Komet Lovejoy am 5.1.2015

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Raumfahrt aus der Froschperspektive
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Endlich mal eine klare, knackig kalte Nacht. Allerdings bin ich zu faul, um hinauszugehen und die Montierung aufzubauen. Also wieder aus dem Dachzimmerfenster und nicht nachgeführt.

Erst mal ein Bild für Hans. Viel Spaß bei der Identifikation.

Der hier war eifrig am Leuchten, aber ich konnte trotzdem ordentlich beobachten. Über den Mond beschwere ich mich sowieso nie. Er ist ein alter Freund, und warum sollte es mich stören, wenn mir ein alter Freund beim Spechteln zuschaut?

Der Mond über Darmstadt am 5.1.2015, 22:36 MEZ, TS-Optics Quadruplet Apochromat TSAPO65Q, 65/420 mm, Canon EOS 600D, ISO 200, 1/800 s
Credit: Michael Khan, Darmstadt / Der Mond über Darmstadt am 5.1.2015, 22:36 MEZ, TS-Optics Quadruplet Apochromat TSAPO65Q, 65/420 mm, Canon EOS 600D, ISO 200, 1/800 s

Hier die Übersicht mit 50 mm Festbrennweite. Lovejoy ist am rechten Bildrand, mit etwas höherer Elevation als Rigel – zur Zeit der Aufnahme mehr als 30 Grad überm Horizont.

Orion und Komet Lovejoy übver Darmstadt am 5.1.2015, 22:18 MEZ, Canon EOS 600D mit Leica Summicron 50 mm, ISO 6400, Blende 2, 1 Sekunde Belichtungszeit, nicht nachgeführt
Credit: Michael Khan, Darmstadt / Orion und Komet Lovejoy übver Darmstadt am 5.1.2015, 22:18 MEZ, Canon EOS 600D mit Leica Summicron 50 mm, ISO 6400, Blende 2, 1 Sekunde Belichtungszeit, nicht nachgeführt

Und nun das Teleobjektiv drauf. Die Belichtungszeit ist gerade noch akteptabel. Die Sterne fangen schon an, zu verwischen. Die Coma ist in der Aufnahme schön zu sehen, der Schweif nicht. Visuell war es nicht deutlich besser. Mit dem Feldstecher konnte ich den Schweif nur schwach ausmachen, und die Kontraste in der Koma wirkten sogar etwas blasser als in der Aufnahme unten.

Komet C/2014 Q2 (Lovejoy) am 5.1.2015, 21:54 MEZ, Canon 600D, Leica Vario Elmar, f=210 mm, Blende 4, ISO 6400, 1.6 s
Credit: Michael Khan, Darmstadt / Komet C/2014 Q2 (Lovejoy) am 5.1.2015, 21:54 MEZ, Canon 600D, Leica Vario Elmar, f=210 mm, Blende 4, ISO 6400, 1.6 s

Ich bin Luft- und Raumfahrtingenieur und arbeite bei einer Raumfahrtagentur als Missionsanalytiker. Alle in meinen Artikeln geäußerten Meinungen sind aber meine eigenen und geben nicht notwendigerweise die Sichtweise meines Arbeitgebers wieder.

5 Kommentare

  1. Erst mal ein Bild für Hans. Viel Spaß bei der Identifikation.

    Ah ja. Vielen Dank. 🙂 Aber das war jetzt nicht sehr schwer, da ja schon der Bildtitel (bzw. Dateiname) verrät, um was es geht.

    Da bieten die Kometenfotos diesmal doch erheblich mehr Material zum suchen an, d.h. man muss erst mal eine Weile suchen, bevor man das grünliche Pünktchen gefunden hat, das den Kometen darstellt. Nebenbei ist das Foto auch ein praktisches Lehrobjekt, da es einen sehr schönen Eindruck davon vermittelt, wie schwach die Sterne des Eridanus leuchten.
    Ich weis jetzt gar nicht, ob die Entwickler von Stellarium schon die realistische Darstellung von Kometen im Programm eingebaut haben. Es steht jedenfalls auf deren ToDo-Liste. Andrerseits ist mein Rechner leider zu Schwachbürstig für die neue 0.13.x Version, so dass ich erst mal bei der 0.12er bleibe, obwohl die Kometen genauso darstellt wie Sterne.

    • Na, zumindest im dritten Bild springt der Komet doch gleich ins Auge. Das war am 2.1. bei Hochnebellage noch etwas anders.

      Was die “realistische Darstellung” von Kometen angeht – davon sollten die Stellarium-Macher mal lieber die Finger lassen. Der eine sieht gar nicht aus wie der andere – da gibt es eine große Bandbreite bei der Ausdehnung und der Form der Schweife. Da bewegt man sich schnell im Bereich der reinen Spekulation.

      • Bezüglich der Darstellung von Kometen: Hab da jetzt noch mal nachgesehen, und ausser diesem proposal auf die schnelle nichts weiter gefunden. Da dies von 2009 ist, tut sich da momentan anscheinend eh nichts, eben weil es eine sehr anspruchsvolle Angelegenheit ist. Also werden wir (oder ich) die Kometen in der Simulation vorläufig weiter nur als Lichtpunkte sehen und von der Koma oder dem Schweif erst mal nichts. Ist aber immer noch besser als gar nichts.

        • Ich finde das vollkommen ausreichend. Stellarium ist für mich in erster Linie ein Werkzeug. Ich plane damit Beobachtungen. Dazu muss ich wissen, wo der Kometenkern sich befindet. Was mit dem Schweif sein wird, weiß im Vorfeld ohnehin keiner. Allenfalls könnte es nützlich sein, wenn angedeutet würde, in welche Richtung der Schweif zeigt, aber da man ja die Sonnenposition sehen kann, hat man auch schon eine recht gute Idee von der Schweifrichtung. Wie es tatsächlich aussieht, sieht man dann ja am Himmel.

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