Open Source live in der Krebsforschung

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Zwischen Molekularbiologie und Medizin
Enkapsis
Es ist in Mode gekommen sich für Open Source auszusprechen und auch ich bin einer, der das Prinzip dahinter unterstützt: Forschungsergebnisse für Jedermann öffentlich zu machen. Wie sinnvoll das für die Gesellschaft sein kann, kann man im exzellenten Vortrag vom Krebsforscher Jay Bradner sehen. Er und seine Arbeitsgruppe haben ein Molekül entwickelt, welches sich nach ersten Untersuchungen als ziemlich erfolgsversprechend in der Behandlung von NUT-Mittellinien-Karzinomen erwies. Dabei handelt es sich um eine sehr seltene Kreberkrankung für die es im Moment noch keine richtige Behandlung gibt, umso wichtiger ist es also, die Forschung in diesem Bereich voranzutreiben. Und was macht man da am besten? Statt dass Jay Bradner sich mit dem Molekül alleine auseinandersetzt, wie es Wissenschaftler eigentlich machen, wenn sie etwas Neues entwickeln, macht er ein Crowd-Sourcing-Projekt daraus und lässt weltweit über 70 weitere Laboratorien an der Erforschung des Moleküls teilhaben. Jeder hat Zugang zum Molekül und zu den Daten. Am Ende wurden sie zusammengetragen und ja, diese Open Source-Krebsforschung hat in diesem Fall wirklich etwas gebracht. Seht selber…
 


Danke an @MTaege der mich auf diesen Vortrag aufmerksam gemacht hat!

Sebastian Reusch

Veröffentlicht von

Sebastian Reusch ist studierter Biologe und spezialisierte sich auf molekularbiologische Fächer wie Genetik und Zellbiologie. Seine Abschlussarbeit machte er am Max-Delbrück-Centrum für molekulare Medizin, wo er an Prozessen in weißen Blutkörperchen forschte.

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