HIV und AIDS 2021: was gibt es zu wissen?

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Warum gibt es fast 40 Jahre nach der Entdeckung des Virus noch keine Heilung und Impfung? Zum heutigen Welt-AIDS-Tag gibt es hier die wichtigsten Informationen zu HIV und AIDS im Jahr 2021.

HIV: das Virus

Viren sind Krankheitserreger, die ihre Erbinformationen in unsere Zellen einschleusen. Die Zellen stellen daraufhin neue Viren her und schleusen sie in unseren Körper aus. Das Humane Immundefizienz-Virus HIV befällt und zerstört bestimmte Immunzellen. Infizierte werden deshalb mit der Zeit immer anfälliger für Krankheitserreger – auch solche, die ein gesundes Immunsystem normalerweise abwehren kann.

Im frühen Stadium können Infizierte unspezifische Beschwerden haben, fühlen sich erkältet oder erschöpft, haben Hautausschläge, Fieber oder Durchfall. Je mehr die Immunschwächte voranschreitet, desto mehr Infektionen treten auf, etwa Hefepilzinfektionen der Mundhöhle oder eine Gürtelrose.

AIDS: die Immunschwäche

Irgendwann ist das Immunsystem so weit geschädigt, dass das Vollbild AIDS (aquired immunodeficiency syndrome) vorliegt. Betroffene leiden unter anderem an Muskelschwund und schwersten Infekten. Zum Beispiel an Lungenentzündungen mit dem Schlauchpilz Pneumocystis-jrovecii, Hefepilzinfektionen der Speiseröhre oder einer Toxoplasmose des Gehirns.

Eine besonders schlimme Erkrankung, die im Rahmen von AIDS auftreten kann, ist die Progressive Multifokale Leukenzephalopathie. Dabei werden Hüllen von Nervenzellen im Gehirn zerstört. Es kann zu Bewegungsstörungen bis hin zu Lähmungen, Empfindungsstörungen oder Wesensveränderungen kommen. Innerhalb kurzer Zeit kann die Erkrankung zum Tod führen.

Auch bestimmte Krebserkrankungen treten bei AIDS-Patienten häufiger auf als bei Gesunden, zum Beispiel das Kaposi-Sarkom, das rötliche Flecken auf der Haut bildet, Gebärmutterhalskrebs oder bestimmte Arten von Lymphdrüsenkrebs.

Über 36 Millionen Menschen an AIDS gestorben

Die durch das HI-Virus ausgelöste Immunschwäche AIDS tritt in Deutschland zum Glück nur noch selten auf. In vielen Ländern der Welt ist AIDS heute aber noch bittere Realität. Unbehandelt verläuft die Infektion in den allermeisten Fällen tödlich. Weltweit sind bislang über 36 Millionen Menschen an AIDS gestorben.

HIV wird vor allem über ungeschützten Geschlechtsverkehr (v. a. anal und vaginal) und Blutkontakt (zum Beispiel geteilte Spritzen zum intravenösen Drogengebrauch, Geburt) übertragen.

HIV und AIDS weltweit

Über 37 Millionen Menschen weltweit sind mit dem HI-Virus infiziert. 2020 haben sich etwa 1,5 Millionen Menschen angesteckt – seit 2010 ist die Zahl der Neuinfektionen um 30% zurückgegangen.

In Europa ist die HIV-Prävalenz besonders in Osteuropa hoch. In der Ukraine sind ungefähr 1% der Menschen zwischen 15 und 49 Jahren mit HIV infiziert.

Weltweit betrachtet ist vor allem Afrika stark von HIV betroffen. In Lesotho sind etwa 23% der Menschen zwischen 15 und 49 infiziert, in Südafrika etwa 20%. Auch in Asien tritt HIV häufig auf, in Thailand sind etwa 1% der 15 bis 49-Jährigen infiziert. Doch auch in anderen Teilen der Welt gibt es HIV: in der Dominikanischen Republik sind ebenfalls etwa 1% der der 15 bis 49-Jährigen infiziert, in Haiti 2%, in Brasilien etwa 0,5%.

Ungefähr 85% der weltweit Infizierten wissen von ihrer Infektion. Doch nur etwa 73% der Infizierten erhalten eine lebensrettende Therapie. Von den infizierten Kindern und Jugendlichen weltweit nehmen nur etwa 54% antivirale Medikamente ein. Unbehandelt werden die allermeisten dieser Menschen irgendwann das Vollbild AIDS entwickeln und sterben.

In Ländern des globalen Südens spielen bei der Übertragung vor allem ungeschützte heterosexuelle Sexualkontakte eine Rolle. Auch gibt es dort Mutter-Kind-Übertragungen, die mit Medikamenten in den meisten Fällen verhindert werden könnten (siehe unten). Doch etwa 15% der HIV-Infizierten Mütter erhalten keine solche Therapie.

HIV und AIDS in Deutschland

Schätzungen des Robert-Koch-Instituts zufolge sind etwa 90.000 Menschen in Deutschland mit dem HI-Virus infiziert (Stand: Ende 2020). Etwa 10.000 von ihnen wissen nichts von ihrer Infektion.

Ungefähr 80% der Infizierten sind Männer. Etwa 60% der Infektionen gehen auf ungeschützten Geschlechtsverkehr zwischen Männern zurück. Das zweitgrößte Infektionsrisiko in Deutschland ist ungeschützter heterosexueller Geschlechtsverkehr. Ca. 15% der Infizierten in Deutschland nutzen intravenöse Drogen. Weitere 15% stammen aus Ländern mit hoher HIV-Prävalenz.

Im Jahr 2020 haben sich etwa 2000 Menschen in Deutschland mit HIV infiziert. Bei etwa 2500 wurde die Infektion 2020 diagnostiziert – die Hälfte davon hatte bereits einen fortgeschrittenen Immundefekt.

Wie HIV-Medikamente wirken

Viren missbrauchen unsere Körperzellen als Fabriken: sie schleusen ihr Erbmaterial in unsere Zellen hinein und die stellen daraus neue Viren her. Da Viren nicht leben und sich hauptsächlich in unseren Zellen aufhalten, gibt es leider keine Medikamente, die Viren in unserem Körper einfach „abtöten“. Das gilt übrigens für alle Virusinfektionen: es gibt lediglich Medikamente, die die Vermehrung von Viren im Körper bremsen können. So auch bei HIV.

Konkret blockieren die HIV-Medikamente sogenannte Enzyme des Virus. Enzyme sind Arbeiter, die ganz unterschiedliche Funktionen erfüllen können – im Fall von HIV führen sie bestimmte Schritte beim Aufbau neuer Viren aus. Stellen Sie sich das wie auf einer Baustelle vor: wenn Sie den Arbeiter, der den Beton mischt, und den, der ihn auf die Ziegel streicht, von der Arbeit abhalten, können Sie damit erfolgreich den Hausbau lahmlegen.

In der modernen HIV-Therapie stehen zahlreiche Medikamente zur Verfügung, die an unterschiedlichen Punkten der Virusherstellung angreifen. In der Praxis werden mehrere dieser Wirkstoffe kombiniert. Dadurch steigt die Wirkung und das Risiko der Resistenzentwicklung sinkt.

Therapie ermöglicht normales Leben

Wenn HIV-Positive früh (wenn das Immunsystem noch keinen großen Schaden genommen hat) mit der antiviralen Therapie beginnen, kann die Ausbreitung der Viren im Körper so weit gebremst werden, dass die Immunschwäche verhindert wird. Infizierte unter Therapie haben heutzutage eine normale Lebenserwartung.

Die Vermehrung der Viren im Körper der Infizierten ist unter Therapie sogar so stark gebremst, dass in deren Blut und anderen Körperflüssigkeiten oftmals gar keine Viren mehr nachweisbar sind. Wenn HIV-Positive ihre Medikamente gewissenhaft einnehmen und regelmäßig ihre Blutwerte kontrollieren lassen (konkret die Zahl der HI-Viren im Blut, die sogenannte „Viruslast“), können sie theoretisch sogar ungeschützten Geschlechtsverkehr mit ihren gesunden Partnern haben, ohne sie anzustecken.

Im Alltag geht ohnehin keinerlei Ansteckungsgefahr von HIV-Positiven aus: Umarmen, Küssen, in einem Bett schlafen, aus einem Glas trinken – alles kein Problem. Eine Ansteckung ist nur dann möglich, wenn eine Körperflüssigkeit mit vielen Viren darin (etwa Sperma, Vaginalsekret, Analsekret, Blut) eine Eintrittspforte in den Körper findet (etwa durch Schleimhautrisse beim Geschlechtsverkehr oder Nadelstiche). Und selbst dann geht praktisch nur ein Ansteckungsrisiko von Menschen aus, die keine antivirale Therapie einnehmen.

Daraus folgt, dass vor allem Menschen, die nicht von ihrer Infektion wissen – in Deutschland etwa 10.000 Menschen – die Erkrankung weitergeben können. Da HIV erfolgreich therapiert werden kann, hat es sowohl für Infizierte wie auch für ihre Geschlechtspartner nur Vorteile, einen Test zu machen.

Mit den HIV-Medikamenten kann in den meisten Fällen auch eine Übertragung von einer infizierten Mutter auf ihr Kind verhindert werden. Insgesamt ist unter Therapie also ein ganz normales Sexual- und Familienleben mit einer normalen Lebenserwartung möglich.

Wieso gibt es noch keine Heilung und Impfung?

Trotz der medizinischen Erfolge seit der Entdeckung des HI-Virus vor fast 40 Jahren ist eine langfristige Heilung im Moment noch nicht möglich. Die Medikamente können lediglich die Vermehrung des Virus im Körper stoppen, es aber nicht vollständig aus dem Körper entfernen.

Das Problem ist, dass das Virus eine ganz besondere Eigenschaft hat: es kann in Körperzellen „schlummern“ und wird im „Schlafmodus“ nicht von Medikamenten angegriffen, die auf die Virusvermehrung einwirken. Eine mögliche Heilung müsste vermutlich eine Strategie beinhalten, das Virus aus seinen Reservoirs zu locken.

Auch die Entwicklung einer Impfung gegen HIV stellt Wissenschaftler auf der ganzen Welt vor eine große Herausforderung. Viele virale Infektionen heilen mit der Zeit von selbst ab – unser Körper wird irgendwann mit den Infektionen fertig und bildet im besten Fall sogar auch einen Schutz vor einer weiteren Infektion aus. Bei einer HIV-Infektion ist genau das allerdings nicht der Fall. Menschen werden nicht von selbst wieder frei von HIV und stellen in den allermeisten Fällen auch keine sogenannten neutralisierenden Antikörper her, die vor einer Re-Infektion schützen würden. Die Mechanismen dahinter sind sehr komplex und haben unter anderem damit zu tun, dass das Erbgut des Virus sich so schnell verändert und damit auch seine Oberflächenmerkmale – also die potenziellen Angriffspunkte der Antikörper. (HIV hat ein Erbgut aus RNA und mutiert besonders stark). Ein weiteres Problem ist, dass das HI-Virus ausgerechnet Zellen zerstört, die an der Immunabwehr gegen Viren beteiligt sind.

Eine Impfung müsste also das leisten, was unser Körper nicht schafft. Leider ist das bisher noch nicht gelungen.

Foto von Anna Shvets auf Pexels

HIV Testmöglichkeiten

Von einer HIV-Infektion zu wissen, hat für Infizierte und ihre Sexualpartner aus medizinischer Sicht nur Vorteile: denn die Infektion kann erfolgreich behandelt werden. In Deutschland werden die Therapiekosten vollständig von den Krankenkassen übernommen. Eine HIV-Infektion kann durch einen Antikörpertest im Blut nachgewiesen werden. Die Antikörper sind wenige Wochen nach der Infektion nachweisbar (etwa sechs Wochen). Es gibt sogar zuverlässige Schnelltests, die in wenigen Minuten ein Ergebnis anzeigen. Testen lassen können Sie sich zum Beispiel bei den Standorten der Aidshilfe, beim Gesundheitsamt oder beim Hausarzt.

Veröffentlicht von

Marisa Kurz ist Ärztin aus München und hat vor dem Medizinstudium ein Studium der Biochemie (M. Sc., B. Sc.) und der Philosophie mit Nebenfach Sprache, Literatur und Kultur (B. A.) abgeschlossen. Sie startet Anfang 2022 eine Ausbildung zur Fachärztin für Hämatologie und Onkologie. Nebenbei schreibt sie als freie Journalistin, u. a. für den Georg Thieme-Verlag. Sie promoviert in der Krebsforschung zu Immuncheckpoints bei Lungenkrebs. Mein Ziel: Ich will, dass Patienten ihre Erkrankungen und Therapien besser verstehen. Deshalb möchte ich Medizin leicht verständlich ohne Fachbegriffe erklären. Nur gut informierte Patienten können autonome Entscheidungen über ihre Behandlungen treffen. Und gut informierte Patienten fühlen sich, so bin ich überzeugt, besser aufgehoben.

7 Kommentare

  1. Danke für den Überblick zu HIV/AIDS.
    Zusammenfassend ergibt sich für den deutschsprachigen Raum (wohl für ganz Europa) folgendes Bild: HIV-Neuinfektionen stagnieren auf einem hohen Niveau (2000 HIV-Neuinfektionen in D im Jahr 2020) und werden meist erst mit einer gewissen Verzögerung diagnostiziert. Weitergegeben wird das Virus vor allem durch Infizierte, die von ihrer Infektion nichts wissen und dementsprechend keine der HIV-Medikamente einnehmen, welche die Virenlast deutlich reduzieren. In Deutschland sind das etwa 10‘000 Menschen die infiziert sind, davon aber nichts wissen.

    Mir scheint, Mediziner/Epidemiologen und überhaupt Gesundheitsfachleute in ganz Deutschland/Europa sollte sich Gedanken dazu machen wie man HIV-Infizierte schneller entdeckt und das heisst wohl, in welchen Situationen man HIV-Tests durchführt. Es scheint inzwischen einige wenige Spitäler zu geben, die bei Eintritt einen HIV-Test durchführen.

    Studiert man die Ratgeber-Websites zu HIV/AIDS, erhält man den Eindruck, die Betroffenen selbst werden dazu aufgefordert bei Krankheitssyymptomen einer akuten HIV-Infektion und entsprechender vorausgegangener Exposition einen HIV-Test durchführen zu lassen. Vielleicht ist das ja angesichts der Seltenheit einer (allerdings folgenschweren) Neuinfektion, die einzig realistische Möglichkeit, HIV-Infektionen früh zu erkennen.

    Ich könnte mir aber vorstellen, dass irgendwann Health-Tracker wie etwa eine Apple-Watch Symptome einer möglichen akuten HIV-Infektion selbstständig erkennen und aufgrund ihres Wissens über die Person, welche die Symptome hat, automatisch einen HIV-Test empfehlen. Dann würde es genügen, wenn jede Deutsche, jeder Deutsche einen Health-Tracker mit sich herumträgt.
    It’s no big deal, Mom. 😉

    • Vielen Dank für den Kommentar! Tatsächlich sind viele Fachleute der Meinung, dass wir noch nicht genug tun, um HIV-Infektionen zu erkennen. Und dass wir die Teststrategie ausweiten sollten. Viele der spät diagnostizierten HIV-Infizierten in D haben vor ihrer Diagnose Kontakt zum Gesundheitssystem. Doch die Warnzeichen werden nicht erkannt, der Test nicht vorgeschlagen und die Diagnose kommt erst Jahre später. Ich finde diese Initiative sehr interessant: https://www.eurotest.org/Testing-Tools/Integrated-testing-in-health-care-settings/HIV-Indicator-Conditions

      • @Marisa Kurz (Zitat): Viele der spät diagnostizierten HIV-Infizierten in D haben vor ihrer Diagnose Kontakt zum Gesundheitssystem.
        Ja, Besuche beim Hausarzt oder Spitalaufenthalte sind in entwickelten Ländern häufig und auch in Entwicklungsländern bei Ereignissen wie einer Geburt nicht allzu selten. Und jeder Besuch beim Arzt oder im Spital bietet auch eine Chance um den Besucher auf das Vorhandensein von Volks- und Infektionskrankheiten zu überprüfen und gegebenenfalls medizinische Interventionen in die Wege zu leiten. Eine Chance, die nicht verpasst werden sollte.
        Im obigen Beitrag liest man etwa (Zitat):„ Doch etwa 15% der HIV-Infizierten Mütter erhalten keine solche Therapie.“ Umgekehrt bedeutet es, dass 85% der HIV-infizierten Mütter antivirale Medikamente erhalten. Und das selbst in wenig entwickelten Gebieten Afrikas. Das zeigt doch: Jeder Besuch beim Arzt, im Spital und jedes Ereignis, das zu einem Spitalaufenthalt führt (wie eine Geburt) ist eine Chance für das Erkennen und Behandeln von Krankheiten – auch von seltenen Krankheiten. Wobei: Krankheiten nicht per se ein Grund sind um einzugreifen. Es sollten schon Krankheiten sein, bei denen eine Therapie etwas bringt. Doch HIV/AIDS ist heute eine Infektion/Krankheit, bei der eine Therapie sehr wohl etwas bringt.

  2. Aids ist auf egoistisches Sexualverhalten zurückzuführen. Eine christlich-konservative Haltung ist zu befürworten; aber ein bibeltreuer christlicher Fundamentalismus ist abzulehnen. Bitte googeln: Manifest Natura Christiana

    • Sehr geehrter Nutzer,
      auf diesen Kommentar gehe ich sehr gerne ein, denn HIV-Positive werden heute gesellschaftlich noch immer stigmatisiert. Vor allem von religiösen Gruppen, deshalb bin ich froh, dass Sie das ansprechen. Oftmals stecken hinter der Stigmatisierung ganz einfach Vorurteile gegenüber den Risikogruppen für HIV. Nämlich Homophobie, Rassismus, eine Ablehnung von Promiskuität und Vorurteile Drogengebrauchenden gegenüber. Diese persönliche Abneigung wird dann rationalisiert und daraus entstehen vermeintliche Sachargumente. Ein Egoist sucht einen Vorteil für sich selbst – im Falle einer Übertragung von HIV gibt es keinen Vorteil für die Beteiligten. Jeder Mensch, der ohne Verhütung Geschlechtsverkehr hat und sich Spritzen mit anderen Menschen teilt, ist selbst für die Konsequenzen verantwortlich. Darin steckt kein Egoismus, sondern selbstschädigendes Verhalten.

      Unvorsichtiges, selbstschädigendes Verhalten gehört zum Menschsein dazu. Das zeigt sich vor allem in der Medizin. Denn es gibt kaum Krankheiten, die auf eine einzige Ursache, etwa einen Gendefekt, zurückzuführen sind. Die meisten Erkrankungen entstehen durch eine Kombination aus genetischer Veranlagung, dem individuellen Gesundheitsverhalten und Umweltfaktoren. Rauchen, mangelnde Bewegung, hochkalorische und einseitige Ernährung, Alkoholkonsum und Risikosportarten sind für zahlreiche Krankheiten, die wir in den Krankenhäusern sehen, mitverantwortlich. Es gibt keinen Unterschied zwischen einem Skifahrer mit Sportverletzung, einem Raucher mit Lungenkrebs, einem Übergewichtigen mit Herzinfarkt oder einem HIV-Positiven. Alle von ihnen haben zu irgendeinem Zeitpunkt unvorsichtig gehandelt, aber das gehört zum Menschsein dazu. Wir alle verhalten uns irgendwann so, wie es nicht am allerbesten für unseren Körper oder unsere Psyche ist. Uns als Gesellschaft steht es nicht zu, darüber zu richten. Das eine selbstschädigende Verhalten ist nicht verwerflicher als das andere, uns steht es nicht zu, darüber zu richten. Wenn überhaupt verdient selbstschädigendes Verhalten unser Mitgefühl. Denn gerade, wenn es ausgeprägt ist, haben oft Traumata es verursacht, für die die Betroffenen absolut nichts können. Die Medizin kennt keine Schuld, sie richtet nicht, sie behandelt alle Menschen gleich.

      Ich bin Atheistin, doch ich habe mal gehört, dass es im Christentum um Nächstenliebe geht. Wer kein Mitgefühl für Kranke hat, der hat vielleicht irgendetwas daran nicht verstanden.

    • Hallo Freichrist343.
      Egoistisches Sexualverhalten passt doch ganz gut zur konservativen christlichen Grundeinstellung. Seit Jahrhunderten werden hier schon Kinder missbraucht. Auch in den kleinen Freisekten. Nur da fällt es nicht so auf, denn hier kann man viel unter den Tisch kehren. Da bin ich doch froh als sozial kompetenter Homosexueller geboren worden zu sein. Ich muss keine Kinder missbrauchen, keine Medizinerinnen als Hexen verbrennen und ich darf um die Erde fliegen. Denn meine Erde ist schon rund und nicht mehr flach.
      LG Bernhard Metzner aus Ingolstadt

      @ Marisa – Es fehlen leider die Infos zu PreP. Ich sehe diese ganz klar als Impfersatz. Ich kann mich nicht mehr anstecken und damit auch nichts mehr übertragen.

  3. Danke für den interessanten Artikel. Ich kann mich noch gut an die Zeit (80er Jahre) erinnern, als HIV und AIDS genauso ein Thema in den Medien wie heute Corona. Der SPIEGEL brachte dazu sogar eine Titelgeschichte. Am ENde dieser Geschichte hat er sogar eine “gruselige” Möglichkeit beschrieben, daß HIV sich eventuell infolge von Mutationen durch die Luft ausbreiten könnte, was glücklicherweise bis heute nicht passierte.

    Gruß
    Rudi Knoth

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