Die Gedankenwelt des Donald Trump

Gedankenwerkstatt

Donald Trumps Aussagen im Wahlkampf waren so wenig greifbar wie Nebelschwaden. Seine wenigen, stets wiederholten Kernforderungen erscheinen größtenteils undurchführbar. Also: Was will dieser Mann?

Viele Amerikaner kennen The Donald aus der Reality-Show „The Apprentice“, zu deutsch „Der Lehrling“, die er von 2004 bis 2015 moderierte. Darin bewarben sich mehrere Kandidaten um eine Stelle in einem seiner Unternehmen. Sie mussten über mehrere Episoden eine Reihe von Geschäftssituationen meistern und dabei möglichst viel Gewinn einfahren. In jeder Episode schied ein Kandidat aus, genauer gesagt, Donald Trump warf ihn mit den Satz „You‘re fired!“ aus der Sendung. Der Milliardär gab zwischendurch Beispiele seiner Geschäftsphilosophie zum Besten, wie „Ich verschwende keine Zeit“ oder „Man muss ein Gladiator sein, die Konfrontation suchen“. Ab und zu zeigte er sich auch huldvoll: „Ein guter Anführer übernimmt Verantwortung und findet eine Lösung für ein Problem“.

In der Sendung war sein Wort Gesetz. Regelbrüche verzieh er dann, wenn sie mehr Gewinn führten. Wenn er sich ärgerte, warf er auch mehr als einen Wettbewerber aus der Sendung. Weibliche Kandidaten berichten, dass er sie aufgefordert habe, kürzere Röcke und tiefere Dekolletés zu tragen. Alles das wurde ihm verziehen, und er genoss seine Prominenz.

The Donald

Nehmen wir einfach an, er möchte sich jetzt auch als zupackender Geschäftsmann inszenieren, der einen durch und durch heruntergekommenen Laden sanieren muss. Seine Mitarbeiter im White House übernehmen die Rolle der Kandidaten seiner Show und müssen das Geschäft wieder ankurbeln. Wer nicht spurt, wird gefeuert. Was bedeutet das für seine ersten Amtshandlungen? Sehen wir ihm mal in den Kopf:

Ihr habt mich gewählt, und jetzt bin ich der Boss. Mein Wort gilt. Das Projekt „Make America great again“ duldet keinen Widerspruch und kann nur gelingen, wenn alle mitmachen. Wer meint, er müsste am Boss herumkritteln, muss mit den Folgen leben – und das kann hart für ihn werden. Die Presse soll sich das gefälligst hinter die Ohren schreiben. Ihre Schonzeit ist vorbei.

Opposition brauche ich nicht, alle müssen mit anpacken. Wer nur am Rand steht und mault, wird hart angefasst. Ich bin der Präsident aller Amerikaner! Keiner darf sich vor der Arbeit drücken, nur weil er mich nicht gewählt hat. Das ist in jeder guten Firma so.

Was illegale Einwanderer angeht – sie haben sich heimlich und ohne Erlaubnis in unser Land geschlichen. Sie nehmen aufrechten Amerikanern die Arbeit weg, oder, noch schlimmer, leben von unseren Steuergeldern. Jetzt heißt es: „The gloves will come off!“ – durchgreifen und rauswerfen! Kriminelle zuerst, dann die anderen!

Ach, ja: die Mauer an der Grenze nach Mexiko. Es müsste mal durchgerechnet werden, wie viel Schotter man bei den Illegalen beschlagnahmen kann, wenn man sie ausweist, sozusagen als Anzahlung für die Mauer. Das Geld können sie sich ja von der mexikanischen Regierung wiederholen. Dann würde Mexiko doch die Mauer bezahlen, und wir lachen uns ins Fäustchen.

Umweltschutz? Kostet Geld, also nur so viel, dass Amerikaner nicht krank werden, jedenfalls nicht übermäßig. Klimawandel? Ach was, den gibt’s nicht! Also: Weg mit der Förderung von esoterischen, Verzeihung, erneuerbaren Energien. Und die Eierköpfe der EPA (US-Umweltbehörde) sollen sich um praktische Dinge kümmern, oder besser noch, ich mache den Laden gleich zu. Wir brauchen Öl, Kohle, Stahl! Da ist der Reichtum, das wollen die Leute, die mich gewählt haben!

Länder, die mehr an die USA verkaufen als sie bei uns einkaufen (China, Deutschland, Mexiko) sind Lieferanten, die USA sind Kunde, und der Kunde ist König. Wenn wir Zölle erheben wollen, müssen wir niemanden fragen. Und dann wird verhandelt, aber knallhart!

Freihandel? Nie und nimmer! Keine Firma gibt die Kontrolle über ihre Einkaufskonditionen auf. Sie wäre ja blöd. Es geht nicht, dass uns andere ihre Waren zum Spottpreis ins Land karren. Und eines muss auch klar sein: Wenn irgendwer Barrieren gegen unsere Exporte Waren aufbauen will, riskiert er Krieg. Wir sind eine Weltmacht! Damit treibt man keine Spielchen.

Steuern senken? Unternehmen und Superreiche sind die Leistungsträger der USA. Also Steuern runter! Das motiviert sie zu mehr Arbeit und rechnet sich langfristig für den Staat. Gut, erstmal müssen wir mehr Schulden machen, aber die Zinsen sind fast auf Null, da stört das nicht. Ja, man muss nur ein schlauer Geschäftsmann sein, dann läuft der Laden!

NATO? Ganz klar, bisher sind die Stützpunkte in aller Welt ein Verlustgeschäft. Auslandsniederlassungen müssen Gewinn einfahren. Also: Zumachen oder umstrukturieren. Wer Schutz haben will, zahlt. Er kauft seine Waffen in den USA und trägt die Kosten für die Stationierung. Über Einzelheiten lässt sich reden, ich bin schließlich kein Unmensch. Wenn wir nicht zügig zu Potte kommen, könnte ich vielleicht an einer unwichtigen Randzone (Baltikum) zeigen, was mit denen passiert, die nicht zahlen wollen. Dann werden die anderen ihre Geldbörsen von selbst aufmachen. Profitorientiertes Denken! Das ist es, was Amerika stark macht!

Sicherheit? Wer uns bedroht, wird eliminiert. Hier und im Ausland. Menschenrechte – das ist was für Loser, es geht um uns oder sie, da machen wir keine Gefangenen. Und bei uns im Land müssen FBI und Polizei erstmal für Ordnung sorgen! Nur Ordnung, nicht Recht und Ordnung. Erst wenn die Kriminellen von der Straße sind, kann es Recht geben, vorher ist das Luxus!

Außenpolitik: Mit Staatschefs, die man respektiert, einigt man sich – in einem guten Gespräch unter Männern. Allen anderen macht man knallhart klar, dass die USA bestimmen, wo es lang geht. Wir sind Weltmacht, und ich bin der Chef.

Atomwaffen? Warum setzen wir sie nicht ein, wenn wir sie schon haben? Muss ich noch mal drüber nachdenken.

Hillary ins Gefängnis? Sie hatte gegen mich nie eine Chance, und sie hat mir sogar gratuliert. Das ist Haltung, Leute! Sie jetzt ins Gefängnis zu bringen, wäre nicht richtig. Man tritt nicht nach einem Gegner, der am Boden liegt. Man muss fair und anständig bleiben, wenn man gewonnen hat. Aber meine Anhänger hassen sie und ich bin ihnen was schuldig. Schließlich haben sie mich gewählt. Der Sonderermittler gegen Hillary wird eingesetzt. Ist nicht persönlich gemeint, Hillary, das verstehst du doch?

Deutschland? Sie haben eine Million Moslems ins Land gelassen, die sind ja irre! Ich war noch nie ein Fan von Frau Merkel. In zehn Jahren regiert da der Islamische Staat! Wenn die Deutschen jetzt ins Land wollen, dann nur noch mit Visum. Und wir werden jeden Fall genau prüfen. Das kostet natürlich Geld, aber es trifft ja keine Armen. Denn das muss man zugeben, ihre Wirtschaft brummt.

Kabinett? Erfahrene Männer! Weiße Männer, klar, und Ben Carson, natürlich. Ich bin ja kein Rassist. Wie war das doch? „Lasst wohlbeweibte Männer um mich sein, mit Katzen und die nachts gut schlafen!“. Das ist von Shakesbeer, aus Julyes Scissor. Ja, das nennt man Bildung, Leute!

Familie? Meine Kinder haben geniale Anlagen, was sonst, sie haben ja meine Gene. Sie müssen mit in die Regierung, nur zum Wohle der USA, natürlich.

Meine eigenen Firmen? Wer jetzt mit den USA auskommen wollen, der muss auch mit Donald Trump Geschäfte machen, das ist mal sicher. Ich wäre schließlich ein schlechter Geschäftsmann, wenn ich nicht auf meinen Vorteil achte.

Und jetzt: Trommelwirbel! Fanfaren! Hail to the Chief!

Hail to the one we selected as commander,
Hail to the President! Hail to the Chief!

Als wäre es extra für mich geschrieben!

P.S.: Zugegeben, dieser Beitrag geht sehr in Richtung Satire. Das hoffe ich jedenfalls. Bisher hat Trump noch jede Satire in den Schatten gestellt.

Thomas Grüter

Veröffentlicht von

www.thomasgrueter.de

Thomas Grüter ist Arzt, Wissenschaftler und Wissenschaftsautor. Er lebt und arbeitet in Münster.

46 Kommentare

  1. Ja, Reality TV, wo die Realität in Wirklichkeit nur gespielt wird, ist das Format, das Trump liebt und kennt. Gespielt wird in The Apprentice, aber auch im Trump Immobilienimperium darum zu gewinnen, zu siegen, entweder direkt oder hinten herum. Damit passt Trump überhaupt nicht in die Politik, von der doch Max Weber zurecht gesagt hat:

    Die Politik bedeutet ein starkes langsames Bohren von harten Brettern mit Leidenschaft und Augenmaß zugleich. ..

  2. Kann schon sein , daß die Realität da noch einiges übertrifft , wie schreibt man eine Satire über einen Mann , der selber eine ist?
    Wenn da jetzt der böse weiße Mann beschworen wird als der neue Herrscher , dann liegt das eben auch daran , daß man “weißen Männern” seit Jahrzehnten unterstellt , eben böse und rückwärtsgewandt zu sein , und zwar pauschal , eine sich selbst erfüllende Prophezeiung.
    Auch wird seltsamerweise immer diese Geschlechterzuweisung gemacht , wo ist denn bitteschön die böse weiße Frau , die es genauso zahlreich gibt , wie die Wahl eindrucksvoll bewiesen hat.

    Auch die pauschale Geringschätzung der Arbeiter führt eben nicht dazu , daß der intelligente und solidarische Artbeiter profitiert , sondern derjenige , der ziemlich bedenkliche Gedanken im Kopf hat .

    Solche infantilen Verallgemeinerungen bieten dem wirklich Reaktionären einen prima Raum , um sich als Opfer darzustellen , im Namen derer , die tatsächliche Opfer sind.
    Es ist immer dasselbe Prinzip , die Arroganz derer , die sich skurrilerweise selber als liberal bezeichnen , in Wahrheit aber selbst so ticken wie die Rechtspopulisten , nur eben im Namen anderer Interessengruppen.

    • @ DH :

      Opi Webbaer hat sich regelmäßig mit politisch Linksprogressiven auseinandergesetzt, oft konnte er -neben erfahrener Herabsetzungen und Beleidigungen, aus irgendwelchen Gründen sind dort viele Bullies am Start- herausarbeiten, dass es letztlich auch gegen den “weißen alten heterosexuellen Mann” geht, also zumindest “Spurenelemente” von Rassismus, Altersdiskriminierung, Diskriminierung von sexueller Orientierung und Misandrie vorliegen,

      …was das angebliche anti-diskriminatorische Gesamtvorhaben der Linksprogressiven natürlich “ein wenig” konterkariert und diskreditiert hat.

      MFG
      Dr. Webbaer (der zudem, als Bär, auch ständig mit Speziesismus zu tun hat, igitt)

  3. Nur hierzu kurz:

    Donald Trumps Aussagen im Wahlkampf waren so wenig greifbar wie Nebelschwaden.

    Donald J. Trump hat seit seiner Verkündung als US-Präsidentschaftskandidat bereit zu stehen seine Vorhaben nicht wesentlich angepasst und hundertfach beschrieben (“geschrieben”) und erklärt.
    Es ist insofern bekannt, was er vorhat, und die (karikierende?) Beschreibung seiner Vorhaben im WebLog-Artikel deutet ja auch darauf hin, dass seine Vorhaben in Grundzügen verstanden worden sind.

    Seine Vorhaben sind natürlich erst als Ideen zu verstehen, die Umsetzung, die schwer fallen wird, gerade auch wegen des zu erwartenden Widerstands im US-republikanischen Establishment, ist eine andere Sache.

    Lassen Sie sich mal vom nun (ganz vermutlich) entstehenden Realpolitiker Donald J. Trump überraschen.
    Versuchen Sie vielleicht auch, lieber Herr Dr. Grüter, ein wenig mehr Empathie für US-politische Zusammenhänge zu entwickeln,
    MFG
    Dr. Webbaer

  4. Als sachverständig für eine Beurteilung dessen, was unter dem Haarschopf dieses Herrn so vorgehen mag, darf jedenfalls die Trump-Biographin Gwenda Blair gelten. In einem CBC Interview vom Februar 2016 sagte sie u.a.:

    His plan for what he would do if elected pretty much boils down to “Trust me. I can do it,” and thumping his chest, showing he’s the alpha male who will be able to stare down, put down, dismiss anything that stands in his way. And then, once he’s commander-in-chief, blast them out of the sky. That’s the plan. He’s very short on details.

    • @ Chrys :

      And then, once he’s commander-in-chief, blast them out of the sky. That’s the plan. He’s very short on details.

      Sehr lustig, das mit dem ‘blast them out of the sky’ ist Flieger-Sprache, woll?!
      Allerdings ist die zitierte Dame, jedenfalls so wie zitiert, selbst ein wenig ‘short’.

      Hmm, schwierig, Ihr Kommentatorenfreund hat Sie als höchst verständig kennengelernt, aber auch als -dezent formuliert- unvollkommen angemessene politische Meinung zu bilden, wobei Ihnen ‘Sachverständigkeit’ so natürlich nicht abgesprochen oder weggeschrieben werden soll.

      Der Verdacht über andere und diesen zu verlautbaren, bleibt die vornehmende, vorzunehmende Aufgabe des erkennenden Subjekts, darf aber auch mit (viel) Empathie erfolgen.

      MFG
      Dr. Webbaer (der hier wohl zumindest den Vorteil hat erfahren zu haben, wie Ronald Reagan, insbesondere medial-bundesdeutsch, seinerzeit bearbeitet werden konnte, anfänglich – der sich auch höchst beömmelt, zum Wiehern reicht es allerdings nicht, wie der Realpolitik fern sich bundesdeutsche Politiker zu dieser Personalie echauffieren und echauffierten, eigentlich nicht vermuteten Aufgaben als Mandatsträger folgend, oder?)

  5. Zitat:

    Donald Trumps Aussagen im Wahlkampf waren so wenig greifbar wie Nebelschwaden.

    Ja, Trump hatte kein ausgearbeitetes Programm sondern lediglich eine klar von der aktuellen Politik abweichende Vorstellung von der Rolle der USA in der Welt. Die Medien und Politiker sind darauf viel zu wenig eingegangen und haben Trumps aussenpolitische Vorstellungen viel zu wenig in Frage gestellt so das sich die Wähler allein ohne argumentative Hilfe entscheiden mussten. Und sie haben sich entschieden – entschieden für den Bruch mit der Nachkriegsordnung, entschieden für eine USA als Company, ein USA, die seine Verbündeten nicht länger mehr aushält/durchfüttert und die nicht mehr zum rechten schauen, sondern Gewinn einstreichen will.

  6. “dieser Beitrag geht sehr in Richtung Satire.”

    Ich meine, er geht eher in Richtung Polemik, und auch wenn Aussagen von Trump zugrunde gelegt wurden, ist eine Abwertung nicht zu überlesen. Aber vielleicht gelten die Menschenrechte inklusive der Unantastbarkeit menschlicher Würde nicht für jeden?

    Was nicht erkannt wird, ist, dass die Wähler offensichtlich verstanden haben, was Trump ihnen verspricht, nämlich dass es ihm nicht um die Modernisierung der Gesellschaft geht, sondern um die identitäre Teilhabe, wie es Ulf Poschardt in der WELT / N24* nennt. Die Leute wollen und brauchen, als soziale Wesen, das Gefühl der Geborgenheit in derGemeinschaft, das Gefühl der Gemeinsamkeit, der Zugehörigkeit, der Sicherheit in einer Gruppe der Ihresgleichen, und sie wollen nicht in die amorphe, weil weltoffene und grenzenlose Masse eingereiht werden von Eliten, die meinen, ihnen politisch korrekt Werte diktieren zu müssen; Werte, die leer bleiben, wenn und weil sie nicht gelebt werden.
    Was nützt dem Arbeiter, der um seinen Arbeitsplatz fürchten muss, eine Weltoffenheit, die zu erleben er nicht das Geld hat, und die zu leben ihn um eben diesen Arbeitplatz bringen kann; was nützt dem Angestellten, der gemobbt wird, die Toleranz, die er aufbringen soll, aber nicht selber erfährt? Was nützt den Menschen eine Regierung, die bei anderen Regierungen die eigene wunderbare Weltanschauung anmahnt, für die eigenen Leute aber zu wenig tut, und in ihrem missionarischen Eifer übersieht, dass sie damit zugleich ihre eigene Einstellung ad absurdum führt, weil sie die andere abwertet?

    Das ist, was Trump ihnen, wenn auch auf derbe Art und Weise, mitgeteilt hat: Er will keine ökonomisch egalitäre gesellschaft, keine marktkonforme Demokratie, sondern eine, in der auch der Einzelne gehört und respektiert wird. Ob Trump das umsetzen kann, bleibt abzuwarten. Nur ist ein Vertrauensvorschuss allemal besser als Abwertung.

    * https://www.welt.de/debatte/kommentare/article159391987/Die-deutschen-Eliten-brauchten-diesen-Trump-Schock.html

    • Trump verspricht den Amerikanern ein Amerika, das nicht mehr für die Welt sondern für die Amerikaner da ist. Ausländer müssen zahlen, wenn sie etwas von Amerika wollen, Inländer erhalten Schutz, ihre Arbeitstellen sollen nicht weiter ausgelagert werden in ein Ausland, das von den USA profitiert ohne den USA etwas dafür zu bezahlen. Ulf Poschards Diktum von der

      identitären Teilhabe

      ist viel zu weihevoll und entspringt auch nicht Trumps viel simplerer Denkweise.
      Die Wähler Trumps mussten eigentlich wenig verstehen. Sie mussten nur Trump erleben und den einfachen Schluss ziehen, dass der Egomane Trump die USA zu einem egomanen Land machen will.

    • @ wundervolle Trice :

      Ich meine, er geht eher in Richtung Polemik, und auch wenn Aussagen von Trump zugrunde gelegt wurden, ist eine Abwertung nicht zu überlesen. Aber vielleicht gelten die Menschenrechte inklusive der Unantastbarkeit menschlicher Würde nicht für jeden?

      Der dankenswerterweise bereit gestellte WebLog-Artikel war höchst polemisch und wenig empathisch, allerdings aus Sicht einiger, Dr. Webbaer ist ohnehin Hardliner, sehr wohl darum bemüht allgemein anerkannte Grenzen zu beachten.
      ‘Menschenrechte’, die meinen als Individuum oder als Gruppe oder als Individuum oder in der Gruppe tragende Ideologie [1] nicht kritisiert werden zu dürfen [2] gibt es nicht.


      Ansonsten, die Polemik, besonderes Streitgespräch meinend, ist wichtig, dies liegt daran, dass politische Meinungen von Trägern derselben abhängig sind.
      (Der Schreiber dieser Zeilen betont bspw. gelegentlich die Kinderlosigkeit der in der BRD anscheinend bestimmenden Dame, wenn ihm ihr Planungshorizont gering erscheint und ihr Alter hoch.)

      MFG
      Dr. Webbaer

      [1]
      ‘Ideologie’, also bestimmte Bilderlehre, das Städtische oder Politische meinend, ist unverzichtbar.
      Der Schreiber dieser Zeilen erinnert sich bspw. mit Grauen an ein Interview mit Wolfgang Schäuble vor vielleicht 30 Jahren, in dem dieser die Argumentationslinie vertrat, dass die Union sachnah und erfolgsbezogen sei, die anderen “böse” Ideologen.
      Schrecklich, im Ansatz: undemokratisch, exoertokratisch, aber Schäubles Karriere idF womöglich selbst beschreibend.

      [2]
      Nur in gegensätzlicher, karikierender Form und erst seit Kurzem, vgl. bspw. mit :
      -> https://en.wikipedia.org/wiki/Safe-space

      • Korektur :

        ‚Menschenrechte‘, die meinen, dass Individuen oder Gruppen oder Ideologie [1], wenn sie von Individuen oder in der Gruppe getragen wird, nicht kritisiert werden dürfen [2], gibt es nicht.

        So schaut’s besser aus.
        >:->

        • @Dr. Webbaer:

          “‚Menschenrechte‘, die meinen, dass Individuen oder Gruppen oder Ideologie [1], wenn sie von Individuen oder in der Gruppe getragen wird, nicht kritisiert werden dürfen [2], gibt es nicht.”

          Eben, :-). Da sind wir ja einer Meinung. Was nicht heißt, dass es dennoch gemacht wird …

  7. WENN MAN MAL BEDENKT, und da sollte die Masse derer die es leichtfertig-gewohnt ist ihre Vernunft und die Verantwortung über Kreuzchen auf dem Blankoscheck an die “Treuhänder” diese “demokratischen” Systems zu delegieren ganz energisch dran teilzunehmen, daß der Faschismus, aufgrund seiner HEUCHLERISCH-VERLOGENEN Symptomatik des nun “freiheitlichen” Wettbewerbs um …, weltweit wieder zum Nationalsozialismus wird, WAS WILL ER NICHT NICHT AUSLASSEN, in diesem stumpf- wie blödsinnigen Kreislauf des reformistischen Zeitgeistes!?

  8. @Dr. Webbaer / 11. November 2016 @ 11:01

    Die Gedankenwelt des Ronald Reagan hätte uns locker das nukleare Armageddon bescheren können, ohne dass selbst die Blitzbirnen von der U.S. Intelligence beizeiten etwas davon mitbekommen würden. Wie wir heute wissen, hat unsere armselige Zivilisation das Datum 1983-09-26 nur deshalb überstanden, weil ein Russe mit stählernen Nerven, der sovjet. Oberstleutnant Stanislav Petrov, zur rechten Zeit am rechten Ort war. Reagan taugt mithin eigentlich nur als abschreckendes Beispiel.

    Um es etwas positiver zu sehen, könnte man noch sagen, auch ein Silvio Berlusconi hat uns doch nicht enttäuscht: Schliesstlich ist in Italien alles genauso schlimm gekommen, wie man es mit ihm als Regierungschef hat erwarten dürfen.

    • @ Chrys :

      Wie wir heute wissen, hat unsere armselige Zivilisation das Datum 1983-09-26 nur deshalb überstanden, weil ein Russe mit stählernen Nerven, der sovjet. Oberstleutnant Stanislav Petrov, zur rechten Zeit am rechten Ort war.

      Glauben Sie dran? – Sie sind doch viel zu verständig, als dass Sie allgemeine, globale Entwicklung an Zufälligkeiten festzumachen in der Lage wären.
      Opi W will hier nicht besonders herumreiten, kA wie Sie Ronald Reagan in seiner Wirkung genau einschätzen, auch Donald J. Trump nicht.

      Auch diese jetzt rezitierte Idee von der ‘Gedankenwelt’, Leonard Cohen ist gestorben, mehr fällt Ihrem Kommentatorenfreund im Moment nicht ein,
      MFG + schönes Wochenende schon einmal.
      Dr. Webbaer (kein Jude – mit dieser Feststellung ist nichts sonderlich gemeint, außer vielleicht spaßeshalber angemerkt, dass Dr. W besser ist [1])

      [1]
      Das war jetzt folkloristisch angemerkt, Dr. W versucht hier ein wenig aufzulockern, Verklemmungen zu lösen, bundesdeutsche, sieht hier ansonsten kein besonderes Aufgabengebiet, lockert halt nur ein wenig auf.

      • “.. dass Dr. W. besser ist.”

        “.. nichts sonderlich gemeint, außer vielleicht spaßhalber angemerkt ..”

        “.. folkloristisch .. auflockern .. Verklemmungen lösen ..”

        Na ja … “There is a crack in everything – that’s how the lights gets in” (L. Cohen – Anthem).

        Vielleicht fällt ja in gewisse Bereiche Ihrer Gedankenwelt demnächst ein Licht – ernsthaft angemerkt.

        • Ging jetzt “ein wenig” vom Thema weg, fürwahr, bei Kommentatorenfreund Chrys haben sich vor einiger Zeit halt einige Assoziationen ergeben,
          vermutlich: ganz ungerechtfertigt,
          abär nett gemeint,

          Selbstverständlich lag Folklore vor,
          MFG
          Dr. Webbaer (der aber besser ist)

          PS:
          Und insgesamt so, bei den Einschätztungen Donald J. Trumps ist mittlerweile so viel verhunzt worden, dass ein wohl temperierter, greller Tiefpunkt den Braten auch nicht mehr fett macht.
          Kommentatorenkollege Chrys hat halt ernsthafte Probleme sinnhafte politische Meinung zu bilden, diese exkursive Anmerkung erlaubt sich Dr. W einfach mal.

    • Ja, Trump hat von Anfang an Angst, Abwehr und Hass mobilisiert und eine Rückkehr in vermeintlich goldene Zeiten (make America great again), die er versprochen hat, ist weder wünschenswert noch überhaupt möglich.
      Trump ist auch vom Typ her kein Politiker. Er wird nur schon deshalb scheitern, was er – bei seinem Temperament und seinen Charakterzügen -, an anderen abreagieren wird.

    • @Paul Stefan: Saat des Hasses?

      Sie verstehen den Mann nicht, Herr Grüter leider auch nicht. Trump ist ein puer robustus:
      http://www.suhrkamp.de/buecher/puer_robustus-dieter_thomae_58690.html

      In der WELT schreibt Tilman Allert (26.10.2016) zum Buch über diesen Typ Mensch:

      “Ob Brauch, Sitte oder Konvention, in Schwung gebracht wird eine gegebene Ordnung durch Regelbruch statt Fügsamkeit. Ungehorsam ermöglicht den Gang der Geschichte. Mehr noch: Ungehorsam ist Voraussetzung für die Selbstzufriedenheit der Person. Wie erkennt man, wer man ist, und wie ändert sich das Ordnungsgefüge? Über Nonkonformität. Und die Figur, die der elementaren Logik sozialen Lebens anschauliche Gestalt verleiht, ist der Störenfried, der Puer robustus – ein Repräsentant der Ordnungskritik und in dieser Hinsicht ein Lieblingskind des sozialphilosophischen Denkens.”

      • @ Trice: Woher wissen sie, dass ich Trump nicht verstehe? Vielleicht ist er ein puer robustus, klingt als Begriff ganz gut. Trotzdem sät er zugleich Hass, auch wenn er das vielleicht nicht so “böse” meint oder ihm das nicht völlig bewusst ist (?), ich kann nicht in seinen Kopf schauen. Es gibt aber Menschen, die nehmen das als Erlaubnis für ihren Extremismus.
        Wenn ich einmal unkonventionell fragen darf: Was würden Sie machen, wenn Trump Sie einmal begrabscht hätte:

        1. Ich hätte ihm eine geknallt
        2. Ich hätte ihm erklärt, dass er ein puer robustus ist
        3. Ich hätte mich hingeben, um dadurch sozial aufzusteigen
        5. anderes

        Trump und andere pueri robusti sind nicht nur ein wissenschaftliches Phänomen, sondern auch ein politisches Problem. Wie soll man mit ihnen umgehen?
        Es ist ja nett, dass Trump jetzt auf lieben Daddy macht, aber wir wissen, er kann von heute auf morgen auch anders. Das macht ihn unheimlich.

        Um etwas Positives der Lage abzugewinnen: ich sehe ein Goldenes Zeitalter der Karikatur aufdämmern.

        https://pbs.twimg.com/media/CWH5GblUsAE2Ywm.jpg

        • @Paul Stefan: Trump-Versteher 😉

          …damit meine ich niemanden persönlich, es sollte ein Scherz sein, und ich hoffe, Sie haben es so verstanden.

          Thomä scheint es, als er sein Buch schrieb, nicht aufgefallen zu sein, dem Rezensenten von der WELT aber sofort: Puer robustus ist, was man heute ADHS nennt. Ein amerikanischer Psychiater schrieb vor Jahren, diese Eigenart ist wie ein roter Faden, der sich durch einen Anzug hindurchzieht: wenn man es kennt, erkennt man es immer, man erkennt seinesgleichen (einer von Trumps Ghostwritern sagte über ihn, er habe die Aufmerksamkeitsspanne eines neunjährigen ADHS-Kindes)
          Ich habe über Jahrzehnte Vorträge zu diesem Thema gehalten, habe Lehrerfortbildungen usw. durchgeführt … was mir immer auffiel: ob es Kinder sind oder Erwachsene, Menschen wie Trump lösen bei den anderen, den “normalen”, einen solchen Hass aus, , dass sie argumentativ nicht mehr erreichbar waren. Sie wollten nicht verstehen, sie wollten nur vernichten.

          Sie schreiben, Trump habe Hass gesät, aber das ist so nicht richtig. Er polarisiert, das ja, aber ihm ging es darum, zu gewinnen. Er hat Menschen, Wähler erreichen wollen, er hatte ein Vorstellung davon, was sie wollen, und eine eigene, die er vermitteln wollte und versteht sich offensichtlich auf Talking Points.
          Von Menschen wie ihm weiß ich, und ich weiß es auch aus eigener Erfahrung, dass sie hinterher immer überrascht sind von den negativen Reaktionen, die sie ausgelöst haben. Sie begreifen auch nicht, warum die anderen so reagieren. Trump wollte gewinnen, und er hat gewonnen. Er wird mit Sicherheit jetzt ganz anders auftreten als vorher. Die Frage ist nur, ob er noch eine Chance hat, das umzusetzen, was er eigentlich will. Wenn er einer von meinesgleichen ist, dann bringt er die Voraussetzungen dazu mit, denn wir können deutlich besser mit komplexen Problemen umgehen – deshalb sind wir ja auch anders. Und in der Politik hat man es nur mit komplexen Problemen zu tun.

          Weil Sie fragen, wie ich reagieren würde, wenn er versuchen würde, mich zu begrapschen – ich schätze ihn so ein, dass er es macht, weil er es lustig findet … also: Sonstiges.

    • Trumps Verhalten gegenüber Frauen und was er über Mexikaner, Muslime gesagt und was er ihnen angedroht hat machen Trump zusammen mit seinen Charakterzügen zum denkbar ungeeigneten US-Präsidenten.
      Nur: Gegen all dies hat Hillary Clinton und haben die Medien intenisv angeschrieben. Genützt hat es praktisch nichts. 30% der Latinos und 53% der weissen Frauen haben ihn trotzdem gewählt.

      Viel wichtiger ist letztlich Trumps politisches Programm. Und hier haben nur sehr wenige gewarnt. Dabei wäre die Umsetzung seiner Ideen für die USA und die Welt eine Katastrophe. Zölle auf chinesische und mexikanische Waren würden China, Mexiko und den USA massiv schaden. Gerade für die ärmeren US-Bürger würde alles teuer. Das Aufkünden der Garantien gegenüber den Verbündeten in Europa, Japan und Südkorea wiederum würde die Welt wesentlich instabiler machen und Russland und China ermutigen aggressiver aufzutreten. Kurzum: Eine instabilere, gefährlichere und wirtschaftlich gebremste Welt würde uns erwarten mit geschwächten Menschenrechten und zunehmender Nichtbeachtung von Minimalstandards im Verhaltenskodex von Staaten und ihren Lenkern.

      International gesehen läuft Trumps Politikvision auf eine Antiglobalisierung, eine Renationalisierung und eine Schwächung von global gültigen Verträgen (wie z.B. dem Klimavertrag von Paris) hinaus.

      Warum aber gab es nur wenige harte Entgegnungen gegen dieses Antiglobalisiserungsprogramm Trumps? Weil Antiglobalisierung der neue Trend ist, weil rechte und linke Parteien und Gruppierungen mit einem solchen Programm zunehmend Zuspruch erhalten.

      • @Martin Holzherr

        Sie wundern sich, wie auch einige Pressevertreter, dass 53% der weißen Frauen Trump gewählt haben. Da jedoch nur zwei Kandidaten zur Wahl standen, wäre die Alternative demnach also Clinton gewesen. Vielfach hieß es, Frauen hätten Clinton schon aus reiner Solidarität wählen müssen, damit endlich eine Frau Präsidentin von Amerika werden könnte. Diesen Aspekt möchte ich einmal herausgreifen und näher beleuchten, zumal ich dazu Hillary Clintons Buch gelesen habe. Darin war u.a. zu lesen, dass sie tatsächlich einen Stab aus Frauen um sich versammelt hatte und sie sich selbstverständlich dafür einsetzen würde, dass Frauen endlich die gläserne Decke durchstoßen könnten, die sie von der Macht trennt.

        In Deutschland wurde zu diesem Zweck ein Gesetz erlassen, welches vorschreibt, dass 30 Prozent der Aufsichtsräte in deutschen Großkonzernen Frauen sein müssen. In Amerika hingegen wird eine Quotenregelung als Gefahr für die Leistungsgesellschaft angesehen. Wer in den USA Geld hat, schickt seine Töchter auf eines der angesehenen Frauen-Colleges, wo Frauen Führungskompetenz beigebracht wird. Auch Hillary Clinton besuchte ein solches College. Eine gewöhnliche Frau dringt in solche Kreise höchstens als Putzfrau oder als Kindermädchen vor. Es ist also nicht verwunderlich, dass eine solche Frau den Kandidaten wählen wird, den auch ihr Mann wählt. Frauen wählen nach Schichtzugehörigkeit und nicht weil sie Solidarität für eine Frau empfinden, die einmal Präsidentengattin war und die dieses Amt nun ebenfalls anstrebt. In ihrem Buch kann man lesen, dass Hillary Clinton äußerst hart an ihrer Karriere gearbeitet hat. Zudem hat sie alles getan, um beim Wähler oder der Wählerin anzukommen, was sie oft kühl und berechnend erscheinen ließ. Sie führte nie ein typisches Frauenleben und musste sich auch nicht zwischen Beruf und Familie aufreiben, weil sie über etliche Angestellte verfügen kann. Das mag auch der Grund sein, warum sich Frau “Normalo” nicht mit ihr identifizieren kann. In Amerika wäre es außerdem falsch, jemanden nur wegen seiner Rasse oder seines Geschlechts zu wählen, weil man niemanden diskriminieren darf.
        Siehe dazu auch:
        http://www.businessladys.de/frauen-in-den-usa-americas-next-role-model/

        • @Mona: Republikanische Frauen, die nicht für Clinton als Demokratin stimmen wollten, hätten zuhause bleiben können, ja hätten angesichts von Trump rückwärtsgewandtem Frauen- und Gesellschaftsbild, seiner Ungehobeltheit und Egomanie und seinen Mauerbauplänen und sonstigen Abschottungsabsichten auf ihr Wahlrecht verzichten müssen. Dass dies nicht passiert ist – und Trump somit gewählt wurde – zeigt, dass zuwenig Republikaner und US-Bürger insgesamt realisierten wie schlimm ein Präsident Trump für Amerika und die Welt sein wird.
          Umgekehrt hätten Demokratinnen in jedem Fall zur Urne gehen und für Clinton stimmen müssen – egal welche Vorbehalte sie gegen Clinton vorzubringen hatten, denn es ging nicht nur darum, eine Frau als Präsidentin zu wählen, sondern vor allem darum, Trump zu verhindern.
          Sie schreiben noch:

          In Amerika wäre es außerdem falsch, jemanden nur wegen seiner Rasse oder seines Geschlechts zu wählen, weil man niemanden diskriminieren darf.

          , ein Satz, der die in den USA grassierende politische Korrektheit ins Extreme und Absurde führt – eine politische Korrektheit gegen die ja Donald Trump laufend aufs gröbste verstossen hat.
          Doch viel zu wenig Amerikaner und Trump Wähler haben realisiert, dass Donald Trump nicht nur politisch inkorrekt war, sondern dass seine Ideen gefährlich für die USA und die Welt sind.
          Trump beendet in der Sicht vieler Zeitungskommentatoren die Ära der liberalen Weltordnung, in der die USA und die Welt insgesamt in wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Freiheit lebten, einer Freiheit des Handelns, Reisens, der Migration und des Lebens nach eigenen Vorstellungen. Schlimm finde ich, dass die Schleifung dieser Freiheiten durch Trump viele nicht als Frevel und verhängnisvoll für unsere Zukunft betrachten, sondern dass sie die Einschränkung dieser Freiheiten sogar begrüssen. So hat heute in einem Interview über Trump ein Linker und Grüner gesagt:

          Sie müssen schlicht zur Kenntnis nehmen, dass die neoliberale Freihandelsideologie heute nicht mehr mehrheitsfähig ist

          . Offensichtlich steuern wir in allen politischen Lagern und in den USA wie Europa auf eine zunehmende Abwehrhaltung gegenüber früher selbstverständlichen Freiheiten zu und landen damit bei Protektionismus, Nationalismus und einer wachsende Abschottungstendenz.

          Diese neue Illiberalität verköpert Trump mit seiner Egomanie, seiner Siegermentalität und seinem Autoritarismus auch charakterlich bestens. Trump wäre noch vor kurzem weder als Republikaner (eine Partei die immer für Freiheit eingestanden ist) noch als Präsident denkbar gewesen. Mit Trump als neuem US-Präsidenten aber bewegt sich die Welt in eine neue Richtung, eine Richtung in der auch Marine Le Pen als französische Präsidentin möglich wird (Trump antwortete auf Le Pens Glückwunschtelegramm, dass wohl auch bald ihre Stunde des Triumps komme), eine Welt von der wir uns vielleicht erst nach 20 Jahren voller Rückschritte mit Grausen abwenden.
          Einen Präsidenten Trump hätte es zu verhindern gelten. Gerade auch Frauen hätten diese unsichere, instabile Zukunft, die mit Trump auf uns zukommt, verhindern müssen.

  9. @Chrys

    Petrov kann man gar nicht oft genug hervorheben , wenn die Bezeichnung “Held” für irgendjemanden gilt , dann für diesen Menschen.

    @trice

    Mit einer hohen Erwartung an Trump wäre ich sehr sehr vorsichtig. Hier hat Not gewonnen , weil auf der anderen Seite Elend stand , mehr nicht.

    • @DH

      Vertrauensvorschuss ist nicht gleich hohe Erwartungshaltung. Das wird häufig verwechselt. Es trifft jedoch nicht zu, dass der Ausgang der Wahl nur aus der Not geboren wurde, denn laut WELT vom 11.11. haben, was den Wähleranteil der Gebildeten betrifft, 43 % seiner Wähler einen Hochschulabaschluss.

      Was wohl für alle seine Wähler gilt ist, dass sie von ihm einen Wandel erwarten. Da ist die Erwartungshaltung allerdings hoch.
      Womit absolut niemandem geholfen ist, sind Polarisierungen.

  10. Das Trump-Bashing wirkt irgendwie total unoriginell, das hört man derzeit auf allen öffentlichen und nicht-öffentlich-rechtlichen Sendern. Hat der Autor auch irgendetwas über die “andere Seite der Macht” zu sagen? Oder ist die per se nun einfach nur “gut”, weil sie nicht gewählt wurde? Dass Politiker keine engelsgleichen Lichtgestalten sind, dürfte doch eigentlich nicht erläuterungsbedürftig sein. Also, Beitrag zu spät und zu einseitig.

    • @Alfred Wiesel

      Ja wunderst du dich denn wirklich, wo Chaos, Konfusion und Überproduktion von Kommunikationsmüll das oberste Gebot zur konsum- und profitautischen Bewußtseinsbetäubung für den “freiheitlichen” Wettbewerb ist??? 🙂

      Da man die Bewußtseinsschwäche von Mensch offenbar nicht mehr anders zur wirklich-wahrhaftigen Vernunft bringen kann, bin ich inzwischen auch zur Erringung einer sozialistischen Diktatur bereit, selbst wenn das bedeutet, daß die gebildete Suppenkaspermentalität dieser Welt- und “Werteordnung” den Knopf zum Atomkrieg drückt – man lebt eben NICHT nur einmal 😉

  11. …übrigens: das wird in Zukunft richtig spannend werden in Deutschland: im Westen Herr Trump und die “abtrünnigen” Engländer, im Osten Zar Putin, und im Süden Herr Sultan Erdogan. Dazu evtl. Frau Le Pen und Herr Wilders. Da würde ich jetzt auch mal meinen beleidigten Schmollmund aufreissen und einen auf beleidigt machen. Das wird ganz bestimmt gaaaanz viel helfen, in theoria….

  12. @trice

    Not gewinnt gegen Elend , das ist ein Spruch aus dem Sport , der die krasse Niveaulosigkeit beider Teams beschreiben soll. Echte Not war damit nicht gemeint.
    Polarisierungen helfen nicht , aber genausowenig hilft , den amerikanischsten aller Fehler zu machen . Zu glauben , daß der Gegner eines fragwürdigen Protagonisten automatisch etwas Besseres zu bieten hat.
    Was mich ehrlich wundert , ist , daß die Amis nicht zu viel höheren Anteilen die beiden anderen Kandidaten gewählt haben. Welche Wahl wäre dafür prädestinierter gewesen als diese?

    • @DH

      Den Spruch kannte ich so nicht, er trifft allerdings zu, was die Niveaulosigkeit des sogenannten Wahlkampfs betrifft. Und er trifft zu, was für einige der gebildeten Trump-Wähler gilt: die Professoren, die schlagartig auf dem Boden der Realität gelandet sind, weil ihre Studenten die Abschaffung von Fächern und die Streichung von Themen fordern, die nicht in die politisch korrekte Weltordnung passen.
      Man sollte meinen, dass solchen Forderungen mit der Aufklärung ein Riegel vorgeschoben wurde. Aber ob Religion oder Ideologie, ist offenbar Jacke wie Hose.
      Vielleicht ist auch das ein Grund, weshalb es eben diese beiden Kandidaten waren, die zur Wahl standen …

  13. Trumps Wahl ist Teil eines weltweiten Trends weg von der Globalisierung und Internationalisierung hin zu Anti-Globalisierungshaltungen und Anit-Internationlisierungshaltungen überall wo politisch gedacht wird. Sowohl bei rechten Denkern/Politikern als auch auf bei linken Denkern/Politikern.
    Bei der Rechten äussert sich das in Protektionismus, Nationalismus, Gegnerschaft gegen Freihandel und Immigration.
    Bei der Linken und den Grünen äusserst es sich in Gegnerschaft gegen Freihandel, Technikfeindlichkeit und Zielen, die als ideal und gerecht ausgegeben werden, die aber in Wirklichkeit auf eine Abwendung von der Welt und eine Restauration alter Wirtschafts- und Gesellschaftsformen herauslaufen, welche den Besserverdienenden (aber Grünen) eine heile Welt zu einem höheren Preis andient. Dazu gehören Ideale wie die Ernährungssouveränität (jede Region soll alle Nahrung selber anbauen) und Ökolandbau.
    Wer den grössten Fortschritt der ganzen Welt will, sollte seine Anstrengungen aber weder der rechten Abschottung noch dem linksgrünen Rückzug widmen. Denn Tatsache ist, dass mehr Austausch von Waren, Ideen und neuen Technologien die Menschheit am stärksten vorangebracht hat.

  14. Der Sieg von Trump bedeutet das vorläufige Ende der offenen Gesellschaft. Nicht mehr die Neugierige ist die Vorzeige- und Identifikationsfigur (role model), sondern die Ängstliche, die von einem starken Mann (eben Trump) beschützt (und begrapscht?) werden muss, ist dieser Prototyp des Menschen im zweiten und dritten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts.

    Das Korrolar der Ängstlichen auf Seiten der Linken, Grünen und Alternativen ist die Hexe und die Fee – jedenfalls ein Fabelwesen, das eine neue Idylle verkörpert und anstrebt, dabei aber nicht merkt, dass diese Idylle wenn sie überhaupt erreichbar ist, dann nur für die Bessergestellten erreichbar ist und dass diese Idylle letzlich auf eine neue Innerlichkeit hinausläuft, eine Innerlichkeit, die man einer Rechten als Abschottungshaltung ankreiden würde.

  15. Na, wenn das nicht mal ein Regierungsprogramm ist, dass sich Trump nicht mal selbst ausdenken muß.
    Ich sag nur, dass man den “Teufel” nicht leichtfertig von alleine an die Wand malen darf. Sowas hat immer Folgen, die wir mit solcher Satire eigentlich vermeiden wollten.

    Anyway, die Schlagzeilen und Beiträge haben es ja in deutlicher Weise gezeigt. Der Schock der Abwahl (neo)liberaldemokratischer Verhältnisse sitzt tief. Man hat offenbar auf die falschen “Alternativlosigkeiten” gesetzt.
    Ich glaube ja immer noch an eine “Prüfung”. Könnte aber auch Realität werden, was Trump so von sich gelassen hat, was seine Idee von Zukunft sei.
    Und die Ironie der Geschichte: Er scheint sich Putin ins Boot zu holen. Das macht ne Menge Sinn (Europa einkreisen). Putin sollte nur wissen, dass er da auf einem schlechterem Posten steht – auch, wenn es gerade gut für ihn läuft. Aber ich kann ja viel sagen. Will ja keiner hören.

  16. Trump könnte – wie Obama meint – ein Pragmatiker sein, der seine Ankündungen nicht wörtlich umsetzt. Im Energie-/Umwelt- und Klimabereich haben seine Ernennungen im Übergangs-Team aber gezeigt, dass er auf die fossile Industrie setzt und dass er den Vertrag von Paris nicht umsetzen und wohl gar kündigen wird. Auch die versprochenen 800 Millionen US-Dollar als Klimahilfe an die entwickelten Länder werden wohl von Trump nicht ausgeschüttet werden.

    Trumps Versprechen, den Abbau von Kohle und die Stromerzeugung per Kohle wiederzubeleben wird allerdings kaum umgesetzt werden, denn momentan ist Erdgas in den USA billiger als Kohle.

    Die USA werden voraussichtlich auch in naher Zukunft jedes Jahr etwas weniger CO2 emittieren, denn die Bemühungen der einzelnen US-Staaten und von Teilen der Industrie gehen weiter. Kalifornien wird also sein Ziel im Jahr 2020 30% der Energie erneuerbar zu erzeugen weiter verfolgen, in Texas werden noch mehr Windräder aufgestellt und Tesla wird sich bemühen die Lithium-Ionen-Batterien immer billiger herzustellen und sie in seine Autos einbauen und als Speicher für Hausbesitzer mit Solardach vertreiben.

    Tendenziell wird der Klimaschutz und der Übergang zu CO2-armen Energiequellen also “dezentralisiert” werden. Nicht mehr die USA oder die UNO (über den United Nations Framework Convention on Climate Change) werden den Ton angeben, sondern die Bundesstaaten der USA und die Erneuerbaren-Industrie. Sollte Trump auch die Energieforschung herunterfahren werden wir wohl einer Zukunft entgegengehen, in der die Menschheit recht wohlhabend werden muss bevor sich alle autonom mit Energie versorgen können – beispielsweise über ein Haus mit Batterie-gepuffertem Solardach und einem E-Mobil in der Garage. Dass solch eine Energiezukunt eher etwas für die Wohlhabenderen ist, zeigt die Website Elon Musk unveils his ‘attractive’ solar roof with Powerwall battery

    Wir dürfen jetzt – nach Trumps Wahl – noch mehr als schon vorher mit einem Anstieg der globalen Oberflächentemeperaturen um 3 oder mehr Celsius rechnen. Irgendwann, wenn alle genügend reich geworden sind, werden sich dann alle autonom mit selbst erzeugtem Strom vom batteriegepufferten Solardach versorgen. Auch eine Tank für mit Solarstrom erzeugtem Treibstoff wird zu solch einem energie-autonomen Anwesen gehören. Bis alle Chinesen und Inder sich das leisten können werden noch ein paar Jahrzehnte vergehen. Ab dann werden die Temperaturen dann nicht mehr steigen.

  17. Wird schon bald vom Weissen Haus aus die Präsidentschaft Marine Le Pens in Frankreich vorbereitet? Möglicherweise ja, denn Stephen Bannon – Donald Trumps künftiger Chefstratege im Weißen Haus – ist der Chef von Breitbard News und Breitbard News hat angekündigt nach Frankreich zu expandieren um dort ähnlich ins politische Geschehen einzugreifen wie es Breitband News in den USA vor der Trump Wahl gemacht hat.
    Ich kann mir gut vorstellen, dass der Chefstrategie Trumps zusammen mit Trump der Präsidentschaft Marine Le Pens entgegenfiebert und dass Donald Trump der erste sein würde, der Marine Le Pen zur Präsidentschaft gratulieren würde.

    • @ Herr Holzherr :

      Ich kann mir gut vorstellen, dass der Chefstrategie Trumps zusammen mit Trump der Präsidentschaft Marine Le Pens entgegenfiebert und dass Donald Trump der erste sein würde, der Marine Le Pen zur Präsidentschaft gratulieren würde.

      Um dem theozentrischen Kollektivismus, dem alten und zuletzt verstärkt empor gekommenen, entgegen zu treten zu können, benötigt es starke politische Kräfte.

      Liberale, Opi W zählt sich hier hinzu, haben oft an andere politische Parteien anzudocken, wenn sie mit bestimmter politischer Dreckigkeit zu tun haben, der Liberalismus ist ja nicht sehr erklärend in vielen Fragen, lässt viel offen, ist insofern nicht gut als politische Partei wählbar.

      HTH (“Hope this helps”)
      Dr. Webbaer

      PS:
      ‘Islam ist das Problem und Political Correctness bringt uns um.’ [Jesse „The Devil“ Hughes]
      LOL
      (Natürlich nur Leutz, die heutzutage Kinder haben)

      • @Dr.Webbaer: Trump und seine Gedankenwelt hat mit Liberalismus wenig zu tun. Trump hat nicht zufällig Stephen Bannon, den Mann aus Breitbard News zu seinem Strategen gemacht. Breitbart News will zwar folgendes sein:

        a site “that would be unapologetically pro-freedom and pro-Israel” ist aber zugleich folgendes:

        Under Bannon’s leadership, Breitbart became aligned with the European populist right and American alt-right, and Bannon declared the site “the platform for the alt-right” in 2016

        Über die Alt-right nun lässt sich folgendes sagen:

        The alt-right is a loose group of people with far right ideologies who reject mainstream conservatism in the United States

        • @ Herr Holzherr :

          Donald J. Trump ist zumindest in Grundzügen liberal [1], wie dies auch für alle in der BRD zugelassenen / nicht verbotenen Parteien gilt. [2]
          Breitbart (vs. ‘Breitbard’) war dies auch (in persona), politisch Konservative (“Rechte”, vs. Nationalsozialisten) sind, egal wie sie genannt werden, bspw. ‘rechtspopulistisch’, ‘far right’ oder gar ‘rechtsextrem’, in Grundzügen, die Grundierung ist wichtich, liberal.
          Sie sind gegen kollektivistische Ideen, sie sind nur nicht explizit liberal, weil sie sich ansonsten eben ‘liberal’ [3] nennen würden.

          Und lassen Sie mal die Zitationen, die womöglich Autorität meinen sollen, schreiben Sie einfach Ihre politische Meinung.

          MFG + schöne Woche noch,
          Dr. Webbaer

          [1]
          Trump ist als sehr moderater US-Republikaner sehr liberal, es wird sogar vermutet, dass er die US-republikanische Partei schlicht als eine Art Sprungbrett genutzt hat.

          [2]
          In den Staaten werden verfassungsfeindliche Parteien nicht verboten, in der BRD kann bis soll natürlich darüber nachgedacht werden bspw. die NPD oder die MLPD (“marxistisch-leninistische” Partei) schlicht zu verbieten.

          [3]
          ‘Liberal’ meint freiheitlich und in besonderem Maße um die Bürger als Souveräne bemüht, in den Staaten haben politisch Linke den Liberalismus begrifflich mopsen können, sehr lustig.
          Politisch Linke sind aber dem philosophischen Kollektivismus verpflichtet, Liberale dem philosophischen Individualismus, dem Sapere Aude und so, Liberale sollten sich hier nichts “mopsen” lassen.

  18. Trump hat auch ein Netz von Gleichdenkenden. Es wird nicht durch Fox News oder CNN verkörpert sondern durch Breitbart News, eine News-Agency, die sich selbst schon als Sprachrohr der Alternativen Rechten (Alt-Right) bezeichnet hat. Dort ist der neue Chef-Stratege Trumps, Steve Bannon, der Tonangeber. Der alternativen Rechten wird allerhand vorgeworfen (nach Wikipedia: nationalism,[1][2][7] white supremacism,[11][13][14] antisemitism,[1][2][4] right-wing populism,[7] nativism,[24] and the neoreactionary movement), doch neben der wirklich vorhandenen Anti-Establishment-Haltung ist wenig davon festgeschrieben (Zitat):

    Commonalities among the loosely-defined alt-right include a disdain for mainstream politics as well as support for Donald Trump’s 2016 presidential campaign.

    oder wie Steve Bannon es gegenüber Daily Beast gesagt hat:

    “I’m a Leninist,” Steve Bannon told a writer for The Daily Beast, in early 2014. “Lenin wanted to destroy the state, and that’s my goal, too. I want to bring everything crashing down, and destroy all of today’s establishment.”

    Steve Bannon hat auch starke Sympathien für die europäische Rechte, für Figuren wie Marine Le Pen, Geert Wilders, etc.

    Donald Trump war über den Brexit begeistert, weil es für ihn den Triumpf des “basket of deplorables” über das Establishment bedeutete. Für Steve Bannon ist mit dem Sieg Trumps der Kampf gegen das Establishment noch nicht abgeschlossen. Auch Marine Le Pen würde er wohl gerne zum Triumpf verhelfen.

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