Astronomenwünsche – auch fürs neue Jahr

BLOG: Himmelslichter

ein Blog über alles, was am Himmel passiert
Himmelslichter

Weihnachten ist vorbei, die Silvesterknallerei ebenfalls. Die meisten frommen Wünsche zu Weihnachten und die guten Vorsätze zum neuen Jahr dürften am Neujahrstag traditionell bereits vergessen bzw. gebrochen worden sein – auf einen besonderen Wunsch möchte ich aber noch mal erinnern (ok, ich habe erst jetzt in Daniel Fischers Blog davon erfahren).

Was sich nämlich ein Astronom so zu Weihnachten wünscht, hat Andreas Hänel am 21. Dezember im ZDF verraten: Einen dunklen Sternenhimmel und etwas weniger (oder zumindest nicht noch mehr) Lichtverschmutzung. Hier gehts zum Video.

Und weil wir einmal dabei sind, noch etwas zum Anschauen:

Dark Skies!

Mit dem Astronomievirus infiziert wurde ich Mitte der achtziger Jahre, als ich als 8-Jähriger die Illustrationen der Planeten auf den ersten Seiten eines Weltatlas stundenlang betrachtete. Spätestens 1986, als ich den Kometen Halley im Teleskop der Sternwarte Aachen sah (nicht mehr als ein diffuses Fleckchen, aber immerhin) war es um mich geschehen. Es folgte der klassische Weg eines Amateurastronomen: immer größere Teleskope, Experimente in der Astrofotografie (zuerst analog, dann digital) und später Reisen in alle Welt zu Sonnenfinsternissen, Meteorschauern oder Kometen. Visuelle Beobachtung, Fotografie, Videoastronomie oder Teleskopselbstbau – das sind Themen die mich beschäftigten und weiter beschäftigen. Aber auch die Vermittlung von astronomischen Inhalten macht mir großen Spaß. Nach meinem Abitur nahm ich ein Physikstudium auf, das ich mit einer Diplomarbeit über ein Weltraumexperiment zur Messung der kosmischen Strahlung abschloss. Trotz aller Theorie und Technik ist es nach wie vor das Erlebnis einer perfekten Nacht unter dem Sternenhimmel, das für mich die Faszination an der Astronomie ausmacht. Die Abgeschiedenheit in der Natur, die Geräusche und Gerüche, die Kälte, die durch Nichts vergleichbare Schönheit des Kosmos, dessen Teil wir sind – eigentlich braucht man für das alles kein Teleskop und keine Kamera. Eines meiner ersten Bücher war „Die Sterne“ von Heinz Haber. Das erste Kapitel hieß „Lichter am Himmel“ – daher angelehnt ist der Name meines Blogs. Hier möchte ich erzählen, was mich astronomisch umtreibt, eigene Projekte und Reisen vorstellen, über Themen schreiben, die ich wichtig finde. Die „Himmelslichter“ sind aber nicht immer extraterrestrischen Ursprungs, auch in unserer Erdatmosphäre entstehen interessante Phänomene. Mein Blog beschäftigt sich auch mit ihnen – eben mit „allem, was am Himmel passiert“. jan [punkt] hattenbach [ät] gmx [Punkt] de Alle eigenen Texte und Bilder, die in diesem Blog veröffentlicht werden, unterliegen der CreativeCommons-Lizenz CC BY-NC-SA 4.0.

1 Kommentar

  1. Lichtverschmutzung und so…

    Ich hoffe auch, dass in diesem Jahr die Lichtverschmutzungssache besseren Anklang in den Medien und in der Politik findet als zum IYA 2009. Obwohl, es gab ja Bestrebungen, die schon in die richtige Richtung wiesen (z.B. die Arte-Doku “Die dunkle Seite des Lichts”). Aber was soll man tun, wenn unsere Politiker mehr als Ignorant in solchen Sachen sind.

    Da schafft man z.B. die Glühbirne ab und holt sich vermehrt quecksilberverseuchte Energiesparlampen ins Haus. Im Gegenzug kündigt ein Lichtkünstler groß an, demnächst mehrere Städte zu besuchen und dort seine Illuminationen zu installieren und ein großes Lasernetzwerk aufzubauen. 😉
    Aber diese Ignoranz scheint ja mittlerweile vermehrt ein Trend in unserer Gesellschaft zu sein. Das merkte man auch schön in der Nichtunterstützung des IYA durch unsere Bundesregierung. Und gleichzeitig beschwert man sich über den Fachkräftemangel und die Lücken im Bildungssystem.

    Astronomisch freue ich mich jedenfalls schon auf die kommenden hellen Kometen 2010 (103P/Hartley und C/2009 R1 McNaught).

    In diesem Sinne ein gesundes Neues Jahr 2010…

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