlobby”
    https://youtu.be/l2C443iRaI4

    “Der Banker Master of the Universe”
    https://youtu.be/h9t755kvHzE

    Usw usw usw. Want more? Kein Grund zur Aufregung, das “ominöse System” hat sich sehr bald ultimativ und endgültig erledigt^^:

    https://www.heise.de/tp/features/Der-Exodus-der-Geldmenschen-4110247.html

    Von daher:

    Weitermachen.

  37. @ Matti Illoinen
    29.07.2019, 13:17 Uhr

    könnten sie uns bitte erklären, was sie mit “reichenfreudlicher Steuer” meinen?
    Wenn die oberen 10% mehr als die Hälfte der Steuerlast tragen, oft mehr als 50% für Einkommen und Soziales abgeben müssen?
    Da kann ich ihnen nur wünschen, selbst einmal reich zu werden.

  38. Ein paar vernünftige Sätze von Prof. Hans Von Storch in diese Richtung:

    Es wird dann gerne argumentiert, dass Deutschland ein Vorbild sein solle, ein Vorreiter. Auf welchem Pferd soll dieser Reiter sitzen? Ein Pferd aus symbolischen Akten wird es nicht tun, aber ein Pferd aus technologischen Neuerungen, die wirtschaftliche Attraktivität mit Klimafreundlichkeit kombinieren, könnte es tun. Wir alle könnten dazu beitragen, nicht mit einer CO2‐Steuer, die den individuellen Verbrauch mindern soll, sondern mit einer Art „Soli“, die es erlaubt, diese Neuerungen zu finanzieren und in der Welt zu verteilen. Zahlen sollen der Radiologe, der sich einen Tesla leisten kann, und nicht die Hebamme, die mit einem Diesel zur nächsten Patientin unterwegs ist. Und wer soll die Neuerungen zustande bringen? Deutschlands große Ressource – unsere Ingenieure und deren ingenieurwissenschaftliches Wissen.

    https://www.academia.edu/39815307/Klima_als_Querschnittsthema_von_Natur-_Ingenieur-_und_Sozialwissenschaften?email_work_card=interaction_paper

    • Die Ingenieure haben ihre Arbeit ja schon gut gemacht – damit die Innovationen sich dann am Markt auch durchsetzen statt gegen subventionierte fossile anzukämpfen, müssen verursachte Schäden eingepreist werden, wie oben erläutert. Die Hebamme gehört dann finanziell zu den Gewinnern, wenn es richtig gemacht wird.

  39. Da sich die Diskusion mittlerweile in die Richtung “Wer soll das alles bezahlen” entwickelt hat, schiebe ich ein paar Bemerkungen nach:

    1. Die Medien, deren Verlage oder sonstige Betreiber gehören heute fast ausschließlich Milliardären bzw. deren Aktionären. Also die Bildzeitung, Spiegel, die privaten Fernsehsender, Facebook usw., wobei sich leider inzwischen auch die Öffentlich-Rechtlichen dem Diktat des Marktes unterworfen haben, indem sie sich am Kampf um die Zuschauerquote beteiligen um zusätzliche Gelder aus der Reklameindustrie abzugreifen.

    2. Wenn also mal wieder “eine Sau durchs Dorf getrieben wird” beispielsweise die hundert Lungenärzte oder das Baumpflanzen gegen den Klimawandel oder sonstige Fakenews, dann steckt dahinter das Interesse der Besitzenden (der Reichen), die nicht nur den aktuellen Status erhalten möchten, sondern diesen Planeten (die Menschen, die Rohstoffe, die Umwelt) weiterhin ausplündern wollen um auch weiterhin exorbitante Gewinne zu machen.

    3. Das Problem ist, dass sehr viele Menschen dumm oder faul genug sind, dem Mainstream bedingungslos zu glauben, weil er einfache Antworten liefert und sie sich daher nicht um objektive Fakten bemühen müssen, die manchmal etwas komplizierter zu verstehen sind.

    Robert Kühn

  40. Ich sehe wirklich nur technische Möglichkeiten, das Problem zu lösen.

    Warum? Der globale Markt, und die Schwäche Europas.

    Wenn wir uns jetzt klimatisch völlig vorbildlich verhalten würden (wobei die osteuropäischen Länder vermutlich nicht mitspielen würden) – um das europäische CO2 einzusparen und dabei die Hälfte unserer Wirtschaft abwürgen und uns in eine Wirtschaftskrise stürzen –

    werden wir weniger Öl, Gas und Kohle verbrauchen. Ok.

    Das wird den Weltmarktpreis für diese Produkte senken, sobald der Verzicht spürbar wird.

    Was macht dann der Rest der Welt? Öl wird billiger, also wird ölbasierte Mobilität günstiger. SUVs für die Mittelschicht, von den USA über China bis zum aufstrebenden Teil von Afrika. Mehr Flugreisen, man fliegt dann halt wenn man seine Übersee-Verwandten (Die erwünschte Mehr-Migration heißt mehr Flugreisen) besuchen will mit dem teuren EU-Flugsprit nur nach Istambul und dann mit dem Billigsprit nach Nairobi, Shanghai oder sonstwo hin.

    Ökoeffekt: Nahe 0, nur Europa hat ein besseres Gewissen.

    Deswegen: Die E-Mobilität steht erst ganz ganz am Anfang – Die heutigen Batterien sind immer noch für Smartphones oder Laptops, aber nicht für Autos, Kurzstreckenflieger und Lufttaxis optimiert.

    Energieerzeugung: Hier muß global gedacht werden wie beim Öl, nicht lokal. Eine Solarfarm in der Atacama-Wüste liefert pro investiertem € das x-fache wie ein Dach in Norddeutschland – überlegen wir uns Transportmöglichkeiten.

    Wenn dann z.B. der Wasserstoff billiger ist als das Gas bzw. in den neuen tollen Flugzeugen verbrannt werden kann die kein Kerosin mehr vertragen – dann kauft auch Südafrika oder die USA unter Trump CO2-freie Technik.

    Speichertechnik: Auch hier ist alles bis jetzt nur im Labor was großtechnisch einsetzbar ist. Wasserstoff: Versuchsstadium. Redox-Flow-Batterien: Versuchsstadium, und Suche nach skalierbaren (billige Rohstoffe) Elektrolyten.

    Für den Übergang können auch konventionelle Kraftwerke benutzt werden – wenn die Kohlemeiler nur noch 2 Wochen im Jahr benötigt werden um unangenehme Wetterlagen zu überbrücken, ist das meiste schon geschafft.

    Im übrigen: Der Windkraftausbau in D ist fast zum Stehen gekommen und schafft es kaum noch, stillgelegte Anlagen zu ersetzen:
    https://www.windbranche.de/windenergie-ausbau/deutschland . Hier haben außer “besorgten Bürgern” auch Umweltschutzgruppen eine gehörige Mitschuld.

    Und ohne Windkraft keine Öko-Stromversorgung von Oktober – März.

    Andere Bereiche werden komplett vernachlässigt.
    In der Eifel wären große Geothermieanlagen möglich – die auch die Fernwärme des gesamten Ruhrbebiets und bis Frankfurt versorgen könnten.
    Es ist klar, das dann mit kleinen Erdbeben gerechnet werden muß – also ist die Technik nicht einsetzbar.
    Wenn die Technik ausentwickelt ist, würde sie sich auch in vielen anderen Ländern mit Vulkanismus (leicht erreichbaren Hotspots) einsetzen lassen.

  41. @Christian K.
    Wir schicken niemanden in Konkurs.
    Wir nehmen es aber in Kauf wenn Fluglinien in Konkurs gehen. Selbsverständlich!
    Genauso selbsverständlich wie wir es in Kauf nehmen wenn Tabakunternehmen durch eine Anti-Raucher-Kampagne in Konkurs gehen.

  42. Die Ingenieure haben ihre Arbeit ja schon gut gemacht

    ___________________________________________________
    Trotzdem gibt es noch unendlich viel weiterzuentwickeln. Und das werden sie ja tun. Beauftragt und bezahlt werden sie von der Industrie.
    Die Industrie in einer Marktwirtschaft investiert umso mehr in die Weiterentwicklung der alternativen Energien, je mehr es sich für sie rentiert.
    Und es rentiert sich umso mehr, je teurer die Verbrennung von fossilen Energieträgern wird. Und genau das (unter anderem) ist Sinn und Zweck einer CO2-Steuer.

  43. Ich gehöre nicht gerade zu den Spitzenverdienern,
    fahre ein älteres (Bj. 200,0 Euro 4, Benzin) gebraucht gekauftes Auto, da ich mir kein neues überteuertes Auto leisten kann und will,
    habe vor 7 Jahren ein Haus gekauft und mittlerweile auch Frau und Kind.
    Das Geld reicht trotz sparsamer Lebensweise nur knapp für mich und meine kleine Familie.

    Muß ich (und mit Sicherheit gibt es genug in meiner oder ähnlicher Situation) jetzt wirklich finanziell bestraft werden weil ich mir kein neues Auto oder eine nagelneue Heizung etc. leisten kann?
    Werde ich jetzt bestraft weil ich Hausbesitzer bin,
    möchte das mein Sohn in unseren eigenen vier Wänden aufwächst,
    bzw. weil ich mihm später ein Haus hinterlassen will?

    Auf den Kosten werden wieder nur die kleinen Leute sitzenbleiben,
    weil sich die Großen irgendwie rauswinden.
    Und erzählt mir nicht das man was zurück bekommt,
    wir müssen jetzt schon um jeden Pfenning bzw. Cent kämpfen,
    sei es Kindergeld, Elterngeld etc.

  44. @Investitionserhaltung

    So wichtig es ist, endlich eine CO2-Steuer einzuführen, sollte diese nicht zu schnell in voller Höhe eingeführt werden. Also z.B. erst 50 € pro Tonne CO2 sofort, und dann allmählich ansteigend, bis zu 200 € pro Tonne in 15 Jahren, wie es den gemeinschaftlichen Kosten entspricht, die diese Emissionen verursachen.

    Wie hier im Blog schon geschrieben, sollten die getätigten Investitionen z.B. in PKWs nicht einfach ohne Vorwarnung im Betrieb so teuer werden, dass sie ihren Wert verlieren. Das wäre einfach nur teuer, weil so schnell sowieso nicht neue Elektroautos gebaut und finanziert werden können, und die regenerative Stromproduktion noch nicht genug ausgebaut ist, dass man Elektroautos auch damit aufladen kann. Wer sich richtige Spritfresser angeschafft hat, hätte hier aber rein moralisch gesehen auch weniger Anspruch auf Rücksicht, meine ich.

    Das gilt im Prinzip auch für Kraftwerke, weil gerade die Kraftwerksbetreiber über ihre erfolgreiche Lobbyarbeit selber mit die Hauptverursacher für das jahrzehntelange Verzögern von wirksamen Klimaschutzmaßnahmen sind. Von daher hätte ich mit denen kein Mitleid, wenn deren Kohlekraftwerke wegen der CO2-Steuer nicht mehr wirtschaftlich sind und stillgelegt werden müssen. Zumindest die älteren davon sind auch längst abgeschrieben, auch wenn sie rein technisch noch 20 Jahre laufen könnten. Im Segment Stromproduktion kann man von mir aus gerne die CO2-Steuer schneller ansteigen lassen, sie würde dann auch die EEG-Umlage ersetzten können, die von Anfang an so unsozial wie irgend möglich gestaltet worden ist.

    Auch was Flugreisen angeht, würden durch eine erfolgreiche starke Reduktion von Flugreisen riesige Investitionen in den Urlaubsländern wertlos werden, gleichzeitig gibt es gar nicht ein hinreichendes Angebot an Hotels und Urlaubsinfrastruktur in ohne Flieger zu erreichenden Urlaubsorten. Wenn also hier die CO2-Steuer erst langsam eingeführt wird, können sich die Touristikanbieter darauf auch einstellen. Das selbe gilt für die Investitionen in die Flugzeuge und die Flughäfen.

    In allen Fällen macht es weniger Sinn, getätigte Investitionen wertlos zu machen, wenn ein Ersatz in der Geschwindigkeit gar nicht geleistet werden kann. Auch die Kapazitäten der Solarzellenhersteller und der Windkraftaufsteller muss erstmal mitwachsen, und die Verlegung neuer Strom- und Gasleitungen sowie der Einbau von smarten Stromzählern brauchen ein paar Jahre.

    Aber es muss was passieren, dass hier einige Investitionen teilweise an Wert verlieren, wenn bessere Technik eingeführt wird, ist unvermeidlich und gehört auch generell zum unternehmerisches Risiko dazu. Wenn ich mir ein neues Smartphone gekauft habe, verliert dieses auch schnell an Wert, weil einfach ständig bessere und modernere Geräte auf den Markt kommen. Das gehört zu jedem Fortschritt dazu, dass veraltete Technik irgendwann eben auch wertlos werden kann, auch wenn die Geräte selbst noch funktionieren.

    Was Autos mit Verbrennungsmotor betrifft, könnte dieser genau wie bei den LKWs sowieso dennoch eine Zukunft haben. Mit synthetischen Kraftstoffen betrieben, die aus Wind- und Solarstromüberschüssen hergestellt werden, wären diese auch 100% emmissionsfrei, und es wäre nur noch eine Kostenfrage. Bei PKWs, die nur 2 mal im Jahr für eine längere Urlaubsfahrt genutzt werden, macht eine Batterie mit 400 km Reichweite keinen Sinn, wenn sie so selten auch genutzt wird. Hier wäre ein Leihfahrzeug wohl am wirtschaftlichsten, aber wer unbedingt ein entsprechendes Statussymbol braucht, wäre mit einem Benziner dann am umweltfreundlichsten unterwegs, vorausgesetzt er benutzt für den täglichen Stadtverkehr einen kleinen Elektroflitzer mit geringer Reichweite als Zweitwagen. Wenn das Statussymbol dann vor der Tür steht, steht es da ja nicht verkehrt.

  45. Ich wohne auf dem Land, ohne nennenswerte Infrastruktur oder brauchbare Öffis.
    Meine tägliche Fahrstrecke zur Arbeit in der Stadt mit meinem 4 Jahre alten Diesel beträgt insgesamt 84 km.
    Ich muss damit rechnen, dass dort bald ein Fahrverbot für mein Auto beschlossen wird.

    Leider kann ich mir kein neues Auto leisten, weil ich den Diesel finanziert habe und der inzwischen einen unakteptablen Wertverlust hat.
    Ich müsste dann zusätzlich noch Öffis bezahlen.

    Wenn ich dann noch mit einer CO2 Steuer bestraft werde, weil ich täglich zur Arbeit fahre, komme ich langsam an den Punkt, wo ich mir ernsthaft überlege, aus wirtschaftlichen Gründen (bin weit entfernt von Ihrer Gehaltsklasse) nicht mehr arbeiten zu gehen und mich vom Staat aushalten zu lassen.

    Im Übrigen haben hiesige Handwerker bereits angekündigt, die sie betreffende CO2 Steuer 1:1 an die Kunden weiterzugeben.
    Dürften Industrie und Handel auch so handhaben.

  46. Was ist das denn für eine Logig, die ärmeren besser zu bezahlen, damit sie auch einmal nach Mallorca fliegen können. Wenn man schon CO2 im Focus hat, mit Einsparungen die Welt zu retten (10% CO2 in der Erdgeschichte hat den Planeten auch nicht verbrannt) sollten alle Kriege beendet und Militärmanöver verboten werden, die Forschung an sicheren und umweltverträglichen Atomkraftwerken forciert, die Gewinnung von Lithium eingeschränkt, die extensive Abholzung verboten werden und der Dieselmotor weiterhin seine Daseinsberechtigung haben. Auch könnten, mit einer weltweiten Aufforstung, fossile Brennstoffe CO2 neutral werden. Das eigentliche Problem ist doch die auf Profit und Wachstum ausgerichtete Wirtschaft. Hier muss der Hebel gegen die Umweltsünden angelegt werden. Die höhere Besteuerung von Gas und Erdöl soll doch in erster LInie die entsprechenden Exportländer, z.B. Russland, treffen. Alles andere ist nur vorgeschoben!

  47. Mit der CO2 Steuer ist es doch nicht getan. Viele sind alleine beruflich dazu gezwungen, mit dem Auto zur Arbeit zu fahren. Kein Wohnraum in der Stadt, ausgedünnter ÖPNV auf dem Land. Und ich soll für die Zwangslage jetzt noch zusätzlich draufzahlen? Geht’s noch?
    Hier müssen grundlegende gesellschaftliche und wirtschaftliche Änderungen angepackt werden, der Bedarf an Fahrtkilometer runterschrauben durch angenehmere Alternativen.
    Und wann räumt endlich mal einer den LKW-Parkplatz Autobahn leer, z.B. durch die Bahn?
    Und machen wir uns eines nicht vor:
    Ohne mindestens einen der Global-CO2-Schleudern China, USA, Indien und Russland im Öko-Boot, kann die Bilanz selbst der EU noch so grün sein, wir gehen mit unter.

  48. Danke für den Artikel!! Für mich ist eine CO2-Bepreisung unumgänglich – auf der ganzen Linie der hier disukutierten Verursacher!
    Die weltweit prognostizierten Auswirkungen durch den Klimawandel lassen – bei allem Schmerz über persönliche Einschnitte und notwendige Anpassungen – alles andere wie die sprichwörtlichen “Peanuts” wirken. Was nützt es den nachfolgenden Generationen, wenn ein “Weiter so” zwar heute Arbeitsplätze erhält, aber letztlich für eine Welt der unkontrollierbaren Naturkatastrophen sorgt?

  49. Hallo,
    co2 ist kein Klimagas. Das sollte so langsam eigentlich jeder wissen. CO2 hat nichts mit der Erwärmung der Erde zu tun. Das steuert die Sonne mit entsprechenden Perioden von wenig und perioden mit viel Aktivtät. Guter Bericht darüber auf zdf neo (Terra X). Außerdem haben wir doch schon eine CO2 Steuer in Deutschland. Dieses heisst ÖkoSteuer. Und man sieht auch bei dieser – wie bei allem – nur der kleine Bürger bezahlt diese. Grossverbraucher (Industrie) sind ausgenommen. Lieber kümmert euch darum, dass nicht jedes Jahr ein neues Mobiltelefon gekauft wird. Der Regenwald abgeholzt. Dagegen kann der Mensch etwas machen.

  50. Naja Herr Rahmstrof,
    wir haben doch schon eine CO2 bepreisung des Sprits z.B.

    Auf Benzin ist eine Steuerlast von 60%, auf Diesel von 55%. Weit über den üblichen 19% auf Allgemeine Waren.

    Auf Strom haben wir übrigens nur 24 % Steuer, d.h der wird im Verhältnis zu Benzin und Diesel stark subventioniert, ebenso wie Heizöl.

    Und wie regelt man das mit den Waren ?
    Bei einem Baterrieauto entstehen große Emissionen bei der Herstellung. Ca. ca 8-14 Tonnen CO2 je Auto (abghängig der Batteriegröße) alleine für die Batterie?
    Wie lassen sie dass den einfließen, wenn die Batterie noch dazu im Ausland gefertigt wird?

    Ähnliches passiert ja bei der Photovoltaik, praktisch alle PV Module kommen aus dem Ausland, ihr CO2 Footprint geht aber nicht in die Bilanz mit ein…
    Genauso könnte man fordern, das CO2 wird gleich an der Quelle (Ölförderland) besteuert…

    • Letzteres ist keine schlechte (und natürlich auch keine neue) Idee, man nennt es Upstream-CO2-Preis. Bei der Förderung oder beim Import an der Grenze, da man wohl davon ausgehen muss, dass Saudi-Arabien etc. keine solche Bepreisung einführen werden.

  51. Es ist an der Zeit mal langsam wieder Boden unter die Füße zu bekommen. Es bleibt mir absolut unverständlich, warum ein Konstrukt, dass wir im Grunde schon haben – ist ja nicht so, dass Energieverbrauch nicht massivst besteuert würde, und das konkret seit 30 Jahren diskutiert wird plötzlich auch nur einen minimalen Beitrag zur Reduktion der CO2-Emissionen hierzulande leisten soll. Es widerspricht jeder bisherigen erfahrung, dass etwas was teuer ist weniger konsumiert würde, insofern der Konsum entweder notwendig ist oder mit Statuserhalt verbunden.
    Die Einführung eines CO2-Preises wird außer einer Klagewelle vor dem Bundesverfassungsgericht ob der schon jetzt sichtbaren angestrebten Ausnahmen, keine sichtbare Wirkung entfalten. Selbst wenn dieser 200,-€ je Tonne betragen würde. Und er soll ja auch keine Wirkung entfalten. Weder möchte man soziale Unruhen noch das Wirtschaftssystem, dass nunmal zu 95% auf endlos verfügbarer Energie beruht, gefährden.

    Einzig und allein VERBOTE und feste KONTINGENTE werden die CO2-Emissionen reduzieren.

    Diese aber werden nicht kommen, denn damit wäre das gesamte Wirtschaftssystem gefährdet.

    Es wird sich genau gar nichts ändern. Es sei denn, es kommt eine Wirtschaftskrise größeren Ausmaßes. Dann reduziert sich der CO2-Ausstoß von ganz allein und ohne Steuer.

    Übrigens: gerecht ist eine Steuer nie, genauso wenig, wie sie notwendig ist.

  52. Na prima, Leute, wirklich toll.
    Die meisten werden die CO2-Steuer als gut gedrillte Bürger bestimmt supi finden.
    Ich finde das nicht supi, denn dann müsste ich als Rentnerin, die ich bald sein werde, mich bei allen Dingen einschränken. Und ich dachte, ich könnte mir 1x im Jahr eine kleine Reise leisten.
    Ich schlage vor, dass alle diejenigen diese Steuer bezahlen, die dazu Lust haben und das supi finden – und das soll ja die Mehrheit sein, sagen die Medien.
    Die Grünen könnten ausrechnen, wie viel zu zahlen ist und die Kontonummer angeben.
    Ich habe keine Lust, diese Steuer zu bezahlen.
    Herr Rahmstorf, Sie sind doch total überzeugt, dass diese Steuer notwendig ist. Es freut den Staat bestimmt, wenn Sie ganz freiwillig 100,- € pro t CO2 bezahlen würden.
    Aber dann nicht beim Chef vorsprechen, dass Sie mehr Geld brauchen, das gilt nicht.

    • Klar, ich zahle auch selbst gerne 180,- € pro t CO2, weil ich das richtig und notwendig finde. Aber viele Kommentatoren hier haben den entscheidenden Punkt übersehen, dass Geringverdiener nach den jetzt diskutierten Modellen ja die Gewinner sein werden, weil sie mehr herausbekommen als bezahlen müssen.

  53. Ich habe es irgendwie “gut” bei der Klimadiskussion.

    Ich habe in meinen bisherigen Leben ca. 350.000km auf dem Fahrrad zurückgelegt. Nur um die Wege zur Arbeit und für Einkäufe und Co. zu erledigen.

    Ich bin noch niemals zum Spaß gefolgen. Entweder war es aus wirtschaftlichen Gründen oder aus medizinischen. Für einen Urlaub zu machen? – Warum denn?

    Große Partys machen, den Grill im Sommer in Dauerbetrieb zu nehmen oder mich einfach Abends mit Fleisch aus Argentienen vollstopfen? – Wozu?

    Klar ich habe auch meine Sünden, seien es Chips hier oder Äpfel und Birnen dort.

    Ich fühle mich angegriffen durch die derzeitige Klimapolitik, zeigt Sie mir doch die Ideenlosigkeit, Verlogenheit, Rücksichtlosigkeit und Sinnlosigkeit von Geld nehmen um Umwelt zu schützen.

    So geht das nämlich nicht und basta!

    Was ich aus guten 30 Jahren Bahnfahren, Radfahren und vermeiden sagen kann ist eine einfache Wahrheit: Wir hier in Europa wollen nicht, das man es zuhause macht!

    Am Anfang meines Arbeitsleben hätte man jeden Tag mit dem Auto nach Frankfurt fahren “können”. Es wären jeden Tag ~180 km gewesen. Ich hätte diese mit dem KFZ definitiv schneller zurücklegen können als mit Bus, Bahn und Fahrrad. Ca. 30 Minuten pro Tag hätte ich so einsparen können. Dennoch hatte ich schon damals bewußt entschieden es anders zu machen.

    Belohnt wird man dafür? – Nein – damals war es kaum möglich die Strecke einigermaßen erstattet zu bekommen oder wie die Kollegen damals auf der Arbeit sagten: “Du bis blöde, kostet Bahnticket doch mehr als Sprit für KFZ und deine Decken für dein Rad bekommst auch nicht wieder heraus”.

    Später dann wechselte man die Arbeitsorte und was fand man vor? Noch schlechtere Verbindungen und erst als Spritpreise stiegen, fuhren mehr mit der Bahn.

    Doch stiehlt man den “kleinen Mann” damit seine Lebenszeit und die besserverdiener werden nicht nur mit mehr Lohn, sondern mit wesentlich wertvollerer Zeit belohnt.

    Alles was zur Zeit diskutiert wird, führt dazu das Menschen, die es sich leisten können werden, weiterhin ihre 2-3 Tonnen Fahrzeuge bewegen und sich amüsieren darüber, das so viele sich später in ein schlecht abgestimmtes öffentliches Verkehrsmittel quetschen.

    Sie amüsieren sich dann auch darüber das man z. B. wieder mal 15 Minuten verpsätung hatte und diese dann dank Gleitzeit Kostenneutral für den Arbeitgeber sind, aber das Zeitkonto der Menschen belastet, welche am Ende “Umweltschoned” agieren.

    CO2 Steuer soll also helfen? Sie wird es nicht!

    Was hilft ist wenn wir das Spiel wirklich mal umdrehen. Nicht auf Sprit und Flugpreise draufschlagen und eine Steuer erschaffen, sondern konsequent die Verursacher in die Pflicht nehmen.

    Das sind eben nicht die “kleinen Menschen” es sind die Unternehmungen die auf Kosten von Umwelt und Menschen ihre Millarden anhäufen und nicht bereit sind dieses Geld zu nehmen und damit wirklich etwas gegen Emmisionen zu unternehmen.

    Ich erinnere mich noch genau daran, was ein Aufschrei das war als man damals Gesetze und Veordnung erlassen hatte, nachdem zugebaute Fläche = X Bäume und Sträucher als ausgleichmaßnahme nach sich ziehen, doch genau dort war dann der echte Verursacher mal belastet worden.

    Ergo sollte man es hier auch so tun. Eine Steuer bietet immer Schlupflöcher, Buchhaltertricksereien und anderes.

    Konsequent muss gesagt werden: Dein Unternehmen verbraucht X Menge an KW und erzeugt dabei Y Menge an CO2. Pro Tonne musst du folgendes Zahlen.

    Ich rede dann nicht mehr von 20 Cent oder einem Euro. Ich würde wirklich einfach sagen 1Tonne Co2 = 100 Euro kosten für dich. Nicht erstattungsfähig auf keinerlei Weise!

    Über Nacht und ich garantiere über Nacht! Würde Co2 Vermeidung, Umweltschutz und Emissionbewußtsein mit Priorität 0 auf den Geschäftsplänen erscheinen.

    Sofort würden Unternehmungen beginnen ihre Konzeptionen für Umweltausbeutung und Umweltschädigung umzuwandeln in verträgliche und sparsamte Systeme.

    Der Bürger müsste dafür überhaupt nicht mehr belangt werden! Denn auch wir alle würden uns dann wundern wie schnell Benz, Bmw und all die anderen “über Nacht” E-KFZ auf den Markt stellen würden, wie schnell Energieerzeuger ihren Mix zu 90% aus Ökostrom liefern würden und der Handel alles daran setzen würde Müll zu vermeiden.

    Doch für diese Lösung hat zur Zeit definitiv keiner die sprichwörtlichen “Eier in der Hose”

  54. Dem ist nichts hinzuzufügen. Weil leider zu viele zu dumm UND zu faul sind. Und zu bequem. Ich betrachte mich selbst auch in diesem Licht. Nicht immer, aber meist beqem.Nach mir die Sintflut. Schade, der Mensch als intelligentesten Wesen auf der Erde…………..Hat nichts anderes zu tun als sich selbst auszurotten.

  55. Leider werden hier mal wieder falsche Fakten genannt.
    Denn das hier ist definitiv falsch:

    “Nur drei Länder haben mehr zum bisherigen CO2-Anstieg in der Atmosphäre beigetragen als Deutschland: die USA, China und Russland”

    Richtig wäre: Es sind 5 Länder : China, USA, Indien, Russland, Japan.

    E-Mobilität in der jetzigen propagierten Form ist ein Irrweg.
    Wir können eine solche Ladeinfastruktur gar nicht leisten, die es ermöglichen würde 30 Millionen E-Autos, die vermutlich abends zugleich am Netz hängen, aufzuladen. Möglich wäre hingegen die Nutzung von Flusszellenbatterien in Fahrzeugen. Die Infrastruktur der Tankstellen ist weiterhin nutzbar und auch die Elektrolytbetankung würde nur unwesentlich länger als die jetzigen Brennstoffbetankungsvorgänge dauern. Mit Reichweiten, die sogar die jetzigen Verbrennerfahrzeuge übertreffen.
    Auch der prinzipiell aufwendigere Betrieb mit Wasserstoff- bzw. Brennstoffzellenantrieb, würde dem Mobilitätsgedanken in Richtung CO2-Verminderung helfen.
    Die momentan hauptsächlich gebauten E-Autos in welchen Lithium tonnenweise in Akkus gepackt wird, und wertvollste Resourcen an seltenen Erden benötigen, sind nicht sinnvoll.
    Diese Rohstoffe benötigen wir für ganz andere Anwendungen.

    • Möglicherweise verwechseln Sie die aktuellen Emissionen (da liegt Deutschland auf Rang 6 aller rund 200 Nationen) mit den kumulativen Emissionen, die für den globalen Anstieg verantwortlich sind, und bei denen Deutschland auf Rang 4 liegt? Daten vom Global Carbon Project.

  56. Ich fahre seit 18,5 Jahren einen Lupo 3L, der 3,3 Liter/100km verbraucht. Hat nun 130000 km. Das macht also rund 10 Tonnen co2. Man rät mir, einen E-PKW zu kaufen, fördert das mit 4000 Euro und behauptet, das sein umweltschonend.
    So viel Fehlinformationen in der öffentlichen “Diskussion” ist schon erstaunlich. Fachliche Aufarbeitung des Themas findet nicht statt. Es werden größere und schwerere und schnellere Wagen zugelassen, weit entfernt von globalgerechneter Umweltfreundlichkeit. Man schaut tatenlos zu.

  57. Nach dem die CDU/CSU und FDP der Bundesbahn “privatisiert” haben, um sie der Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft anzunähern – was ja wohl gelungen zu sein scheint ! ” – und Herr Dürr – und seine Nachfolger – aus der “Beamtenbahn” nahzu einen Schrotthaufen gemacht haben, ist sie als Alternative zum Luft- und Individualverkehr im Augenblick wohl eher weniger tauglich.

    Die Mitarbeiter können einem leid tun!!

    Da hilft auch das permanente Geschwafel der Politik allein nicht weiter. Besserung träte schon ein, wenn für jedes “Schwafelwort” nur ein Cent in den Ausbau und die Unterhaltung des Schienenverkehrs fleßen würden.

    Statt dessen holt der “grüne” (???) Verkehrsminister Hessens, Herr Tarrek Al Wazir, Ryan Air nach Frankfurt, – wohl um die Fehlprognosen der Ausbaupläne zu verschleiern (?) – macht damit das Billigfliegen noch attraktiver, und kümmert sich einen Dreck um den Dreck und den Lärm – am Tag und in der Nacht !

    Wie sagte Jaques in der Mainzer Fernsehsitzung: “Gell Herr Al Wazir, en guude Job is besser als gut Luft!”

    Na ja: Al Wazir hat den guten Job, und wir die “gute “Luft !

    Und jetzt wird wieder gelabert, nur nicht über die Kerosinsteuer – oder doch ?

  58. Warum sprechen und diskutieren hier alle nur von Brennstoffen – Autos, Flugzeugen und Heizungen…
    Wieso spricht hier niemand über die Massentierhaltungen und den Abgasen dieser (armen Tiere), die genauso an dem Klimadilemma mitverantwortlich sind?
    …oder menschliche Abgase durch zuviel Fleisch- und Milchproduktekonsum, Zucker etc. von verfaulenden und gärenden Prozessen in den Därmen der Menschen…auch diese Gase sind mitverantwortlich…
    Da wird doch eine sinnvolle CO2 Aufpreisverteilung breiter angelegt, sodass Fleischprodukte, Zuckerwaren und Milchprodukte auch höherpreisig werden müssten.

  59. Ich habe lange überlegt, ob ich das hier überhaupt schreiben soll, aber ich glaube es ist erforderlich, damit manche Leute ihr Gehirn in die richtige Richtung lenken. Versuchen Sie einmal Ihr Unterbewusstsein in den Griff zu bekommen. Wieso? Je öfter man eine Lüge hört, desto glaubhafter wirkt sie in den Ohren derjenigen, die sie hören.

    Ich kann jeden verstehen, der etwas für unsere Umwelt machen möchte. Das ist ja eigentlich auch normal, denn wir leben schließlich auf diesem Planeten. Und dass es allgemein wärmer geworden ist, kann man ja wohl nicht bestreiten.

    Aber ist das CO² daran Schuld, dass sich das Klima erwärmt, wie uns das die Medien versuchen beizubringen? Dazu müssen wir uns einmal unsere gesamte Athmosphäre ansehen. Woraus besteht sie? Ca. 78% Stickstoff, ca. 21% Sauerstoff, ca. 1% Edelgase, wovon das CO² nur ca. 0,04 % ausmacht. Von diesen 0,04 % sind 96% natürlichen Ursprungs und nur 4 % menschengemacht.

    Und damit fällt das Kartenhaus der CO²-Lüge vollständig zusammen, weil der menschengemachte Anteil nur 0,0016 % ausmacht. Kann man alles nachlesen, wenn man danach sucht. Doch das erzählen die Mainstream-Medien natürlich nicht.

    Es gab zu allen Zeiten Warm- und Kaltzeiten. Erinnern wir uns an die diversen Eiszeiten. Und es gab auch schon Warmzeiten, die erheblich wärmer waren als zur Zeit, und da gab es kein durch Menschen gemachtes CO², so wie heute.

    Ein Tipp an alle, die bisher noch noch ungläubig aus der Wäsche geschaut haben: Hört mal Vorträge von Klimaforschern zur CO²-Lüge, die im Rentenalter sind, also nicht mehr von irgendwelchen Institutionen abhängig sind. Da kommen ganz andere Ergebisse bei raus, als uns unsere Medien weiß machen wollen.

  60. Erstaunlich, dass der Aspekt des Bevölkerungswachstums an keiner Stelle angesprochen wird. Afrika wird in den nächsten Jahren das stärkste Wachstum aufweisen, vor Asien und Amerika. Nur für Europa ist ein Rückgang prognostiziert.
    Selbst wenn Afrika im Vergleich zu Asien keine großen Entwicklungsfortschritte macht, bedeutet dies doch Ressourcen, Wasser, Ackerland etc. bereitzustellen. Diese Ressourcen gehen aber im Falle des Ackerlandes auf Kosten des Primärwaldes. Fortschreitende Desertifikation wird die Grundwasserressourcen reduzieren und Migrationsdruck auslösen. Zwar mag das alles den CO2-Ausstoß pro Kopf nicht erhöhen, wohl aber
    1.in Summe der Anzahl der Menschen und
    2. durch Veränderung der Landnutzung.
    Es ist wohl unserer Evolution geschuldet immer mehr haben und werden zu wollen. Ob und wie das “Gier-Gen” ausschaltbar ist, daran wäre zu arbeiten.

  61. Muss ich leider so bestätigen. Es wird nicht nach links oder rechts geschaut.

    Schade das vieles so hingenommen wird. Meist ist der kleine “Mann/Frau” der darunter leidente. Der Gutverdiener hat kein Problem mit verhältnismäßig Mehrkosten. Der kleine Bürger der mit altem Auto aus dem weit entfernten Dorf in die Stadt muss um seiner Arbeit nachzugehen wird doppelt bestraft. Schade. Eine Ressourcenschonende und für Großkonzerne geltende Regelung bezüglich Verschwendung in jeglicher Form wäre meines Erachtens eine durchaus bessere Möglichkeit. Leider kommt es nun zu einem Problem. Der große Konzern möchte doch nicht mehr Zahlen und wird dagegen protestieren. Der kleine Mann wird womöglich meckern aber mehr nicht.

    Ich hoffe trotzdem das Leute sich auch etwas von der “vorgekauten” Meinung abwenden und sich selbst etwas Gedanken machen.

  62. Ich bin gegen eine CO2-Steuer. Natürlich muss die Emission von CO2 einen Preis haben, aber ein Steuer ist das falsche Instrument, genauso sind die aktuellen Vorschläge falsch konstruiert.

    Es gibt übrigens schon eine CO2-Steuer auf Diesel und Benzin. Diese nennt sich Ökosteuer und hat seit ihrer Einführung ungefähr 350 Mrd. Euro (17,5 Mrd. p.a.) erlöst. Das Geld verschwindet in der Rentenversicherung. Für Strom gibt es übrigens die Stromsteuer. Soviel zu meiner Aussage, dass eine Steuer das falsche Instrument ist. Man bräuchte eine Zweckbindung bzw. eine Abgabe, o.ä..

    Nun zum Punkt, dass die Vorschläge falsch konstruiert sind: Aktuell läuft es nur auf Kosten der deutschen Bevölkerung und der deutschen Wirtschaft. Davon halte ich nichts. Wenn man die CO2-Abgabe richtig konstruieren will, dann ist bitteschön ALLES zu erfassen und dann fangen wir als erstes bei den Importen an. Denn Produkte, die unproblematisch in Deutschland/EU gefertigt werden könnten aber aus Lohndumpinggründen in Fernost produziert werden, produzieren unnötiges CO2. Im Idealfall wird die komplette Lieferkette zurückverfolgt und mit einer CO2-/Umweltschutzabgabe belegt. Bestimmte Industriebereiche werden anschließend sicherlich ihre Produktion nach Europa zurückverlagern, weil die Logistik dann endlich adäquat eingepreist wird.

    Gegen eine CO2-Steuer/Abgabe mit Zweckbindung, die auf alle konsumierten/produzierten Güter inklusive der Importe erhoben wird, habe ich nichts einzuwenden. Diese würde ich eher noch begrüßen.

  63. Sehr geehrter Herr Rahmstorf,

    so richtig ich es finde, die CO2 Belastung zu diskutieren, finde ich es jedoch erstaunlich, dass andere Klima-beeinflussende Stoffe in der Diskussion so gut wie nie erwähnt werden. Insbesondere finde ich erstaunlich, dass das Thema Methan, verursacht vorrangig durch Rinder, so überhaupt nicht in der Diskussion auftaucht, obwohl dieses ein Vielfaches ( je nach Berechnung und Institut ein 5-15 faches) zur Klimaerwärmung beiträgt. Ich bin Vegetarier, für mich wird wenig Methan erzeugt. Durch erhebliche Reduktion der Tier-Erzeugung, und durch geänderte Futtermittel, nicht nur Mais Silage, könnte der Treibhauseffekt auch erheblich beeinflusst werden. Leider lese ich weder bei Ihnen noch bei anderen von einer ausgeglichenen Belastung für ALLE Klima-beeinflussenden Abgase. Da scheint mir die Presse und die Diskutierenden doch auf einem Auge ziemlich blind zu sein.

    Als Vegetarier könnte man ja fragen, ob man für sein Essverhalten eine Klimagutschrift erhält.

    Wie hoch wären denn die Verwaltungskosten (und die durch diese Verwaltung erzeugte Klimabelastung) bezogen auf den erzieherischen Wert der CO2 Abgaben? Würde das Netto überhaupt einen Effekt haben, ausser der Ablasszahlung zur Beruhigung des Gewissens?

    Am besten gründet man eine neue CO2 Behörde. Schliesslich sind in absehbarer Zeit wieder Wahlen, und man muss ja schon heute daran denken, wie man verdiente Mitstreiter versorgen kann (zugegeben etwas polemisch, leider lehrt die Erfahrung lehrt, dass es deshalb nicht falsch sein muss).

    Was ich mir wünschen würde, wäre eine sachliche Diskussion aller Klimafaktoren, und ein durchdachtes Konzept, positive Anreize zur Klimaschonung zu schaffen, und nicht schon wieder mit Verboten und Gebühren zu kommen.

    Wo ist denn das nachhaltige Konzept, wirklich klimafreundliche Baukonzepte, z.B. Warmwasserkollektoren, zu fördern, anstatt in Millionen Tonnen von klimaschädlichem Styropor zu investieren (zudem Sondermüll, der dann auch noch klimaschädlich verbrannt wird), oder auf Solarzellen zu bauen, die bei der Produktion in den Ursprungsländern ganze Landstriche unbewohnbar macht?

    Ihr Beitrag ist gut, aber ich würde mir wünschen, dass noch einige weitere Folgen dazu kommen, die auch diese Aspekte kritisch bewerten, damit Umwelt- und Klimaschutz endlich ganzheitlich gedacht wird.

    • Methan trägt nur pro Molekül mehr zum Treibhauseffekt bei als CO2, aber der Anstieg ist viel geringer: nur um 1 ppm beim Methan, 130 ppm beim CO2. Insgesamt trägt CO2 daher rund dreimal soviel zur globalen Erwärmung bei wie Methan.

  64. Ich hätte einen etwas anderen Ansatz für die ganze Thematik.

    Einkommmensschwache Menschen werden durch eine CO2 Steuer offensichtlich stark benachteiligt. Menschen die genügend Geld haben sich einen neuen AMG, oder ein groß SUV zu leisten, dagegen werden die neue Zusatzsteuer bestimmt nicht lustig finden, aber sie wird ihnen am Ende des Monats nicht wirklich auffallen.

    Ziel muss also sein, dass Menschen, die stark darunter leiden würden zu entlasten und gleichzeitig mehr soziale Gerechtigkeit nach oben aufzubauen.

    Warum nicht eine Luxussteuer auf große und teure Autos setzen, niemand braucht einen SQ7, aber er wird trotzdem gekauft, niemand braucht einen S63 AMG, aber er wird trotzdem gekauft. Mein Ansatz wäre, dass zum einen, der nächst größere/ineffizientere Motor eine deutliche steuerliche Mehrbelastung erhält. Beispiel, das müsste noch genau abgewogen werden, aber 4Zyl -> 6 Zyl 5000 Euro Umweltaufschlag, 6Zyl auf 8 Zyl 10 000 Euro Aufschlag. Wem es so wichtig ist, würde das trotzdem bezahlen, aber es würde zum einen vielen weh tun das zahlen zu müssen und eventuell einige zum Umdenken bewegen, ob so viel Leistung im Alltag wirklich notwendig ist.
    Gleichzeitig könnte man einen Größenaufschlag einbauen. Fahrzeuge bis zu der Größe eines A4/C-Klasse/Passat bleiben davon unberührt. Wer unbedingt einen A6 oder eine S Klasse möchte, zahlt in einer separaten Staffelung noch Mal drauf, zum Beispiel A4 -> A6 10 000 Euro Aufschlag, A6 -> A8 20 000 Euro Aufschlag. Bei einem Kaufpreis von 150 000 Euro wären das 20% Luxussteuer als Aufschlag, für den kleinsten Motor. Dazu eine Extra SUV Steuer, da sie erwiesenermaßen gegenüber dem vergleichbaren Kombi schwerer sind und einen deutlich höheren Verbrauch haben, bei im Normalfall keinerlei Mehrnutzen(Wer schickt bitte wirklich einen SQ7 jede Woche in den Wald? Naja, außer Top Gear vielleicht und selbst dann sind richtige Geländewagen sinnvoller oder die Geländevariante des Kombis ausreichend). Niemand braucht wirklich einen SUV oder einen 7er BMW, man kauft sie, weil man sie haben will, das heißt die Steuer wäre ein fairer Ausgleich für Leute, die unbedingt das größere Auto haben müssen, ungeachtet der Folgen für Verkehr, Infrastruktur und Umwelt.

    Die Mehrreinnahmen, die aus diesem Konzept entstehen, werden genutzt um natürlich den Bürokratieaufwand zu decken und kleine, verbrauchsgünstige Fahrzeuge und die Entwicklung von Ladeinfrastruktur und Elektrofahrzeugen im Land zu subventionieren, das heißt sie fließt direkt an die Hersteller zurück, welche sich vorab verpflichten müssen, wofür sie das Geld einsetzen werden.

    Werden kleinere Fahrzeuge subventioniert, sind sie damit vielleicht auch eine Alternative für Einkommensschwächere, die sich bisher nur schwer oder kaum ein Auto mit neuer Abgas/Antriebstechnik leisten konnten. Wer sonst fährt noch den 15 Jahre alten Passat, der inzwischen nicht mehr in die Stadt darf und bei jedem Tritt aufs Gaspedal eine schwarze Wolke ausstößt, sowie bei jedem TÜV gebangt wird, ob er es dieses Mal wieder schafft. Halbfreiwillige Luxusabgabe und Subventionierung der einkommensschwächeren Schichten der Gesellschaft. Vielleicht reicht ja doch die kleinere Variante?
    Mercedes als Beispiel hat 2018 820.721 SUV verkauft und im Vergleich nur 609.000 Kompaktfahrzeuge, GLA mit eingerechnet. Das ist doch einfach nur noch Wahnsinn.

  65. Sg. Herr Stefan Rahmstorf
    31.07.2019, 15:09 Uhr

    das sehe ich grundlegend anders. Sie meinen offensichtlich die “Schäden” welche die fossile Industrie angerichtet hat?

    Dazu muss ich sagen, dass wir allen Millionen Menschen, welche in diesen Brachen über Jahrzehnte geschuftet haben, unendlich dankbar sein müssten. Auch den Regierungen mit ihren Subventionen in die fossile , stabile Energieversorgung müssen wir noch lange danken, denn ohne diese Menschen, ohne diese damals wie heute hoch entwickelten Technologien, hätten wie alle hier niemals eine derartige Wohlfahrt erfahren, dürfen. Ohne die Nutzung der fossilen Stoffe, würden wir noch immer im dunklen Mittelalter verharren und Bäume gäbe es nur noch auf alten Ölmalereien zu sehen.

    Tatsächlich ist das fossile Ende recht nahe und die “Transformation” muss stattfinden, alleine schon wegen der gefährlichen Abhängigkeit und Endlichkeit. Meinetwegen auch aus klimatischen Gründen, die Energiefrage erscheint mir persönlich aber wesentlich brisanter, egal.

    Um diesen schwierigen Wandel nachhaltig umzusetzen, braucht es wieder gescheite Köpfe aus allen möglichen Branchen. Was es aber ganz sicher nicht braucht, sind Ideologen, Populisten (Politiker), Alarmisten, also all jene, welche die notwendige Sachlichkeit und Unaufgeregtheit nicht erfassen. Es macht also keinen Sinn, die fossile Industrie plötzlich als Satan, als Schuldigen für eh alles hinzustellen, aus solch dunklen Zeiten sollten wir gelernt haben, die Transformation wird nur auf Augenhöhe, mit gegenseitigem Respekt, mit viel Geschick und Sachverstand gelingen und vor allem mit einer üppigen Portion Geduld.

  66. Was die “mehr als 50%” angeht, lesen Sie doch einmal bitte den von Prof. Rahmstorf verlinkten Artikel zum Thema Einkommenssteuer und Grenzsteuersatz.
    Reichenfreundliche Gesetze: deutliches Absenken des Spitzensteuersatzes (schon unter Helmut Kohl begonnen), Aussetzen der Vermögenssteuer, keine effektive Besteuerung von Schenkungen und Erbschaften, lächerliche Kapitalertragssteuern, steuerbefreite Unternehmensverkäufe etc.

    Einen ähnlich großen Anteil wie die Einnahmen aus der Einkommens- und Lohnsteuer stellen zudem die Einnahmen aus der Umsatzsteuer dar. Hier werden aber die ärmeren Bevölkerungsteile relativ stärker belastet, da diese ihre Ausgaben ja nicht sonderlich zurückfahren und das Geld sparen bzw. anlegen können.

  67. Dr. Ulrich von Weizsäcker – der Neffe des ehem. Bundespräsidenten und Sohn des Physikers Carl Friedrich – hat in einer Rede auf dem Kirchentag 1991 in Essen bereits ein Modell vorgestellt, nach dem jedes Jahr der Preis für fossile Energieträger um Prozentsatz x plus Inflationsrate steigen sollte.
    Der Club of Rome hat im Jahr 1973 bereits das Werk “Grenzen des Wachstums” vorgestellt und Urlaubsreisen mit dem Flugzeug in ferne Urlaubsregionen statt ans nahe Mittelmeer mit dem Hinweis, dass im Vordergrund das Freizeit-Erlebnis doch im Vordergrund stehe, als fragwürdig hingestellt.
    Die Wissenschaft hat längst geliefert. Warum braucht die Politik so lange für die Umsetzung?
    Die Grünen haben ein Jahrzehnt verschwendet – die kompletten 80er Jahre – mit Grabenkämpfen zwischen Fundies und Realos, dass sie für viele Bürger nicht wählbar waren, dass schließlich sogar Herbert Gruhl als Mitgründer sich abwenden musste.
    Was lernen Volks- und Betriebswirte, also auch unsere Manager an den Universitäten? Optimieren in Form von Geldeinheiten – also Gewinne erhöhen, Kosten senken. Das kann man schön eindimensional wie in der Oberstufenmathematik. Dass es auch andere Maßstäbe geben könnte, wie beispielsweise Umweltverbrauch, wurde dort höchstens erwähnt, aber konnte ja leider nie ordentlich eingepreist werden. Die Politik ist seit Jahrzehnten gefordert, endlich Preise für fossile Energieträger zu setzen, hat sich aber erfolgreich weggeduckt. Man könnte sich fragen, warum Politiker überhaupt ihren Beruf ausüben. Minister haben doch mal geschworen, den Nutzen des Wolkes zu mehren, Schaden von ihm zu wenden.
    Das meinte Greta Thun offenbar, als sie forderte, sie möchte Panik in ihren Augen sehen. Denn die Botschaft scheint bisher meist immer noch nicht angekommmen.

  68. Ich halte den CO2 Wahn in Europa auch für absoluten Unsinn: Die Zeit drängt und man muss an den großen Hebeln ansetzen. Die großen Verursacher sind einige Staaten der Welt, Mega-Cities mit 25 Millionen Menschen, Datenverkehr und sinnlose Whatsapp Nachrichten – bis zu 3000 pro Handy-Nutzer je Monat, Bitcoin-Errechnung, bald auch die Facebook-Währung, Kohle-Kraftwerke, Flaring, die Abholzung der Wälder… oder gar eine WM in Katar….?!
    Mit einer unsinnigen Verteufelung – auch begrifflich – von CO2 lenkt man nur von den wesentlichen Hebeln ab, die man ziehen müsste.
    Schauen Sie sich doch mal Beispeilhaft den Energiebedarf von China und den Anstieg an.Schauen Sie sich auch die Liste der Städte der Welt an, die den hächsten CO2 Ausstoss verursachen. Deutschland spielt da quasi nicht mit, ausgenommen Köln durch einen Messfehler (Angabe 6,9 Millionen Einwohner total falsch) und Berlin. Deutschland kann nur auf die Schmutzfinken Einfluss nehmen, wenn es eine Industrienation bleibt. Wenn wir uns selber in die Bedeutungslosigkeit schießen, können wir ncihts mehr ändern. Es macht auch keinen Sinn den deutschen Bürger zu melken mit einer CO2 Steuer (der Name ist ja schon Unfug genug und zeugt von biologischem Unverständnis) – damit wir dann SUV in die halbe Welt exportieren. Ich finde es absolut richtig, dass wir ein ökologisches Bewusstein bewahren, fördern, leben – aber man sollte die Bürger nicht veralbern. Ich kann nur jedem raten: 1 Nachmittag Recherche, Statistiken ansehen, Co2 Ausstoss nach Ländern, nach Städten, nach Energie-Trägern usw. dann sieht man – wo dringend angesetzt werden muss.

  69. Mich würde interessieren, ob dabei auch die Situation von Mieterinnen und Mietern mit bedacht wird – erst recht in Städten mit angespanntem Wohnungsmarkt und entsprechend hohen Mieten, die aus mittleren Verdienern schnell mal Geringverdiener machen. Wenn dann noch die Heizkosten besteuert werden würden, würde die Lage für viele noch extremer werden, und das wäre selbst bei moderatem Heizverhalten nicht gerecht. Wer zur Miete wohnt, hat ja in der Regel keinen Einfluss darauf, was für eine Art Heizung in der Wohnung verbaut ist. Wenn ich den Artikel richtig verstehe, würden die Mieter aber allein schon für die Verwendung einer Gasheizung draufzahlen müssen, die sie sich allerdings gar nicht selbst ausgesucht haben. In solchen Bereichen müsste aus meiner Sicht jedenfalls klar geregelt werden, wer eigentlich wo welchen Einfluss auf Klimaschäden nehmen kann und wer “mitgefangen” und vor allem ohne nennenswerten Hebel ist, die Situation aktiv zu verändern.

  70. Ich habe lange überlegt ob ich mich in diese Argumentationsschau einbringe. Die Vernunft gebietet mir jedoch mitzumachen und meine Sichtweise darzustellen. Unsere demokratische Regierung versucht durch Steuern (Abgaben) unser Verhalten zu lenken. Sektsteuer (aus ZEITEN DER MONARCHIE), Tabaksteuer, etc.

    Was uns wirklich lenken könnte ist – Überzeugungsarbeit.

    Nicht nur die Reduzierung auf Nachhaltigkeit in der Produktion, die oft genug nur werbewirksam eingesetzt wird, sondern eine ständige Kontrolle des Gefährdungspotenzials. Unsere Regierung ist verpflichtet für unser Wohl zu sorgen. Das ist Ihre ureigenste Aufgabe. Wenn es eine Bedrohung durch Produktionstechniken oder Nutzung der Produkte entsteht ist es die Aufgabe der Unternehmen diese einzustellen. Das Unternehmen, nicht der Konsumenten.

    Die Lastenverteilung durch eine CO2-Steuer bedeutet, dass der Konsument mitbeteiligt wird.

    Hallo ihr Unternehmen, proklamiert nicht nur ihr wisst wo es langgeht, sondert hört was gefragt ist.

    Vor 20Jahren (1989) habe ich bei einem Kauf eines VW Lupo gesagt:“ Mein nächster Kauf wird ein E-Auto sein.“ Es gab keins, bei VW?

    Die deutsche Industrie konzentriert sich erst einmal auf die Grosskopferten und nicht auf Kleinwagen mit e-Motor. Wahrscheinlich wären dann auch die Ladestellen überlastet.

    Es gäbe zu viele Variablen, die Unzufriedenheit mit sich brächten.
    Nur weil die Unternehmen zögern Risiken einzugehen – auf Zukunft zu setzen.

    Hallo ich bin Investoren verpflichtet!!!!!!!

    Diese Welt darf nicht mehr Unsere sein. Leider

  71. @Andreas Helmut

    Wenn die oberen 10% mehr als die Hälfte der Steuerlast tragen, oft mehr als 50% für Einkommen und Soziales abgeben müssen?

    Was Sie allerdings vergessen haben dazu zu sagen ist, dass die oberen 10% etwa 2/3 des Vermögens besitzen – sie bezahlen also nicht überproportional viel, sondern unterproportional wenig.
    Im Übrigen frage ich mich, wie man auf mehr als 50% kommt, bei einem Spitzensteuersatz von 45%, der für die ersten 265.000€ nicht mal zu bezahlen ist. Von Sozialabgaben sind die Spitzenverdiener im Übrigen weitestgehend befreit (Stichwort Jahresarbeitsentgeltgrenze, Beitragsbemessungsgrenze (sofern überhaupt Versicherungspflicht besteht), etc.).

    Wenn es den armen Superreichen so weh tut dass sie Steuern zahlen müssen, steht es ihnen übrigens jederzeit frei mit wirklich Bedürftigen zu tauschen.

  72. Christian K.
    30.07.2019, 11:48 Uhr

    ausgezeichnet Herr/Frau Frankfurter
    Frankfurter
    28.07.2019, 18:27 Uhr

    dann schicken wir einfach dutzende Fluglinien in den Konkurs, mitsamt allen Subfirmen, Bodenpersonal etc. und die machen dann was? Aja, es entstehen ja neue Jobs, welche denn? Vielleicht über die grandiose Idee, man braucht zur Erzeugung von XY Megawatt Strom nicht mehr 100 sondern 10.000 Arbeitskräfte, tolle Idee.
    Wie jedoch Volkswirtschaften mit solchen Weisheiten zurecht kommen könnten, dass interessiert den wahren Klimahelden freilich wenig.

    Allein die Lebensmittelbranche würde jährlich dadurch 4% mehr Umsatz machen, wenn wir davon ausgehen, dass jeder Deutsche, der via Flugreise 2 Wochen Urlaub im Ausland verbringt. Das ist nur ein Teil der Wertschöpfungskette. Würden mehr Urlaube hier in Deutschland verbracht, provitieren Hotelbranche, Handel, Dienstleister aller Art und somit werden auch hier mehr Steuern abgeführt.

  73. Der Bürger wird mal wieder mit einer neuen Steuer belastet und das natürlich so, dass sie wieder zurückgegeben wird, nur die “schlechten” Verbaucher sollen zahlen oder doch auch der einfache Bürger?
    E-Autos und regenerative Energiequellen sollen die Lösung sein, kein Atomstrom, keine Kohle, stattdessen schwankende Stromproduktion ohne nennenswerte Speichermöglichkeit mit Gaskraftwerken zur Pufferung.
    Man merke: Abbrechkosten + zweifache Neuinvestitionen!

    Wird unser hoch industrialisiertes Land wenn wir nur noch E-Autos fahren dürfen den Strom überhaupt erzeugen können? Verschandeln wir nicht unser Land durch die Spageloptik, wie sieht die Ökobilanz unserer Wälder aus (Waldrodung, Betonfundamente, Strassennetz durch den Wald, Bodenverdichtung, optische und aktustische Beeinträchtigung)?

    Sollten wir nicht besser für Aufforstungsprogramme stehen,? Mehr CO2, hörere Temperaturen und mehr Wolkenbildung erhöhen das Entstehen von Biomasse.

    Die Akkus sind ein weiteres Problem, schwere Umweltbelastungen und Recycelprobleme, hohe Energiedichte direkt unter dem Fahrersitz, toxische Gase bei Autounfällen.

    Die Welt soll in 12 Jahren untergehen wenn wir nichs machen? Das behindert den kreativen Götterfunken in uns und führt zu adhoc Entscheidungen, die uns nur in die Sackgasse führen. Mainstream darf nicht mehr angezweifelt werden, sonst landet man direkt in irgend einer verpönten Ecke. Die Deutschen werden wohl nicht wie die Gelbwesten in Frankreich wegen dieser Ökosteuer auf die Strasse gehen… es ist ja alles gut bei uns…

    Was ist mit der neuen Dieseltechnologie, tot geredet obwohl Klimaziele ohne nicht erreicht werden können, Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel, schiessen wir und selbst ins Knie?
    Was ist mit Brennstofftechnologie, die Japaner sind hier Vorreiter. Warum nicht Wasserstoff als Speichermedium für erzeugten Strom, keine Akkus, kein neues Tankenstellennetz.

    Wir haben bereits weltweit die höchsten Strompreise in Deutschland mit steigender Tendenz…

    Übrigens: in der Römerzeit und im Mittelalter gab es Warmperioden (Görnland=Grünland, die Wikinger haben wegen der darauf folgenden Klimaverschlechterung ihre Siedlungen wieder aufgegeben) und im 18 Jahrhundert die kleine Eiszeit. Es gibt offensichtlich zyklische Phänome, die völlig ausgebendet werden.

  74. Hallo,
    1. Was ist mit Waldbesitzern? Die CO2 Speichern. Ihr eigenes oder gar von Fremden. Oder gehören private Wälder jetzt auch dem Staat um sie aus der Gleichung zu streichen.
    2. Was ist mit denen die mit Holz feuern? Produzieren sie kein CO2?
    3. Warum eine Steuer, die kein CO2 speichert, erschaffen? Am Ende geht es doch wieder nur ums Geld und nicht um unsere Erde! Oder nicht?

    Viele Grüße Istvan

  75. Ja, die Ingenieure haben ihre Arbeit wohl gut gemacht, aber die Politik und die Wirtschaft nicht! Wir entwickeln in Deutschland regelmäßig innovationenm, sind aber unfähig diese zu vermakten. Zugunsten von 20.000 Jobs in der Braunkohle, von denen vermutlich 80% in 10 Jahren in Rente gehen wurden 80.000 Jobs im Bereich der Regenerativen Energieen abgebaut und nach China verlagert. Seit fast einem Jahr wurde kein einziges neues Windrad mehr aufgestellt und der Boom der Pholovoltaik ist auch vorbei. Im gleichen Zeitraum wurden in China 200.000 neue Jobs geschaffen und die Chinesen haben ein vielfaches an regenerativer Energie installiert. Das was wir gemacht haben reicht nichtmal um den durch die Digitalisierung explodierten Enegiebedarf auszugleichen, Co2 wurde hier noch nicht ansatzweise eingespart.
    Wenn man die Diskussionen in den Sozialen Medien und im Bundestag hört kann ich mir auch nicht vorstellen dass hier noch viel passieren wird.
    Die Kehrtwende können nur die Menschen schaffen, die Politik kann nur diejenigen zwingen die es selber nicht einsehen, die Politiker sind aber eher an Wählerstimmen interessiert, und die bekommt man eben nicht mit schmerzhaften aber nötigen Maßnahmen.
    Das Ziel die Erderwärumung auf 1,5°C zu begrenzen ist absolut unerreichbar, vieleicht 5°C, wenn wir denn je ernsthaft anfangen damit.
    Das problematische ist dass wir, die nördlichen Industrieländer die Auswirkungen als letztes zu spüren bekommen. Bis es für uns unangenehm wird sind Bangladesch und die Niederlande abgesoffen und der Equator unbewohnbar und Südeuropa eine Wüste.
    Hier wird die rechte Ecke immer mehr Zulauf bekommen, weil diejenigen die heute nicht bereit sind einschnitte hinzunehmen auch nicht akzeptieren werden dass wir an den Klimaflüchtlingen mitschuld tragen durch unsere Lebensweise…
    Für uns wirds noch reichen, unsere Enkel sind am Arsch…..

  76. Guten Tag.

    Bevor ich anfange möchte ich klarstellen, dass ein höherer Umweltschutz notwendig ist. Leider wird das Thema von der Politik aber leider auch von verschiedenen Journalisten sich zu einfach gemacht. Global denken ist nicht jedermanns Sache scheint so.
    Laut einem ZDF Beitrag macht Frau Professor Dr. Karin Pittl von der Ludwig Maximilian Universität/ IVO Institut die aussage, dass die gesamte EU nach unterschiedlichen Berechnungen 8-10% des gesamten CO2 Ausstoßes emmitiert. daraus ergibt sich dann der CO2 Beitrag der Bundesrepublik Deutschlang.
    Es zeigt sich damit , dass eine CO2 Steuer an der globalen Klimaerwärmung Nichts veränder außer die Generierung von zusätzlichen Kosten des Steuerzahlers. Wenn ich dann höre, dass Geld wieder zurück an den Steuerzahler fließen soll, erinnert mich dies an einen ” Schilda Streich”. Sind wir wirklich am Ende und nicht fähig das Übel an der Wurzel zu packen , sondern nur einfach puren Aktionismus zu generieren? Nein, aber wir müssen wieder lernen Sachverhalte im Ganzen, und auch “Äpfel mit Äpfel und nicht mit Birnen” zu vergleichen sowie nicht nur einen Sachverhalt punktuell zu betrachten, weil es einfacher ist. Damit liegen eine Menge Lösungen auf dem Tisch, die umgesetzt werden können und auch etwas bringen.

    Vergleiche mit Schweden usw. sind ein Vergleich von Äpfel und Birnen, ja beides Obst aber dann doch sehr unterschiedlich. Also fangen wir an. ich stehe bereit nachhaltige und effiziente Vorschläge die etwas bringen zu liefern und nicht nur darüber zu reden. Wo sind die Gleichgesinnten, die mitanpacken wollen?

  77. Ja, ja die eMobilität fördern, das bringt uns nach vorn, der Strom kommt ja aus der Steckdose aus erneuerbaren Energien … und wenn plötzlich alle ein Elektroauto haben und laden wollen ist das gar kein Problem …
    Das regelt sich völlig von alleine, denn 50-70% der Bevölkerung werden sich so ein eAuto gar nicht leisten können. Die gehen dann zu Fuß oder nehmen den Roller …
    https://www.focus.de/wissen/technik/astrophysiker-entzaubert-elon-musk-erhebliche-umweltschaeden-harald-lesch-demontiert-die-tesla-ideologie_id_10802289.html
    https://www.youtube.com/watch?v=TswNLBnAPjU
    https://www.david-wenger.de/blog-hannovermesse/

    Das Problem ist, das immer nur in eine Richtung gedacht wird und nicht mehrere Lösungen parallel voran getrieben werden.

  78. Mal eine andere Überlegung dazu, warum macht man es eigentlich auf komunaler Ebene Eigentümern so schwer sein Eigentum energetisch sinnvoll zu sanieren?

    Wenn hier mal bundesweit gleichgezogen würde, neue Programme zu solaren Installationen und ähnl. aufgesetzt würden und dann diese Umbauten, anstatt sie auf Mieten und Co. aufzuschlagen die Kosten von z.B. der Grundsteuer absetzbar wären und die Grundsteuer sich zusätzlich auch am Gebäudeenergieniveau orientieren würde, nach einer Sanierung also niedriger ausfällt … das wär ja kaum auzuhalten …

    Achja … ich vergaß den Wiederstand der mitlerweile überall privatisierten örtlichen Versorger …

  79. Toller Vergleich mit dem Abwasser, wie wird das Co2 durch die Steuer entfernt? , kommt es in die CO2 Kläranlage oder weiß das CO2 dass es besteuert wird und verpufft dann automatisch.

    „Nun soll ein CO2-Preis natürlich nicht nur gerecht sein sondern auch den CO2-Ausstoß senken. Das tut er u.a., indem es sich dann für Unternehmen lohnt, in klimafreundliche Innovationen zu investieren, indem Menschen weniger mit dem Auto fahren oder sich als nächstes Auto ein e-Auto kaufen, oder indem eine neue Heizung oder Wärmedämmung sich dann schneller rechnen.“

    Genau das ist der Punkt, keiner der breiten Masse kann sich diese Investitionen leisten, somit bezahlen die (ähnlich wie bei der EEG Zulage) für die wo es sich eh leisten können. Die Unternehmen gehen dann noch her und erhöhen Ihre Preise auf Ihre Produkte und Dienstleistungen.

    Ebenfalls witzig finde ich einen hohen Preis für den CO2 Ausstoß als Grundlage zur Berechnung von einer schnelleren Rendite herzunehmen. Das ist genau das gleiche, wenn ich jetzt die Tonne Co2 auf 30.000 € festlege, dann spare ich so viel Geld, wenn ich nicht mehr arbeiten gehe, dass ich dann mehr Geld ohne Arbeit als mit Arbeit habe, denn ich erzeuge 2,1 Tonnen CO2 im Jahr auf dem Weg zur Arbeit.

    Es soll mir jemand eine funktionierende bezahlbare Alternative anbieten, dann bin ich auch für eine CO2 Steuer. Wenn z.B ein E-Mobil genau viel kostet wie ein Benziner. Das ist absolut nicht gegeben.
    Somit sehe ich in der CO2 Steuer nur einem weiteren Versuch der breiten Masse Geld aus der Tasche zu ziehen.

  80. Es ist richtig und wichtig, dass das Thema Klimaschutz nicht in Vergessenheit gerät. Was jedoch oft verkannt wird, ist, dass es eigentlich um das Thema Ressourcenschutz gehen sollte. Die globale Erwärmung aufzuhalten und auf 1,5 Grad Celsius begrenzen zu wollen ist ein Spiel mit der Natur und ihren Gesetzen. Geologisch gesehen, gab es in den Milliarden Jahren der Erdgeschichte zahlreiche Erwärmungen und Abkühlungen. Und jetzt meint der industrialisierte Mensch, er könne diese Regelmäßigkeit beeinflussen? Meinen wir auch Vulkanausbrüche und Erdbeben dadurch zu vermeiden, dass wir riesige Stahlträger in die Spalten zwischen den Platten hauen, um diese fest miteinander zu verankern?

    Es findet keine ganzheitliche verständliche Aufklärung statt – schon gar nicht für die breite Bevölkerung! An statt alles zu bespreisen und wieder einmal den rechtschaffenden Bürger zu schröpfen, sollten Unternehmen wie Staat zu gleichen Teilen an den Kosten beteiligt werden. Dazu gehören auch die vielen Dienstreisen unserer Regierung, die jüngst in der Presse standen.

    Gesundheit, Rente, Elternunterhalt, Energie, Wohnen… in allen Bereichen soll ich als junger Mensch immer mehr selbst zahlen oder muss Alternativen finanzieren. Das geht auch dem Besserverdienenden an die Substanz, bei denen man immer meint, das sie ja so sehr viel mehr haben als andere. Ich möchte auch endlich mal die Früchte meiner Arbeit genießen und ein entsprechendes Leben führen und nicht für alle Fehlentscheidungen unserer Politik und antiquierten Systeme aufkommen müssen. Verantwortung durch Handeln beim Konsum ja, aber dann muss es auch ein entsprechendes Angebot geben. Elektroautos? – Ja meinen die Leute der Strom für diese kommt aus dem Ether? Schlimmer noch – jetzt wird die CO2-Produktion sogar noch zentralisiert in den Kraftwerken. Das mag der Großstadt gut tun, aber eingespart habe ich insgesamt an CO2 nichts (von dem Footprint bei der Produktion dieser Autos ganz abgesehen). Auch hier gibt es Alternativen (Brennstoffzellen beispielsweise), die viel weniger Aufmerksamkeit in unserer Politik bekommen.

    Es ist ein ernstzunehmendes Thema. Es geht uns alle an. Aber dann muss auch jeder die Möglichkeit haben an diesen vielen Entsheidungen auch wirklich real beteiligt zu werden und das ist momentan nicht der Fall (auch Partei-Wahlen ändern daran nichts).

  81. Interessant. Am Besten wäre es, wenn Menschen vom Land in die Städte ziehen, weil es dort ohne Probleme möglich ist, eine gute Anbindung durch den ÖPNV zu nutzen. Somit kann man auf den PKW verzichten. freuen werden sich die Leute, welche Wohnungen vermieten, weil ja zig tausende mehr Wohneinheiten benötigten werden, als der eh schon knappe Wohnungsmarkt in der Stadt hergibt. Nunja, diejenigen, welche fordern, dass der mensch Co2 einsparen soll, gehören garantiert nicht zu den leuten, die froh sind, wenn sie über die Runden kommen. Zu vermuten steht auch, dass der Autor über die entsprechenden Geldmittel verfügt, um sich entsprechende “Hardware” leisten zu können. Außerdem vermute ich einfach mal, dass der Autor bestimmt auch mit dem Fahrrad von seiner schicken Wohnung oder gar Haus zum Institut fahren kann und nicht gezwungen ist, 20km für eine Strecke zurückzulegen.

  82. Na ja, mit dem Beitrag wird die Bevölkerung auf die Co2-Steuer vorbereitet. Diese ist wohl alternativlos, wohl eher nicht. – Warum wird der Schwerpunkt nicht auf das sofortige Anpflanzen von Bäumen gesetzt ? – Auch wenn diese erst Jahre brauchen , um richtig wirksam zu sein. – Warum werden in der Bundesrepublik tagtäglich mindestens 35ha landwirtschaftliche Nutzfläche versiegelt? Warum wird das sehr gut ausgebaute Gasverbundsystem in Deutschland mit einer Speicherkapazität im Tera-Watt-Bereich nicht auch für den mobilen Einsatz genutzt. Was soll die E-Mobilität, diese verlagert nur die Probleme , löst sie aber nicht.

  83. Nach neusten Untersuchungen ist das Elektroauto in seiner Gesamtklimabilanz auch nicht viel besser als ein Diesel. Bei allen Dingen sollte auch die Herstellung und Entsorgung/Recycling mit beachtet werden. Langlebigkeit, lange Nutzungsdauer und Reparaturfreundlichkeit der Güter nützen der Umwelt am meisten, denn der Ressourcenverbrauch bei der Herstellung ist meistens wesentlich größer als der in der Nutzungszeit. Außerdem sollte auch die Gestaltung der Privatgärten in Bezug auf CO²-Bindung durch beispielsweise große Laubbäume als Minderung berücksichtigt werden.

  84. So ein totaler undurchdachter Ansatz den Menschen durch noch eine Steuer das Geld aus der Tasche zu ziehen, die eh nichts mehr zum sparen haben!!!
    Als ob die Luft(Co2) über der EU-Grenze halt machen würde. So ein Vorhaben MUSS Von allen Länder gleichzeitig vereinbart werden um eine Wirkung zu haben/erzielen zu wollen!!!
    Und nicht durch alleiniges Vorpreschen den guten zu markieren, obwohl es im Endeffekt keinerlei Auswirkung hätte!!!
    Die Partei die dies einführen sollte, kann sich direkt die nächsten Jahre aus der Politk verabschieden!
    Entweder alle Länder der Erde retten das Klima, oder wir gehen alle unter!!!
    So einfach ist das, wenn man etwas bewirken möchte…. meine Lieben.
    Das es allerhöchste Zeit ist etwas zu verändern steht ausser Frage, damit mich niemand missversteht.Aber bitte durchdacht und mit allen gleichzeitig bitte.

    R.Schwarzer

  85. Mir fehlt jeglicher Glauben an eine CO2 Reduktion die durch Menschen bewirkt wird.
    Dieser Fall wird erst eintreten, wenn auf unserem Planeten diese fossilen Stoffe ausgebeutet sind.
    Und damit meine ich auch die Materialien, welche zu Herstellung von Batterien, Akkus, Brennstoffzellen usw. benötigt werden.
    Aber spielt dies wirklich noch eine Rolle? Besteht nicht die erhebliche Chance, dass die Menschen diesen Planten vorher noch zerstören? Chaoten und Waffen gibt es ja genug.
    Egal wieviel Prozent und wodurch wir unseren CO2 Ausstoß reduzieren wollen – es wird nichts an der Tatsache ändern, es muss aufhören mit dem System, welches auf Wachstum, auf Macht und Gier basiert.

  86. Die immer öfter verwendete Bezeichnung, eine CO2-Steuer zu erheben ist extrem an genau dem vorbei gedacht, was man erzielen möchte. Steuern zu erheben, heisst nicht, dass man sich damit einen Anspruch auf eine konkrete Gegenleistung erkauft! Hundesteuer zb ist keine Gebühr für das Entfernen des Hundekotes vom Bürgersteig. Bedeutet, wenn man hier in D für die Erhebung einer CO2-Steuer ist, dass dieses Geld in das Säcklein des Staates fliesst und für was auch immer ausgegeben werden kann und wird. Mit viel Glück auch ein wenig für den Klimaschutz. Zielführend kann hier nur sein, nicht von einer CO2-Steuer zu reden – sondern von einer CO2-Abgabe. Konkret und verursachergerecht erhoben bedeutet dies aber letztlich auch @Stefan Rahmstorf: 30Mio. Tonnen CO2 werden in D durch die Atmung von Menschen erzeugt (Quelle: diverse Internetquellen). Vom Baby bis zum Greis. Bei ihrem Rechenmodell von 100,- pro Tonne macht das pro Mensch ca. 37,-p.a. Eine 4-köpfige Familie also 444,-€ p.a. Heizungstechnisch müsste diese Familie ihren Zahlen nach ca. 164,-€ p.a. zahlen. Soll jetzt die Heizung oder die Familie abgeschafft werden? Um die CO2 Ausatmung der 80.000.000 Einwohner zu kompensieren, ist das einmalige Anpflanzen von 2.400.000.000 Bäumen nötig. Die Gesamtzahl aller Bäume in D wurde um die Jahrtausendwende mit 7.000.000.000 geschätzt. Also: Aufforsten!

    • Wie kommen Sie darauf? Wir atmen nur CO2 aus, das vorher aus der Atmosphäre mittels Photosynthese entnommen wurde – das ist ein Kreislauf. Oder essen Sie Nahrung aus fossilen Quellen?

  87. Ich persöhnlich halte nichts von Steuern. Grund: Wir zahlen doch schon Öko-Steuer. Wo gehen die Einnahmen hin?????
    Das gabze macht doch nur Sinn, wenn die zusätzlichen Einnahmen für Investitionen zur CO2 Reduzierung verwendet wird. Ich bezweifle das sehr stark.
    Des Weiteren soll der kleine Bürger alles stemmen und z.B. die Herren aus der Politik fliegen täglich nach Berlin und zurück……..
    Hier ist gerade alles Hysterie getriggert und das ist für nachhaltige Lösungen kein guter Berater.
    Die Elektro-Fahrzeuge werden genauso Subvensoniert, ist das dann das richtige Produkt?????

  88. Bevor man querbeet CO2-Steuern erfindet, muss man betrachten, welche Energiequellen bereits mit Energiesteuern oder anderen Abgaben belegt sind.
    Dass die Fliegerei bislang keine oder kaum Steuern auf Treibstoff zahlt, ist für den Bürger schwer verständlich. Geändert werden kann das aber nur, wenn sich mindestens ganz Europa dazu entschließt, weil die CO2-Abgabe sonst durch Ausweichen auf Nachbarländer ausgehebelt wird.
    Der Autofahrer, der so gerne als Bösewicht in Sachen Umwelt hingestellt wird, zahlt hingegen bereits 329 EUR / t CO2 – indem nämlich aktuell ca. 0,65 EUR / Liter Benzin fällig werden. Dass der Dieselfahrer weniger zahlt, liegt ja angeblich am Güterverkehr, der sonst angeblich Probleme bekäme. Trotzdem sind es auch hier noch 219 EUR / t CO2 (jeweils inkl. MWSt. – ja, die wird auch auf die Mineralöl-, heute “Energiesteuer” erhoben) bei ca. 0,47 EUR/Liter.
    Von diesem Aufkommen fließen in etwa 60% in Bau und Erhalt von Verkehrswegen, der Rest versickert anderswo im Staatshaushalt. Mit diesen Milliarden und den aus dem Flugverkehr zu erwartenden (!?) könnten eine Menge Projekte zur CO2-Minderung finanziert werden, beispielsweise Power-to-fuel, also synthetische Kraftstoffe aus regenerativen Quellen, die mittels Strom hergestellt werden, z.B. aus überschüssigem Windstrom.
    Erdgas und Öl für die Heizung sind auch schon mit Energiesteuer belegt, welche ca. 28 bis 33 EUR / t CO2 beträgt.
    Und der Stromverbraucher – ausgenommen gewisse Großverbraucher und zum Teil die Deutsche Bahn – zahlt ebenfalls schon Extra-Abgaben, die in diesem Fall wenigstens mal direkt für die Erneuerbaren verwendet werden. Leider haben die daraus entstandenen Subventionen zu seltsamen Blüten geführt, wie z.B. den Anbau von Mais ausschließlich für Biogas etc. Die daraus entstehende Abwärme – durchaus mahr als 50% der Energie – wird teils genauso sinnlos in die Luft geblasen wie bei konventionellen Kraftwerken, die kein Fernwärmenetz speisen.
    Die CO2-freie Kernenergie hat man wegen der in Deutschland äußerst hohen Tsunami- und Erdbebengefahr leider bereits abgewürgt.
    Das Beispiel Dänemark mit einem Verbot von neu zu installierenden Gas-/Ölheizungen ist übrigens ein schlechtes. Erstens verfügt das Land praktisch ringsherum über Küste, also leichten Zugang zu Windenergie und kurze Verteilwege für diese. Zweitens ist es wesentlich weniger dicht besiedelt als Deutschland und hat daher mehr Fläche für die Erschließung regenerativer Energie, wie z.B. das Aufstellen von Wind- und Solarenergieanlagen.
    Den Rückfluss der CO2-Steuer an die Bürger möchte ich dann bitte noch nachvollziehbar und verbindlich vorgerechnet bekommen, bevor ich meine nächste Wahlentscheidung treffe.

  89. @ Stefan Rahmstorf, Kommentar vom 31.7.2019, 12:19 zum Thema Steuern
    Der Beitrag von Hr. Vielhaus ist vielleicht eine Diskussionsgrundlage, aber keine sachliche. Eher dürfte er ein Diskussionsgegenstand sein, denn er stellt nur eine Sichtweise dar.
    Beispiel: der Screenshot von ISNM, welcher das Durchschnittseinkommen dem Einkommen des Spitzensteuersatzes gegenüber stellt. Hier behauptet der zitierte SPD-Politiker, das wäre kein Problem, denn der Spitzensteuersatz wäre ja nach 2000 erheblich gesunken. Das stimmt zwar, aber 1960 konnte man sich für den Gegenwert von 1 EUR auch noch wesentlich mehr kaufen als heute.
    Die Annäherung der Einkommen an das Spitzensteuersatz-Einkommen führt außerdem dazu, dass bereits kleine Lohnerhöhungen überproportional besteuert werden und dass diejenigen, die viel in ihre Ausbildung investiert haben, fast schon grundsätzlich in den Spitzensteuersatz rutschen.
    Dazu kommt, dass die Berechnungen, die z.B. der Bund der Steuerzahler anstellt, welcher im zitierten Artikel natürlich die Rolle des Bösewichts spielen darf, nicht nur von der Lohnsteuer ausgehen, sondern auch von anderen Steuern, welche von allen zu zahlen sind: Mehrwertsteuer, Energiesteuer, Grundsteuer, und für die, die ein Häuschen kaufen, auch noch die Grunderwerbsteuer, die z.B. in Hessen 6% beträgt und damit den Hauskauf noch richtig verteuert.
    Ich wurde schon im Artikel das Gefühl nicht los, dass Sie nur eine Seite, nämlich Ihre Sicht darstellen. Das ist Ihr gutes Recht, aber bezeichnen Sie das bitte nicht als “sachlich”.

  90. Ich sage das eine CO2 Steuer uns nicht mehr weiterbringt. In der Arktis brennen Wälder die allein in einem Monat 50 Millionen Tonnen CO2 ausschtoßen (das ist der Jahresumsatz von Schweden). In Kanada emittiert durch Totholz soviel CO2 in die Atmosphäre, das Kanada beschlossen hat, dieses CO2 nicht mehr in die Jahrebilanz einfließen zu lassen, weil dadurch kein Ziel mehr zu erreichen ist.
    Weiterhin steht fest:
    0,038 Prozent CO2 sind in der Luft; davon produziert die Natur 96 Prozent, den Rest, also vier Prozent, der Mensch*. Das sind dann vier Prozent von 0,038 Prozent also 0,00152 Prozent. Der Anteil Deutschlands, an dieser sowieso schon sehr kleinen Zahl, ist 3,1 Prozent.
    Und dann wollen wir mit einer höheren CO2 Steuer am Klima was ändern?
    Ich glaube nicht das das irgendwie noch was bewirkt.

  91. Was mir absolut überhaupt nicht einleuchtet, ist, warum ich für meinen Arbeitsweg bestraft werde?
    Wir wohnen auf dem Dorf, zur Arbeit muss ich ca. 25 km zur Stadt fahren.
    Da es keinen anderen Weg gibt, kann ich die 25 km auch nicht mit dem Fahrrad fahren, da ca. 23 km Strecke eine vielbefahrene und gefährliche Bundesstraße ist.
    Heisst, ich zahle mal wieder drauf, dafür, dass ich werktätig bin.

    Natürlich könnten jetzt alle in die Stadt ziehen, da müsste keiner mehr C02 fürs Benzin zahlen, klar…
    Zuhause nutze ich bereits Solar für Heizung und Warmwasser und habe ein Niedrigenergiehaus. Auch dafür mussten wir bereits tief in die Tasche greifen.

    Für Privatfahrten und sinnlose Rumraserei (s. Motorradfahrer, Quadfahrer, etc.) sehe ich die Besteuerung absolut ein, aber nicht für den Arbeitsweg!!

    • Na ja – den Arbeitsweg kann man andererseits von der Steuer absetzen. Ich habe dagegen immer eine Wohnung gesucht, von der aus ich mit dem Fahrrad zur Arbeit konnte, und daher relativ hohe Mieten in Städten bezahlt – die konnte ich nicht von der Steuer absetzen, obwohl meine Wahl die umweltfreundlichere war. Warum belont der Staat weites Pendeln, nicht aber zentrales Wohnen? Ist das sinnvoll?

  92. Es ist ein Irrglaube, dass Reiche die meisten Steuern zahlen würden. Richtig ist hingegen, dass bei der Lohnsteuer sie etwas über die Hälfte zahlen (54%). Allerdings trägt die Lohnsteuer nur 32,7% (2003) zum Steueraufkommen bei.
    Der größere Posten sind die Umsatz- und Verbrauchsteuern mit rund 46%.

    Dann wurden die Spitzensteuersätze von ehemals 56% auf 42% reduziert. Auch die Gewinn- und Vermögenssteuern wurden von 29% auf 14% gesenkt.

    Wenn man bedenkt, dass die oberen 10% 57,9 % (2002) bzw. 61,1% (2007) des Geldvermögens (immerhin über 3 Billionen Euro) haben, müssten sie weitaus mehr Steuern zahlen.

    Und die Sozialversicherungen sind, wie der Name es schon vermuten lässt, Versicherungsleistungen, die im Fall der Fälle entsprechende Gegenleistungen auszahlt.

  93. Warum eine CO2 Steuer scheitern wird?

    Alle ordnungspolitischen Maßnahmen haben nichts gebracht, siehe Ökosteuer in den 90´ern. Der freie Markt wird es nicht richten, da dort immer Profitinteressen vor Allgemeininteressen geht. Wir brauchen endlich einen Umbau unserer Wirtschaft in eine die der Allgemeinheit dient und dies geht nur durch strikte Verbote (zB. Tempolimit auf 120, Verbot von SUV´s, Verbot von Innerdeutschen Flügen usw.) Wer glaubt das der freie Markt es schon richten wird glaubt auch das Zitronenfalter Zitronen falten.

  94. Insgesamt schon guter Beitrag, aber der Verweis auf die mengenabhängigen Abwassergebühren ist ein denkbar schlechtes Beispiel für das Verursacherprinzip. Die Istandhaltungskosten des Abwassersystems hängen von der Kapazität ab, die auf Spitzenbelastung ausgerichtet ist und damit eher von der Zahl der Anschlüsse abhängt als von den gesamten Abwassermengen. Zudem werden wegen des Wassersparens die Rohre vielerorsts zu wenig durchspült, weshalb mit zusätzlich eingeleitetem Frischwasser nachgeholfen wird. Wer also außerhalb der Halbzeit im Finale einer Fußball-WM u. ä. häufiger mal die Klospülung betätigt, entlastet das System eher als umgekehrt. Ein Grund für höhere Abwassergebühren nur aufgrund der Menge ohne Berücksichtigung der Verschmutzung und dem Zeitpunkt der Einleitung ist somit kaum gerechtfertigt.

  95. Ich bin gegen eine Co2 Steuer, da diese für mich kein, oder nur bedingt ein Instrument ist, was mich in meinem Verbrauch steuern kann. Ich bin aber für Klimaschutz.
    Meiner Meinung nach geht die Regierung nur den leichtesten Weg. Beschluss und fertig. Und man hat das Alibi – wir haben ja was getan.
    Wichtiger ist es doch global zu agieren. Verhinderung von Abholzung Regenwald, oder Verkehrskonzepte für flüssigen Verkehr, weniger Staus.
    Einflußnahme auf die Hauptemmitenten. Verbot Export von Müll usw..

    Es wird das Problem doch nur verschoben und nicht gelöst.
    Und die Vergleiche mit den anderen Ländern – dann sollte aber auch a l l e s
    vergleichen werden. Einkommen, Gesamtsteuerbelastung über alles …..

    Ich möchte von einem der Befürworter nur einmal erklärt bekommen, wie meine Frau und ich, aktiv Co2 Ausstoß reduzieren können.
    Dann würde ich gern für den vermeidbaren Co2 Ausstoss ( z.B. Urlaub, private
    “Spassfahrten” mit PKW, Schiffs-und Flugreisen) auch 300 EUR die Tonne zahlen, aber für die täglichen Fahrten zur Arbeit und Heizung nichts, oder nur sehr wenig.
    Ich kann nicht mein 1994 saniertes Haus ( damals Stand der Technik) für mehrere 10.000 EUR sanieren, ( Heizung, Fenster, Fassade…..) um von den
    7 Tonnen Co2 die Hälfte zu sparen. Und das geht 100.000-den so, von den Mietern, welche keinen Einfluss haben ganz zu schweigen.

    Vielleicht findet sich jemand.

  96. 134 € Subvention pro in die Luft geblasener Tonne CO2. Davon übrigens nur ein Viertel durch Klimawandel – der Löwenanteil entsteht durch Gesundheitsschäden aufgrund von Luftverschmutzung.

    Also ist CO2 gar nicht so das Problem, sondern Luftverschmutzung? Sie verwässern ihre eigene Argumentationskette.

    Ehrlich gesagt hab ich da aufgehört weiterzulesen.

    • Umgekehrt wird ein Schuh daraus: die IMF-Studie zeigt, dass schon alleine aufgrund der verursachten Gesundheitsschäden ein Umstieg auf saubere Energien sinnvoll ist.
      Diese IMF-Studie hat Klimaschäden nur sehr konservativ einbezogen. Die Berechnung der Klimaschäden hängt nämlich auch davon ab, wie Sie die Zukunft gewichten, denn eine Tonne CO2, die ich heute in die Luft puste, wirkt ja viele Jahrhunderte auf das Klima. Einen derart langen Zeithorizont berücksichtigt natürlich niemand, sondern die Zukunft wird mit einer bestimmen Rate “abdiskontiert”. Unter anderem deshalb kommen bei verschiedenen Studien unterschiedliche Abschätzungen der Klimaschäden heraus.

  97. “Wenn es eine Bedrohung durch Produktionstechniken oder Nutzung der Produkte entsteht ist es die Aufgabe der Unternehmen diese einzustellen. Das Unternehmen, nicht der Konsumenten.”

    Nein! Der Staat hat dafür zu sorgen, dass die Unternehmen nichts tun, was die Umwelt gefährdet. Unser Staat verwaltet leider nur noch und ist Erfüllungsgehilfe des Kapitals! Alles geht zu Lasten des Volkes.

    Die C02 Geschichte und der Anteil des Menschen daran, steht auf sehr wackligen Füßen. Es gibt einige Quellen, die das sehr gut belegen können.
    Die Herbeileitung des Treibhauseffektes verstößt gar gegen physikalische Gesetze. Bei Youtube gibt es ganze Vorträge darüber, ebenfalls von Wissenschaftlern gehalten.

  98. Woher kommt der Glaube, dass Geld die Umwelt rettet?
    Ich denke, dass es eine Milchmädchenrechnung ist, anderes Verhalten durch mehr Steuern zu erreichen.

    Wie wäre es z. B. mit frustfreier und umweltfreundlichen Verpackungen?
    Lokaler Einkauf im Einzelhandel statt Amazon?
    Statt 23°, 20° in der Wohnung?
    Weniger Verschwendung von Lebensmitteln?
    Regionale und vor allem saisonale Produkte?
    Einkaufen mit Fahrrad oder zu Fuß?
    Fahrgemeinschaften?
    Echtes Recycling statt Export?
    Alle 2 Jahre ein neues Smartphone, Notebooks und größere Fernseher?

    So lange wir an unserem grundlegendem Verhalten nichts ändern wollen, wird sich nichts ändern.

    Und was mich persönlich am meisten stört, der Müll, der wirklich überall achtlos in die Umwelt entsorgt wird – wie wäre es mit dem nächsten Mülleimer – meist nicht mal ein paar hundert Meter entfernt?
    Ich werfe doch auch nicht meinen Müll in Nachbars Garten?!

  99. Was für ein Irrsinn mit dem CO2… ihr solltet euch mal die Studien zu CO2 ansehen, die Werte sind nicht mal um 1% erhöht, um nachweisbar einen Temperaturanstieg dem CO2 zuzuordnen, müsste der CO2 Wert Astronomisch hoch sein. (des ganze kann jeder der ein bisschen Intresse an der Materie hat nachlesen im Netz, genug info Material gibts unter google suche nach CO2 Lüge)

    Die Zeche jetzt auf das kleine Volk umzuwälzen in Form von noch mehr Steuern, wird das Problem nicht lösen. Das Problem sizt ganz oben in der Gesellschaft. Jene Firmen die mit dem Erdöl und Kohle usw ihr Geld verdienen, die intressiert die Umwelt nicht, wozu auch, so lange man noch Geld verdienen kann damit.. Da ist es doch einfacher die Preise stetig zu erhöhen, und ne C02 Steuer einzuführen damit die Herren von Shell und Co nicht zur Kasse gebeten werden.

    Zusätzlich existieren Umweltfreundliche Autos, Züge, Busse usw.. die Pläne liegen bereits seit 20 Jahren unangetastet beim Patentamt rum, genuzt werden die aber nicht, da sonst der Rubel nimmer rollt bei den Fossilen Grosskonzernen.

    Zum Temperaturanstieg gibts nur ein Punkt zu sagen. Wo standen die Messgeräte vor 20 Jahren, und wo stehn sie Heute? Richtig, in den Grossstädten, 2 Meter über dem glühenden Asphalt. Klar dass dann mit der Zeit die Temperaturen höher werden als irgendwo in der Pampa im grünen.

    Denkt mal drüber nach 🙂

    • Haben Sie eigentlich gemerkt, dass Sie hier auf einem Wissenschaftsblog posten? Es ist vergebliche Mühe, hier mit solchen Märchen von “Klimaskeptiker”-Websites anzukommen. Sie können sich in diesem Blog gerne über städtische Wärmeinseln (die aus den globalen Temperaturdaten natürlich herausgerechnet sind) oder den CO2-Anstieg informieren – falls die Fakten Sie tatsächlich interessieren sollten.

  100. Allen ist klar, dass es so nicht weitergehen kann. Aber den Leuten wiedereinmal in den Geldbeutel zu greifen wird das Problem nicht lösen. Kein Flugzeug wird nur 1 g weniger Schadstoff auswerfen, kein Pendler (zu denen ich auch gehöre) seinen Job kündigen oder 4-5 Stunden Fahrzeit mit den Öffentlichen in Kauf nehmen. Ergo, nichts wird sich ändern. Und selbst wenn man einen Teil des sogenannten Individualverkehrs ausbremst, wird weiterhin der Schwerverkehr von halb Europa durch die Republik donnern.
    Geld abzukassieren ist einfach nicht der richtige Weg. Es müsste schon ein Umdenken in erheblich größerem Maßstab stattfinden. Aber auch das wird nicht passieren solange weltweit “Geld zu haben” das einzige ist was wirklich zählt.
    Und es ist auch eine Tatsache, wir werden immer mehr, jeder einzelne produziert CO2, verbraucht Resourcen und benötigt Lebensraum – und wir werden in Zukunft auch nicht weniger werden.
    Es müssten einfach neue Wege gefunden werden, alles andere ist nur Flickschusterei.

  101. Wenn ich mir diesen Tsunami an ablehnenden Kommentaren zur CO2-Steuer anschaue, dann frage ich mich wer eigentlich dahinter steckt.

    Offensichtlich hat die überwiegende Mehrheit der entsprechenden Kommentatoren den Artikel überhaupt nicht gelesen, sonst hätten sie verstanden, dass eine CO2-Bepreisung endlich mal ein Ansatz zu einem sozialen Ausgleich sein kann, indem die großen Produzenten zur Kasse gebeten werden und als Ausgleich die Endverbraucher entlastet werden (bspw. über den Strompreis).

    Leider hat ja keiner dieser Kommentatoren erzählt wie er/sie dazu kommt, in einem Blog etwas zu posten, in dem sie sonst nicht lesen (sonst hätten sie vielleicht mehr Ahnung von der Materie).

    Ich vermute also durchaus, dass eine industrielle Lobbyorganisation, EIKE oder andere * ihre schmutzigen Finger im Spiel haben. Dieses Vorgehen ist seit Jahrzehnten bewährt bei der Tabakindustrie, der Autoindustrie, der Agrarindustrie, der Erdölindustrie, … Eben bei allen, die zwar kaum soziale oder ökologische Verantwortung übernehmen wollen, dafür aber über ausreichend Mittel verfügen um die öffentliche Meinung in ihrem Sinne zu manipulieren.

    * die ich auch gerne als “Maulhuren” bezeichne.

    Robert Kühn

  102. Gerhardt F. Benecke

    Ich habe nun 2 Stunden lag mir die Beiträge durchgelesen und vieles spricht mir aus dem Herzen, aber trotzdem möchte ich einige Bemerkungen von mir geben
    Ich bin Rentner 70 Jahre alt und wohne in Düsseldorf und nun hat sich unser Herr Oberbürgermeister entschlossen überall Randwege zu installieren, was nun bedeuten soll, dass 70 jährige aber auch 85 jährige Menschen zukünftig bei Wind und Wetter, Eis und Schnee auf glatter Fahrbahn sich von A nach B mit den Fahrrad bewegen sollen, „nein das hat unser Bürgermeister nicht so geplant, den er geht davon aus, dass die Rentner ins versorgte Altersheim verbracht werden, und von anderen Menschen versorgt werden, den dann brauchen sie nicht auf die Straße.“
    Mein Vorschlag den ich unseren Bürgermeister vorgeschlagen habe im Sinne der Umwelt und der Verkehrsberuhigung wäre gewesen allen Bürger der Stadt ein Monatsticket für öffentlichen Verkehrsmittel anzubieten für 20 € im Monat. Ich wäre der erste der sich einen solches Ticket anschaffen würde, und mit öffentlichen Verkehrsmittel in die Stadt fahren würde, aber solange ich für eine 4 Fahrten Karte 10 € bezahlen muss, entscheide ich mich für das Auto. Um Ihnen ein Beispiel zu unterbreiten stelle ich folgende Rechnung
    Ich möchte mit meiner Frau ins Kino gehen.
    2 Fahrten hin und 2 Fahrten zurück = 10,40 €
    2 Personen mit den PKW = 8 km hin und zurück 0,48 l x 1,20 € =0,58 €
    Parkgebühren beim Kino 3,50 €
    Aufwand mit dem Auto 4,08 €

    Ersparnis 10,40€ ./. 4,08 € = 6,32 €
    Nun kann man behaupten da kommt noch Versicherung Steuern und Verschleiß hinzu, aber da der Wagen vor der Tür steht, läuft die Versicherung und Steuer sowieso weiter ob ich ins Kino gehe oder nicht.
    Also meine Devise ist, wenn man die Abgase reduzieren möchte, dann könnte man alle schon sofort was unternehmen, aber wie auch in allen anderen Bereichen wird geblockt wo Interessen gewahrt werden die einen selbst treffen, so wie die Rheinbahn, die der Stadt Düsseldorf gehört.
    Würde hier auch der Verursacherprinzip greifen, so müsste die Autoindustrie diese Kosten übernehmen, den die haben betrogen und nicht der Autofahrer, der nun sein Wagen verschleudern muss weil in keiner mehr haben möchte. Alle diese Lasten und Verluste werden den wehrlosen Endverbraucher auferlegt, und so zieht es sich alle diese Fälle durch die CO 2 Diskussion.
    Es müsste grundsätzlich mal geprüft werden, warum Kleidung, Medikamente und sonstige Güter mit Schiffen durch die Ganze Welt hin und her gefahren werden müssen, wenn sie im eigenem Land hätten hergestellt werden können, aber es ist ja besser und lukrativer für manchen Unternehmer, die Waren von Sklaven in Indien oder in China herstellen zu lassen.
    Die Problematik und Perversität liegt in den Interessen der Großkonzerne die diese Umweltprobleme verursachen, aber wer sich in den Weg stellt wird in irgend einer weise Mundtod gemacht.
    Zum Schluss habe ich nun folgende These: Wenn die Menschheit die gesamte Kohle und alle Ölvorkommnisse verbraucht hat und alle Wälder dieser Erde abgeholzt haben, dann werden wir keine Atmosphäre mehr haben die wir atmen können.

  103. @Rahmstorf
    Es ist korrekt, dass ich meinen Arbeitsweg über die Steuer absetzen kann. Aber das kann ich eben heute auch schon ohne Co2-Steuer. Also wird die Erstattung durch diese vermutlich eher gemindert. Zudem reden wir hier von einer Kilometerpauschale, die seit Jahrzehnten nicht an die Inflation angepasst wurden. Viele kommen zudem nicht einmal über die Arbeitnehmerpauschale von 1000 Euro.

    Und Alternative Bahn? Nun, nicht einmal unsere Politiker in Berlin fahren mit der Bahn. Für sie würde die U5 durch die Bahnlinie U55 verlängert. Millionenkosten und ein Bau die noch nicht einmal viele Touristen nutzen. Auch die Bahnstrecken über Land sehen nicht besser aus. Die Bahn bekommt das Logistikmonster nicht in den Griff. Verspätungen bei kleinsten Ereignissen und man sitzt teilweise mehrere Stunden in einem überfüllten Zug.

  104. Es ist unerträglich, mit welcher Arroganz hier und in den großen angeblich linksorientierten (Online)-Medien gegen negative soziale Aspekte einer CO2-Steuer argumentiert wird. Zitat „Das ist nun mal so. In allen Lebensbereichen und egal wofür die 30 Euro ausgegeben werden. Die Marktwirtschaft beruht nun mal auf solchen Unterschieden.“

    Ich bin selbst Wissenschaftler, sehe die Folgen der Klimaerwärmung, doch eine CO2-Steuer, nur weil sie ein „marktwirtschaftliches“ Instrument ist, lehne ich komplett ab. Der soziale Druck, ausgelöst durch gewisse Gesetze gewisser Parteien aus 2005, habe ich mich dazu veranlasst, nach der Uni fernab meiner Familie eine Arbeitsstelle anzutreten. Um den Kontakt nicht abreißen zu lassen, pendele ich alle 3-4 Wochen. Durch eine auch Sonntag nachmittag/abends rappelvolle Autobahn und Gespräche mit Kollegen weiß ich, dass ich nicht der Einzige in einer solchen Situation bin. Was sagen eigentlich diese Parteien, die jetzt am vehemenntesten für eine CO2-Steuer werben, dazu, dass halb Deutschland an den Wochenenden pendelt und das nicht zum Spaß? Und nein, ich werde den Kontakt nicht abbrechen und natürlich auf weiter brav meine 20KM zur Arbeit fahren, kein Gramm CO2 weniger ausstoßen und nur mehr Kosten haben.

    Was allein zählt ist, dass die „marktwirtschaftlichen Prinzipien“ aufrecht erhalten werden sollen, also das System, dass uns mit seinem unbegrenztem Wachstum erst in die Klimakrise geführt hat.
    Einzig und allein Verbote von überflüssigem Luxus wie z.B. Autos mit Leistungen über 100kW und meinetwegen auch Flugreisen würden das Ganze sozialverträglich gestalten. Aber nein, nicht die „Freiheit“ und Marktwirtschaft in Frage stellen, wir bekommen ja noch nicht einmal ein Tempolimit auf den Autobahnen hin. So können die Porsche-Besitzer dann bald über die Menschenmengen an den Haltestellen lachen und die Spaltung der Gesellschaft nimmt weiter zu. Tolle Aussichten.

  105. Hat eigentlich schonmal irgendjemand darüber nachgedacht, dass viele der zur CO2-Einsparung angedachten Maßnahmen – allen voran die massive und flächendeckende Einführung von (m.E. nur angeblich klimafreundlichen) E-Autos und die (nicht selten völlig übertriebene) Dämmung von Altbauten mit Unmengen (alles andere als unbedenklichen) Styropors – ihrerseits auch zu erheblichem CO2-Ausstoß führen? Oder z.B. der Irrsinn der Aufstellung von Windrädern mitten im Wald – mit der Rodung von enormen Waldflächen für Stellflächen und Zuwegung?!
    Vernünftigere Maßnahmen, wie das ach so unpopuläre (aber längst über-überfällige) Tempolimit auf den BABs, spielen hingegen eine vollkommen untergeordnete Rolle in den Diskussionen und Plänen – obwohl es quasi sofort und CO2-neutral umsetzbar wäre – und ebenfalls sofort deutliche CO2- (und sonstige Schadstoff-) Einsparungen bringen würde.
    Alleine dieser Widerspruch zeigt mir, wie verlogen diese ganze Diskussion mitunter ist.
    Der weiter oben angebrachte Vergleich mit der alten (sogenannten) “Öko-Steuer” trifft es m.E. ziemlich gut – auch die verschwindet in allen möglichen Töpfen, ohne wirklich “öko” zu sein. Wer garantiert uns, dass es mit der (demnächst ziemlich sicher kommenden und ebenso sicher nicht unerheblichen) “CO2-Bepreisung” wirklich anders laufen wird??

  106. Die CO2 – Steuer wird kommen, das ist sicher, wie das Amen in der Kirche. Bezahlen darf der “kleine Mann”. Das wird bedeuten, daß Arbeit für Geringverdiener, die auf dem Lande wohnen zum Luxusgut wird, weil man mit dem öffentlichen Nahverkehr einfach nicht hin kommt.
    Ich persönlich (Mindestlohn) gehe 2 Monate im Jahr auf Arbeit, um mir den Sprit leisten zu können, den ich auf dem Arbeitsweg im ganzen Jahr verbrauche. Die paar Cent, die das Finanzamt erstattet kannst Du vergessen. Das restliche Geld geht für Heizöl drauf. Zum Glück hat meine Frau Arbeit und wir können noch leben. Sollte jetzt die Ölheizung verboten werden, wie bekommen wir die Bude im Winter warm? Das interessiert von der Regierung und von den Ökospinnern keinen. Und Fördermittel kannst Du nur beantragen, wenn Du Eigenkapital hast. Haben wir aber nicht!
    Übrigens, mein Auto ist ein 1,8 l Benziner,18 Jahre alt und aus zwei Totalschaden – Unfallwagen zusammengebastelt.

  107. Was mich (als Laie) an der Klimadiskussion stört, ist, dass nur darüber nachgedacht wird, wie man die vorhandene Wirtschaft klimafreundlicher gestalten kann, ohne jedoch die Produktivität einzuschränken.

    Der für mich falsche Ansatzpunkt dabei ist, dass man z. B. bei der Mobilität nur über alternative Antriebe oder Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel nachdenkt. Es ist für mich unumgänglich, komplett umzudenken. Nicht: wie machen wir Autos umweltfreundlicher, ohne dabei die Produktionszahlen zu senken? Sondern: brauchen wir überhaupt so viele Autos, und ist nicht schon die Produktion schädlich? Wie können wir die Anzahl der Autos reduzieren? Sind wirklich so viele LKW- (Flugzeug-, Schiff-) Transporte nötig? Können viele Güter nicht auch lokal bezogen oder vermarktet werden? Brauchen wir Erdbeeren im Winter? Wäre es nicht sinnvoller, in ein gutes Fahrradwegenetz zu investieren?

    Meiner Meinung nach sind Schritte zurück aus den Sackgassen, in die wir uns verlaufen haben, notwendig. Wir müssen aufhören damit, immer weiter “wachsen” zu wollen. Konsum um jeden Preis. Wir müssen den Konsum einschränken, mehr Flächen der Natur zurückgeben, die Landwirtschaft tier- und naturfreundlicher gestalten. Wir brauchen diese Massenproduktion gar nicht. Aufhören damit, immer neuen technischen Schnickschnack zu erfinden, der umweltschädlich produziert wird. Das Meiste landet sowieso nach kurzer Nutzdauer auf dem Müll.
    Die Gesundheit bzw. das Überleben der Erde und der Menschheit steht auf dem Spiel. Das haben viele, die jetzt hier jammern “dann kann ich ja gar nicht mehr billig nach Malle fliegen”, leider noch nicht verstanden.

    Es nutzt nichts, nach neuen Planeten für uns zu suchen, solange wir nicht verstanden haben, wie das Leben, die Natur funktioniert…. Ansonsten ereilt den Planeten in rasender Geschwindigkeit das Schicksal der Erde.

  108. warum machen Klima Wissenschaftler Politik?

    Dazu ein paar zitierte Sätze (Prof. Hans Von Storch)

    https://www.academia.edu/39980322/Das_Reizklima?email_work_card=title

    …“Diese Politisierung der Wissenschaft lässt sich übrigens empirisch belegen. Ein Kollege und ich befragten junge Klimawissenschaftler in zwei europäischen „Doktorandenschulen“, worin für sie die Hauptaufgabe der Klimaforschung besteht. Zur Auswahl standen „Zusammenhänge erkennen (Attribution)“, „Lösungen erarbeiten“ sowie „Öffentlichkeit motivieren zur Aktion“. Die Befragten sprachen sich mehrheitlich nicht den wissenschaftlichen Ansatz „Zusammenhänge erkennen“ aus – sondern für die politische Agenda „Öffentlichkeit motivieren“. Darin zeigt sich, dass viele Wissenschaftler sich als Teil einer politischen Bewegung sehen – und weniger als neugierige, ergebnisoffene und selbstkritische Betrachter und Deuter von Entwicklungen. Die Frage ist, ob der Öffentlichkeit mit einer solchen Bevormundung unter dem Banner vorgeblicher Objektivität gedient ist

    und genau das passiert leider immer häufiger…

  109. ja eben, Herr Ramstorf

    der Vergleich hinkt doch sehr. Ärzte sagen zu Recht, Rauchen schadet ihrer Gesundheit und sie belegen das mit hunderten, sauberen Studien usw.

    Kein Arzt geht her und bestimmt, wie hoch die Steuern auf Tabakwaren sein sollen. Das höhere Preise den Tabakkonsum etwas einschränken, ist klar, aber es ist natürlich keine nachhaltige Lösung.

    Sie aber behaupten zu wissen, das CO2 Besteuerung der Einzelnen eine vernünftige Lösung sein soll und das, obwohl sie wahrscheinlich genauso wenig Ahnung über das Steuer- Finanz – Volkswirtschaft usw. Wesen haben, wie ich.

    Ihre Expertise ist Klimatologie, es wäre angebracht, wenn auch sie sich daran halten würden, danke im Vorraus!

    • Stimmt, ich bin Physiker und Klimatologe. Andererseits bin ich Abteilungsleiter an einem Institut, an dem es auch eine ökonomische Forschungsabteilung gibt, von der eines der Gutachten zum CO2-Preis für die Bundesregierung stammt, und war z.B. auch bei der Diskussion mit Frau Merkel zu dem Thema in unserem Hause im Juni mit dabei. Zudem habe ich 8 Jahre lang in einem interdisziplinären Gremium (dem WBGU) gemeinsam mit einer Ökonomin und weiteren Fachleuten anderer Disziplinen die Bundesregierung beraten und dazu Lösungsvorschläge zur Klimakrise erarbeitet. Ich bitte daher um Verständnis, wenn ich hier gelegentlich über den Tellerrand meiner eigenen Forschung hinaus blicke.

  110. Es ist sehr schade, dass Herr Rahmstorf nicht mal auf solche Beiträge wie die von Mike, Nils oder Herrn Benecke reagiert. Sind sie losgelöst vom normalen Leben? Haben sie damit nichts zu tun?

    Witzig ist, dass hier auf dieser Seite bei mir unten im Browser, Werbung für eine Autoversicherung platziert ist ;). Entschuldigung für diesen unwissenschaftlichen Beitrag.

    • Kurze Antworten: die Kommentare sind hauptsächlich ein Forum für Diskussion unter den Lesern; ich bin im Urlaub; es gibt weit über 100 Kommentare zu diesem Post und ich kann wirklich nicht alle lesen oder gar beantworten; ich bin sehr für soziale Gerechtigkeit und gerne bereit, als Gutverdiener dafür mehr Steuern zu bezahlen; vor allem aber bin ich Klimatologe und melde mich hauptsächlich zu Wort, wenn meine Expertise auf diesem Gebiet gefragt ist. Ich hoffe auf Ihr Verständnis.

  111. “Woher kommt der Glaube, dass Geld die Umwelt rettet?”
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    Mannomann. Was soll denn diese leere Phrase? Hat das irgendjemand gesagt?
    Natürlich kann Umweltschutz Geld kosten. Mitunter sogar sehr viel.
    Glauben Sie denn etwa, eine Kläranlage oder eine Photovoltaikanlage kriegt man geschenkt?

  112. Die CO2 – Steuer wird kommen, das ist sicher, wie das Amen in der Kirche. Bezahlen darf der “kleine Mann”.

    Herr L., der “große Mann” zahlt für Öl und Benzin exakt den gleichen Literpreis.

    Und für die Folgen des Klimawandels zahlt in erster Linie der WIRKLICH “kleine Mann”. Der lebt aber nicht im reichen Deutschland, mit seinen Luxusproblemchen.

  113. Danke für die Antwort, Stefan Rahmstorf
    02.08.2019, 22:06 Uhr

    ich glaube ihnen gerne, dass Frau Merkel bzw. viele Regierungen ein hohes Interesse an einer machbaren CO2 Besteuerung haben und möglicherweise gäbe es sogar Ansätze, welche Deutschland und die EU in Folge weiter bringen.

    Damit meine ich alle strategischen, wirtschaftlichen, geopolitischen Faktoren und ohne hier lange zu philosophieren, über eine CO2 Besteuerung kann ich mir das schwer vorstellen.

    Europa, vor allem Deutschland, muss sich zum Weltmarktführer in all diesen modernen Technologien entwickeln. Da gibt es noch so vieles zu tun, vom Ausbau der nationalen und länderübergreifenden Stromnetzwerke samt Infrastrukturen (ein absolutes Muss bei steigendem “Wackelstromanteil”), massive Investitionen in EE Technologien, aber, wie schon “Mr. DAX”, Dirk Müller richtig erkannt hat, über intelligentere Finanzinstrumente, als primär staatliche Subventionen.
    Es gäbe mehr als genügend Investmentbanken, Lobbys wie Private usw., welche gewaltige Vermögen investieren würden, anstatt nur fette Dividenden einzustreifen, die am Ende auch vom kleineren Steuerzahler stammen. Das EEG ist z.B. so ein Unglück.

    Wäre es nicht viel cleverer, wenn D, wie die EU richtig Vollgas im Aufbau all dieser notwendigen Industrien und Technologien gäben würde und dabei auf eine CO2 Reduktion über rund 10-20 Jahre völlig verzichtet, dann jedoch tatsächlich gravierende Emissions Rückgänge möglich wären und die EU im globalen Kontext nicht als verschlafener Loser, sondern global player, bestenfalls weltführend da steht?
    Wenn sie mögliche Steuern erst wieder den “Armen” rückerstatten, bringt das wohl kaum was und das Finanzinstrument der massiven, staatlichen Subventionen ist träge wie ultrakonservativ, gehört doch längst überarbeitet…?

    Schönen Urlaub noch!

  114. Einige Anmerkung, die von den Leuten mit dem etwas dickeren Geldbeutel nur zu gerne vergessen werden:
    1. Der Emissionsausstoß muss weltweit reduziert werden . Das mag richtig sein, aber warum sollen die deutschen Verbraucher die Zeche zahlen? Um als Beispiel zu dienen? Um als Beispiel wofür? Für einen Heiterkeitserfolg in den Ländern, die eigentlich Emissionen ohne Ende produzieren, aus dem Klimaschutzabkommen aber aussteigen?
    2. Die ärmere Bevölkerung fährt ohnehin kleinere Autos und spürt deshalb die Preiserhöhung beim Sprit nicht? Falsch gedacht, die ärmere Bevölkerung fährt in der Regel eher ältere Autos, die mehr Sprit verbrauchen. Sie wird also von einer Preiserhöhung stärker getroffen, ohne sich dagegen wehren zu können, denn ein neues Auto können sich viele gar nicht leisten. Wenn schon ein neues Auto ununmgänglich ist, wird zumeist ein Gebrauchtwagen gekauft und kein neues Auto, ein eMobil schon gar nicht. MIttel für ein Heizungsumbau sind zumeist ebenfalls nicht vorhanden. Selbst wenn der Umbau “gefördert” wird bleibt der Löwenanteil doch beim Eigentümer der Heizung hängen. Selbst wenn sich das nach vilen Jahren bezahlt macht, müssen die Mittel für die Anschaffung erst mal vorhanden sein. Das ist bei vielen nicht der Fall.
    3. Bei einer Mietwohnung ist der Eigentümer für die Heizung verantwortlich. Wenn er keine neue Heizanlage einbaut und keie Dämmung erneuert, muss bei der Bespreisung wieder der “kleine Mann” die Kosten tragen.
    4. Malle muss nicht sein, der dritte Urlaub im Jahr auf der Kreuzfahrtschiff auch nicht, wer ihn sich leisten will, der sollte tief in Tasche greifen müssen – die heimische Bevölkerung von Malle wäre heilfroh und viele Städte, die von Kreuzfahrtschiffen überrumpelt werden, wären es ebenfalls.
    5. Daraus resuktierende Preiserhöhungen führen zu mehr Steuereinnahmen, die man gerne für Umweltschutzmaßnahmen verwenden möge. Spritschluckende SUVs müssen gleichermaßen nicht sein. die Grundmodelle derr SUVs waren einmal Jeeps. Jeeps sind militärische Fahrzeuge für unwegsames Gelände. Jeeps wurden spätter aus dem gleichen Grund von Jager und Förstern verwendet . Der Sinn von Jeeps war es ganz sicher nicht dass wohlhabende Germanen und Germaninnen ihre Bäuche, die nicht mehr hinter das Steuer einer Limousine passen, bequemer spazieren tragen können – sorry aber Bequemlickeit ist nun mal der wahre Grund für die Anschaffung solcher Autos – ind das ist auch eine Form von Luxus. Und diesen Luxus könnten man dann auch höher besteuern, denn diese Autos brauchen nun einmal mehr Sprit aus vielerlei Gründen. Das Gleiche gilt für Autos, die 300 und mehr PS haben. Das ist im normalen Verkehr völlig unnötig. Wer ein solches Auto fährt, der sollte bereits beim Kauf höher besteuert werden, und siehe oben Höhere Steuern Umweltschutzmaßnahmen zuführen.
    6. Viele renommierte Wissenschaftler zweifeln am Erfolg der EMobile aus vielerlei Gründen, die bei dem höheren CO 2 Ausstoß bei der Produktion beginnen und sich bei der nicht vorhandenen Strommenge fortsetzen. Es wäre heute unmöglich, die erforderliche Strommenge zu produzieren, wenn auch nur 50 % der Bevölkerung sich plötzlich für EMobile entscheiden würde, denn die dafür erforderliche Strommenge kann regenerativ nicht erzeugt werden. Und solange die regenarativ erzeugte Strommeng nicht gespeichert werden kann schon gar nicht. Und solange sich allenthalben BI gegen die Erzeugung von regenerativen Strom auf ihrem Terrain zur Wehr setzen zweimal nicht. Wie also sonst? Mit Atom Strom? Dreimal Danke!
    7. Nicht vorgetragen habe ich, dass es viele Wissenschaftler gibt, die darauf hinweisen, dass es in der Geschichte der Erde viele Male Klimaveränderungen gegeben hat, auf die der Mensch keinen Einfluss hatte. Diese Klimaänderungen haben sich durch erneute äußere Einflüsse auch wieder verändert und gleichermaßen die Erde verändert. Ich halte sehr wenig bis garnichts von den Äußerungen von Herrn Trump, aber ich denke in diesem einen Punkt hat er nicht ganz unrecht: die Ursache des Klimawandels ist nicht menschengemacht, zumindest nicht primär. menschliches Verhalten hat sicher dazu beigetragen und viele Dinge müssen wir verändern wie die Abholzung von Regenwäldern, wir müssen ganz sicher etwas für die Wiederaufforstung von Wäldern, die durch Waldbrand oder un sinnige Anbaukultur verloren gegangen sind. Wir können und müssen unsere Ernährung umstellen. Wir sollten dort wo es möglich erscheint unsere Fahrverhalten ändern, Flugreisen reduzieren. Wir können vielleicht auch mal wieder eine Urlaubsreise mit einem Reisebüro Sonderzug antreten wie man das vor 40, 50 Jahren getan. Das klingt zwar “altmodisch”, aber gerade dieses Verhalten wäre meines Erachtens heute wieder topmodern. So gibt es viele Dinge in unserem eigenen privaten Umfeld, das wir ändern könnten und sollten ohne dass Zwang ausgeübt wird und statt dessen einfach der gesunde Menschenverstand die Oberhand nach dem Streben nach Luxus gewinnt. Verbote sind allemal das schlimmste, was man anstreben sollte. Denn wer viel verbietet nähert sich immer mehr den Formen der Diktatur, denn Zwang ist eines der Wesensmerkmale der Diktatur.

    Aus dem Voranstehenden geht deutlich hervor, dass die Zeche auch diesmal, der weniger bemittelte Bürger bezahlen soll, der einmal mehr nicht über die entsprechende Lobby verfügt

    • Danke.
      1. Alle Länder müssen reduzieren. Nur ein Land (die USA) will aus dem Pariser Abkommen aussteigen. Die Frist ist übrigens so, dass das erst nach der nächsten Prädidentenwahl möglich ist, sodass nicht sicher ist, ob die USA tatsächlich aussteigen. Wie der Artikel zeigt haben schon viele Länder CO2-Preise.
      2. Alle Gutachten zur CO2-Bepreisung schlagen einen sozialen Ausgleich vor, durch den die Geringverdiener zumeist sogar finanziell besser gestellt werden als bislang. Ich halte das auch für wichtig. Wer für soziale Gerechtigkeit ist, sollte genau auf diesem Punkt bestehen, statt eine CO2-Bepreisung generell abzulehnen, ohne die ein erfolgreicher Klimaschutz kaum möglich ist.
      6. eMobile: Da sollten Sie kritisch sein, was es für Interessengesteuerte Rechnungen gibt. Es geht nicht um schlagartige Einführung, sondern es macht Sinn, parallel zur Umstellung auf erneuerbaren Strom auch allmählich die fossilen Autos durch e-Autos zu ersetzen. Strombedarf ist nicht das große Problem: https://www.spektrum.de/kolumne/der-kollaps-bleibt-aus/1444719
      7. Ich bin Paläoklimatologe und erforsche seit fast 30 Jahren mit an der Weltspitze die natürlichen Klimaveränderungen der Erdgeschichte. Lassen Sie sich auch dazu nichts von Interessengruppen und sogenannten “Klimaskeptikern” einreden. Was Paläoklimatologen denken: https://scilogs.spektrum.de/klimalounge/das-klima-hat-sich-schon-immer-geaendert-folgern-sie/
      Wenn “Verbote das Schlimmste sind” (auch das FCKW-Verbot oder Asbest-Verbot zum Beispiel?) und Sie keine Anreize durch Bepreisung wollen, was dann? Hoffen Sie auf freiwillige Verhaltensänderung durch Einsicht? Hat sich seit Jahrzehnten als wirkungslos erweisen, da nur eine kleine Minderheit mitmacht.

  115. Direkte und indirekte Subventionen von CO2 produzierenden Brennstoffen (=fossile Energieträger), CO2 Belastung der Atmosphäre, Atemluft, und, und, und…
    Warum dreht sich alles nur und ausschließlich um CO2? Ein Versursacher, nämlich die Massentierhaltung, bleibt schlicht unerwähnt. Die produziert Methan in keineswegs geringem Maß. Es gibt unterschiedliche Angaben über das Verhältnis CO2 zu Methan: Methan ist für unser Klima 20 – 30 Mal schädlicher!!! als CO2 – und wird nicht einmal in einem Satz “gewürdigt”. Wieder einmal die “heilige Kuh”, die um Gottes Willen nicht angetastet werden darf. Es gehört alles zusammen, die die zurecht befürchtete Klimaveränderung fördert, verstärkt. Besonders, wenn jemand eine wissenschaftliche Studie über das Thema veröffentlicht.

  116. Co2 Steuer: -Wenn diese Zweckgebunden ist – gerne – glaube ich aber nicht.
    Es wird wie sonnst auch, eine gegenrechnung geben, wo was übrig bleibt, für wen auch immer. Sicher ist nur 1, für den “kleine Mann” wird es teuer werden. Warum?

    1. Zweck gebunden CO2 Steuer – es wird sicher nicht so sein, dass man z.B. eine neue Heizung einbaut und dann nur einen obligatorischen Zuschuss erhält.
    (auch wenn am Jahresende noch was von der Steuer übrig sein sollte – warum den Rest nicht einfach auf die gestellte Anträge verteilen). Beispiel Stromsteuer: wenn ich richtig informiert bin werden damit die großen Stromtrassen auch gebaut. Wenn diese fertig sind – zahle ich, Verbraucher, dann keine Netzdurchleitungsgebühren mehr oder verdient jeman anderes gut daran?

    2. Solange Sprittfresser über die Steuer subventioniert werden (z.B. Dienstwagen, Geschäftswagen, usw.) von der Steuer abgesetzt werden können, wird sich nicht viel ändern.

    3. ÖPNV – (ich habe diese Jahrelang genutz) man fragt sich, ob die Leute, welche darauf verweisen, wissen vo von sie sprechen, soll ja gut funktionieren, deshalb verzichte ich jetzt darauf, weil wenn ich diesen nutzte funktioniert dieser nicht – liegt wohl an mir.

    4. Wenn ich höre – e-mobilität – und mir dann Wissenschftliche Berichte, anschaue wo, welche Lebensgrundlagen durch Gift zuerstört werden und der ökologische Fingerabdruck – vor der Auslieferung – höher ist als bei einem “Diesel” (geschummelt oder nicht) dann fragt mann sich schon ….

    5. Eine Nachrüstung von Dieseln ist nicht oder schlecht möglich – O-Ton von wem auch immer – warum geht es jetzt neuerdings und plötzlich?

    6. Vieleicht weniger Werbung – Neuerdings mit dem Hineis das man den Sommer noch heißer haben kann. Vielleich etwas mehr in Forschung und Entwicklung – es muss ja nicht immer nur um die Software gehen – selbs wenn mann noch den den ein oder anderen Euro aus den Gewinnen dazu geben würde, wären die Gewinne immer noch groß genug.

    7. Alle sagen doch, die Welt ändert sich. Warum kann dies nicht auch bei der Steuerwelt so sein? Nur immer eine neue einführen, mit dem Hinweis das ist gut für alle, warum nicht auch mal eine abschaffen, die den kleinen Mann betrifft? Warum kann mann sich Steuern “zurück” holen die man(n) nie bezahlt hat?

    8. Zum Schluss noch: Passt zum oberen Eitrag … mit dickem Geldbeutel…:
    Bisher fand immer ein sozialer Ausgleich statt – übrig blieb unter dem Strich immer etwas für irgend jemand, für wen auch immer, vermutlich jemand der meinen Anteil am Vermögen der Deutschen mitverwaltet, jedenfallas hat mein Bänker ein Problem damit wenn ich meinen Anteil abheben will

  117. @Motivation und Steuern

    Wenn Mensch einsieht, dass wir Emissionen reduzieren müssen, kann er natürlich selbst gleich damit anfangen. Warum soll ein einzelner Mensch seinen winzigen Beitrag leisten, wo doch klar ist, dass seine eigenen persönlichen Emissionen auf das Klima nur eine winzige Wirkung haben? Weil er eher Lust hat Teil der Lösung zu sein, als Teil des Problems zu sein? Weil er an Götter glaubt, oder eine geistige Wirklichkeit vermutet, und durch gutes Handeln auf gute Unterstützung von geistiger Seite her hofft? Das sind schon Motivationen, die mehr sein können als ein bisschen schlechtes Gewissen.

    Aber das reicht auf keinen Fall. Wenn ein so motivierter Mensch bereit ist, im Stadtverkehr aufs Fahrrad umzusteigen, müssen auch entsprechende Radwege da sein. Das ist eine gemeinschaftliche Aufgabe, das kann nur die Politik machen.

    Wenn er Waren einkauft, muss er damit leben, dass diese möglichst kostengünstig hergestellt werden, und das bedeutet, dass sie mit der billigsten Energie hergestellt werden, die gerade zur Verfügung steht. Das gilt auch für den Bezug von Strom und Gas für den privaten Verbrauch. Es gibt zwar Stromanbieter, die 100% Ökostrom anbieten, aber die bedienen sich doch nur im sowieso vorhandenen Angebot, dass durch Subventionen wie die EEG-Umlage ohnehin zugebaut wurde.

    Die wirtschaftlichen Unternehmen können kaum anders, als am kostengünstigsten zu produzieren, sonst werden sie von der Konkurrenz aus dem Rennen geworfen. Hier kann sich die Lage nur bessern, wenn die ganz Branche von Gesetz her gezwungen wird, klimafreundlicher zu produzieren. Es geht hier nur mit Vorschriften und Anreizen. In gewissen Grenzen kann hier national viel erreicht werden, teilweise brauchen wir hier sogar europaweites und weltweites Vorgehen.

    Hier ist eine CO2-Steuer wirksam. Wenn wir sie national einführen, und viele andere Länder auch, wird hier wirklich ein Effekt für das Klima am Ende dabei heraus kommen. Wenn fossiler Strom dann nach und nach durch Sonne und Wind ersetzt werden, und fossiles Gas durch teureres Synthesegas aus den Stromüberschüssen ersetzt wird, werden wir das Problem damit größtenteils lösen können. Gerade Menschen, die nicht so viel Geld haben, brauchen hier einen Ausgleich durch eine Rückerstattung der Mehrkosten durch die gestiegenen Preise.

    Was Autos und Flugreisen angeht, da kann der Einzelne auch selber viel machen. Wer hier seinen Urlaub nur umplant, bei der Wahl des Arbeitsplatzes mehr auf die Entfernung zum Wohnort achtet und sich ein passenderes kleineres Fahrzeug zulegt, falls er überhaupt noch eins braucht, wird hier viel erreichen können und noch Geld dabei sparen. Aber auch da braucht es eben die Radwege in den Städten und auch eine Förderung von Bus und Bahn.

    Was LKW und nicht zu vermeidende PKW angeht, hilft hier dann auch die CO2-Steuer. Dadurch werden kleine E-Autos mit kurzer Reichweite wirtschaftlich, und für alles was weiterhin mit flüssigen Kraftstoffen betrieben wird, werden dann auf Dauer auch synthetische Kraftstoffe aus Stromüberschüssen wirtschaftlicher sein. Gleichzeitig wird sich der PKW und LKW-Verkehr aufgrund der gestiegenen Kosten deutlich reduzieren, was auch die Lebensqualität in den Städten verbessern kann. Das selbe gilt für Flugzeuge und Schiffe.

    Was nebenbei absolut nötig ist, sind Baugenehmigungen für Windräder im Hinterland. Wenn hier der fossilen Strom teuer wird, und die Windenergie endlich deutlich wirtschaftlicher ist, ist das alles umsonst, wenn man die nicht mehr aufstellen darf. Hier freuen sich dann nur die Stromkonzerne, die ihre alten längst abgeschriebenen Kraftwerke dann noch ein paar Jahre weiter betreiben können, trotz CO2-Steuer.

  118. Sehr spannend, nur mich interessiert das überhaupt nicht. Ich will leben wie ich will und habe nicht geringste Lust mir von irgendjemand vorschreiben zu lassen was ich esse, wie ich reise und was ich trage. Ich finde Greta nervig und geradezu lachhaft wie erwachsene Menschen mit abgeschlossenem Studium sich von einer sechszehnjährigen beuteln lassen. Im übrigen ist Ihre Behauptung nur die USA wollen da nicht mitmachen ein Witz. Schauen Sie sich mal in Osteuropa um, nicht so weit zu fliegen, da macht niemand mit.

  119. nichts und niemand
    Sehr spannend, nur mich interessiert das überhaupt nicht. Ich will leben wie ich will…

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    Tja, und den Rest der Menschheit interessiert nicht was SIE wollen.
    Da müssen Sie sich wohl oder übel einen eigenen Privatplaneten suchen.
    Da brauchen Sie dann auf Niemanden Rücksicht nehmen.

  120. Ich will leben wie ich will und habe nicht geringste Lust mir von irgendjemand vorschreiben zu lassen was ich esse, wie ich reise und was ich trage.

    Dann haben wir ein Problem, “nichts und niemand”, denn ihre Freiheit ist nicht absolut, sondern hört da auf, wo sie die Freiheit eines anderen beschneidet. Wir leben alle zusammen auf einem Planeten mit begrenzten Ressourcen, zu denen auch die Grenzen der Atmosphäre gehört, unsere Emissionen aufzunehmen. Das wiederum heißt, dass Sie nicht machen können, was sie wollen. Ihr Meinung scheint zu sein, dass es einfach ihr Recht sei, Umweltschäden produzieren zu dürften, die andere dann für sie zu tragen haben. Das ist aber nicht ihr Recht. Zum gesellschaftlichen Zusammenleben gehört, dass man auf andere Rücksicht nimmt, nachts nicht extrem laut Musik hört, die alle anderen weckt, den eigenen Müll nicht in den Garten des Nachbarn kippt, und nicht einfach nur nach dem anarchischen Recht-des-Stärkeren agiert. Wie kommen Sie auf den Gedanken, dass Sie das Recht hätten mit ihrem Konsum das Leben anderer Menschen zu schädigen? Das ist argumentativ genauso absurd wie das Verbot, anderen Körperverletzung zuzufügen als Einschränkung des Rechtes auf freie Entfaltung zu brandmarken. Eine solche Meinung hat nichts mit freiheitlichem, liberalem Denken zu tun, sondern ist eine Perversion des Liberalismus. Es ist die logisch widersinnige und moralisch widerwärtige Falschannahme, dass man selbst absolute Freiheit genießen dürfe, die so weit geht, dass man allen Mitbürgern deren Freiheit beliebig beschränken könne. Purer Egoismus also. Deswegen braucht es einen Staat, der dafür sorgt, dass die Freiheit ALLER Menschen gewahrt wird. Und nicht nur von denjenigen, sie sie sich kaufen können.

    Dass sie mit solchen Einstellungen Greta Thunberg nervig finden, wundert dann wieder nicht, denn sie zeigt ihnen klar und unwiderlegbar auf, dass die falsch liegen. Sowas hört niemand gerne, denn das hieße ja, dass man in Betracht ziehen müsste, dass die eigene Lebensauffassung fehlgeleitet ist

  121. Danke für diesen politisch hochaktuellen Beitrag!

    Pendler und Co. sollten sich nicht um eine CO2-Steuer Sorgen machen, sondern mit den Schülern gemeinsam dafür protestieren, dass diese CO2-Steuer sozial gerecht gestaltet wird und der ÖPNV massiv ausgebaut, verbilligt und verbessert wird.* Davon würden auch Pendler finanziell profitieren.

    Denn der Individualverkehr (1,5 Tonnen umherkarren, um 80 kg Person zu befördern) ist nicht nur klimapolitisch unverantwortlich, sondern auch aus rein wirtschaftlichen Gründen völliger Irrsinn.

    *am 20. September wäre die beste Gelegenheit dazu. Denn an diesem Tag ruft die erste Gewerkschaft (ver.di) ihre 2 Mio. Mitglieder, darunter auch Pendler, zur gemeinsamen Demo mit den Schülern, Studenten und Azubis auf! Ich hoffe, weitere Gewerkschaften schließen sich an. Denn die Klimakrise betrifft alle!

    Quellen:

    https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/fridays-for-future-ver-di-chef-ruft-zur-teilnahme-an-klimademo-auf-a-1280588.html

    https://fridaysforfuture.de/allefuersklima/

  122. @nichts und niemand

    ” Sehr spannend, nur mich interessiert das überhaupt nicht. Ich will leben wie ich will und habe nicht geringste Lust mir von irgendjemand vorschreiben zu lassen…”

    Der Kochtopf der Natur wird ihnen schon knallhart beibringen, was sie zu tun und zu lassen haben, da gebe ich Ihnen eine 100%ige Garantie.

    Im Übrigen, jedesmal, wenn ich von Arroganz, Ignoranz und Egoismus strotzende “Kommentare” wie Ihren lese, steigert sich meine Beruhigung darüber, dass ich ganz bewusst keine Kinder gezeugt habe, die mit den desaströsen Folgen der Klimaerhitzung, die im Wesentlichen Sie und ihre Gesinnungsgenossen zu verantworten haben, leben müssten.

    Ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben eine angenehme Reise in eine ganz wunderbare Zukunft.

    Mit freundlichen Grüssen,
    Nemesis

  123. @Energiewende ja, aber wenn es geht wirtschaftlich

    Zunächst möchte ich dem zustimmen, dass wir mit einer rücksichtslosen Einstellung natürlich keine gemeinschaftlichen Probleme lösen können, auch nicht das Problem der Klimaveränderung durch Treibhausgase.

    Was die CO2-Steuer angeht, wenn sie erst langsam ansteigend, dann aber in ausreichender Höhe erhoben wird, dann ist sie effektiver als Einzelförderungen von Investitionen in z.B. Außenwandisolierungen.

    Wenn wir in vielleicht 10 Jahren genug Windräder und Sonnenkollektoren aufgestellt haben, und mit dem dann reichlichen Überschussstrom jede Menge Wasserstoff und Methan herstellen können, können wir damit dann einfach mit den bestehenden Heizungsanlagen heizen. Dass wäre dann schon mal 100% klimaneutral.

    Wer dann ohnehin eine neue Heizung braucht, oder die Fassade neu machen will, kann sich dann selber ausrechnen, ob eine Wärmepumpenheizung oder eine Stryroporisolierung seiner Außenwände Sinn macht. Dieses jetzt pauschal zu fördern kann dagegen zu wirtschaftlich unsinnigen Baumaßnahmen führen, hier ist die CO2-Steuer eindeutig besser.

    Mit dem Synthesegas Kraft-Wärme-Kopplung zu betreiben wäre auch energetisch günstig, aber dann auch nur noch eine wirtschaftliche Entscheidung. Die Fernwärmebetreiber können sich dann überlegen, ob eine Ausweitung ihres Angebots auf weitere Stadtteile Sinn macht. Und die Eigentümer von großen Mietshäusern können sich ausrechnen, ob es sich lohnt, in die Zentralheizung einen Gasmotor zu integrieren, der neben der Wärme auch Strom produziert.

    Inwieweit man den aus Stromüberschüssen direkt erzeugten Wasserstoff transportiert und speichert, und dann in der Industrie einerseits, andererseits auch für Brennstoffzellenheizungen in Häusern oder für Fahrzeuge nutzen kann, ist dann auch eine reine Preisfrage. Das müsste man dann ausrechnen. Methan eignet sich eher für Transport und Speicherung in dem bestehendem Gasnetz und den bestehenden unterirdischen Gasspeichern, und kann direkt ohne jegliche Umbauten in bestehenden Erdgasheizungen und Erdgaskraftwerken eingesetzt werden.

    Wasserstoff ist pro Kubikmeter 4 mal energieärmer als Methan, und braucht entsprechend größere Rohrleitungen, aber vor allem auch entsprechend mehr Speicherplatz in unterirdischen Speichern. Ob sich dass lohnt, die nötigen Gasspeicher zu bauen, um mehr Wasserstoff direkt zu nutzen, muss man genau ausrechnen.

    Auch kann man mit Überschussstrom ohne den Umweg über Gas auch direkt Heizen, wenn es gerade passt, dass z.B. ein Überschuss von Offshore-Windkraftanlagen in der Nordsee mit einem entsprechendem Heizbedarf in Norddeutschland zeitlich zusammentrifft. Dazu bräuchte man nur eine Heizung, in die ein einfacher Elektroheizstab integriert ist und einen smarten Stromzähler. Das kann sogar eine Holzpelletheizung sein.
    Vorübergehend täte es auch ein Heizlüfter zusätzlich zu einer alten Zentralheizung.

    Die Energiewende ist teuer genug, je effektiver wir hier in die richtige Technik investieren, desto schneller werden wir damit fertig sein, und desto mehr von dieser Technik werden wir auch in andere Länder, vor allem in Schwellenländer, exportieren können.

    Baugenehmigungen für Windräder im Hinterland, smarte Stromzähler, neue Stromtrassen, eine Ladeinfrastruktur für Elektoautos und vernünftige Radwege müssen aber als Einzelförderung zusätzlich zur CO2-Steuer umgesetzt werden.

  124. @nichts und niemand

    Addendum zu meinem letzten Kommentar:

    Obacht, es geht schneller, als so mancher Ignorant sich das so ausmalt- Ein Thema, das uns kurz-, mittel-, und langfristig keine Ruhe mehr lassen wird.:

    ” 6.8.2019 – Engpässe in Deutschland – Der Kampf ums Wasser beginnt

    Die Versorgung mit Trinkwasser ist in Deutschland für die meisten so selbstverständlich, dass sie nicht darüber nachdenken. Das könnte sich bald ändern.

    Wasser kommt aus der Leitung – das ist noch immer die Haltung, die viele hierzulande haben. Aber so selbstverständlich ist das nicht mehr. Auch in diesem Jahr sind in manchen Regionen Brunnen und Flüsse ausgetrocknet, Behörden drohen Landwirten mit Bußgeldern, wenn sie zu viel bewässern. Der Kampf ums Wasser beginnt. Und Deutschland ist nicht darauf vorbereitet….”

    https://www.tagesschau.de/investigativ/report-muenchen/wasserknappheit-101.html

    Aha, da ist er schon, der von mir erwähnte KOCHTOPF DER NATUR^^ Gehen Sie mal einen einzigen Tag lang hinaus in den Concrete Jungle, da wird Ihnen binnen kürzester Zeit beigebracht, wo der ultimative Hammer hängt, hamm hamm:

    https://pictures-of-cats.org/wp-content/uploads/2016/09/lion-eating.jpg

    Geniessen Sie ganz entspannt und ohne Reue ein komfortables Leben im Kochtopf der Natur. Wie bereits gesagt, ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben eine angenehme Reise in eine wunderbare Zukunft,

    Mit freundlichen Grüssen aus dem Concrete Jungle, see you there quickly, yum yum,
    Nemesis

  125. @Selbstabschaffung der CO2-Steuer

    Was mir noch zum Thema einfällt: die CO2-Steuer wird sich bei Erfolg selber wieder abschaffen. Erst steigen die Erneuerbaren Energien beim Strom über 100%, dann wird das aus Überschüssen erzeugte Synthesegas den Markt erobern, und zum Schluss werden auch alle flüssigen Kraftstoffe synthetisiert. Die Förderung für Geringverdiener, die einen Ausgleich für die gestiegenen Preise leisten soll, wird im Erfolgsfall nicht mehr aus der CO2-Steuer kommen können.

    Da müssen dann die Besserverdiener (oder eine Vermögenssteuer) bezahlen, oder die Geringverdiener müssen mit einem deutlichem Minus leben. Wer nicht arbeitet und keine weiten Wege fährt, ist weniger betroffen. Wer aber wenig verdient, und auf dem Land wohnt und täglich weit zur Arbeit fahren muss, der wird dann ein Problem haben. Wenn da keine Förderung mehr kommt, muss der geringverdienende Landbewohner entweder in die Stadt ziehen, oder seinen Job aufgeben.

    Wir können aber hoffen, dass durch die Dynamik mit den weltweiten Umsätzen bei der Photovoltaik dort die Preise derart sinken, dass die Energie in 20 oder 30 Jahren wieder billiger wird, vielleicht sogar auf das Niveau der fossilen Energieträger von heute. Insbesondere wenn die Solarpaneele in Nordafrika aufgestellt werden, und die Energie über Stromleitungen, Synthesegaspipelines und Synthesesprittanker zu uns kommt. Damit würde das Problem mit einer weiteren Finanzierung des Sozialausgleichs für die CO2-Steuer einfach wegfallen, weil die erst gestiegen Preise z.B. für Benzin wieder aufs heutige Niveau zurückgehen.

    Auch kann die Automatisierung durch KI-Systeme und Roboter in Zukunft auch zu sinkenden Preisen in vielen Bereichen führen, dass die höheren Kosten für Konsum aller Art auch dadurch wieder ausgeglichen werden.

    Solange aber der Umbau noch im Gange ist, muss auch ein guter Teil der Einnahmen in die erforderlichen Begleitmaßnahmen gesteckt werden: smarte Stromzähler, neue Stromtrassen, eine Ladeinfrastruktur für Elektroautos und vernünftige Radwege kosten auch was. Nur die Baugenehmigungen für Windräder im Hinterland sind kostenlos, und der damit erzeugte Strom nebenbei der günstigste Ökostrom, der derzeit in unseren Breiten technisch möglich ist.

    Hakt das bei den Baugenehmigungen für Windräder etwa, weil das zu billig ist? Wirtschaftsförderung ist bei CDU, SPD und FDP ja bekanntlich das höchste Ziel der Politik.

  126. Meine Meinung zur CO2-Besteuerung ist, dass man mit einer solchen Steuer die CO2-Emissionen gar nicht oder höchstens minimal wird beeinflussen können. Eine Steuer kann nur dann eine steuernde Wirkung auf den Verbrauch haben, wenn sie extrem hoch ist, also eine Art Luxussteuer darstellt, wie es sie ja in manchen Ländern für bestimmte Verbrauchsgüter gab oder vielleicht auch noch gibt.

    In diesem Blog trifft man meiner Meinung nach zu viele Pessimisten, die gar nicht wissen wollen, dass trotz laufender Zunahme des CO2-Gehalts der Atmosphäre weiterhin erfreuliche und positiv zu sehende Vorgänge stattfinden, wie die nachweisliche starke Ergrünung der Erde oder die trotz weiter steigendem Meeresspiegel nun doch nicht untergehenden flachen Inseln und Atolle, was bereits im IPCC-Report SR15 letztes Jahr festgehalten wurde.

    Vielleicht kann die folgende Information nicht nur die Optimisten sondern auch einige Pessimissten positiver stimmen:
    Es gibt eine neue Technologie zur Erzeugung elektrischen Stroms mit Hilfe von Gas, bei der praktisch gar keine CO2-Emissionen in die Erdatmosphäre mehr entstehen und die bereits in einer 50 MW-Demonstrationsanlage in Texas erprobt wird. Hier der Link zum entsprechenden Bericht: https://t1p.de/gkhh

    Grob zusammengefasst und vereinfacht funktioniert das so: das Erdgas wird mit einem Gemisch aus Sauerstoff (wird von der Anlage selbst „erzeugt“) und heißem CO2 unter Hochdruck verbrannt wobei Wasser plus Hochdruck-CO2 als Arbeitsmedium entsteht. Im Gegensatz zu andern Kraftwerken wird die Turbine nicht mit dem Wasser sondern dem CO2 angetrieben. Das Wasser wird gekühlt und wiederverwendet, das unter Hochdruck stehende CO2 wird entweder für industrielle Zwecke verwendet oder in geologischen Formationen gespeichert werden und nicht in die Atmosphäre entlassen.

    Es wird davon ausgegangen, dass die Kosten für die Kilowattstunde etwas unter der Hälfte von konventionellen Gaskraftwerken liegen werden, was diese neue Technik erst richtig attraktiv machen dürfte, denn die deutschen Gaskraftwerke sind aufgrund der hohen Kosten gegenüber Kohlekraftwerken zur Zeit nicht konkurrenzfähig und deshalb stillgelegt oder selten in Betrieb.

    In Deutschland wird davon ausgegangen, dass anstelle der Kohle- und Kenrkraftwerke zukünftig Gaskraftwerke für die Grundlast und zur Vemeidung von Blackouts eingesetzt werden, da nur mit „Erneuerbaren“ unmöglich die störungsfreie und sichere Stromversorgung gewährleistet werden kann solange nicht „gigantische“ Stromspeicher und große Überkapazitäten bei den „Erneuerbaren“ zur „Füllung“ der Stromspeicher zur Verfügung stehen. Die neue Technologie aus den USA könnte da die Lösung sein.

    • Gutes Beispiel dafür, wie ein Preissignal für CO2-Emissionen neuen Technologien auf die Sprünge helfen kann.

      Federal tax credits for carbon-capture projects are helping get this demonstration off the ground, providing a $50 tax credit for every ton of carbon sequestered.

  127. @Tobias Jeckenburger

    Sie sind optimistisch über den Ausbau der nächsten 10 Jahre – aber der Windkraftausbau ist gerade zum Stillstand gekommen.

    An der Nordsee machen sie keinen Sinn mehr da Leitungen fehlen und immer mehr teure Zwangsabschaltungen nötig sind – und im Inland ist der Ausbau zum Halt gekommen. Alle Flächen mit genug Abstand zu Häusern sind vergeben, oder zugeklagt.

    Der großflächige Solarausbau hierzulande ist teuer, doppelt teuer weil er ein Speicher-Backup braucht. Pumpspeicher sind Dampfmaschinen-Zeit-Technik und nicht überall möglich. Batterien sind zu teuer und unökologisch in diesen Mengen – bleiben nur Redox – Flow – Batterien mit häufigem Elektrolyten (nicht Vanadium). Diese sind erst im Pilotstatium.

    Also – wer schnell eine Energiewende will und noch mehr Strom verbrauchen (E-Auto, Heizung …) kommt um neue Atomkraftwerke nicht herum, zusätzlich zum Wind / Solarausbau.

    Sehen Sie sich mal an, was passiert wenn wir in diesem sehr sonnenintensiven Juli die Atomkraftwerke abgeschaltet hätten:

    https://www.energy-charts.de/power.htm?source=all-sources&year=2019&month=7

    Die Braunkohle lief bei Tagen mit viel Sonne aber wenig Wind auch noch auf vollen Touren, nur bei einer Tiefdruckstörung kommt Wind dazu.

    Eine verzehnfachung! der Sonnenenergie wäre nötig – zusammen mit Speichern im Terawattstunden-Bereich, um einfach nur einen normalen Tagesgang abzubilden.

    Wenn Sie sich den diesjährigen Februar ansehen ist zu erkennen wieviel Eneriewende noch nötig wäre:

    https://www.energy-charts.de/power.htm?source=all-sources&year=2019&month=2

    Der rote Atombalken soll demnächst abgeschaltet werden, der braune Braunkohlestrich an sich auch.

    Für die windarmen Tage benötigen wir einen Mehr-Tagesspeicher. Bei Wasserstoff muß wegen dem Wirkungsgrad dann nochmal das doppelte an Primärausbau geleistet werden – d.h. für 1 TWH abrufbare Energie 2 TWH erzeugter Strom.

    Leider wurde die Forschung in neuere Atomkraft schleifen gelassen – es gibt zur Zeit leider nur die alten Meiler mit neuer Sicherheitstechnik.

    Ich finde die heutige Atomtechnik auch nicht toll – aber wer Braun / Steinkohle schnell loswerden hat leider keine Alternative an jetzt verfügbarer Technik.

  128. Als Physiker, der obendrein auch noch an einem Institut für Geophysik promoviert aber sein Berufsleben in der Industrie und einem guten Teil in der Messtechnik verbracht hat, werde ich in meinem Bekanntenkreis in letzter Zeit immer häufiger nach meiner Meinung zu Klimawandel und CO2 angesprochen. Obwohl ich eine dezidierte Meinung zum Missbrauch des Klimawandels zu ganz anderen politischen Zwecken habe – wie in diesem Thread mit klarem Blick auch zu sehen wäre, habe ich doch immer tapfer auf die Integrität der Naturwissenschaftler vertrauend die Daten der Klimawissenschaftler verteidigt.

    In diesem Zusammenhang hat mich ein Freund gefragt, was ich von der Arbeit eines Herrn Michael Limburg (*) hielte. In dieser wird gut nachvollziehbar der Standpunkt vertreten, dass die Angabe der Fehlergrenzen sowohl des Temperatur- als auch des Meeresspiegelverlaufs deswegen viel zu optimistisch seien, weil sich systematische Fehler bei der Zusammenfassung von Messreihen nicht automatisch ausmitteln, was aber von den Autoren des IPCC vorausgesetzt würde. Außerdem verweist er auf die Probleme bei der Klimasimulation, die die gleichen sind, die auch ein leider früh verstorbener Freund kritisiert hatte. Der war als Astrophysiker, der über die Simulation von Sternentstehung und -dynamik gearbeitet hatte, angesprochen worden, ob er nicht in einem klimatologischen Institut in eine Gruppe zur Simulation des Klimas einsteigen wolle. Nach einem dortigen Besuch und der Diskussion mit den dort arbeitenden Wissenschaftlern hatte er die gleichen Bedenken wie Herr Limburg, die er mir gegenüber mit der Bemerkung, so könne man jedes Klima hinrechnen, charakterisiert hatte und deshalb das Angebot ausschlug.

    Nun scheint die Arbeit von Herrn Limburg (die möglicherweise als Dissertation nicht angenommen wurde – es steht zwar eine Danksagung an seinen Doktorvater im Text, aber kein Datum) etwas älteren Datums zu sein, da im Literaturverzeichnis nur Literatur bis 2009/2010 angeführt wird. Ich stehe nun etwas “im Hemd” da und habe zwei Fragen: Gibt es zum einen neuere Arbeiten, die sich dem Problem der Fehlergrenzen unter Berücksichtigung systematischer Fehler bei historischen Aufzeichnungen widmen und zum anderen, gibt es seit den Nullerjahren neue Ansätze von Zirkulations- und Klimamodellen und Arbeiten, die diese kritisch mit den bis 2000 üblichen vergleichen? Wenn ja, wäre ich für die Namen der Autoren oder eine Quellenangabe dankbar, um mir selbst ein Bild zu machen und weiter Rede und Antwort stehen zu können.

    (*) https://www.eike-klima-energie.eu/2016/04/03/analyse-zur-bewertung-und-fehlerabschaetzung-der-globalen-daten-fuer-temperatur-und-meeresspiegel-und-deren-bestimmungsprobleme/
    sorry für “eike”, ist nun mal die Quelle

  129. @Eulenspiegel

    Klar ist hier die ganze Energiewende in Gefahr, wenn keine neuen Windräder im Hinterland aufgestellt werden. So kommen die Kraftwerksbetreiber doch noch zum ersehnten und äußerst lukrativen Weiterbetrieb ihrer abgeschriebenen Atomkraftwerke. Die Konsequenz daraus ist meiner Meinung aber, dass wir Parteien wählen müssen, die eben die Baugenehmigungen für die Windräder gegen die Interessen der Kraftwerksbetreiber durchsetzen.

    Wenn Strom auch für einen guten Teil der Fahrzeuge und auch zum Heizen verwendet wird, reduziert sich doch das Problem mit dem direkten Speichern von Strom immer mehr. Synthesegas zum Heizen kann in bestehenden unterirdischen Gasspeichern soweit ich weiß über Monate gespeichert werden, und die E-Autos können zu einem guten Teil nur dann aufgeladen werden, wenn gerade Strom im Netz dafür da ist. Dafür brauchen wir ja die smarten Stromzähler.

    Die alten Atomkraftwerke können nur als Grundlast laufen, dass passt überhaupt nicht zu einem Vollausbau von erneuerbaren Energien. Die Atomkraftwerke würden dann vor allem meistens noch mehr Überschussstrom erzeugen. Hier sind die Gaskraftwerke sinnvoll, weil diese schnell rauf und runtergefahren werden können und eben auch mit dem gespeicherten Synthesgas laufen können.

    An ihrer verlinkten Grafik

    https://www.energy-charts.de/power.htm?source=all-sources&year=2019&month=7

    viel mir auf:

    Hier sehe ich einen guten Teil an Bio-Masse-Strom. Soweit es sich dabei im brennbares Gas handelt, könnte man dieses ins normale Gasnetz einspeisen, und dann mit in den Gasspeichern speichern. Das würde weiter den Bedarf an direktem Speichern von Strom reduzieren. Die Speichertechnik, die wir gar nicht haben, brauchen wir gar nicht, wenn wir alles konsequent nutzen, was sich hier bietet. Allem voran die Baugenehmigungen für Windkraft im Hinterland.

  130. Das wir was tun müssen, ist klar! Aber eine Steuer in dieser Form wie sie die Politiker geplant haben, ist einfach nicht der richtige Weg. Man möchte am Jahresende das Geld an die Mitbürger, irgendwie wieder je nach real co2 Ausstoss, rückerstatten. So ganz klar wie das laufen soll, sind sich die Politiker bis da hin auch nicht wirklich. Das heißt nichts anderes als, der der sich das leißten kann ein neues Auto zu finanzieren, oder sein Haus energetisch auf den neusten Stand zu bringen, bekommt auch wieder viel zurück erstattet. Sozial schwache, wie zum Beispiel ein Rentner, der sich vor langer Zeit ein Eigenheim leisten konnte und heute dank der knappen Rente nicht, wie viele die in Miete wohnen, es grade so schaffen nicht Flaschen sammel gehen zu müssen, werden es nicht mehr schaffen, Ihr Häuschen oder eine kleine Wohnung zu sanieren. Das Geld würde wieder nur von Arm zu Reich fließen.
    Würde man diese Steuer dazu verwenden, genau hier die energetische Sanierung auf Staatskosten durchzuführen, könnte man den co2 Ausstoß recht zügig reduzieren. Ob das für diejenigen die kein Eigenheim haben fair ist, oder die, die sich das leisten können doch nichts zurück bekommen? Nun, wenn wir den co2 Ausstoß senken wollen, sollte man es so machen, es ist unser aller Leben, das davon abhängt. Nur mit einer Steuer, bei der das Geld nur umgeschichtet werden soll, werden wir keine große Veränderung erreichen.
    Da unsere Politiker ohnehin immer schön bemüht sind, mit unserem Geld Unfug zu treiben, zb. Berliner Flughafen, Windpark an der Nordsee, der nicht ans Netzt geht, weil die Stromtrasse nicht gebeut werden kann, Maut für PKW’s die nicht kommen kann, da der europäische Gerichtshof das gekippt hat, aber wir nun Konventionalstrafen an Firmen zahlen müssen, weil Verträge schon vorab geschlossen wurden, usw., usw. habe ich bei dieser Sache mit der Steuer nur das Gefühl, unsere Politiker brauchen dringen Geld für andere Dinge, die in den Sand gesetzt wurden. Unterm Strich wird, so glaube ich, von diesen Steuergeldern wieder nichts co2 bezogenes gemacht, sondern nur eingesackt und verschwendet. Man bedenke, wieviel Einnahmen dem Staat entgehen, wenn wir alle mit öffentlichen Verkehrsmittel, oder für den, der es sich leisten kann, mit einem E-Auto, das er über seine eigenen Solarpanels läd, unterwegs sind. man bedenke hier die Mineralölsteuer und die öko Steuer die jetzt schon auf dem Sprit mit drauf sind.
    Wenn unsere Politiker wirklich Interesse daran hätten was zu verändern, hätten sie bei der Dieselaffäre schon gehandelt und die Autobauer dazu gezwungen ihren Betrug zu korrigieren und umgehend Umrüstungen vorzunehmen.
    Darüber hinaus sei erwähnt, dass der Größte Teil der co2 Belastung durch heizen entsteht. Übrigens könnte man den Strom den man Tagsüber ins Ausland verschenkt weil durch die Solaranlagen tagsüber bei voller Sonneneinstrahlung eine Überkapatität vorhanden ist, über Elektrolyse in Wasserstoff umwandeln, den man dann für die Nacht wieder über entsprechende Kraftwerke ins Netz einspeist. auch wenn der Wirkungsgrad nicht so optimal ist, ist es besser, als den Strom ins Ausland zu verschenken und hier die Strompreise so hoch zu treiben dass man den Strom kaum noch bezahlen kann.

  131. und so klingt es, wenn erfahrene, intelligente Menschen sprechen:

    „Klima retten nur durch globale Ansätze“ (OMV CEO Rainer Seele, Anm.)

    „Das Klima retten“ könne man „nur durch globale Ansätze“, meinte der OMV-Chef: „Das ist ein Welt-Thema, worüber wir reden. Und wenn wir Europäer nicht in der Lage sind, uns zu verständigen, wie kann sich denn der Rest der Welt dann noch mit uns verständigen.“

    Daher seine Bitte: „Versucht eine europäische Klimapolitik zu machen, die dazu führt, dass CO2-Emissionen gesenkt werden.
    Schafft Anreize für die Wirtschaft, bestraft nicht die Wirtschaft – das ist der bessere Weg. Denn die Wirtschaft muss investieren, damit wir diese CO2-Reduktion haben.“

    Indem auf neue Technologien gesetzt werde, lasse sich auch der Lebensstandard erhalten, sprach sich Seele gegen Extrempositionen aus, die „alles verbieten“ wollten und „sagen, wir wollen in zehn Jahren kein Öl und kein Gas mehr“. Dazu werde „jeder Wissenschafter sagen: Das geht so nicht.“

    Oder doch nicht jeder…?

  132. Ich denke und das ist nur meine Meinung, dass Steuern und Verbote nicht viel bringen werden.
    Es muss ein Umdenken der Bevölkerung statt finden und das nicht nur in Deutschland, sondern Global.
    Wie man das bewerkstelligen kann? Da gibt es derzeit leider noch keinen Rezept und deshalb behaupte ich, dass es sich genau aus diesen Gründen die Regierung sehr einfach macht und Steuern erhebt…….”man hat ja etwas unternommen”.
    Genauso schreit man nach Elektrofahrzeugen als die Waffe gegen CO2 Ausstoß.
    Hat sich schon mal jemand Gedanken gemacht, was mit uns gesundheitlich geschieht in so einem Elektro-Fahrzeug? Immerhin sitzt man auf einer Hochleistungsbatterie etc.. Ich kann mich noch daran erinnern, wie das Handy als schädlich abgetan wurde…..
    Windenergie wird von jedem als das Instrument genannt, jedoch wehren sich alle, das so ein Teil bei einem vor dem Haus steht….
    Ich zahle lieber 2,50€/Liter für syntetischen Brennstoff und weiß genau, dass ich etwas für die Umwelt mache, als irgendeine Steuer wo im Luftleeren Raum verpufft.
    Und genau da sehe potenzial. Der Bürger zahlt bestimmt gerne für die Umwelt, wenn man genau erkennen kann, wo das Geld hinfließt und das es direkt der Umwelt nützt.

  133. Marjan S.
    Schafft Anreize für die Wirtschaft, bestraft nicht die Wirtschaft

    ____________________________________________________________
    Inwiefern wird denn die Wirtschaft bestraft?
    Falls Sie damit die CO2-Steuer meinen- es ist etwas kindisch, Steuern als “Strafe” anzusehen.Generell sind sie für den Staat eine Einnahme, und für den Steuerpflichtigen eine Belastung.
    Und im speziellen Fall hier schaffen sie genau die von Ihnen gewünschten Anreize zur CO2-Einsparung.
    MfG Frankfurter

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