Emotional und sozial hoch begabt

BLOG: Hochbegabung

Intelligenz, Sonntagskinder und Schulversager
Hochbegabung

Emotionale Intelligenz – zwei ausgesprochen interessante Wörter, die im Umfeld Hochbegabung oft zur Verwirrung führen. In der alltäglichen Arbeit mit Pädagogen, die schwierige Situationen mit hoch begabten Kindern und Jugendlichen erleben, wird wiederkehrend von sozialen Integrationsschwierigkeiten gesprochen und die nicht vorhandene soziale und emotionale Intelligenz thematisiert.

In den 80er Jahren hat die Intelligenzforschung einen besonderen Denkanstoß aufnehmen müssen, der die Erweiterung des gängigen Intelligenzbegriffs beinhaltete. Gardner äußerte Kritik am bisherigen Konstrukt der Intelligenz und legte mit der darin enthaltenen Theorie der Multiplen Intelligenzen (MI) den Grundstein für die Erweiterung der „alten“ Intelligenz.

Gardner stellt in seinen Überlegungen zur MI dar, dass der herkömmliche Intelligenztest nicht alles erfasse, was unter Intelligenz zu verstehen sei. Diese müsse als intellektuelle Kompetenz ein Sortiment von Fähigkeiten beinhalten, die ihrem Inhaber ermöglichen, echte Probleme oder Schwierigkeiten zu lösen, und die Fähigkeit, Probleme zu entdecken oder zu schaffen, um die Basis für neues Wissen zu legen.

Seine Überlegungen führen ihn zur Annahme mehrerer (relativ) voneinander unabhängigen Intelligenzen, die er vom ursprünglichen Intelligenzbegriff, der bekanntermaßen auf kognitive Fähigkeiten eingegrenzt ist. Er differenziert seine Intelligenzen und veranschaulicht sie mit prominenten Personen: linguistische Intelligenz (Johann Wolfgang von Goethe), logisch-mathematische Intelligenz (Kurt Gödel), musikalische Intelligenz (Ludwig van Beethoven), räumliche Intelligenz (Michelangelo), körperlich-kinästhetische Intelligenz (Margot Fonteyn), inter- und intrapersonale Intelligenz (Sigmund Freud), naturalistische Intelligenz (Charles Darwin) und existentielle Intelligenz (Dalai Lama).

Wie kam Gardner auf die Idee, die letztlich keine neue war? Verschiedene Kriterien flossen in seine Konzepte ein: So können beispielsweise Kinder mit Inselbegabungen (trotz ihres niedrigen IQ außergewöhnliche mentale Leistungen erbringen können. Leistungsfähigkeit müsse somit auch unabhängig vom gemessenen Intelligenzquotienten sein. Die letzten Jahrzehnte haben keine Daten liefern können, die Gardners Theorie der MI unterstützen können. Im Gegenteil finden sich gegenteilige Befunde, so beispielsweise die vermeintliche Unabhängigkeit der einzelnen Intelligenzen. Die Kritik ist teilweise recht harsch: Einige Wissenschaftler nehmen Gardner kaum mehr ernst und sprechen ihm mittlerweile den Anspruch ab, überhaupt wissenschaftlich vorgehen zu wollen, denn er halte trotz besseren Wissens aufgrund bekannter wissenschaftlicher Befunde an seiner Theorie fest.

Scheinen die MI der Vergangenheit anzugehören? 

Veröffentlicht von

Götz Müller ist Diplom-Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut und Leiter des Instituts für Kognitive Verhaltenstherapie (IKVT). Er arbeitet beratend und diagnostisch mit Familien hoch begabter Kinder und Jugendlicher. In der psychotherapeutischen Arbeit beschäftigt er sich schwerpunktmäßig mit dem Underachievement bei Hochbegabten, hier insbesondere bei Jugendlichen.

12 Kommentare

  1. Referenzen?

    Hallo Herr Müller,
    könnten Sie für Ihre Darstellung Referenzen angeben und die zentralen Stellen vielleicht einmal wörtlich zitieren? Denn so wie Sie das hier schreiben, insbesondere die Zuordnung von “Intelligenzen” und Personen, hört sich das völlig blödsinnig an – kaum zu glauben, dass Gardner das so geschrieben hat!

    M.E. ist klar, dass der Intelligenz-Begriff sich auf kognitiv-intellektuelle Fähigkeiten bezieht; dies stellt eine formale Fähigkeit dar, die inhaltlich sehr verschieden genutzt werden kann. Der Intelligenzbegriff kann jedoch nicht über diese Inhalte definiert werden – denn dann wäre er obsolet.

  2. Aus beruflicher Erfahrung weiß ich, dass emotionale Intelligenz oft einen Mangel an Intelligenz ausgleichen kann und schulischer sowie beruflicher Erfolg mehr von der emotionalen Intelligenz abhängt.

  3. @ Hoppe

    Lieber Herr Hoppe,
    da ich derzeit nicht in Nähe meiner Bücher bin, kann ich noch nicht zitieren, sondern nur ausführlicher kommentieren.
    Gardner baut in seinen MI-Darstellungen der 80er Jahre zunächst eine umfassende Kritik auf, die grundsätzlich feststellt, dass Erfolg mehr als der gemessene IQ sei. Anknüpfend erläutert er in seinen Überlegungen, die keineswegs empirisch gestützt waren, verschiedene Kriterien für die Annahme der Existenz der multiplen Intelligenzen – so z.B. die linguistische Intelligenz. Unter dieser versteht er z.B. eine besondere Sensibilität für Sprache, flüssige und flexible Anwendung in gesprochener und schriftlicher Sprache wie bei Schriftstellern und Rhetorikern. Und hierzu greift er tatsächlich auf diverse prominente Lyriker etc. zurück. Wenn ich recht entsinne, bezieht er sich z.B. auf Biografien des Schriftstellers Thomas Eliot oder auch Albert Einsteins (hier sicherlich für die mathematische Intelligenz). Gandhi im Übrigen ordnet er der interpersonalen Intelligenz zu.
    Hört es sich jetzt weniger blödsinnig an?

  4. @ Carlo

    Beruflicher und schulischer Erfolg hängen meist in höchstem relativem Maße mit Intelligenz zusammen – und dann auch sicherlich im Sinne sozialer Kompetenz (die sich letztlich hinter dem Begriff EI/EQ versteckt). Wissenschaftlich gibt es keinen Beleg für die Existenz eines wie auch immer gearteten Konstrukts des EQ. Wissenschaftlich gibt es aber eine Vielzahl an Belegen, die dem IQ bescheinigt, einen Einfluss auf schulischen und beruflichen Erfolg zu haben. Zugegeben einfach und einsilbig, aber wahr.

  5. @ ALL

    Bin gespannt wann sie die Substanz Namens IQ oder EQ im Gehirn eigentlich gefunden haben. Grade die Tests sind sehr unzuverlässig (zumindest bei Erwachsende). Ich denke das es kein statischer Wert ist. Diesen pseudo EQ kann man doch zum größten Teil mit Emphatie gleichsetzen. Und das man größeren Erfolg mit einen höheren EQ hat kann man nicht verallgemeinern.Das ist vielleicht Wunschdenken,gibt doch aber genug Beispiele im Fersehen die das Gegenteil beweisen (und das trifft auf den IQ und EQ zu), und trotzdem sind sie erfolgreich. Letzendlich liegt es zum Teil doch an den ”Genen”.

  6. Oh je wenn ich das alles lese, gebe den Herrn Müller aber recht, ich war lange verwirrt, wie kann das sein, dass ich einen durchschnittlichen IQ habe und einen so hohen Mass an emotionaler Intelligenz besitze!
    Nur leider kann ich nicht viel damit anfangen, außer vielleicht “Hobby Psychologe” zu spielen und mich an den Befindlichkeiten anderer (wie zB Unwohlfühlen usw) anstecken lasse. Mit so feinen Antennen ausgestattet zu sein, kann auch bzw bringt teilweise mehr Nachteile mit sich.
    Naja für irgendwas wird es schon gut sein, so eine “Gabe”. Lg

  7. Ja

    Da gebe ich Irina recht und somit auch Herrn Müller. Wer zu emotional ist, hat es sicher eher schwerer als leichter. Man nimmt zu viel Rücksicht auf andere. Wer intelligent und dabei sachlich gemäß seinen Zielen vorwärts strebt, hat es sicherlich leichter.

  8. scheiss fluch

    ich verfluche diese scheiss gabe, scheiss emotionale intelligenz, wwwwwwooooooozzzzzuuuuuuuuuuu hat man dies?????????????????????? scheiss ding und bleibt d´scheiss ding, kann nämlich absolut nichts mit anfangen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  9. sch…. fluch

    wwwwwoooooozzzzuuuuu hat man sowas, wenn man absolut nichts mit anfangen kann………… ich hasse emotionale intelligenz……………. warum ich!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!???????????????????????????????????????ß

  10. Emotionale Intelligenz ist keines Wegs ein Fluch.. es ist eine Gabe ich selbst bin 15 Jahre alt und kann andere Menschen manipulieren.. Ich kann wie es dort steht meine Gefühle steuern.. Wenn andere mir ihre Problem beichten “sag ich mal” kann ich ihnen sagen wie sie sich Fühlen.. Ich kann damit gut umgehen und bin auch anders als viele in meinem Alter viele sagen mir das ich Anders sei es gibt nicht viele die das können man sollte froh sein solch eine Gabe zu besitzen.

    Mfg Dave

  11. @ dave

    bitte lass das manipulieren, du glaubst gar nicht, wieviel schlimmes du damit anrichten kannst, ohne dass du oder andere es merken.
    lg

Schreibe einen Kommentar