Verschwörungstheorien sind alt wie die Menschheit

Wie entstehen Verschwörungstheorien und warum verbreiten sie sich? Beim Philosophiefestival Phil.Cologne haben der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen und der Amerikanist Michael Butter zu diesem Thema eine Diskussion geführt. Wenn der Bericht auf n-tv korrekt ist, sind allerdings fast alle dort aufgestellten Thesen mehr oder weniger falsch.

Es ist unter Intellektuellen zu Zeit populär, die Ursache der Allgegenwart von Verschwörungstheorien dort zu suchen, wo man ohnehin die Schwächen der gegenwärtigen Gesellschaft ausgemacht hat. Ihre Ausbreitung soll also erst mit der Aufklärung begonnen haben, und im Internetzeitalter nochmals einen heftigen Schub erhalten haben, sodass sie jetzt erst zu den ernsten Gefahren für die Gesellschaft gezählt werden müssen.
Nur ist das leider – und sehr offensichtlich – falsch. Wieso? Wer Opfer eines Komplotts wird, trägt normalerweise einen Schaden davon. Er tut also gut daran, sich rechtzeitig Gedanken darüber zu machen, wer gegen ihn intrigieren könnte, und was er dagegen tut. Deshalb ist es plausibel anzunehmen, dass Verschwörungstheorien in etwa so alt sind wie Verschwörungen.

Seit wann gibt es Verschwörungen?

Gab es je eine menschliche Gesellschaft, in der es unsinnig wäre, eine Verschwörung zu vermuten? Die älteste sicher dokumentierte Verschwörung zum Sturz eines Königs ist 4000 Jahre alt. Ein heimlich von Höflingen vorbereitetes Attentat beendete am 1. Februar 1962 v. Chr. das Leben des ägyptischen Pharaos Amenemhet I. Es ist kaum anzunehmen, dass er der erste Herrscher war, der auf diese Weise umkam.

Der Primatenforscher Robert Sapolsky beobachtete in Kenia, wie drei Pavianmännchen gemeinsam das Alphamännchen stürzten. Keiner der drei war alleine stark genug, um diesen Coup zu wagen. Beim Rangkampf arbeiteten sie zusammen, sie müssen sich also irgendwie abgesprochen haben.
Wenn Verschwörungen die Menschwerdung von Anfang an begleitet haben, dann war es stets besser, man war darauf vorbereitet, eine Verschwörung abzuwehren. Ein Verdacht mochte gerechtfertigt oder falsch, in jedem Fall war es besser, man traf seine Vorbereitungen.

Michael Butter stellte in der Diskussion die These auf, Verschwörungstheorien seien zur Zeit der Aufklärung im 18. Jahrhundert aufgekommen, als der Glaube an einen göttlichen Schöpfungsplan erstmals erschüttert worden sei. In dieser Hinsicht seien Verschwörungstheorien Religionsersatz. Das wäre nur dann plausibel, wenn Verschwörungen zuvor kaum vorkamen. Wie ein Blick ins Geschichtsbuch zeigt, ging es aber schon im Mittelalter kaum weniger hinterhältig zu als bei Game of Thrones, und auch an Verschwörungstheorien war kein Mangel. Hier eine kleine Auswahl:

  1. Nero ließ verbreiten, die mit Misstrauen beäugte Sekte der Christen habe Rom anzünden lassen. Im Volk verbreitete sich dagegen die Theorie, Nero habe Rom anzünden lassen.
  2. Im Jahr 1151 ist in England erstmals urkundlich der Vorwurf erwähnt, Juden ermordeten aus rituellen Gründen systematisch christliche Kinder. Die Verschwörungstheorie wird von den Anklägern haarklein ausgeführt und führte über Jahrhunderte in ganz Europa immer wieder zu Pogromen.
  3. Die Hexenverfolgung in Europa in der frühen Neuzeit beruhte auf der Idee, eine Hexensekte wolle die Macht der Kirche brechen und dem Teufel zur Herrschaft verhelfen. Diese Sekte sei heimlich in ganz Europa verbreitet und müsse ausgerottet werden, meinten die damaligen Hexenjäger.
  4. Kaiser Friedrich II. (1194-1250) wurde von seinen Gegnern, zu denen auch Papst Innozenz IV. gehörte, mehrfach beschuldigt, der Antichrist zu sein, also mit dem Teufel im Bunde zu sein.

Die wiederholten Judenpogrome und -vertreibungen im Mittelalter führten dazu, dass in Mittel- und Westeuropa zu Beginn der Neuzeit kaum noch Juden lebten. Die meisten hatten sich in Osteuropa angesiedelt, im sogenannten Rayon, einem Landstreifen zwischen der Ostsee und dem Schwarzen Meer. Die Auslöser (oder Vorwände) nahezu aller Pogrome waren die damals kursierenden Verschwörungstheorien gegen die Juden.

Glaubten sich die Menschen im Mittelalter wirklich in einem göttlichen Schöpfungsplan aufgehoben? Waren sie davon überzeugt, dass keine menschlichen Eingriffe oder gar Verschwörungen Erfolg haben konnten? Das wäre schön, trifft aber nicht zu. Die katholische Kirche lehrte damals und lehrt noch heute, dass sich jeder Mensch zwischen Gut und Böse entscheiden kann. Das Böse erscheint nicht als Horrorfigur, sondern als Verführer, als Einflüsterer. Es formt Untergrundorganisationen und Komplotte, um die Sache des Teufels zu befördern.

Im Mittelalter rechneten viele Menschen jederzeit damit, dass die Endzeit beginnen könnte und der letzte Kampf der Guten gegen die Bösen. In dieser apokalyptischen Ära werde der Antichrist auftreten, ein ungemein erfolgreicher teuflischer Verführer. Er werde, so hieß es, viele gute Menschen auf seine Seite ziehen werde, bevor die wahren Kräfte des Guten ihn mit göttlicher Hilfe endlich besiegten.

Verschwörungstheorien waren auch niemals Religionsersatz. Im Gegenteil: Oft genug holen Verschwörungstheoretiker ihre Thesen direkt aus Bibel. Wenn also in den USA vor einigen Jahren die These umging, Barack Obama sei mit dem Antichristen im Bunde (er selbst war als Schwarzer außer Verdacht, der Antichrist soll ein Weißer sein), dann ist diese Behauptung nur für buchstabengläubige Christen annähernd plausibel. Verschwörungstheorien ersetzen keine Religion, sondern ziehen ihre Rechtfertigung häufig aus einzelnen Passagen heiliger Schriften.

Verschwörungstheorien nach dem Zweiten Weltkrieg

Weiter führte Michael Butter aus, „nach dem Zweiten Weltkrieg habe unter dem Einfluss der Sozialwissenschaften eine Delegitimierung der Verschwörungstheorien eingesetzt, dies allerdings nur im Westen. In der arabischen Welt oder in Osteuropa seien Verschwörungstheorien dagegen weiterhin sehr verbreitet geblieben.“ (Zitiert nach n-tv)

Das ist so nicht nachvollziehbar. Wenn man etwas genauer hinsieht, findet man im Westen wie im Osten eine große Zahl populärer Verschwörungstheorien Verbreitung. Nach der Ermordung von John F. Kennedy wurde beispielsweise sehr ernsthaft und anhaltend darüber diskutiert, ob der Schütze alleine gehandelt hat oder ob eine Gruppe von Attentätern dahinter stand. Die Sozialwissenschaft hat sich kaum mit Verschwörungstheorien befasst, bis heute hat sie sich nicht einmal auf eine Definition des Phänomens einigen können.

Sind Verschwörungstheorien, wie Michael Butter ausführte, im Westen bis zur Einführung des Internets kaum sichtbar gewesen? Oder anders gefragt. War der Westen nach 1945 bis etwa 2000 eine Kultur, in der unter dem Einfluss der Sozialwissenschaften durchgehend rationales Denken vorherrschte und Verschwörungstheorien keine Chance hatten?

Das ist eine Verklärung der Nachkriegszeit, die sich nicht aufrechterhalten lässt. Einige Beispiele:

Der amerikanische Senator Joseph McCarthy brauchte kein Internet, um seinen ungeheuerlichen Verdacht einer allumfassenden kommunistischen Verschwörung in der amerikanischen Regierung zu verbreiten.

  • Erich von Däniken behauptete ab 1968, dass Aliens die Erde besucht hätten. Wissenschaft und Politik, so behauptete er, unterdrückten systematisch die Beweise dafür.
  • Jan Udo Holey veröffentlichte seit 1994 unter dem Pseudonym Jan van Helsing diverse auflagenstarke rechts-esoterische Verschwörungsbücher.
  • Der in den USA extrem einflussreiche evangelikale Prediger Pat Robertson veröffentlichte 1991 sein Buch „The New World Order“, in dem er eine weltweite jüdische Verschwörung postulierte. Das Buch erzielte Millionenauflagen.
  • Der amerikanische Verschwörungstheoretiker Milton William Cooper verfasste 1991 sein Buch „Behold a pale horse“, dass zur Bibel der rechtsextremen amerikanischen Milizbewegung avancierte. Cooper wurde bei einem Feuergefecht mit Polizisten im Jahr 2001 erschossen.

Vor der Zeit des Internet gab es weniger Möglichkeiten, Verschwörungstheorien zu veröffentlichen. Trotzdem gelang es immer wieder einigen Autoren, die Vorurteile ihrer Leser genau zu treffen. Ihre Verschwörungsbücher erzielten Millionenauflagen.

Während heute im Internet fast im Tagesrhythmus wüste Beschuldigungen aufflammen und erlöschen, hatten die Autoren von Verschwörungsbücher oft genug über viele Jahre erheblichen Einfluss auf die politische Stimmung in ihrem Land, weil sie bei ihren Anhängern eine Art Kultstatus genossen.

Zusammenfassung

Verschwörungen und Verschwörungstheorien sind kein Phänomen der heutigen Zeit. Es hat sie immer gegeben, und zwar nicht nur zu Zeiten der Verunsicherung. Im Gegenteil: je fester die Ordung gefügt war, desto größer die Angst, unsichtbare Kräfte könnten sie einreißen.

Im Internetzeitalter hat sich lediglich die Menge der leicht erreichbaren Verschwörungstheorien extrem vermehrt. Wenn sie bei vielen Menschen einen Nerv treffen, können sie sich in ganz kurzer Zeit sehr stark verbreiten. Damit unterscheidet sich die Dynamik dieser Erzählungen nicht von der, die andere Gerüchte im Internet entwickeln.

Die im Bericht von n-tv wiedergegebenen Meinungen sind heute unter Journalisten und Intellektuellen sehr verbreitet, obwohl sie bei genauer Analyse unhaltbar sind. Vielleicht hat das mit der Idee zu tun, dass die amerikanische Präsidentschaftswahl von den massenhaft aufgetauchten bösartigen Gerüchten über Frau Clinton beeinflusst oder gar entschieden wurde. Demnach wäre die Wahl von Donald Trump eine Nebenwirkung der bisher beispiellosen Internetdynamik unserer Zeit. Das ist eine verlockend einfache Schlussfolgerung, die aber die tatsächlichen Ursachen weitgehend verkennt.

Analyse und Bekämpfung von Verschwörungstheorien

Ich selber betrachte erfolgreiche Verschwörungstheorien als einen Indikator für Verwerfungen und Bruchlinien in der Gesellschaft. Sie zeigen mir, wie die Feinstrukturen der Feindbilder beschaffen sind. Welche Untaten trauen beispielsweise konservative Amerikaner ihren liberalen Gegnern zu (und umgekehrt)? Wie sehen Globalisierungsgegner westliche Regierungen, internationale Handelsorganisationen und Konzerne? Welches Bild haben AfD-Sympathisanten von den USA und von Russland, beziehungsweise von Trump und Putin?

Feindbilder und Vorurteile erzeugen Misstrauen, das wiederum Verschwörungstheorien hervorbringt und glaubhaft erscheinen lässt. Der Weg zur Bekämpfung von Misstrauen führt über den Abbau von Feindbildern. Das entzieht den Verschwörungstheorien ihre Grundlage.

Veröffentlicht von

www.thomasgrueter.de

Thomas Grüter ist Arzt, Wissenschaftler und Wissenschaftsautor. Er lebt und arbeitet in Münster.

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  1. Ja, Verschwörungstheorien sind eng verbunden mit übersteigerten Feindbildern und einen Todfeind erschafft man sich indem man ihn dämonisiert. Wer dem Feind das schlimmste zutraut, der rechtfertigt damit Dinge, die man sonst als inhuman empfinden würde. Beispiele dazu gibt es zuhauf. So wurden US-Bürger japanischer Herkunft im 2. Weltkrieg in War Relocation Centers interniert aufgrund eines Kollektivverdachts gegen alle Japaner und Japanischstämmigen. Im Grunde ähnelt das dem Kollektivverdacht gegen Juden, denen man in Europa immer wieder absprach, Patrioten sein zu können. Bei den bekannten, sich im Umlauf befindenden Verschwörungstheorien geht es immer um einen Kollektivverdacht gegen eine ganze Gruppe von Menschen.

    • Zitat:”So wurden US-Bürger japanischer Herkunft im 2. Weltkrieg in War Relocation Centers interniert aufgrund eines Kollektivverdachts gegen alle Japaner und Japanischstämmigen. Im Grunde ähnelt das dem Kollektivverdacht gegen Juden, denen man in Europa immer wieder absprach, Patrioten sein zu können.”

      Dies soll auch bei den damaligen in den USA lebenden Deutschen der Fall gewesen sein.

  2. “Der Weg zur Bekämpfung von Misstrauen führt über den Abbau von Feindbildern.”

    Diese Feindbilder sind meist tief verwurzelt und in ihrer sozialpsychologischen Grundlage schwer erkennbar.
    Habe gerade ein Essay von Zygmunt Baumann gelesen, in dem er eine verwirrend große Anzahl an Triebkräften benannte. Da dies alles recht kompliziert ist, weiß man nicht, wo man ansetzen könnte. So scheint z.b. Armut als major Faktor automatisch als Folge Ressentiments gegen Fremde herbeizuführen.

  3. Zitat: “Ich selber betrachte erfolgreiche Verschwörungstheorien als einen Indikator für Verwerfungen und Bruchlinien in der Gesellschaft. Sie zeigen mir, wie die Feinstrukturen der Feindbilder beschaffen sind. Welche Untaten trauen beispielsweise konservative Amerikaner ihren liberalen Gegnern zu (und umgekehrt)? Wie sehen Globalisierungsgegner westliche Regierungen, internationale Handelsorganisationen und Konzerne? Welches Bild haben AfD-Sympathisanten von den USA und von Russland, beziehungsweise von Trump und Putin?”
    Und wie sehen Staaten ihre Bürger? Warum werden auch in demokratischen Staaten heimlich Oppositionelle ausspioniert oder Aktivistengruppen unterwandert? Ein neu erschienenes Enthüllungsbuch über die britische Geheimpolizei zeigt “die ethischen Untiefen dieses staatlichen Vorgehens auf”.
    http://derstandard.at/2000059339117/Undercover-Unter-der-Uniform-der-Luege

  4. Ein paar kleine Korrekturen zu Ihrem ersten Beispiel: Nero liess mitnichten verbreiten, dass die Christen Rom angezündet hätten, hier sind Sie wohl einem Hollywood-Film aufgesessen, der nach einem unerträglichen Groschenromen gedreht wurde.
    Tatsächlich wurden im Zuge der Brandermittlungen Christen befragt, von denen auch einige ein Geständnis abgelegt haben (nachzulesen bei Tacitus, Annales). Über den Wert dieser Geständnisse muss man nicht räsonnieren, aber es handelt sich mitnichten um eine staatlicherseits verbreitete Verschwörungstheorie. Aus der entsprechenden Stelle bei Sueton geht hervor, dass es sich um normale Ermittlungen handelte, und der sehr Nero-kritische Sueton findet hier an dem offiziellen Vorgehen nichts auszusetzen.
    Falsch ist auch, dass sich im Volk die Theorie von Nero als Brandstifter verbreitete. Den ersten Hinweis auf ein solches Gerücht findet sich erst bei Tacitus, weder Sueton noch Cassius Dio wissen davon. Die Verschwörungstheorie vom Brandstifter Nero datiert also sehr viel später und wurde vermutlich von christlichen Predigern erfunden, für die Nero der ideale Schurke war. Die Behauptung, dass Nero den Brand befohlen haben könnte, ist derart unsinnig, dass kein Zeitgenosse sie ernsthaft erwogen haben könnte.

    • Das ist alles durchaus möglich. Andererseits stellen es auch seriöse Geschichtswerke anders da. Ich zitiere mal:
      “Obwohl Nero beim Volk beliebt war, verbreitete sich doch das bezeichnende Gerücht, er habe den Brand gelegt …
      Um die Gerüchte zu unterbinden, beschuldigte Nero diese merkwürdige jüdische Sekte der Christen.”
      (Wolfgang Schuller: Die römische Kaiserzeit, von Augustus zu Tiberius. Die Bewahrung des Prinzipats in Die ZEIT: Welt und Kulturgeschichte, 4. Band, 156, Hamburg und Mannheim 2006.
      Tacitus schreibt in den Annalen (Buch XV, 44) auch eindeutig, dass Nero die Christen beschuldigt hat, nachdem das Gerücht aufgekommen war, er habe den Brand legen lassen. Hier ein Link auf die englische Übersetzung. Eine deutsche Übersetzung habe ich jetzt im Netz nicht gefunden.

      • Die entsprechende Tacitus-Stelle halte ich für eine nachtraglich eingefügte Fälschung. Im entsprechenden Abschnitt finden sich Fehler, die man von Tacitus sonst nicht gewohnt ist. So wird dort behauptet, dass “eine gewaltige Menge Menschen” verhaftet worden seien, was unseren Erkenntnissen über die Grösse der christlichen Gemeinde in Rom zu jener Zeit diametral entgegengesetzt ist. Weiterhin wird Pilatus dort als Prokurator bezeichnet, tatsächlich war er praefectus. Die Bezeichnung Prokurator kam erst später auf, und Tacitus war mit den Feinheiten des römischen Magistratssystem sehr gut vertraut (er selbst bekleidete das Amt eines Suffektkonsuls).
        Auch die namentliche Erwähnung des Pontius Pilatus spricht gegen die Echtheit jener Stelle. Pontius Pilatus nimmt lediglich in den Evangelien eine herausragende Stellung ein, für einen römischen Geschichtsschreiber war er lediglich ein kleiner Beamter, die Tacitus nie namentlich aufgeführt hat.

    • aristius fuscus:
      “Die Behauptung, dass Nero den Brand befohlen haben könnte, ist derart unsinnig, dass kein Zeitgenosse sie ernsthaft erwogen haben könnte.”

      Bei Sueton, 38, steht: “Aber selbst das Volk und die Mauern der Vaterstadt verschont er nicht. (…) Denn unter dem Vorwande, daß ihm die Häßlichkeit der alten Gebäude und die engen, krummen Straßen zuwider seien, zündete er die Stadt an, …”

      Siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fer_Brand_Roms#Nero_als_Brandstifter

      • Der Brand Roms passierte im Jahr 64, Sueton wurde erst um 70 geboren und verfasste seine de vita caesarum ca. 120. Unter Zeitgenosse verstehe ich etwas anderes.

        • Sie stellen unerfüllbare methodische Forderungen an die Quellen:

          Es gibt nicht so viele römische Historiker, um damit jeden Zeitraum durch zeitgenössische abzudecken und ganz sicherloch hätte dann keiner der Zeitgenossen in einer öffentlichen Schrift Nero verdächtigt, das war zu gefährlich.

          Im wikipedia-Artikel zum Brand von Rom werden weitere Autoren genannt, die Nero verdächtig haben sollten, aber ohne Nachweis, so dass ich das nicht ohne großen Aufwand überprüfen kann.

  5. Zitat:“Ich selber betrachte erfolgreiche Verschwörungstheorien als einen Indikator für Verwerfungen und Bruchlinien in der Gesellschaft. “ Dann müsste es in den USA besonders viele Verwerfungen und Bruchlinien geben, allein schon wenn man die Wikipedia heranzieht, welche eine nach Ländern gegliederte Liste von Verschwörungstheorien führt. Für die USA werden hier mindestens 60 Verschwörungen aufgeführt, viel mehr als für jedes andere Land. Auffällig auch, wie häufig in den USA, die Regierung verdächtigt wird, hinter einer Verschwörung zu stecken, so liest man beispielsweise bezüglich der Sandy Hook Elementary School shooting conspiracy theories folgendes: A number of fringe figures have promoted conspiracy theories that doubt or dispute what occurred at Sandy Hook. Various conspiracy theorists have claimed, for example, that the massacre was actually orchestrated by the U.S. Government as part of an elaborate plot to promote stricter gun control laws.
    Insoweit sind die USA wiederum untypisch, denn Verschwörungstheorien in anderen Ländern richten sich viel seltener gegen die eigene Regierung.

    • “Dann müsste es in den USA besonders viele Verwerfungen und Bruchlinien geben, allein schon wenn man die Wikipedia heranzieht, welche eine nach Ländern gegliederte Liste von Verschwörungstheorien führt.”

      Das lässt sich auch damit erklären, dass es aus den USA stammende Meldungen leichter in die internationale (hier: deutsche) Presse schaffen als Meldungen aus, z.B., Kanada.

  6. Mona,
    das ist ja schrecklich!
    Die Folge wird sein, dass sich die Unterwelt nicht mehr per smartphone abspricht. Die Strafverfolgungsbehörden schießen sich da ein Eigentor.

  7. Der letzte Absatz bringts auf den Punkt, es kommt stark auf Vorbilder an. Der Fisch stinkt vom Kopf her, gerade erhebliche Teile der Medien, die ständig andere der V-Theorie bezichtigen, arbeiten sehr stark und gezielt mit Feindbildern.
    Putin, böser weißer Mann, Unterschichten, Bildungsferne, Patriarchat, Querfront, (aktuell) Linke gleich antisemitisch, Modernisierungsverlierer, Abgehängte usw usw , was da vorgelebt wird, strotzt nur so von Vorurteilen und gezielten Diffarmierungen.
    Auch einiges, was der Neoliberalismus zu bieten hat, klingt gut formuliert, kommt mit nobler Oberfläche daher und gilt oft als rational begründet und etabliert.
    Genauer betrachtet sind die Annahmen des NL oft so realitätsfern, daß man auch ihnen einen Charakter unterstellen muß, der nicht selten im Grenzbereich zwischen Ideologie und einer eigenen Form der V-Theorie liegt.
    V-Theoretiker kopieren das dann mit den Mitteln, die ihnen zur Verfügung stehen, dem Internet und einer abstrusen Form des Einfallsreichtums.

    • Und damit habne wir schon das neue Feindbild: Die “gleichgeschaltete” “Lügenpresse” oder “Lückenpresse”. Wenn die Medien dann “gleichgeschaltet” sind, dann kann man zu dem Schluß kommen, daß auch 9/11 eine Verschwörung der Bush-Administration war.

      Disclaimer: Ich glaube nicht an die 9/11-VT. Ich wollte mit dieser Verkürzung zeigen, daß Medienkritik auch zu Verschwörungstheorien führen kann.

    • @DH: Ihre grosse Liste von der Verschwörungstheorie Verdächtigten zeigt eben nur, dass Feindbilder und Verschwörungstheorien praktisch zum Alltag gehören. Um etwas daraus herauszugreifen, sie schreiben: “(aktuell) Linke gleich antisemitisch”. Es gibt Antisemitismus und damit ein jüdisch/israelisches Feindbild auch bei vielen Linken, nicht nur Rechten. Das scheint mir offensichtlich. Ein gutes Beispiel dafür ist Günter Grass’ Gedicht Was gesagt werden muss und die Tatsache, dass dieses Gedicht und Grass’ Aussagen dazu von vielen Linken verteidigt wurden. In diesem Gedicht unterstellt Günter Grass’ den Israeli, dass sie alle 70 Millionen Iraner per Atomschlag auslöschen könnten. Wenn man das liest, denkt man sofort an die 6 Millionen vom Nazi-Regime getöteten Juden, die aber weniger als 1/10 der Iraner sind, welche die Israeli nach Grass’ Verdacht ohne mit der Wimper zu zucken, ausrotten (dieses Wort braucht Grass wörtlich) würden. Zugleich denke ich an all die Verdächtigungen, denen die Juden immer wieder ausgesetzt waren. Hitler sprach wörtlich von einer “Gefahr für den Weltfrieden durch die Juden” und Grass sprach in seinem Gedicht wörtlich von der “Gefahr für den Weltfrieden durch die Israeli”. Grass sieht in den Israeli die potenziell kaltherzigen Killer eines ganzen Volkes, genauso wie den Juden Europas in der Vorkriegszeit die kaltherzigsten, brutalsten Taten zugetraut wurden. Da kann man es nur als Ironie betrachten, dass Günter Grass SS-Wehrmachtsoldat war. Günter Grass’ weiss/wusste selbst wohl nicht einmal dass er antisemitisch denkt, denn er wird wohl dazumal und auch vor seinem Tod instinktiv und unreflektiert den Juden und den Israeli alles zugetraut haben und es für eine Wahrheit und keine Behauptung gehalten haben, dass Juden/Israeli todgefährlich sind.
      Viele Menschen denken in Verdächtigungen/Rassismen und Feindbildern, deren sie sich nicht einmal bewusst sind, die sie unreflektiert für wahr halten. Auch Schriftsteller tun dies. Denn sich selbst durchschauen und in Frage stellen ist selbst für Schrifsteller und Psychologen schwierig wie Sigmund Freud schon erkannte.

  8. “Im Jahr 1151 ist in England erstmals urkundlich der Vorwurf erwähnt, Juden ermordeten aus rituellen Gründen systematisch christliche Kinder. Die Verschwörungstheorie wird von den Anklägern haarklein ausgeführt und führte über Jahrhunderte in ganz Europa immer wieder zu Pogromen.”

    Das ist natürlich nur die halbe Wahrheit.

    Richtig los ging es mit der Judenverfolgung und Progromen a u c h durch die Bestimmungen des 4.Lterankonzils 1215, unter Papst Innozenz III:
    “Juden
    Der 67. Canon verbietet Juden „schweren und unmäßigen Wucher, […] mit dem sie das Vermögen von Christen in kurzer Zeit erschöpfen“.
    Der 68. Canon gebietet Juden (und Muslimen), sich abweichend zu kleiden, damit christliche und jüdische (und muslimische) Männer und Frauen „sich nicht irrtümlich miteinander einlassen“. An Gründonnerstag und Karfreitag dürfen sie sich nicht in der Öffentlichkeit zeigen.
    Der 69. Canon verbietet die Übertragung öffentlicher Ämter an Juden (und Heiden), wodurch diesen Machtbefugnisse über Christen gegeben würden.
    Der 70. Canon untersagt getauften Juden das Verharren in ihren religiösen Bräuchen.”
    vgl. hierzu auch:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Gelber_Ring
    “Der Gelbe Ring war im Mittelalter eine für Juden vorgeschriebene Kennzeichnung. Als weitere Bezeichnung je nach Ausführung sind Judenring, Judenkreis, Gelber Fleck oder Rouelle (frz. „Scheibe“) üblich. Juden mussten seit dem 13. Jahrhundert in vielen Ländern und Regionen Europas außen sichtbar ein Stoffstück in Kreis-, Ring- oder Rechteck-Form – meist vorn in Brusthöhe – auf der Kleidung tragen.

    Dies war Teil einer Gesetzgebung der kirchlichen und weltlichen Herrscher, die darauf zielte Juden auszugrenzen und zu diskriminieren. Der Judenring gilt als Vorläufer des Judensterns aus der Zeit des Nationalsozialismus.”

    Die offizielle christliche Kirche, bzw. der Vatikan trägt also auch ein gerüttelt Maß Anteil am über 800 Jahre alten strammen Antijudaismus , der Ausgrenzung und Verfolgung der Juden.

    • Damit wir uns nicht missverstehen: Ich möchte keineswegs in zwei Sätzen die ganze Wahrheit über die Judenverfolgung im mittelalterlichen Europa erzählen. Dazu reichte nicht einmal ein tausendseitiges Buch aus. Es geht mir nur darum, die verheerenden Auswirkungen einer uralten, und völlig frei erfundenen Verschwörungstheorie aufzuzeigen. Dieser unhaltbare Vorwurf geistert bis heute durch antisemitische Bücher und Schriften.

  9. @ Herr Dr. Grüter :

    Feindbilder und Vorurteile erzeugen Misstrauen, das wiederum Verschwörungstheorien hervorbringt und glaubhaft erscheinen lässt.

    Soll wohl heißen, dass ‘Verschwörungstheorien’ per se schlecht sind, weil sie zwingend auf einem von ‘Feindbildern und Vorurteilen’ bestimmten ‘Misstrauen’ basieren.

    Was halten Sie von der u.a. auch von Dr. Michael Blume vorgenommenen Unterscheidung zwischen Verschwörungs-Mythen und Verschwörungstheorien (die im Unterschied grundsätzlich empirisch falsi- oder verifizierbar sind)?

    MFG
    Dr. Webbaer

    • Es geht nicht um die Frage, ob Misstrauen oder die daraus resultierenden Verschwörungstheorien gut oder schlecht sind. Ich möchte einfach aufzeigen, dass sie alltäglich sind und immer alltäglich waren. Sie können keineswegs auf Besonderheiten der Aufklärung oder des Internets zurückgeführt werden.
      Zum Thema Verschwörungsmythen: Den Begriff verwende ich eigentlich nicht. ich halte es für verständlicher, von einem Verschwörungsglauben zu sprechen, einer dumpfen Idee, das bestimmte, als feindlich betrachtete Gruppen heimlich böse Pläne schmieden. Bestimmte Ereignisse (Verbrechen, Katastrophen) werden dann als Verschwörungslegenden ausgelegt, also als das Ergebnis einer Verschwörung dieser Feinde. Aus diesen Legenden lassen sich dann explizite Theorien konstruieren, die immer dann Anhänger finden, wenn sie ein von vielen Menschen geteiltes Feindbild aufgreifen.

      • Vielen Dank für Ihre Reaktion, Herr Dr. Grüter.
        Dr. Webbaer geht es nicht um sogenannte Geheim-Verbunde, wie sie vor einigen Jahrzehnten noch als sozusagen lächerlich beschrieben werden konnten, wobei es im Kern darum ging, dass sich wichtige Personen gegen die Allgemeinheit verschworen hätten, manchmal sogar antisemitisch gemeint, der Jude bleibt hier leider sozusagen klassisch-primitives Feindbild.

        Sondern um sozusagen moderne Derivate, die im Sinne von – ‘Ich möchte einfach aufzeigen, dass sie alltäglich sind und immer alltäglich waren. Sie können keineswegs auf Besonderheiten der Aufklärung oder des Internets zurückgeführt werden.’ [Ihr Text] – eben doch zu Zeiten des Internets möglich werden, in einer globalistischen Gesellschaft.

        Der Schreiber dieser Zeilen ist sich zum Beispiel sicher, dass es gegen die Nationalstaatlichkeit an sich bestimmte Bewegung gibt, die sie im Sinne von “Imperien” aufzulösen gedenkt, möglichst zeitig, dass hier bestimmte Wirtschaftsinteressen in Europa eine Rolle spielen, die den (manchmal auch : starken) Nationalstaat aufzulösen wünschen, bspw. von amoralisch (vs. unmoralisch – Wirtschaft handelt per se amoralisch) wirtschaftlicher Seite, von Seiten der EU(-Kratie), die ja nur stärker wird, wenn die anderen schwächer werden und von Seiten einiger politisch Linker, die in “No Nation!”, “One World!” machen, auch bspw. Israel und Ungarn angreifen, aus Sicht des Schreibers dieser Zeilen keine besondere Rolle spielen, außer der der nützlichen Narren.

        In einem möglichst schwachen “EU-Staat” werden international tätige Unternehmen vermutlich möglichst niedrige Unternehmenssteuern zahlen.

        Nun wäre dies eine Sicht, die durchaus begründet scheint, es macht schon Sinn für einige international tätige Wirtschaftsunternehmen bspw. die BRD zu schwächen, auch durch Immigration, um dort den Niedriglohnsektor in der Vergütung niedrig zu halten, den “Mc-Bereich”, oder um die Sozial-Industrie aufzublähen (die beiden christlichen sozialen Organisationen beschäftigen mittlerweile zusammen sage und schreibe 1.000.000 Festangestellte) oder um den Immobilienmarkt anzuheizen, hier werden X-Billionen verdient, und auffällig ist auch, wenn und wann Mandatsträger in die Wirtschaft wechseln und wie sie anschließend vergütet werden, Obama kassiert bspw. für Reden Beträge bis zu 400.000 Dollar.
        Trump lebte ja im Wahlkampf u.a. auch von der Idee, dass es da einige in den Staaten gibt, die direkt oder indirekt, außer Dienst ganz merkwürdig aufspecken.


        ‘Verschwörungstheorien’ (oder in doppelten Anführungszeichen, die Metaphorik betonend) sind in diesem Sinne womöglich, auch die Soziodynamik meinend, nicht direkte Verabredungen, wie oben bereits abgelehnt, sondern schon recht cool, um bestimmte soziodynamische Entwicklung zu beschreiben.

        MFG
        Dr. Webbaer

  10. Noch ein kleines Erlebnis von mir. Ich habe an diesem Dienstag die Podiumsdiskussion hier auf scilogs angesehen. Am Mittwoch hörte ich von einer Bekannten vom Thementag Verschwörungstheorien auf Bayern 2. Wer sich dafür interessiert kann ja im Internet vorbeischauen.

    Noch eine kleine Bemerkung zum Thema dieses Artikels: Eines der bekanntesten Argumente in Verschwörungstheorien ist “Cui Bono”. Dieses soll Cicero im Rahmen eines Mordprozesses vorgebracht haben. Allerdings weiß ich nicht, welche Verschwörungstheorien in der Antike dieses Argument verwendeten.

  11. Einer der Hauptgründe für Verschwörungstheorien ist die Existenz realer Verschwörungen. Weil diese ein probates Mittel der Politik sind, halten viele Menschen, Verschwörungen für möglich: Und das auch nicht zu unrecht. Aus einer Theorie kann auch ganz schnell Praxis werden, wenn neue Fakten offengelegt werden. …oder umgekehrt.

    • Viel häufiger als Verschwörungen sind Beziehungsnetze an der Grenze zur Korruption, etwas was man auch Filz oder Nepotismus nennt. Nach aussen wird vorgegeben, der Öffentlichkeit zu dienen, in Wirklichkeit geht es um Eigeninteressen einer Gruppe. Echte Verschwörungen sind im Vergleich dazu eine grosse Ausnahme, denn Verschwörer können niemandem trauen – auch nicht Mitverschwörern.

      • @Martin Holzherr

        “… denn Verschwörer können niemandem trauen – auch nicht Mitverschwörern.”

        Das erinnert mich an die Reaktionen auf die Frage an den / die Kollegen: Was steht denn auf deiner Gehaltsabrechnung? 😂

  12. @Rudi Knoth

    Jede Form der Kritik kann kennt auch ihr pauschales Extrem, stimme zu. Der Begriff der “Lückenpresse” sagt allerdings nur aus, daß nach Meinung seiner Benutzer Dinge weggelassen werden, das ist kein Vorurteil.

    @Martin Holzherr

    Ohne Zweifel gibt es einen linken Antisemitismus, und gar nicht so wenig. Es gibt aber Tendenzen, diesen zu nutzen, um der gesamten Linken AS zu unterstellen, meist durch unsaubere Verwendung des Begriffs “die Linken”.
    Das ist eine politisch verwerfliche Nutzung mit dem Ziel der Diskreditierung linker Inhalte, die nichts zu tun hat mit einer vielleicht überzogenen Vergangenheitsbewältigung. In Deutschland stehen dafür Götz Aly oder Michael Wolfssohn, sowie zahlreiche, regelmäßige Versuche, Kritik an israelischer Politik oder Verständnis für Palästinenser einfach gleichzusetzen mit AS. Davon sind dann allerdings nicht nur Linke betroffen .

    • Ja DH, warum nur unterstellen wir andern immer wieder die schlimmsten Motive, warum versuchen wir andere zu diskreditieren? Antwort: Weil wir Feinde brauchen, weil politisch wirksam sein zu sein oft bedeutet, ein negatives Gegenbild aufzubauen. Wer etwas ganz anderes will, spricht oft sogar von der Gegenwart als Dystopie. Doch vielleicht lässt sich das gar nicht vermeiden und verhindern. Es genügt vielleicht schon, wenn einige einen kühlen Kopf bewahren und nicht einfach zurückkeilen.

    • Was Sie schreiben ist sicher richtig und Medienkritik muss auch nach meiner Meinung nicht automatisch zu VTs führen. Dazu muss ich zur Erklärung ein persönliches Erlebnis anführen.

      In einer kleinen Gesprächtrunde unterhielten wir uns über Fälle fehlerhafter Berichterstattung in den Medien. Möglicherweise sind Ihnen auch solche Fälle bekannt. Im Rahmen dieses Gespräches kam dieses auf eine medienkritische Seite. In dieser Seite wurde auch eine der 9/11-Vts genannt und als richtig beschrieben.

  13. Pingback:Umleitung: Sprengsignale – „Nach dem dritten Hornsignal ist das Schießen beendet! dreimaliges Kurzes Blasen“ | zoom

  14. “… alt wie die Menschheit”

    weil Mensch, trotz Vernunftbegabung, seit der “Vertreibung aus dem Paradies” (Evolutionssprung / Mutation) im geistigen Stillstand das “Individualbewusstsein” bei gleichermaßen Bewusstseinsschwäche in Angst, Gewalt und auf stets systemrationaler Sündenbocksuche pflegt – solange Mensch also Konfusion in Überproduktion von Kommunikationsmüll betreibt, sind Fragen nach Alien 👽 so sinnvoll, wie der Glaube an ein “gesundes” Konkurrenzdenken im nun “freiheitlichen” Wettbewerb um ..!? 😎

  15. ALLES ist Verschwörung, in dieser Welt- und “Werteordnung”!
    Wenn ich also, mit meiner Teilnahme an der “sozialen” Marktwirtschaft, einen Nutzen daraus habe, dann bin ich nicht nur korrumpiert bis in die Abgründe meiner möglichen Seele, dann bin ich aktiver Mitverschwörer, für arm & reich, Ausbeutung & Unterdrückung, Krieg & “Frieden” – da ist der Hinweis auf die Fehlentwicklung einer Hierarchie nach der “Vertreibung”, anstatt eines zweifelsfreien und geistig-heilenden Verantwortungsbewusstseins ALS MENSCH, nur eine billige Ausrede. 😎

    Aktuell bin ich gespannt, ob die medial-gesteuerte Diskussion, um die Beteiligung des mächtigsten Mannes an / in einer “kriminellen Verschwörung, zum großen “Köpferollen” bei den Republikanern führen darf / wird, denn da ist ja offenbar seit Jahrzehnten deutlich was nicht sein soll, aber (gewohnheitsmäßig) darf.

    Es wird wohl eher wieder das große “Unter die Tische kehren”, wenn die Sündenbockfunktion durch genügend Druck (und Schmiergeld?) an den Mann gebracht wurde!? 😎

  16. Meine Hypothese geht so:
    Der Mensch hat, wie andere Tiere auch, ein angeborene Suche nach einem Ursache-Wirkung-Schema. Hört man ein Rascheln und sieht ein Tier, hat man eine einfache Lösung. Auch wenn der Kumpel es nicht gehört hat und gefressen wird, ist alles klar.
    Wird der Kumpel vom Blitz erschlagen, wird es kompliziert. Wer hat den Blitz geworfen und warum wird er getötet, aber nicht aufgefressen?
    Für solche komplizierten Fälle findet man dann virtuelle Lösungen in Bildern von Gott, Teufel, CIA, KGB, Jude, Illuminat, Bilderberger,…
    Wenn in einer säkularisierten Welt die Verschwörungsmythen mit Gott und Teufel, aka Religion, wegfallen, werden die anderen natürlich sichtbarer.

  17. Da ich annehme, dass die gewohnheitsmäßigen Wohlstandsmenschen SEHR WOHL die eindeutige Wahrheit und die nötigen Konsequenzen kennen, fordere ich auf, zu einer Kommunikation die sich AUSSCHLIESSLICH auf eine andere / wirklich demokratische Weltordnung konzentriert, OHNE … – die gewählten und kapitalistisch-installierten “Experten / Verantwortungsträger” werden SICHER NICHT damit anfangen der reinen Vernunft nach zu handeln, solange …!

    Mal ehrlich, geht es in diesem “Wissenschaftsblog” nicht viel mehr um populistisch-egozentrierte Aufmerksamkeit, anstatt …?

    Ist das hier nicht AUCH eine extrem verachtenswerte Verschwendung von Zeit, Energie und Ressourcen?

  18. hto,
    ……..Ist das hier nicht AUCH eine extrem verachtenswerte Verschwendung von Zeit, Energie und Ressourcen?
    Das glaube ich nicht, obwohl es eine Krux ist.
    Durch diesen Widerspruch müssen wir hindurch, wenn wir “Besseres” ersehnen.

  19. @Martin Holzherr

    Gehört zum Leben dazu, sehe ich ähnlich, und keiner von uns kann sich vollständig davon freisprechen. Es ist allerdings auch eine Frage der Dosis, wenn zuviele Teile und Mitglieder einer Gesellschaft das Feindbild zum Prinzip erheben, wird’s heikel.

    @Rudi Knoth

    Auch in öffentlichen Debatten gibt’s das immer wieder, der “Applaus von der falschen Seite”. Kein Anlaß, eigene Meinungen nur deshalb zu ändern.
    Dazu gibt’s auch den treffenden Satz “Weil auch Hitler zugestimmt hätte, daß zwei und zwei vier ergibt, ist das kein Grund, die Mathematik zu ändern”.

  20. “… alt wie die Menschheit.”

    Anthropologe: “Als Mensch anfing seine Toten zu bestatten, wurde Mensch zum Mensch.”

    hto: Als Mensch aber anfing auch daraus ein GESCHÄFT zu machen, waren Feindbilder und … in der “Verschwörungs-Theorie Nr. 1” zur anscheinend unabänderlichen Praxis MANIFESTIERT!?

  21. Pingback:Psiram » Psirama – Der Psiram-Wochenrückblick (KW25, 2017)

  22. hto,
    ….als Mensch anfing seine Toten zu bestatten…..
    das ist ein wichtiges Kriterium für die Trennung von Tier und Mensch.
    ….ein Geschäft daraus machen.
    wenn du damit die Benachteilung anderer Menschen meinst, stimmt das auch.
    Menschen sind soziale Wesen. Und sie sind aber auch gleichzeitig Nahrungskonkurrenten.
    Und bei der Partnersuche sind sie auch Konkurrenten.
    In diesem Spannungsfeld lebt Mensch. Wie willst du dieses Spannungsfeld aufheben?

  23. Pingback:Behold a Pale Horse (was erzählen eigentlich die Verschwörungstheoretiker, und wieso) – x2b3

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