Von Inseln, Stürmen, steigendem Meeresspiegel und Klimaleugnern

In Bonn beginnt heute der 23. Weltklimagipfel der Vereinten Nationen: die COP (Conference of the Parties – gemeint sind mit “Parties” die Parteien der Klimarahmenkonvention UNFCCC). Die Leitung liegt dieses Jahr bei Fidschi – aber weil der kleine Inselstaat im Pazifik keine Konferenz mit erwarteten 25.000 Teilnehmern beherbergen kann, findet der Gipfel in Bonn statt, dem Standort des UN-Klimasekretariats.

Die kleinen Inselstaaten sind besonders vom Anstieg des Meeresspiegels betroffen und haben sich zu einem Verbund zusammengeschlossen: AOSIS, der Alliance of Small Island States. Dass die Begrenzung der Erwärmung auf 1,5 Grad als Ambition im Pariser Abkommen steht, gilt nicht zuletzt als ihr Erfolg. Eine Diplomatin aus Palau, mit der ich am Freitag in Bonn beim Abendessen saß, sagte dazu: seit dem Pariser Abkommen haben die Inselstaaten zumindest das Gefühl, den Kopf wieder über Wasser zu haben.

Tropenstürme

Dieses Jahr standen einige dieser Inselstaaten im Rampenlicht der Medien aufgrund der erlittenen Zerstörungen durch tropische Wirbelstürme. Schon fast vergessen: im Mai richtete der Zyklon Donna Verwüstungen in Vanuatu an. Es war der stärkste Tropensturm, der je in einem Mai – außerhalb der normalen Tropensturmsaison – auf der Südhalbkugel verzeichnet wurde (Kategorie 4 laut Saffir-Simpson-Skala). Und dann kam die historische Hurrikansaison im Atlantik mit einer ganzen Reihe von neuen Rekorden – und massiven Schäden auf einer Reihe von Karibikinseln sowie in den USA.

Es gibt wohl kaum Hurrikanexperten, die hier keinen Zusammenhang mit den gestiegenen Meerestemperaturen sehen, die schließlich die Energiequelle dieser Stürme sind (siehe dazu den lesenswerten Kommentar des Top-US-Hurrikanforschers Kerry Emanuel vom MIT). Ein sehr sorgfältiges Übersichtspaper in Science über den Stand der Forschung folgerte im vergangenen Jahr:

We thus expect [tropical cyclone] intensities to increase with warming, both on average and at the high end of the scale, so that the strongest future storms will exceed the strength of any in the past.

Gerade solche Tropenstürme von früher nie beobachteter Stärke häufen sich in den letzten Jahren. Fidschi selbst leidet noch heute unter den Folgen von Zyklon Winston im Februar 2016: dem stärksten Tropensturm, der je auf der Südhalbkugel beobachtet wurde, und gleichzeitig dem teuersten Tropensturm aller Zeiten im Südpazifik.

Meeresspiegel

Abb. 1 Weltkarte der Anstiegsgeschwindigkeit des Meeresspiegels von 1992 bis heute, gemessen von Satelliten. Quelle: University of Colorado Sea Level Research Group

Die durch tropische Wirbelstürme ausgelösten Sturmfluten werden dabei deutlich durch den steigenden Meeresspiegel verschlimmert. Abb. 1 zeigt eine Karte der globalen Meeresspiegeltrends seit Beginn der Satellitenmessungen im Jahr 1992. Im globalen Mittel beträgt der Anstieg 3,4 Millimeter pro Jahr, also insgesamt 8,5 Zentimeter seit 1992. Die regionalen Unterschiede haben verschiedene Ursachen – im Nordatlantik sieht man zum Beispiel Veränderungen im Golfstrom. Im tropischen Pazifik handelt es sich wahrscheinlich um eine natürliche Klimaschwankung, die pazifisch-dekadische Oszillation, die die Stärke der Passatwinde verändert und damit das Meerwasser in den letzten Jahrzehnten stärker in den Westpazifik gedrückt hat – im Osten ist es dafür weniger angestiegen. Daher leiden derzeit besonders Inselstaaten im Westpazifik, wie Fidschi oder Kiribati (Abb. 2 und 3), unter dem überdurchschnittlichen Anstieg. Der könnte einer vorübergehenden Phase mit langsamerem Anstieg weichen – auf Dauer dominiert allerdings der globale Meeresspiegelanstieg aufgrund der von uns verursachten globalen Erwärmung. Denn während die natürlichen Schwankungen auf und ab gehen, geht der globale Anstieg stets weiter nach oben. Je wärmer es wird, desto schneller.

Abb. 2 Verlauf des mittleren Meeresspiegels seit 1992 an der Pegelstation Lautoka in Fidschi. Der lineare Trend (rot) beträgt 3,8 mm/Jahr, insgesamt 10 Zentimeter. Datenquelle: Pacific Sea Level Monitoring Project des australischen Wetterdienstes.

 Abb. 3 Verlauf der Monatsmaxima des Meeresspiegels seit 1992 an der Pegelstation Betio in Kiribati. Der lineare Trend (rot) beträgt 5,7 mm/Jahr, insgesamt 14 Zentimeter. Der mittlere Meeresspiegel ist dagegen nur um 8 Zentimeter angestiegen – Beispiel dafür, dass an manchen Orten durch nichtlineare Effekte die für Überflutungen verantwortlichen Spitzen des Meeresspiegels stärker ansteigen können als der Mittelwert. Datenquelle: Pacific Sea Level Monitoring Project des australischen Wetterdienstes.

Die Daten stammen vom australischen Bureau of Meteorology, das im Westpazifik ein Meeresspiegelmessnetz betreibt. Während man aus den Satellitendaten den Meeresspiegel relativ zum Erdmittelpunkt ermittelt, messen die Pegel den Meeresspiegel relativ zum Land. Diese beiden Messungen unterscheiden sich durch Landsenkung oder Hebung – die aber in den beiden gezeigten Fällen nur eine untergeordnete Rolle spielt, wie die neben den beiden Pegelstationen installierten GPS-Stationen zeigen.

Die Daten zeigen, dass der schleichende Anstieg eine ähnliche Größe hat wie die kurzfristigen Schwankungen vor allem durch Winde. Seit dem 19. Jahrhundert beträgt der weitgehend von uns Menschen verursachte globale Anstieg rund 20 Zentimeter. Von zwanzig Zentimetern alleine gehen noch keine Inselstaaten unter – wie mein guter Kollege Simon Donner, der seit über zehn Jahren auf Kiribati forscht, 2015 in Spektrum erläutert hat. Trotzdem leiden schon heute vielerorts Menschen unter den Folgen des steigenden Meeresspiegels. Fidschi siedelt deshalb erste Ortschaften um, die Malediven schütten eine höhere künstliche Insel auf, auf der 150.000 Menschen unterkommen sollen. Mehr dazu in meiner Titelgeschichte zum Meeresspiegelanstieg in der Zeitschrift Mare, mit den großartigen Bildern des holländischen Fotografen Kadir van Lohuizen.

Der Meeresspiegel reagiert sehr träge und verzögert auf die globale Erwärmung – er beginnt sehr langsam, beschleunigt sich aber allmählich und ist für Jahrhunderte nicht mehr aufzuhalten. Anfangs – und in dieser Phase sind wir derzeit – führt er nur punktuell zu Problemen. Dort wo mehrere Faktoren zusammen kommen, etwa Meeresspiegel und Landsenkung wie in Venedig, wo immer häufiger der Piazza San Marco unter Wasser steht (z.B. heute, wie mir die Warn-App Venice Tides vorhin mitteilte). Oder wenn eine Gegend mit überdurchschnittlichem Meeresanstieg vom stärksten jemals irgendwo auf der Welt gemessenen Tropensturm getroffen wird – so geschehen, als 2013 der Supertaifun Haiyan mit seiner Sturmflut die Provinzhauptstadt Tacloban auf den Philippinen zerstörte und 4,3 Millionen Menschen obdachlos machte. Und der Tropensturm Pam, der Zweitstärkste im Südpazifik, verursachte 2015 eine der größten Katastrophen in der Geschichte von Vanuatu, zerstörte mehr als 80 Prozent der Häuser auf den beiden südlichsten Inseln von Kiribati und verursachte erhebliche Schäden auf den Solomonen, Tuvalu und Neuseeland.

Auf Dauer wird ein unbegrenzter Anstieg nicht nur ganze Inselstaaten unbewohnbar machen, sondern auch viele Küstenstädte auf den Kontinenten. Der am Freitag veröffentlichte neue Klimabericht der USA (ein regierungsamtliches Dokument) hat im Vergleich zum vorherigen Bericht von 2014 die Obergrenze des Meeresspiegelanstiegs bis zum Jahr 2100 von 2 Meter auf 2,40 Meter erhöht, in Anbetracht neuer Erkenntnisse über die Instabilität von Kontinentaleismassen.

Korallensterben

Ein weiteres massives Problem der kleinen Inselstaaten durch unsere Emissionen sollte nicht unerwähnt bleiben: das Sterben der Korallenriffe, vor allem durch die Erwärmung des Meerwassers, aber auch durch dessen Versauerung durch CO2. Diesen März hat eine Studie in Nature die drei pan-tropischen Korallenbleichen in den Jahren 1998, 2010 und 2015/2016 untersucht. In den letzten Jahren sind zum Beispiel zwei Drittel des australischen Great Barrier Reef stark geschädigt worden – die Chancen auf eine Erholung sind gering. Die Autoren folgern:

Consequently, immediate global action to curb future warming is essential to secure a future for coral reefs.

Der Verlust der tropischen Korallenriffe wäre nicht nur ein tragischer Verlust an biologischer Vielfalt; die Riffe haben auch eine wichtige Schutzfunktion für die Korallenatolle gegenüber Sturmfluten.

Die Meeresspiegelleugner

Während vor Ort auf den Inseln bereits viele Menschen unter Versalzung ihrer Böden und Wasserressourcen und häufigeren Überflutungen leiden und die AOSIS-Vertreter auf den UN-Konferenzen verzweifelt um eine Zukunft für ihre Inseln kämpfen, erklären deutsche Klimaleugner bequem von ihrem trockenen Sofa aus das Problem einfach für nicht existent. So titelte der “Kalte Sonne” Blog von Vahrenholt und Lüning gar unter Berufung auf die in Abb. 1 gezeigten Satellitenmessungen: “Gute Nachrichten aus dem Pazifik: Meeresspiegel in Kiribati in den letzten 20 Jahren ohne langfristigen Anstieg.” (Nicht überraschend: schon eine frühere detaillierte Analyse der Aussagen dieser Autoren  zum Meeresspiegel durch das Portal Klimakten.de ergab, “dass die Darstellung von Fritz Vahrenholt und Sebastian Lüning kaum etwas mit dem tatsächlichen Forschungsstand und der realen Fachdiskussion zu tun hat.”) Ins gleiche Horn stießen die Leute vom “Klimamanifest von Heiligenroth”:

“KEINEN (!)” Großbuchstaben, Ausrufezeichen! Dann muss es ja stimmen. Das Problem: die Kurven in der verlinkten Grafik sehen nur flach aus, weil die vertikale Achse dreieinhalb Meter umfasst. Da kann man über einen Zeitraum, in dem rund zehn Zentimeter Anstieg zu erwarten sind, natürlich wenig sehen. Nachdem das PIK dann die Kurve mit der linearen Trendlinie gepostet hatte, kam diese Reaktion:

Klar: jetzt muss es “hingetrickst” sein, in der Klimaleugner-Sprache ein Synonym für “ich verstehe die Wissenschaft nicht aber das Ergebnis gefällt mir nicht”. In der weiteren Twitter-Diskussion stellte sich heraus: die Trendlinie erschien den Leuten vom Klimamanifest deshalb “dubios”, weil sie die beiden Endpunkte der Kurve nicht verbindet… Aus dem – als Kuriosität lesenswerten – Blogartikel vom Klimamanifest: “Und beachten Sie auch: Die blaue PIK-Trendlinie endet gar nicht auf dem aktuellen Schlusswert der Datentabelle”. Als ein Twitter-Nutzer sie über die Berechnung einer linearen Trendlinie aufklärte, wurde er sogleich als “#Statistik-#Vollpfosten” beschimpft. Aber immerhin: am Ende wurde dem Blogartikel ein Anhang angefügt mit einem “Aufklärungsvideo”, das zeigt, wie man mit einem Tabellenkalkulationsprogramm eine Trendlinie berechnet. Das hatte das Klimamanifest inzwischen gelernt, und folgerte nunmehr:

O.K. Egal wie man sich wendet: Mit den .TXT-Daten von Fiji wird mit Tabellenkalkulationsprogrammen eine steigende Trendlinie erstellt und angezeigt.  Das erkennen wir an. Das heisst aber nicht, dass wir die Trendlinie kritiklos anerkennen.

Beliebt unter den Klimaleugnern ist auch die These, die Küsten würden einfach mit dem steigenden Meeresspiegel mit in die Höhe wachsen durch Ansammlung von Sedimenten. Das immerhin ist nicht ganz so falsch wie die tumbe Behauptung, der Meeresspiegel würde überhaupt nicht steigen. Unter bestimmten Bedingungen ist dies in der Tat der Fall. So nutzen Meeresspiegelforscher gerade solche Stellen, an denen die Sedimente seit Jahrtausenden mit dem (durch lokale Landabsenkung) steigenden Meeresspiegel „mitwachsen“, um den früheren Verlauf des Meeresspiegels zu rekonstruieren – ich war selbst an diesen Forschungen beteiligt und habe in der KlimaLounge dazu berichtet (hier und hier). Eine unserer Studien auf dieser Basis schaffte es im Februar letzten Jahres auf die Titelseite der New York Times und wurde vom damaligen US-Präsidenten Obama per Tweet verbreitet.

Malé, Hauptinsel der Malediven. Foto: Shahee Ilyas. Quelle: Wikipedia. Creative Commons Lizenz CC BY-SA 3.0

Doch dieser Prozess setzt Orte mit großem Sedimentnachschub, einen nicht zu raschen Meeresspiegelanstieg und eine naturbelassene Küstendynamik voraus. Stark verbauten Küsten oder Inseln wird dies nicht helfen – siehe etwa Malé, die Hauptinsel der Malediven. Oder wie genau sollen Häuser und Straßen durch angespülte Sedimente in die Höhe wachsen? Auch Kiribati wird dadurch nicht gerettet werden, wie Simon Donner in Spektrum schrieb:

Zwar können Riffinseln unter Umständen wachsen und Deiche einen gewissen Schutz bieten. Doch all das wird Kiribati nicht auf Dauer retten, wenn es nicht gelingt, die weltweite Emission von Treibhausgasen zu senken.

Weblinks

Mein aktueller PNAS-Kommentar zur Sturmflutgefährdung von New York City (PNAS-Abo nötig, aber ich verschicke ihn gerne – Anfragen an stefan@pik-potsdam.de)

National Geographic: Meeresspiegel-Anstieg: Vor uns die Sintflut? (2013)

Stefan Rahmstorf ist Klimatologe und Abteilungsleiter am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und Professor für Physik der Ozeane an der Universität Potsdam. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf Klimaänderungen in der Erdgeschichte und der Rolle der Ozeane im Klimageschehen.

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  1. Herr Rahmstorf, vielleicht haben Sie davon gehört, seit ca. 1000 Jahren findet Eindeichung und Landgewinnung an der Nordseeküste durch die Holländer und Deutschen statt. Vor allem nach den großen Sturmfluten des ausgehenden Mittelalters wurde und wird Land an der Nordseeküste dazugewonnen. In Ostfriesland und Westfriesland. Kooge, etc.. Die Ostfriesischen Inseln und Westfriesischen sind früher durch die Meeresströmungen und Sturmfluten von West nach Ost gewandert, dieses tun sie Dank Küstenschutz nicht mehr. Neue Inseln wie die Kachelotplate entstehen gar derzeit vor Juist. Alles trotz steigenden Meeresspiegel, der derzeit mit 20-30 cm pro Jahrhundert an der Nordseeküste nur ansteigt. Nicht außergewöhnlich viel. Ich alles sage das als Küstenbewohner, der im Küstenschutz arbeitet.

    • Küstenschutz kann viel – besonders an der flachen Nordsee. Die Deiche werden ja bereits wegen des Meeresspiegelanstiegs erhöht. Aber die Möglichkeiten des Küstenschutzes sind nicht unendlich, daher ist es sinnvoll, eine weitere Beschleunigung des Meeresspiegelanstiegs zu verhindern, indem eine weitere Erwärmung verhindert wird. Die rund 20 cm globaler Anstieg im 20. Jahrhundert waren übrigens ein Mehrfaches des Anstiegs, der in den vorangegangenen 27 Jahrhunderten stattgefunden hat.

    • Lieber Gerd Schmidt,

      versuchen Sie doch einmal die Insel Male oder etwa Manhattan einzudeichen. Wie viel Fläche ginge wohl verloren, wenn Sie solche Inseln oder Halbinseln “eindeichen” würden
      Schauen Sie sich einmal die Küste der Stadt New York, speziell bitte Lower Manhattan an? . Wie viele Menschen müssten wohl umgesiedelt werden?

      Ich darf etwa auch an Hurrikan Sandy erinnern und die theoretische Frage in den Raum werfen, wie viel wohl der Küstenschutz von Juist, Borkum oder Norderney noch Wert wäre, wenn so ein Sturm darauf zurollen würde?

      Zur Erinnerung:
      https://www.youtube.com/watch?v=PWCvv-XZZ5c

      Selbst wenn Deiche eine lokale praktikable Lösungen darstellen. Wer zahlt dafür?

      MfG

    • Die Erwähnung der ost- und westfriesischen Inseln ist vielleicht gar nicht so uninteressant als Problematik. Ich (als Laie!) könnte mir in einem wirtschaftlich relativ potenten und funktionierenden Staatswesen durchaus vorstellen, dass die Küstensicherung des Festlandes auch auf lange Sicht und bei erheblichen Anstiegen des Wasserspiegels technisch und finanziell (irgendwie) machbar ist. Der Aufwand ist seit alters her recht gut bekannt und die Flächen und Strukturen ebenfalls seit langem bereitet (soweit man keine Neulandgewinnung betreiben will, was im Naturschutzgebiet “Wattenmeer” ohnehin wohl kaum ansteht). Ganz anders hingegen sieht natürlich die (langfristige) Betrachtung der Sicherung der vorgelagerten Inseln in ihrer derzeitigen Gestalt aus. Die Risiken für die Inseln (oder auch die unbewohnten Sandbänke oder die Halligen) sind ebenfalls seit vielen Jahrhunderten bekannt (im obigen Kommentar wurde schon die “natürliche” Verschiebung angesprochen). Diese Art von Inseln sind an sich schon im Grundsatz vulnerabel dahingehend, dass im Laufe der Jahrhunderte immer wieder mal bei schweren Stürmen Teil- oder Vollüberflutungen bekannt waren (und sind). Auch immer wiederkehrende schwere Schäden durch Abrisse oder “Inselbrüche” sind für diesen Typ von vorgelagerten Inseln sozusagen “normal”. Gerade erst hat einer der derzeitigen Sturmfronten Wangerooge recht übel erwischt (s. z.B.: https://www.nwzonline.de/wirtschaft/weser-ems/wangerooge-vernichteter-strand-auf-wangerooge-eine-riesenkatastrophe-als-touristenattraktion_a_32,1,931289630.html ). Auch die diversen erheblichen Probleme der Insel Sylt sind seit Ewigkeiten bekannt.

      Hier stellt sich dann mit weiter ansteigendem Pegel und auch nur leicht größeren Sturmenergien vermutlich noch in diesem Jahrhundert durchaus ernsthaft die Frage, wie viel Aufwand es der Gesellschaft eigentlich wohl wert ist, die gegenüber den Festlandsbefestigungen durchaus aufwändigere und sehr viel teuere Sicherung der vorgelagerten Inseln in der “derzeitigen” Form noch beizubehalten? Auch die Halligen? Auch die Sandbänke (zwecks Vogelschutz)? Wenn man ein bißchen ehrlich ist, dann ist die “Rendite” durch die Inseln irgendwann mal ziemlich aufgebraucht. Und ich sage das als jemand, der sehr gerne und öfter auf den ostfriesischen Inseln zu Besuch weilte.

      • @ajki, ich weiß nicht, ob ich Sie genau verstanden habe, aber Ihre Argumentation finde ich ein bisschen merkwürdig: “Diese Art von Inseln sind an sich schon im Grundsatz vulnerabel dahingehend, dass im Laufe der Jahrhunderte immer wieder mal bei schweren Stürmen Teil- oder Vollüberflutungen bekannt waren (und sind). Auch immer wiederkehrende schwere Schäden durch Abrisse oder “Inselbrüche” sind für diesen Typ von vorgelagerten Inseln sozusagen “normal”. “

        So nach dem Motto, diese Inseln werden sowieso schon von Überflutungen geschädigt, da machen ihnen zusätzliche Zentimeter pro Jahrzehnt auch nicht mehr viel aus. Es ist schon richtig, was sie sagen, Deichbefestigung ist möglich, aber eben auch extrem teuer. Zumal dann, wenn der Anstieg hoch ist und kein Platz an den Stränden vorhanden sind, die Deiche aufzusetzen.

        • @Sören Hader, “..ich weiß nicht, ob ich Sie genau verstanden habe..”

          Interessant fand ich die Erwähnung der vorgelagerten Inseln der Nordsee. Diese Inseln können meiner Meinung nach klar werden lassen, dass es – wenn man so will: aus deutscher (oder niederländischer…) Sicht – nicht nur um exotische Inselgruppen wie Kiribati oder sonstwas geht, sondern auch direkt um die eigene Haustür.

          Denn im Gegensatz zum Festland, bei dem auch ich eine langfristige Sicherung für möglich halte (unter Voraussetzungen), sind die vorgelagerten Inseln an sich schon “kompliziert”. Zum Beispiel, weil sie natürlicherweise “wandern” – dies aber seit der Integration der Inseln in die (touristische) Wirtschaft gar nicht mehr “dürfen”. Das bedeutet logischerweise einen an sich schon bedeutenden Eingriff, der dementsprechend aufwändig ist – die Inselgemeinden selbst könnten selbst mit Umlage der Kosten auf den touristischen Bereich die Aufgabe nicht selbständig stemmen.

          Jedwede weitere Anhebung der Pegelstände bei Fluten und Stürmen macht den Inseln zwangsläufig schwerer zu schaffen als dem Festland. Denn, wie Sie bestätigen, ist der Aufwand auf den Inseln nicht nur erheblich teurer, sondern auch schwieriger zu bewerkstelligen – vor allem ohne den Charakter der Inseln massiv zu verändern (was man ja auch auf keinen Fall will aus touristischen Gründen).

          An irgendeinem Punkt stellt sich dann naturgemäß für Bund und Länder, die Aufwand und Kosten zu tragen haben, die Frage (und damit der Gesellschaft), ab wann aus wirtschaftlichen Gründen eine (dauerhafte) Besiedelung der friesischen Inseln nicht mehr unterstützt werden kann. Diese Frage stellt sich also vor der Haustür genauso wie irgendwo in der “Südsee”. Und eine Sache ist ebenfalls schon klar: wenn man die Menschen der Südsee-Inselstaaten schon für nervig und unkooperativ hält (so ungefähr, “die können ja umziehn”), dann darf man sich schon sehr auf die Reaktionen der Bewohner der friesischen Inseln “freuen”. Der Begriff “Wutbürger” wird denen nämlich nicht gerecht werden.

    • Herr Schmidt, ich verstehe nicht, was Sie uns mit Ihrem Beitrag sagen wollen? Der Anstieg des Meeresspiegels ist halb so schlimm, wir machen ja Küstenschutz? Oder: wenn die Bewohner der Inseln, wo Deichbau schlecht möglich ist, weichen müssen, können sie zu uns kommen?

      Es fällt offenbar uns Menschen schwer, Prozesse zu verstehen und zu beurteilen, die mehrere Ursachen haben. Viele suchen gerne die eine Ursache und denken monokausal. Sicherlich werden die norddeutschen Küsten durch viele Einflüsse verändert. Dies steht beispielsweise in einem Artikel über die nordfriesische Küste vor 1362. Quelle.
      Oder in einer Darstellung der Veränderung der Küstenlinie an der Deutschen Nordsee. Dennoch können wir durch die heutigen wissenschaftlichen Untersuchungen doch verstehen, dass zurzeit die Erderwärmung zum weltweiten Anstieg der Meeresspiegel führt. Und dass hierdurch Lebensräume bedroht werden, wo heute noch hunderte Millionen Menschen leben.
      Raimund Kamm

  2. Für die langfristige Küstenschutzplanung sind wohl Zeiträume von 50 bis maximal 100 Jahren wichtig, denn neue Dämme müssen ja geplant und dann so gebaut werden, dass grössere Korrekuren für mehrere Jahrzehnte nicht mehr nötig sind, Zeiträume über 100 Jahre aber der nächsten Generation von Planern überlassen bleiben. In Bezug auf den Klimaschutz bedeutet dies, dass Emissionseinschränkungen, die den Meeresspiegelanstieg in den nächsten 50 bis 100 Jahren deutlich reduzieren, relevant für den Küstenschutz sind. Der IPCC Assessment Report 5 scheint für das Emissionsszenario RPC2.6 einen maximalen globalen Meeresspiegelanstieg von 50 cm bis 2100 zu prognostizieren, während für RPC8.5 maximal 1 Meter zu erwarten wären. Inzwischen wurden die zu erwartenden Werte deutlich nach oben korrigiert, was bedeuten könnte, dass der Unterschied im Meeresspiegelanstieg zwischen RPC2.6 und PRC8.5 ebenfalls grösser würde. Ein Unterschied im Meeresspiegelanstieg von mehr als 50 Zentimeter bis 2100 je nach Emissionsszenario spricht eigentlich stark dafür, die Emissionen jetzt möglichst stark zu reduzieren, denn ein 50 cm mehr oder weniger hoher Meeresspiegel machen für viele Küstenstädte (und für Inseln sowieso) einen enormen Unterschied.
    Diese Überlegung gilt natürlich auch für viele andere Grössen, nicht nur für den Meeresspiegelanstieg. Mir scheint, dass der Klimawandel bereits in diesem Jahrhundert weit grössere Folgen haben wird, als den meisten bewusst ist. Und einige dieser Folgen werden nicht einfach mit grösserem Mitteleinsatz korrigiert werden können. Der Klimaökonom Richard Tol glaubt ja, dass der Schaden durch den Klimawandel gering sein wird im Vergleich zur Zunahme der Wirtschaftsleistung der betroffenen Länder und dass ein rigoroses Klimaschutzregime wegen Beeinträchtigung des Wirtschaftswachstum letztlich kontraproduktiv wäre. Zitat:

    In 2007, Tol predicted a reduction in annual economic growth by 0.4% in the Republic of Ireland if greenhouse gases were reduced by 3% per year

    Die grundsätzliche Überlegung Richard Tols könnte richtig sein. Trotzdem könnte er insgesamt falsch liegen – dann nämlich, wenn die Auswirkungen des Klimawandels weit schlimmer sind als von ihm angenommen. Meeresspiegelerhöhungen weit über einen Meter noch in diesem Jahrhundert scheinen mir jedenfalls recht beängstigend und schwer vorstellbar in ihren Konsequenzen.

  3. “Klimamanifest” scheint an einer schweren Form des Dunning-Kruger-Effekts zu leiden.
    Ganz absurd finde ich dieses “Aufklärungsvideo”. Es illustriert schön, warum die Diskussion mit Klimaskeptikern wie Klimamanifest so sinnlos ist. Kaum ist Klimamanifest ertappt, schüttelt er die Hypothese aus dem Ärmel, dass der Meeresspiegelanstieg – von dem er zuvor noch behauptet hatte, dass es ihn gar nicht gebe – auf Plattentekontik zurückzuführen sei. Dieses Ausweichen bei jedem Fakt, der nicht ins Weltbild passt, ist sehr typisch für Klimaskeptiker wie Klimamanifest.

  4. Weiter möchte ich an The World, eine künstlich erschaffene Inselgruppe vor Dubai erinnern. Alles kein Problem, wenn man richtigen Küstenschutz betreibt. Und für Deutschland und Holland ist es völlig egal, ob die Nordsee tief, oder flach ist. Der Meeresspiegelanstieg bleibt bei 20-30 cm pro Jahrhundert (aktuell). Auch im Pazifik entstehen immer wieder neue Atolle. Sorge sollte man sich da lieber um Ems, Weser und Elbe machen, die unter unseren lieben Klimaschützern (die Grünen) immer weiter ausgebaggert wurden. Damit laufen die Sturmfluten stärker und höher in die Flussläufe und die Flüsse versalzen und Naturraum wird vernichtet.

    • Na ja, den holländischen Küstenschutzingenieuren ist das keineswegs egal, das weiß ich von denen aus erster Hand. Ich war als Experte an der Delta Kommission beteiligt, die den künftigen Küstenschutz in Holland plant: https://english.deltacommissaris.nl/ Sie planen neue Superdeiche, für deren Bau man große Mengen Sand benötigt – die es glücklicherweise im flachen Wasser vor der Küste gibt.

    • Wie hoch müsste man die Deiche an der deutschen Küste bauen, um einen Meeresspiegelanstieg von 2,4 Metern abzuwehren und wie hoch wären die Investitionen? Schätzen Sie mal unter ungefährer Berücksichtigung einer Zunahme der Intensität von Sturmfluten. Sie scheinen ja auf diesem Gebiet ein Experte zu sein. Bin zwar fern aller akademischen und intellektuellen Reputation, aber mir schwant, der Deichbau hat Grenzen, wenn die Spezies Mensch nicht aufhört zu kokeln mit Erdöl und Kohle relativ hurtig.

      Danke und Gruß

    • Herr Schmidt,

      1) Es findet keine Landgewinnung durch Eindeichung mehr statt. So war der Friedrich-Wilhelm-Lübke in den 50´er Jahren des 20. Jahrhunderts die letzte Eindeichung zur Landgewinnung in Schleswig-Holstein.
      2) Es ist nicht völlig egal, ob die Nordsee tief oder flach ist. Gerade um sie in den kritischen Bereichen flach zu halten, finden schließlich Vorlandarbeiten statt. Deshalb werden auch seit Urzeiten die Inseln und Halligen gepflegt, schließlich sind es natürliche Wellenbrecher.
      3) Darauf, dass Deicherhöhung einen massiven Flächenbedarf zur Folge hat, sind Sie bereits hingewiesen werden. In den Weiten Nordfrieslands relativ egal, ist dies in der Elbmündung schon heute ein massives Problem.

      Dies alles sollte Ihnen bekannt sein, sollten Sie Küstenbewohner und im Küstenschutz tätig sein. Mit Verlaub, auch ich habe lang genug für den Küstenschutz in Schleswig-Holstein an zentraler Stelle gearbeitet.

      • @Deichschaf

        Durch Lahnungen findet immer noch Landgewinnung an der gesamten deutschen Nordseeküste statt. Die Deiche sind dort weitgehend für den vom IPCC bis 2100 prognostizierten, angenommenen Meeresspiegelanstieg ausgebaut. Der Deich im Wurster-Land/ Cuxland wurde beispielsweise gerade kilometerlang erneuert und erhöht. Ostfriesen, Friesen und Westfriesen waren noch nie so sicher vor den Fluten wie heute. Das sind nun mal die Fakten. Im ausgehenden Mittelalter haben die Fluten große Teile von Nordfriesland geraubt. Runghold, etc. Und Jever in Friesland war noch ein Hafen direkt am Meer. Das Butjadinger Land war noch eine Insel und der Jadebusen noch teils Land. Heute sind die Küsten sicher durch Deichbau, Lahnungen und Entwässerung. Für mich sind die Ängste der Leute hier, die vermutlich nicht von der Küste kommen nicht nachvollziehbar. Sorry.

        • Lieber Herr Schmidt, es geht doch in dem Artikel überhaupt nicht um Ängste an der deutschen Küste. Es geht um Menschen, die in anderen Ländern schon heute unter den Folgen des Meeresspiegelanstiegs leiden. Und es geht in Bonn um kluge Vorsorge – darum, durch rechtzeitige Umsetzung des Pariser Abkommens einen verheerenden Meeresspiegelanstieg um mehrere Meter zu vermeiden.

    • Sehr schön ist es, dass Sie allen Ländern den Küstenschutz bezahlen und umsetzen, auch Bangladesch usw. Außerdem ist es für einige Länder schwieriger Maßnahmen umzusetzen, auch aufgrund der Geographie, zum Beispiel im Fall eines ausgedehnten Flussdeltas.

  5. Gibt es eigentlich irgendwelche natürlichen stabilisierenden Effekte, auf die man hoffen könnte? (Denn auf den Menschen zu hoffen, können wir eindeutig vergessen.)
    Was mir durch den Kopf geht, ist Folgendes: Der Meeresspiegel hat erdgeschichtlich enorm geschwankt, um diverse Größenordnungen mehr als die 20cm, die der Mensch bislang verursacht hat. Gerade erst “kürzlich” seit der letzten Eiszeit ist er um 140m gestiegen. Trotzdem liegen die Atolle der Südsee “zufällig” alle gerade ein paar Meter über dem Meeresspiegel. Gewiss, das könnte ein Sampling Bias sein. Vielleicht liegen hundertmal mehr ehemalige Atolle jetzt unter der Wasseroberfläche. Aber falls das kein Zufall ist, müsste es einen Rückkopplungsprozess geben, der Koralleninseln in geologisch sehr kurzer Zeit mit dem Meeresspiegel mitwachsen lässt. Ist das so?
    (Dass das, selbst wenn es so sein sollte, Male nicht retten wird, weil die Korallen, auf denen es steht, nicht mehr wachsen werden, weiß ich selbst.)

  6. Es mag zwar ketzerisch erscheinen, aber ich möchte den Sinn und Zweck eines solchen Massenspektakels wie bei COP 23 hinterfragen, bei dem 25.000 bis 40.000 Menschen aus der ganzen Welt anreisen und dem Rest der Menschheit mit erhobenem Zeigefinger predigen, sie mögen bitte auf CO2-Emissionen verzichten und schon gleich gar nicht mit dem Flugzeug durch die Welt touren.

    Zwar mag der Klima-Footprint einer solchen Konferenz angesichts der Gesamtflüge innerhalb eines Jahres marginal sein und außerdem sollte man den Leuten den Spaß nicht verderben, mal aus der eigenen Bude herauszukommen.

    Jedoch wirkt das auf mich ein bisschen wie „Wasser predigen und Wein trinken“.
    Es kann mir angesichts der heutigen Kommunikationsmöglichkeiten niemand erzählen, dass eine so hohe Zahl von Teilnehmern erforderlich ist.

    • Diese UN-Klimagipfel sind entscheidend für die internationale Zusammenarbeit beim Klimaschutz – wir hätten ohne sie mit Sicherheit kein Pariser Klimaabkommen. Bevor man kritisiert, dass Menschen aus aller Welt sich treffen, um Lösungen für die Klimakrise zu erarbeiten, sollte man vielleicht fragen, ob es so wichtig ist, andere internationale Großveranstaltungen wie Olympiaden oder Weltmeisterschaften abzuhalten.

      • Sie meinen also, Großveranstaltungen sollten nur Eliten vorbehalten sein? Das wäre IMHO eine etwas extreme Einstellung. Außerdem verkennen Sie hierbei, dass Olympiaden bzw. Weltmeisterschaften von Milliarden Menschen verfolgt werden, die zuhause vor dem Fernseher sitzen. Im Vergleich dazu ist die Anzahl der Menschen vor Ort völlig vernachlässigbar.

        Dieses Verhältnis suchen Sie bei den Weltklimakonferenzen vergeblich. Da ist praktisch jeder dabei, der beteiligt ist.

        Natürlich ist das Pariser Klimaabkommen eminent wichtig. Immerhin wird dadurch der Temperaturanstieg bis 2100 um sage und schreibe 0,048 °C reduziert:
        http://www.lomborg.com/press-release-research-reveals-negligible-impact-of-paris-climate-promises

    • @Kohl: Was mich zunehmend nervt, Herr Kohl, sind auf der nihilistischen Rechten süffisant verbreitete Argumentationsmuster à la: Wenn jemand überzeugt ist, dass es einen anthropogen verursachten Klimawandel gibt, dann muss er auch „konsequent“ sein, dann darf der nicht mehr Auto fahren, Urlaub machen, in einer warmen Wohnung leben usw. usf. … Wenn ich dagegen die wissenschaftlich eindeutig erwiesenen Zusammenhänge abstreite, dann darf ich mir alles erlauben, dann gibt es für mich keinerlei Begrenzung usw.usf. …

      Dazu ist zu sagen: Ich habe in diesem Forum mehrfach nachgewiesen, dass die Klimaskeptiker vor allem Verantwortungsabschieber sind, das ist deren psychologische Hauptmotivation, die wollen – mit der Mentalität von Plankadern! – weiterhin antimarktwirtschaftlich externe Kosten produzieren, jedoch keine Verantwortung i.S. Friedrich von Hayeks („Freiheit und Verantwortung sind untrennbar“) bzw. dem Verursacherprinzip Walter Euckens („Wer den Nutzen hat, muss auch den Schaden tragen“) übernehmen. Für die von uns verursachten Schäden haben wir auch alle die volle Verantwortung zu übernehmen, das gilt auch für Sie persönlich, Herr Kohl!

      Der beste Mechanismus dafür ist ein weltweiter CO2- Emissionshandel; die am Ende spezifischer Wertschöpfungskletten gestiegenen Produktpreise werden eine optimale Aufspaltung in Verhaltensänderungen und technologischen Wandel effizient und automatisch hervorbringen, mit den Einnahmen werden Kompensationszahlungen an die am schwersten Geschädigten, Grundlagenforschung und gute Industriepolitik (wie z.B. bei den Erneuerbaren) ermöglicht. Selbstverständlich werden dann auch die von Ihnen erwähnten Umweltorganisationen ihr Verhalten an veränderte Preisstrukturen anpassen müssen!

      P.S.: Mal Hand aufs Herz, Herr Kohl, ist denn beim „Wyatt-EIKE-Earp-Prinzip“ (Rumballern! In die Luft schießen! Viel Lärm machen!) der Klimaskeptiker bisher auch nur ein einziges Mal etwas Bemerkenswertes herausgekommen?

    • Herr Kohl, allein entscheidend ist doch, ob die Konferenzen weltweite Entwicklungen zur Reduzierung der CO2-Emissionen anstoßen oder nicht. Wenn sie es nicht tun, bedeutet das ein generelles Scheitern der Klimapolitik. Falls sie doch dazu beitragen, dann halte ich die Flugkilometer von 40.000 Delegierten für eine sinnvolle Investition. Ich finde, sehr oft wird bei der Klimabilanzierung sehr kleinlich argumentiert und dabei das große Ganze vergessen. Von mir aus dürfen selbst 70.000 Klimaschützer und Diplomaten einen CO2-Fußabdruck von 100 Tonnen im Jahr haben, wenn politische Weichen gestellt werden, die dazu führen, dass die hunderttausend(!)-fache an Menge an Weltbevölkerung ihren Fußabdruck um eine Tonne im Jahr senkt.

  7. Große Mengen Sand für Superdeiche? Das heißt doch Supermengen, die entnommen werden müssten und infolgedessen die Strömungen entlang der Küstenlinie beeinflussen werden. Wer will abschätzen, was diese Veränderungen bewirken mit evtl gravierenden, unbeabsichtigten Folgen? Veränderte Unterströmungen können verstärkte Abrasion an einer Stelle und vermehrte Anlandungen an anderer verursachen. Läßt sich im Kleinen u. a. schön entlang der gesamten Ostseeküste beobachten.
    Außerdem ist das Flachmeer vor den Küsten, wo Supermengen Sand entnommen werden sollen, doch keine untermeerische Wüste, wo nichts wächst und nichts lebt. Das ist Umweltzerstörung!
    Stoppt lieber die allgemeine Energieverschwendung, vermeidet Energieverbrauch wo es nur geht, um sofort, effektiv und ohne unvorhersehbare Nebenwirkungen etwas zum Klimaschutz beizutragen.

    • Richtig, die Sandaufspülung (die ja vielerorts auch zum Erhalt von Badestränden betrieben wird, z.B. auf Sylt) hat negative Auswirkungen auf die marinen Ökosysteme und ist daher auch umstritten.

  8. Soso. Die Karibikinselstaaten machen sich also Sorgen um das Klima und den Meeresspiegel.
    Dann sollen sie doch einfach mit Klimaschutz anfangen:
    zb Flughafen schliessen auf denen Touris über zig1000 km eingeflogen werden
    zb Häfen schließen die den Insulanern Konsumprodukte aus aller Welt liefern
    Oder aufhören Trinkwasser um die Welt zu fliegen http://www.fijiwater.com

    Aber so viel Sorgen wegen dem Klimadingens machen sich diese staaten dann wohl doch nicht ….

  9. Herr Rahmstorf, Sie schreiben, dass besonders Fiji und Kiribati vom stärkeren Anstieg des Meeresspiegels betroffen seien, doch wenn ich bei der NOAA die Grafik für Kiribati ansehe finde ich dort einen Meeresspiegelanstieg von nur 0,58 +/- 0,87 mm/yr:
    https://tidesandcurrents.noaa.gov/sltrends/sltrends_global_station.htm?stnid=750-012
    während der Anstieg für Fiji in der NOAA-Grafik mit 6,30 +/- 1,51 mm/yr weitaus dramatischer ist als der von Ihnen genannte Wert.
    Die NOAA gibt als Quelle PSMLS an, also Ihre Quelle.
    Woher kommen diese großen Differenzen zwischen den Werten bei der NOAA und den von Ihnen zitierten Werten obwohl es immer die gleiche Datenquelle zu sein scheint?

    • Es handelt sich in beiden Fällen um ganz andere Zeitperioden und auch um andere Pegelstationen. Die in Kiribati ist offenbar nicht mehr in Betrieb, die zweite Station in Fiji hatte ich bei meiner Recherche zum Artikel auch gesehen, mich aber auf die (vermutlich) qualitativ besseren Stationen des australischen Wetterdienstes beschränkt, u.a. weil es neben denen auch GPS-Stationen gibt, um den Anteil möglicher vertikaler Landbewegung zu erkennen.

      • Sorry, die Zeitperiode ist bei Fiji nicht sehr unterschiedlich: NOAA zeigt die Daten von 1972 bis 2016 und PSML von 1992 bis 2016.
        Was mir auffällt, ist dass die 3 Grafiken (Ihre hier oben, die bei NOAA und die bei PSML) schon rein “optisch” nicht übereinstimmen: die maximalen “Ausschläge” nach oben und unten sind ganz unterschiedlich, bezogen auf die Jahre, in denen sie dargestellt sind.
        Für mich hat es allein schon dadurch den Anschein, dass es verlässliche oder “sichere” Daten zum Meeresspiegel nicht zu geben scheint. Sie schreiben außerdem selbst, dass Sie sich auf die “(vermutlich) qualitativ besseren Stationen” stützen.
        Nur: Sie geben an die Daten seien von PMSL und NOAA schreibt das auch. Die Grafiken müssten dann doch deckungsgleich sein.

        Hier wird in einer Studie von 2001 festgestellt, dass der Meeresspiegelanstieg bzgl. Ursachen noch sehr rätselhaft ist:
        http://www.pnas.org/content/99/10/6550.long
        Hat sich daran inzwischen was geändert.
        Und hier wird in einem neuen Dokument eines Physikers
        https://curryja.files.wordpress.com/2017/11/cssr-on-slr.pdf
        Kritik an der aktuellen Meeresspiegel-Diskussion infolge des AGW geübt mit der Zusammenfassung des Problems: “In discussing global sea level rise since 1900, the draft Climate Science Special Report (CSSR) notes that the rate of rise since 1993 is significantly greater than the average rate of rise 1900‐1990, but fails to mention the substantial and well‐established decadal‐scale fluctuations during the 20th century. In fact, the rates since 1993 are statistically indistinguishable from rates in the first half of the 20th century.”

        Es scheint beim Meeresspiegelanstieg noch viele Unklarheiten zu geben, und die Daten werden sehr unterschiedlich dargestellt und interpretiert. Wie stark steigt er nun wirklich und wie sind die natürlichen Fluktuationen über welche Zeitperioden, wie ist der Beitrag durch die Erwärmung der oberen Schichten?

  10. Der o.g. “Aufklärende Artikel” wurde auch zeitweise bei EIKE gelistet.
    Nachdem es selbst den EIKE-Leuten (nachdem Sie nach der Veröffentlichung gelesen haben, was Sie überhaupt verbreiten) zu peinlich wurden, wurde der Artikel still und heimlich gelöscht. Es erinnert nur noch Querverweise von anderen Artikeln an diesen Veröffentlichung.

  11. Herr Rahmstorf,
    um diese Diskussion nicht emotional “aufzuheizen” und sachlich zu halten sollten sie besser titulieren und Bezeichnungen wie “Klimaleugner” nicht verwenden. Man kann das Klima nicht leugnen – das ist einfach nicht korrekt.
    Klimawandelskeptiker oder nur Skeptiker fände ich wesentlich besser.

    • Ich verstehe Ihre Bauchschmerzen bei diesem Begriff, ich habe ihn selbst viele Jahre nicht verwendet, weil er im Deutschen vorbelastet ist. Ich bin aber zu dem Schluss gekommen, dass man die Dinge beim Namen nennen sollte. Wer skeptisch ist, ist ein Skeptiker (fast alle Wissenschaftler sind so). Den Begriff Leugner verwende ich nur für diejenigen, die weder skeptisch sind noch zweifeln, sondern gezielt und über Jahre hinweg durch Propaganda das Laienpublikum zu täuschen versuchen. Zum Beispiel ermitteln in den USA die Staatsanwälte gegen Exxon wegen bewusster Täuschung der Öffentlichkeit über den Klimawandel durch fossilen Energien.

    • circa: “… “Klimaleugner” nicht verwenden. Man kann das Klima nicht leugnen [..] Klimawandelskeptiker oder [..] Skeptiker [sei] besser”

      Dass die Bezeichnung “Klimaleugner” weder gut, noch treffend, noch überhaupt “möglich” ist, dürfte für niemanden etwas Neues sein. Es ist ja (immer) so etwas wie eine Verkürzung von “Klimawandelleugner” gewesen – sicher keine glückliche.

      “Skeptiker” war der Begriff, den von Anfang an (damals in den frühen 90ern in den USA) diejenigen für sich selbst in Anspruch nahmen, die massive Angriffe auf wissenschaftliche Forschungsergebnisse öffentlich machten – nicht durch eigenständige Forschungen, sondern durch medial vermittelte Attacken, auch persönlicher Natur. Der Begriff erschien diesen Attackierenden günstig, weil er generell verknüpft war mit dem Eigenbild der in der Forschung aktiv Tätigen – man kann ohne prinzipielle Skepsis gegenüber jeder Form des äußeren oder vermeintlichen Anscheins keine Sachverhalte aufklären, schon gar nicht in den wirklich diffizilen Feinheiten großer oder gar globaler Systemzusammenhänge. Insofern wurde von den Wenigen, die aktiv gegen die Wissenschaft zu Felde zogen (medial), absichtsvoll unter falscher Flagge gesegelt – es ging nie um die notwendige “Skepsis”, es ging immer nur um interessegeleiteten (politischen) Widerspruch und das Säen von Zweifeln im öffentlichen Meinungsbild (“Merchants of Doubt”, wie Oreskes/Conway richtig titelten). Deshalb sollte man niemals nicht-evidenz- und forschungsbasierte “Meinung” als “skeptische Position” adeln – sie ist es nicht.

      “Klimawandel-Leugner” oder auch “-Skeptiker” passt allerdings auch nicht – sogar nach der eigenen Darstellung und Ansicht derjenigen, die medial attackieren. Denn wie sie selbst immer wieder betonen, sei “Klimawandel” ja etwas Immerwährendes, ständig Zutreffendes und sie selbst würden ganz selbstverständlich niemals den beständigen “Klimawandel” bezweifeln. Auch daher – wurde schon ganz platt argumentiert – können diejenigen, die den modernen Erkenntnisse der Erdsystemforschung widersprechen, ja genau keine “Leugner” sein – sie selbst würden ja die “fehlleitenden Forscher” immer wieder auf die Permanenz des “Klimawandels” hinweisen müssen (ihrer Meinung nach). Daher stammt auch die immer wiederkehrende (wütende) Aussage, sie (diejenigen mit der abweichenden persönlichen Meinung) würden von den offiziellen Forschungseinrichtungen und ihren Mitarbeitern beständig “beleidigt” und zu Unrecht “beschimpft”.

      Es gibt kein “gutes” Wort für die Gruppe der aktiv Agitierenden gegen die Ergebnisse der Erdsystemforschung. Am besten beläßt man es bei irgendeinem Wort (z.B. “Leugner”), ohne dass man dieses bestimmte Wort auf irgendeine Goldwaage legt – denn aus dem jeweiligen Zusammenhang ergibt sich sowieso, wer und was gemeint ist. Und: nur um es klarzustellen – es ist niemals eine direkte oder gar persönliche “Beleidigung” oder “Missachtung” mit dem jeweiligen Wort gemeint, immer nur der Sachverhalt als solcher.

      • Grundsätzlich stimme ich Ihnen zu, aber in einem Punkt bin ich anderer Meinung: Die Position der Klimaleugner ist nicht kohärent die, dass überhaupt rezent eine Erwärmung stattfände (ob natürlich oder nicht). Wenn man EIKE oder das deutsche science-skeptical als Klimaleugnerseiten durchforstet, dann tauchen dort sehr regelmäßig Positionen auf, die den Erwärmungstrend an sich leugnen. Interessanterweise streiten sich die Vertreter der sich gegenseitig widersprechenden anti-wissenschaftlichen Positionen* untereinander trotzdem so gut wie nie, denn sie haben ja einen gemeinsamen Feind: Die Wissenschaft.

        *Position 1: Es gäbe derzeit keinen Klimawandel.
        Position 2: Deutliche Erwärmung findet derzeit statt, sei aber natürlich.
        Position 3: GW sei teilweise oder hauptsächlich anthropogen verursacht, aber nicht schädlich.

  12. Herr Schmidt, als Küstenbewohner müssten Sie eigentlich besser über die Ursachen der mittelalterlichen großen Sturmfluten in der deutschen Bucht Bescheid wissen. Zudem müsste Ihnen bekannt sein dass zwischen 1000 und 1400 der Meeresspiegel auch in der Nordsee eben nicht angestiegen sondern eher leicht gesunken ist. Die Hauptursachen der “Grote Mandrenken” im Mittelalter lagen in einer Absenkung der küstennahen Landflächen. Diese hatte ihre Hauptursache in der Urbarmachung und Nutzung großer Moorflächen (Salztorfabbau) in Meeresnähe. Diese Entwässerung und Umwandlung der Moorflächen in Kultur- und Ackerland (mit dem Pflug) führte zu einer gesteigerten Bodenerosion, zur weiteren Entwässerung und somit zur Absenkung weiter Landstriche. Vor diesen Veränderungen erhoben sich die Moorflächen in typischer Weise aus der Fläche empor und bremsten die Wassermassen was die dahinterliegenden Land- und Siedlungsflächen vor dem Meer schützte. Neben völlig unzureichendem Küstenschutz führte dies letztlich zu dem verheerenden Ausmaß dieser Sturmfluten.

  13. @Rahmstorf

    Es geht um Menschen, die in anderen Ländern schon heute unter den Folgen des Meeresspiegelanstiegs leiden.

    Herr Rahmstorf, schon vor 1000 Jahren hieß es an der Nordseeküste deichen, oder weichen. So ist es auch heute noch. Auch auf den Malediven, etc..

    @Seifert

    Die Hauptursachen der “Grote Mandrenken” im Mittelalter lagen in einer Absenkung der küstennahen Landflächen. Diese hatte ihre Hauptursache in der Urbarmachung und Nutzung großer Moorflächen (Salztorfabbau) in Meeresnähe.

    Das ist nicht richtig. Zum einen haben die Menschen im ausgehenden Mittelalter nicht Salztorf in halb Nordfriesland abgebaut. Große Landstriche sind damals dem Meer zum Opfer gefallen und es gab nur wenige Menschen, Siedlungen. Meteorologen haben zudem die damalige Wettersituation rekonstruieren können und festgestellt, dass außergewöhnliche meteorologische Begebenheiten die Ursache für die Sturmflut waren. Genau wie heute bei den Sturmfluten 1962, 1976.

    Zudem wird seit Jahrhunderten das Deichhinterland durch Pumpwerke entwässert und ist seitdem um einige Dezimeter abgesackt, wird trotz Deichbau aber nicht mehr überflutet. Landabsenkungen finden auch heute noch durch Entwässerung statt, Dass Deichhinterland ist aber so sicher wie noch nie.

    Und wenn die Menschen sich nicht an die alte Weisheit deichen, oder weichen halten, müssen sie halt weichen.

    • Verstehe ich Ihre Position so richtig? Sie meinen, die reichen Industriestaaten, die für drei Viertel der globalen Erwärmung verantwortlich sind, sollten den armen Entwicklungsländern sagen: baut halt Deiche oder zieht um?

      • Richtig Herr Rahmstorf. Deichen, oder weichen. Was die Menschen im Mittelalter gemacht haben, Deiche bauen und Entwässern, ab ca. 1000 AD durch Holländer und dann durch Deutsche, noch ganz ohne Strom und Baufahrzeuge, sollte doch heute mit den technischen Möglichkeiten auch kein Problem. u.a. auf den Malediven sein. Bei all den Touristen. Und Menschen an der Küste, die kein Gut und Habe haben, kann man doch ganz einfach umsiedeln. Und wer sich Villen am Meer, etc. leisten kann, der hat auch das Geld zum Küstenschutz. Zumal das mit den Klimaschutz eh nicht klappt, derzeit wurde gerade ein neuer CO2-Rekord beim CO2- Ausstoß erreicht. Vor allem durch China und Indien. Das sind die Tatsachen, denen man sich stellen muss.

        • Wenn man all die (je nach Meeresspiegelanstieg) weltweit 500 Millionen Menschen, die an Küsten wohnen, so leicht umsiedeln kann, dann sollte es doch im Vergleich überhaupt kein Problem sein, gerade mal die Hälfte der bzw. 9 Millionen Syrer umzusiedeln, solange ihr Militär gegen Aufständische kämpft. Oh, ich sehe gerade, selbst das stellt die Welt schon vor Probleme. Bangladesch hat alleine 165 Millionen Einwohner. Im Fall New Orleans und im Fall Puerto Rico hat der Küstenschutz auch hervorragend geklappt. Es gibt übrigens auch Studien zum Thema “Emissionen vermeiden ist günstiger als Klimawandel-Anpassungsmaßnahmen.”

  14. Oh, welche Ehre, Stefan Rahmstorf befasst sich (endlich) mit unseren Publikationen, aber Sie reagieren sich offensichtlich an Scheinproblemen und Bagatellen ab. Aber, Herr Rahmstorf, Sie schweigen immer noch dazu, warum Sie die direkte Verlinkung von Kapitel 2 “Die globale Erwärmung” aus Ihrem Buch “DER KLIMAWANDEL” auf Ihrer Webseite entfernt haben, was wir hier dokumentiert haben.

    https://www.klimamanifest-von-heiligenroth.de/wp/rahmstorf-entfernt-peinlichen-beweislink-zu-der-klimawandel/

    Eine Antwort auf diese Frage interessiert uns brennend, genauso wie die Frage, wie Sie immer noch behaupten können, dass es seit über 150 Jahren eine gefährliche Erderwärmung gäbe, obwohl die Seiten 31, 49 und 37 in Ihrem Buch “DER KLIMAWANDEL” seit Jahren das genaue Gegenteil ausweisen.

    Gleichwohl können wir belegen, dass Sie, Herr Rahmstorf, Dunja Hayali im ZDF-Morgenmagazin am 10.11.2017 ebenfalls mit “verkürzten” Informationen versorgt haben, in dem Sie auch Dunja Hayali nicht die globalen Absoluttemperaturen mitgeteilt haben.

    https://www.klimamanifest-von-heiligenroth.de/wp/wp-content/uploads/2017/11/ZDF_Morgenmagazin_globale_Erwaermung_20171110_V2.pdf

    Denn “Weglassen ist eine Lüge”, sagte kürzlich auch Dirk Steffens vor laufender Kamera. Denn mit dem Weglassen der globalen Absoluttemperaturen versuchen die Klima(folgen)forscher seit Jahren ihren eigenen, seit nunmehr fast 30 Jahren praktizierten Schwindel zu vertuschen.

    Wir warten auf Ihre Antworten…und haben diesen Kommentar als Screenshot gesichert.
    Rainer Hoffmann
    http://www.klimamanifest.ch

    • Lieber Herr Hoffmann, wenn ich Zeit habe, werde ich Ihnen demnächst hier in einem Beitrag nochmals die Sache mit der Absoluttemperatur erklären – freuen Sie sich darauf. Zur Website: Sie haben offenbar nicht bemerkt, dass das Kapitel aus unserem Buch längst wieder online ist. Mein Neffe hat meine Website technisch überarbeitet, dabei sind ein paar Links zerbrochen wegen Groß- und Kleinbuchstaben in den Links. Kann nur vermuten, dass es damit zu tun hatte, dass er die Dateien zwischen meinem Windows-Rechner und seinem Linux-Rechner hin und her geschoben hat. Wie dem auch sei – amüsantes Beispiel für Ihre Neigung zu Verschwörungstheorien!

      • Herr Prof. Rahmsdorf, auch ich bin sehr an Ihrer Erklärung bezüglich der Absoluttemperatur interessiert. Somit werde ich jetzt häufiger diesen Blog besuchen und bin gespannt auf Ihren Artikel.
        Ihr Neffe, der Ihre Website überarbeitet hat, ist sicher ein Fachmann in Sachen Internet und Webseitenpflege, sonst hätten Sie bestimmt für die Überarbeitung Ihrer Webseiten eine externe Firma gewählt. Und gerade einem Fachmann, sollten solche Fehler mit Links, die nicht mehr funktonieren, nicht passieren. Nach einer Überarbeitung testet man ja als Webseiten-Profi seine Arbeit, ob alles wie gewünscht funktioniert. Dafür gibt es zahlreiche Tools.
        Ihre Erklärung hinterläßt bei mir immer noch ein Geschmäckle.

        • Ich kann durchaus mit einem Linkchecker umgehen – habe das auch schon lange auf meiner to-do-Liste, aber die ist lang und da ist die Website eben nicht so weit oben. Wenn Sie einen nicht funktionierenden Link finden, geben Sie gerne bescheid!

      • Hallo Herr Rahmstorf,
        vielleicht berücksichtigen Sie auch bei Ihren kommenden Ausführungen auch vollständig unseren Blogtext hier:

        https://www.klimamanifest-von-heiligenroth.de/wp/wie-rahmstorf-dunjahayali-mit-verkuerzten-informationen-fuettert-morgenmagazin/

        Am Ende des Blogtextes gehe ich auch auf Ihre Kritik in Ihrem hiesigen Blogtext ein.

        Und egal, was Sie zur absoluten Globaltemperatur antworten werden, Herr Rahmstorf, ich behaupte: Sie werden “in drei Zügen matt” sein, oder so-oder-so argumentativ “einen Tod sterben”. Sie haben sich mit Ihrer hiesigen Antwort auf eine Debatte und Argumentation eingelassen, die Sie nicht gewinnen können, weil meine historischen Recherchen zu fundiert sind und weil Sie mit JEDEM vermeintlichen Argument, was Sie vorbringen werden, sich selbst und ihren eigenen Thesen widersprechen werden. Das werde ich belegen können. Ich behaupte: Ich kenne ALLE Argumente der Klima(folgen)forscher. Das Konvolut an Widersprüchen, die in 30 Jahren von der Klimafolgenforschung publiziert worden sind, entbehren jedweder Beschreibung.

        Die 26 (!) verschiedenen “2-Grad-Ziele” sprechen auch eine deutliche Sprache, oder das globale CO2-Budget, das seit 2009 gestiegen ist (!), obwohl es eigentlich bei logisch-mathematischen Zeitablauf sinken müsste. Ottmar Edenhofer widerspricht sich nahezu bei jedem medialen Auftritt, wo er etwas über das angeblich ultimative CO2-Budget faselt. Peinlich, denn ich habe seine Behauptungen aus der Vergangenheit im Archiv.

        Auch der NRW-Umweltminister Pinkwart hat sich heute im NRW-Landtag bei den Fragen zur absoluten Globaltemperatur und “2-Grad-Ziel” um Kopf und Kragen geredet und hat sich mehrfach selbst widersprochen und Thesen über die IPCC-Berichte aufgestellt, die dort gar nicht zu finden sind. Aber das nur am Rande.

        Also gut, Herr Rahmstorf, ich bin sehr gespannt, was Sie wöglich Neues an Argumenten aus dem Hut zaubern werden, ohne dass Sie damit Ihren eigenen Thesen widersprechen werden. Das dürfte eine Herausforderung für Sie werden, der Sie hoffentlich gewachsen sind.

        Wie gesagt: Ich bin sehr gespannt.

        Rainer Hoffmann
        http://www.klimamanifest.ch
        (und ich habe diesen Kommentar ebenfalls als Screenshot gesichert.)

        • Lieber Herr Hoffmann, da gibt es eine alte Weisheit von Bismarck: “Die Selbstüberschätzung tötet den Erfolg im Keim.”

    • Sehr geehrter Herr Hoffmann, können Sie an dieser Stelle darlegen, warum die Seiten 31, 37 und 49 dem anthropogenen Klimawandel Ihrer Meinung nach widersprechen?

      Ich vermute Ihre Sorge umspannt (als einzigen Punkt?) den Umstand, dass die Absoluttemperaturen über dem absoluten Nullpunkt (mit größerem Aufwand reduzierte man die Unsicherheit zunächst auf ~1°C, ob das bereits besser ist weiß ich nicht) schwieriger zu bestimmen sind als die Temperaturdifferenz zu früheren Globaltemperaturen (Unsicherheit <0,1°C für die jüngsten gut dokumentierten Dekaden, etwa 0,3°C gegenüber dem 19. Jahrhundert)?
      Recht schön ist das diskutiert z.B. hier https://motls.blogspot.de/2016/01/temperature-anomalies-are-naturally.html [more accurate than the absolute global mean temperature]. Dieses Phänomen kommt bei sehr vielen Messungen vor. Beispielsweise ist die Höhe eines Hochhauses wesentlich genauer zu bestimmen als die Höhe des Untergrundes, auf dem das Hochhaus steht (bei gleichen Messkosten).

      Was sind nun genau Ihre Kritikpunkte/Zweifel? Das wurde mir nicht völlig klar.

      Viele Grüße, Wizzy

      • @Wizzy, Sie fragen:

        “Sehr geehrter Herr Hoffmann, können Sie an dieser Stelle darlegen, warum die Seiten 31, 37 und 49 dem anthropogenen Klimawandel Ihrer Meinung nach widersprechen? “

        Wenn Sie unserem oben verlinkten Blogtext aufmerksam gelesen und darin recherchiert hätten, hätten Sie ohne Probleme herausfinden können, warum die Seiten 31, 49 und 37 in “DER KLIMAWANDEL” belegen, dass es seit über 150 Jahren KEINEN gefährlichen Klimawandel gibt.

        Aber gut …nochmals. Schauen in diesen Blogtext:

        https://www.klimamanifest-von-heiligenroth.de/wp/rahmstorf-entfernt-peinlichen-beweislink-zu-der-klimawandel/

        …dort gibt es zur Erklärung ein 5-minütiges Video, was die Argumentation auf den drei Seiten 31, 49 und 37 in “DER KLIMAWANDEL” erklärt.

        Und diese in “DER KLIMAWANDEL” verwendete Argumentation findet sich u.a. auch in den Behauptungen der wissenschaftlichen Enquete-Kommission des deutschen Bundestages in den Jahren 1988 bis 1992, denen damals u.a. Hartmut Graßl, Peter Hennicke, Paul Crutzen und Michael Müller, SPD (heute: klimaretter-Info) angehörten.

        Aber es gibt ein sehr wichtiges Detail, was sich zwischen “DER KLIMAWANDEL” und “ENQUETE-Bundestag” unterscheidet…und was den Schwindel mit der gefährlichen Erderwärmung auffliegen lässt:

        Wenn Sie nämlich zusätzlich die Grafik auf Seite 29 aus der Bundestagsdrucksache 11/8030 vom 24.05.1990 (!), google findet, mit der Grafik auf Seite 37 in “DER KLIMAWANDEL” vergleichen, werden Sie hoffentlich einen (von mindestens zwei) argumentativen Nachweisen erkennen, warum KEINE GEFÄHRLICHE Erderwärmung existiert.

        Aber es gibt noch schier unzählig mehr solcher archivierten Nachweise mit solch- gravierenden Widersprüchen in der Argumentation der offiziellen Klima(folgen)forschung, die wir bei Bedarf alle vorlegen können.

        Deshalb bin ich sehr gespannt, wie Stefan Rahmstorf diese Recherchen aus den unmanipulierbaren historischen Archiven in seinem angekündigten Blogtext entkräften will.

        MfG
        Rainer Hoffmann
        http://www.klimamanifest.ch

        • @Wizzy, Sie fragen:
          “Sehr geehrter Herr Hoffmann, können Sie an dieser Stelle darlegen, warum die Seiten 31, 37 und 49 dem anthropogenen Klimawandel Ihrer Meinung nach widersprechen? “

          Wenn Sie unserem oben verlinkten Blogtext aufmerksam gelesen und darin recherchiert hätten, hätten Sie ohne Probleme herausfinden können, warum die Seiten 31, 49 und 37 in “DER KLIMAWANDEL” belegen, dass es seit über 150 Jahren KEINEN gefährlichen Klimawandel gibt.
          Aber gut …nochmals. Schauen in diesen Blogtext:

          ——–
          Sehr geehrter Herr Hoffman,
          jetzt machen Sie es doch nicht so spannend und beantworten Sie einfach die Frage.
          Sie haben sich persönlich herbemüht, da können Sie doch auch persönlich und selber mit eigenen Worten antworten.
          Also: Inwiefern wird da belegt, dass es keinen anthropogenen Klimawandel gibt?
          Ihre Links sind voller Geschwurbel und niemandem zuzumuten.
          MfG Frankfurter

        • Danke für die Antwort, Klimamanifest.

          Ich habe mir das Video jetzt angeschaut. Sie warfen mir vor, dass ich Ihren Weblink nicht genauer in Augenschein nahm, hätten aber auch Ihre Argumentation hier an dieser Stelle kurz und prägnant zusammenfassen können. Das wäre diskussionsförderlich gewesen. Im Gegenzug haben Sie hingegen meinen Kommentar vom 15. November 2017 @ 11:20 ebenfalls überhaupt nicht gelesen, der direkt hier vor Ort lesbar ist, also das getan was Sie mir vorwarfen. Mit jenem Kommentar betrachte ich die Argumentation aus Ihrem Video für vollständig entkräftet.

          Noch eine Wiederholung für Sie zum Verständnis: Man muss von einer Größe den Bezugswert nicht genau kennen, um eine Differenz zu ermitteln. Und dass der Absolutwert der Temperatur auf <0,1°C bekannt sei, bestreitet die Klimaforschung im Übrigen höchstselbst, schon immer. Aber die Differenz der globalen Temperatur bestimmter Zeiträume (z.B. der letzten Dekaden) ist wesentlich genauer bekannt als der Absolutwert. Ich muss schließlich auch nicht wissen, wie hoch mein Haus über dem Erdmittelpunkt steht (6371,56423 km?) oder gegenüber dem Kern unserer Galaxis, um die Höhe des Hauses auf 1 cm genau zu bestimmen. Und im Übrigen wundere ich mich, dass Sie Fachleute in Ihrem Video der Lüge zu bezichtigen, ohne dass Sie solche überaus simplen Dinge (Gymnasialniveau) überhaupt auch nur einmal bei Fachleuten nachgefragt hätten. Sehr verwunderlich.

    • Es gibt das tatsächlich noch Gruppen die den Klimawandel insgesamt leugnen? Kann man sich bei einer so intensiven Recherche nie Gedanken über die Themaik Bezugspunkt gemacht haben?
      Wenn es in den letzten 150 Jahren überhaupt keine Art von Temperaturanstieg gegeben haben soll, dann glauben Sie also allen Eiskernborhrungen etc. nicht? Dies wiederum bedeutet ja, dass es für Sie noch nie in der Erdgeschichte einen Klimawandel gegeben hat?

      • @C Hansen:
        Wenn Sie in unserem Blog intensiv recherchieren und lesen würden, dann würden Sie dort folgende Klarstellung von uns finden:

        Zur Klarstellung: Es existiert eine Erderwärmung. Das wird von uns auch nicht bestritten, und ist auch nach dem Ende der „Kleinen Eiszeit“ nichts Aussergewöhnliches, aber diese Erderwärmung seit 1850 ist seit über 150 Jahren definitiv nicht gefährlich, weil der globale Absoluttemperaturwert von 15 °C aus dem (angeblich) natürlichen Treibhauseffekt seit 150 Jahren nicht überschritten ist.

        Deshalb ist der Absolutwert “15°C” als Bezugspunkt für eine gefährliche globale Erderwärmung so wichtig. Und diesen Bezugspunkt hatte die Enquete-Kommission des deutschen Bundestags in den Jahre 1988 bis 1992 ebenfalls mehrmals mehr als deutlich ausgewiesen, damit JEDER verstehen konnte und sollte: “Oberhalb von 15°C findet gefährlicher Klimawandel statt.”

        Und aktuelle deutsche GEOGRAPHIE-Schulbücher verwenden diese eigentlich logische Argumentation der damaligen Equete-Kommission bis heute:

        https://youtu.be/34bZI5oTEAw

        Nur diese Argumentation von damals stösst heute auf einen gravierenden Widerspruch, den auch Stefan Rahmstorf durch stetiges Ausblenden der aktuellen globalen Absoluttemperatur bei medialen “Auftritten als fachliche Quelle” sehr gerne weglässt, siehe zuletzt bei Dunja Hayali am 10.11.2017 im ZDF Morgenmagazin.

        Auch im obigen KLETT-Geographie-Schulbuch taucht dieser Widerspruch ebenfalls auf, ohne dass dieser Widerspruch aber bis heute von jemanden thematisiert worden wäre. Ausser von uns.

        Und wir sind sehr gespannt, wie Stefan Rahmstorf diesen von der Klima(folgen)forschung selbst fabrizierten Knoten nach knapp 30 Jahren wieder lösen will.

        Rainer Hoffmann
        http://www.klimamanifest.ch

        • Ich schlage vor, die Diskussion um die Absoluttemperatur an dieser Stelle ruhen zu lassen – sie ist hier off topic – und Sie dann wieder aufzugreifen, wenn ich dazu einen Blogbeitrag geschrieben habe.

  15. Thorsten Seifert,
    …Sturmfluten und Meeresspiegelanstieg,….
    das sind zwei paar verschiedene Dinge mit der gleichen Ursache, den Menschen.
    Deshalb ist es wünschenswert, dass diese Dinge immer und immer wieder auf die Tagesordnung gesetzt werden.
    Leider nicht mit dem gewünschten Erfolg. In Stuttgart freut man sich schon auf den Anstieg der Flüge um die prognostizierten 50% und investiert kräftig.

  16. Herr Prof. Ramsdorf,

    ich kenne das Argument der Sättigung der der Adsorption der Wärmestrahlung durch CO2 ein mehrbringt nicht mehr viel an Klimawirkung. Sie sprechen in dem im Netz zur Verfügung gestellten Auszug aus Ihrem Buch- angstroems-denkfehler.pdf von der Wirkung von CO2 selbst bei Sättigung in Erdnähe über die Wirkung in größeren Höhen.
    Hier recherchiere ich in den Weiten des Internets mit eingeschränkten Englischkenntnissen leider vergeblich.
    Diese Sättigung ist ein Argument der Klimagegner und damit sollte einmal gründlich aufgeräumt werden.
    Können Sie da weiterhelfen?

  17. Auch “klimaskeptische” Journalisten tun sich schwer, mathematische Methoden wie einen Geradenfit anzuwenden. In einem Online-Artikel in “Tichys Einblick” behauptet Holger Douglas: “Da ist zum Beispiel die offizielle Messung der australischen Regierung des Meeresspiegels für Tivalu, nördlich der Fidschi-Inseln. Seit März 1993 werden die Daten in einer Tabelle aufgelistet. Ergebnis: Sie schwanken geringfügig um einen mittleren Wert von 2,014 Metern. Hm, also wir können aus diesen Daten nur ablesen: Der Meeresspiegel bleibt konstant, schwankt geringfügig um einen Mittelwert. Nichts vom Sinken oder gar Steigen.”

    Das Dumme ist nur, wenn man die Daten von der australischen Seite runterlädt und jeweils das Monatsmittel heranzieht, bekommt man eine durchschnittliche Steigung von ca. 0,3 mm pro Monat oder ca. 3,5 mm pro Jahr, was so ziemlich im Normalbereich der anderen weltweiten Messungen liegt. Da frage ich mich schon, ob a) Herr Douglas einfach zu faul zum rechnen ist, und Trendgeraden lieber mit den Augen “verlegt”, oder b) die Anwendung der mathematischen Methoden nicht beherrscht oder c) einfach darauf vertraut, dass seine Leser ihm das abnehmen und sich niemand die Mühe macht, dass selbst mal nachzuprüfen. Ich hab ein bissel die Befürchtung, dass alles drei zutrifft.

    Nachzulesen in https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/lichtblicke-kolumnen/klimagipfel-bonn-fidschi-und-der-meeresspiegel/

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