Offline! – Wann stirbt das Internet?

BLOG: Gedankenwerkstatt

die Psychologie irrationalen Denkens
Gedankenwerkstatt

Ich gebe zu, mein neues Buch Offline! ist nicht unbedingt eine rein erbauliche Lektüre. Schließlich sage ich darin das Ende der Informationsgesellschaft voraus, und das nicht etwa in einer Million Jahre, sondern in diesem Jahrhundert. Warum das? Eigentlich ganz einfach: Wir kümmern uns einfach viel zu wenig um die Grundlagen unserer technischen Zivilisation, im Gegenteil, wir zerstören sie.

Bis zum Ende des Jahrhunderts könnte die Anzahl der Menschen von jetzt 7 Milliarden weniger als 3 Milliarden schrumpfen und die Zivilisation auf den Stand des 19. Jahrhunderts zurückfallen.

 

Grüter, Thomas: Offline! Das unvermeidliche Ende des Internets und der Untergang der Informationsgesellschaft.
266 S. 2 Abb. ISBN 978-3-642-37736-5. Erschienen bei Springer Spektrum.

Es erscheint uns selbstverständlich, dass die Deckenlampen aufflammen, wenn wir den Lichtschalter betätigen, oder dass warmes und kaltes Wasser fließt, wenn wir den Wasserhahn aufdrehen. Mit dem Internet sind bunte Bilder und Nachrichten aus aller Welt sind stets verfügbar, mit einem Smartphone sogar an fast allen Orten. Die Wikipedia versammelt das Wissen der Welt, und sogar wissenschaftliche Veröffentlichungen zu fast allen Themen kann man nach einer kurzen Recherche am Computer lesen.

Bald soll das Internet unser gesamtes Leben steuern. Smarte Häuser, selbstfahrende Autos, und eventuell sogar Rechner mit annähernd menschlicher Intelligenz sind in Aussicht gestellt. Die Verteilung des elektrischen Stroms wird europaweit über eine filigrane Internetstruktur geregelt, sodass Millionen von Solarzellendächern und von Windkraftanlagen optimal ausgenutzt werden. Stromverbraucher wie Waschmaschinen oder Industrieanlagen können zentral an- oder abgeschaltet werden, um den Verbrauch an das Angebot anzupassen.

Universitäten haben angefangen, Kurse, Seminare und Vorlesungen über das Internet zu übertragen, die chronische Raumnot der Hochschulen könnte bald ein Ende haben. GEnau genommen brauchen Hochschullehrer in Zukunft nicht einmal mehr ein Büro, ein Heimarbeitsplatz genügt.

Staaten wie Schweden oder Kanada haben bereits überlegt, das Bargeld abzuschaffen. Man bezahlt nur noch per Karte oder Handy. Schwarzgeld gehört damit der Vergangenheit an, und es wird sehr schwer, Steuern und Sozialabgaben zu hinterziehen.

Das sogenannte Internet der Dinge (IoT – Internet of Things) wird schon bald alle möglichen Geräte, Objekte und Waren mit einem Chip versehen und über das Internet zusammenschließen. Der Kühlschrank einigt sich dann mit dem Herd, was gekocht werden soll und bestellt die Zutaten im Internet.

Vielleicht haben die Menschen schon in einigen Jahren einen Gesundheits-Chip implementiert. Er misst dann ständig den Herzschlag und andere Vitalparameter. Sobald er Gefahr wittert, schlägt er Alarm. Natürlich hat er auch die gesamte Krankengeschichte gespeichert, sodass jeder Arzt sofort feststellen kann, ob ein Patient chronisch krank ist oder genetische Risikofaktoren hat.

Noch hört sich das alles wie eine Sammlung moderner Märchen an. Viele werden jetzt an berühmten Satz des Science-Fiction-Autors Arthur C. Clarke denken: „Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden.“

Das Ende der technischen Magie

Aber wie stabil ist diese Entwicklung? Die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts bot ideale Bedingungen für den schnellen technischen Fortschritt. Sie war weitgehend frei von großen Naturkatastrophen. Hungersnöte traten ab den siebziger Jahren nur noch im Gefolge von regionalen Kriegen auf, Weltkriege hat es seit 1945 nicht mehr gegeben.

Wir können nicht erwarten, dass auch das 21. Jahrhundert so ungetrübt weitergeht. Deshalb habe in meinem aktuellen Buch Offline! die Frage aufgeworfen, ob das Internet auch eine größere Katastrophe unbeschadet überstehen wird. Was geschieht, wenn wir irgendwann die Rechnung für die ständige Übernutzung der weltweiten Ressourcen zahlen müssen? Wenn der Klimawandel zu weltweiten Überschwemmungen und Hungersnöten führt?

Das Ergebnis ist so eindeutig wie deprimierend: Nach zwei Dekaden absoluter Dominanz des Internets wird das weltweite Kommunikationsnetz wahrscheinlich zerreißen. Dieser Niedergang kann unsere gesamte Lebensweise zerstören, wenn wir keine Vorsorge treffen. Ist das nicht etwas übertrieben? Werfen wir einen näheren Blick auf die Problemfelder:

1. Anfälligkeit von Infrastrukturen

 Noch nie in der Geschichte der Menschheit hat ein so umfangreiches Netz von unsichtbaren Versorgungssystemen existiert – und noch nie waren wir so abhängig davon. Aber das unsichtbare Netz von Stromkabeln, Wasserrohren, Abwasserkanälen und Kommunikationsleitungen ist nicht für die Ewigkeit konstruiert. Es muss ständig erneuert werden. Während die Kupferkabel der Stromleitungen Jahrzehnte halten, sind die Funktionselemente der neuen digitalen Netze extrem kurzlebig. So hängt das GPS an 24 Satelliten mit einer Lebensdauer von jeweils 10 Jahren. Wenn der Nachschub nur zwei Jahre ausbleibt, wäre es mit der einfachen Positionsbestimmung vorbei. Außerdem sind die zentralen Einrichtungen des Internets verwundbarer als man annehmen sollte.

2. Störungen des Welthandels

 Das Internet, die moderne Computertechnik und die digitale Kommunikation sind ein Ergebnis weltweiter Rohstoff- und Produktströme. Der Kontinent Europa wäre allein nicht in der Lage, den gegenwärtigen Stand der Digitaltechnik aufrecht zu erhalten. Was aber geschieht, wenn ein größerer Krieg ausbricht, der die Handelsnetze zerreißt?

3. Verlust von Wissen und Fähigkeiten

 Wissen ist vergänglich, ja, es zerfällt sogar mit atemberaubender Geschwindigkeit. Ein Beispiel: Mindestens 99% aller Werke der Antike sind in den chaotischen Jahren zwischen 300 und 600 verloren gegangen. Es könnte im 21. Jahrhundert sogar noch schlimmer kommen: Während Bücher und Schriftrollen Jahrhunderte lang lesbar bleiben, überstehen digitale Datenträger kaum ein Jahrzehnt. Darüber hinaus verändern sich innerhalb weniger Jahrzehnte die Dateiformate bis zur Unleserlichkeit. Uns droht ein digitales dunkles Zeitalter.

4. Die Weltwirtschaft, ein Pyramidenspiel

 Die Weltwirtschaft muss ständig wachsen, wenn sie stabil bleiben soll. Unternehmen investieren nur, wenn sie mehr Gewinn erwarten. Irgendwann muss die Wirtschaft aber einbrechen, endloses Wachstum ist unmöglich. Dann sind die riesigen Fabriken für Chips, Festplatten oder Handy plötzlich unrentabel. Sollte die Produktion aber plötzlich einbrechen, wären wir bald in Schwierigkeiten, denn die heutigen Hightech-Produkte leben nur wenige Jahre. Schon nach zwei bis drei Jahren wären GPS, Handynetz und Internet kaum noch funktionsfähig.

Wenn die Informationsgesellschaft überleben soll, dürfen in den nächsten 50 Jahren kein Weltkrieg, keine verheerende Naturkatastrophe und keine große Krise der Weltwirtschaft auftreten. Die Auswirkungen der Klimaveränderungen dürfen nicht zu weltweiten Hungernöten oder Epidemien führen. Die Übernutzung der Ressourcen darf nicht zum Problem werden. Zusammengenommen brauchen wir deutlich mehr Glück, als wir realistischerweise erwarten dürfen.

In meinem Buch warne ich nachdrücklich davor, das Internet zum Rückgrat unserer gesamten Lebensweise zu aufbauen, solange keine Reserven für Notfälle anlegt sind. Das Diktat der Kostenoptimierung erzwingt aber ein System ohne größere Rücklagen, das bei größeren Katastrophen sehr schnell auseinander fällt. Wir errichten immer neue digitale Strukturen, ohne uns um die Fundamente zu kümmern. Wenn dieses Gebäude an einer Stelle Risse bekommt, könnte es zusammenstürzen. Dann verlieren wir mehr als nur das Internet. Unsere gesamte Lebensweise wird vernichtet. Wirtschaft, Verwaltung, Gesundheitswesen und Universitäten sind kaum noch arbeitsfähig. Ein Großteil unseres technischen Wissens wird verloren gehen.

Wer es genau wissen will, sollte die Beweisführung in meinem Buch nachlesen. Ich lasse mich übrigens gerne widerlegen, ja, um ehrlich zu sein, würde ich hier lieber falsch liegen als recht haben. Also: Strengt Euch an!

Thomas Grüter

Veröffentlicht von

www.thomasgrueter.de

Thomas Grüter ist Arzt, Wissenschaftler und Wissenschaftsautor. Er lebt und arbeitet in Münster.

48 Kommentare

  1. Feedback

    So pessimistisch kennt Ihr Kommentatorenfreund Sie noch gar nicht.

    Sich explizit wenig anstrengend soll nur kurz hierzu nachgetragen werden:

    Während Bücher und Schriftrollen Jahrhunderte lang lesbar bleiben, überstehen digitale Datenträger kaum ein Jahrzehnt. Darüber hinaus verändern sich innerhalb weniger Jahrzehnte die Dateiformate bis zur Unleserlichkeit. Uns droht ein digitales dunkles Zeitalter.

    Datenträger wie CDs haben mittlerweile schon, bestimmte Ansprüche und Auswahl zugrunde gelegt, eine Lebensdauer von mehreren Jahrhunderten, 3D-Drucker sind nicht weit davon 3D-Drucker bauen zu können und auch das Print ist insofern geeignet zur Persistenz, weil es OCR-basiert digitalisiert werden kann und das gar nicht mal so schlecht.

    Über die Lochkarte geht natürlich nichts.
    🙂

    Sie haben EMP-Angriffe im Visier, gell.

    BTW, im Artikel fehlte das Zauberwort: Kultur.

    MFG
    Dr. W

  2. ‘Im Englischen [1] wie im Deutschen spricht man wohl Off-line.’

    Eijeijei.
    Prüfen Sie doch erstmal, Herr Ano Nym.

    MFG
    Dr. W

  3. Obituary; he will be offline forever

    Offline ist jetzt schon fast zum Synonym für den Tod geworden. In Zukunft werden Sterbeunwillige wohl online bleiben indem sie einen Avatar damit betrauen ihr Leben weiterzuführen.

    Weil das Internet (bis auf ein paar Rootserver) dezentral aufgebaut ist, ist es weit weniger verwundbar als in der obigen Vision dargestellt. Der wichtigste Grund warum unsere technische Zivilisation weit weniger gefährdet ist als oben dargestellt liegt in wesentlichen Eigenschaften der Menschenrasse selbst. Diese Eigenschaften wiederspiegeln sich zunehmend in der von Menschen geschaffenen Technologie. Menschen sind in einem hohen Grad autonom, anpassungs- und lernfähig und zugleich sozial. Die heutige Technik scheint wenig stabil weil ihre Komponenten immer kurzlebiger werden. Doch diese Dynamik wiederspiegelt nur die Dynamik des autonomen, intelligenten und lernbereiten Menschen selbst. Ich sehe also eher biomorphe Elemente in unsere Technik eindringen als dass ich sie in Abhängigkeit von ein paar wenigen Technikern und Wissenden sehe. Zukünftige Technik wird “selbstheilend” sein wie der menschliche Körper. Sie wird sogar in “Time-Capsules” abgelegt werden, aus denen sich das Wissen und die Technik einer bestimmten Zivilisations- und Technologiestufe regenerieren lässt. Dies ist als Zukunftsvision gemeint und damit erst in ferner Zukunft aktuell.

    Warum aber sehe ich sogar in den nächsten Jahrzehnten die oben skizzierte Gefahr nicht? Weil die Technik, die unser Leben beherrscht jederzeit und an vielen Orten reproduziert wird. Reproduziert von Menschen in Zivilisationen, die auf die gleiche technische Stufe kommen wollen auf der sich der Westen schon befindet: Deshalb gibt es ein russisches (GLONASS) und ein chinesisches Netz von GPS-Navidationssatelliten. Sogar die Europäer bauen nun einen GPS-Klon, nämlich Galileo.

    Etwas stimmt schon an der obigen Vision des Autors: Alles dynamisiert und beschleunigt sich und Bemühungen Dinge für Jahrhunderte festzuhalten und zu dokumentieren wirken in diesem Umfeld beinahe exotisch und abwegig. Aber sogar das gibt es. Als kulturelle Idee beispielsweise im Projekt Long Now, im Bereich der Speicher durch Ideen wie man Daten über Tausende oder gar Millionen von Jahren aufbewahren kann. Dass Daten hunterttausende von Jahren überstehen können wissen wir durch die Rekonstruktion des Neandertaler-Genoms. DNA wäre also ebenfalls ein guter Langzeitspeicher.

    Trotzdem gehe ich mit dem Autor in einem Punkt einig: Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Grossteil der irdischen Zivilisation in den nächsten 50 bis 100 Jahren vernichtet wird schätze ich auf über 50 Prozent. Der Grund dafür ist einfach: Die technische Potenz nimmt ständig zu und zwar nicht nur die technische Potenz grosser Staaten und Organisationen sondern sogar die von Individuen. Während ein Atomkrieg heute noch als Backbone einen ganzen Staat benötigt, könnte “morgen” schon ein einzelner Biotechniker ein Virus freisetzen, welches alle Menschen, die nicht isoliert leben, dahinrafft.
    Dass ein solches Szenario alles andere als an den Haaren herbeigezogen ist, kann man nachvollziehen, wenn man folgendes berücksichtigt: Heute gibt es weniger als 10 Staaten mit Nuklearwaffen. Trotzdem gab es mehrere Beinaheunfälle in den Jahrzehnten seit ihrer Existenz. “Morgen” (in 20 bis 40 Jahren) könnte es 100’000 Biochemiker/Genetiker geben, die in der Lage sind ein Killervirus herzustellen – und das in einem eigenen kleinen, nicht einmal extrem teuren Labor.

    Ein Ereignis, welches einen Grossteil der technischen Zivilisation zerstört ist also möglich und wird immer wahrscheinlicher. Aber es wird Überlebende geben (wenn vielleicht auch nur auf der ISS oder dem Mars) und die werden gerade dank moderner Technologie, die immer mehr in die Hand des Einzelnen legt (wie 3-D-Printern, Home-DNA-Labs, Digitalen Archiven etc.), die technische Zivilisation wiederbeleben.

  4. Hat Daniel Suarez schon 2011 gesagt

    “Die Konsolidierung der Landwirtschaft, der Medien, des Finanzwesens, der Telekommunikation, des Energiesektors et cetera in Großunternehmensstrukturen hat weite Teile des „Fettpolsters“ unserer Infrastruktur abgeschmolzen, die Profite erhöht und das Management zentralisiert. Doch solche „Fettpolster“ haben in der natürlichen Welt eine wichtige Funktion – sie helfen dem Organismus, plötzlich auftretende Probleme zu überleben.”
    (http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/digitales-denken/gespraech-mit-daniel-suarez-wir-werden-mit-system-erobert-14089.html)

  5. Beware the Man

    Das Gebiss macht aus einem Hundeartigen eine Wolf, geeignete Technik aus einem Schlappschwanz einen Terroristen oder gar Menschheitskiller.

    Gerade in den letzten Jahren und Monaten ist die Ansicht herangereift, dass man Dinge wie Flugzeug-, Zug- oder sogar Autofahren nicht einem menschlichen Wesen mit seinem Hang zu Fehlern, zu Unachtsamkeit und zu Emotionen zur falschen Zeit am falschen Ort überlassen sollte. Die Technik soll das autonom machen um die Sicherheit der Mitmenschen zu erhöhen. Ebenso wächst in Europa nach jeder Gewalttat eines rückfälligen Verbrechers der Ruf nach dauerhafter Korrektur, vielleicht in Form einer chemischen oder echten Kastration oder in Form eines implantierten Chips.

    Die Prognose ist sicher nicht gewagt, dass man dem Menschen immer weniger, der Technik aber immer mehr zutrauen wird. Politiker, die viel versprechen, nichts halten und ein Land in eine auswegslose Lage bringen. Er kennt das nicht? Aber warum soll man sich das antun? Wenn es doch schon bald eine smarte und autonome ICT-Welt gibt, die Entscheidungen in einem Gemisch von der Crowd abgelauschten Ideen, Haltungen und Weltsichten und einer “höheren” Einsicht im Sinne einer einprogrammierten Finalität, für uns treffen kann.
    Das von mir im Vorgängerkommentar schon erwähnte Empowering des Einzelnen durch Technik birgt ebenso sehr viele Gefahren für die Allgemeinheit. Diese Allgemeinheit wird deshalb über die totale Überwachung wie sie uns der NSA-Skandal als bereits halbwahr gewordene Vision sichtbar gemacht hat, später sogar froh sein – und mehr davon fordern.

    Das also ist ebenfalls eine mögliche Zukunft: Die Gesellschaft als Chimäre und Amalgam von menschlicher und künstlicher Intelligenz mit eingebauter, für den einzelnen kaum spürbarer Verhaltenslenkung.
    In einer solchen Zukunft wird es wohl verstecktes Herrschaftswissen über die matchentscheidenden Technologien zur Lenkung der Welt geben weshalb ein Machtzusammenbruch – aufgrund eines Aufstands z.B. – bedeutet, dass auch das Wissen um die Lenkung und Instandhaltung der Technik verlorengeht. Obwohl so eine Welt weit sicherer vor gefährlichen Individuen wäre, wäre sie aufgrund der versteckten Hierarchie dennoch höchst verwundbar.

    Eine Vorstellung wie eine solche AI-gelenkte, scheindemokratische, posthumane Gesellschaft funktionieren könnte, gibt in der Tat der bereits von Georg Caltern verlinkte Artikel Wir werden mit System erobert

  6. Unterhaltungsmedium

    Nun ja… noch eine Endzeit-Prophezeiung… gähn. Bricht Internet zusammen… werden vielleicht nur mehr Babys gezeugt…

    Jede elektronische Anlage funktioniert in erster Linie autonom. Z.B., Computer oder Handy sind ohne Internet funktionsfähig. Fabriken oder Kraftwerke sind ohnehin von den Leuten gesteuert. Na ja, sie brauchen allerdings eine Beschäftigung während der Mittagspause… Sie schreiben dem Internet zu große Bedeutung zu. In Wirklichkeit ist es vor allem ein Unterhaltungsmedium.

    • Da gehen sie ein wenig zu naiv heran. Das ein Handy und ein Computer zunächset einmal autonom funktionieren ist auf jeden Fall richtig. Auch das eine Fabrik und ein Kraftwerk ohne Internet funktioniert ist richtig. Was aber ohne Internet undenkbar ist ist unser gesamter globaler Handel. Selbst wenn das Internet Intakt ist und die Wirtschaft bzw. die Finanzwelt in der Krise steckt sterben Millionen Menschen mehr auf der Welt. Ich kann mir kaum ausmalen was passiert wenn das ganze Internet zusammen brechen sollte…..woran ich aber zunächst auch erstmal nicht dran glaube. Auch Kraftwerke werden heute so vermute ich mal über das Internet koordiniert. Kann ja nicht jeder soviel Saft in die Leitungen Pumpen wie er will. Die Liste wird eigentlich noch sehr viel länger……. im Grunde yeigt es nur, dass sie noch gar nicht begriffen haben wo wir heute sind und wie sensible alles geworden ist. Frueher konnte man mit primitiven Methoden alles am laufen halten. Doch das Wissen ist großteils am verschwinden. Jedenfalls in den Industrialisierten Ländern.

  7. Enthusiastische Rechtfertigung des NSA

    @ Martin Holzherr schrieb:

    “Trotzdem gehe ich mit dem Autor in einem Punkt einig: Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Grossteil der irdischen Zivilisation in den nächsten 50 bis 100 Jahren vernichtet wird schätze ich auf über 50 Prozent. Der Grund dafür ist einfach: Die technische Potenz nimmt ständig zu und zwar nicht nur die technische Potenz grosser Staaten und Organisationen sondern sogar die von Individuen.”

    Quer gelesen, sind Ihre alarmistischen Ausführungen eine enthusiastische Rechtfertigung der heftig in die Kritik geratenen Aktivitäten des amerikanischen Geheimdienstes NSA.

    Vielleicht sollten Sie sich da als Pressesprecher bewerben.

  8. @Geoman:Überwachte Räume erwünscht.

    Nirgends gibt es so viele Kameras wie in London und wie überhaupt in Grossbritannien. Auf 32 Briten kommt eine Überwachungskamera. Und trotzdem sind es für einige Briten immer noch zuwenig, fühlen sie sich doch in unüberwachten Gebieten unsicher.
    Ich kann mir gut vorstellen, dass in naher Zukunft, wenn fast alle mit einer Google-Brille herumlaufen, viele auf die andere Straßenseite wechseln, wenn Ihnen die Gesichtserkennungssoftware nicht Namen und weitere Angaben zu einer entgegenkommenden Person einblendet, weil dies bedeuten kann, dass diese Person etwas zu verbergen hat.
    Dass die NSA-Affäre nicht größere Wellen geschlagen hat, hat auch damit zu tun, dass viele letztlich doch mehr Sicherheit für sich selbst, erreicht durch noch so fragwürdige Methoden, begrüßen. Welcher rechtschaffene Bürger glaubt schon, dass die NSA Erkenntnisse sich gegen seine Person richten.

  9. Fallhöhe

    Sie fabulieren darüber, dass Einzeltäter, gesponsert vom technologischen Fortschritt, die halbe Menschheit ausrotten und versuchen mit allgegenwärtigen Londoner Überwachungskameras von der Konsequenz Ihres autokratischen Fabulierens abzulenken.

    Wie heißt es so schön, wer sich – so wie Sie – weit aus dem Fenster lehnt, sollte vorher prüfen, ob er der Fallhöhe gewachsen ist.

  10. Die NSA

    könnte letztlich die Rettung des Internets sein.

    MFG
    Dr. W (der insbesondere auch den aggressiven Geoman grüßt – dieser Artikel macht aggressiv, gell?)

  11. @Geoman: Das Fiktive ist alles Denkbare

    Vieles was denkbar ist und gedacht plausibel oder mindestens möglich erscheint, passiert auch. Laurie Anderson äußerte sich in einer Reportage über New York über die Bedeutung des WTC und dass es ein Ziel von Angriffen werden könnte. Und das lange vor 9/11. Was einige sich vorstellen können, können viele sich vorstellen – und hin und wieder passiert es auch.

  12. Internet = Unterhaltungsmedium?

    Computer sind ohne Internet bessere Schreibmaschinen und Handys können sich ohne Internet nur mit ihrer Basisstation “unterhalten”. Falls die Basisstation ohne Internet noch Strom haben sollte, denn die Steuerung der Stromnetze läuft ebenfalls über das Internet, eine eigene Infrastruktur wäre viel zu teuer.
    Fabriken stehen im Zeitalter der Just-in-Time-Anlieferung von Bauteile ohne Internet mangels Bauteilen in kürzester Zeit still.

    Soviel zum Thema Internet = Unterhaltungsmedium.

    Und das real existierende Internet ist schon lange nicht mehr redundant. Die Kosten dafür sind schon lange dem Shareholder Value geopfert worden.

  13. @Caltern:Internet als Operationsmodell

    Das Internet als physisches Ding aufzufassen, welches (Zitat)“schon lange nicht mehr redundant” ist, wird der Realität nicht gerecht. Es gibt nicht nur das globale Internet, es gibt unzählig viele Intranets, also Firmennetzwerke, die nach den gleichen Prinzipien wie das Internet aufgebaut sind.

    Wenn man unter dem Internet das globale Netz versteht mit welchen man von jedem Punkt der Erde mit Internetanschluss auf Server in den USA, beispielsweise New York zugreifen kann, dann lässt sich klar sagen, dass ein solches Internet zwar nützlich ist, aber nicht zwingend notwendig um unsere technische Zivilisation am Laufen zu halten. Die Chinesen betreiben ihr eigenes Netz, in das bereits Protokolle eingebaut sind, welche eine bessere Überwachung des Internetverkehrs zulassen. Wenn die Verbindung zum ausserchinesischen Netz zusammenbricht, so kann das chinesische Netz weiterarbeiten.

    Das Internet ist vor allem eine bestimmte, nämlich dezentrale Art den Informationsaustausch und die Informationsverarbeitung zu realisieren. Die Vorstellung es sei so etwas wie ein reale, physische Brücke, die nach dem Zusammensturz kein sinnvolles Arbeiten mehr zulässt, ist falsch.

  14. Die Angst vor dem dunklen Mittelalter

    Es ist mir kein geschichtliches Ereignis bekannt, welches in der Vergangenheit eine wissenschaftliche Entwicklung komplett rückgängig gemacht hätte. Als Europäer haben wir immer die Vision von einem dunklen Mittelalter vor Augen, das es aber global nie gegeben hat. Das Argument, dass ein nächster Weltkrieg den technischen Fortschritt zunichte machen würde, halte ich für absurd. Im Gegenteil, die Geschichte der letzten beiden Weltkriege zeigt uns, dass Konflikte eher Treiber für den Fortschritt sind.

    Sollte eine fiktive globale Katastrophe wirklich die Zerstörungskraft haben das Internet komplett zu zerstören, dann wird sie wohl so groß sein, dass man sich um andere Dinge als das Internet Sorgen sollte.

  15. @Holger Schmitz

    Das Mittelalter ist in der Tat keine Zeit, vor der man Angst haben müsste. Aber es gibt in der Tat wissenschaftliche Erkenntnisse und technische Leistungen des Altertums, die schlicht verschwunden sind. Ein Beispiel ist der Mechanismus von Antikythera, ein mechanisches Rechenwerk mit einer Vielzahl von Zahnrädern. Es nutzt astronomisches Wissen, das später verloren gegangen ist. Es ist außerdem nicht überliefert, dass die Antike überhaupt Zahnräder kannte oder dass es Werkstätten gab, die Rechenwerke bauen konnten. Nicht nur die Fertigkeit ist in Vergessenheit geraten, sondern sogar die Tatsache, dass es sie je gegeben hat. Zweites Beispiel: Die römischen Legionsärzte hatten Gerätschaften, die auf eine sehr professionelle Behandlung von Verletzungen und Wunden schließen lassen. Sie war jedenfalls deutlich besser als in den tausend Jahren nach der römischen Zeit.
    Wir sollten also nicht zu sicher sein, dass wissenschaftliche Erkenntnisse auf jeden Fall überleben.
    Übrigens: Ihr Blog ist wirklich spannend. Den Beitrag über Hochzahlen, Wertebereiche und Wurzeln habe ich mit echtem Gewinn gelesen.

  16. @Thomas Grüter

    Die Tatsache, dass wir nur sehr fragmentarisches Wissen über die technischen Kenntnisse der Antike haben, sollte uns nicht dazu verleiten, anzunehmen sie wären komplett verloren gegangen. Vielleicht hat es kein Planetarium der Art des Antikythera Mechanismus gegeben, aber das Wissen über Zahnräder und Mechanik hat in China sehr wohl überlebt [http://en.wikipedia.org/wiki/Science_and_technology_of_the_Han_Dynasty].

    P.S.: Ich freue mich, dass Ihnen mein Blog gefällt. Ich muss gestehen, dass ich ihn nicht sehr aktiv betreibe. Das wird sich aber in Zukunft ändern.

  17. @Studierendenfutter

    Richtig, da fehlte ein s am Ende. Mit der Groß- oder Kleinschreibung von “Zwanzigsten” ist es nicht so einfach. Der Duden-Korrektor in meinem Textprogramm schlägt Großschreibung vor, der gedruckte Duden (26. Auflage) schweigt sich dazu aus. Der Online-Duden verwendet konsequent die Ziffern-Schreibung (20. Jahrhundert). Dem habe ich mich angeschlossen.

  18. Woher

    kommt eigentlich dieser Zukunftspessimismus bzw. wie ist dieser ideologisch begründet?

    So ist z.B. die Befürchtung, dass die Infrastrukturen [1] zu anfällig sind und Wissensverlust wegen Problemen mit der Datenträgerschaft droht, hier kaum nachzuvollziehen.

    Auch eine sich androhende allgemeine wirtschaftliche Abrauche, die sich bspw. jetzt in den Schuldenständen der Nationalstaaten ausdrückt, würde absehbarerweise und ohne wirklich an die Substanz zu gehen abgefangen werden können, denn dafür ist einfach schon zu viel an Vermögen da.

    Zudem scheint es dem Schreiber dieser Zeilen so, dass die allgemeine Anpassungsfähigkeit der Primaten unterschätzt wird, bspw. den Klimawandel betreffend, man müsste sich hier schon großflächig mit WoMDs zubomben, eine Möglichkeit, die weit fernliegender ist als bspw. vor 30 Jahren.
    Zudem haben auch die Russen ihre Kinder geliebt (Sting) und die Bärte werden sich erst einmal technologisch erheben müssen, was aber eben “wegen Bart” bzw. wegen dem sich anschließenden wissenschaftlichen Wesen unwahrscheinlich erscheint.

    MFG
    Dr. W

    [1] man ist hier sozusagen von Haus aus immer um die Ausfallsicherheit bemüht gewesen, die Technologie entstand ja gerade aus der Anforderungslage heraus, dass Stationen wegfallen

  19. 3 scenarios of civilisation collapse

    Thomas Grüter geht in “Offline” von einer grossen Verwundbarkeit unserer technologischen Zivilisation aus, wo schon mangelnder Unterhalt den Fortbestand gefährdet.

    Im folgenden möchte ich 3 Formen des Zivilisationszusammenbruchs unterscheiden, die jeweils unterschiedliche Ursachen haben.

    Grüters Degradations-Scenario
    Thomas Grüter nimmt an, dass ohne grösseres äusseres Ereignis unsere technische Zivilisation degradieren könnte, praktisch so wie eine nicht mehr unterhalten Brücke irgendwann zusammenbricht. Dies scheint mir durchaus für gewisse Nationen als Folge eines allgemeinen Niedergangs denkbar. Die Folgen des Zusammenbruchs der Sowjetunion waren der Verlust von technischen Fähigkeiten, was sich bis heute auswirkt, bleibt doch die russische Raumfahrttechnologie auf dem früheren Sowjetniveau stehen und zeigt sogar Zerfallserscheinungen. Allerdings war dies ein jahrehntelanger Prozess zu dem Isolation vom Rest der Welt gehörte. Ein solches Szenario ist momentan für die USA, China oder Europa kaum denkbar. Allenfalls könnte eine verschärfte Eurokrise viele Eurostaaten am Schluss vielleicht sogar ganz Europa in eine ähnliche Lage bringen. Auch in Japan könnte die hohe Verschuldung zu einer Krise mit folgendem Wachstumszusammenbruch führen.
    Weltweit wäre ein solches Degradationsszenario am ehesten noch als Folge eines Rohstoffmangels denkbar. Ein Rohölmangel als Folge von Nahostkriegen oder der Mangel eines anderen für unsere technische Zivilisation nötigen Rohstoffs könnte ein solches “Grüter”-Szenario einleiten. In nächster Zukunft scheint mir das eher unwahrscheinlich.

    Massive Extinction Event
    Weit wahrscheinlicher wäre ein weitgehender Technikverlust als Folge eines Massensterbens infolge von eingesetzten Massenvernichtungsmitteln. Am ehesten könnte das die Folge der Freisetzung eines Killervirus sein. Bei solch einem Ereignis könnte die Menschheit von heute 7 Milliarden auf 7 Millionen schrumpfen. Die Überlebenden hätten dann wohl andere Sorgen als den Weiterbetrieb des Internets. Die Chancen stehen aber nicht schlecht, dass eben doch sehr viel des erarbeiteten Wissens irgendwo zugänglich bleibt und die Menschheit in einem oder zwei Jahrhunderten wieder auf den alten technologischen Stand zurückfindet.

    Total Extinction Event
    Im Film A.I. von Steven Spielberg nach den Ideen von Stanley Kubrick ist die menschliche Zivilisation bereits sehr viel weiter entwickelt als heute und es gibt absolut überzeugende humanoide Roboter sowohl was ihren Intellekt als auch was ihre Emotionalität angeht. In einer Vision einer noch späteren Zukunft, die in diesen Film eingebettet ist, sind die Menschen verschwunden und intelligente Roboter übriggeblieben, die sich von der vergangen Ära des Menschen erzählen und Sätze sagen wie: “Die Menschen war irgendwie genial”. Doch kein einziger dieses genialen Menschengeschlechts ist übriggeblieben.

    Auch dieses Szenario halte ich für durchaus möglich. Doch in diesem Szenario wäre die Technik gerettet – nur nicht der Mensch, der diese Technik hervorgebracht hat.

    Fazit: Der Mensch kann sein Wissen und die damit geschaffene Technologie wieder verlieren. Am ehesten als Folge eines wirtschaftlichen Niedergangs bei plötzlich auftretendem Rohstoffmangel, aber auch als Folge von durch den Menschen selbst ausgelösten Massensterben. Es gibt aber auch die Möglichkeit, dass die technische Welt, die der Mensch geschaffen hat, weiterexistiert, nicht aber der Mensch – weil er sich selbst vernichtet hat oder von seiner selbst geschaffenen Technik vernichtet wurde.

  20. @ Holzi

    Wenn Sie Ihrem Kommentatorenfreund einen Gefallen tun wollen, dann verzichten Sie bitte demnächst auf: 1.) englischsprachige Überschrift 2.) fett dargestellte Ansatzüberschriften und 3.) auf das fett dargestellte Fazit.

    Da reißt jetzt womöglich etwas bei Ihnen ungünstig ein: Feedbackbereiche dienen nicht dem primären Nachrichtentum und der einzelne Kommentar darf auch gerne (absichtlich) schlaffer und unwürziger ausfallen als das Vorgefundene.

    MFG
    Dr. W

  21. Trotzdem

    bin ich optimistisch. Da muss tatsächlich etwas viel Schreckliches passieren bevor das Internet zusammenbricht. Schließlich wurde das Internet von amerikanischem Militär erfunden, damit im Falle eines Atomkrieges die Datenverbindung nicht lahm gelegt wird. Also, das Internet darf so standhaft sein wie kein anderes Ding überhaupt.

  22. IT-Spacken

    Sehr erfrischender Artikel in einer Zeit , in der man seit mahr als 20 Jahren mit der neuen Variante der Titanic , dem blinden Fortschrittsglauben in digitaler Form belästigt wird.
    Das gute Internet , daß jetzt mal eben die Naturgesetze außer Kraft setzt und alles übernimmt , diese Utopie wollen uns diese digitalen Vollspacken aufs Auge drücken , und dabei tun sie gerne einen auf liberal und supilocker .

    Das Gegenteil ist der Fall , das grenzdebile Geschwafel um soziale Netzwerke , die bis vor kurzem grassierende blinde Verehrung von apple , google und Co. , all das ist ein hochkapitalistischer Spiegel der Zeit und im höchsten Maße reaktionär.

    Völlig richtig , die eigentliche Revolution der Zukunft ist – wenn sie denn durchgeführt wird – die ökologische und nicht die digitale , und da sind nicht diese computerfixierten Milchbubis gefragt , obwohl die sich das immer noch erfolgreich einreden, nicht das digitale Wissen ist wesentlich für die Zukunft , sondern die Fähigkeit , mit Krisen klarzukommen.

    “Das Schiff gerät ins Schlingern , die Leichtmatrosen müssen jetzt von Bord und die Männer mit Bärten müssen ran.”

    Das hat Frank Rost vom HSV mal über eine Krise seines damaligen Vereins gesagt , es paßt aber auch zu diesem Thema.

  23. Grundsätzlich

    natürlich schon denkbar, dass eine, hmm, Reprimatisierung, beispielsweise dieser Bauart:

    Das gute Internet , daß jetzt mal eben die Naturgesetze außer Kraft setzt und alles übernimmt , diese Utopie wollen uns diese digitalen Vollspacken aufs Auge drücken , und dabei tun sie gerne einen auf liberal und supilocker .

    Das Gegenteil ist der Fall , das grenzdebile Geschwafel um soziale Netzwerke , die bis vor kurzem grassierende blinde Verehrung von apple , google und Co. , all das ist ein hochkapitalistischer Spiegel der Zeit und im höchsten Maße reaktionär.

    …ungünstig anleitend gewesen kann, die Publikationslage betreffend, der Schreiber dieser Zeilen möchte dies aber alle Münsteraner einschließend, hmm, ausschließen.

    Bis auf Weiteres natürlich nur.

    MFG
    Dr. W

  24. @DH: Internet und Fortschrittsglauben

    All die jungen Leute, die mit dem Internet aufwachsen, welches sie gar nicht als Internet wahrnehmen, sondern als Form des instantanen und mobilen Kommunizierens mit anderen Individuen und ganzen Gruppen von Peers, all diese Internetnutzer sind keine blind Forschrittsgläubigen, sonden einfach Menschen die in der Gegenwart leben.

    Dass unsere Konsumgesellschaft – oder besser gesagt die Firmen dahinter – alles kommerzialisiert, jede Regung, jedes Interesse aufnimmt und in Kaufanreize umsetzt, das gibt es nicht erst seit dem Internet. Das gab es schon zu Zeiten von Woodstock, zu Zeiten der Hippies also. Denn: Jeder darf glauben und denken was er will – solange er nur ein guter Konsument ist. Vor dem Konsum sind alle gleich. Seien sie nun Juden, Moslems oder Christen, Homosexuelle oder Heterosexuelle, Veganer oder Barbecue-Fans.

    Es mag sein, dass folgendes zutrifft: (Zitat) “nicht das digitale Wissen ist wesentlich für die Zukunft , sondern die Fähigkeit , mit Krisen klarzukommen.”
    Doch machen wir uns nichts vor, welche Generation hat denn gelernt mit Krisen klarzukommen. Die Generation unserer Väter und Vorväter hat zwar Krisen durchgemacht, aber gut gemanagt haben sie sie nicht. Sie haben es wohl nicht besser gemacht als das die heutige Generation machen wird – wenn denn eine Krise naht.

  25. Antike und Mittelalter

    Doch, es gab einen zivilisatorischen Einbruch zwischen Antike und Mittelalter und das ist einer der Gründe, warum das Thema “Untergang” im kulturellen Bewusstsein des Abendlandes verankert ist. Daher kommt ja auch die Epocheneinteilung in Antike, Mittelalter und Neuzeit.
    Am Ende der Antike ist nicht nur ein Staat zusammengebrochen, sondern auch die Infrastruktur des Reiches und der Städte, Bibliotheken, Aquädukte, öffentliche Nahrnugsmittelvesorgung in Rom, Unterhalt öffentlicher Bauten, Literalität, Verwaltungskenntnisse, technische Kenntnisse (z.B. Beton) … Die Liste kann verlängert werden.
    Das ging nicht auf einem Schlag, aber mit vielen kleinen und größeren Schlägen und die Historiker der Neuzeit haben sich daran abgearbeitet, den Untergang des Römischen Reiches zu erklären,z.B. Gibbon.

    Ein andere Grund für das Thema “Untergang” ist sicherlich auch die christliche Apokalyptik.

    Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass die von Herrn Grüter angesprochenen Sorgen unbegründet sind oder sein müssen. Aber es erklärt wohl die Sensiblität für das Thema.

  26. Geräte

    mit Funknetzfunktionalität sind ja sozusagen aus sich heraus gar nicht mehr zu stoppen lokale Netzwerke und weitergehender LANs oder WANs zu pflegen (MANs gibt es wohl nicht mehr :).

    Man müsste schon an die Elektrizität ran, um derart im Artikelsinne vorzubeugen.

    Die Alternative zum Jetzt ist die Steinzeit, partieller Rückbau scheint unmöglich.

    BTW, irgendwann hat mal irgendeiner wie folgt geschrieben, kennt dieses Buch noch jemand?

    MFG
    Dr. W

  27. bitte nehmen sie…

    … das buch aus dem handel. sie haben weder die nötige kompetenz auf technischer seite noch auf ökonomischer.

    zu punkt1: Neben GPS gibt es noch andere PS bspw. Glonass, dass technisch kompatibel mit gps ist. Das heißt sie können fehlende Satelliten mit Glonasssatelliten kompensieren. Das ist heutzutage schon Stand der Technik in Smartphones. Dazu kommen nun neue chinesische und europäische Sateliten. Ihre Rechnung ist schlichtweg falsch. Darüber gibt es viele alternative Methoden, die jetzt schon implementiert sind oder sich in einem kurzen Zeitfenster implementieren lassen. Ob wir die Technologie von der wir abhängig sind, weiter betreiben können hängt allein von unserer Produktivität ab.

    zu Punkt2: Anders herum wird ein Schuh draus: Gegenseitige Abhängigkeit schafft Frieden. Das ist das Geschenk der Globalisierung. http://en.wikipedia.org/wiki/Golden_Arches_Theory_of_Conflict_Prevention#.22Golden_Arches_Theory_of_Conflict_Prevention.22

    zu Punkt3: Auch das Wissen der hundertjährigen Schriftrollen ist effektiv verloren und nur geringste Mengen schaffen es in unser Wissen übernommen zu werden. Wissen das keiner weiß ist wertlos. Die Lösung sind nicht dauerhafte Datenträger sondern eine gute Transfermöglichkeiten. Sie migrieren ihre Daten einfach bei jedem technologischen Sprung einfach mit. Das war früher mit CDs ein Problem ist heute aber einfach Realität und keine Zukunftsmusik.

    zu Punkt4: “Die Weltwirtschaft muss ständig wachsen, wenn sie stabil bleiben soll. Unternehmen investieren nur, wenn sie mehr Gewinn erwarten” Das hat überhaupt nichts mit Ökonomie zu tun. http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=W_pr7VBdMOY#t=49

  28. @Martin Holzherr

    Nicht jeder , der das Netz nutzt , fällt unter die genannte Kategorie , selbstverständlich nicht.

    Der Konsumismus hat das Netz übernommen , was mich aber stört , ist dieses pseudoreligiöse Gehabe drumherum, das überraschend häufig auch von Leuten kommt , die ansonsten ziemlich helle sind, beim Netz setzt es dann aus , da erwachen erst jetzt Viele – mit dem NSA-Schock – aus ihrer Traumblase “gutes Internet”.

    Krisen werden wohl angegangen mit “learning by doing”, ich sehe da aber nicht diejenigen vorne , die heute so lautstark herausposaunen , daß nur ihr eigenes Feld , das Digitale , die Zukunft bestimmen werde , wahrscheinlicher ist , das in Krisenzeiten jene hochkommen werden , die heute eher im Hintergrund stehen oder die vielleicht sogar zu den Verlierern gehören.
    Das war schon immer so und wir dürften kurz vor einer weiteren Umwälzung dieser Art stehen – wenn nicht , gehen wir unter.

    @Paul Stefan

    Denke auch , daß die Faszination für Spätroms Untergang viel zu tun hat mit ähnlichen Vorahnungen in Bezug auf unsere Gesellschaft.

  29. offene Türen

    so ein bisschen rennst du bei mir offene Türen ein. Ich bekomme immer eine kleine Gänsehaut, wenn ich so mitbekomme, was in näherer oder fernerer Zukunft doch alles über das Internet so gesteuert werden soll. Abgesehen davon, dass hier gerne Konsumgüter mit sehr unterschiedlicher Lebensdauer vergesellschaftet werden (z.B. Kommunikation des Autos mit dem Smartphone. Als mein Auto gebaut wurde, konnte man mit den Mobiltelefonen noch Saurier erschlagen).
    Ich finde, man sollte es wie in der Seefahrt halten. Technik ist toll, aber sie kann immer aus verschiedenen Gründen ausfallen. Und so schön ein GPS-Navigationsgerät ist, man sollte immer auch einen Sextanten dabei haben und beherrschen. Dann kann man auch bei Komplettausfall der Elektrik seinen Standort bestimmen.

  30. @Anton Maier

    Die Idee, dass Wachstums endlich ist, aber die Wirtschaft auf unendliches Wachstum angewiesen ist, stammt natürlich nicht von mir. Sie ist sehr viel älter. Einer ihrer prominenten Verfechter ist der Schweizer Ökonom Hans Christoph Binswanger. Er hat auch den Begriff von der
    Wachstumsspirale der Wirtschaft
    geprägt. Historisch gesehen ist jede Kultur irgendwann zusammengebrochen, und ein Großteil ihrer Errungenschaften ging verloren. Der Anthropologe Jared Diamond hat ein interessantes Buch darüber geschrieben (Kollaps: Warum Gesellschaften überleben oder untergehen). Wenn das Internet die ganze Welt zu einer einheitlichen Kultur zusammenschweißt, darf sie allerdings nicht untergehen, sonst wären die Folgen ziemlich verheerend. Wie schwierig es werden kann, eine so komplexe Gesellschaft wie unsere aufrecht zu erhalten, hat der Mathematiker und Komplexitätsforscher John Casti ebenfalls in einem Buch beleuchtet (Der plötzliche Kollaps von allem: Wie extreme Ereignisse unsere Zukunft zerstören können). Er geht davon aus, dass extreme Ereignisse so stark in unsere komplexe Gesellschaft einschneiden können, dass alles in einer unaufhaltsamen Kettenreaktion kollabiert.
    Aber selbst ohne Extremereignisse sollten wir uns nicht zu sicher fühlen. Schon heute sprengen die Kosten für die Erhaltung der Infrastruktur jeden Kostenrahmen. Die Hochspannungsleitungen sind teilweise über 50 Jahre alt, Straßen, Brücken und Eisenbahnstrecken überaltert und überlastet. Die digitalte Infrastruktur ist gerade erst im Aufbau, aber sie wird auch bald in die Jahre kommen …

  31. @Thomas Grüter

    Die Idee, dass Wachstums endlich ist, aber die Wirtschaft auf unendliches Wachstum angewiesen ist,

    In jeder Periode ist

    1. nicht die Wirtschaft sondern der Staat,
    2. nicht auf unendliches sondern auf Wachstum,

    angewiesen. Wachstum bezeichnet die Zunahme (Differenz) des BIP von der einen Periode zur nächsten. Die Frage, die sich also höchstens stellt, ist, ob das BIP irgendwann nicht mehr steigt, das Wachstum null oder negativ wird. Aus mathematischer Sicht gibt es hierzu allerdings keinerlei Veranlassung und aus ökonomischer Sicht hat ein Herr Keynes bereits alles nötige erzählt.

    Dass der Gesellschaft einmal die eigentlich paradisische Zustände dadurch drohen könnten, dass ihr die Arbeit ausgeht, ist angesichts des Mantras »Sozial ist, was Arbeit schafft.« nicht zu befürchten, zur Not wird halt der oben Zitierte bemüht:

    Auch völlig sinnlose Maßnahmen helfen weiter, solange nur Geld fließt. Keynes schlug zum Beispiel vor, »alte Flaschen mit Banknoten zu füllen«, diese zu vergraben und dann Arbeiter zu bezahlen, die sie wieder ausgraben.

    Quelle: http://www.zeit.de/2010/45/Wirtschaft-fuer-Kinder

  32. @Grüter

    Was Sie Neoklassik nennen und was in dem verlinkten Paper beschrieben wird, ist keine Neoklassik sondern eine kreditgetriebene keyenesianische Wirtschaftspolitik. Das Grundproblem liegt darin, dass demokratische Systeme dazu neigen Geld von morgen auszugeben und deswegen sich immer höheres Wachstum aufzwingen. Daher kommt auch die Finanzkrise. In einem neoklassischem System hat das nichts zu suchen. Es kann auch bei stagnierenden Ressourcen wunderbar überleben.

    Mal davon abgesehen, das die Summe der Ressourcen eben nicht begrenzt ist.

    Marrode Infrastruktur wie bspw. Straßen etc. entstehen durch Externalisierung von Kosten, unter anderem Subventionierung. Die Autofahrer tragen nicht die Kosten ihres eigenen Straßenverkehrs. Das schürrt die Nachfrage nach Straßenverkehr, was wiederum höhere Subventionierung nötig macht, was wieder höheren Straßenverkehr produziert, bis der Staat es sich schlichtweg nicht mehr leisten kann Infrastruktur zu sanieren. In einem neoklassischen System würden alle Kosten internalisiert werden, was zu einer automatischen Regelung führt. Es gibt keine Steine mehr?–> dann wird auch der Straßenverkehr nicht wachsen. In einem Subventionssystem fehlt dieser Regelungsmechanismus. Es gibt keine Steine mehr? –> Naja Auto fahren ist für MICH immernoch günstiger als Zug fahren –> kaputte Infrastruktur

  33. @Grüter

    Entschuldigung wegen dem Neoklassik. Sie haben das ja garnicht verwendet. Die aufgezwunge Wirtschaftsspirale hat einfach was mit demokratischer Wirtschaftspolitik zu tun und nicht mit Kapitalismus.

  34. @Anton Maier

    Mal davon abgesehen, das die Summe der Ressourcen eben nicht begrenzt ist.

    Selbstverständlich ist zu jedem Zeitpunkt die Menge aller materiellen (physischen und physikalischen) Ressourcen auf diesem Planeten und auf jedem Flächenstück auf seiner Oberfläche endlich und damit begrenzt.

    Die Autofahrer tragen nicht die Kosten ihres eigenen Straßenverkehrs.

    Ich habe vor einigen Tagen noch gelesen, dass die Autofahrer ca. 200 % genau dieser Kosten tragen (Quelle liefere ich nach).

    In einem neoklassischen System würden alle Kosten internalisiert werden, was zu einer automatischen Regelung führt.

    Insbesondere würden sich Harzer und Aufstocker einfach wegregeln.

  35. muahah, die gesamtkosten des straßenverkehrs werden nicht von der allgemeinheit subventioniert sondern von den autofahrern. MUAHAAHA

    die halbe polizei macht nichts anderes als verkehr regulieren. sie denken doch nicht wirklich, dass die autofahrer davon auch nur einen annähernd angemessen großen teil tragen würden. muahaaha

  36. Wie dem Infrastrukturkollaps vorbeugen?

    Nicht nur in Deutschland und den USA droht die bestehende Infrastruktur zu zerfallen, hohe Infrastrukturkosten sind ein globales Problem. Der McKinsey-Report Infrastructure productivity: How to save $1 trillion a year kommt zum Schlusss, dass global 1 Billion Dollar pro Jahr an Infrastrukturkosten eingespart werden könnte, wenn folgende Massnahmen ergriffen würden:
    1) Keine Investitionen in Infrastrukturprojekte, die weder klar definierte Bedürfnisse abdecken noch genügend Vorteile und Ertrag erbringen. Dies spart global 200 Milliarden pro Jahr
    2) Beschleunige und optimiere die Errichtung der Infrastruktur: Beschleunigung und Vereinfachung des Genehmigungs/Zulassungsprozederes, mehr Investition in frühe Projetphasen (Planung, Design) und Vertragsabschlüsse mit dem Ziel Zeit- und Kosteneinsparungen zu erreichen. Mit schlanker Fertigung, Vorfabrikation und Modularisation sind oft beträchtliche Einsparungen verbunden.Dies spart global 400 Milliarden pro Jahr
    3) Bestehende Infrastruktur besser nutzen durch Erhöhung der Nutzung, Optimierung des Unterhalts und Steigerung der Nachfrage nach Nutzung. Die spart global 400 Milliarden pro Jahr.

  37. @Anton Maier

    […] die gesamtkosten des straßenverkehrs werden nicht […]

    Vieleicht einigen Sie sich mit sich selbst zunächst einmal darüber, zu genau welchem Thema Sie sich äußern möchten. Bisher standen hier nicht die Gesamtkosten des Straßenverkehrs, sondern die des Autofahrens im Raum.

    Ob Allgemeine Kosten der Rechtsdurchsetzung (Polizei) oder der Unterhalt von Autobahnkirchen zu den “Kosten des Straßenverkehrs” gehören sollen, darüber müsste man erst mal verhandeln.

  38. Stirbt das Internet nie?

    Die Historisierung/Archivierung alter Internetseiten kann zukünftigen Historikern einen ungeheueren Schatz an Informationen bereitstellen. Doch schon heute kann die Internet Wayback-Maschine gute Dienste leisten, hält sie doch 240 Milliarden Websiten vor. Dazu gehören sogar Seiten aus dem Jahre 1996. Wer beispielsweise den Suchbegriff Universität Jena eingibt, wird dort Dokumente finden, die er wahrscheinlich auf dem Server der Universität Jena gar nicht mehr findet. Laut arxiv’s Who and What Links to the Internet Archive sind 83% der auf der Wayback-Maschine archivierten Internetinhalte nicht mehr live abrufbar.

    Ist es denkbar, dass ein grosser Teil der je aufgeschalteten Internetwebseiten auch in beliebig ferner Zukunft über Archivdienste zugreifbar bleiben wird?
    Ja. Unter der Voraussetzung, dass es Speichermedien, gibt, die viele Petabytes an Informationen pro Jahr aufnehmen können (die gibt es, z.B. DNA) und unter der Voraussetzung, dass die Datenformate der Internetseiten lesbar bleiben. Es braucht also eine gewissen fortdauernden Archivpflege, wobei eventuell auch Tools unterstützt werden müssen um alte Seiten lesbar zu halten. Machbar ist das, denn die Zahl neu hinzukommender Formate für Webseiten ist überschaubar. Die meisten heutigen Browser können auch noch sehr alte Internetseiten korrekt wiedergeben und in Zukunft können archivierte Internetbrowser oder Konversionsprogramme dafür sorgen, dass auch im Jahre 2150 Seiten aus dem Jahr 1996 abgerufen und gelesen werden können.

  39. Gausskurve

    Zum Thema Internet gehören auch die Kosten, für die Geräte und den Versorger.
    Wie sieht das wohl in Griechenland oder Spanien aus zur Zeit mit der Internetnutzung, steigt die immer noch oder nimmt eher die Zahl an Arbeitslosen, die sich das nicht mehr leisten können, zu ?

    Damit will ich sagen, das man für die Zukunft nicht auf eine Wahl zwischen Kollaps oder immerwährendem Fortschritt als Schwarzweissschema wählen muss, es könnte auch sein, dass zum Beispiel zunehmende Rohstoffknappheit über die Preise immer mehr Konsumenten aus bestimmten Märkten drängt, entweder schleichend mit steigender Arbeitslosigkeit oder in Stufen wie bei der Eurokrise.

    Rom zerfiel auch nicht an einem Tag.

  40. vier Sätze aus einem Kommentar

    herausgenommen:

    Die Idee, dass Wachstums endlich ist, aber die Wirtschaft auf unendliches Wachstum angewiesen ist, stammt natürlich nicht von mir. (…)
    Historisch gesehen ist jede Kultur irgendwann zusammengebrochen, und ein Großteil ihrer Errungenschaften ging verloren.
    (…)
    Aber selbst ohne Extremereignisse sollten wir uns nicht zu sicher fühlen. Schon heute sprengen die Kosten für die Erhaltung der Infrastruktur jeden Kostenrahmen. (…) Die digital[t]e Infrastruktur ist gerade erst im Aufbau, aber sie wird auch bald in die Jahre kommen … (Dr. Grüter)

    Die jetzig vorgefundene Kultur kann als Meta-Kultur verstanden werden, die sich ändernden Datenlagen anzupassen in der Lage ist und ihre wesentlichen Merkmale im Dreieck “pers. und unternehmerische Freiheiten, Menschenrechte und Demokratie” auslebt, dabei Machtwechsel ritualisiert vonstatten gehen lässt (nicht zu unterschätzen!) und Kriege unter derart geschliffenen Kulturen unmöglich werden ließ und ritualisiert durch Quatschrunden und eine teilweise abstrakte, teilweise handfest existierende internationale Gerichtsbarkeit zu ersetzen wusste und weiß.

    Die jetzig feststellbare Vernetzung der Individuen ist hier sozusagen Konsequenz und Mittel zur Bestandserhaltung.

    Noch kurz zum angedeuteten “Dritten Weg”: Wachstum findet sozusagen unendlich statt, es ist nicht klar monetär messbar, solange Entwicklung im genannten Rahmen stattfindet, bleibt sie sozusagen unendlich.

    D.h. es benötigt starke Feinde der Offenen Gesellschaften; diese sind vorhanden, aber nicht stark genug, um mehr als Terror auszuüben, und absehbarerweise werden sie dies auch nicht werden.

    Welche Feinde hatte der werte Inhaltegeber im Auge? Die Natur? Oder konkrete andere?

    MFG
    Dr. W

  41. Pingback:Welche Zukunft haben wir? Die Sicht der Optimisten › Gedankenwerkstatt › SciLogs - Wissenschaftsblogs

  42. Pingback:Nach 100 Artikeln: Rückblick und Ausblick › Gedankenwerkstatt › SciLogs - Wissenschaftsblogs

Schreibe einen Kommentar