Das waren die Draconiden 2011!

Der Ausbruch der Draconiden ist vorbei – und es war ein Ausbruch! Kurz nach 22:00 Uhr MESZ am Abend des 8. Oktober 2011, also ziemlich genau zum vorhergesagten Zeitpunkt, konnte ein Maximum der Meteoraktivität festgestellt werden. Kurz, aber heftig, mit eher wenig hellen Exemplaren. Noch sollte man mit Zahlen vorsichtig sein, aber erste Auswertungen verschiedener Videokameras kommen in der Spitze auf eine Zenitstundenrate von um die 1000 800 (korrigiert, 10:30). Damit würden die optimistischsten Prognosen bestätigt.

In Deutschland verhagelten Wolken vielerorts die Beobachtungen. So konnte ich trotz einiger Fahrleistung nur kleinere Wolkenlücken auftreiben und bin Draconidentechnisch leer ausgegangen. Während ich diese Zeilen tippe, rattert draußen meine Kamera, denn natürlich riss es zwei Stunden nach dem Maximum mal auf – beim Ausladen… Wenn auf einem der Bilder doch noch was zu sehen ist, reiche ich das später nach!

Andere Beobachter, vor allem in der Nordhälfte der Republik waren da erfolgreicher – nachzulesen hier im Meteoros-Forum.

Das soll erst mal reichen soweit, ich binauf die Auswertungen der Beobachtungen in den kommenden Tagen gespannt!

Nachtrag 02:00: Nö, auf keinem meiner Bilder ist auch nur ein Draconid zu sehen. Satt dessen stelle ich mal die beiden Graphen der Draconidenaktivität ein- einmal die bisher ausgewerteten visuellen und Radiobeobachtungen (mit einem Wert von ~600 im Maximum kurz nach 22:00 MESZ):

Sowie die Ergebnisse der Videobeobachtungen:

Beide Graphen gehören erstens der IMO und sind zweitens als vorläufig anzusehen! Das muss für heute reichen – gute Nacht!

Mit dem Astronomievirus infiziert wurde ich Mitte der achtziger Jahre, als ich als 8-Jähriger die Illustrationen der Planeten auf den ersten Seiten eines Weltatlas stundenlang betrachtete. Spätestens 1986, als ich den Kometen Halley im Teleskop der Sternwarte Aachen sah (nicht mehr als ein diffuses Fleckchen, aber immerhin) war es um mich geschehen. Es folgte der klassische Weg eines Amateurastronomen: immer größere Teleskope, Experimente in der Astrofotografie (zuerst analog, dann digital) und später Reisen in alle Welt zu Sonnenfinsternissen, Meteorschauern oder Kometen. Visuelle Beobachtung, Fotografie, Videoastronomie oder Teleskopselbstbau – das sind Themen die mich beschäftigten und weiter beschäftigen. Aber auch die Vermittlung von astronomischen Inhalten macht mir großen Spaß. Nach meinem Abitur nahm ich ein Physikstudium auf, das ich mit einer Diplomarbeit über ein Weltraumexperiment zur Messung der kosmischen Strahlung abschloss. Trotz aller Theorie und Technik ist es nach wie vor das Erlebnis einer perfekten Nacht unter dem Sternenhimmel, das für mich die Faszination an der Astronomie ausmacht. Die Abgeschiedenheit in der Natur, die Geräusche und Gerüche, die Kälte, die durch Nichts vergleichbare Schönheit des Kosmos, dessen Teil wir sind – eigentlich braucht man für das alles kein Teleskop und keine Kamera. Eines meiner ersten Bücher war „Die Sterne“ von Heinz Haber. Das erste Kapitel hieß „Lichter am Himmel“ – daher angelehnt ist der Name meines Blogs. Hier möchte ich erzählen, was mich astronomisch umtreibt, eigene Projekte und Reisen vorstellen, über Themen schreiben, die ich wichtig finde. Die „Himmelslichter“ sind aber nicht immer extraterrestrischen Ursprungs, auch in unserer Erdatmosphäre entstehen interessante Phänomene. Mein Blog beschäftigt sich auch mit ihnen – eben mit „allem, was am Himmel passiert“. jan [punkt] hattenbach [ät] gmx [Punkt] de Alle eigenen Texte und Bilder, die in diesem Blog veröffentlicht werden, unterliegen der CreativeCommons-Lizenz CC BY-NC-SA 4.0.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Draconiden unter Wolken

    Tja bei mir waren auch nur Wolken zu sehen. Zwischenzeitlich hat es sogar etwas geregnet. Wieder eine astronomische Pleite für mich nach der Sofi zum Jahresanfang und der Mofi im Juni.

  2. Sternschnuppen!!

    Meine Freundin Martje, und ich haben sehr viele Sternschnuppen gesehen. Wir sind beide 12 Jahre alt und es war für uns ein ziemlich schönes Erlebnis. Am Nachmittag noch hatten wir Angst nichts zu sehen, aber unsere Sorgen waren grundlos. Der Himmel war Wolkenlos bei uns im Norden.

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