Ethik in Unternehmen kann funktionieren

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Wie Wirtschaft und Ethik zusammenpassen
Gute Geschäfte

Heute möchte ich nur auf einen interessanten Artikel aufmerksam machen, den ich im Journal of Business Ethics gefunden habe:(http://www.springerlink.com/content/y6421713r7557501/fulltext.pdf). Der Titel und die Autorennamen sind so lang, dass ich mir das hier spare, ist ja in der pdf zu finden. Untersucht wurden per Umfragen und ausführlichen Tests drei Gruppen von Geschäftsleuten, die im Verkauf tätig sind: Amerikaner, Türken, und Thailänder. Dabei ging es gerade nicht darum, kulturelle Unterschiede herauszufinden, sondern es wurden im Gegenteil Zusammenhänge gesucht – und gefunden – die kulturunabhängig sind. Der Artikel ist sehr detailreich, und die Untersuchung wurde statistisch, so weit ich das beurteilen kann, sehr umfänglich ausgewertet. Ich möchte nur kurz das Ergebnis wiedergeben:

Offenbar lohnt es sich, wenn Unternehmen eindeutige ethische Regeln vorgeben, was sie für richtig und was sie für falsch halten. Es ergibt sich aus der Untersuchung, dass diese Ethic Codes sich auf das Verhalten der Mitarbeiter auswirken. Dabei ist aber wichtig, dass die Codes regelmäßig und deutlich kommuniziert und auch mit Sanktionen versehen werden. Ein Ethic Code muss also gelebt werden. Interessant ist auch: Es wurde abgefragt, wie "idealistisch" oder "relativistisch" die Manager eingestellt sind. "Idealisten" sind dabei die, die Ethik für recht objektiv gegeben halten, "Relativisten" sehen das mehr als eine Frage der Konvention oder der Kultur an. Gerade bei den "Relativisten" ist aber laut der Untersuchung der Effekt von Corporate Ethics besonders hoch – sie sind also offenbar bereit, sich vorgegebenen Werten oder Regeln anzupassen.

Fazit also: Wenn es richtig gemacht wird, dann zeigt Unternehmensethik Wirkung – und das sogar über kulturelle Grenzen hinweg. Mal was erfreuliches …

Frank Wiebe

Veröffentlicht von

Ich habe Betriebswirtschaft in München und Philosophie an der Fernuni Hagen studiert, früher bei einer großen Bank gearbeitet, und bin seit über 20 Jahren Journalist beim Handelsblatt mit Spezialisierung auf Finanzthemen, davon fünf Jahre in New York und seit November 2017 in Frankfurt. Im Jahr 2013 habe ich das Buch „Wie fair sind Apple & Co?“ veröffentlicht.

1 Kommentar

  1. Corporate Identity

    Ich kann mir schon sehr gut vorstellen, dass die Unternehmensethik die Unternehmensidentität steigert – jedoch auch in den Keller werden kann.

    Danke für den Link, werde es mir bald durchlesen.

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