Placebo vs. Nocebo – die Kraft der Einbildung

Eine schwer depressive junge Frau nimmt an einer Medikamentenstudie über Antidepressiva teil. Als einige Tage später ihr Kater stirbt und ihr Freund sie verlässt, entscheidet sie sich kurzerhand, alle Tabletten auf einmal zu schlucken. Sie hatte im Internet über die tödliche Wirkung einer Überdosis gelesen. Schweißgebadet und mit schnellem Puls sinkt sie in ihren Sessel. Die Gedanken kreisen. Sie denkt an ihre Eltern, ihren Bruder, ihre Ziele im Leben. Mit zittrigen Fingern greift sie nach dem Handy. Sie will noch nicht sterben. Die Zahlen verschwimmen vor ihren Augen, doch sie schafft es schließlich, die alles entscheidende Nummer zu wählen. 112. „Notruf-Feuerwehr- und Rettungsdienst. Was ist Ihr Notfall?“

Zwanzig Minuten später trifft der Rettungswagen im Krankenhaus ein. Die Patientin ist kollabiert. Die Rettungskräfte konnten herausfinden, welches Medikament sie überdosiert hatte, doch das Gegenmittel schlägt nicht an. Einige Stunden des Rätselratens vergehen, bis der zuständige Arzt ein wichtiges Detail entdeckt: Die junge Frau gehört zu jener Gruppe von Studienteilnehmern, die ein Placebo bekommen hatte. Ein Scheinmedikament ohne Wirkstoff. Nachdem die Patientin über den Irrtum aufgeklärt wird, verbessert sich ihr Zustand schlagartig. Nach einer halben Stunde verlässt sie das Krankenhaus kerngesund und fährt mit dem Bus nach Hause.

Medikament ohne Wirkstoff

Das Phänomen dahinter nennt sich Placebo-, bzw. Nocebo-Effekt. Zu zweiterem später mehr. Der Placeboeffekt ist allgegenwärtig – doch zum Glück hat er bei den meisten von uns weniger weitreichende Folgen. Eltern benutzen ihn, um durch Pusten die Verletzungen ihrer Kinder verschwinden zu lassen oder mit Globuli die Erkältungssymptome zu lindern. Viele Menschen schwören auf Homöopathika – Arzneimittel ohne pharmakologische Wirkung. Und selbst wenn Sie an den ganzen Hokuspokus nicht glauben und nur ab und zu eine Aspirin gegen Kopf- oder Rückenschmerzen nehmen, würde Ihnen eine wirkstofffreie Brausetablette sicherlich ebenso gut helfen.

In der Medizin bezeichnet man den Placeboeffekt als das Auftreten einer therapeutischen Wirkung durch Scheinbehandlungen oder die Gabe von Medikamenten ohne Wirkstoff (Placebos). Eine besonders hohe Wirksamkeit zeigt sich bei der Behandlung von Schmerzen, Depressionen oder Schlafstörungen. Wichtig zu erwähnen ist, dass Placebos durchaus Auswirkungen auf die Herzfrequenz, den Blutdruck, den Stoffwechsel und sogar das Immunsystem haben können – allerdings keine Allheilmittel sind. Anders als die Homöopathie es mitunter suggeriert, kommen sie bei rein physischen Symptomen an ihre Grenzen und können weder den Cholesterinspiegel senken noch Tumore schrumpfen lassen.

Der Pawlowsche Mensch

Ein Großteil der Placebowirkung wird durch Erwartungen und Vorerfahrungen erzielt. Ähnlich wie beim Pawlowschen Hund, der bei jeder Mahlzeit eine Glocke hört und nach einiger Zeit das Geräusch mit dem Essen assoziiert, verknüpft unser Gehirn eine schmerzlindernde Wirkung mit Schmerztabletten. Lange wurde angenommen, das Phänomen sei rein psychischer Natur und die positive Zuversicht wiege die negativen Symptome auf. Doch inzwischen belegen viele Studien, dass die Wirkung der Scheinbehandlungen auch objektiv anhand von Vitalzeichen und Blutbildern messbar ist.

Wie ist das möglich?

Doch keine Einbildung?

Betrachten wir beispielsweise den Mechanismus der Schmerzen. Bei Verletzungen entstehen elektrische Signale, die in kürzester Zeit ans Gehirn weitergeleitet werden. Das Gehirn reagiert mit einem negativen Gefühl – dem Schmerz. Somit hat der Schmerz seinen Ursprung nicht an der Wunde, sondern in unserem Kopf. Eine positive Erwartungshaltung gegenüber schmerzlindernden Mitteln kann nun zu einer Dopaminausschüttung im Gehirn führen. Diese Botenstoffe knüpfen an die gleichen Schaltpunkte an wie chemische Opioide und führen so zu einem verringerten Schmerzempfinden, ohne dass die Wunde verheilt ist.

Wie genau der Effekt funktioniert und welche Botenstoffe ausgeschüttet werden, hängt mit der Vorerfahrung mit echten Medikamenten zusammen, womit wir wieder bei der klassischen Konditionierung wären. Gibt man einem Allergiker statt seiner gewohnten, Immunsystem unterdrückenden Medikamente, eine wirkstofflose Pille, löst allein das Placebo die gewünschte Wirkung aus – so wie Pawlows Hund allein beim Klang der Glocke zu sabbern beginnt.

Eine positive Grundeinstellung ist also entscheidend für den Behandlungserfolg und kann sowohl pharmakologische Medikamente ersetzen als auch ihre Effekte verstärken. So wirkt Akkupunktur nach den „Energiemedianen“ der Traditionellen Chinesischen Medizin ebenso gut, wie wenn die Nadeln zufällig auf der Haut verteilt werden. Heilpraktiker schaffen ein besonderes Setting und eine innige Bindung zu ihren Patienten, die den Glauben an die Behandlungen verstärkt und können somit ganz auf Wirkstoffe verzichten. Und sogar bei Probanden, die von ihrer Placebobehandlung wussten, verbesserten sich Symptome signifikant.

Nocebo – der böse Zwilling

Das alles klänge fast zu schön, um wahr zu sein, gäbe es nicht das negative Gegenstück: den Noceboeffekt. Beispielhaft im Einleitungsteil dargelegt, löst dabei eine negative Erwartungshaltung unerwünschte Wirkungen aus. Ursachen für dieses Phänomen können unvorsichtige Äußerungen von Ärzten wie „Das wird jetzt wehtun“, oder das Lesen meterlanger Beipackzettel zu Risiken und Nebenwirkungen bei Medikamenten sein. Der entscheidende Botenstoff des Noceboeffekts ist Cholezystokinin, das im Gehirn Schmerzen auslöst und mit der Entstehung von Angst und Panik assoziiert ist. Gängige Symptome wie Übelkeit, Kopfschmerzen, aber auch Hautausschlag und erhöhter Blutdruck sind häufig vorübergehender Natur, im Extremfall aber auch chronisch bis tödlich.

Seit Jahrtausenden kommt dieses Phänomen beim Voodoo Zauber zum Einsatz, der eben doch nicht nur Zauber ist, sondern fatale Folgen haben kann. Ein zeitgemäßeres Beispiel sind die Nebenwirkungen der Corona-Impfung: Jede zweite Begleiterscheinung geht auf den Nocebo Effekt zurück. Grund dafür sind geschürte Ängste. Weitere Szenarien, an denen der Nocebo Effekt maßgeblich beteiligt ist, sind Krankheitssymptome durch Infraschall von Windkraftanlagen und Elektrosmog von Mobilfunkmasten.

Fluch oder Segen?

Unsere körperliche Unversehrtheit hängt also, stark zusammengefasst, von unserer Einstellung und Erwartungshaltung ab. Sind wir positiv eingestellt, geht es uns besser. Erwarten wir das Schlimmste, wird das wohl auch eintreten. Doch was können wir mit dieser kryptischen Information anfangen, wer kann denn schon etwas für seine Ängste? Und wie können wir den Placebo Effekt zu unseren Gunsten nutzen, während wir den Nocebo Effekt verhindern?

Die immensen Auswirkungen des Noceboeffekts auf Impfnebenwirkungen lassen vermuten, dass dieser auch den tatsächlichen Corona Krankheitsverlauf negativ beeinflusst. Dies würde natürlich auch für alle anderen Erkrankungen gelten, hätte das Corona-Virus über die letzten zwei Jahre nicht eine mit anderen Erkrankungen unvergleichbare Angstkultur etabliert. Durch die tendenziell negative Berichterstattung, die sich mittlerweile von den Öffentlich-rechtlichen bis auf unheilvolle Telegramgruppen erstreckt, verbreitet sich die Furcht vor dem Virus wie ein Lauffeuer in der deutschen Bevölkerung. Für ängstlichere Individuen liegt in diesem Fall sicherlich die sprichwörtliche Kraft in der Ruhe.  Natürlich sollte man eine so ernstzunehmende Erkrankung nicht auf die leichte Schulter nehmen, allerdings hilft vielleicht schon eine Aufklärung über den Noceboeffekt und seine potenziellen Folgen, die Gemüter etwas zu beruhigen.

Auf der anderen, positiveren Seite kann der Placeboeffekt genutzt werden, indem bei ärztlichen Behandlungen für eine umfangreichere und persönlichere Aufklärung gesorgt wird. Der Patient sollte dem Arzt vertrauen können und seiner Behandlung zuversichtlich gegenüberstehen. Viele Patienten fühlen sich jedoch schlecht beraten oder missverstanden und greifen aus Frustration zu alternativen Informationsquellen wie Packungsbeilagen oder Google, was die eigentliche Problematik häufig verschlimmert. Wäre der Placeboeffekt auch in Fachkreisen besser anerkannt und angewandt, hätte dies sicherlich großartige Auswirkungen auf unser gesamtes Gesundheitssystem.

Literatur

Veröffentlicht von

Mein Name ist Louisa Sohmen und ich bin Medizinstudentin in Hamburg. Da ich erst am Anfang meines Studiums stehe, konnte ich noch keine eigenen Erfahrungen in der wissenschaftlichen Forschung sammeln, allerdings kann ich mir gut vorstellen, später in einem solchen Bereich tätig zu werden. Die Komplexität des menschlichen Gehirns faszinierte mich schon immer, weswegen ich mich sehr freue, mich hier regelmäßig mit spannenden Fakten auseinandersetzen zu können.

34 Kommentare

  1. Wenn man sich vorstellt, dass Scheinoperationen genauso erfolgreich sind wie reale OPs, muss man sich fragen, wie weit der Placeboeffekt, ebenso wie sein böser Bruder, reicht.
    Andererseits nimmt man Placebos, um die Wirksamkeit von Medikamenten zu testen. Stellt sich da nicht die Frage, ob in placebobasierten Studien die höhere Wirksamkeit von Vera nicht durch Interaktionen zustande kommt, die unterhalb der Wahrnehmungsschwelle liegen, etwa, wenn das Verum gegenüber dem Placebo sensorisch wirksamer ist, da es ja diesem gegenüber etwas enthält?
    In jedem Fall aber zeigt die Placeboforschung, dass die technokratische Medizin nicht immer das Allheilmittel ist.

  2. Sohmen: “… und können weder den Cholesterinspiegel senken noch Tumore schrumpfen lassen.”

    Aber die Kraft des Geistes, die bei “Einzelnen” auch schon sehr stark sein kann und dafür nicht einmal Placebo braucht – Ach würden wir nur eine wahrhaftige Wirklichkeit …, dann würde auch meine liebste Geschichte der Bibel (Matthäus 21,18-22) nicht unverstanden/fehlinterpretiert der Konfusion …✊😪

  3. Spruch: It is your mind that creates your world. Wozu natürlich angemerkt werden muss, dass unser mind-Zustand wiederum von der world beeinflusst wird (sie sind “komplementär“). Statt mind kann/muss man auch Gehirn sagen, denn es spielt natürlich eine (sehr) wichtige Rolle bei unseren Gemütszuständen.

    Zitate:

    Eltern benutzen ihn, um durch Pusten die Verletzungen ihrer Kinder verschwinden zu lassen. (lieb).

    Wichtig zu erwähnen ist, dass Placebos durchaus Auswirkungen auf die Herzfrequenz, den Blutdruck, den Stoffwechsel und sogar das Immunsystem haben können. Nicht nur “können“, sondern auch haben – der psychische Zustand beeinflusst den körperlichen. Und, wieder (Komplementarität), natürlich auch umgekehrt. In einem gewissen Sinn können Placebos aber auch schwerere körperliche leiden (positiv) beeinflussen – indem man sich bemüht die Ursachen/Zusammenhänge besser/wahrheitsgemäßer zu erkennen.

    Somit hat der Schmerz seinen Ursprung nicht an der Wunde, sondern in unserem Kopf. Nein – zumindest nicht bei einer realen (nicht eingebildeten) Verletzung. Und Ursprung ist nicht so der richtige Ausdruck, denn die Verletzung hat ja auch wieder einen “Ursprung“/Kontext. Sie ist nur die _unmittelbar_ vorausgegangene Ursache des Schmerzes im Kopf.

    […] die den Glauben an die Behandlungen verstärkt und können somit ganz auf Wirkstoffe verzichten. — “It is your Glaube that creates your world.“ Wobei der Glaube natürlich auch täuschen kann!

    [Wie] Beispielhaft im Einleitungsteil dargelegt, löst dabei eine negative Erwartungshaltung unerwünschte Wirkungen aus. Vll. besser: … löst dabei eine (subjektiv) negativ (assoziierte/interpretierte) Beeinflussung unerwünschte Wirkungen aus.

    Unsere körperliche Unversehrtheit hängt also, stark zusammengefasst, von unserer Einstellung und Erwartungshaltung ab. Kann man auch Wissen nennen. Allerdings bestehen darüber was richtiges/wahres Wissen ist (natürlicher und/bzw. menschlich-verständlicherweise) unterschiedliche Ansichten 😉.

    wer kann denn schon etwas für seine Ängste? Ja, schon: Denn unsere (z.B.) Ängste entstehen infolge äußerer Beeinflussungen. Aber mit ihnen richtig umgehen müssen letztendlich wir selber – was allerdings leichter gesagt als getan ist.

  4. Die Placeboforschung zeigt, dass der Kopf in der Lage ist, den Körper zu heilen. Sie sagt aber nicht, wie er das tut, und sie sagt auch nicht, ob und wie man ihn für eine medizinische Therapie nutzbar machen könnte.
    Ich habe beides versucht. Als Grundlage für eine theoretische Begründung des Placeboeffekts habe ich die kausale Emergenztheorie Eric Hoels herangezogen, die kurz zusammengefasst sagt, dass Systeme mit einer hohen Informationsdichte solche mit einer niedrigeren Informationsdichte determinieren. Übertragen auf den Organismus bedeutet das, dass das Gehirn mit seiner bioelektrischen Informationsverarbeitung Informationen schneller und effektiver verarbeitet als etwa die organische Ebene mittels hormoneller oder die Zellebene mittels proteinbasierter Verarbeitung. Daraus ergibt sich eine entsprechende Top-Down Regulation. Das ist allerdings nicht so zu verstehen, dass Krankheiten generell im Kopf entstünden, sie werden auf allen Ebenen induziert, etwa durch Strahlen, Toxine oder physikalische Einwirkungen, falsche Ernährung oder Erreger und müssen auch jeweils dort behandelt werden. Aber, wie der Noceboeffekt zeigt, können somatische Beschwerden eben auch im Kopf entstehen.
    Wie kann man den Placeboeffekt nutzen? Wir wissen, dass der Großteil der Hirnaktivität unbewusst verläuft, vor allem, was die somatischen Regulationen betrifft. Man muss also das Unterbewusstsein ansprechen und das spricht die Sprache der Symbolik. Eine der herausragenden Symbolsprachen ist die Gestik. Mit ihr lassen sich ganze Geschichten erzählen. Ich habe eine fernöstliche Heilmethode benutzt, die solche Narrative beinhaltet und sehr logisch aufgebaut ist. Ich habe die spirituelle Basis ersetzt durch eine rationale Erklärung, um dadurch nichtspirituelle Menschen zu erreichen, um habe diese Erklärung vereinfacht, sodass sie jeder leicht verstehen konnte.
    Nach einer Eingangsphase, in der nicht viel passierte, besserten sich die Beschwerden meiner Probanden – Nachbarn und Bekannte – merklich. Nachdem die Methode ausreichend konditioniert war, konnten alle eigenständig weitermachen. Die Erscheinungsbilder reichten von Herzrythmusstörungen über Migräne, Magenschleimhautentzündung bis hin zu Parkinson.
    Natürlich leidet ein solcher Eigenversuch unter geringer Aussagekraft. Ich denke aber, dass man einen solchen Ansatz mit einfachen Mitteln wissenschaftlich überprüfen und professionalisieren könnte.

  5. “Durch die tendenziell negative Berichterstattung, die sich mittlerweile von den Öffentlich-rechtlichen bis auf unheilvolle Telegramgruppen erstreckt”

    Wobei die Corona Ablehner ja davon ausgehen das Corona eher ungefährlich ist. Was in dem Fall quasi ein postiver Placebo Effekt ist 😉

    Das Problem der negativen Berichterstattung in den Medien ist nicht nur der Nocebo Effekt im Fall der Fälle sondern auch der depressive bis Angst Effekt der sich bis zu Selbstmorden steigern kann. Dem Thema müsste man imo viel mehr Beachtung schenken.

  6. a)
    Was man aus meiner Sicht evtl erfassen müsste keine Ahnung ob das getan wird? Wie stark Menschen auf Placebos reagieren und diese dann in Gruppen einteilen. Eine Gruppe die eher nicht bis schwach reagiert gibt bei Pharmatests ein anderes Bild als die andere Gruppe, auch wenn sich das mit der Größe der Gruppe irgendwann evtl. nivelliert.

    b)
    “Eine positive Grundeinstellung ist also entscheidend für den Behandlungserfolg ”

    Ich denke eher das hängt damit zusammen, wie stark ist der Einfluss des Denkens aufs vegetative Nervensystem. Bei manchen Menschen ist das ausgeprägter und bei anderen müsste das evtl trainiert werden. Leute die schon lange meditieren, haben das unbewusst oder bewusst evtl schon getan. Vielleicht funktionieren deshalb Homöopathika bei diesen schon von Hause aus besser, während die Pharmaindustrie keinen Beweis in Studien findet. Da sind wir dann wieder bei a)

  7. Wenn wir einen Reiz wahrnehmen, dann reaktivert das Gehirn sofort eine dazu passende vorhandene ERFAHRUNG aus dem Gedächtnis (= predictive coding).
    Das ist der Grund für den Placebo-/Nocebo-Effekt und unsere wichtigste Überlebensstrategie; da damit eine sofortige schnellste Reaktion möglich ist. (Diese kann aber noch korrigiert werden, wenn man Zeit hat.)
    Siehe dazu: SciLogs > thinky-brain > predictive-coding-wie-innere-vorhersagen-unser-leben-bestimmen

    Eine ERFAHRUNG besteht in unterschiedlichen Anteilen aus den Komponenten: a) Faktenwissen, b) Körper-Reaktion, c) Sinnes-Reaktion, d) Immunsystem-Reaktion und e) Emotionen.

    Deswegen beruht z.B. auch die Empathie auf genau dem gleichen Mechanismus wie der Placebo-/Nocebo-/Pavlov-Effekt: Wenn zu einer wahrgenommenen Situation schon Erfahrungen im Gedächtnis vorhanden sind, werden diese reaktiviert

  8. In der Elektronik nennt man einen sich selbst verstärkenden Schaltkreis eine Mitkoppelung.
    Er besteht aus mindestens 2 Transistoren (Bauteil, dass die Stromstärke erhöht)-der eine Transistor verstärkt den Strom im Durchschnitt um 30x, dann kommt der zweite Transistor, der verstärkt wieder um 30x, der Strom wird wieder zum 1. Transistor zurückgeleitet, der dann wieder um 30 x verstärkt. So eine Schaltung würde sich selbst zerstören.
    So etwas geschieht bei psychotischen Zuständen im Positiven wie im Negativen.
    Neutral – erfreut- begeistert-euphorisch-entrückt-besinnungslos
    oder
    Neutral- gedämpft-bedrückt-verängstigt-panisch-besinnungslos.

    Das Gegenteil ist die Gegenkoppelung die einen bestimmten Spannungspegel auf der gleichen Höhe hält, indem nur ein Teil des Stromes von Transistor 2 mit umgekehrter Polungauf Transistor 1 zurückgeleitet wird. Dadurch wird sicher gestellt, dass die Stromstärke nicht ins Unermessliche absinken oder sich erhöhen kann.

    Beim Menschen geschieht das wahrscheinlich auch mit der Hilfe unserer Einbildungskraft (Phantasie). Wer also über viel Phantasie verfügt, der kann sich sowohl positiv als auch negativ beeinflussen. Wer also gern an unpassender Stelle lacht, der soll dann an eine Beerdigung denken.

  9. Vermutlich ist Schmerz und damit auch Leiden : relativ.

    Der Schreiber dieser Zeilen hat sich mehrfach als Leidender oder Patient durch sog. Placebos manipulieren lassen, sogar dann, wenn er wusste, dass das verabreichte Mittel nur homöopathisch wirkt oder “wirkt”, auch die Schmerz am Zahn ging in Anbetracht des Zahnarztes, in seinen jungen Jahren und bei ihm sozusagen schlagartig weg, wenn der Arzt zu bohren ankündigte.

    Auch ist es so, dass der Schreiber dieser Zeilen bei wichtigen Vorhaben keine Bedenkenträger in seinen Reihen mag, wenn es “kritisch” wird, denn steigt die Anzahl der Bedenken – so die hiesige Erfahrung – steigt auch die Wahrscheinlichkeit des dann persönlichen Misserfolgs.

    Warum dies so ist, vielleicht macht es so biologisch-evolutionär sozusagen Sinn, derartige ‘Einbildung’, weiß Dr. Webbaer nicht, lässt sich abär sehr gerne beraten.

    Mit freundlichen Grüßen und weiterhin viel Erfolg
    Dr. Webbaer (der weiß, dass der Mensch sehr viel Schmerz aushalten kann und auch derart “aufgebaut” werden kann sehr viel Schmerz aushalten, wenn die Worte stimmen, aber es ist bei ihm zumindest auch so, dass Misserfolg herbeigeredet, wenn nur gewonnen werden kann)

  10. Placebo und Nocebo sind zu einem grossen Grad Einbildung und es gilt: Wer im Zigarettenqualm ein Hygge-Gefühl (Gemütlichkeit/Innigkeit/Glückseligkeit) empfindet, dem schadet die Zigarette genau so wie wer dieses Hygge-Gefühl nicht empfindet.

    Doch Einbildung oder besser gesagt Eigenwahrnehmung spielt im Erleben der eigenen Gesundheit eine grosse Rolle. Es ist bekannt, dass Leute mit schwersten im Röntgenbild nachweisbaren Arthrosen nicht selten überhaupt keine Beschwerden haben während es umgekehrt Patienten mit schwersten Arthrose-Schmerzen gibt, bei denen man im Röntgenbild fast nichts sieht.

    Es scheint aber so zu sein, dass Menschen mit positiver Lebenseinstellung länger leben. Vielleicht weil diese Menschen weniger zu gesundheitsschädlichem Verhalten neigen? Vielleicht, weil dadurch tatsächlich die Körperchemie gesünder arbeitet?

    Doch hier – bei der Lebensverlängerung – scheint das Hygge-Gefühl weniger wirksam zu sein, scheint es nicht zu genügen. Das japanische Ikigai scheint hier mehr zu helfen, wenn man die Lebensdauer von Japanern als Massstab nimmt. Ikigai bedeutet, dem Leben einen Lebenssinn zu geben, es bedeutet zu wissen, warum man am Morgen aufsteht, es bedeutet sich an dem zu erfreuen was einem selber und den Menschen in der Umgebung hilft und sie erfreut.

  11. Bei (@ W. Stegemann) dass Systeme mit einer hohen Informationsdichte solche mit einer niedrigeren Informationsdichte determinieren musste ich “lachen“, da ich das als ** dass Menschen mit hohem/viel Wissen solchen mit geringerem Wissen überlegen sind ** assoziierte. Theoretisch stimmt das ja auch. Um so mehr wenn das Wissen “absolut“ (= in möglichst jeder Beziehung) richtig ist. Allerdings kommt in der Realität damit nicht selten eine gewisse Besserwisserei einher.

    Top-Down Regulation. Meint, dass die Gehirnprozesse das körperliche Verhalten bestimmen. Da “beißt sich der Hund aber in den Schwanz”, da die Gehirnprozesse/-inhalte ja von unseren Wahrnehmungen (mittels der Sinnes-/Körperorgane) abhängig sind. Bzw. wiederum wie wir diese Wahrnehmungen/Einflüsse verarbeiten/“assoziieren“. Was weiterhin davon abhängig ist was wir wissen/gelernt haben (gelehrt wurden) – was, durchaus zutreffend, im Gehirn gespeichert ist. Das Gehirn ist also sehr wichtig – und natürlich unserer “Wissen“ über das Gehirn bzw. den gesamten menschlichen Organismus (seine Wechselwirkung mit der Welt). Wobei dann die Mentalität, der mind, das Bewusstsein, Denken, die Psyche, der “Geist“ (die “Spiritualität“) ins Spiel kommt.

    Predictive Coding (@KRichard) ist quasi dasselbe (= Top Down Programmierung). Allerdings etwas akademisch-komplexer: Das Gehirn “delegiert” [aufgrund von Erfahrungen (Schlussfolgerungen)] voraussagende Handlungsanweisungen. Wobei Schlussfolgern – möglichst objektives Denken – jedoch, denke ich, über (wichtige) funktionierende, rein organische (“geistlose“) Gehirnprozesse hinausgeht.

  12. Howdy, Herr Dr. Wolfgang Stegemann,

    vielen Dank für Ihre Nachrichten, es wird sich ja schon a bisserl länger gekannt, Ihre Ansätze i.p. Psychosomatik müssen nicht schlecht sein, sie scheinen aus diesseitiger Sicht, wenn auch nicht Schwerkranke meinend, gut zu sein, abär hier :

    -> https://www.dr-stegemann.de

    … könnte schon ein Fehler in Ihrer (dankenswerterweise) öffentlich bereit gestellten Agenda liegen :

    -> ‘Bewusstsein ist eine Eigenschaft des Gehirns, wie etwa der Herzschlag eine Eigenschaft des Herzens ist.’

    Denn so ist wohl schlicht falsch.

    MFG
    WB (der bei der hier dankenswerterweise Inhalte gebenden Kraft nie vergleichbar ungünstig gelesen hat)

  13. @Krüger
    Beim predictive coding wird sofort bei der Registrierung eines neuen Reizes eine vergleichbare Erfahrung reaktiviert. Das ist eine simple Mustererkennungs- und -vergleichsaktivität – und auch die Grundlage von Placebo/Nocebo.
    ´deligiert´ oder Schlussfolgerungen werden dabei noch nicht gemacht – denn dieser Vorgang ist ein Überlebensmechanismus.
    Wenn allerdings genug Zeit ist, kann die erste Reaktion noch korrigiert werden

    @Holzherr
    Dass Menschen mit positiver Lebenseinstellung länger leben ist eine Beobachtung, die sich mit predictive coding gut verstehen lässt.
    Denn zu jeder neuen Erfahrung reaktivieren wir sofort eine vergleichbare Erfahrung. Bei positiven Erlebnissen wird daher dazu auch z.B. eine positive Immunsystem-Reaktion reaktiviert – und bei negativen Erlebnissen leider zusätzlich eine schlechte Immunsystem-Reaktion.
    Schlechte Immunsystem-Reaktionen (z.B.negativer Stress) schaden unserer Gesundheit und können so das Leben verkürzen.
    Deswegen sollte man sich z.B. immer überlegen ob es sich wirklich lohnt, sich über ein Problem zu ärgern – bzw. ob dieses Ärgernis es wert ist, der eigenen Gesundheit zu schaden

  14. Eigentlich ist doch alles Placebo und Nocebo im Leben . Buddhistisch betrachtet sind Einbildungen wohl Konstrukte des Geistes die auf Anhaftung basieren. Der Mensch ist voll mit diesem Zeug von unnützen Gedanken und unheilsamen Gefühlen. Einbildungen sind- wie der Name es sagt- BILDER- , die neue Bewertungen und Gefühle vermitteln können. WIchtig allein ist der GLAUBE. Ohne dem funktioniert nichts. Sie können an alles mögliche glauben, Hauptsache sie glauben.

  15. @Golzower: “Der Mensch ist voll mit diesem Zeug von unnützen Gedanken und unheilsamen Gefühlen.”

    Ja genau, konfusionierte Placebo-Illusionen in Angst, Gewalt und egozentriertem Individualbewusstsein, für das “gesunde” Konkurrenzdenken der wettbewerbsbedingten Symptomatik (instinktive Bewusstseinsschwäche zu systemrational-gebildeter Bewusstseinsbetäubung/Suppenkaspermentalität), das ist Einbildung des reformistischen Zeitgeistes im Stillstand der Kraft des ursprünglichen Geistes.

    Die zweifelsfrei-eindeutige Imagination und das wirklich-wahrhaftige Leben fängt da an, wo Mensch sich als ganzheitliches Wesen in Gemeinschaftseigentum (“wie im Himmel all so auf Erden”) OHNE … organisiert, für Möglichkeiten eines geistig-heilenden Selbst- und Massenbewusstseins – Nichts gehört dem “Einzelnen/Individualbewussten” allein. Sogar/besonders unsere Gedanken nicht, weil diese auch immer abhängig von Geist und Gemeinschaft geprägt wachsen (in unserem bisherigen “Zusammenleben” allerdings begrenzt, bis zur “göttlichen Sicherung” des Geistes / des Zentralbewusstseins / der Schöpfung).

  16. Und ja, wenn das Bewusstsein für wirklich-wahrhaftiges Denken befreit wäre, z.B. anfänglich durch die richtige Interpretation der biblischen Philosophie, dann würde die priesterliche “Geistlichkeit” und die Schulmedizin sicher überflüssig werden. 🤗

  17. Golzower,
    wenn man alles unter placebo und nocebo subsummiert, dann verliert der Begriff seinen Sinn.
    Wenn ein Straßenbahnschaffner morgens um 5 Uhr aufsteht um um 7 Uhr im Dienst zu sein, dann glaubt er gar nichts. Er geht wie in Trance, wäscht sich, geht wie ein Schlafwandler in die Küche und isst Frühstück, und nach einem Kaffee beginnt er zu denken.
    Er denkt gefühllos, wenn er Glück hat, hört er eine Lerche und denkt sich, “was für ein schöner Tag”. Ein Lächeln durchzieht sein Gesicht und frisch gestärkt geht er wie Fred Astaire (einer der besten Tänzer des frühen 20. Jahrhunderts) zur Tür , schwingt sich in seinen Fiat Panda , schaltet das Radio ein , hört
    “Für mich solls Rote Rosen regnen” und der Tag ist gerettet.
    Wem hat er das zu verdanken ? Der Lerche !
    Ist die Lerche ein Placebo ? Ist sie nicht. !!!

  18. @Folgen von Diagnosen

    Der Placebo – und Noceboeffekt beinhalten auch Folgen von Diagnosen. Schwerwiegende Krankheiten verstärken sich noch, wenn sie klar diagnostiziert werden, harmlosere Störungen werden noch harmloser, wenn der Arzt sagt, mit dieser Medikation müsste das in ein paar Tagen weggehen.

    Insbesondere im psychiatrischem Bereich dürfte dies eine Rolle spielen. Die Diagnose einer unheilbaren Schizophrenie hat selber psychische Folgen. Wenn ich wegen Höhenangst zum Psychologen gehe, und der mir eine Behandlung mittels Desensibilisierung verschreibt, schöpfe ich gleich Hoffnung, und mir gehts dann gleich besser.

    • Ganz genau, es ist möglich Personen, Patienten bei der Diagnose so zu bearbeiten, dass sie in Teilen ihrer persönlichen Probleme, leichte Schmerzen zum Beispiel und Ängste, verlieren bzw. unterdrücken, was ebenfalls nicht schlecht sein muss.
      Bei schwerwiegenden Problemen geht wohl weniger, aber auch hier kann sich nicht selten arrangiert werden, es muss ja weiter gelebt werden.
      Beispiel :
      Wer bereits in jungen Jahren Rückenschmerzen hatte, die nicht besondere medizinisch feststellbare Ursachen hatten, kann von einem ruppigen Arzt (“altersbedingt”, “nichts Besonderes”) so gehandhabt werden, dass er für lange Zeit diese Schmerzen vergisst oder zumindest kaum beachtet, auch wenn sie vorhanden bleiben; Dr. Webbaer berichtet hier “aus eigenem Hause”.

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Webbaer (der bei der Höhenangst abär vorsichtig wäre)

    • @Tobias Jeckenburger (Zitat): Der Placebo – und Noceboeffekt beinhalten auch Folgen von Diagnosen.
      Klar. Ich kannte jemanden, der sagte, ihm hätte man die Diagnose Krebs nie mitteilen dürfen.
      Andere wiederum scheinen unverwundbar. Narzissten und Egoisten beispielsweise stören sich kaum je daran, wenn man ihnen sagt sie seien Narzissten/Egoisten.

  19. Zu hWied:
    Betrifft Lerche….
    Die Lerche ist in dem Falle wohl auch ein Placebo weil dieser von ihnen erwähnte Mensch über einen Sinneskanal (Hören) erfühlt/ahnt dass es -außer diesem ewigen Krieg in seinem Kopf- auch noch friedliche Momente gibt. Vielleicht erinnert ihn die Lerche an angenehme Situationen im Leben , an schöne Gefühle. Genau wie der Schlager/Musik . Wenn man auf Oldie -Show Veranstaltungen sieht wie Rentner bei bestimmten Schlagersängern plötzlich wieder Glanz und Tränen in ihren Augen bekommen, wie sie aufblühen, dann ist auch Kunst ein Placebo weil man die Menschen nur daran erinnern muss dass sie auch mal schöne Gefühle im Leben hatten und nicht nur Stress und Tristess.

  20. Golzower,
    wir verwenden das Wort Plazebo in unterchiedlichem Sinne.
    Sie erklären die gesamte Natur zum Plazebo.
    Und, das ist bemerkenswert, Sie erklären die Erinnerungen zum Plazebo.
    An dieser Stelle würde ich die Meinung von Frau Sohmen dazu hören.

    • Wenn man Placebo komplett losgelöst von seiner wissenschaftlichen Bedeutugn als Glaube bzw. Gefühl interpretiert, stimmt das natürlich, auch wenn es sich dabei wohl um eine grobe Verallgemeinerung handelt. Meines Wissens nach geht es bei der eigentlichen Definition explizit um eine Wirkung, die mit medizinischen Verfahren, Medikamenten o.ä. assoziiert ist.

  21. Louisa Sohmen,
    Das ist auch meine Meinung, das Placebo ist eine falsche Pille, von der man glaubt, dass sie echt ist.

    Es geht dann weiter , dass die Einbildungskraft tatsächlich über Heilungskräfte verfügt.

    Herr Golzower erklärt ja die Einbildungskräfte unserer Erinnerungen als heilungskräftig.
    Alzheimerpatienten leiden ja unter diesem Verlust.

  22. hwied: “Er geht wie in Trance, wäscht sich, geht wie ein Schlafwandler in die Küche und isst Frühstück, und nach …”

    Als ich ein Schulkind war, hatte ich in der dunklen Jahreszeit das Ritual – mit einem Schwarm Krähen, die mit heftigem Lärm aus den Bäumen des nahen Waldes gleichzeitig aufstiegen um zu ihren Futterplätzen zu fliegen – das hatte immer etwas Meditatives, bevor ich meinen Kakao getrunken und das Denken erst vor dem Schuleingang … 😖🥴

  23. hto,
    du sprichst etwas Wichtiges an, die Macht der Gewohnheit.
    Die Gewohnheit ist es, die die Zeit scheinbar still stehen lässt.
    Hätten wir keinen Spiegel, wir wüssten nicht wie wir altern.

    Nun gibt es Menschen , die sich langweilen, wenn nichts Neues geschieht, die fühlen sich um ihre Lebenszeit betrogen.
    Andere wieder, die fühlen sich so richtig geborgen, wenn nichts Neues geschieht, wenn sie nicht denken müssen.

    Der Durchschnittsbürger liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen. Wenn er Langeweile hat, besorgt er sich die Neuigkeiten über die Medien, und wenn er im Stress ist, dann sucht er die Entspannung in der Natur.

    Herr Golzower, die Natur ist kein Placebo, die ist real, genauso real wie sie selbst.

  24. Ich will es mal ganz plakativ formulieren. Wir bestehen zwar aus Zellen, Gewebe und Organen. Aber was ist das Führende im Kontakt mit der Umwelt (Kommunikation, Informationsverarbeitung, etc.) und auch nach innen? Das Nervennetz, das im Gehirn zusammenläuft und das bis in den letzten Winkel unseres Körpers reicht. Da ist es ja kein Wunder, dass jeder Gedanke irgendetwas im Körper bewirkt. Schlechte Gedanken haben einen negativen Einfluss irgendwo im Körper, ‘gute’ Gedanken bewirken Harmonie (man kann es auch dynamisches Gleichgewicht nennen) und die tut gut. Über alle diese Nervenbahnen kommuniziert das Gehirn so mit dem Körper bis in die letzte Verästelung hinein, und das ständig und ununterbrochen. Genau über diesen Weg funktioniert der Placeboeffekt und sein Gegenteil.
    Um diesen Effekt herzustellen, brauche ich weder einen Arzt noch Medikamente, man kann es, wie oben beschrieben, auch selbst herstellen.
    Auf jeder Ebene werden die Nervenimpulse anders umgesetzt: auf Organebene in Hormone, auf Gewebeebene und Zellebene in die Bildung von Proteinen. Und dort verselbständigen sich Störungen in Form von Entzündungen etc.pp. bzw. schaukeln sich zu Krankheiten auf.
    Wie gesagt, der Placeboeffekt nimmt jenen Weg, der über unterbewusste Prozesse in den Körper läuft und die man nicht mit abstrakter Sprache beeinflussen kann, sondern ausschließlich mit Symbolsprache. Und solche Symbole sind z.B. der Zuspruch des Arztes oder die Gabe einer Tablette, mit der man Besserung verbindet.

    • Sicherlich hängt so irgendwie zusammen :

      Wir bestehen zwar aus Zellen, Gewebe und Organen. Aber was ist das Führende im Kontakt mit der Umwelt (Kommunikation, Informationsverarbeitung, etc.) und auch nach innen? Das Nervennetz, das im Gehirn zusammenläuft und das bis in den letzten Winkel unseres Körpers reicht. Da ist es ja kein Wunder, dass jeder Gedanke irgendetwas im Körper bewirkt.

      Die Trennung zwischen Körper und Geist macht ebenfalls Sinn, wie hier gemeinte erkennende Subjekte machen sozusagen eigene Welten auf, die durchaus mit der Naturwelt verglichen werden dürfen, auch wenn sie bei ca. einem Liter Gehirnsubstanz vglw. minderkomplex sind, in ihren Vorstellungen kein anderes neues erkennendes Leben erlauben, aber im geisteswissenschaftlichen Sinne nicht biologisiert werden müssen.

      MFG
      WB

  25. Zu hWied:
    Wo ist das Problem ?
    Sie glauben ja auch an eine Religion von der sie annehmen das sie echt ist., also an eine Art “Placebo”. Die Pille macht nichts anderes als einen Glauben zu aktivieren, etwas für WAHR zu halten was man sich erhofft.. Ich erkläre nicht die Natur zum Placebo sondern den Umstand das das menschliche Unterbewusstsein -auch in der Natur – Heilung findet in dem dass der Mensch sich seiner fünf Sinne wieder bewusst wird und die Ruhe der Natur “erlebt” und nicht in seiner negativen Gedankenwelt verkümmert. Wer sich seiner fünf Sinne wieder bewusst wird , lebt in der Gegenwart, im Hier und Jetzt . So gesehen verfügt also nur die Einbildungskraft (Glaube) über Heilungskräfte, egal ob sie an die Pille glauben, an eine Religion, an den Sieg des Kapitalismus oder an ihre eigene Gesundung. Die Abläufe im Gehirn hierzu sind alle gleich.

  26. Golzower,
    ” So gesehen verfügt also nur die Einbildungskraft (Glaube) über Heilungskräfte, ”
    Jetzt wird es richtig spiritistisch!
    Sie atmen den Sauerstoff ein, den der Baum ausatmet. Sie verbrennen in jeder Zelle die Kohlenwasserstoffe, die der Baum erzeugt hat. Sie leben also in Symbiose mit dem Baum.
    Und das trifft auch auf die größten Idioten zu auch ohne Einbildungskraft.

  27. @Golzower: “Sie glauben ja auch an eine Religion von der sie annehmen das sie echt ist., also an eine Art “Placebo”.”

    Treffer, da ist das problematische Placebo, was Resistenzen gegen wirkliche Wahrhaftigkeit schafft.
    👊😎

  28. @Golzower: “… und die Ruhe der Natur “erlebt” und nicht in seiner negativen Gedankenwelt verkümmert. Wer sich seiner fünf Sinne wieder bewusst wird, lebt in der Gegenwart, im Hier und Jetzt.”

    Es ist ja wegen des Glaubens weder Wunder noch Phänomen, daß Mensch der “Ruhe der Natur” / der holographischen Matrix immernoch mit Bewusstseinsbetäubung begegnet, der geistige Stillstand wird auf der einen wie “anderen” Seite mit Sinnhaftigkeit von dem Placebo ergebener und zufälliger Einmaligkeit er-/ausgefüllt, anstatt …

  29. hto
    “Hans im Glück” hatte deiner Meinung nach keine Bewusstseinsbetäubung.
    Der Volksmund ist tiefsinniger als vermutet, die Märchen sind die Beispiele für die geheimen Wünsche.
    Aber die Märchen beschreiben auch “rücksichtslos” die tatsächlichen Machtverhältnisse, die Ungerechtigkeiten, die Nöte und Zwänge der Menschen, denen sie im Märchen entrinnen können.
    In der Wirklichkeit kann eine alleinerziehende Mutter ihren Nöten nicht entrinnen, und du nennst sie dann noch obendrein “bewusstseinsbetäubt”.
    Wo ist jetzt das Placebo ?

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